Wtmcher Zeitung. Nr l23. P räII umera < l oIIspVcis: Im Comptoir ganzt. sl. >l, !>>ui i. sl. 5,..'>!>. Filv dic ^ilst^llü»,'! ins Hau« H.Udj. 5.,> Iv, Mit dcr Post ,,,n>u. sl. >5, I,^ubi. s>. ?.5,u. Mittwoch, 3l. Mai ^nsertiousgebilhr bis lU Zeilen: li»al«olr., im. 8l»lr., ^>n., sl.! sonst pv.^cile >m. ;ulaa,c silr die Prosessoreu der Slaatsmillel- schuieu iu Wieu; ^>tr. 4^ das Oesetz voiu ^7. Mai l,^?!, l>e!resse»d die ssorterhe- l'iing der Sleueru uud Äligal'eu, dnini die Vestreiluiui del< Slaatilauswunde? im Monale Iuui 1^7l. >u Daudet«- und öffentlichen Interesse, sowie iu dtlu der Sittlichkeit sclu'ldig. gegen die Bebel'schc Kundgebung Mit strenge,»- Rüge einzuschreiten. DaS bloße Still" schweinc« nnlcrlicgt dcr Niißdcntnng des Gewährciilasseuö oder gnr dcr Entnntthigung und bürdet dein Reichstage die Mitverantwortlichkeit für das Umsichg'cifcn uolks-verderblicher Vcstrcbuna.cn auf. Gegen vermessene Kundgebungen des Socialismus hat dcr deutsche Reichstag die ganze Gewalt seiner Autorität einzusetzen, wenn er seine hohe Mission erfüllen und sein moralisches Ansehen, sowie die Grundlage jeder fruchtbaren ftarlamen-larischen Thätigkeit wahren will." In der Commission des deutschen Reichstages für die Einverleibung von El s a ß - K oth r in g en wurde kin Eompromiß erzielt und mit Zustimmung dcS Fürsten Bismarck beschlossen, daß dcr Termin für die Dic« tatur bis 1. Jänner 1873 beizubehalten und die Zustimmung des Reichstages für die Aufnahme von An-Icihcn oder die Uebernahme von Gcucmticn auf Elsaß-^vNningcu m>r dann erforderlich sei, m^nn hicdurch ir-Nc»d eine Belastung dcö Reiches herbeigeführt werde. Nach einer Aeußerung Bismarck's erzählt man sich '" Rcichstagklrciscn, daß dieser in Frankfurt nach er-5vln,lcm FricdcnSucrtragSanstausch bcim Abschied .zu Favrc s^Ntc: Die Regierung Thicrs-Favre könne sich fortan ^l' aufrichtigen Freundschaft und Unterstützung seitens ^clllschlands versichert hallen, und daß von ^rrlin le>!,^- z)^. etwaigen Prätendenten, am allerwenigsten ^)iölchnrsicr, auf Begünstigung rechnen können, Wie aus Vcrliu gemeldet wird, hat KaiserWil-^klm Befehl ertheilt, daß die Einzuqi^i abgehalten werde. ^ Angesichts der Pariscr Greuel drückte Kaiser Wilhelm dem Fürsten Bismarck, im Beisein des ^'"»Prinzen, Molltc's uud anderer hoheu Militär-Per-!.u"lia,leisctzul:g dieser ''" Wahne vor keincv Unthat zurückschreckenden Stadt "rch deutsche Truppeu unterblieben sei. , In der Vorbesprechung dcö zu München abzu-'"llcnkcn Katholitencungrcsscs wurde der Vorsä>l^1, ^!'lcr Lossagung von der römisclicn K>rcbe die deutsche a"liou allirchc zu proclamircn, unter den Rufen: l(be Döllingcr, der deutsche Papst, beaMt. s,. ...^us französische ..Journal Offkul" verüf- ^"'llcht eine Depesche Inlcs Favrc's vom 27. d. ">' die 'Vertreter Frankreichs im Auslaudc, iu welcher ^ Muistcr des Aeußeru erklärt: Die vou den Insur- genten begangenen Acte können nicht als politische Nete ängcschc'.! werden. Porbedaclite Diebstählc, Ätordlhatcn, Brandlegungen sind Verbrechen, wie sie durch die Gesetze aller civilisirleu Böller vor^schcu und bestraft werden. Keine Nation kann die Urheber uud Genossen derselben als imvellctzlich gelten lasse,,. „Wenn Sie sonach in Erfahrung bringen, daß au den Altcutalcu vou Paris belheiligle Iudividucu die Grenze dcS Vaudcs überschritte!', haben, iu welchem Sie beglaubigt su,d, so ersuche ich Sie, deren sofortige Verhaftung zu veranlassen uud mich zu beuachrichligcn, um ihre Auslieferung verlangen zu lassen." Das „Journal Oificiel' fi'^t hinzu: Die Durchfüliruug dicfcr Il!slllicliu,!elt wird auf kein Hin-dcrniß stoiicu; alle Regierungen werden einsehen, daß es von allgemeinem Interesse sci. den Missethätern, welche einen derartigen Aufstaud urgauisiren, den Proceß zu u,achcn. Während in Con stanti n opcl sich die sonderbare uud unclwarlelc Waudlung zugelrageu l>l,t, welche Rußland als den inlimstcn Alliirlcn der Pforte erscheinen läsit, mehren sich die Anzeichen, daß in den Donanpro^ vinzcn, wclcl>e die ottomanischc Suzeräneläl anerkennen, kriegerische Vorbcrcilungcn gctrl,>ffen werden. Nameutlich ist es uuvcrkclinbin', daß die Serben viele Anstrengungen machen, um die Unzusricdcnhcil in den benachbarten lmtifchcn Provinzen zu slcigcru uud Auflchuungcn gegen die Herrschaft des Sultans vorzubereiten. 'Von Amerika gelangt die gute Nachricht zu uns, daß der Senat das Scinige dazn gethan hat, um die Alabamafragc auö der Welt zu schaffen. Euglaud ist iu seiner Nachgiebigkeit gegenüber Amerika so weit gegangen, daß es die Staatsmänner jenes Bandes nicht länger mit ihrem Gewissen vereinbar gcsnndcn haben, dicsc gefährliche Frage osfen zu hallen. Herrenhaus. Wie»,, 2ll. Mai. Dcr Präsident Ritter v. Schmerling eröffnet lnc (schwach besuchte) Sitzung um halb 12 Uhr. Anf dcr Ministerbank befinden sich Ihre Excellenzen der Finanzminislcr Freiherr v. H ol z gc th a u und der Iustizminislcr Hüvictinck, fcruer Äiiuisterialrath K u b > u. Dcr Präsident Ritter v. Schmerling widmet bci Beginn der Sitzung dcm ucrstorbcncn Mits,licdc, Frcih. v. Münch-Bellinghausen einen warmen Nachruf. Es werdcu hierauf mehrere Petitionen eingebracht, darunter eine Masseupctition aus Rumänien gegen die polnifchc Rcsolutioüsgcsetz - Vorlage. Es erfolgt hierauf die dritte Lesung des Gesetzes, bctlessend die Bewilligung von Steucrfrcijahrcn bei Neubauten in den Jahren 1872 und 1873. (Ge-u.tMigt^) Das Gesetz, betreffend die Fortcrhebung der Htenern und Abgaben, dann die Bestreitung des Staatsaufmau-dcs im Monate Juni 1871 wird analog dcm Beschlusse des Abgeordnetenhauses in zweiter und sofort auch iu lritter Vcsuug ohuc Debatte angenommen, desgleichen der Staalsvertrag '.