N2'» 75. »8A«. l8anl8t«z^ a«« i«>. z^optoindor. ^/ Kram unter Aqnileja. e^- ic geistliche Gerichtsbarkeit der Patriarchen von Acnn'leja, nicht inir über Kram, sondern über alles Land in der windischen Mark bis an die Dran, schreibt sich urkund-lich ans den Zeiten Carl's des Großen her. Bis an die Save ist diese Gerichtsbarkeil nie bestrirten worden: alle Kirchen des heutigen Krai n'Z erkennen Aqnileja als ihre Mutterkirche an, selbst das heutige Bischnin Laibach war vor dem Jahre 1463 nichts anderes, als ein Archidiaconat von Aquileja, unter welchem die übrigen Pfarreien des Landes, wie Krai nburg, Gurkfeld, Landstraß, Reifuiz (unstreitig die ältesten) standen. Reifn iz war der Sitz eines Erzpriesters. Von Klöstern gab es vor dem Jahre 1156 keine Spur im Lande. Das Ansehen des Laibacher Archidiacons muß sehr groß gewesen seyn, da er 1262 von Sr. papstlichen Heiligkeit sogar zwischen dem Freisinger und Lavanter Bischof den Schiedsrichter machte. Ganz anders verhielt sich die Sache in der windischen Mark Ca-rantaniens oder in dem heurigen Nntersteyer. Dort scheinen die Patriarchen ihr Rechr bis in die Hälfte des neunten Jahrhunderts anßer Achr gelassen zu haben, weil sich sonst nicht begreifen ließe, wie die Salzburgcr Kirchenhirtcn unter der mahrischen Dynastie des Privina (laut Nachrichten des Ungenannten von der Bekehrung der Carantaner) so eigenmächtig zwischen der Dran und Save hätten Diöcesan-Gerechtsame ausüben können? — Was der Salzburger Sruhl in der Gegend von Cilli aufgebaut und durch eine Reihe von Jahren ruhig und ungestört besessen hatte, ging beim Erscheinen der slavischen Apostel, Cyrillus und Me-thodius, in diesen Gegenden verloren. Der letzte Salz-bm-ss'sche Vicar, Magister aller Künste und Erzpriester im "etc ^ Hezil oder Kozel, nämlich Alfried, verließ '"'! "'"dischcs Erzpnesterchum. Hierauf folgten bis in die ^..rcc deö zelMen Iahrhnnderts die Einfälle der Ungarn und erst nach der Vertreibung derselben aus diesen Gegenden ,che.nr Aqnileia seine ursprünglichen Diöcesanrecyce zw.-,chen der Dräu und Save wieder'geltend gemacht zu haben, wie auö dem Folgenden erhellen wird: Was um, die weltliche Macht des Patriarchats von Aquilcja betrifft, so darf man kühn behaupten, daß sie, wie w,e so mancher deutschen Bisthümer, ohne die Reibungen zwischen Papst nnd Kaiser im eilften und dreizehnten Jahr-Hunderte, schwerlich so hoeb angeschwollen wäre, als wir sie in den genannten Jahrhunderten urkundlich finden. Heinrich IV. und Friedrich II. bedurften eines Anfangs, einer geistlichen Opposition gegen das Kirchenoberhanpt, wenn sie ihre Sache durchfechten wollten. Und sonderbar! gerade diesen zwei Fürsten verdankt Aqnileja seine Herrschaft über Krain. Als Heinrich IV. nach seiner Demüthigung zu Canossa eines Heeres bedürfte, um den deutschen Gegenkönig, Rudolph von Schwaben, zu bekämpfen, da versicherte er sich des aquileji'schen Beistandes dadurch, daß er diesem Gotteshause Krain schenkte. Der Antrag zu dieser Schenkung soll nach Fonta-nini schon 1070 zu Nürnberg gemacht worden seyn. Auch der Ungenannte von Leoben kennt diese Schenkung. Doch scheint der Patriarch damals noch nicht zum Besitze der Kraincr Mark gekommen zu seyn, weil Kaiser Heinrich lV. sie 1091 noch einmal dem Patriarchen Udalrich (Dcigll'! eis) schenken mußte.. Es ist schwer zu entscheiden, ob unter dieser Mll'clu» Olli'lliolill«) welche