LMllcherDMtlmg 'HH, 1L^/^ Prä!!!i»,cralioni«plci>>: III! l-lompl^ir ganzj. V>H* >»G«H st. li, h«ldj. ft. 5.5<». Für bi« >luj!<:U!lug ins Hnu^ ' ^»«^ ^W. halbj.Hii lr. Mil her Post ganzj.fl. 15, haldj. si. 7.5.0. Dienstag, 28. >'lu.uist Inscrli onsor diihr bis lu Zeilcn! lmal l!0 lr./ 1>^)^«" ull,.«0lr., ,1«!., fl.zsonst pr. ^'ilc ,m. Nf,'.,2m.8lr., > ^H>V«ß «!«. 10 lv. n. s. w. Iiisürtionestcmp^ jcdc^m. 30 l». ^ ^ * Mit 1. September beginnt cm neues Abonnement auf die .Fail»acher Zeitung." Dcr PriinumeratioUs-Preis beträgt fur die Zcit vom 1. bis Ende September 1866: Im Comptoir offen...... — si. 92 lr. Im Comptoir untcr Convert ... 1 „ — „ Für Laibach ins Haus zugestellt . / 1 „ — „ Mit Post unter Kreuzband .... 1 „ 25 „ Ulnlsichl'l Theil. Sc. l. f. Apostolische Majestät haben mit Aller-llöchstrr Entschließung von» 22. August d. I. den Miui-stcrialsecrctär und Titullnsccliousrath im Fiuanzmini' slcrium Carl ^teislin Edlen von So i, than sen zum wirklichen Scclionsrathe dieses Ministeriums aller» gnädigst zu ernennen aernht. Der Staatsminister hat den Snpftlcnlen an dcr Nricchisch. orientalischen Oberrcalschnle in Ezernowitz Heinrich Kl aus er zum wirtlichen Lehrer an dieser Lehranstalt ernannt. Das Finanzministerium hat eine im Gremium dcr l. t. Fiuauzlaudcsdirection in Ofen erledigte Finanz-rathstcllc dem disponiblen Finauzrathc dcr bcstaüdeucn Teincsvarcr Fiuanzlaudcsdircctiou Mathias Lind» m aycr verliehen. Nichtamtlicher Cheil. Mit Bczichuug auf dic Kundmachnug vom 12. März I860, )lr. 2489^ mit welcher von dcr uuttizcichuetc« Laudcsbchördc die Preise fiir gulc Zucht nud Pstegc dcr Wrdc in Krain für dqs Jahr 1^66 ausgeschrieben uud Adclsberg als einzige Coucursstation bestimmt worden 'st, wird — nachdem die Prcisucrlhciltlng am 16, August 1H60 vollzogen wnrde — deren Ergebniß hicmit znr öffentlichen Kenntniß gebracht. Es sind 10 Muttcrstntcn mit Fohlen und 12 dreijährige Stnten znr Eoncurrenz vorgeführt worden; es wurden von den ersteren 5 und voti den letzteren 4 wegen Mangel dcr vorgeschriebenen Bediugnngcn von der Bcwcrbuug ausgeschlossen, uud es kamcn alle aus» gesetzten 10 Preise sowie Uj Medaillen znr Vcrthci-lung. Flir Mnttcrstutru mit Fahlen wurden bethrilt: Tralar, Franz, aus Oberjcsscuiz im Bezirke ^asscnfuß mit 10 Ducatcu uud dcr Medaille; Lcban, Maltha'ns, ans Adclöbcrg mit 4 Dncaten nnd der Medaille; Dollcnz, Bernhard, aus Noscucgg im Bc> zirke Senosctsch mit 4 Ducatcu uud der Äiedaillc; ^.^ofiz, Josef, aus Klciumauusburg im Bezirke Stein wit 4 Ducaten und der Medaille, nnd Äi aidic, Iguaz, ^us Zirtui; im Bezirke Planiua mit 4 Ducatcn und der Medaille. Für dreijährige Stuten wurden detheiit: Kaucic, Johann, auS Präwald im Bezirke Sc-lwsctsch mit 8 Dncatcn und der Medaille; Pettou« ^kk, Stephan, aus Bcukc im Bezirke Odcrlaibach mit ^. Ducateu und dcr Medaille; Kolenz, Johann, auS ^rstenil im Bezirke Nassensuß mit 4 Ducaten uud der Medaille; Icrschan, Anton, auS Manniz im Bezirke planina mit 3 Ducatcn nnd dcr Medaille, nnd Pe-!^ic, Lucas, auS Schcranuiz im Bezirke Planina mit '> Ducatcn nnd dcr Medaille. ^r noch writers prclswiirdige dreijühngc Stntrn wurden' wegen AnzuUnglichkrit der prümml blos mit der Medaille urtheilt: Komar, Maria, ans Präwald im Bezirke Sc» l '^sctsch; Pl'ijnoöic, Andreas, auS Orahuvo im Ac-^le Planina, nud Pctroöic, Auton, aus Gioßoblak «N Pezirtc Laas. Laibach, am 23. August 1806. " ou dcr f. 5. Landcslichördc f" r K r a i n. In Dicnstcsabwcscuhclt des k. k. Statthalters: Iohanu Ritter v. Vosizio w. p>, k. l. Statlhaltcrcirath. Vaibach, 28. August. Bisher ist üdcr die nähcrcu Stipulalioucn des zwischeu Ocstcrrcich nud Prcnßcu geschlosscucu Friedens noch nichte in dic Ocffcnllichkit gedrungen; auzunchmcn ist iudcsscn, daß von den bereits bckannlcu Fricdcnsprälimiualien m kciuem wcfrutlichm Puullc ab' gcgauacu wurde nud daß dicsclbcn so ziemlich das Ganze des FliedcnsmstlNineutcs ausmachen werden. Die,...Bohemias ist in dcr Lagc, einige wenige Details aus den ^livulalioncn des um halb 1,2 Uhr Nachts dcs 2!',. August im ..blauen Stcrn" dnrch dic Bevollmächtigen dcr deidcn hohen Monarchen, Frcihcrrn o. Brenner und, Baron. Werther, nntcr^cichncten Fric. dcns bringen zu löuucu. Dcmuach wurde die Ratift. cation dcs Fricdcusvcltragcs durch die h. fricdcuschlie-ßcudcu Mouarchcu iuucrhalb acht Tagcu, die Räumung der derzeit occupirtcn Geuictstheile dcr k. k. öslcrr. Monarchic binnen drei Wochen, vom Tage der Nalifica. tion gcrcchnct/.bcduugcn, doch macht sich Sc. Majestät dcr König von Prcußcu verbindlich, dcn größten Theil seiner, Truppen schon jctzt aus Böhmen m>d Mähren herauszuziehen. Seincr M^jcslät dcm Könige Victor Cmauncl ist dcr Besitz dcs lomb. »ueuct. Königreichs gesichert, nnd verspricht Sc. Majestät dcr Kaiser von Ocstcrrcich, das ncuarroudirte Königreich Italien in seiner ganzen gegenwärtigen Ausdehnung aucrtcnuueu zu wollcu. Ueber die Eulschäoignugssutnmcn, welche Italien au Oesterreich zu zahlen habcn wird, so wie über die Höhe dcr vou Italien zu übernehmenden Staatsschuld werden k. k. österreichische lli?o k. italienische Bevollmächtigte .abgesondert iu Wien unterhandeln. — Im Mge» meinen werben der „Bohemia" dic Stipulationcu zwischen den. beiden untcrhcmdcludcn hohen Mächten von höchst achtbarer Seite als nicht besonders günstig, aber auch uicht härter, als die iu den Fricdcuspräliminarien enthaltenen bezeichnet. , Was den verlauf dcr östcrrcich i sch ^it al i c-nischcn Fricdenöuerhaudluugcu aub.