. Nr- ^3._________Dieustan, 2. NiMst l^7. 10^'n ,5 ?. .^s^""^'"','' !"" f"'« »«'.''l«^.» > i. - Inlertionßnrblir: Mr Z Dic Ädmiuiftraiin« befindet Nch ^ahnh°f,asse ,5, bic Nebnctio» W.rn^ftroßr ,5, ^ Nnsrailsierle «r.ele i^nic ^>v ,,, < ^c.lc» 25. sr,. n^s,«, p,-s .^c.Ic l, l,,: bc, orni W.cdcrholunsscn pr, ., nich! ^!i,^u°,nmsl! u.ld Wanuscrivte nicht ,uril^«stellt. Umtlicher Weil z Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit "lleryochster Entschließung vom 9. Juli d.I. dem öster-rrichlMn Staatsaiiq.hm-iP'n Thomas Wartanowicz 7no ?'^t das Ritterkreuz des FranzIoseph-Ordcus nNeranadigst zu verleihen geruht. As/ A' k. und k. Apostolische Majestät haben mit " lcrhochster Entschließung vom 38. Juli d. I. dem "ver,taatsanwalt-Stellvertrcter in Wien Dr. Joseph -"lgner den Titel und Charakter eines Landesgcrichts-ralyes taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht.' . ______ Prazäk m. p. Italien hat durch den Tod Deftretis' einen schweren Vcrlnst erlitten An seiner Bahre steht trauernd nicht nur der königliche Hof. auch alle jene Politiker und Patrioten, welche an der Cmisolidierung des italienischen Staates Mi gerathen und mitgethan haben, werden tief bedanern, dass oer alte Zauberer von Stradella nicht mehr lebt. AT .l."" kem bahnbrechendes staatsmännisches U ,', ? ^?". ^"' ^"U'' "ie ihn das moderne vre.^ .^"^ hat. Hätte es keinen Agostino De-pret s »he«, wcr we.ß, wie Italien jetzt im Innern aussehen, wer weih. welche Stellung es h^ite nte den enropaischen Großmächten einnehmen würde Es war gew.ss em Glück für Italie». dass sich nach d^n eumlen und glücklichen Architekten Cavonr ein lu ? ^n < '" ^"lü"^.' "'' Depretis gefunden hat. der n ... Ä?! ?" ^" des italienischen Einheitsstaates fast unausgesetzt seit einem Deceunium leiten konnte Wie die meisten hervorragenden Männer des mu-dernen Italien, so gehörte a.ich Depress dem piemon- slschm Stamme an, wo sich seit Jahrhunderten vermöge der culturellen und ethnographischen Verhältnisse me tüchtige und glücklich veranlagte Bevölkerung cnt-W ckelt hatte. Der Verstorbene stand schon in, krästiosteu "iannesalter, als sich Pieu.out zu vergibstu began,,; , ?"' "^ die italienischen Himmel5slürmer rastlos un der Arbeit waren, schon klug und erfahren genng, all ^'^ls^l'". dass man mit dem Nadicalikmus' wohl ^e Baulichkeiten uiedeireißei!. dafs aber nrne und wohnliche Hütten und Paläste nur der gemäßigte Fortschritt errichten könne. Depretis war leine blendende, keine großartige Erscheinung, und darum hat auch der Volksmnnd so oft und so gern seinen Witz an ihm geübt; aber er war ein kluger, klarer Kopf, der immer wusste, was er wollte, nnd was noch viel mehr bedeutet: er wnsste anch immer, was Italien brauchte. Ein ganzes Menschenleben hat Deprelis im itN' liemschcn Parlament zugebracht. In der Tnriner Kammer saß er zuerst auf dm Bänken der Opposition, nnd er übte dort schon frühzeitig seinen Witz an den zahllosen kleinen Intriguen zumeist persönlicher Natur, wie solche in einem jeden kleinen Parlamente unausgesetzt an der Tagesordnung sind. So war er zum Meister der parlamentarischen Taktik geworden; nur als solcher konnte er das zerfahrene constitutioucllc Treiben lie herrschen, in welchem die au Ambitionen nnd Intri-gnen so reichen, aber an staatsmännischen Autoritäten so armen Parteien zede gouucrnementale Cuntinnität in Italien bedrohten. Opportunistisch in seinem iu-^ nersten Wesen angelegt, stand Dcpretis bei seinen chauvinistischen Landsleuteu in keinem gnten Nnsc. denn er war weder ein Freuud der Republik noch ein Anhänger der Allianz aller romanischen Völker, noch ein geheimer Beschützer der Irredenta oder jener Anschauungen, welche die Ideale der italienischen Straßen- und Bottcga-Politiker ausmachen. Aoostino Drpretis hat dnrch die Befestigung der Monarchie und durch die coutinnirrliche Bekämpfung des Naturalismus auf alleu Gebieten des öffentlichen Lebens seinem Vaterlande imgehemv Dienste geleistet. Wcun rs teiuen Depretis gegeben hätte, wer weiß, ob ln Italien die rationelle Eisenbahupolitik maßgrb nd geworden wäre; wer weiß. ob ein anderer Minister den Muth gehabt hätte, das Mahlstenrrg.setz zu refor-Mieren; wer weiß. rb es einem gelungen wäre, das Gleichgewicht im italienischen Staalöhauthalte herzu^ stellen? Depretis wagte mituilter die unpopulärsten Dinge; alnr er durste sie wagen, weil er niemals um die waudelbare Volksgunst lmhlte, weil er immer nur das Zweckmäßige wollte, aber auch die Mitarbeiter zu finden wusste, deren er und sein König bedurften. Gewiss wird aulässlich des Todes des italienischen Ministerpräsidenten auch in Oesterreich < Ungarn das politische Mitgefühl in allen Kreisen zum Ausdrucke gelangen, denn Depretis war derjenige, der vor sieben Jahren seinen König !»r Neise nach Wien vermochte nnd hier den Anschluss Italiens an das deulsch österreichische Büudnis vollzog. Es steht noch in allgemeiner Erinnernng, mit welchem Hass und Hohn die Irre-dentisten damals gegen die «Trip^AlNanz» ins Feld zog» n, nnd ebenso bekannt ist die Thatsache, dass es noch in der allerletzten Zeit manche Mühe lind Sorge kostete, um den Ansturm der eroberuugslustigcn Agitatoren abzuwehren. Aber immer größer wird in Italien die Zahl derjenigen, welche in der Politik eines Depretis und Nobilant nicht nur eine Garantie für die Erhaltung des continentalen Friedens, sondern auch für die gedeihliche und fortschrittliche Entwicklung Italiens erblicken. Es gibt wohl keine schönere, keine glänzendere Ancrkennnng für das politische System des verstorbenen Staatsmannes, als die Thatsache, dass sich selbst ein Crispi den Anhängern dieses Systems angeschlossen hat. Nicht nur im Interesse Italiens, sondern auch in dem des freundschaftlichen Verhältnisses zn unsrer Monarchie wäre es zu wünschen, dass die bewährten Künste und Geschicklichkeiten des «alten Zauberers» von Stradella an der Tiber zur Tradition würden. Nur auf diesen Wegen vermag Italnn die achtnnggrbietende Stellung im Rathe der Großmächte ;n bewahren nnd seine großen politischen Ziele im Mitlclmecre zu verfolgen. Nur ein dauerndes Festhalten an der klugen und zähen Politik des verstorbenen Staatsmannes kann die Majorität in der italienischen Kammer zusammenhalten und den Nnsban jener heilsamen Gesetzgebung vervollständigen, dessen Antor oder Inspirator Agostino Depretis gewesen. Wie gering auch die Zahl di-r glühenden Be« wunderer sein mag. welche Depretis bei seinen Lebzeiten in Italien gefunden, so wird ihm doch jetzt lein Patriot die Anerkennung versagen dürfen, dass es ein Glück für Italien gewesen, als ihm das Schicksal einen Staatsmann wie Drpretis so lange am Leben erhielt. Die Preisausschreibung des Uuterrichtömiliistcrs. - Wien, 28. Juli. Fast unmittelbar nach dem Schlüsse der Schulzeit und mit Beginn der Ferien hat der Unterrichtsminister drei Preise sür drei Iugendschristen ausgeschrieben, und es ist gewiss, dass diese Preisausschreibung den geistigen Bestrebungen der Lehrerwelt lebhafte Anregung bietet. Leicht ist die Aufgabe nicht, auf diesem Gebiete Musterhaftes und allseitia Befriedigendes