Kaiser Heinrich IV. dem Patriarchen von Aglar schenkte, ganz Krain, oder nnr Krain's Mark (Unterkrain) zu verstehen sey. Größere Wahrscheinlichkeit spricht für das Letztere. Doch dem sey, wie ihm wolle; so viel ist doch klar, daß Aquileja wirklich Krain erworben, aber nicht behauptet habe. Für das Jahr 1177 (in eben diesem Jahre schloß Friedrich I., der Nothbart, jenen unrühmlichen Frieden zu Venedig mit dem Papst Alexander III.) findet sich in der römischen Edition der ltnlia «»ci'a eine Urkunde von Kaiser Fri edir ch I., darin mehrere Orte in Carnia nnd auf dem Karst vorkommen, welche der Kaiser nicht dem Patriarchen, denn er hielt es mit dem Papste, sondern dem Capitel von Aqnileja schenkt. Daraus wird begreiflich, daß die Mark Carniolia während der Guelphen- und Ghibellinen-Periode dessen war, der es mir dem Kaiser hielt. Als der jugendliche Friedrich II. in Deutschland erschien, und zwar in demselben Jahre 1214, als die Schlacht, bei Bovines seinen Gegner Otto lV. entwaffnete, erhielt auch Aquileja, dessen Anhänglichkeit nicht gleichgültig war, seine Marchia Carniolia wieder. 298 Es verdient bemerkt zu werden, daß Kaiser Carl IV. diese Urkunde zu Frankfurt am Main 1366 bestätigte. Zu Klosterstiftungen in Krain entschloß sich Aquileja ziemlich spät. Der Sriftsbrief von dem Cisterzienser-Kloster Sittich ist nach Valvasor vom Jahre 1156. Es ist sehr zu bedauern, das; man von diesem ältesten Stifte Krain's nicht mehr weiß, außer was genannter Verfasser der kraini-schen Ehrenchronik berichtet. Als Stifter wird der aquileji'-sche Patriarch Peregrin genannt. Unter den Zeugen kommc auch eiu Udalrich von Attherbs (wahrscheinlich Attems) vor. Aber sonderbar, derselbe Valvasor, der uns den Stiftsbrief als im Jahr 1156 ausgefertigt berichtet, erzählt gleich darauf, daß der erste Abt V incenz durcb den h. Bernhard selbst aus Frankreich geschickt worden sey, und daß derselbe von 1136 bis 1150 dem Kloster vorgestanden. Man darf übrigens nicht unbemerkt lassen, daß damals das alte Geschlecht der Auersperge in Krain schon in seiner schönsten Blüthe war. Der Patriarch Peregrin, der Sittich gegründet, dürfte vielleicht selbst ein Auersperg gewesen seyn; wenigstens ist Peregrin ein 2luersper g'scher Familien - Name, und die Auersperge sind überhaupt im Dienste des aquileji'schen Hauses groß geworden. Sonst berichtet Valvasor noch, und das ist allerdings sehr merkwürdig, daß die Gemahlin Ulrich's lll., Herzogs vonKarnten, die von Friedrich dem Streitbaren verstoßene Agnes, dann auch die Witwe des bei Sempach erschlagenen Leopold des Biederen, eine geborene Herzoginn von Mailand, in dem Stifte begraben liegen. Beide waren Wohlthäterinen des Klosters, dessen Wohlstand sich zum Theil daraus erkennen läßt, auf welche Pfarreien dasselbe das Präscntationsrecht gehabt hatte. Diese aber waren: Arch, St. Canzian bei Arch, Döbernik, Lustthal, Mannsburg, St. Marein, St. Margarethen, St. Märten bei Littai, Neumarktl, Neudegg, Obergurk, Weinhof, Presgain, Sagur, Sei-senberg, Zaier, Treffen, St. Veit bei Sittich, Waatsch, Weichselburg und Weißkirchen. Theodor Wladimiresko. Erzählung von I. N. v. S z. (Fortsetzung.) Im Schlosse zu Szurduk herrschte indessen die größte Furcht und Angst vor den Räubern, die einen Theil der Besitzungen des reichen Diamanty schon verheert hatten und den Frevel so weit trieben, sich