^:il Nordamerika vom 2()tcn September 1870 über die Aus- und Eiubmgerungen dcr gegenseitigen Staatsangehörigen genehmigt. Freiherr v. Hyc referirt über das Gesetz in Bc-treff dcr Regelung dcS Schnbwcsens nnd der polizeilichen Abschaffung. Es wird bcautragt, dcu Gesttzentwurf in der von dcr Regierung vorgcschlagcuen Fc:ssun,! und nur zu §8 eincu Zusatz anznmhmcn, wornach Personen, welche in dem Geltungsgebiete dieses GeschcS nicht heimalbcrcchligt si»d, weuu sich ihr Aufenthalt daselbst aus Sichcrl,ci,nd aus einem bestimmten Theile desselben abgeschafft werden löimcn." Dcr Antrag wird ohne Debatte angenommen, ebenso die sich an diesen Antrag anschließende Resolution, lautend: „Die hohc Regierung wird aufgefordert, wo möglich noch iu dcr gegenwärtigen Session den dcm Vernehmen nach schon in der Ausarbeitung bcfiudlichcu Ge-fetzcnlwurf über das Vagabundcnwcs^ einzubringen und die sonst noch erforderlichen Maßregeln zu ergreifen, um dcffen immer lästiger und gefährlicher werdcudeiu Ucber-handnchmen zu steuern." Schluß der Sitzung "/,l Uhr. Abgeordnetenhaus. Wien, 2sl. Mai. In der heute fortgesetzten Generaldebatte über die Adresse ergriff zunächst Abg. Klaczkc, daS Wort, Auch dieser Ncducr tadelt den Vorgang des Ausschusses, ohuc Mandat einen 'Adreßculwurf vorgelegt zu haben. D«c Geschichte zeige, wie gefährlich oft derlei Eigeumächtigkeitcu dcr Ausschüfse werden könucu. Die Idee des Ausgleiches gehört nicht ausschließlich uud ursprünglich dcm jetzigen Ministcrinm an. Man sagt, das Ministerium habe kci> c Erfolge. Wie könne gerade die Gegenseite solchen Vorwurf erheben, die ohne jeden Erfolg die RcsucrlMg verlassen mußte? Das Parlament habe in sechs Monaten nicht einmal das Budget erledigt: Ein Haus, wclckcs dies nicht im Stande sei, sollte den Vorwurf dcr Unfähigkeit gegcu das Ministerium uicht erheben. Es kci kein Gruud zu einer Aullagc. Die Verfassung sci nicht gebrochen, daS Gesetz nicht verletzt. Dcr Referent habe nicht dcn Schallen davon vorbringen können. Die Rcgicruuq regiert, das ist eine neue Ersäiei-^ nuug in Oesterreich, sie geht nubcirrt vom seilen Gekrächze des Zcituu^sgcficdcrs vor, sie ist einig mit der i Krone, und uiaö auch neu, sie ist im Innern uulcr sich ciuig, sie will dcn Völkern genuglhuu. Das ist sür uus gcuug, der Regierung Vertrauen zu scheuten. Das neueste Schlagwort siud die dircctcn Wahlcu. Iuocsscu die Ein» ' sührung dirccter Wahlen lauu nur durch die Landtage erfolgcu, ihre Zustimmuug muß zuerst eingeholt werden. Warum ergreift die Gegenpartei uicht sclbst die Iuitia-' tivc, um daS neue Vcrfassungsprincift auszuarbcilcu und , einzuführen. Das wäre der richtige constituliouelle Weg für eiue Partei, die gegen die Regieruug ist uud ein ucues Princip ins Leben führen will. Statt desfen will man eine Adresse, eine Sommatiou au die Ärone gegcu das Ministerium richleu. Es ist gesagt worden, mau wolle die Eutscliciduug Sr. Majestät des Kaisers einholen, oli ? Adrcssc cingetlclcn siüd, diesen Satz noch dcS Näheren dahin erörtert, daß darunter die czcchische Gcuöllcrung Böhmens gcmcint sei, daß dic Hoffnungen und Ei Wartungen dicscö ThcilcS der Bevölkerung sich täglich mchr steigern. Wenn es dcr Regierung gelungen ist, ohne die Verfassung in irgend einem Pnnllc zn vcrlctzcn — und diese Gerechtigkeit läßt nut« wohl nuch der vorliMude Adrcßcntwurf widerfahren — lrcim rS nun der Rcgic rung gelungen ist, auf solchen, Mgc eiue frrundliclnle Stimmung uuler der czcchisctcn BcMüiung für lie Regicrm'c, zu crziclcn, als ihre dichcrigc Haltung gc^-u frühere Regierungen war, so kann die Neuerung hierin nur den clstcn Schritt zum Zicle slh,ü. wclchcS sie slelö vor Au^n hatte, nämlich dic Verso^ning der verschiedenen Nlitioualitätcn anzustreben. M>>' scheint, daß der Adrcßcnlwurf in dieser Beziehung in eincn argen Widerspruch mit sich selbst gcrälh, wenn auch cr einerseits diese allgemeine Versöhnug als das ersehnte Zicl l'^ zeichnet, undercrscils aber cinc Bedrohung darin findcl, daß die Regierung dic crstc und uuclläßliche Borln'-dingung zn einer solchen Versöhnung ^schaffen hall. (Bravo! rechts.) Es sind über diese Haltung von Scitc cincs dcr Hcrrcu Redner, welche gestern von der Iinten Scitc dcS Hauses für die Adresse sprachen, schr drastische Illustrationen geliefert worden. Ich will hier nicht nähcr unlöslichen, ich bin auch gar nicht in dcr Lage cS zu thun. oli nich! dcr geehrte Herr Rcdncr doch mit ctwaS zn schwänzen (Rnsc l'nlö: „Viel zu schwachen") Farl'cn aufs,clla^cn, ich will cc< zugeben, ich will