-laugt, so wcrdcu dcr „A. 3l. Ztg." hicinbcr zwei verschiedene Versionen mitgetheilt: Dic lricgolusti^c Partei wird „icht milde, zu versichern, daß sehr crustlichc Schwierigkeiten cul^ standen siud, sowohl übcr die Snmlnc, welche Italic» zn bcznhleu habe, als anch iibcr dic von Oesterreich verlangten Garaulieu sür die bisherige weltliche Macht dcs Papstcs. ^iach einer andern bcglallbigten Version gehen aber die Vcrhaudluugcu so ruhig ab, als es die Lage Italiens uud die Haltung seiner Schutzmächte nur erwarten läßt. Die Snmmc flir das Material dcs Fe-stungsvicrccks und vicllcicht cineu klriucn Theil von Frianl soll 200 Mill. Lire betragen. Um dicsc Summe herbeizuschaffen , müßte Italien ciu Anlchen von mehr als 400 Millionen machen, da die Ncgicrnug ein Aulchen gegenwärtig kaum zn 50 Proccut würde unterbringen töuucn. Bcmcrkcuswcrth ist dic Haltung dcr Pariser Presse anläßlich dcr preußischen Anucxionen uud, insbesondere dcs Schicksals von Sachsen. Das „Ionl'n. dc Dcb." äußert sich hierüber in nachstehender Weise: ..Wenn Prcußcu wirtlich .darauf bcslehcu , sollte,, auö Scichscn ciue Nrt vou Präfcctur iu Norddenlschland zu machen, so stcht zn gewärtigen, daß Frankreich sich , nicht auf cin solches Verfahren eiulasscn würde,, dn es nameuilich sich für Sachsen iutercssirt hat. Von da bis zu einem diplomatischen Conflict wnrde cs vicllcicht nicht so weit sein." , Die Vl'llscr Convcnlilln. Die „Wiener Zeitung" vom 25. August enthält die Erklärung vom 21. Juli iiber dcn Beitritt Oesterreichs zn dcr am 22. August 1864 zu Gcnf abgeschlossenen Couocution. Die Convcutiou lautet: Art. ). Die Ambulanzen uud Militikspitäler wcr-dcn als neutral anerkannt uud demgemäß von den Kriegführenden geschützt uud «cachtct wcrdcu, so lauge sich Kraukc odcr Vcrwimdclc darin bcfiudcu. Die Neutralität würde aufhörcu, wcuu solche Ambulanzeu odcr Spitäler mit Militär bcfttzt wären. 'Art. 2^ Das Personal dcr Spitäler und Ambu-lanzen sur'd'ic Aufsicht uud deu Gcsuudhcits-, Verwal« tuugs< uud Krauleutrausportdieust, s^uj^ ^^ Feldpre» digcr habeu, so langc sic ihrcu Vcrrichtuugcu oblicgcn uud Verwundete aufzuheben odcr zn verpflegen siud, Theil an dcr Wohlthat dcr Neutralität. ' Art.'3! Die im vorgchcndcn Artikel bczcichuetcu Pcrsonm kön.nc'u auch ncnclenhsuses. Allcrdurchlauchtigstcr, Gro ß iu ächtigster K 8 niss! Allcrgnädigster König nnd H'crr! ' Cw. königliche Majestät habcu iu ciuciu großen Augenblicke vou weltgeschichtliche Bcdcutuug uus um -Ihren erhabenen Thron versammelt. Unser Volk preist iu Demuth die Guadc Gottes/ wclchc Ew. Majestät theueres Lcbcn beschirmte uud so Großes zu vollbringen zuließ. Die großcu Thaten, wclchc uuscr taftfcrcS Heer in wenigen Wochcn von Land zu Land, von Sicg zu Sieg, dort bis über dcn Main, hier an die Thore dcr Hauptstadt Oesterreichs führten, haben nnscr Herz mit freudigem Selbstgefühl uud mit lebhaftem Dank erfüllt. Wir sprcchcu dcu Dank dcS Volles aus au die Tausende, welche das Grab bedeckt, au die sämmtlichen über» lebenden Streiter dcs stehenden Heeres und dcr iu gro« ßcr Zcit geschaffenen Landwehr, an die einsichtigen Führer, vor allen an Ew. Majestät selbst, dic Sie, in der entscheidenden Schlacht dic Leitung übernehmend, Noth und Gefahr mit dcu Kämpfern gcthcilt nnd dcm Kriege durch rasche Führuug cin Zicl gcsctzl habcn. Von hohcr Bedeutung siud schon jetzt die errungenen Erfolge: dic Auflösung dcr Bundesverfassung, dic AnSeiuandcrfctzung mit Ocslerrcich, dic Erweiterung dcr Grcuzcu uud dcs Machlgcbietcs uuscrcs Staates und dic dadurch gegebene Aussicht, daß m nicht fcrncr Zcit cin politisch geeintes Deutschland unter Führuug dcs größten deutschen Staates sich entwickeln löunc. Diese Flüchte, davon siud wir mit^Ew. Majestät überzeugt, wcrdcn nur in einträchtigem zusammenwirken zwischen Ncgicruna uud Vollsocrlrclnng zur iltcifc gedeihe». 