zutage zu fördern, Feuilleton. Suggestion. In den letzten Monaten sind die Berichte über "uelle in den Ziluugeu so häufig geworden, dass mau dafür, wie für die Selbstmorde, eine eigene ^ubrit einrichten könnte; allerdings werde» voraus-sichtlich diese regelmäßigen Berichte wieder verschwinden Mid die Duelle wieder zu deu Ausuahmsfälleu gehören. Es handelt sich hier um eine häufig beleuchtete Erscheinung. Es hat irgendwo ein Zwei'kamftf stattgefunden, der durch die ihu begleitenden Umstände, durch die betheiligleu Persönlichkeiten oder durch den Ausgang gauz besonderes Aufsehen erregte. Die Blätter briugeu spaltcnlange Berichte darüber, unberechenbar ssroße Kreise beschäftigen sich mit dem Ereignis. Eö ist mit Sicherheit anzunehmen, ja, beinahe konnte man darauf wetlcn, dass man bald daranf von einem ähnlichen Dnell lesen wird. Fall auf Fall fulgt dem ersten, bis es nach einiger Znt wieder ruhig wird, ebenso wie ein ins Wasser geworfener Stein immer weitere nnd weitere Kreise zieht, die sich dann verflachen nud verflüchtigen, bis endlich der Wasserspiegel wieder ruhig nud eben ist. Genan dieselbe Erscheinung beobachtet man z. V. bei seusatium'llm DoMlselbstmolden Liebender; ein '"/cher F"ll bleibt, sofern er Aufsehen machte, nicht 0M Nachahmung. Kmim begiuut die Sache bei den qU'ichmnthlgen Zeitnugslesern 'in Vergessenheit zu gerathen, so berichten schm, die Blätter etwas A.hnlichrs. Ebenso verhängnisvoll wirken die Mordthaten, welche unt»r außergewöhnlichen Umständen verübt werden, wie z. V. der Fall Francesco»!; gleich darauf hörte man von der Ermordung anderer Orldbriefträgcr, nnd alle Welt beschäftigte sich mit Schntzmaßregrl'n für die bedrohten Postboten. Inzwischen aber gerieth der Fall Franeesconi in Vergcsseuheil, und es verlangte nichts mchr davon, dass das Leben eines Geldbriefträgers dnrch Mörderhand iu Gefahr kam. Diefe Erscheinimg, die Nachahmung Aufsehen erreng.'nder Verbrechen, Zweikämpfe oder Selbstmorde ist statistisch constaticrt nnd längst erhärtet worden. Es unterliegt keinem Zweifel, dass derlei sensationelle Katastrophen ans die Phantasie Unzähliger wirken und bei Einz.lneu besonders disponierten Individuen zn bestimmten Willensiiupnlsen führen. Ebenso zweifellos ist es. dass es sich hier um eiue der miudcr segensreichen Wirlungen der Presse handelt. Manche Blätter — ill Wien gibt es deren eine nicht unerhebliche Anzahl — bringen solche Berichte m förmlichen Nomancapiteln, mit wohlberechnetem Raffinement alle Einzelheiten in das grellste Licht s.'tzend. Sie erzielen damit allerdings einen Massenabsatz und einen Sensationseifolg bei dem minder qruiloetnl Publienm, aber die schädliche Einwirkung auf die Volksphanllisie. welche solcke blutige Ereignisse z»r Folge haben, wird dadurch in künstlicher Weise gesteigert. Und ist diese Einwirknng etwa nur eine Hypothese, eine Vermuthung, oder lässt sich dieselbe begründen? Die Psychu-Physii'logie, das heißt, die Lehre von dem Zusammenhüng sinnlicher Eindrücke und seelischer Vorgänge, hat freilich noch manches dunkle Gebiet, welches dem Lichtstrahl der Forschung uu. zugänglich ist, mau weiß jedoch, dass jeder durch eine sinuliche Wahruehmung hervorgebrachten Vorstellung eine gewisse Bewegung der Gehirnmoleküle entspricht. Diese Gchirnmolckularbewegungen bildm das materielle Substrat des Gedankens. Wie eine Saite durch Ve-rühruug zum Schwiugcu uud infolge dessen zum Tönm gebracht wird. so gerathen die Moleküle der Hirnmasse durch die Eindrücke, welche ihnen die Sinnesnerurn zu-znführen, in Bewegung. Aus dieser Bewegung entspringt dann der Willensimpuls, welcher die motorischen oder Bewegnngsnerven in Thätigkeit setzt. Es ist nun denkbar, dass eine Willensstärke Person ihre eigenen Nillensimpulse einer zweiten, schwächeren derart einstößt, dass die letztere im Sinne der ersteren sich bewegt und handelt; diesc Willensübertra-gnng heißt in der Psychologie Suggestion. Suggerieren heißt, einer anderen Person eine Handlung gleichsam einflößen, nicht dnrch Ucbeiredung. sondern durch Er« wcckung eines Wollens, welches der Beeinflusste als sein eigenes empfindet. Suggerierte Willensactc haben nichts Erzwungenes au sich, der Betreffende handelt nuch einem fremden Willen, ohne sich dessen blwusst zu werden. Am anffälligstei' tritt diese Erscheinung bei dem sogenannten Hyp'nolismus zutage, einer Erscheinung, welche vor ciuiqcn Jahren durch öffentliche Vorstellun' gen eines gewissen Hansen allgemeines Aufsehen er« regte und in weiten Kreisen bekannt wurde. Hansen hypnotisierte einzelne, besonders nervenschwache In^ dividuen. er versetzte sie in hypnotischen Schlaf nnd zwang sie dauu zu seiuem Willen. Sein nicht eben sinniges Hauptlunststück bestand dam«, dass die Hyp notisierteu rohe Kartoffeln als einen Leckerbissen vel zehrten. Der Wissenschaft wal und ist dieser Zustand Laibacher Zeitung Nr. 173. 1436 2. MM 188?. aber es können wenigstens schon die Ferien benutzt werden, um das Geeignete vorzubereiten. Das bedeutet nicht eine Schmälcrung der Erholungszeit, auf welche die Mitglieder des Lehrerstandes vollberechtigten Anspruch haben; literarische Producte werden in ihrer Uranlagc nicht gerade am Schreibpulte geschaffen. Während man in stiller Veschaulichleit sich des Landlebens erfreut, durch Wiesen und Wälder, über Alpen und Malten sich seine Wege sucht, kommen oft die besten und schönsten Gedanken. Ist erst die Idee gegeben und der Plan gemacht, dann kann man die Ausarbeitung auf die Wintermonate verlegen, wo man wieder an den Beruf gebunden ist. Das Grundmotiv in der Preisausschreibung des Unterrichtsministers ist ohne Zweifel in dem Satze gelegen: «Ans Vaterland, ans theure, schließ'dich an und hall' es fest mit deinem ganzen Herzen.» Das weiß auch der Nnterrichtsmiuister, dass die classischen Schriften des Alterthums und der Nenzeit, speciell unserer eigenen deutschen Literatur sich nicht übertreffen und nicht erreichen lassen. Die größten Dichter und Schriftsteller haben bei ihren Werten vorwiegend an die Jugend gedacht, und für die Jugend ist das Beste gerade gut genug. Allein jede Ciuilisationsstufe hat ihre eigenthümlichen Bedürfnisse, mit jedem geitfortschritte treten auch neue Anforderungen an die Literatur heran, und es ist nicht bloß müßige, willkürliche Begier nach Neuem, wenn die Jugend für neue Autoren und neue Bücher Vorliebe äußert. Es handelt sich darum, auf dem Gebiete der Iugendliteratur einseitigen, oft schlecht geschriebenen Büchern entgegenzuwirken, welche österreichisches Wesen und österreichisches Be< wusslsein vollständig ignorieren und oft feindselig behandeln. Auch die Flagge unserer Geschichte weht stolz durch Jahrhunderte, und auch wir haben eine Ueberfülle von historischen Episoden, welche geeignet sind, im Herzen der Jugend die edelsten Regungen und idealsten Gefühle zu wecken. Wenn große Entscheidungen nahten, entfaltete der Doppeladler immer mächtig seine Schwingen. Was das zweite Thema der Preisausschreibung betrifft, Reisebilder aus Oesterreich, so darf man wohl sicher sein, keinem Parteiwiderspruche zu begegnen. Man mag das