auf den nächsten Tag als Abcndgäste in Szurduk ansagen zu lassen. Diamanty wollte zwar Anfangs mit seiner einzigen Tochter, der schönen Alexandra, und seinen Schätzen sich auf das österreichische Gebiet flüchten, allein fast drohte auf der Reise noch mehr Gefahr, und selbst die Stimmung sei-„er Diener und Unterthanen, die ihren Grundherrn, seiner Härte und Bedrückungen wegen, schon lange haßten, verrieth ganz deutlich, wie wenig bei einbrechender Gefahr auf sie zu rechnen wäre und so beschloß er denn, sich mit einigen jungen Bojaren aus der Nachbarschaft in seinem Schlosse so gut als möglich zu verrammeln und lieber die Räuber abzuwarten. ' Da trafen zur Mittagszeit des verhängnißvollen Tages die von Theodor vorausgesandten Renner in Szurduk ein, und groß war die Freude der Bojaren, die sich bei dem Anblicke der Panduren schon außer aller Gefahr wähnten. Die Panduren jedoch, die unterwegs die Anzahl der Räuber auszukundschaften Gelegenheit hatten, theilten nur wenig diese Freude und waren hauptsächlich besorgt, Alles zum ernstlichsten Widerstände vorzubereiten, indem sie wohl wußten, wie schwer es ihnen gelingen würde, das Schloß bis zu Theodor's Ankunft gegen die große Ueberzahl der Räuber zu behaupten. Allmälich wurden die Schatten länger und länger, der Abend siel dämmernd ein, und Alles war rings herum so still, daß die Bojaren schon zu glauben anfingen, die Ra'u--ber hätten die Ankunft der Panduren erfahren und die Lust verloren, auf das Schloß zu kommen. Auf dem innern Balcon des Gebäudes, der gegen den Hof und Garten ging, saß Diamanty, umgeben von einigen Bojaren und um sie herum lagen Waffen aller Gattung zerstreut, während Ziriaki, ebenfalls ein junger Bojar aus der Gegend bei Foksan, sich vergeblich bemühete, die trüben Wolken, die auf dem Gesichte der schönen Alexandra sich gelagert hatten, zu zerstreuen. Seit längerer Zeit schon befand sich Ziriaki auf dem Schlosse zu Szurduk; er sollte, dem Einverständnisse der Väter zu Folge, Alerandra's Gemahl werden und gab sich alle Mühe, ihre Liebe zu erwerben. Er betheuerte ihr so eben, wie sehr er sich nach dem Augenblicke sehne, für sie kämpfen zu können, und wie er vor Begierde brenne, mit Aufopferung seines eigenen Lebens das ihrige zu erhalten, als plötzlich unten an der Gartenmauer einige Schüsse sielen. Die Kugeln schlugen auf dem Balcon ein und Ziriaki taumelte leblos zu Alexandra's Füßen nieder. Die aufgeschreckten Bojaren griffen schnell zu den Waffen, während auf Diamanty's Befehl Ziriaki durch einige anwesende Diener weggetragen wurde und Alexandra jammernd um den israelitischen Hausarzt schickte. Ein Theil der Panduren war von der vorderen Seite des Gebäudes, wo sie bei den Thoren Wache hielten, auf die Schüsse auch herbeigeeilt, und da sahen die auf dem Balcon Stehenden zu ihrem größten Entsetzen bei dem halben Mondlicht die Räuber, die, von dem Eintreffen der Panduren und ihrer Zahl durch Diamanty's eigene Leute sogleich genau unterrichtet, nur deßhalb den spätern Abend abgewartet hatten, um unbemerkt über die hintere Gartenmauer zu kommen und nun haufenweise hervorbrachen. Trotz der tapfersten Gegenwehr der Bojaren und Panduren, die selbst im Innern des Schlosses den Kampf noch fortsetzten, waren die Räuber durch ihre große Uebcrzahl doch bald im Besitze desselben, und Diamanty mit den übrigen noch am Leben gebliebenen