Dinstag ^ den ll. Unni 1839. I I I y r i e tt. <^ie k. k. vereinte illyr. Camera!-Gefallen-Verwaltung hat unterm l». Juni d. I.> die vom «Patronate dcr Camera! - Herrschaft Lack abhängige Pfarr Lengenfeld, im Laibacher Kreise, dem der< zeitigen Localkaplane zu Saplana, Johann Ga-sperin, verliehen. Bewegung im Freihafen von Triest wahrend des Monats Mai 1839. Angekomment Schiffe: Von langer Fahrt: 55 Schiffe aus Albanien, 14 aus Frankreich, 13 aus Sizilien, ll aus England, li aus Griechenland, la tlus Holland, 8 aus Brasilien, 7 aus Smyrna, g «us Salonich, 3 aus St. Iago di Cuba, 3 aus Genua, 3 auö Constantinopel, 3 aus dem schwarzen Meere, 2 aus den jon. Inseln, 2 aus St. Domingo, 2 aus Nordamerika, z aus Malta, ^ aus Venedig, 5 aus Livorno, l aus dem ungar. Küstenlande; l aus Portugal und l aus Älcxandrien,' im Ganzen: li3 Schiff?. Küsten fahrt: 80 Schiffe aus Dalmatien, 60 aus dem Venetianischen, 5l aus Istricn, 2^ aus dem ungar. Küstenlande, 27 aus dem Kirchenstaat und 22 aus Sizilien; im Ganzen: 279 Schiffe. Abgegangene Schiffe: Von langer Fahrl: IN Schiffe nach England, j3 nach Griechenland, ^3 nach Livorno, 7 nach der Vcrbcrek, ? nach dem ungar. Küsicnlande, 6 nach Frankreich, 5 nach dem schwarzen Meere, /» nach Venedig, 2 nach Albanien, 2, nach Holland, 2 nach Alexandrien, 2 nach Sizi-l"n, 2 nach dem Kirchenstaat, 1 nach Genua, l nach Hamburg, z «^fh Constantinopel, 1 nach Stettin, < nach Smyrna, i nach Nordamerika; im Ganzen: 73 Schisse. Küsten fahret: 10I Schiffe nach dem Ve-Nttianischen, 89 nach Dalmatien, 5^ nach Isirien, 23 nach dem Kirchenstaat, t? nach Sizilien/ l6 nach dem ungar. Küstenlande, H nach den ion. Inseln, 5 nach Albanien und,j nach Livorno/ im Ganzen: 21? Schiffe. ' , ". S ch i fffa h rt in Tr i est: , , Am H. Juni. Catania: Consolazione, Sampognaro, Sicil., in 1» Tage», mit Baumwolle uut> a> W- Am 5. dito. Livorno: Colo, Paccetti, Nöm., in ilZ Tagen, mit >i versch. W. Burazzo: Commcrcio, Sbisa, Oester., in 14 Tage«, mit Oel. Am 6. dito. Neggio: St. Mario,di Porto S^lvo, Cimato, Nea- polit./ in 17 Tage«, mit versch. W. Galacz und C 0 n st a >l t i i, 0 p e l: Pc>ssidone, Vacco« giorgio, Griech., i>, 40 Tagen, mit Weizen. TM i e n. Ce. k. k. Apostol. Majestät haben Sich mit Ihrer Majestät dcr Kaiserinn den 5. d. nach Pseßburg zu begeben geruhet, um daselbst den ungarischen Reichs' tlig in Allerhochstelgener Person mit der herkömmlichen Feierlichkeit zu eröffnen. (W. Z.) Italien. Neapel, 25. Mai, Da die Frevelthaten und Räubereien in Sicillen, namentlich in den Distric« ten von Palermo, Trapani und Girgenti, wo die beträchtlichsten Schwefelgruben sind, von Tag zu Tag öberhand nahmen, so daß weder das Eigenthum noch das Leben der Einwohner, weder auf dem Lande noch in den Dörfern und Städten mehr sicher waren, ja selbst die bewaffnete Macht den Angriffen der brob-loscn Classe sich ausgesetzt sah, hat sich die hiesige Regierung genöthigt gesehen« Truppenvcrstarkungen d^hin zu senden, und das Martialgcsetz oaselbst in Kraft treten zu lassen. (Allg. Z.) - Nachrichten aus Rom zufolge hat daselbst am Dreifaltigkeitssonmage, 26. Mai, die feierliche Ca- 186 non^satlon der seligen Alfonso de Liguori, Francesco di Girolamo, Gio. Giuseppe detta Croce, Pacisico da S. Seuerino und Veronica Giuliani in der St. Peterskirche Statt gefunden. — Ihre Majestäten die Könige von Vakern und beider Sicilien, II. kk. HH. der Kronprinz von Baiern, der Graf von Trapani (Bruder Sr. Majestät des Kö'nigS beider Sicilien) und andere fürstliche Personen wohnten der Feierlich--keit bei. Die Zahl der Fremden, die sich, um Zeugen derselben