Ncitionalitätei'ftrincip auf gewisser Seite noch so scharf hervorkehren, die landschaftlichen Schönheiten Oesterreichs wird man nirgends zu leugnen vermögen. Es ist aber ein Unterschied, ob man geschichtliche Ereignisse oder geographische Verhältnisse bloß aus trockenen Angaben kennt öder ob sie un« in ihrer ganzen Wahrheit und Anschaulichkeit zur Vorstellung gelangen und lebendig werden. Ein lateinisches Sprichwort sagt: Soviel wissen wir, als wir im Gedächtnisse behalten; viel wichtiger ist, dass wir das nur geistig besitzen, was wir lebendig in der Vorstellung haben. Der Ocsterrcicher, der die Schätze und Schönheiten seiner Heimat kennt, der wird diese Heimat auch als unveräußerlich betrachten, dem wird die Vaterlandsliebe ein natürliches Gefühl sein und wird mit seinem ganze» Wesen dem Vaterlande angehören. Eine natürliche Ergänzung des Geschichts- und Landschaftsbildes bildet das dritte Thema der Preisausschreibung, die Erzählungen. Nicht geringes Gewicht legen wir auf den Umstand, dass das, was der Jugend und dem Vaterlande nützt, auch der Lehrerwelt in hohem Grade willkommen sein muss. Auch in die Lehrerstube streckt das Glück seine Hand hinein, und auch dem Lehrer, der abgeschlossen von der Welt seinen strengen Pflichten genügen muss, bietet sich die Gelegenheit, sich einen Namen zu erwerben. Der Preis von tausend Gulden ist ansehnlich genug, um die erwartete schriftstellerische Anstrengung zu lohnen; dabei bleiben dem Preisgekrönten alle Autorrechte gewahrt, uud es wird ihm an Ancrbictungen von Seiten der Verleger gewiss nicht fehlen. Hat er Musterhaftes geschaffen, so wird ihm gewiss auch sonstige Förderung und Auszeichnung nicht entgehen, die er nach seiner Leistung verdient. Zum edelsten Wettkamvfe sind die Geister aufgerufen, möge das, was geschaffen wird, dem Lehrerstande zum Stolze, dem Valerlande zum Nutzen und der Jugend zur Freude gereichen. (Reichsrathsvorlagen.) Dem für dm 24. September einzuberufenden Neichsrathe sullen theils mlmiltelbar nach seinem Wii'der^nsainnielltretc», theils im weitereu Verlaufe der Session die folgendeu Gesetzentwürfe unterbreitet werden: Vom Minister des Inuern: das Gesetz über die Errichtung eines Reichs-G sund-heitsamtes; vom Iustizminisler: der Entwurf einer theilweiseu Reform der Ciuilprucess-Ordnung; von, Handelsminister: Gesetze, betreffend den Schutz des Kleingruudbesitzes, und das Hausier, rgeseh; vom Finanzminister: der Entwurf über die Reform der Einkommensteuer uud das neue Z ckersteuergesetz; vom Cultus« und Uuterrichtsminister: neben kleineren Gesch« vorlagen über Errichtung und Erweiterung von Lchr-cmstalten, Bau von UnterriclMgebäuden. ferner eine Vorlage, betreffend einige schwebende Fragen des P^ tronats katholischer Pfarren. (DieMinister i n I s ch l) Wie man aus Ischl telegraphiert, haben daselbst keine Minislercouferenzen stattgefunden. Die einzelnen Minister erstatteten dem Kaiser, der nun schon seit mehreren Wochen von Nie» abwesend ist. Vortrag über die laufenden Geschäfte ihrer Ressorts. Wichtigere Berathungen habe» nichl stattgefunden. Was die Ankunft des Grafen Kälnoky am kaiserlichen Hoflager betrifft, so ist derselben gleich« falls keine weiterreicheude politische Bedeutung bei» zulegen. (Die Landnehr - Officiers . Asfti -ranten schulen) in Wien. Wiemr-Neustadt. Wels. Graz. Brunn, Prag uud Innsbruck werden nach Maßgabe der erfolgenden Anmeldungen für das Schuljahr 1887/88 am I.Dezember 1887 wieder eröffnet, uud wird die Etablierung weiterer derlei Schulen in an» deren Landeshaupt- uud sonstigen gwßeren Städten, im Falle sich eine genügende Anzahl von Aspiranten meldet, auch für dieses Schuljahr i» Aussicht genommen. Der Zweck dieser Aiislaltcu besteht in der Heranbildung von Personen der k. k. Landwehr und von sonstigen der Wehrpflicht nicht unterliegenden Bewerbern zu Osficieren im nicht activen Verhältnisse. (Landtagswahlen in Böhmen.) Nach einer Meldung aus Prag soll daselbst gleich nach Aus-schreib.ing der Landtags Ergäuznugswahlen eine Versammlung sämmtlicher deutscher Vertrauensmänner Böhmens stattfinden, bei welcher der Entwurf des Wahlaufrufes festgestellt w iden und die Nominierung der von den Bezirks-Wahlcomilös vorgeschlagenen Candidate!, erfolgen wird. (Oesterreichisch . italienischer Handelsvertrag.) Wie mau der «Pol. Corr.» aus Rom melde«, erwartet man daselbst demnächst das Eintreffen dtt Antworten der Cabinete von Wien und Paris a»f d>e jüngsten mündlich erfolgten Commuuiceiliotie» der >t" lieuWen Regierung, betreffend die Eiöffmiü^ der Vel< Handlungen behufs Abschlusses dcr »cue» Handelst träge, welche voraussichtlich in Rom werden begonnen werden. (Znr bulgarischen Frage.) Die meiste» deutschen Blätter fassen die neues!e Wendung ill del bulgarischen Frage ebenso wie die österreichische!» Ioul» uale ans. Man zweifelt nicht an dein guteu Willen dcl Prinzen Ferdinand, den Thron z,i besteige», wie auch nicht an dem gierigen Eifer der Vulgären, endlich ei»' mal zu einem Fürsten zu gelangen, sicht aber iü der Thronbesteigung des Coburgrrs noch leine!, Abschl"!^ der bulgarisch.« Krisis. Die Idee des russischen M< genten iu derPersu» des Fürsten Imeritinsty oder^'r's-M. likous wird vou der deutscheu Presse mit aller Olll' schiedenheit bekämpft. i ( Bo u langcr - Reclame,) Gegeuiuärtig schwebt > in Fraukreiel, eiue interessante Diiellaffa're. w,lche »<> m.-iM'Lm nlm'imn Boulangers dienen soll. Binnen! eines Monates hat er in Paris eiueu »„geheuere« ! Sp ctatel angestellt, der Regierung die Freude anl Nationalfeste vergällt, wie eiu Souveräü Uhren nnt -Widmung verschenkt, einen Anfall von Neclameqichl s gchalit uud schießlich die Welt mit der Nachricht seilttl repiblikauischen Tugend überrascht, welche zweimal d>e Staatistreichanlräge zurückgewiesen, die ihm einmal d> Monarchisten, eiu zweittsmal sogar 94 Generale del Armee gemacht. Nuu aber tritt General AoulMel selbst wi'der auf den Plau. Jules Ferry hat i» ew'l jüngst iu Epinal gehaltenen Rede Aoulangerö SlacF streichnachrichten ironisiert und ihn, in Erinnerung a» den Gehilfen Napoleons III. am 2. Dezember, de" «St. Arnaud der Smgsftielhallen» genannt. Er h^ hiedurch unuorsichtigerweise dem Gem nil Gelege»^ geboten, von sich reden zu macheu. Der General li"! seine Zengeu zu Ferry geschickt. U'brigeus hat Bmila»' ger im vorigen Jahre mit Erfolg zu demselben Reela'w'' mittel gegriffen. Am 17. Juli wechselte er :nit del" Senator Baron Lareinty Kugeln, welche kein»m del beiden Kämpen etwas thaten, dem General aber entP' ! siastische Ehrenbezeigungen einbrachte». Damals ^ uügte Lareinly. heute, wo die Gloire Boulauaell etwas verblasst ist. soll Ferry, der vernüuftigste' d" französischen Republikaner, daran. Eine Beruhn,"^ l'bt aber im Herzen der bewmidernoeu Zeitgenosse"' wenn auch Ferry ,md Boulcmger sich schießet, geschehe» wird kemem etwas. (Im englischen Oberha il s e) erklärte Sal>^ bury, der Köuig von Abessymen sei ein guter Fre»»" Englands. Euglaud würde mit großem Kuinmer del> blutigen Krieg zwischen Ab.ssyuien uud dem EuglM seit langen, befreundeten Italien sehen. England km»" nur die