gegenwärti,-! nicht den mindesten Zwci-fcl darein fetzen, daß dasjenige, waö er nns milgclb/Ül hat, vollkommen der reinen Wahrhcil enlspricht. Eines al'cr muß ich ihm doch entgegensetzen. ^5 hat hcutc bcrcitS ein He., i'll'gcordncter auS Mahren dmmlf hingcwicscl', daß in dllscm Landc, in welchem sich dic slavische B^ völtcrung zur deutschen im Verhall nisse von 5 zu 1 befindet, derlei Reibungen nicht voltommen. Ich u,nß den Bemerkungen dcs Herrn NiMldnctcn aus Mähren cinerfcits beifügen, daß mir gerade aus diesem Lande bereits wiederholte und schr driuc,lichc Klagen darüber zugekommen siud. daß eben dic sla^ sclc Bevölkerung i» diesem Lande, dic doch in dcr cnlichicdcncn Majorität ist, im Schulwesen schr zurüchMtzt sci (Rufc: Hört! trauiig! rechts), und ich kann diesen Klagen ihre Bc^ rcchtigung nicht absprechen, nachdem gegenwärtig in Mähren sechs deutsche Mittelschulen auf Staatskosten dc-stehcu, während für die slavische Bevölkerung dermalen blos zwei solche Mittelschulen bestehen. Mcin ich innß weiter bemerken, daß diese Uebc! slant c nach meiner An-sicht weder in Mähren eincr llnicrdrlickungssucht dcr Deutschen gegen die Czcchen zugeschrieben werden könncn, noch auch in Böhmen der Unterdrückungösucht der Ezechcn gegen die Deutschen. Ich wenigstens glaube, daß es nicht wohlgethan sci, alle solche Ucbelstände, alle solche Mängel, die vielleicht bestehen mögen, immer auf dicse Quelle zurückzuführen, wenigstens scheint cS mir nicht wohlgethan für Denjenigen, der wirtlich dic Versöhnung dcr vcisckiedenen Nationalitäten anstrebt. (Sehr gut! rechts.) Den Bestand solcher Ucbclslände, solcher Mängel werde ich nicht leugnen, allein ich bitlc, zu berück' sichtigen, daß solche Ucbclstände lhcilwcisc noch mlö früherer Zeit her überuommcn find, daß cs nicht möglich war, aus verschiedenen Ursachen nicht möglich war, dic' selben bisher zu beseitigen, und daß in den mcistt" Fällen dic leidige Geldfrage ebcn einen hervorragende» Platz einnimmt. Abgesehen jedoch von allen diesen Erörterungen, glaube ich. daß der Herr Abgeordnete, welcher in dicscM Sinne den Zustand Böhmens besprochen hat. denn doch nicht hätte außer Augen lassen sollen, daß allc dicsc gerügten Ucbclstände zu einer Zcit eingetreten sind l»'d sich geltend gemacht habcn, zu welcher cbcn die Ncich^ Verfassung in ihrer vollen und unverkürzten Geltung bestand und dcr Reichsrath den Februar- und December-statnten den vollsten Wirkungskreis einräumte. Es scheid also, daß das Eorrcctiv für folche Zustände wohl nicht in der unverkürzten Aufrcchthaltung dieser Colnpctcl',5 des ReichsralhcS liege, sondern cö geht vielmehr hcrvo'. daß die Frage der Eompelcnzthcilung zwischen den La»^ tagen und dem Rcichsrathe nic im Stande sein wird, den Schutz der nationalen Minoritäten in einem La»^ zu vermitteln. Dazu sind nach meiner Ansicht ga^ andere Mittel nothwendig; sie sind bereits heutc vo» cincm Redner der linken Seite dieses hohen Hauses a"' gedeutet worden und die Ncgicrnng wird vollkommen li^ reit sein, dicsc Fragen im Einvernehmen mit dcn betreffe"" den Landtagen, dort, wo cs notlMnoig ist, zu los"'' (Unruhe links). Dic Adresse nennt fcrner unser Vorgehen planlos bloße Experimente seien unsere Vorlagen, vou dcnen ' namentlich jene, die wir über die Erweiterung der ^ 397 setzgebnngsautonomie der Landtage eingebracht haben, eine Vorlage nennt, welche nach der Auffassung des V^ini-slcriums für die künftige staatsrechtliche Entwickln,,g Destcrreichs uon entscheidender Bedeutung sein sollte und durch welche es die Boltr'uertretcr zum Richter über scine Absichle» auszurnfen erklärt hat; bcioe diese Sätze, meine Herren, sind unrichtig. Ich habe bereits, als ich diese Vorlage dce die Erklärung seinerzeit in der Debatte wiederholt und durste nnch deshalb dein Glauben hin yelien, daß ein loyaler Gegner nicht noch zum dritten Wale zu einer gleichen Bcri^ligung provocire» würde. Die weitere Bemerkung aber, daß das Ministerium gerade durch diese Vorlage die Volksvertreter zu Züchtern über seine Absi.!!!.'n ans^urnfcn erklärt hat und daß das Miuislerium dnr,l> eine folche Erklärung seiner Vorlage ei» besonderes Gewicht beilcgcu wollte, ist ebenfalls unrichtig. Als, meine Herren, in einer der ersten Sitzungen dieses h. Hauses ein ^ledner lion der linke» Scilc des Hauses die Bemerkung machte, daß die von uns angekündigten vorlagen eine Beunruhigung hervorrufen, fo erwiedcilc ich ihm darauf, daß nach meiner Ansicht eine solche Bcunruhiguug doch ciuc unberechtigte sei, nach' dem wir ja eben durch unsere Vorlagen das hohe Haus über unsere Absichten zu Richtern machen wollen. Nun. ich glaube, daß eil, so scharfsinniger Denker, wic eben der Herr Berichterstatter und Verfasser der Adresse >st, gewiß mir zugeben wird, daß zwischen der lleußcvung, die ich damals gemacht habe. nnd zwischen jener, die in diesem Adreßanlrag sich befindet, ein sehr wesentlicher Unterschied sei. Nachdem übrigens der vorliegende Adreßanlrag den biöher uon nns verfolgten Plan in so herber Weise lritisirt, so muß es mir wohl auch gestattet sein, denjenigen Plan zu besprechen, welchen der Adrcßausschuß