1312 Ohne die Sicherung und Ausbildung dcr verfas-suugSmnßigcn illcchtc deS Volkes werden wir nicht zähle» dürfen alif dic Huldigung dcr Gcistcr nud Herze» iu Deutschland, welche allein dcr Macht Haltbarkeit und Dauer verleiht. Gegenüber der Thatsach?, daß seit ci»cr Reihe von Iahrcu dic Staatöansgabcn ohnc cincn znr gesetzlichen Feststellung gelangten Staalshanöhalt^ctat u»d theiliveisc im Widerspruch mit den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses geleistet worden sind, gereicht cS dciu lctzlcren zur großen Ocungthuuug, daß Ew. Majestät seitlich auöznsprcchcu gcrnht haben, daß dic in jener Zeit geleisteten Gcldansgabcn dcr gesetzlichen Grundlage cut-lichrcn, weil dieselbe mir durch das nach Alt. 99 dcr Vcrfasfuugöurlunde alljährlich zu Stande zn bringende Etatögesctz erlangt wcrdc» kann. Im Hinblick auf dieS königliche Wort, wclchcö die Nothwendigkeit eines nur unter Zustimmung des Abgeordnetenhauses i»s Leben tretenden jährlichen Staatshau^haltsgcsrl^cö, sowie dem« gemäß die Nothwendigkeit einer für dic Pcrgangcuhcit zu crwiltcndcn Indemnilälsertlärlnig der beiden Häuser des Landtages anerkennt, ist das Vertrauen der LandcS-vertrctung gerechtfertigt, daß künftighin dnrch die recht» zeitige Feststellung des StaalolianShaltSgcsctzco vor Be» ginn dcs Etal^ahrcv jeder Conflict verhütet werde. Die dcn Berathungen des Landtages unteibreiteten Vorlagen nbcr die Inocinuitätserthcilung n»d die ssi< lianzcn werdcu wir niit pflichtinäßigcr Sorgfalt iu Erwägung nehme!!. Mit derselben Sorgfalt werden wir die freudig nud dankbar begrüßten Vorlagen über die Einvcrleibnng der mit Prcnßcn zn vereinigenden deutschen Lande nno liber die Einbcrnfnng einer Volksvertretung dcr nord< dculschcn Anndcsstaatcn prüfen, vertrauen jedoch, daß, wen» Rechte des preußischen Volles und Landtages zn Gunsten cines künftigen Parlaments aufgegeben werden sollen, diesem Parlamente anch die volle Ausübung dieser Rechte gesichert sein wird. Durchdrungen von der großen Wichtigkeit dcr gc> gcmvärtigen Epoche für daö ganze dcntsche Vaterland bieten wir ans vollem Herzen nnscrc Mitwirkung znr einheitlichen n»d frcihcitliäicn Entwickclnng desselben, welche die Vorsehung in Ew. Majestät Hände gelegt hat. Wir können uns dcr Erkenntniß nicht verschließen, daß derselben noch große Schwierigkeiten entgegenstehen nnd daß mit der Eonstituirung des norddeutschen Vuu> des nicht bis zur Beseitigung deisclbcu gewartet werden kaun. Aber fest überzeugt uou der Nothwendigkeit eines nationnleu Bandes zwischen dem Norden n»d Südeu des deutschen Vaterlandes, hoffen wir zuversichtlich, daß dasselbe in nicht allzu ferner Zukunft geschaffn, werden .wird, namentlich dann, weun die deutschen Stämme im Süden die schon jchl in weilen Kreise», daselbst cm> psundcne Gefahr rincr Zerreißung Dcnlschlando crscnncu nnd dem Bedürfnisse uach einer nationalen festen Ver-einignng mit dein. Norden einen aufrichtigen und nnzwci-dentigeu Ausdruck geben. lkönigliche M a j c st ü l! Iu allen großen Tagen unserer prenßischcn Geschichte fnndeu zn dem Geiste nnd dcr Kraft seiner Für» slrn sich die des Volkes in Aufopferung nnd Hingebung gesellt. So foll es auch ferner nuler uns bleiben nnd wer möchte dann wider nns fein? In tiefster Ehrfnrcht verharren wir Ew. Majestät treu gehorsamste das Haus dcr Abgeordneten, Dcrprcußisch-linllllcuchcrliischrFlicdcn^ll'llrllg. Der „Staatscmzcigcr für Württemberg" theilt dcn Wortlaut des zwischen Preußen nnd Württemberg am 13. Anglist zn Berlin abgeschlossenen Fricdcnsoerlral.es mit. Wir entlehnen dem Actcnstückc nachfolgende Ver--lragsblslimmungen: Art. ll. Sc. Majestät dcr König von Württemberg verpflichtet sich, behufs Deckung eines Theiles dcr für Preußen aus dem Kriege erwachsenen Kosten an Sc. Majestät den itönig von Preußen die Snmmc von — acht Millionen Gnldcn binnen zwei Monaten zn bezah. lcn. Durch Bezahlung dieser Snmme entledigt sich Se. Majestät dcr König von Württemberg der in den §§. 9 und 10 des WafscustillstandsvertragcS ck> lu Eisingcn bei Würzburg dcn 1. Angust 1866 iilimiom-mcncn EutschädigungSverbmdlichlcitcn. Art. V. Unmittelbar nach geleisteter Garantie in Gemäßhcit des Artikels III oder nach erfolgtcr Zahlnng der Kriegsentschädigung wird Sc. Majestät dcr König von Preußen scinc Trnppcn nns dem wütttcmbcrgischcn Gebiete znrückziehcn. Dic Vcrpflcgnng der Truppen bei ihrem Rückmärsche erfolgt uach dem bisherigen Bun-deS-Vcrpflcgnngsreglcmcnt. Art. Vl. Dic AnScinandcrsetzung dcr durch den früheren deutschen Bund begründeten EigciUhumsvcr' hälluisfc bleibt besonderer Vereinbarung vorbehalten. Art. Vll. Die hohcu Eontrahcnlcu wcrdcn unmit. tclbar uach Abschluß des Friedens wegen Regelung dcr ZollvcrcinSvclHältnisse in Vcrhandlnng treten. Einstweilen sollen der Zollvcrcinigungövcrtrag vom 16. Mm 1865 und dic mit ihm iu Verbindung stehenden Vereinbarungen, welche durch dcn AuSbruch dcs Krieges außer Wirksamkeit gcscht sind, vom Tagc des Austausches der Ratifications deS gcgeuwärtlgci, Vertrages au, mit dcr Maßgabe wieder in Kraft treten, daß je-^ dem dcr Eontrahcutcn uorbchallc» blcilit, dieselben nach ' einer Anlündignng von sechs Monaten außer Wirksam- ^ kcit treten zn lassen. Art. Vlll. Die Hohn» Eontrahentcn wcrdcn un- ^ mittelbar nach Herstellung des Friedens in