Vermittlung anbieten, wenn die Annäht sicher; England werde ernstlich zugunsten des Frieds wirken. (Serbien.) Nach einer Belgrader Meld^ gehsi, die Wahlen der Gemeindevorsteher in den L<^' gemeinden überall im Lande in der größten OrdB'^ vor sich. und wurden bis jcht zu solchen meistens ^ glieder der liberalen Partei gewählt. völliger Willenlosigkeit unter der Herrschaft eines anderen Willens längst bekannt. Was uns jedoch hier beschäftigt, sind die filr die allgemeine Psychologie viel wichtigeren Fälle einer uu< beabsichtigten Suggestion, einer in keiner Weise plan-mäßigen, unberechenbaren Willcnsübertragung. Wir sind von Erscheinungen dieser Art unaufhörlich umgeben, ohne dass dieselben immer das Interesse und die Beachtung finden, welche sie verdienen. Da3 menschliche Gehirn hat keine angeborenen Vorstellungen. Tin Kind, welches infolge mangelhafter Siuueöwerkzeuge mangelhafte Eindrücke empfängt, bleibt schwachsinnig. Ein sich normal entwickelndes Gehirn nimmt nach und nach eine durch Bildung und Er-ziehnug planmäßig geordnete Summe von Vorstellun-geu auf. welche seinen Mulelularbewegungen eine gewisse Stetigkeit und Regelmäßigkeit geben. Aber der Grad der so erzielten, von neuen, momentanen Ein» drücken nnabhäugigen Selbständigkeit ist ein sehr vcr-sckiedencr. Diejenigen Menschen, welche einen unabhängigen Willen nnd ein ganz ausgesprochenes selbst-stäüdigeö Denkvermögen besitzcn, gehören zu den Ausnahmen; bei den meisten kau» ein starler Eindruck, eiu Beispiel, ein Vorbild Vorstellungen nud Willens-impulse hervorrufen, welche sie aus ihrer eigenen Subjektivität niemals geschöpft hätten. Ihr Gehirn be> sitzt keine eigenartigen Molekularbewegungen, es nimmt daher die Gedanken anderer statt der eigenen in sich auf nud Hand lt nach fremden WillenZimpuljen, da es leiue eigenen besitzt. W>e eiu einziger stalker Wille auf Tausende nnd Tauseude übertragen werden kann. davon wollen wir ein prägnantes Beispiel anführen. Im 12. Jahrhundert lam eiu armer Bettelmönch, Peter von Amiens, aus Palästina nach Europa und beganu zuerst iu seiner Heimat, dann iu anderen christlichen Lauben die Be. freiung des heiligen Grabes aus den Händen dcr Mu-hamedaner zu predigen. Die Beredsamkeit des Mönches entflammte die ganze europäische Ritterschaft. Niemand hatte vorher an das heilige Grab gedacht — nun hatte alle Welt keinen anderen Gedanken, keinen anderen Willen, als nach Palästina zu ziehen. Alle Seelen waren von der gleichen Begier ersasst, von einer krankhaften Sehnsucht erfüllt. Der erste Kreuzzug nahm ein klägliches Eude, die wenigsten Theilnehmer gelaugten bis in das gelobte Land. diejenigen, welche so weit kamen, giengen in den Wüsten KleinasieuK eleud zugrunde. Aber das schreckte die anderen Begeisterten nicht ab, welche noch daheim waren. Die Geschichte zählt 6 Kreuzziige, welche beinahe 100 Jahre dauerten uud Tausende von Menschenleben kosteten. Ein jeder kräftige freie Mann musste das Kreuz nehmen; sie wollten es alle a,is innerster Ueberzeugung, und doch war dieser starke Wille ein suggerierter, ein übertragener. Die Kreuzziige nahmen ein jämmerliches Eude, das heilige Grab blieb in den Händen der Türken und gerieth nachträglich wieder iu Vergessenheit; der mächtige Willens-impuls. welcher alle diese Heereszüge in Bewegung gesetzt hatte, war erloschen. Die Geschichte ist überreich an ähnlichen Bei-spielen, wenn auch nicht überall der Urheber einer allgemeinen Bewegong so deutlich hervortritt, wie bei den Kreuzzügcl'.. Weitere Beispiele bilden die Märtyrer-Epoche aus der ersten Zeit des Chnstenlhums. die französische Revolution, auch die Belagerung von Pari« im Jahre 1871; mau staunte, dass die weichlichen Pariser die Entbehrungen der Belagerung aushielten. Fur deu richtigen Veurtheiler gibt es dabei nichts znm Staunen, denn die Geschichte bat zahllose äh"l'^ Beispiele. Die weichlichen Pariser kouuteu nicht at'd"l handeln, weil aus dem Schoße dcr Nation ein »'^ t'ger Willcnsimpuls entstanden war, der den Ei"/ willen aufhob. Wir führen hier auck eiu Beispiel anderer ^ an: die Werlher-Periode. Das Etschlinen des Ooe<^ scheu Roman« beeinflusste die jugendlichen GeMÜ^ iu einer Weise, dass es in Wirklichkeit zu Selbstmords ü lil Werther kam. Die gewaltige Empfind,mg der DiO' tuug riss die leicht empfängliche Jugend fort, gab >h^ Seelenleben das entscheidende Gepräge. Wir habeu schon eingangs erwähnt, dass b> Tagesgeschichte uns unaufhörlich Beispiele suggeriert Haudlungeu bietet. Die Nachahmung »st eiue mehr ods minder imbewusöte; das beeinflusste Gehirn nimmt d" ^ ihm suggerierte Molekularbeweguug auf und hält del dadurch entstehenden Impuls für eigenen Willeu. ^' gau/ selbständig functiouiercude Gehirne, welche lh eigenen Mulekularbewegimgen besitzen, bleibe» frei ^, der Suggestion, sie denke» ihre eigene» Gedanke», ' sind die Thäter ihrer Thäte». Das Gehirn des mi"^' entwickelten, schwach begabten Menschen bleibt l' Spielball der Suggestion, er wird niemals zu en'l eigenen Gedanke», einem eigenen Urtheil gelaugcn; >^,, »»selbständiges Denkvermögen folgt deu verschiede" Einflüsse», die unaufhörlich auf ih» cmd'inqcn. ^ schöpft seine Urtheile aus der Zeitung, seine 2el'" Meinungen aus dem Gespräch auf der Nierbauk. < ,^ mals wird cr sich zu einer That aufraffen, weii" "'!, eiu stärkerer Wille als der seiuc ihn zu seinem 2v^ i zeug macht. Ein solcher armer, kleiner Spießbürger la vielleicht als Soldat ga»z tapfer sein, wen» er ,« einem großen Gemeinimplilse mitgerissen wird. ^ wacher Zeitung Nr. 173._________________________________1437 2. August 1687. Tagesnemgleiten. Se. Majestät der Kaiser haben dem katholischen ^yrlmasasyl ni Fünfhaus im politischen Bezirke Sechs-liaus in Niederösterreich zum Ankaufe eines eigenen Milhn.ises eine Uuterstühnng von .^00 fl. ans der Allerhöchsten Plinatcasse allergnädiqst zu bewilligen — (Oesterreichisches Geschenk für den 15aPst.) Wie dem «Magyar Allam» aus Wien gemeldet wird, soll auch die österreichische Hauptstadt bei der Feier des Papst-Jubiläums vornehm vertreten sein. Unter den melen Geschenken, die von Wien abgehen, befindet sich auch cm mil Edelsteinen geziertes Kreuz, das 100000 st. kostet; hiezu spendete Se. Majestät der Kaiser 20 000 fl., den Rest hat die Wiener Aristokratie aufgebracht. Seine Majestät machte einige Ausstellungen an dem Modell, das nun auch umgeändert wurde. ^ (Militärisches.) Erzherzog Otto wurde zum Dragonerregiment Alexander Prinz zn Hessen in ^runn übersetzt, der Olmützer Fesiungscmnmandant, Feld-'narMllleutenant Fröhlich, unter Verleihung des Fcld-^ "UNMercharaktcrs, Feldmarschallieutenant Krenosz unier Verleihung des Ritterkreuzes des Leopoldordens ^ 7' (Vorsicht bei Gewittern.) Alljährlich "M der Blitz eine große Zahl Menschenleben dahin, und meist tragen die Verunglückten Schuld an dem Un-. glucke, allerdings ans Unkenntnis. Es dürfte demnach von aUgememem Interesse sein, auf die Regeln aufmerksam zu machen, welche zu beobachten sind, nm Unglücksfälle zu verHuten. Zunächst ist es räthlich, im Freien einzeln-MMde Bäume, Getreidehaufen fowie die Nähe der Ge-"aNer und Thiere zu vermeiden. Eine weitere Regel ist, oa,s man in den Straßen einer Stadt lieber in der ^iitte als an den Seiten der Häuser gehe und besonders d'e Nahe solcher Stellen vermeide, wo das Wasser in tarlen Güssen von den Dächern niederstürzt. In Gc-^ "M mau ferner gut, sich zu hüten, mit seinem .f?ss ^ "' """ unterbrochenen Leitung aus- M rn w?