als dcu besseren, als den richtigeren an die Stelle des Misrigcn setzt und Sr. Majestät zu empfehlen gedenkt. Es hat gestern der erste Herr Redner, der für die Adresse das Wmt ergriff, eine Bemerkung gemacht über den Reichthum, den Oesterreich an Eigenthümlichkeiten besitzt; allein es ist gcwiß nicht eine der geringsten dieser Eigenthümlichkeiten die, daß bei uns in Oesterreich Nlinistcrprogramme immer erst dann einen Werth erhalten, wenn das Ministerium, welches dasselbe formu-lirt hat, bereits zurückgetreten ist. (Heiterkeit rechts.) Das Schauspiel, welches uns zur Zeit jenes Ministerium gbotcu hat, das dem Parlamentarismus in 5° ausgedehnter Weise huldigle, daß es daS parlamcn-^ische Leben selbst in seine eigene Mitte übertrug und Nützlich mit ciuer Majorität und Minorität (Rufe rechts: Hott!) vor die erstaunte Welt trat, das Schauspiel, wie diese Majorität der Minister nach Ausscheidung der Mi-Norital das Pru^ainm der letzterem zn den ihrigen Machte (Heiterkeit rechts), dasselbe Schauspiel wiederholt sich in dem vorliegenden Adreßantrage. (Rufe rechts: Sehr gut!) Das Ministerium Polocki hat als sein Programm aufgestellt die Erweiterung der Autonomie der einzelnen Länder, die Durchführung der dirccten Reichsrathswahl eu. Heftig angegriffen von dcm hüheu Neichsralhe, hat slch dieses Ministerium zurückgezogen. Seitdem sind wenige Monate verflossen, uud heute stellt der Adreß-tl'lwlirf das gleiche P-ogramm als das allein heilbrin-8n,oe für Oesterreich dar. (Heiterkeit, Nnfe rechts: Sehr U»l!) Leider bcschränkt sich der Aoreßentwurf auf diese büden Schlagworte, ohne dieselben in irgend einer Weise ^l Präcisiren. Der AdrcßauSschuß mag einen guten ^l'Und dafür gehabt haben, denn nur unter der Vorans-^tziuig dieser allgemeinen Textirung durste er darauf lcchnil,, dcu Beitritt mehrerer ^ractionen des hohen ^nchsruthes für die Adresse zu sichern. (Rufe rechts: ^ehr gnt?) Allein ich glaube, das Derjenige, der eine Mcmi-^'slalimi von solcher Wichtigkeit macht, wie eii'c Adresse "» dic Krone jederzeit ist, sich doch vor Allem klar seil, !,°lltc über die Tragweite desjenigen, was er Sr. Ma-llslüt zu nnlcrbrcilcn gedenkt. Es würde daher mit Rücksicht auf die zwei Pro-^'alliilipunlle, welche der Adreßentwnif anfstcllt, vor ^l>cm nothwendig sein, zu wissen: wie denkt sich denn ^' ^orcßausschuß die Compete»^rwcilcrung der Landes, wie weit oder wie enge sollen die Grenzen der ^"ttssionen gezogen sein, die man d^r Landesaulonoinie '""chcn will? Es ist dicse Frage gerade dcm Adrcß-^"wursc gcgeuübcr eiuc um so berechtigtere, nachdem '.e einzelnen Sätze dicscS Entwurfes ineincr Ansicht nach !^»ls weniger als ei» harmonisches Ganze bildcn. son-ll'li init einander in einigem Widerspruch stehen. Es wird z. B. hier an einer Stelle der Adresse ^lU, daß das Abgeordnetenhaus die Verfassung nicht s 6 elmas schlechthin Unabänderliches betrachte, daß eS ^ar bereit sei, in dieser Richtung Eoluessioucn zu ge^ !^l)''cu, immer vorausgesetzt jedoch, daß dadurch nicht ."-' Grundlagen uuserer staatlichen Existenz zerstört wer- ^". während an einer anderen Stelle desselben Adrcß- '"l'agcs Euncessiomn überhaupt als „ntzlos bezeichnet ^'"r" und das strenge Festhallen an der bestehenden k's'-ssnng ds,u hohen Hause .ml'sohlcn wird, An», der erste der'beiden Siitze, den ich mir anzu- führen erlaubte, würde sehr weitgehende Concessionen ermöglichen, der weiter c.l!-. le scheint mir so ziemlich mit demjenigen zusammenfallen, was gestern m hochnür-digcr Redner aus der Mitte des hoheu Hauseö über derlei Eonccssionen an einzelne Landlage gesprochen hat und waö da, auf hinausgeht, daß mau Denjenigen, die sich im principiellen Widersprüche mit der Verfassung befinden, nichts bcwilliacn dürfe, weil eben das nichts nütze (Heiterkeit); dlN) man dangen die Wünsch? aller binderen, die in keinem pri- e.p,ü,',, Widersprüche stehen, nicht zu beachten branchl, well ,o eben nicht möglich ist, es Allen recht zu mache». (Heiterkeit rechts.) Nun, glaube ich, dürste diese Ansicht wohl kaum die Ansicht o.s Auüfchnss.o sciu, nachdem ja der Ausschuß gerade durch dir Eon^-ssionen, dic an einzelne Länder vertheilt werden sollen, dk dirtclcn Wahlen rechtfertigen will. Noch wichtiger scheint es mir hinsichtlich deS zweiten Punktes, hinsichtlich der dircctcn Wahlen, die Sache etwaS näher zu praeisircü. Es liegen in dieser Vczic-hnng sehr wichtige Thatsachen vor. Wir wissen, daß selbst ein so hervorragendes Mitglied des hohen Hauses, wie cS der Herr Berichterstatter über den heutigen Adreß-cutwurf ist. früher über die dirccten Wahlen ciuc wesentlich andere Anschauung hatte, nnd ich muß cS als einen recht bedauerlichen Zufall ansehen, daß derselbe eben in dem Augenblicke, wo die dircctcu Wahlen gegen uns verwerthet werden, erst zur Ueberzeugung gelangt ist, daß sciue frühere Anschauung über die dircctcu Wählet, eine nicht berechtigte gcwcscn sei. (Bravo! rechts.) Es liegen al'cr auch betreffs der directcn Wahlen dcm h Hause so vielseitige Erfahrungen vor, es beweisen die Gutachten, ' die uon einzelnen Landtagen gegeben wurdeu, daß über diese Frage so