Dcntschland dcn Zusammentritt von Eommissaricn zn dem Zwecke veranlassen, nm Normen zn vereinbaren, welche geeignet sind, dcn Personen- nud Güterverkehr anf dcn Eisenbahnen möglichst zu fördern, namcullich die Eoncn,rrcnz-Verhältnisse in angemessener Weise zn regeln uud dcu allgcmcincn Verkehrsinteresseu nachlhciligen Bcslrebun« gcu dcr einzelnen Verwaltungen cutgcgcnzulrctcn. Art. lX. Se. Aiujcsläl dcr Köuig von Württemberg erkennt die Bestimmungen dl!s zwischen Prcußcu nnd Oesterreich zn Nilolsburg am 20. Juli 1866 ab-geschlossenen Präliminarvcrtrages an und tritt denselben, so weit sie die Zukunft Deutschlands betreffend, anch Seinerseits bei. Der Ausstund iu MlM. Nach Berichten von Personen, dic vom Schauplätze dcs Aufstandcs kommcn, stellt cs sich heraus, daß dic cunllichc Petersburger Depesche über die Verschworn»« gcn in mehreren Punkten vollkommen falsch ist. Die Verschwörung brach nicht in Iilutsf, sondern in dessen Umgebung aus, aber dcr Militärgonverncnr wollle dnrch jene Angabc die wiederholten Niederlagen seiner ausgc-sandtcn Dctachcmcnts bemänteln. Nach Mittheilungen dcS „Ezas" bildete dic Ursache der Revolte folgender Voifall: Nachdem alle Fabriken und Bergwerke der Regierung bereits überfüllt waren und dic Zahl dcr polnischen Verbannten sich immcr mchr hänsle, beschlossen die dcrtigc,i Behörden eine Straße von Irkutsk nach Kiachla (südlich von Irkutsk hart an dcr Grenze von Ehiua) längs dcr Tclcgraphenlinic nnd eine zweite von Wcrchuo-Udinsk über Grokncrischiusl (in nordösllichcr Richtung vou Irkutsk fortlaufend), das Laud am Amur, nach Petropawlowök zu baucu. Die in Abtheilungen gereihten Verbannten lies; mau dnrch Kosaken, Fußvolt und Ofsicierc hüten, welche die Arbeiten bcaussichiigen, die Adminislraliun und die Vcrproviantirung übcrwcichcu solltcu. Abcr »vie so häufig in Rußland, griff auch hicr t'ic selbst bei vielen Offieicren rind Beamten licf wurzelnde Verun» trcnllug Platz. Eine diefer Abtheilungen, bestehend in 1200 Ver^ banlilen aller polnischen Provinzen, darnnler sehr vielc ans Galizien, befand sich iu Kultlll (südlich von Irkutsk, hart am Bajl'al'Sce), in einer von der Nainr am ärmsten ausgcstaltele», wüsten nnd unfruchtbarcu, wenig nnd lediglich von den Stämmen dcr Bnrgälcn bevölkerten Gegend. Der von der Regierung bestiüinite Solo und Proviant gelangte selten lind nur zum hundertsten Theil in dic .stände der polnischen Verbannten nnd blieb in dc» Taschen und Magen dcr Anführer, waö eine Hnngcrs-noth zur Folge halte; als gewöhnlicher Gefährte des Hungers grassirtcn weit nnd brcit ver>chiedene itrank-hcittn, besonders der Hungertyphus, dem täglich viele dcr Polen erlagen. Diese bcdaucrungswüidigcu Vc» bannten machten den höheren Behörden Vorstellungen, nm dem Ucbcl zu steuern, abcr dieselben kamen nicht au oder wnrden verworfen. Dcr letzte vcrzwciflnnaMolle Schritt wnrde hervorgerufen dnrch das schlechte'Gcbahrm; anch dic einem der Polen ganz unfchuldig gegebenen Knutcnhiebc sollen das ihrige beigetragen haben. Uud so tnm cö, daß die Verbannlei/ in dcr Nacht vom 20. anf dcn Listen In»i die überfallcucn Soldaten ihrer Waffen beraubten und die Widerstand Leistenden knebelten. Emigc Unbcdllchtsamc warfen sich in der ersten Aufregung anf den Proviantcapitäi,, tödlclcn denselben, uahmcu dcn obersten weiter, Oberst Schatz, gcfangcn und begaben sich mit dcn Wasfcn, Mliinition nnd Psc,dcn dcr gc» ringen Mannschaft gegen Nordost, in der ^)iichtnng dcr Tclcgiaphenliuic am See Bajlol. Anf eine bis jetzt unbekannte Weise erfnhrcn dies gegen .'iO00 Arbeiter, russische Sträflinge. Auch dicfc beschlossen, sich zn befreien, ermordeten die ganze, aus 2 Schwadronen Kosaken nnd 2 Rotten Fußvolk bc< stehende Besatzung, nahmen ihnen die Wasfcu ad, vcr> folgten dic Richtung dcr polnischen Verbannten, unter dcrcu unmittelbaren Befehl sie sich stellten. Das lange gedämpfte Rachcfcncr loderte plötzlich zn hellen Flammen unter den dortigen Einwohnern. Dic Burgätcn fanden dcu Augenblick für änßcrst günstig znm Abschütteln dcS russischen Joches, sie empörten sich nnd übernahmen die Verpflichtung, unsere Verbannten mit Nahrung nnd Pferden zn versehen. Diese Nachrichten gclcingtcu uach Irkntsk zum Kricgögouvcrncur. Um dic Rebellion zu dämpfen, entsendete derselbe 4 Rotten Fnßoolk, eine Ablheilnng Ea-valeric und 6 Kanonen nntcr Führung seines Adjutanten nnd eines Obersten. Die Polen waren gcuug zcit< lich vou dem Heranziehen der Russen benachrichtigt; sic bczogcn ciucu Hinterhalt in den Engpässen vou Sc-lcuga (von Irkutsk anS jenseits des Bajkal'Scc's) und nmzingeltcn die vorbeiziehenden Russcu. Dcr Kampf soll cm äußerst blutiger gcwcscu sciu; viclc Officicrc und beide Anführer fanden ihren Tod. Die Abtheilung wurde total vernichtet, die Kanonen sammt dein Lagcr erbeutet. Dcr Kriegsgouvcrncnr wollte dieser Niederlage kciucn Glauben schenken, überzeugte