^ ^ ^^^" lind beispielsweise unter Kron- an metallenen Ketten hängen, nnter Draht- N^. «"^ ""er dem Schornstein, weil der st die Mitte ! ^u" ^" "" N«b ist. Der 'beste Platz «I,ä sr ^^ Zlmmers. Die Nähe des Ofens Svie ges Aamers, eiserner Fensterstangen ist zu vermeld/ ^ m"n^t""^ '7 ^""s "Flossen ü ha ' md"? ^Beklommenheit nnd Sch.vüle nur röw ck . N' es Erstickens in dem Falle, dass wi ! ?rd l5s F '3 '"^^"""" dingen sollte, vermehrt w t^?./^^.^'"' ""Wnd eines starken Ge-tt nd. ^ 3"" "" ^^" auszulöschen, weil der anf-ste.gende Ranch ein guter Eleltricitätsleiter ist. Schließlich st darauf noch aufmerksam zn machen, dass man gui wm??^^ '!"^ ""^" Zwitters nicht ohne Noth "'ewlllsche Gegenstände bei sich zu tragen. MM^ (Schicksal eines fürstlichen Sprossen.) ^N Ernst Rohan, vormals Einjahrig-Freiwilliger im —' .^ '"""^egimenl, hat sich ^ wie «Alfüld. berichtet .—»n Ärad dermaßen dem Trunke ergeben, dass er in voliiium tiom«n8 verfiel und nach der Hauptstadt in eine Heilanstalt gebracht werden musste. — (Ueber den Millionenprocess der Südbahn) liegt noch folgende Meldnng vor: In nnter-richtetcn Krcifen verlautet, der Gencraldircctor Schüler von der Südbahn werde fich gleich nach der Rückkehr von seinem Urlaube nach Paris begeben, um die Entschließungen des franzöfifchcn Comite's, betreffend die Austragung des Kanffchillings - Processes, entgegenzunehmen. In den bisherigen Verhandlungen mit der Regierung kamen, nachdem beide Theile zum Ausgleich sich geneigt erklärt hatten, verschiedenartige Vorschläge zur Sprache. Die größten Chancen hat der Vorschlag, welcher dahin lantct, dass die Südbahn den gesammten Kauffchillingsrest von 38 000 000 st. auf einmal gegen einen entsprechenden Nachlass bezahlt. Um aber mit Rücksicht auf die hiednrch entstehende Belastung die regelmäßige Verzinsung der Prioritäten zu ermöglichen, wird der Gcncraldireclor Schüler neue Vorschläge, betreffend die Prioritaten-Con-vcrtierung, dem Parifer Comite unterbreiten. — (Von Bienen getödtet.) Einen seltenen Tod fanden anf einem Gnte bei Grcifswald zwei dort nistende Störche; man fand sie nämlich eines Morgens leblos auf, nnd zwar infolge von Bienenstichen. Die jungen Thiere hatten durch ihr Schnappen die Bienen gereizt, fo dass diese in Scharen über sie herfielen und ihrer anch bald Herr wurden. Andere auf einem zweiten Schennendache nistende junge Störche konnten nur mit Mühe vor deu wüthenden Insecten geschützt werden. Die Erregung unter den letzteren war so groß, dass sie noch tagsdarauf die in ihre Nähe kommenden Menschen und Thiere belästigten; erst am zweiten Tage trat in den Körben wieder die altgewohnte Ruhe ein. — (Ein schwerer Schädel.) Im Dorfe An-tonovka bei Brjansk wurde, wie der «Orlovskij Vjcstnik» zu berichten weiß, ein kolossaler menschlicher Schädel aus den, Wasser gezogen, welchen acht Personen kaum im-stände waren, zu tragen. Die Distanz zwischen den Augenhöhlen war ^ Arschin groß. Der Ortsgeistliche segnete den Schädel ein, nnd fand sohin dessen feierliches Begräbnis statt. — Hem, hem! — (Das Unglück in Zug.) Neuerdings hat fich die noch stehen gebliebene Quaimauer des Zuger Sees um fünf Centimeter gefenkt. Man glaubt, dass eine weitere Katastrophe nnvermeidlich sei. In dem bedrohten Theile der Vorstadt haben sich bedenkliche Symptome gezeigt, nnd gedenkt man an die Abtragung der unterstell Gebäude der Vorstadt. — (Immer derselbe.) Professor (zu einem I'mgen Manne, der die Bewerbung um seine Tochter ungenan nnd stotternd hervorbringt): Innger Mann. ich WM Fyncn etwas sagen; wegen schlechter Vorbereitung nnd nngenngcnden Auswendiglernens schreiben Sie das Gesagte fünfzigmal ab und kommen dann morgen wieder! Local- und Prouinzial-Nachrichten. — (Aus dem Landesschulrathe.) Ueber die jüngste Sihnng des k. k. Landesschulrathes für Krain erhalten wir den nachstehenden Bericht: Nach Eröffnung der Sitzung durch den Herrn Vorsitzenden trug der Schriftführer die feit der letzten Sitzung erledigten currcntcn Gcfchäftsstücke vor. Dies wurde zur Kenntnis genommen nnd sodann znr Tagesordnnna aeschrittcn. Im Einver- nehmen nlit dem lrainischen Laudesausschusse wurde die Errichtung einer Parallelclasse für Mädchen aus der Umgebung von Stein an der dortigen Mädchenvoltsschule vom nächsten Schuljahre ab mit der Bestimmung der dritten Gehaltsclasse für die betreffende Lehrerin, sowie die Activiernng einer cinclafsigen Volksschule in Kolovrat vom obigen Zeitpunkte, und zwar ebenfalls mit Bestim« mung der dritten Gehaltsclasse für die betreffende Lehrstelle, beschlossen. Die Nothwendigkeit der Erweiterung der städtischen Mädchenvolksschule in Laibach zur zweiclassigen vom nächsten Schuljahre ab wurde ausgesprochen und diese Erweiterung mit dem Vorbehalte der landtäglichen Genehmigung des bezüglichen Gehaltserfordernisses beschlossen. Es wurde ferner beschlossen, die Ausweise der Bezirksschulräthe über den Stand des landwirtschaftlichen Unterrichtes, sowie den Bericht des Wanderlehrers Pirc über den Stand der Schulgärten dem hohen l. k. Ministerium für Cultus und Unterricht vorzulegen, und wnrde dem krainifchen Landcsausschusse der Dank des Landesschulrathes für die Veranlassnng der Abhaltung des landwirtschaftlichen Fortbildungscurses votiert. Be-züglich der vom Wanderlehrer Pirc zur Hebung des Institutes der Schulgärten gestellten Anträge wurden die entsprechenden Verfügungen getroffen. Dem beurlaubt ge-wefeneu Lehrer Max Ivanetic wurde die erledigte Lehrstelle iu Suchen zugewiesen. Verseht wurden der Oberlehrer Kimovc an die zweiclassige Volksschule in Watsch, der Lehrer Lorenz Letnar in Aich als Oberlehrer an die Volksschule in Moräutsch, der Lehrer Pirn at in Precna an die Volksschule in Prelola und der Lehrer Leopold Peg an in Preloka nach Precna. Der bisherige provisorische Lehrer in Zarz, Franz Gärtner, wurde zum definitiven Lehrer dortselbst ernannt und der provisorische Oberlehrer in Watsch Franz Peruzzi über sein Ansuchen in den bleibenden Ruhestand versetzt. Zur Aufnahme in den heurigen landwirtschaftlichen Fortbil-duugscurs in Stauden wnrden dem Landesausschusse 12 Candidaten vorgeschlagen. Die Vorlegung des Con-ferenzprotokolles der hiesigen Staats-Oberrealschule, betreffend die Ausschließung eines Schülers dieser Anstalt, an das hohe t. l. Ministerium für Cultus und Unterricht wurde beschlossen. Schließlich wurden Necurse in Schulversäumnis-Angelegenheiten, dann Remunerations- und Gelbaushilfsgesuche erledigt. — (K rainische Escomptegesellschaft in Liquidatio n.) Wie aus der diesbezüglichen Kundmachung der lrainischen Escomptegesellschaft in Liquidation ersichtlich gewesen, gelangte vom 26. Juli ab die letzte Rate der Forderungen der Gläubiger zur Rückzahlung, so dass nun nurmehr die noch zu berechnenden Zinsen einer spateren Begleichung vorbehalten bleiben. Mit der Auszahlung dieser Rate darf daher die Liquidation der Ge» scllschaft den Gläubigern gegenüber in der Hauptsache als beendet angesehen werden, und man wird nicht umhin können, es zu constatieren, dass sich dieselbe infolge einer Reihe günstiger Momente in relativ rascher und befriedigen» der Weife vollzogen hat. Sämmtliche Gläubiger find mit ihren Ansprüchen vollständig gedeckt wordln, und auch die Aclionäre dürften noch einen ansehnlichen Theil des investierten Capitals zurückgezahlt erhalten. — (Personal nachricht.) Landesgerichtsrath Samuel Edler v. Wurzbach in Wien ist diesertage nach mehr als vierzigjähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten. Der scheidende Richter, der am 10. Juni 1814 "r anch imstande, seine Geliebte umzubringen oder ^ '"." 