Vertheidigern wurde, mit Stricken gebunden, in einen Keller geschleift, während ein 299 Theil der Räuber die Zimmer durchstöberte und die andern llch zu der für die Bojaren bereiteten ?lbendtafel setzten. In einem der entlegensten Zinnner stand Alexandra mit mehreren Diencrinen am Bette Ziriaki's. Der Arzt hatte ihn wieder zn sich gebracht, und erklärte nach genauer Untersuchung dessen Kopfwunde für nicht gefährlich, indem die Stirne des jungen Bojaren durch die Kugel bloß ge-streift wurde und nur der unerwartete Schlag ihn zu Boden geworfen hatte. Auf einige 'Augenblicke schien Alexandra alle Gefahr, in der sie noch schwebte, zu ve.-gessen, und Ziriaki tonnte sein künftiges Glück, das aus den schönen Augen der Tiefbewegten ihm leuchtete, deutlich lesen, — als mit fürchterlichem Krachen die Thüre eingeschlagen wurde und ein Dutzend Räuber mit dem schrecklichsten Aussehen in das Zimmer stürzten. Unter frechen Scherzen wurde Alexandra fortgerissen, um an der Tafel der Räuber den Vorsitz einzunehmen, und an allen Gliedern zitternd, folgte sie in den Speise-saal, wo sie dnrch das wilde Jauchzen der versammelten Horde empfangen wurde und genöthigt war, sich zwischen dcu Aeltesten der Bande zur Tafel zu seheu, bei der die geschäftigen Diener des Hallsherrn Alles aufboten, ihre neuen Gäste zu bewirthen. (Fortsetzung folgt.) Der Wohlthatige. Nie wußte bei Herrn Milnerad Die Reckte, was die Linke that; Dock war's kein Wunder, wie man spricht. Die Linke wustt' es selber nicht! — Franz Fitzinge r. Feuilleton. (Deutsche (Eisenbahnen.) Der deutsche Statistiker, Dr. Freiherr von Reden, nimmt in seinem Werke: »Deutsches Eisenbahnbuch," wovon letztlich eine zweite, bedeutend vermehrte und berichtigte Auflage erschienen ist, an, dasi für Herstellung sämmtlicher Eisenbahnen in Deutschland "och ein Aufwand von 300 Millionen Thalern erforderlich seyn werde. Die Kosten der bis jetzt vollendeten Bahnen be-rechnet er auf 133,092.250 Thaler; die Kosten der im Bau begriffenen auf 141,5l6.750 Th.; die Kosten der gesicherten auf 175,449.280 Th. Die Durchschnittskosten einer Meile 5?ahn für die'vollendeten gibt der Verfasser mit 304,091 Th., fur die im Bau begriffenen mit 350,817 Th., für die gesicherten mit 362.320 Tk . für die projectirten mit 290,634 Thaler an. /-? ' .5 (^etterndruck auf Glas.) Eine neue Erfindung ,st gemach^worden, die alle Papierzeichen :c. auf Bouteillen, 6^"'""' "Pf'" und überhauvt auf allen Arten harter Kör-per uberfiuss.g macht. Ein Franzose zu Chälons (Marne), Namens Au b r. et, hat ein Verfahren entdeckt, wodurch es möglich lst, d.recte auf Glas u. dgl. zu drucken, und zwar mit Buchdrucker-Lettern. Er hat sich ein Patent genommm. (Die Zeit wird immer länger, die Entfernungen immer kurzer.) Man lebt' in 365 Tagen zwei Jahre, und Wien und Prag liegen nach dem Maßstab von 1820 höchstens 10 Meilen von einander. So eben kündigt der »österr. Lloyd« an, daß vom 26. September an, jeden Monat an demselben Datum ein Dampfboot von Triest direcr nach Alerandrien abgeht und die Reise in 5 — 6 Tagen zurücklegt, während bei der Rückreise der Aufenthalt an Bord als Quarantaine angerechnet wird. Man kann nun von Triest in 36 Tagen in Bombay seyn. Ehemals war es eben nichts Unerhörtes, wenn man so viel Wochen brauchte, und von Triest hätte man gar erst müssen nach London reisen, um sich dorr einzuschiffen. (Warnung