sich aber hie« von allzubald, als man uach Irkutsk die Leichen brachte, über 20 Officicrc und 2 Oberste. Er verfammelte deshalb alle Kräfte in nud um Irkutsk und entsendete sie auf 2 Wegen (27. Juni), die Einen längs dem Bajkal-Sce, die andern auf Fahr> zeugen über dcn Aajkal, um auf diese Wcisc die Unsern im Rücken und in dcr Front anzngrcifcn. In der That besetzte dic letzte russische Abtheilung dcn Hafen Poöolsli und verschanzte sich eiligst in dem dortigen Kloster. Die Aufständischen, welche sich dcn Weg nach NerlschinSk bahnen wollten, warteten nicht anf dcn Angriff seitens dcr vereinigten rnssischcu Kräflc, sondern stnrmtcu gegcn die Verschanznng, vc>trieben und lödtetcn größtenlhcilS die Rnssen. Die andere Abtheilung, längs dcö Ufers, welche dcn Aufständische., in dcn glücken fallcn sollte, übcr-raschtcn dic Burgätcn und nöthigten sic nach bedeutenden Verlusten zum Rückzüge. N^ch derartigen zwei rasch anfcinandcr folgenden Niederlagen, nach Vernichtung der ganzen Besatzung von Irkutsk, vclfügtc der Mililärgouvernenr in den ersten Tagen dcö Monates Juli cine Zwangsrckrutirnug ill der Stadt Irkutsk uud dcrcu Umgcgcud, wodurch cr dic dortigcu Eiuwohucr erbittert haben soll. Die politischen „Ansüssigcn" (pux!,»rv) dieser Stadt wnrdcu vcrhaftet, ebenso verhaftete und enlfaudtc mau iu die nördlichen Gegenden Sibiriens dcn Obersten Lcwandowöti. Dic von dortigen Gcgcnocn Ankommende» erzählen, daß sich dcr Anfstand vcrbrcitc; die Polcn griffen auf dcr ganzeil Liuic zu den Wasfcn, besonders abcr iu den Nerlschinst'er Bergwerken. Oesterreich. Mieu, 2:j. August. Ein Eorrespondeul der „Allg. Zlg." schreibt von hier: Wie ich höce, wird schon in ocn nächsten Tagen dein Kaiser ein Budgctcnlwurf vorgelegt werde», nach welchem dnrch Reductionen und andere Maßnahmen bei dcr Armee etwa 40 Millionen erspart werden sollen. Prä,;- Hicr sind am 25). d. M. folgende Ve-lauullnachungcu crfchicueu: l. Es kommcn immer noch hin u»d wieder Fälle vor, iu welchen dic >» A^hmo» mcnschire-uhcn odcr ca»tollilils»dc>l ,!ruppe>l Nalliralvcrpslcgllilg durch die Qlicltlicrgedcr bl'ail-IVruchl'n. Ich schl- mich daher velaxlastt, biedurch zur all« gcmcinen .stonttlüsz zu briligeu, baß Ofsiciere einen Anspruch auf Naluralverpflestunss in Vdhmcn überhaupt nicht habc-li sich vielmehr mit der ihnen bewilligten Geldvergütuilg be» gnügcu müssen. Nach der getroffenen Velcinbaluuq iü Aöh-meu sind auch die Mannschaften nicht berechtigt, Natural« Verpflegung durch ^ualtiergcbcr zn fordern, vielmehr verpflichtet, ihrc VerpflegmigsgcgciMnde aus dem im Orte oder dem in nächster Nähe befindlich?» plnißischeu Magazine zu clttncchmell. Ciuc- Ausnahme von dieser letzten Ncgcl ist nur gestattet, wenn dic Magciziuverpslegung nicht aus« sührdar ift- es muß aber alsdann das Quarlierbillct den Vermerk „mit Verpflegung" enthalten. Prag, den 15. August 160«. Der königlich preuhischc General dcr Iüfcmteric und General« Gouvcrncnl für das Königreich Vöhme»: v. Falcte »st ei u. ll. Äei der Verbreitung dcr Cyolera ist es nöthig, daß die Lazarcthe geräumt werden i ich ertheile daher dic Gc» nchmigling, das, k. k, öslerreichische Soldaten jeden Grades der Privatpslege ubergchru werden tonne». Prag, Hradschi», dcu L4. August 180li. Der GeilerabGouvcrncnr: Gcneral dcr Infanterie u. Falclenstei» »>> >', «II. Ich bestiurme hicdurch, daß die von Einwohnern des Königreichs Böhmen abgelieferten Waffen den Eigenthümern derselben zurückgegeben werden sollen. Die königlichen Com« mandanturen haben hienaed das Weitere zu veranlasse». Prag, den 24. August 1860. Dcr General-Gouverneur: General dcr Infanterie v. Falelenste.! n >». I». Ausland. Dresden. An die sächsische LaudcScom> mission ist nachstehender königlicher Erlaß ergangen: Sc. Majestät dcr Kömg haben mit Rücksicht darauf, daß dcr StaatZnn'in'stcr Freiherr von Friesen zur Zeit nach Verliu zu dc» FricdcnZucrhandlungcu abgesendet worden, z" bcschlichcn geruht, daß auf die Dauer dcr Abwesenheit dc^-selben die Leitung dcs Ministeriums des Innern von dc»l Staatsminisler Freiherr» von Fallcnsiein nnd die Leitung des i Finemzministenums von dem Staatsminister Dr. Schneider ' übernommen werde. Se. Majestät setzen zugleich uorau?, daß die Staatsminister bei der ihnen übertragenen Geschäft^ sührung, soweit es in ihrer Krast steht und in ihrem A»'lc liegt, Sr. tömgl. Majestät Intentionen gemäs; nnd in der Hoffnung, daß ein entsprechendes Bündnis; mit Preußen i" Stande kommen werde, auf ein ehrliches nnd freundlich^ 1313 Zusammengehen mit Preußen Bedacht nehmen und dadurch die Spuren eines für baö Land mit großen Opfern verc bundenen Krieges bald zu tilgen bestrebt sein werden. Augsburg. Bezüglich des Bund esv er mv-yens soll demnächst eine Liquidationscommission gebildet werden, welche die Aufgabe haben wird, sich mit der AuSciiiandelsctzmig dcr Ansprüche der verschiedenen deutschen