'hr zu todten, nnter der Voranssetznna. dass ""n em anderer das vorgemacht hat. . Es ist dies eine Elscheinnng, welche von den« ""gen. welchen die Sorge für Volksbildung und Volks« ^rzirtMlg Miegt, nicht genügend gewürdigt wird. Man veoenlt zn wenig, welcher wichtige Factor die Phan-"'". das Vorstelliingsoermögen ist; gute Lehren blei-«n darum bei klein und groß fo unwirkfam. weil sie ' lM anf das VurstellmuMermögen einwirken. Schaucr-Mlchten haben deshalb einen so verhängnisvollen ^"fluss. weil sie die Phantasie vergiften. Es ist ans m.7^.^'^!^" ^" Beispiel bekannt, dass edle Uld schone Wlllensacte durch Suggestion übertragen wurden. ' ! F. von Kapff-Essenther. ' (Nachdrütl vrsbolc») Zas Zäilö nn Kpieget. Roman vo>l Nictorien Duval. (26. Fortsetzung.) Aber keine Erwähnung von einem jungen Gentleman, den man erdolcht aufgefunden habe, enthielten d'e Neuigkeiten. ' '" ' ' . i Dieser Umstand aber schwächte um nichts das Erlangen Harry's, zn erfahren, ob Dexter Aruce, den l°h"f leden Zweifel für den nächtlichen Angreifer nl,. '^^v/r"krwnndet sei oder nicht. Aber wie Mlt2 er das erfahren? Bn'.^."^ " "l"5 Newport kam. pflegte Dexter Gr^ ./ fl^. America.... zu wohnen. Auch Richter GulM pflegte m demselben Hanfe abzusteigen! W,e nun sollte Harry, ohne Aufmerksamkeit zn erregen, es bewerkstelligen, zu erfahren, was zu wissen ihm so sehr nahe gieng? Noch mit sich hierüber zu Rathe gehend, kam ihm der jähe Gedanke. Kappet aufzusuchen und ihn auszu» forschen zu trachten. Gleich nach dem Frühstück verließ Mr. Fisk das Hotel. «Die Familie St. John erwartet dich zum Diner sowie für hentc Abend!» sagte er noch im Furtgehen. «Sehr wohl. Es wird mir ein Vergnügen sein, hinzugehen.» versetzte Harry, um nur wenige Minuten, nachdem sein Onkel gegangen, dessen Beispiel zu folgen nnd gleichfalls das Hans'zn verlassen. Harry wusste ans Abraham Kappels eigenen Mittheilungen, dass er sich. um denselben zu finden, nach der neben dem Livingston'sch«.'» Wohnqebände befindlichen Villa begeben mnsöte. Es war noch früh, und er hoffte, einen Gärtner oder sonst einen Bedien» steten zu treffen, der Kappel zu ihm an das Thor rufen konnte, wo er mit ihm zu sprechen imstande sein würde. Er war eben im Veqriff. sich dem betreffenden Hanse zn nähern, als er auf einmal zwei Herren die Straße langsam heraufkommen sah. Sie zogen verbindlich die Hüte. als sie an ihm vorbeischntten. nnd der eine warf Harry, ohne etwas zu sagen, einen triumphierenden Alick zu. Der größere nnd ältere war Richter Greyne. er verleugnete trotz seines fmien, tadellosen Anzngs etwas Nohrs in seinem Wesen nie; im übrigen war er ein stattlicher Mann von ausgesprochen militärischer Hal« tung. Der andere, der so hühnisch gelächelt, war kein anderer als Dexter Bruce. Unwillkürlich hafteten Harry's Angen an dem Hälfe des letzteren. Denselben umgab m, blendend weißer Kragen; von einer Wunde war leine Spur daran wahrzunehmen; dieselbe musste denn durch Hals» binde oder Kragen verdeckt sein. Auch schien der junge Mann sich vollständig wohl zu befinden. Er war weder bleich, wie ein Blutverlust es zur Folge zu haben Pflegt, noch trug sein Gesicht die Nöthe des Fiebers. Er bewegte den Kopf völlig frei und ungeniert und war allem Anschein nach in der besten Gemüthsverfassung. Harry stand all seiner Fassung beraubt. Wen der Stoß der Sonde in der letzten Nacht getroffen, der hatte eine gehörige Wunde davongetragen — eine Wunde, die ihn gezwungen, sein Opfer loszulassen, und die ihn gehindert, dessen Verfolgung aufzunehmen. Dexter Bruce jedoch war zweifellos völlig unverletzt, ein Umstand, welcher Harry vor ein neues Räthsel stellte und ihn sich zwingen lassen musste, gleichgiltig zu erscheinen und die gewaltige Erregnng seines Innern zu verbergen. Er wartete, bis beide vorübergeschritten und ins Livingston'sche Haus verschwunden waren, als er auf das Thor der Villa zufchritt, hinter welchem eben der Gärtner Rosen schnitt. «Ist Kappel zu Hause?» fragte Harry. Der Mann sah auf, und ein Lächeln glitt über sein Gesicht. «Meinen Sie Chapelier. Hrrr Doctor?» Mochten die übrigen Diener des Hauses sämmtlich Franzosen sein, die Sprache des Gärtners verrieth diesen jedenfalls als einen Amerikaner. Harry hatte nicht gemusst, dass der Mann ihn kannte, bis derselbe ihn jetzt beim Namen nannte. Er bestätigte, dass d,r Genannte allerdings der vun ihm Gesuchte sei. worauf der Gärtner versetzte: Lllibachcr Zeitung Nr. M 1438 ?. Aussust l«87. als der Sohn eines Huf- und Gerichlsadvocaten in Laibach geboren wurde, ist cm Bruder des Herausgebers des Biographischen Lexikons, Herrn Constantin Wurzbach von Tannenbcrg, — < Krains Unterwelt.) Die interessanten und erfreulichen Resultate, welche die Durchforschungen der Kesselthäler des Laibachfluss- und Gurkgebietes auf« zuweisen haben und durch welche die Entwässerung und Urbarmachung von ausgedehnten Thälern anf eine reelle Basis gebracht worden sind, veranlassen die beruhn,ten Naturforscher Hofrath von Hancr, Intendant des k, l. natnrhiswrischen Hofmuseutns, Hofrath von Lippert, Chef iin l. k. Ackerbüuministerium, und den verdienstvollen Anreger der Karstdurchforschung, Herrn Franz Kraus, zu einem gemeinsamen Ausfluge nach Krain, um hier die neuentdeckten unterirdischen Räume zu besichtigen. Die genannten Herren treffen am 7. August in Laibach ein. Wir geben uns der Hoffnung hin, dass die Besichtigung der unterirdischen Wunder Krains seitens so fachkundiger und einflussreicher Persönlichleiten für unser Land sich nutzbringend erweisen wird. — (Der böhmischeFestzug nachLaibach.) Wie uns aus Prag mitgetheilt wird, sind Samstag die Listen aller Festtheilnehmer — ein halbes Tausend — dem hiesigen Empfangscomite' betreffs Einquartierung zugesendet worden. Am Ausfluge nimmt auch das best-bctanntc Scmgerqnartett «Kytara» theil. An Stelle des Herrn Dr. Strataty, der auf die Vorstandsstelle Amtsgeschäfte halber verzichten musste, wurde als solcher Herr Dr. Schmaus, Obmann der Prager Bürger-Ressource, gewühlt. Ferner bringen die beiden illustrierten Blätter «Svötozor» und «Zlatä Praha» auf den Ausflug nach Krain und Laibach bezugnehmende Illustrationen und Rciseskizzen, und zwar bringt der «Svötozor» eine hübsche Zeichnung Mularuvsky's «Schloss Veldes und der