divergircnde Anschauungen herrschen, daß nicht einmal die Vorfrage als eine in diesem hohen Hause gelüste anzusehen ist, ob überhaupt daS hohe Haus allein berechtigt sei, eine solche Wahlresorm durchzuführen (Rufe rechts: Sehr gut! Ncin!) Es stellt sich zur Evidenz heraus, wie verschiedene Dinge man nnter diesem Schlagworl der dircctcn Wahlcn begreift. Ich kann dahev wegen dieser völligen Unbestimmtheit des Adrcßenlwnrfcs gerade in Betreff der Programmpunttc den Vorwurf der Planlosigkeit, den man uns gemacht hat, wohl mit um so größerem Rechte den Vcifasfcru der Adresse zurückgeben. (Ruse: Sehr gut! rechts) Wenn weiter der Adreßcntwurf unsere Vorlagen als bloße Experimente bezeichnet, so muß ich mir erlau« bcn, auch diesen Vorwurf an die Adresse, von der er ausging, zurückzugeben. Ich glaube, es gibt nicht leicht eine problematischere Sache, cinen Gegenstand in Oesterreich, der mehr den Charakter eines Experimentes au sich trägt, als die Einführung der dircctcn Wahlen in dcm gegenwärtigen Momente, ohne noch zu wisfen, was man eigentlich und wie man diese Sache angreifen will. Ich glaube, daß heule niemand noch in diesem h. Hause in der Lage wäre, zu fagcn, welche Physiogno» mie'das Abgeordnetenhaus haben wird, daS aus dircctcn Wahlcn hervorgegangen sein wird, und wenn diejenigen, die sich in diesem h, Hause Verfassnngsfrennde nennen, heute dicscS Project befürworten, möchte ich sie doch aufmerksam machen, es sich wohl zu überlegen, ob sie die Sicherheit dafür haben, daß das künftige Abgeordnetenhaus, das aus dircctcn Wahlen hervorgeht, eine Majorität in jenem Sinne rcpräsenlircu werde, für welchen sie bisher eingestanden sind. (Rufe rechts: Niemals!) Vielleicht ist das Gegentheil eben so nahe gelegen. Mir scheint cö beinahe, daß ähnliche Betrachtun, gen vielleicht den Herrn Berichterstatter zn dcm Ans-rufe veranlaßt haben: „Möge unser Oesterreich vor neuen Eonflicten, die cS kaum zu ertragen vermöchte, verschont bleiben." Alles in Oesterreich, wir alle, das Ministerium, oaS h. Haus, die ganze Bevölkerung, wie dies auch im Adrcßentwursc selbst constatirt ist, sehnt sich nach dcm inneren Frieden. Der Unterschied besteht aber darin, daß der Adreßenlwurf, wie er hier vorliegt, diesen Frieden erreichen will nöthigenfalls ans dcm Wcgc der Gewalt (Ruse links: Nein!) gegen alle jcne, welche sich mit der Verfassung nicht einverstanden erklären; wir dagegen streben diesem Frieden auf dein Wege der Vcrsöhnuug, auf dem Wcgc der Verständigung mit den einzelnen Nationen zu. (Unrnhc links.) Es wird sich also um die Gcnrthcilung handeln, welcher der beiden Wcgc der richtige ist, welcher derselbe» Sr. Majestät zu empfehlen wäre. Wir stehen entschieden für den letzteren Weg ein, uud »ch möchte gerade in dieser Bczilhnng jenen Herrn Vorredner, welcher gestern darauf hingewiesen hat, daß in der pragmatischen Sauc' tion der österreichische Staalsgcdauke um reinsten zum Ausdrucke gekommen sei. dahin beruhigen, daß, wenn er diesen Weg wandelt, er gewiß dcm Geiste der pragmatischen Sanction viel mehr entsprechen wird, als wenn cr dic Adresse nntcrschreibt. für dic er sich ausgesprochen hat. (Lebhafter Beifall rechts.) Nach einer Replik des Berichterstatters gegen diese Rede erfolgte die Abslimmuua., denn Resultat bereits gcmcldct wurde.____ Aus >tn DllWlnimi. W icn , 25>. Mai. (R e i ch s r a t h s ^ Dclcg n-l i o n,) Präsident Ritlcr v. Schmerling, Aus der Ministe»banl: Mras Beust. v. Lonyay, Sections-chef v. Früh, GM. v. Rohba ch. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung der in der Ervsl'nuiwcsitzung eingebrachten Regierungsvorlagen. RcichS-tVinanzunnisur v. L o n y a Y leqt den Vor-anschlag des Kric^ministcrinms uud der «riegsmarinc. die Beilage zu dcinsellien. ferner die Schlußrechnung deS gemeinsamen Swalshauohallcs sür das Jahr Ittl',9, nnd daS Gcl'aruugs'Ncsultal für das Jahr !87l vor. Graf Wicke uburg beantragt, die ^gicruugs' vorläge einer Commission von 2l Mitgliedern zuzn-weisen. Der Antrag wird angenommen nnd schreitet man sofort zur Wahl. Als gewählt erscheinen: Bauhaus, van der Straß, Rcchbauer, Wüllcrstorff. Demel, Lasscr, Sturm. Herbst, Wickenburg, Giokra, Doblhuff. Groß, Härdtl, Hafner, Klier. Figuly. Ungcr, Waldcrt, Weber, Wiulcrstcin nnd Mcrtcns. Es werden hierauf die Stimmzettel für den Petit ionöausschuß abgegeben. Das Scrutinium wird durch das Bureau vorgenommen. Sodann wird die Sitzung nm halb l Uhr geschlossen. Nächste Sitznng unbestimmt. Jus dcr srlinMschcn UnlimlalllcrftlNlnlullg. Versailles. 