Staaten an daS BundcSeigenthum zu beschäftigen, und theils aus höheren Officicrcn, theils aus NechnungSbcamten zusammengesetzt seiu wird. Ueber den ModuS der Berufung finden gegenwärtig noch Erörterungen statt. Man hält eS für wahrscheinlich, daß die Abordnung von Delegirten und die Instruc» tionsertheilung vollständig den einzelnen Regierungen anheimgegeben bleiben wird, so daß die Erledigung des LiquidationSgeschäfteS auf dem Wege freier Vereiubarung bewerkstelligt würde; die Bundesversammlung in AugS< bürg würde ihre Thätigkeit und ihren Bestand abschließen, ohne in dieser Angelegenheit eine obligatorische Intervention von ihrer Seite eintreten zu lassen, da ihre Competenz von Preußen und dessen Verbündeten be« stritten werden würde. Als Sitz der Liquidationskommission wird Frankfurt a. M. bezeichnet, wo sich in dem ehemaligen Bundespalast noch die Archive uud Bibliotheken dcs Bundestages und dcr Bundesmililär-commission befinden, welche bei dcr Abwicklung dcs LiquidationsgeschäfteS nicht entbehrt werden können. Die Beamten der Bunoesmililärcommission werden, weil in den einschlägigen Arbeiten und den dabei sich auswerfenden Fragen vorzugsweise bewandert, dcr liquidations-commission zur Verfügung gestellt werden. Vtarseille, 23. August. Die Stationen dcr uer> schiedenen Marinen iu der Levante haben Vcfchl crbal> ten, je ein Schiff nach Candia abzuseüden. Die frau» zösische Admimlsregatte Hal Syra verlassen, lim sich »ach diesem VlstinimungSort zu begeben. Ein Hülfscomit«'' fnr die Ganoioleu bat sich in Alben gebildet. Der Kö« nig der Hellene«: hat am 18. in seine Hauptstadt zurück» lehre» müssen. Er wird ein Memorandum an die Machte abselideu. Der Consul der Verewigten Staaten in Oandia hat beim Pascha die Reclamation der Bewohner unterstützt, ober ohne die Veziehnngen zn unterbrechen, Hagesnemgkeiten. — Wie die „Tr. Ztg." erfährt, wird Se. Majestät der Kaiser in den nächsten Tagen in Trieft cinttche», i um Revue über die Flotte abzuhalten. — In den Präger Gasthöfen, welche während der einigen Wochen, in welchen dcr Verlchr eingestellt war, qanz leer standen, spater aber nur auf die eigene Einquartierung oder Uebernahme von den Privaten zugewiesener Osficiere und Soldaten angewiesen waren, beginnt gegenwärtig ein reges Leben. Dieselben sind tüglich besetzt, und sind es groß» tentheils Frauen und Familien von preußischen Officieren und Soldaten, welche die Bequemlichkeit der gegenwärtigen pcch-freien Zeit benühen, um sich Prag zu besehen nnd bann ihre Angehörigen in Böhmen oder Mähren aufzusuchen. Man schützt die eben jetzt in Prag weilenden preußischen Familien aus mehr als zweihundert. — Die „Vozener Zeitung" schreibt: In Folge der jüngsten Ereignisse soll an den Bau der Eisenbahn vo n Briz-en nach Villach in allem Ernste gedacht weiden. Mit der Tracirung würde, wenn nicht heuer noch, so doch sogleich mit Eintritt des lünftigen Frühlings begonnen wer« den. Die Unterbrechung beim Van der Arennerbahn bürste jedoch noch heuer einige Ingenieure zn erwähnter Vorarbeit entbehrlich machen, weshalb die Tracirung wahrscheinlich noch in dieslm Jahre beginnt. Locales. — Auch aus Sittich geht uns ein Bericht über bic Gedurtsseier Sr. Majestät des Kaisers zu. Die Feier bestand daselbst in einem Hochamte, das vom dortigen Pfarrer in der Pfarrkirche abgehalten wurde und dem sämmtliche Bezirke, Cteueramts« und Vcrwaltungsbcamle, sowie eine große Menge andächtigen Landvolles beiwohnte. Während der wichtigsten Momente des Hochamtes, sowie beim Absingen der Vollöhvmne wurden mehrere Böllerschüsse gelost und der Tag ber hohen Festseier gemüh zugebracht. — Angesichts des drohenden Umsichgreifens ber Cholera» epidemic in den Nachbarländern verdienen Winle, welche von Fachmännern zur Fernhaltung dieses furchtbaren Feindes gegeben werden, die volle Aufmerksamkeit der betreffenden öffentlichen Organe fowie der Bevölkerung. Der geheime Medicinalrath Professor Dr. Martin in Berlin weiöt auf die ungcmein hohe Bedeutung der geeigneten Desinfection aller von Choleralranken herstammendcn Auswurfsstoffe hin und erklärt: „Wenn bei allen Erkrankungen an Erbrechen und Durchfall alle Ausleerungen nach oben und unten confluent mit einer Lösung von 1 Pfd. Eisen» odcr Zinlvitriol in 10 Pfd. Wasser sofort übergössen und die beschmutzte Leibwäsche mit Ercosot-wasser gelocht würbe, müßte binnen wenig Wochen bie schrecken» erregende Epidemie beseitigt sein. Mächten doch alle Aerzte, Beamte, Geistliche, Lehrer und wer sonst ans die Vollöbil' bung Einfluß hat, die Nothwendigkeit dieser Desinfeclionen den verschiedenen Schichten der Bevölkerung darlegen." Es wäre gcwiß am Platze, wenn auch bie Eommune hier eine kleine Ausgabe nicht scheuen und eine entsprechende Summe diesem Zwecke widmen würde. So hat dcr Berliner Magistrat für Maßregeln zur zweckmäßigen Hintanhaltung der Cholera neuerdings