zu seyn, in Rom eingefunden hatten, wird von dem dortigen Diario auf mehr als dreißig-tausend angegeben. (Ost. V.) V r e u ß e n. Bei der Eisenbahnfähre von Potsdam nach Berlin am 29. Mai sprang in der Gegend von Zehlendorf ein Füllen, durch das Pfeifen der Maschine erschreckt, von der neben der Pahn geführten Stute ab und auf das Planum, wo es anfänglich neben, dann abec vor der Maschine herlief, Auf ein Zeichen des Maschinisten hielt der Wagenzug an, so daß das Fällen nickt beschädigt wurde. Wahrend dieses AnHaltens war ein Passagier von einem der offenen Wägen auf seinen Sitz getreten, um den Vorfall mit dem Füllen anzusehen. Als nun aber der Wagenzug sich, mit einem leichten Ruck, wieder in Bewegung setzte, verlor derselbe das Gleichgewicht und stürzte rückwärts über den hintern Theil des Wagens auf die Bahn, doch so, daß er inmitten der Schienen zu liegen kam. Es wurde ihm äugen-blicklich zugerufen, sich still zu verhalten, was den Erfolg hatte, daß der Wagenzug, ohne ihn zu verletzen, über ihn fortging. (Öst. B.) Frankreich. Schon seit längerer Zeit war die Polizei bemüht, die Urheber und Verbreiter des republikanischen Monitcurs aussindig zu machen. Ihre Be-MÜHungsN scheinen endlich Erfolg gehabt zu haben, indem nunmehr neun Individuen als der Aufreizung zum Kö'nigsmord und zum Umsturz der Negierung, dann des Angriffs auf das Eigenthumsrecht ?c. schuldig , von dem königlichen Gerichtshof? in Anklagestand versetzt worden sind, und am 7. Juni vor die Assisen kommen sollen. Von diesen neun Angeklagten (darunter zwei flüchtige) gehört nur ein einziger — der 2Hährige Literal Ioigneau — den Hökern Ständen an,- die übrigen Md größtentheijK junge Handwerker/ einer darunter, Namens Lecomte, ist Specettihändler. Nach der von der Gazette des Tri-dunaux^. ausführlich mitgetheilten Anklagacte fand man schon seiifAnfang des Jahres 182? in verschiedenen Stadtvierteln von Paris Proclamations« verbreitet, worin das Volk zum Umsturz der Negierung und zur Einführung der Republik aufgefordert wird. Bei einem gewissen Argout entdeckte man mehrere Druckschriften mlt d?e Aufschrift: „Druckerei^er Republik.« Eine derselbe führte den Titel: »TagS-befehl,- demokratische Phalangen i" sie enthüllt die Existenz einer zu Königsmord und Umwälzung der Negierung gestifteten Gesellschaft. Im Eingang ward die Reorganisation des geheimen „Vereins der Fa. milien" verkündigt: die ehemaligen Familien heißen von nun an: „Pelotons." Dann werben di« Ursachen aufgezählt, aus welchen die bisherigen revolutionären Versuche scheiterten, nämlich der Mangel an Orga-nisation unter der republikanischen Partei, und an Hingebung von Seile der Anführer. Das Comite behal: sich deßhalb die Leitung aller Unternehmungen bevor. Diese Ideen sind ausführlicher entwickeil in dem beigefügten „Formular," daz zugleich die Eides, formel enthält. Der Aufzunehmende muß schwören, keine Todesgefahr zu scheuen, unweigerlich den Ve« fehlen der Obern zu folgen, und um jeden Preis dl« Einführung der Republik und der Güterlheilung zu erstreben. Im Laufe des Jahres, und nameulliH .an den Iulitagen, wurden noch mehrmals Aufrufe in Prosa und Versen in Umlauf gesetzt, worin un, ter Anderm der Königsmord gepriesen, und Ludwig Philipp mit dem Tode bedroht wird. Im Novem« ber 585? endlich erschien die erste Nummer deS re« publikanischen MoniteurS. Sie trug daS Datum des 2. Frimaire im Jahre Xl^VI.; die Vignette stellte die Freiheit vor, mlt einer Flint« bewaffnet, auf Var-tikaden und Pflastersteinen sitzend; rechts di» In« schrifc: «Einheit, Oleichheil , Brüderschaft >« links: »Vorsicht, Muth, Beharrlichkeit;" am Fuße lag man: »Druckerei der Republik." In diesem Prospec« lus wird erklärt, .daß der Moniteur in einer Auf« läge von mehr als t0,0i)0 Exemplaren in unr«gel» maßigen Zwischenräumen erscheinen wlrde, und zwar ohne Stampel und Caution, kurz »ohne eine d«r, von den Renegalen von 1783 und 1820 der Press« auferlegten fiskalischen Hemmungen.» Er weide of-fen gegen das Königthum und die bestehende gesetzliche und sociale Ordnung auftreten, die Republik und Gütergemeinschaft predigen, mil Einem Wort AlleS thun, was durch die »blutdürstigen" Septem-dergesetze als Verbrecher oder Vergehen verpönt sey. Diesen, Versprechen wird dann auch alsbald nachg»« lebt. Der erste Artikel enthält eine schauderhaft« Schilderung von dem Elcnd der arbeitenden Classe; zuletzt wird der König als alleiniger Urheber aller Leiden dargestellt. In der zweiten Nummer werden besonders die jungen Leute aufgefordert, sich zu» „Aefreiung des Vaterlandes" zu frheben. Die drilt« Nummer enthält zwei Artikel, detitelt: »die Propa« ganda im Wachthaus," und «welcher Unterschied ist zwischen der Negierung Ludwig Philipps und Carls X. ?" Die folgenden Nummern enthalten einen Ar- 187 tikel: «Pflichten der Republikaner,« eine Art Palo-die von Robespierre's Reden über Tugend und Mo« ralj dann Übersichten d?r innern und äußern Ver. hältnisse; in Allem bilden die gräßlichsten Verwün-schungen und Drohungen gegen Ludwig Philipp und seine Familie den Hintergrund. Mit der achten Nummer hörte der republikanische Moniteur auf, den man acht Monate lang auf alle mögliche Weife zu verbreiten gesucht hall«, Lindem man ihn unter die Hausthüren warf u. dgl., ja selbst mit der Post wurde er versandt. An seine Stelle trat der ,,fteie Mann.« ein Quartblalt, das dilfelben Grundsätze predigte, jedoch mit etwas weniger Cynismus in» Ausdrucke. Seine Angriffe waren besonders gegen die Eigenthumstechte, und die Vererbung der Güter gerichtet. Ast. B.) Schweven mw Korwrgen. Die Staatsidn ing meldet aus Christiania, daß Sc. Majestät der König in den letzten Tagen des Monats Mai die Rückreise nach Schweden an. treten werde. Ast. V ) Spanien. Nachrichten aus Saragossa und Madrid (im Baponner Phare) zufolge war Cabrera damit beschäftigt, Cuenca regelmäßig zu belagern. Der Christinische General Nogueras (van Halen's Nachfolger im Commando der Centtums-Armee) und Amor hallen ihre Vereinigung zu Calatayud bewerkstelligt, und waren zum Entisak von Cuenca aufgebrochen. Cabrera soll eine unermeßliche Beute auf seinem Streifzuge nach Castilien und der Mancha eingesammelt haben, die er nun nach jenem Theil von Arra-gonien, in dessen Besitz er sich befindet, in Sicherheit zu bringen trachtet. —Der Phare will wissen, berOperationsplan der Christines für diesen Sommer gehe vorzüglich dahin,, sich in Besitz der kleinen Häfen an der Küste von Guipuzcoa und BiZcaya, als Mo, trico, Deva, Ondcnroa, Vermco ic., die sich gegenwärtig in der Gewalt der Carlisten befinden, zu fttzen. löst. B.) Vayonue, 22. Mai. Bei dem Ucbersalle von Urdax durch Mmiagorri wurde der tapfere Obrist Caballero, ein ausgezeichneter Offizier der Guiden Zumalacarregui's, getödtel. Diego Leon ist am 17 mlt 8 Bataillonen und mehreren Escadronen in Pamplona eingerückt. Seine Truppen ,waren von Strapazen erschöpft. (Allg. Z.) Der Moniteur vom 20. Mai enthält folgende telegraphische Depesche aus Perpignan vom vorhergehenden Tage: „Der commandirende General der 2l. Division an den Hecrn Kriegsminister. Am 27. hat sich der Graf d'Espana (der Carlistische Ge< neralcapitän'von Catalonien, den einige Blatter "'»Whin durch Llarch de