20. Mai. Iustizmimster Dufaure legt einen Gesetzentwurf vor, durch welchen das Begnadigungsrecht iu der Vcisc geregelt wird, daß der Ehcf der cxeculiven Gewalt das Begnadigungsrecht be» züglich politischer nnd Prcßvcrgehcn, sowie jener gemeinen ' Verbrechen, auf welche mehr als einjährige Gefängniß« strafe gesetzt ist, nur nach dcm Ralhe einer Special-commission ausüben solle. Amnestien werden nur durch ein Gesetz ausgesprochen werden. Die Kammer votirt für diesen Gesetzentwurf die Dringlichkeit. Minister des Inncru Picard legt cinen Gesetzentwurf vor, welcher die Zeitnngscautioncn wieder einführt^ und fügt hinzu, daß die Frage wegen des Stempels geprüft werde. Ocm Gesetzentwürfe zufolge tritt die Ge< stimmuug betreffs der für die Gründung von Journalen erforderlichen vorauSgängigcn Erklärung und dcS gesetzt lichen Erlagcö einer Caution in gleichem Betrage für politische wie für Fachblätter wieder in Kraft. Die Caution soll, wie versichert wird, 25.000 Francs betrage». Die Dringlichkeit wird auch für diese Gesetzvorlage ansMommen. Dcputirtcr Cchasscriaux legt cinen von 60 Depu-tirtcn gezeichneten Gesetzentwurf vor, welcher eine En-qnl>tc über die Ursachen des Pariscr Anfstandes und über die Mittel der Urteilsvollstreckungen, wie nach den Iunitageu uon 1848, verlangt. Der Gesetzentwurf wird als dringlich erklärt. Der Gesetzentwurf, betreffend den Wiederaufbau deS Hauses Thiers' ward einstimmig anssenommcn. Der Kriegsminister General Lcflo machte dann Mittheilungen über die Lage in Paris und tbeillc schließlich mit, daß die Feuerlöschcorps von London, Ant» wcrpen und Brüssel in Paris angekommen seien, um Hilfe zn leisten. 898 dieser Hostien und warfen sie mitten zwischen den Pöbel. Die frommen Gläubigen versuchten, dieselben mit all' den SouS, die sie bei sich halten, aufzukaufen, in einem Äugenblick wurden sie von einigen 300 Gamins umringt, die alle eine Hostie zu verkaufen hatten, und Osficiere wie Mannschaften vom 13li. Bataillon standen dabei und er« göhten sich an dieser ekelhaften Scene, die ich mit keinem Wort Übertrieben habe. Beim Weggehen horten wir, die Vilderzerstörer hätten ihr Werk in der OImi^IW ßl^ill-wiro begonnen. — (Der gefangene Nochefort) war bei dem ersten mit ihm vorgenommenen Verhör ungemein aufgeregt. Bei seiner Verhaftung führte er 5000 Francs in Gold und eine Anzahl Kostbarkeiten mit sich, ferner eine» auf seinen eigentlichen Namen: Vicomte de Luyay lautenden Pah. Locales. — (Die Brandlegung) an der am verflossenen Samstag abgebrannten Peterza'schen Harpfe hinter St. lHhristof geschah durch eine Dirne, welche sich gestern, von Gewissensbissen gefoltert und in der Meinung, es sei dies-falls ein Unschuldiger verHaftel worden, vor der hiesigen Localpolizeibchörde gestellt hat. Sie gab an, das Feuer aus Rache gelegt zu haben, weil sie vor Kurzem, als sie in einer Dreschtenne auf dem Laibacher Felde Übernachten wollte, von einer Magd des Eigenthumers verjagt wurde. Sie glaubte nun irrthümlich, jene Harpfe gehöre dem nämlichet-. Eigenthümer, an dessen Dienstmago sie sich rächen wollte. Die Verbrecherin wurde dem Kriminalgerichte Übergeben. (Tgbl.) — (InsWasser gefallen.) Vorgestern Abends fiel ein Ollstwirth bei der St. Petersbrlicke in die Laibach, wurde jedoch gerettet. Der schnell angewandten ärztlichen Hilfe gelang es, den bereits Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. — (Der Redacteur des „Sloven ski Na-rod,) Herr Tomsiö, ist am 26. d.M. in Marburg plötzlich gestorben, er wurde des Morgens todt im Bette gesunden. Durch den Umstand, daß T. schon längere Zeit auffallend trübsinnig, namentlich am Abende vor feinem Verfcheiden war, dam» daß er vor kurzem Gift zu uehmen versucht hatte, jedoch rechtzeitig gerettet wurde, gewann das GerUcht der Selbstvergiftung an Wahrscheinlichkeit. Der gerichtliche Obduclionsbe'sund soll auf Gehirnschlag lauten. — (Schlußver Handlungen beim t. l. Lan< deSgerichte Laibach.) Am ZI. Mai. Andreas Bro-lich: Diebstahl; Valentin Kunöic: Diebstahl. - Am Ilen Juni. Johann Vodopiuc: schwere körperliche Beschädigung; ssranz Zavoönit: Todtschlag und schwere körperliche Be. schädigung. - Am 2. Juni. Matthäus Cebul: öffentliche Gewaltthätigkeit; Martin Oblat und Complicen: schwere körperliche Beschädigung; Emeran Minder: Diebstahl. (3ina.esendet. Nllen Veideobc» Gesundheit durch dic dclicatc ««vlllosoii'lc ,m>, vmi Medicin und »line Kosten die n^chsolgruden »ranlheilcn beseitigt: Maaeu . Nerve» , Vrust, VuiMN, Leder. Drüsen . Tchleimhaut, Athem, Älasen und Nierenleiden, Tubeiculosc, Schwind sucht Asthma. Husten , Nnvcrdaulichleit. Verstopfn»^, Diarrhöen, wchlaflosi,, lcit 'Schwäche, Hämorrhoidc», Wassersucht. Fieber, schwindet. Blutnufstelqcu. Obrenbrauscn, Ucbelleil und Erbrechen selbst wahrend der Schwang,sch.n'l. Diabetes Melancholie. Abmagcrung. NheumaMmu«. Gicht, Blclch,»ch!. ilusnin au« ?».< WHertisicaten übci Gcncsungcu, dic aller Medlcm N'lderslanden: Certisicat Nr. 48421. Neustadt!, Ungarn. Seit mehreren Jahre» schon war meine Bcrdauunss stets ssestört; ich hatte m>« Massenildeln und ««rschlnmung zu lampfcn. «!on diesen llebl'l» bin ich nun seit dem vierzclmlaWcn Genus, der ll«vu!e^i»l<, befreit. I. i.'. Sterner, Lehrer «u der Bollsschnle. Gase» in Eteicrmarl, Post Virlseld, l^>. Nlivembc» l«?l>. Hochgeehrter Herr! Mit Vergnügn und pflichtgemäß l'cstälige ich die günstige Wirlullg der lj«?lll«»<:ii,r!,, wie sic vox viele» Seile» l>cla»nl gemacht worden ist. Dieses vorlresilichc Mittel hat mich von entsetzliche» «thembeschwerdeu, beschwerlichem Huste», Vlahhalo und 1>ia,,e»lränipfcn, woran ich lange Jahre gelitten habe, gauz vollständig befreit. Vi» cenz Stai »i » gcr, peusil,»iltcr Pfarrer. Nahrhaster als Fleisch, erspart die Nov^Ie-ici»!