einen Credit von 10.000 Thalcr verlangt, nach« dem er schon 25.000 Thaler hiefür verausgabt hat. — Gestern Mittag wurde dcr Laibachflus; mittelst des nun vollendeten SchleußenwerleZ abgesperrt: wir glauben jedoch, daß diese Schließung wohl nur eine probeweise sei, um» somchr, als von der sofortigen Inangriffnahme ber Arbeiten zur Negnlirung des Flußbettes noch nichts verlautete. — Am verflossenen Sonntage crcignele sich aus der Eisenbahnstation Salloch ein bellagenswerthcr Unglücksfall. Als der daselbst anlangende Separat-Militärzug zum Zwecke der Verschiebung mit dcr Maschine in das Maga« zinsgeleise fuhr, um an die dort stehenden 6 Waggons an« zufahren, standen bie beiden letzten Waggons 3 bis 4 Schuh von einander getrennt, während die übrigen fünf bereits gekuppelt waren. In dem Augenblicke, als die Maschine an ben ersten ber fünf zufammcngetuppclten Wagen anfuhr und dieser an die Maschine gekuppelt wurde, begab sich der Conductor B. zwischen den 5. und 0. Wagen, um auch diese zu vereinigen, wurde aber, als die übrigen Wagen langsam an den letzten anfuhren, zwischen den Pussern so stark ge» drückt, daß er beim Austretcn aus dem Geleise jammernd w bie Arme des herbeieilenden Stationdieners sank und ehe noch ärztliche Hilfe, die sogleich geholt wurde, anlangte, an dcr erlittenen Verletzung verschied. — Der am 22. d. M. zu Weidling am Bach ver« storbene pensionirte l. l. Professor der Rechtsphilosophie Dr. Franz Edlaucr war am 5. September 1798 zu Laibach geboren. Er war seit 28. Juli 1851 correspondircndcs Mitglied der Philosophisch-Historischen Classe dcr Wiener Ala» demie der Wissenschaften. In der juridischen Welt wurde srin Name durcb ein vortreffliches Handbuch bekannt, welches den Titcl führt: „Erklärung des Strafgesetzes über Gefülls« Uebertretungen." (Wien bei Acck, zwei Bände 1643-1647.) Nach seiner Pcnsionirung lebte Lolauer mit seiner zahlreichen Familie Winter und Sommer in dem anmnlhig gelegenen Dörfchen Wcidling am Bach bei Kloslerucuburg. Neueste Nachrichten und Telegramme. (Original.Telegramm der „Laibacher Zeitung.") Wien, HG. August. Die heutige „Wiener Zeitung" publirirt daS erwartete Finanzgesetz, wonach von dem am 7. Juli bewilligten Credit von H«Q Millionen fernere 5O Millionen durch .Dpercentige Qbligationc» aufgebracht wurden und für UO Millionen Htaatsuoteu auszugeben sind. Dresden, 25, August. Da? „Dresdener Journal" veröffentlicht eine Bekanntmachung, nach welcher die Lau-dcörcgicrnng 7(XX) Schünzcubcitcr sucht, da von ftreu-ßischcr Scite weitere Befestigungen bei Dresden äuge-, ordnet wurden. Die Arbeiten beginnen am 3. September. Berlin, 25. August (Nachts). Dcr König cm-pfing um halb drei Uhr dic Adrcßdcftntativn dcs Ab, geordnctenhauseS. (36 war fein Minister, sondern nur cin Adjutant zugegen, Der Koma. genehmigte dic Vorlesung der Adresse durch den Präsidenten Fortenbeck, beantwortete dieselbe in freier Ncdc, indem cr anf alle Punkte der Adresse einging, nnd entließ sodann die Deputation in huldvollster Weise. Berlin, 25. August (Nachts). Der König ant-wortetc der Adreßdeputation des Abgcoionelenhanscs: Er frenc sich über die fast einstimmig votirte Adresse, die dcr Einigkeit dcS VollcS entspreche. Mit Recht bringe das Abgeordnetenhaus zunächst dcm Allmächtigen seinen Dank dar, da ohne ihn Erfolge, wie sie die Welt kaum erlebt l)at, unmöglich gewesen wären. Dank gebühre mit Nccht dcr Armee. Dcr König danke selbst dcm Allmächtigen, daß er in so hohem Alter anserschen war, mit nnd filr Prcußcu so große Erfolge herbeizu» führen, nachdem cr gezwungen worden war, daß Schwert zu ziehen. Die Borzüge der Ncoiganisirnng werden nun erkannt werden. Das Vudgctrecht habe dic Ncgiernng nie bcstrittcn. Die Indemnität sei dem Sinnc nach wiederholt beantragt worden. Leider ist früher keine Einigung erfolgt. Für diesen Fall enthalte dic Verfassung leinen Paragraph. Träte dieser Fall wieder cin, so würde sich der König zur Erhaltung dcr Staats' ordnung genöthigt sehen, wieder so zu handeln; aber ein solcher Conflict werde nach einer solchen Adresse nicht wieder vorkommen. Dic Adresse enthalte alleö, was dcr König wünschen könnte. Berlin, 25. August, Abends. Der „Staatsanzeiger" schreibt: Die Artikel dcr „Krenzzeitung" vom 24. und 25. August sprechen über die Entstehung des Königreichs Italien nnd iibcr dcsfen letzte militärische Erfolge in einer Weife, welche dcn historischen Thatsachen nicht entspricht, daö berechtigte Streben der Italiener nach Einheit mißachtet und für die culturgeschichtliche Bedeutung dcr Ncngcstaltung IlalicuS kein Verständniß zeigt. Die Behauptungen dcr „Kreuzpeilung" ilbcr die Macht und dcn Zustand Italiens cntsprechcn nicht dcn wirklichen Verhältnissen. Italien war im letzten Kriege cin trcner Verbündeter PrcußenS. Schon das mnßte die „Krcuz« zeitung" bestimmen, gcgcn Italien diejenige Sprache zu führen, welche