vor Wunder-Doctoren.) — In G^*, in Mähren, wandte sich jüngst ein 19jäyriges, bleichsüchtiges Mädchen an einen Hirten von W'^, der im Rufe stand, in der Krankheit, an der sie litt, bereits viele Wunder-Curen ausgeführt zu haben. Sie erhielt einen Thee zum Absud, nach dessen einmaligem Genuß sie nach kaum vierstündigen Qualen den Geist aufgab; die Mutter, die ihn nur kostete, büßte ei auch durch eine 14rägige sehr schmerzhafte, schwere Krankheit. Der Wunder-Doctor be-findet sich bereits in den Händen der Gerechtigkeit, den verdienten Lohn seiner Cur erwartend. (Gymnasialmuseum in Pilsen.) Der hochw. Präfecc des Pilsner Gymnasiums, Hr. Stanislaus Zau-per, rühmlichst bekannt durch seine lirerarischen Leistungen, har seine Ferien dazu benützt, um im Lycealgebäude ein kleines Gymnasialmuseum anznlegen. Die Hauptgrundlage desselben bildet eine reiche Sammlung meist vaterländischer Mineralien, außerdem physikalische Apparate, Gegenstände der Mechanik und Hydraulik, Globen, Atlanten, Kupferstiche, Porträte berühmter Gelehrter u. s. w. Es wäre sehr zu wünschen, daß der hochwürdige Hr. Präfect in diesem seinem so lobenswerchen Unternehmen freundliche Unterstützung fände. (Gin schauderhafter Vorfall) hat sich kürzlich in Ofen ereignet. Der Cassenbeamce S. kam in das Gasthaus zur »Bretze,« und verlangte ein Zimmer für eine Nacht. Da keines leer war, so mußte das Stubenmädchen das ihre räumen. Des andern Morgens fand man den Gast in seinen Blute schwimmend; er hatte sich die Adern geöffnet. (Vei Gelegenheit des Festes in Laxenburg) wurde Sr. kais. Hoh., dem Großfürsten Micha el, ein 31 jähriger Mann, Namens Guil a,vorgestellt, der jedoch nicht größer, als ein 6jähriger Knabe ist. Derselbe, aus Italien, besitzt eine außerordentliche Schönheit, ist sehr schlank und wohlgebaut und spricht 4 Sprachen. Er erregte das allgemeine Erstaunen der hohen und höchsten Gäste. Dieser kleine Mann, welcher bei seiner Schönheit von den gewöhnlichen Zwergen abweicht, genießt des hohen Glückes, aus a. h. Guade in Laxenburg ansgebildet zu werden. Sein Benehmen soll au-ßerst fein und liebenswürdig seyn. (Gine schwäbische Familie) war dieser Tage auf ihrer Durchreise nach Siebenbürgen in Pesth, welche bereits das dritte Mal von ihrer Heimat ausgewandert ist. Das erste Mal nach Nordamerika, das zweite Mal in die italienische Schweiz, und jetzt endlich nach Siebenbürgen. Papierkorb des Amüsanten. Ein bekannter Komiker hatte in einem Stücke eine Cigarre zu rauchen. Diese, aus Holz nachgemacht, fiel zu Boden, und erregte durch ihr Geklapper das Gelachter des Publikums. Phlegmatisch fragte der Komiker den neben ihm auf der Scene stehenden Theaterdirector: »Sagen Sie mir, was tostet die Klafter von diesen Cigarren?« — Manche unserer Leser dürften sich erinnern, daß es Hr. Beckmann war, der diesen Witz bei Gelegenheit seines vorjährigen Gastspieles in Wien zum Besten gab. Mr. Dennis Smith in Dublin, spottet das Londoner Witzblatt »Punch,« hat einen Wagen.ersunden, der 300 das Umwenden völlig nnnöthig macht. Derselbe ist nämlich Hinren und vorn mir zwei Pferden bespannr, die abwechselnd auf der Hin- und Rückfahrt vorwärts oder rückwärts lausen; nur besteht die einzige Schwierigkeit noch darin, die Pferde an das Rückwartslaufen zu gewöhnen. Der Erfinder hat bereits ein Patent bekommen. Bei dem Landshucer Gesangfest sind unter Andern 