^'0. 7. ^, 1787. Laibacher Donnerstag den 15. Hornung "Wien. > " / < ! ^)ebst dem General Major Grafen Philip v. Kinsk.i sind auch die beiden Kabinets Sekvetairs Antoin / und Buvgois, dann der jüngere Doktor (^^rui-ßin v. Bvambilla auf die Reise Er. Majestät des Kaisers nach Chen son beordert, welche Höchstdicselben ge-s'r. Ende des Hornungs, oder mit ""fange Mevzens anzutretten gedenken. Außer diesem Personale werden "UV 2. Köche, und 6 Leiblaquaien mit genommen, nnd in Galizien ein Feld-j later/ der der rußischeu^ und m«h» ^eper- Sprachen kündig i^^»)lle zur Vertrettung der geistlich^^unknonell gleich von dort aus mitgeführet wer» den. Man sagt, daß das Barkoische Husarenregiment 'Se. Majestät vvll der Bukovina aus bis Cherson kon« vojiren würde, auch, daß Höchstdie« selben gegen 2 Millionen im Gelde, und Gallanterie - Waare» auf 400220 im Werthe zurk Verschenken mit sich nehmen werde». Der Neapolitanische Hof solle we., gen der Schwangerschaft dcr Köl.i^in für heuer die Ncise nach Wien abgesagt, und auf künftiges Jahr sich solche vorbehalten haben. '3)er in der Legisfeldischcn Affaire verwikelte Verpftegsverwalter- Kubin ist von Troppau hieher transpor, tnt, und zu den übrigen Arrestanten arrctirct worden. , ^- .! Den arrcstirten Vcrpstegsbe-cmtcn sind dieser Tagen bcrms, alle Effekten vom Gerichte aus abgcnom-lil'rtt lrvrdm, die nun nächstens lizi, ^Wdö'^^Ml^ werden, man will schon Aerario durch'sie zugefügte Schaden sich auf i)OOoc>O.st. belaufen solle. Der geweste La.ndesrcgicrungs Prä, sidcnt Graf v. Thierheim ist allhier anwesend, und wird nun wegen seinen Iutikzions Gehalt das weitere zu erwarten haben. Vor z Tagen hat bev GrafCr-nest v. Kaunil; einen Kinderball gegeben , bei welchen sich Se. Maj. der Kaiser mbst viclen von dcr große« D Noblesse ^cillfanden. , « Podztazki ssat di'e Laufdahne seines Ungll'ks gccndigct, indem er in bell Kassematen des Schiff;ugcs gestorben. Man kann sich einen Begriff von diesem OrM aus dem Herlangen machen, welchesier stehend Düßcrt, ihn zu ! verlassen, um wieder^t'ei der Arbeit angestellt zu werden^ Se. Majestät der Käiser - haben 'Ns Schiksal der Nnglüklichen seines Gleichen Vahuvch erleichtert^ indem Sie befohlen, ihnen cben so gutes Kommicibrod zu reichen, wie den Soldaten. ' Die Menschheit veranläßet den »Wunsch , daß man ih< uen auch etwas Fleisch bei dem Züge-müs, woväus bisher ihr einziges Nah-» rungsmittel bestünde, zugestehen möchte, um ihnen die nöthige Kräften zu verschaffen, die Beschwerlichkeit ihrer Arbeit auszuhalten; denn es vergehe« wenig Tage, daß nicht 2 oder 3 von Arbeit und Elend abgemattet, halb todt zur Erde niedersinken. Zu Wien ist der Laben eines Pos-samentirevs» durch Diebe geplündert worden, wodurch der ehrliche Bürger in grosse Verlegenheit kam; cr war ^nöthigt, Schulden zu machen, und war, da er keinen Kredit mehr fan. de, völlig zu Grunde gerichtet. Der Hr. Baron von Grechtler , der von seinem Unglnk benachrichtiget worden, schickte ihm 2OOO fi. als ein Anleihen das er ihm aber nicht eher erstatten sollte, als wenn er sich wieder in bes, sern Umstanden befände. Dieser Herr »st als Eigenthümer von, der berähm, ten Fabrik von Fridau der Vater fei. «er Arbeiter, welche er besser bezahlt, als sie in andern Fabriken bezahlt wer-den, und deren Kindern er sogar Brod Siebt, indem er sie durch ihre gerin, ge Arbeit etwa? verdienen lasset. Man versichert in öffentlichen Na ch-"chten, daß im zweiten Theile des Desterreichschen Gesezbuchs, der nächtens herauskömmt, die Volljährigkeit sowohl bei Mannspersonen als bej Frauenzimmern auf 21 Jahre herab-aesetzt werden solle. Eben so liest man '" Briefe«, aus Wien, daß jeder Be, """« des Staats, der in Zukunft "ehr aussiebt, als einnimmt, und beim Konkurs der Glaubiger nicht erweisen kann/ daß er durch ttnglüks, Me zu diesem Schritte gebracht sey, ohne weitere Untersuchung entlassen werden sott. Ailch diejenigen Beamten lsollen diese Strafe zu erwarten habcn, die über einen Iahrsgehalt Schilden machen werden. Der Kaiser hat die Zinsen vo« den öffentlichen Fonds al^f 3 Prozent herabgesetzt, und es sind jahrlich 8. Millionen angewiesen worden, zur Abzahlung der Staatsschulden, welches jährl. gegen n Millionen betragt. Am Sonntag mußte der Hofwag« uermcister bei geschlossener Boutique die ganze Nacht durch an dem Neise, wagen des Monarchens arbeiten las« sen, welches deßen baldige Abreise nach Cherson vermuthen läßt. Doch wer« den sich Sc. Majestät vorher noch eine Zeitlang in Ofen aushalten. Paris. Hv. Leduc Schneider und Sekretair bes Königs ist gestorben, er hinterläßt ein Vermögen von ß MWo M« ?3or 43 Jahren kam ev anfdes Schüyn.achers Rappen aus Flandern nach Paris, kam beides Königs Schnei-, der in Dienst, und wußte sich durch Nadel und Faden mit Hilft des Fin-gevhuts und der Scheere ein so hüb« sches Sümmchen zusammen zu nahen, daß er gedachten Dienst kaufen konnte; nebenher machte er noch vortheilhafte, aber ehrliche Geschäfte, so daß er nach «nd nach so reich wurde. Er hinter, laßt 2 Sohne, 2 Schneiderdienste bei dem König, 2 schöne Landgüter und mehrere Hauser in Paris samt dem Nachruhm eines ehrlichen braven Vür, gers. Der Mann macht wirklich dem ganzen löbl. Handwerk Ehre. Smirmen vom 8. Jänner. . Die türkischen Obrigkeiten in Vel, Hvad sind über die durch unsern Doll-metsch wiederholte Anzeige, dast Se. Majestät für den' in besagtem Festung so ganz öffentlich und bei Tag ermordete« kaiserl. Unterthan Dimiks eme 'besondere Genugthuung verlangen, nicht wenig crschrokcn, so, daß''sie i sich bri der ersten Ankündigung' k