Veldcser See», die «Zlalä Praha» eine reizende Gruppe: Slovenische Mädchen in nationalem Brautlostüme, die Ansicht von Laibach, eine allegorische Statue auf dem Palaste des österreichischen Lloyd in Trieft und schließlich eine Reiseskizze «V l>i!6 I^dlani» aus der Feder Tou-z i m s k y' s. — (Der Deutsche Schul verein) hat für die Privatschule in Zwischenwässern eine Subvention bewilligt. — (Militärisches.) Zu den Uebungen der 56. Brigade in Laibach, welche vom 12. bis 25. August dauern werden, sollen in Laibach eintreffen: vier Bataillone des Infanterieregiments Nr. 97 König Milan I. von Serbien aus Pola, die 6. Escadron des Uhlanen« Regiments Nr. 12 Franz II, König beider Sicilien, aus Mü^nflnt, dann die schwere Batterie.Division Nr. 8« und die leichte Batteric'Division des Corps-Artillerie-regimcnts Nr. 13. Am 26. August rücken die Truppen zur großen Concentrierung (im Gesammten 10 000 Mann) »ach Adelsberg. Am 8. September treten die k. k. Truppen ihren Rückmarsch in die betreffenden Garnisonen an, worauf die Beurlaubung der Reservemänner sowie jener mit dreijähriger Präsenzdienstzeit stattfinden wird. — (Zur Landtagswahl in Innerkrain.) Bei der vorgestern stattgehabten Wählerversammlung in Oberlaibach wurde einstimmig Herr Alois Kraigher als Eandidat nominiert. — (Appell an mildthätige Herzen.) Wiederum sehen wir uns veranlasst, an die bekannte Mildthätigkeit unserer Mitbürger zu appellieren. Der in «Dann bedauere ich. Ihnen Umstände machen zu müssen. Herr Doctor, aber wenn Sie ihn heute Morden noch sprechen wollen, so müssen Sie ihn schon in deiner Stube aufsuchen, direct über dem Wagcnschuppen. Hö ist ihm in der lchtcn Nacht ein Unfall begegnet — ich weiß nicht genau was. aber der Doctor, welcher vorhin bei ihm war. hat gesagt, er müsse einige Tage das Bett hüten.» «Es ist ihm ein Unfall begegnet!» stammelte Harry. Er vermochte nichts, als die Worte nachzusprechen, welche ihn zu sehr überraschend trafen. «O. es ist nicht gefährlich.» M'rsryte der Gärtner. «Er ist in dcr Dunkelheit a„f den Frlsen gestolpert und hat sich das Knie verletzt; er hätte wahrlich ebenso leicht den Hals brechen können. Wollen Sie mir folgen, Sir? Ich will Ihnen den Weq zeigen.» Harry nicktc nur stumm, temes Wortes mächtig. Nack wenigen Mumien schon befand er sich vor dcr Thür d^'s Zimmers, welches der Gärtner ihm als daijenige Kappcls bezeichnete. Er stand secnndenlang athemlos, ehe er voller hochgespannter Erwartung anklopfte. Eine Stimmr. die merkwürdig erstickt klang, welche Harry aber nichtsdestoweniger als die des Mannes erkannt».', den aufzusuchen er gekommen war, antwortete darauf. Mit einem Ruck stieß er die Thür zurück und trat rasch ein. Das volle Morgenlicht strömte durch ein Fenster in das Zimmer hinein. Es fiel mit voller Helle anf das Gesicht auf dem Kissen des Lagers. Assort<»yll,,q svl^l.) Laibach seit vielen Jahren wohlbekannte Zitherlehrer Herr Michael Forcgg liegt seit einigen Monaten vollkommen gelähmt darnieder und ist mitsammt seiner ebenfalls bejahrten Frau dem größten Elende preisgegeben. Viel« leicht findet sich wenigstens unter den gewesenen Schülern dcr eine oder der andere, der aus Dankbartcit elwas beitragen wollte zur Linderung der Noth seines unglücklichen Lehrers, Herr Foregg wohnt am Deutschen Platze Nr. 7, III. Stock. — (Aus Gnrkfeld) berichtet man uns: Zum kriegsmäßigen Schießen der schweren Division des 6. Fcld-artillerie-Negiments aus Graz sind folgende hohe Pcrfön-lichkeiten hier eingetroffen: Ihre Excellenzen die Feld-marschall-Lieutenants von Wagner und Va lent sits sowie mehrere höhere Stabsoffiziere von verschiedenen Truppenkörpern. — (Heimische Kunst) Unser Landsmann Herr Josef Petkovsek, dcr längere Zeit in Mimchl'N und Paris seinen Studieu obgelegen, hat soeben ein großes Gemälde «Abschied der Braut von der Mutter» vollendet und dasselbe in der Möbelhandlung des Herrn Mathian an der Wienerstraße ausgestellt. Die Personen sind in Lebensgröße dargestellt. Indem wir uns eine eingehendere Besprechung vorbehalten, machen wir heute alle Kunstfreunde auf diefes, von heute ab zur Ausstellung gelangte Gemälde aufmerksam. — (Nächtliche Unruhe n.) Von mehreren Bewohnern der Petersstraße kommt uns die Beschwerde zu, dass sich der Mangel einer entsprechenden polizeilichen Beaufsichtigung jener Straße sehr fühlbar macht. In jeder Samstag-, Sonntag- und Montag-Nacht werden dic ruhigen Bürger durch wüstes GeschO angeheiterter Nachtschwärmer auf die unangenehmste Weise aus dem Schlafe geweckt. Im Interesse der Ruhe und Ordnung in der bezeichneten Straße machcn wir den löblichen Magistrat auf dieseu Uebelstand aufmerksam. Aehnliche Klagen kommen uns übrigens auch aus den« St. Ialobs-Vicrtel zu. — (Gemeindewahl.) Bei der diesertage stattgefundenen Neuwahl des Gemeindevorstandes der Gemeinde St. Oswald wurden zum Gemeindevorsteher Thomas Novak, Grundbesitzer in Glogowitz; zu Gemeinderäthen Franz Cerar, Grundbesitzer in Glogowitz- Paul Cencelj, Grundbesitzer in Podmilj; Franz KonZet, Grundbesitzer in Trojana, und Valentin Kolenc, Grundbesitzer in Cemsenik, gewählt. — (Tramway in Agram.) Dem französischen Industriellen Herr» de Gautier wurde die Concession zum Baue einer Tramway seitens der Municipalität in Agram ertheilt. Diese Pferdebahn ist nicht nur für den Personenverkehr bestimmt, sondern soll namentlich auch den Transport von Gütern und Waren cultivieren, und sind betreffs Zusicherung von bestimmten Frachtquantitäten seitens des Concessionärs mit mehreren Eigenthümern der bei der Stadt Agram befindlichen bedeutenden industriellen Etablissements bereits bindende Verträge geschlossen worden. Mit dem Baue dcr projectierten Pferdebahn dürfte binnen kurzem begonnen werden. — (Hebamme »schule in Laibach.) Den am 29. Juli unter dem Vorsitze des t. k. Regierungsrathes Dr. Keesbacher stattgefundencn strengen Prüfungen an der k. k. Hebammenschule in Laibach, mit welchen der deutsche Lehrcurs seinen Abschluss gefunden, unterzogen sich fünf Candidatinnen (vier aus Krain, eine aus Steiermark), und erhielten drei «sehr gut» und je eine «gut» und «genügend». Am 1. Oktober beginnt der Winterlehrcurs mit slovenischer Unterrichtssprache. — (Eingetragene Firmen.) In das dies-gerichtliche Handelsregister für Einzelfirmen sind die Firmen Josef Kr einer zum Netriebe einer Kramerei mit gemischten Waren und Franz Loy zum Betriebe einer Krämerei mit gemischten Waren, beide in Gottschee, eingetragen worden. Bei der Laibachcr Acticngesellschaft für Gasbeleuchtung wurde an Stelle des verstorbenen Verwaltungsrathes Vincenz Seunig Herr Albert Sa-massa als neugewähltes Mitglied des Verwaltungs-rathes eingetragen. — (Luchse in Steiermark.) Seit einiger Zeit hält sich auf dem Gebirge im Bezirke Oberburg nnd Windischgraz eine Luchsfamilie auf, die bereits enormen Schaden anrichtete. In Sulzbach allein wurden bereits gegen 60 Schafe getödtct. Vor einigen Tagen wurden in Weihwasser, Bezirk Windischgiaz, an einem Tage neun Schafe getüdtet. Die Bevölkerung dieser Gegend ist daher sehr beunruhigt. Die Bezirkshauptmannschaft Windischgraz hat nun für