cin lrcucr, wichtiger VundcSgenosfe Preußens von einem preußischen Blattc zu erwarten berech-tigt ist. Berlin, 26. August. Dic Eommission bezüglich der Anncxionsvorlage hielt gestern Abends eine Vera« thnng in Gegenwart dcs Grafen Vismarck. Es wnrden ucrfchiedenc Amendcmcnts gestellt, wclchc in cincm Punkte, dcr die sofortige Ncal'Union fordert, übereinstimmen. Abgeordneter Virchow verlangte, es solle cin deutsches Parlament über Einführung dcr preußischen Verfassung in dcn anncttirtcn Ländern gehört werden. Bismarck erklärte, er trete einer sofortigen Neal-Union nicht entgegen, müsse sich aber gcgcn dic sofortige Einführnng der preußischen Verfasfnng, soweit das deutsche Parla» ment darüber gehört werden solle, anssprcchen. Der Regierung müsse bis zur Einführung dcr preußischen Verfassung Spielraum bleiben. Es sei erforderlich, die Regelung der Verhältnisse durch eine königliche Vcrord-bung zu ermöglichen. Er habe nichts dagegen, wenn ein Gesetz aussprechc, daß dic preußische Verfassung bis zum 1. October 1866 einzuführen sei. Heute tritt die« selbe Commission zusammen, um eine gemeinschaftliche Redaction der Amendcments zu veranlassen. Verlin, 26. August. (Pr.) AiSmarck verwarf Frie« sens, dcs sächsischen Unterhändlers, Friedensvorschläge nnd fordert die vollständige Militärhoheit in Sachsen nnd preußische Besetzung sächsischer Festungen inclusive Dresden. — Prenßcn entläßt nach dcm Friedensschlüsse nur dic Landwehr »nd behält dic ncucn Jahrgänge dcr Reserven nutcr dcn Fahnen. Die Ersatzrcscrvc wird bis zum Herbste auöcxercirt. Roggcnbachs Eintritt ins Ministerium wird officiös bestätigt. Florenz, 26. August. Die „Nazionc" constatirt, daß dic österreichischen Friedensuntcrhündler bis jetzt cinc versöhnliche Gesinnung an dcn Tag legen. Mailand, 26. August. Die Kaiserin von Mexico ist hier eingetroffen. (Uud wird am 29. d. M. in Mir«' märe ankommen. D. R) PariS, 25. Augnst. Abends „Si^cle" verlangt in einem oiclbemerlten Artikel die Umbildung der Rhein-Provinzen in einen deutschen, neutralen, von Preußen unabhängigen Staat. Paris, 26. August. Der „Monitenr" schreibt: Der Kaiser hat gestern die Arbeiten an der Seine bei Surönes besucht und verblieb lange unter den Ar« bcitcrl,, welche ihn mit Zurufen begrüßten. Paris, 26. Angust. Marquis Larochcjacqnelln hat cine Brochure unter dcm Titcl „Fraukreich nnd der Friede" veröffentlicht, welche sich schr drohend gegen Preußen ausspricht und dasselbe schwerer Verletzungen dcs monarchischen Princips beschuldigt. Die Minister Rouhcr, Nandon nnd Chasselouft«Laubat gehen auf Urlanb. Petersburg, 25. August. Nachts. In dm südlichen Gouvernements wurden mit Ausnahme desjcni« gen zu Kiew die Kriegsgerichte aufgehoben. Petersburg, 25. August. Nachts. Bei dcm zn Ehren dcr amerikanischen Gesandtschaft im Club zur „gegenseitigen Unterstützung" gegebenen Festessen crwi-dcrlc dcr außerordentliche Gesandte Fox dcn ihm gebrachten Toast mit dcn Worten: Die Gescllschaftö-Em« blcme „gegenseitige Unterstützung" müssen auch zwischen Nußland und Amerika gelten. Amerika ist stets bereit, Rußland die Hand zu bieten. Moskau, 25. August. Die „Moskauer Zeitung" bringt Nachrichten ans Irkutsk ilbcr den polnischen Aufstand, nach welchen bei dem Gefangenen Dom« brofsli, dcm sogenannten Stabschef der sibirischen Legion, Rcvolutionsplacalc und Eorrespondenzen gefunden wurden. Die Insurgenten bildeten sünf mit Pnlvcr nnd Waffen versehene RcgimentS-Cadres, worunter auch Sensenmänner. Aus Tranßtaukasicn wurden am 5. Juli 200 gefangene Polen nach Irkutsk gebracht. — Die amerikanische Gesandtschaft wurde auf ihrer Reife nach Moslan auf allen Stationen unter Zuströmnng deS Voltes enthusiastisch begrüßt. In Nowgorod wurde der Gesandtschaft eine Adresse dieses Gouvernements überreicht. Shanghai, 25. Juli. In Corca wurden zwei französische Bischöfe und sieben Priester ermordet. — In Japan ist der Bürgerkrieg unter dcn DaimioS aus-gebrochen. Telegraphische Wechselcourse vom 37. August. 5pcrc. Metalliques 04.40. — bprrc. National^Nnlehcn 69.75». -. Vanlacticn 733. — Hreditacrirn 157.10. — 1860er Slaatsanlehen ?i».50. — Silber 129.25. - London 131. — K, l. Ducaten 6.20. Meteorologische Neoßachlunyen in Laitwch. ^ « 3>-^. '3 « , «<» .-.83» _____L « « Z S « l ! « «".3 6"ll7Mg. 327.ol —12.0 windstill heller "" 25. 2 „ N. 326 «5 .j-19.8 W, schwach thcilw. licw. 0. 10 „ Ab. 328.02 -l'lil.n O. schwach !gMH. bew. 611. Mg. 328.26 -4-10 8 windstill dichtcr Nelicl 26. 2 „ N. 828.24 --19.Z O. schwach heiter ! 0.^ 10 „ Ab. i 328.?o - -12 8 O. schwach he"« ! 6 U. Mg. 328.7« -> <<./ windstill Dichter Nebcl^ 27. 2 „ N. 327.88 -19.? NW. schwach heiter ! 0.«,) 10 „ Nb. 327.40 -j-14.5 NW. schwach f- N""! blw. Den 25. Nachm. um 3 Uhr starter Westwind durch 1 Stunde. — Dcn 26. und 27. llarcS Wetter. Hoher Barometerstand. Verantwortlicher Redacteur: Iguaz v. Kleinmayr,