Copons ermorden ließen!) ' der Stadt Nipoll (in Obercatalom'en) bemächtigt. Die Besatzung, die sich in der Kirche verschanzt halte, hat am Abend capitulirl." Ein Schreiben aus Bayonne vom 27. Mai (in der Gazelle de France) bestätigt die jüngsihin durch den Telegraphen gemeldete Nachricht, daß sich ein 6000 Mann starkes Carlistischcs Corps unter Commando des Brigadiers Arnau, eines der Unterfeldherrn Cabrera's, der Stadt Liria (sieden Lieues nordwestlich von Valencia) bemächtigt halle. Briefe auS Bayonne vom obgedachten Tag« bestätigen, daß die Carlisten Orduna am 22. Mai ohne Gefecht verlassen haben. Der Ort wurde hierauf von den Truppen der Königinn besetzt,- Maroto hat sich bei Amurrio (eine Meile nördlich von Orduna) aufgestellt. Briefen aus Vayonne vom 25. Mai zufolge ist es dem ehemaligen Carlistischen Minister Arias-Teijro, und dem ehemaligen Polizeichef im Hauptquartier des Don Carlos, Miguel Diego Garcia, die beide in Folge der Ereignisse von Estella im Februar aus Spanien verbannt worden waren, gelungen, der Wachsamkeit der Polizei von Toulouse zu entgehen, und nach Spanien zurückzukehren. Man glaubte in Baponne, daß sie sich zu Cabiera begeben wollten, um eine auf Marco's Sturz hinarbeitende Junta zu organisirm. (Öst. B.) N u ß l a n v. Am 22. Mai hielt Se. Majestät der Kaiser die gewöhnliche Frühjahrsmusterung über sämmtliche Truppen des Gardecorps, welche nun das Lager beziehen. II. MM. der Kaiser und die Kaiserinn werden jetzt ihren Aufenthalt in Zarskoje-Stlo nehmen, wo die Großfürsten und Großfürstinnen bereits seit einigen Tagen verweilen, indem die Witterung plötzlich außerordentlich warm und mild geworden, und von fortwährendem Frost zu 22" Hitze im Schatten überge: gangen ist. (Öst. 83.) Gsmanisches Neich. Nach Berichten aus Constanlinopel vom 22. Mai war der zur Untersuchung des Zustandes der großherrlichen Armee nach Asien abgeschickte Tajjar Pascha nach der Hauptstadt zurückgekehrt, und hatte, wie verlautete, Nachrichten mitgebracht, welche die Lage der Dinge im Allgemeinen in nicht ungünstigem Lichte für die ottomanische Armee darstellen, und eine außerordentliche große Rathsversammlung zur Folge hatten, deren Beschlüsse man mit gespannter Neugierde erwartete, worüber aber bei Abgang der Post noch nichts Bestimmtes bekannt geworden war. Indeß waren seit Tajjar Pascha's Rückkehr nur Kriegsgerüchte in Umlauf» und Alles sah mit banger Erwartung dcn nächsten Nachrichten aus Syrien enl< gegen; Einige behaupteten sogar, die Feindseligkeiten 183 hatten berelts begonnen, doch schemt dieß nicht der Fall zu seyn , auch die außerordentliche Nathsversamm-lung, wenigstens biS zum Abgang der Post, keine andere Folge gehabt zu haben, als ViiAbsendung lieuer Weisungen ay die commandircnden Generale, sich stets schlagfertig zu halten, aber jeden ersten Angriff zu vermeiden, und den Befehl/ ,die Flotte in wenigen Tagen auslaufen zu lassen. Glaubwürdigen Nachrichten zu Folgl hatten das zweite und dritte Observations' Corps der türkischen Armee Angora und Konia bis zum 7. Mai nicht verlassen, ein Umstand, der zu beweisen scheint, daß Hasis Pascha weder weiter noch rascher vorgerückt ist. In Bezug auf die in Folge der letzten Nachrichten aus Alexand rien verbreiteten Kriegsgerüchte heißt es imIournal de Smyrne vom 19. Mai: „Trotz der für die Ruhe dieser Länder allarmirenden Nachrichten, die aus Alexandrien eingegangen, und seit einigen Tagen im Publikum verbreitet worden sind, trotz der Ankündigung, daß die Feindseligkeiten an der syrischen Gränze zwischen der türkischen und der ägyptischen Armee bereits eröffnet worden seyen,