« bei (irwachseocn und Kindern ü!) Äilal ihren Prel« in Arzucicn. In Blechbüchse» uou ',', Psund st. l.50, 1 Pfund fl. ^.50, 2 Psund fi. 4.2l), 5, Pfund st. IU, lli Pfund fl. 2U, 24 Pfund fl. 3«!->! l)b«l)ol»te>: iu Puluer »»d in Tablette» sür l!i Tasse» st. I.5U, ^1 Tasse» fi ».üU, 4« Tassen ft. 4.5,0. i» Pulver siir IÄ<> Tassen st. U), siir 28« Tas ien st »<>, silr ü?ü Tassen st.»«. — Zu deziehe» durch Äarry du Varrv H ^oniv in Vl«u, ^V»112»«I»^»,»« »r. », in I.»1d»u^ Ed. Ätahr. in Marburg F. Kolletuig. m «lage»f»rt ^ Birnvachcr. i» (^, Ge brilb^r Odcrran»maYi, m Inuöbruck Diechtl H Fraul. l» v»,z H a elm °Ve» " in Pest Törö l. in Prag I. Fiirst. i» Ärii»» F. Ed er. sow<« ie,)en Postanweisung oder Nach nahmen. Wir machcll hierdurch ails die üii hmtigeu Blatte st»hcnoe Annonce dcr Herren 2 ^teiudecker ^ Vo. iu Hamburg besonders aufmcrlsaiii. Es handelt sich hier uin Original-Lose zu einer so reichlich mit Haupt-Gewinnen misgcftattelen Verlosung, daß sich auch in unserer Gegend rille sehr lelihaftc Vciheilignng lwranösctzen läßl. Dieses llülernehmen verdient lilll so mehr da^ volle Vrrlraiien, iiideiu die Iieslen Stcinl^^arlnnil'!! ^dc>lc» sind lind nilch varbeiiniü'll'^ Hans durch ein sleiö streiici reelles Handeln nnd Ans^ahlnnq zahlreicher O^vinnc allseiltt desaüiit ist. > .^»öchft beachtcnswerth > ^ für alle Diejenigen, N'elchr genrlg! sind, ans eine solide und ^ Erfolg versprechende Weise dem Gllicle die Hand ;n dielen, > ist die im hcntigen Blalle erschicnruc Annonce des Hause? > Neueste Post. (Triamal-Telearamu e der „Laibacker Zeitnnst.") Mi^-n, 3O. A)tai. Das Abendblatt der ,.')l. ^r. ^Pr." meldet: Die Adresse des Ab.,c-ordnetenl,a»lses wurde heute durch daö Präsidium überreicht. Der Kaiser habe den Prä-sidente«, sehr ernst empfange» und in der Antwort, enta.ea.en dem Urtheile der Neichsraths Majorität, die Politik deö Ministeriums ge billigt. Der ..Volksfreund" veröffentlicht eine päpstliche Oncyclica vom »5. Mai an die „e sammtcn Bischöfe, worin der Papst die Ga rautien der italienischen Nessierung als Machwerk der Lüge und Heuchelei bezeichnet, die Verletzung der Nechte „nd der Freiheit deö Papstes hervorhebt und dagegen protestirt. Der Papst fordert die Bischöfe auf, den Beistand GotteS zu erflehe«, damit der Kirchen-friede und die 3luhe der Völker erzielt werde. Versailles, 3O. Mai. (5in Decret Thiers befiehlt <5utwaff„ung von Pari»; und löst die Vlationalgarde des Departements der Seine auf. (fine Proclamation MacMahon's an dir Pariser zeigt die gänzliche Unterdrük kuug des Aufstandes nnd die Nückkehr zur Arbeit und Sicherheit an. Iu Ärüun sand Pfingsten dlis Fahlic,»weil)sest des „Sotol" statt. Dasscllie ging dcmonsttationslus unter Absil^ul'g von ^ialionallicdcrli uor, ndcr 25>.W() Pelsonen marcn, wie die „Prcssc" mcldct, auwcscnd, lieim hantelt brachte der Vorstand Ztdmt einen Toast anf den Kaiser aus. Der Grazcr deutsch-nationale Verein veranstaltete uorgestcnl in Kindberg in Obersteier eine Voltsversamm-lnnss. welche von Saliern gesprengt wurde. Es mnßlc Gendarinerlc einschreite», wobei es mehrere Verletzungen und Verhaftungen gab. Die italienische Negierung hat, einem Telegramme der ,.Pl." zufolge. Ordre gegeben, alle flüchtigen Com-munisten aus Paris an der Grenze zu verhaften und auszuliefern. Der schweizer Äundeörath beschloß, von allgemeinen Maßregeln gegen die Pariser Flüchtlinge abzustehen, jedoch jeden einzelnen Fall zu untersuche» und gemeine Verbrecher auszuliefern. Versailles, 28. Mai. 6inc Circulardcpcschc Thiers' vom Heutigen, 2 Uhr Nachmittags sagt: Unsere Truppen, 'gestern um die Äuttes dc ^haumont ge-schaart, besiegten diese Nacht alle Schwicngteiten. Das 6orps Ladmirault, das Bassin dc Viletlc überschreitend, erstieg die Buttes de Chaumont und die Höhen von Belleville, die cS bei Tagesanbruch in seiner Gewalt hatte. Gleichzeitig verließ duS Co,PS des Generals Douali den ^ouleuard Nicbard Renoir und nalüe sicb den Stellungen von Belleville. General Vinoy crft!eg den P<>'.> Vachaisc, nahm die Mairic dcs 20. Arron^is^ sements, daß Gefangx.ß Nlqliclte, wo wir 10!» ^els^üi vorfanden. Dic Iüsxrgcntcii haltüi schon 6^z Geißv!", darunter den lörzbischaf, den Pfarrer ^rc,ucny und den Präsidenten Ganjean. erschossen. Gegcnwärtia sind die Illsllr^cnten bis ;u dcr älißerslcl, ^„c^iütc ;m,s,l,en der franzosischen 3lrmcc und dcn Prciißc!! ^!lttic^cworfc!<, Gehlere o^üveigern il>c» d>.>n Di.'rcl'^i^ ilü> s^ini! werden sie ihie Verbreche:, b^!h:n, da sie lciil^i, u„dercn Än<^ weg haben. alc< ;i, slcrbcn oder sich z» eis.cben. Die Circlilardl'Pcsch? desiätiqt de», Tnd Dc!ecl> Gesalzene wlirden gestern Abcnt't« ciügcbracht, Bricsc aus Paiis bestätigen, daß die lehlen I>surgcnlcnl>anden gestern hinter Bellcrnllc ni,d d^'M ssiicdh^f P<''!c Lachais,.' vernichlct wlüdcn. Dic Mililäib.hüit'e üimntt gcssc,i' wärtig die lHntwaffilliiig, Hauodnrchsuchnnqm und Vcr Haftungen oor, ohne irgendwie alif Widerstand z» stoßen. Die Benöllcrung manifcslirt cim- qroßc Bcfric' digung. vom Joche dcr Commune bcflcit zu fein. Unlcr den erschosscilcn Geißeln befinden sich dcr Erzbischof, Pfarrer Degncrry. die IcsliitcN'PatlcS Dn^oudray, (^lair, Olivan, Abt^: Allard und andere Priester, W Gendar^ men und der Banquier I.'cker. Telegraphischer Wt^.sc!