1100 Pfd. Rindfleisch, 2400 Pfd.' Kalbfleisch, 60 Lämmer, 400 Pfd. Wildprer, 1500 Würste, 300 Gänse, 250 Aen-ten, 400 Hühner, 60 Tauben, 252 Eimer Bier, 100 Pfd. Kaffeh u. s w. verbraucht worden. — Da komnn ja das Futter der Nachtigallen weit wohlfeiler! Die »Sonntagsbläcrer" erzählen: Es lebte einmal in einem Dorfe ein freundlicher, dicker, airer Herr. Er harre glänzende, rothe Bäcklein, lebhafte kleine Aeuglein, eine Glatze am Scheitel, und seiu dünnes Haar war schon mir Silber an-gereift; doch am meisten hielt er auf sein ansehnliches, rundes Bäuchlein. Er war gur und freundlich gegen Jedermann und mildthätig gegen die Armen; er fluchte nicht, schalt Niemanden aus, ging alle Tage in die Messe und betete gar andächtig und fromm seinen Rosenkranz. Er hatte nur die einzige Schwachheit, das; er auf gut Essen und Trinken und Karrenspielen mehr als billig hielt, und ich glaube, um ein täglich Gerichr frischer Austern oder Forellen, um ein Ultimo in jedem Tarokspiel wäre er im Srande gewesen, mir dem Ritter von der rothen Hahnenfeder einen Pakr einzugehen. Sonst char er Niemanden erwas zu Leide, und deßhalb führte auch Niemand etwas Böses gegen ihn im Schilde. Nur Eines war den Leuten nicht recht. Sein Garten stieß gerade an den Friedhof, und da saß er oft bis tief in die Nacht in der Laube beim Karrenspiel. Das, meinten die Leute, sey doch sündhaft, in der Nähe eines so ernsten und heiligen Ortes bis Mitternacht weltliches Spiel und Lärmen zu treiben; denn es wurde oft in den Tisch gehauen, das; die Gläser klirrten und die Spielzwanziger durch einander schepperten, ^o saß er auch eines Abends mir drei Eumpanen in der Laube und spielte. Der Nachtwächter hatte schon längst eilf Uhr gerufen. Unser Freund hatte eben Ultimo angesagt und sein Gegner Contra. Da wird der erpichte Spieler roth vor Aerger bis an die Glatze; er warf den Pagat auf den Tisch, schlug mir geballter Faust darauf und schrie: „Alle Werter, den will ich sehen, der mir meinen Pagat —!" Aber Himmel! es blieb ihm das letzte Wort in der Kehle stecken; denn über der Kirchhofmauer rief eine hohle Stimme: »Siörer die Ruhe der Todten nicht!" Uud wie mir unsichtbaren Riesenarmen packte es gewaltig die Laube und schüttelte sie durcheinander, daß ein ganzer Regen von Cyrisus- und Bohnenblättern herab-rieselte. Unsere Helden warfen die Karren weg und rannten alle vier laut schreiend davon! Ueber die Mauer aber sprangen zwei lockere Zeisige, Bursche aus dem Dorfe, und holten sich die Silbcrzwanziger, welche die Spielenden in ihren: Schrecken vergessen hatten. Davon machten sich die Spitzbuben im Wirrhshanse ein Paar lustige Abende; die vier Geisterseher aber schlichen herum, als ob sie vor der heiligen Vehme gestanden wären. Die Geschichte wurde ruchbar; man munkelte, man raunte sich zu, man erzählte, man kicherte, man lachte; die Bursche konnren ihre Heldenthat nicht verschweigen; unter dem Siegel des Geheimnisses wanderre es von Mund zu Mund, von Ohr zu Ohr; so erfuhr es das ganze Dorf, zuleßr unser guter Freund. Er lachte mir den Andern und spielre nach wie vor, aber nie mehr in der Laube nebcn dem Friedhofe. Auswärtige Kunst- und Theaterrevue. Wie sich einige der Wiener Blätter jüngst ausspucken, kommt die schwedische Nachtigall, Ieny Lind. denn vock wieder und zwar auf 3 Monate nach Wien- P o k o r n y wird dabei entsetzlich tief in den sack