den 3. August eine große Treibjagd angeordnet. Man hofft, auf diesem Wege dieses gefährliche Raubthier loszuwerden. — (Selbstmord.) Freitag hat sich in Marburg in den ersten Morgenstunden ein in der Heugasse beim Holzmagazin als Wachposten aufgestellter Infanterist aus bisher unbekannter Ursache erschossen. Neueste Post. Oriqinal-Telcgramme dcr «LaibacherZtg.» Vcrlm, 1. August. Dcr Staatsan^iger verkündet die Verleihung des Kreuzes der Grußcumthnre oum Hoheilzoller'schen Hausorden an den Kronprinzen Ru- dolf. — Die «Post» meldet aus Warschau, dass imnmehl der Befehl ergangen sei, den Ukas vom ^6. März betreffs Entfernung aller ausländischen Directoml, Ad' nnnistratoren und Geschästsleiter von industriellen Etablissements ans ihren Stellungen binnen zehn Tagen durchzuführen. Rom, I. August. Der Grmeinderath widmete hunderttausend Francs für ein Denkmal Dcpretis' in Rom. Sttlldclla, 1. August. Der Comnmnalrath be« schloss, dass die Stadtfahne ein halbes Jahr in Travel gehüllt werde; fämmtliche Mitglieder des Communal-rathes werden dem Leichcnbeqänqnisse beiwohnen. A Ehren DepretiZ' wird ein Monument errichtet, »md wurde eine Subscription mit 1l)l)0() Francs eröffnet. Nach Verlauf des Monates findet eine Gedächtnisfeier statt, nnd wird am Hanse Depretis' ein Gedenkstein angebracht. Der delitschc Kronprinz condolicrle dec Witwe Depretis'. der Minister des Aeußern Kälnoly und Flonrens condolierten der italienischen Regierung. Paris, 1. Auqnst. Infolge der Mwesenheit Ray-nals und Periers sollen Proust nnd Ferry Desclands die Zena.cn Jules Ferry's sein. Die diesbezüglichen Pourparlers dürften heute wahrscheinlich zu einer Eüt' schridlma. führen. Bisher sind noch Volllanger in (5le» mont nnd Ferry in Saint-Diey. Paris, 1. August. Nachrichten der Agencc Hava« ans Comtantinopl'l zufolge hätte die Pforte dem Pri"' zen von Coblira. telegraphiert, sich vor der Herstellung eines Einvernehmens zwischen den Mächten nicht nach Bulgarien zu begeben. Petersburg, 1. August. Katkov ist nachmittags gestorben. Sofia, 1. August. Die Regenten haben Varna utt< lassen, nm sich nach Rnstschuk zn begeben; in 3 Tage« dürften dieselben in Sofia eintreffen. volkswirtschaftliches. Nuoolfswert, 1. August. Die Durchschnitts-Preise stellte» sian, St. Grorgen. ^, Urbancic. Oberstaatsanwalt: Dr. Pfeifer, Hinanzrath, M ^ritsch. Fauchi, Privatiers, s. Familie. Trieft. Hlltcl Gltsant. Paradeiser. Mmisterialbcamtcr. sammt ssrau, M Eisler, Kaufmann. Wie». - Krasfl, Kaufmann, Cresrld. ^ Mill. Kaufmann. Budapest. — UoschncM. ssawkant. Rast' — von Anqcrmaycr. Slolouich, Wcislein. Keller. Schcbath' Legat und Santi. Private, Trieft. — Bossi, Med. Dr.. Pol"' — Vratina, Ncsitzcr, Pudbrdo. — Sterl. Privatier, sai'"»' Frau. Adelsbcrq. Hotel Vairischcr Hof. Zeloll. Kfm.. Wieu. - Klacic und Vrai'liü Studenten, Agram. — Surrma», Private, Trieft. Gasthof Siidbahnhof. Dobry. Privat, Rom. — Schmidt, Obcl< NessieruniMath, s.ssran, Vreölnn. Hladil, Professor, Vrü»»' — Reitharel, ssabrilSverwalter. Kostel. — Maizel, Private. Kärntcn. - Globocnil, Einsm'elcr. Private, Krainbura,. "" Schwarz. Lehrer, Innertrain. — Prasniler, Iclenc, Viram, Besitzer, Gros,laschch. — Iclenc. Kaufm,, Neumarltl. — Sartol«, Jurist, Laibach. — Aoram, Rrinhold, Private, Trieft. "" Dr. Kellner, Privat, Gürz. Verstorbene. Den 81. Juli. Mathias Verse, Inwohner, ?2 I'' Kuhthal 11, wesichtslrebS. Den l. A u a. u st. Maria Ielenc, Arbeiters Äl,. ! 737,65 ! 24,4 , W. schwach thcilw. vew. ,^, Heiterkeit und schwüle Hitze anhaltend; nachmittags '" ^f^ »icht bewollt. Das Tagesmittel der Wärme 2l!,s>", um 6,7" "" dem Normale, ^ Veralltwolllichcr Redacteur: I. Naglit. 1439 Course an der Wiener Börse vom 1. August 1887. N^ dem o^nen 2°«^°«- Gtlb War, Staats-Nnlehen. «otcnrcnte....... 8,-55 «, 75 «»ilerrcntc ....... gz.^ ^90 !u^" ^? ^taatslosc 250 fi. ,«>, .',0131, i>l, ^'' ^-^ ^st""^ b00 „ IUU--,.,<> ko «^ ^" Wnltel 100« I3<»25 1«»75> »«" E,,,atsl°se . . 100 ^ lk3-l^.5s, «iomo.Neii.l-nlcheml . . per Vt. —>- — - <°/u Oest, Golt>«nte, sicueritei . l!2'?c>ii2 9c> "tNeri. »lotenrellte. fteuerfr« . »« lk 9L 70 "ng, Golbi^nlc 4°/„ . . . . lO0-l,k 101 10 , Vapl,-rrentc 5°/» , . . . «7 45 8? «0 » b..Anl. ,»«<,. ö.W.O. —- —.- » ^NbahnoPtioritäten . . 2? 70 98 ,(< , S'aai« Obl.(Unn.Qstl'ahn) ^., ^. ...^ " u. " l> ^"-'ln I- 1«?« - Nk 1511625 ,. ^.'.."lun.«nl. lloosl. ö.W. '28WI24 I« «-Y«>Ü'»i<-g..t,'<,st 4°/^ ,yo fi I2U50I»3 7l. ^rundentl.. Obligationen 5°/, böhmische...... ,«l>,'„ ^°U'Ä»'^ü^i- Velb War« 5°/„ Temes« Banat . . . . l04-«5i05'-5^<> unliaiische......l04.lv «5 10 Nndere öffentl. Nnlehen. Tonau-Neg.»Losc 5«/„ 100 fl. . 1I3'?51I9 25 bto. ?!i,lcit>« 1878, fteuerfre! . —'— ^-'^ Inl^l,,'!! b, etlldlgcmeinde Wien 106-—106-50 ,'l' b, Cladlgcmcindc Wien <5l!l'« I!!!d Gold) ....-'— >»'— Plünn"N'A„l, d.Ct, d/, "/» 101 — 101-50 dto. in 50 « « 4°/» . »7^25 »77b dt°. Pri>micn»echulbverschr.»°/<> 102—102 l>« ll ch, Hypotbclcnbanl lOj. 5'/,°/° ^Ol"» '02 - Ols,,.«ng, Blinl Verl. 5°/, . . 10'^4<,!lst in .^,!«,^ vcrl, 5>/,°/, —--------' — Prioritäts.Oliligntionen lflll NW fi,) «iliwleth°«Ncfibahl! 1. «imlsfion — — — — ^c»b!l>al>bl>»Norbb>i^,i i« Cllbel 100 35 101 — ,ilan,'^,ll.^>l>.....—--------—- <^a!iz>Iche äi.n l»i!ubwig» Bahn En>. 188! 300 f! E. 4'/,°/« . 100 5 10« 80 Qeftürr, Viortueftdohn . . 106 7010710 s iN'enbm iils.......__-—! —- — Staat»bahn 1. «miffion . .««,» 50 «ni — Südbahn»»»/«.....142 - ,43 - « ^ 5<.....1l«!l5l,z!7k Nnss.-galiz. Nahn .... »990 ,»40 Diverse Uose (per G«ll«). °,« 4° f<..... <7 - 4V 40 Nöthen 5leuz. «st. Ges. r, >u N i«i »si ,« «5, Mudolf'Lose i 25, Waldftein.Lcfe »0 fl. . . «9 ,h »g ?k Wwdi!chgräh'i «7 - Vanl-Nctien fl. . 93 — 93 5« «d,>cr^Nnft..Oest,z,oofI.S.40°/ zzz-«34-Lrb!,.«nst,f.Hanb,u.«.,ß0fl,z.82-llU2 3c! «rcbltbaul, Mg, Ung, llW sl. .2«? 7b »8» 2!, Deposilcnl'anl, VUa 200 fl , 17«. _ ,7^ _ L«c>,!,!vlc.G«s.,Nl>«'X< ii'^t>(,!l>ta,il, «Il„. ,'4,/f,/ ^1«0-—!i«l— Gelb War» sletl^ »^il Transport. Unt rnehmnngen. (Pll Stuck). »lbrccht.Nahn «oo sl. Vilbn — —------ lllf°lb-ssium..Bahn »ou kl, sllb, ,»3—1»4 — Nusfiz«Tcpl, Liftüb. «ofI,EM -.— —.— vöhm. Norbbaß» ,5« sl . lVs-180.— weslbabn ^00 sl . , G2- Wt — Nuschtiehlaber E,sb, 5«U N. . Gel Otftcrr,50« st. «Vl. , . ,4l4—4l« -DlaU'>,5<'17e 5N Dui.V°tend<,chcld. 1000 sl. en.Narcser«lfb.»0Ufl.V —.--------— «alii,HarI«l.'uowlg.«,««üsl.2M lll4 ?5»15 2, Vla»'Köslachtt«.««,«0Ol) sl. ö, W.,zz? «24 — Llovb, ösl, liny., Tlicst5>00sl,CM,4l!u —>482 -Oeftclr, Nordwcflb, XW sl. Gilb 1825018,50 dlo. (IN, U) 2W i! Silb« -in-—!i?0 »ü Piag'Dufci «iisciU, ll>0 sl. Silb.! ,z— ^.— Uudoli' ^^n ^ fl. Vilb« , i»? «»IS« 5« bievc^luigil ltijenb. «00 sl. . —— — — Ltaal«!>:>!.!!»'c.i,r ^»o !l. «. llll, . «» 75M» — «übbahn »00 sl, Vilber . . . »4 75 «5 »s. «üb«Norbd..«»rrb..'«,»u«N.«lVl, 15« /5,157 «5 liamway'Ves., Vi. i?0fl, ö. W. 2»? «0 «28 — , Wl., NN> 10« fl 54« 54 75 Iran«polt«GtI 75 «« « Nu,,«Ve!lb.(«aal>.Vla,)>00fl.G ^««50 167 b0 IndnftrieActlen (per Etilü). Effydi und Kinbberg, Hisen» uub E>tahl5 »u Pari« .........4».0i, " 'll» Valuten. Ducalen........5»! 5 »5 z»0»ssranc«.kt>i