< l>,,rs vom ,30, Mo, 5>fterc. Metalliqnes 5l»..'<5, - 5»p?iv V^taNiqi'.e? ,nit Mni' nnd Noueinbei-Einsen 59 :j5» — 5p.-rc ?il'sional:Anlel,en », - 18<;«er Slaäts-Änleheü U)2. - Bauliieürn 7l»2. Ered,,'-Actiiu ^82.70 - London 124.25» - ö'ildn !^2,40— K, l Vlilnv Diicalcu 5.«l>'/,. Napnleond'or l>.8!>. Da« Postdampfschiff ,,Ciml'ria". Caftilän Haack, welches am 10. iVl^i von Hünilinr^ direct »ach ^lem-^orl abgeciancien, isl am 21. d »rohll)cl)llltcn dort augclummcn. Attstckommene Fremde. Ain 2!'. Mm. >''>»»<»»>»<. Dic Herren: Äla^aris, Trirst. - Himon nud Parll>, Hopseiihäildler, öängerlicrss. — Polneszovic' nnd Milic, Ägrai». - Feifrr, Kanfm,, Görz.' - Vliillr!. In.^-nienr. Wie',,. ^ Lollauibaili, Handelsmann, Trieft, »^lrani, Haildelswann, Pordelione. - Niauraucr, Äanf»!,, Tnesl. — Pcrißich und iiosclmr, Cilli. - Palhcra, Kaufm,, Trust.— Äolmaim, Sleiw brück. Hirschmann, jtaufm, Cz.ilailnmi, — (5arlin, Ban Unternehmer, Pribano, - Ceelvil, Handelsülcin, Udine, Hodnil, Trirst. ^t»«>< A^lv«. Die Herren: Aaron Apfaltrern, Krcntz. -Steinlin, Iuscftthal. - Winter, Kanfin., Tricst. Graf Pace, Ponooitsch. -^ v. Gutlnaiinvthal, Präsident, Trieft. — Frau Götzl, Kaufmanns Gattin, Htein. itottoziehnng vom H7 Mai. Trieft: 5>l 80 64 05) 83. HMüchlml^il in LmLach. 30. 2 ,. N. <<25,22 ^-17 5. SW. mäbi« aan; Iiew. "1',, l0 , Ab. o24..,5, >12« NW.schwach d'i!n» Iiew, ^""" Vormittags Gewitterwolken, entfernter Tonner, schwach^ Regen. Weüerlenchlen in SO. Mundhof. Daö Tasseiimillel der Wä>me -j- 14-l". um 0 7« iil,'er dem Normale. ^eranln'ortlichrr Redacleiu: Igna,; u. itl c i n m a l, r. Vüljenbtlicht. Wien, i^7. Mai. Die Börse war Mistig bis auf Auglo-Actien, welche lii<< 251 ausgeboteu wurden. Vesonderi« lebhafter Nachfrage begegneten Lose aller Gattungen n>>l AuSllahme von 183i)ern. Devisen waren offerirt. /T. AUaemeine Staatsschuld. Für 100 fl. Geld Waurs Einheitliche Staatsschuld zu 5 ptrulal^ ... « b » 93 — 94.-— Ungar» ......5„ 7980 80.20 c. Andere öffentliche Anlehen. Douauregulirungslose zu 5p20ft. ij. W. Silber 5"/, pr. Slillt l07 35 107.50 Una Prümieuaulcheu zu llxi ft. ü.N.l?5ft. «inzal)l.)pr. SMck 93 60 93 80 Wicuer Eommuualanlehen, rllcl- Geld Waare zahlbar 5 pEt. fllr 100 fl. . . 87.30 87.50 «. Actien von Bankinstituten. Geld Waarr Nuglo-Üsterr. Ban!.....^49.- 249.50 Baulvereiu.......250.-250.50 Boden-Lreditaustllll . . . ^" ^II'^ llreditllustlllt f, Haudel u. Gew . 281 80 ^-Crebitaustalt, allgem. uugar. . 100 50 10/ — Escomftle-Gesellschaft, u ü. . . 891. 894,^-Franco-üsterr. Baul .... 116.25 116.50 Geulralbaut.......—-^ ,71'" Haudrlsvaul.......150.— 150.50 Natimilllbanl.......787.-788,- Uilioubaul.......273 60 274.— Verciusbanl......108-75 109.25 Verlehrsbant.......171.— 172.- «?. Actien von Tr.,uSportu„ternet,- muuaen. Geld Wame Älföld-Fiumaner Bahu . , . 177.25 177.50 Böhm. Westbahn....."-" ^>" Carl-i!udn,ig-Vllhn.....260.— 260.25 Douau-Dlllnpsschifff. GcseNsch. . 612.—614. - Elisabrth-Weftbahu.....222.75 223.25 Wsabeth-Westbahn (Viu, - Vud- weiser Strecke).....197.75 198,25 strrdiuands'Nordllahn . . . 2285 2290. Bl«sl,cch«n-«llr,:,er.Vul,u 1^6.— 176.25 Meld Waare! Hra,l',Iosevl)«'»4nbn . . .201.— 20150 i.'ember>i-Tzern.°Illfsyer-Bllhli . 173.— 173 50' ttloyb, ilfterr........398.- 399. - > Ocsterr. Nordwcftbahu . . .211.75 212.— ' Nudolfs-Äahll......164,25 164°?5 Siebeubllrgcr Veh» . . , . 171 — 171,50 StlllltSbllhil.......421,50 422,50 Slldbahu.......173,70 173 90 Sild-uordd, Verbind. Bahu , . 181. - 181,25 Theiß-Bahn.......246.50 247.— Ungarische Nordostbahn . . . 163.- 163.50 Ungarische Ostbahu .... »6,— 86.25 Tramway........223.75 224.— W'. «Pfandbriefe (fNr 100 fl) Ällg. üst, Bodm-Eredit-Nufialt Geld Waare UerloSbar zu 5 plch.zu5M.iuiz.W, 86.80 87. Natlouald. zu 5 P(!t, °. W. . . 92.50 92.70 Uua.Bod.-Ered.-Aust.zu5'/,pCt. 89 50 89.75 «. Pvioritätsobliftationeu. Geld Waaren Olis.-Westv, in S. verz. (!. Emifs.) 95 - 95,50 ^crdiuandii.Nordb. iu Gill) verz. I<»5,50 105,75 l^ranz Joseph« V^u .... 96.90 97,10 "».Tarl ^'n^U> N.i,O.„?rz! ^„,. 103 50 104 50 ^eNerr. «or!nufU!,ahu . . . 96 25 96.50 > Geld Wann' Siebend. Bahn iu Silber verz. . 88 90 89,U' ,Staat«b. G. 3"/.. «5>00Fr, „!,Eul. 139,- 139/'" !Sildb. G. 3"/, i. 500 Frc. pr. Stück 110 75 111 ^ !Sildb.-G. i> 200 fl.z. 5", silr 100 st. 90.-. 9l)F Gildb.-Bous 6"/« (1870-74) , ^ 500 FrcS pr. Etücl . . 240 50 241 l'»' Uug. Oftbahu filr 100 fl. . , 84,80 85' »». Privatlose " Wechsel (3 Mau) Geld W««" Augsburg fllr 100 st. lildd. W. 103 50 1»^ ''' ssrantfnrt a.M. 100 st. dclto 103.65 1«^ /', Hamburg, sllr 100 Mark «aiuc. 91 50 !>l" ^»ondou, fllr 10 Psuud Sterling 124.40 l^ '' Paris, fllr 100 Franco . . . —.- (5ourH d?r (fteldsl'vte,, ^ Geld Waol' , 1 «. Mlluz-Nucate, . 5 st. 89 lr. 5 st. !' 'i Napoleousd'or . . 9 ., 90 .. 9 „ ^ ' . Prcuß. Cnssenscheine 1 .. 83'. .. ^ " ^' ' > Älkn 122 .. 35 ., 122 „b5 '« llluiuische Gruude»l, - Oo»", W