greifen, dcnn ?r zahlt d>'r Sängerin für diese kurze Zeit ^O-OlX) st., sage: Vicrzigtauscnd Gulden C. M. Ob nun die Nachtigall flötet, oder still im Neste sitzt, so kommen auf diese Weise, den Monat zu 30 Tagen gerechnet, auf jeden Tag noch etwas über ^0 fl. (Z. M. Dieß wird doch wohl ein etwas theueres Nachtigallenfutter seyn! — Der gewandte französische Dramatiker Scribe, der drei Monate ^u seinem Vergnügen so eben in Italien zubrachte, befand sich am 28. August zu Verona. Er war auf dem Rückwege nach Paris begriffen. Man spricht davon, daß der kranke Donizetti von Paris nach Vaden bei Wien gebracht werden solle- Er will da die Schwefelbad«-Cur gebrauchen. Am 15, September trat der berühmte Berliner Komiker Neck, mann zum ersten R.ile als neu engagirler k. k. Hofschauspieler im Burgtheatcr auf. Seine Nolle war Agamenon in „Kunst und Natur." Vincenzo Vonar. i, acadcmischer Bildhauer und Professor an der Maler-Akademie zu Cariara, ist gegenwärtig ,n Wien und hat dort mehrere seiner besten Vildhauerwerle aus (Zarrara - Marmor öffentlich ausgestellt- Se. l. k. Majestät, der Kaiser, so wie der gesammte aller« höchste Hof und mehrere hohe Herrschaften geruhten, wie wir in der „Gegenwart'« lesen, die Kunstwerke zu besichtigen, dem Künstler Verschiedenes käuflich abzunehmen und mehrere Auftrage zu ertlieilen. Bonani genießt als Bildhauer sowohl im In- als auch im Auslande einen ausgezeichneten Ruf. — d — Humoristische Näthselfragen. 1. Welche Leibeigenschaft ist wohl die allerlästigste? — Die C o r p u l en z. 2. Nas ist in Gesellschaft reich, Uno allein dem Bettler gleich? — Die Nulle. K. — LstersvVischer Eourier. In Paris erscheint eine neue Monatzeitschrift unter den Auspi« cien der Universität und zwar illustrirt. Sie heiszt: „^uul n»! clos inülitu-tiaii!, «t cle coül^ez." (Ztudienzeitung.) Die Zeitschrift hat sich die Ne» lebung des Wetteifers unter den Studierenden, als die wichtigste Grund« läge einer guten Erziehung, zum Ziele gesetzt und gibt zu diesem Zwecke, außer einer literarisch - artistischen Revue, eine Auswahl der besten lite-rarischen Erzeugnisse der Schüler, die von den Professoren selbst als des Druckes würdig anerkannt worden- Eine solche Zeitschrift erscheint uns als sehr zeitgemäß, zweckmäßig und lobenswerth. Der geschätzte „Humorist," der unsere Notiz über das baldige Erscheinen der gesammelten Dichtungen unseres slavisHcn Dichters, Dr. Prc-shern aufnahm, verwechselt den Verlags- und Ausgabeort Laibach irrig mit Klagenfurt. Der Dichter ist aus Krain, die Gedichte sind in Krain entstanden, deßhalb ist es am passendsten, daß sie auch in Kiain (nämlich l,ei Vlasnik in Laiback) gedruckt werden. Unser Mitarbeiter, Herr A- C. Wießner in Klagenfurt. der sein schriftstellerisches Talent in sehr kurzer Zeit geltend zu machen wußte, läßt, wie wir vernehme,, < in Kürze seine Gedichte erscheinen. In (Zom-mission einer geackteten Wiener Buchhandlung werden sie in Laibach bei Blas nil gedruckt. An netter, eleganter Ausstattung ist also nicht zu zweifeln. Der Veteran der dramatischen Volksdichter Wiens, der greise Carl Meisl, gibt seine ..Memoiien" heraus. Ein solches Werk dieies erfahrenen und als Dichter noch immer beliebten Mannes, der die Wiener Volksbühne mit so vielen gelungenen Stücken bedachte, dürfte mannigfaltiges Interesse erregen. — d — Verleger: Ignaz Alois Gdler v. Kleinmayr.