M»'. 34 R8ÄO. Dem Andenken des in Sa gor seinem Berufseifer erlegen c n Doctors ^'s heißt vom Krieger, der im Kampf' gefallen. Daß auf der Ehre Vett' er rühmlich starb; Und Manchrs Namen sch'n wir glanzend strablen, D.r dort den l'lut'gen Lorber sich erwarb, Und hören semen Ruhm in lauten Weisen In der Geschichte i.nd von Dichtern preisen.. Doch ist der Held. der muthig, ohne Graucn, Dcn Feuerschlünde» sich entgegen stellt. Und ihnen kühn verm,,g ins Aug' zu schauen Und fest zu steh'n. wenn ringsum Alles fällt: So i st's auch der, der in der V e u ch e Hallen, In der Erfüllung seiner Pflicht, gefallen! Da, wo nicht Trommelruf und Fahnen wehen. Und nicht der Muth am Muthe sich erhebt; Wo er all, in m u s, die G c fahr bestehe n ; Sein Ohr der Kranke» Stöhnen „ur durchbebt; Er ohne Zeug.,, seiner Pflicht sich weihet Und in derselben selbst den Tod nicht scheuet! Du hast's vollbrockt! in deines Lebens Lenze, Santit Du, in ihrer Uebung, slill dahin. Und sah'st nicht mehr der Myrthc heitre Kranze, Auf die Du hofftest, die hienieden blüh'n. So eblN ihrem Ziele nah' gekommen, Sieht die Verlobte Dich dcr Erd' entnommen! ') Und wer Dich kannte, wird es tief beklagen. Daß hier der Lohn Dir nicht gewolden ilt; Doch Du? — Du siehst es jenseits schöner tagen, Wo allein Guten ewig er entsprießt: Und als der Anerkennung kleine Gabe, W,ih' ich ein Blümchen Deinem frühen Grabe. Laibach den 13. März 18'lN. M. N. g. L Die stoßhaar - Sicbbvden - Fabrication in Krain. <^as ausgezeichnete »Journal des 'österreichischen Lloyd" enthält in den Nummern 4t und 42 vom 12. nnd 14. März d. I. über die Erzeugung der Roßhaar-Siebböden ') vl-> Suvan harrte nur eines bessern Dienstpostenß, wozu er cben erfreuliche Aussicht hatte, um ein ihm lange versprochenes, sehr braves Madchen ans Wien als Gattin heimzuführen. in Oberkrain einen werthvollen, erschöpfenden Aufsatz, dew wir im Interesse unserer Leser hier mittheilen: Herr Professor l)i-. Blei weist hat in dem jüngst ausgegebenen Berichte über sämmtliche Erzeugnisse bei der° dritten iunerösterreichischen Industrieairsstellung folgende be-merr'ensu'crthe Abhandlung niedergelegt, welche sich auch für Ihr Blatt eignen dürfte. Nnter die anerkannt wichtigsten Industriezweige Krain's gehört die Fabrication der rosihaarenen Siebböden. Dis^ Gegend, in welcher diese Manufactur vorzüglich betrieben wird, liegt in der Nahe von Krainburg (Oberkrain) in dem freundlichen Dorfe Strasische und in dem obstreichen Feichting. Obgleich genaue Daten über den Ursprung und ersten Beginn dieser Industrie fehlen, so ist doch so viel gewiß, daß dieser Gewerbszwcig in Kram schon sehr alt sey. In der Biographie des für dieses Land durch seine vielen Stiftungen unvergeßlichen Jakob Schell von und zu Schellen bürg (erschienen in Laibach 1843) findet sich (Seite 4) eine Stelle, die das bedeutende Alter dieser Ge-werbsthatigkeit bezeuget, also lautend: „Vermöge Vertrages vom 8. März 168li verbanden sich Georg und Martin K e b e r (Vater und Sohn), dem Herrn von S ch ellenburg 70l) Buschcu Siebböden zu liefern. Später, vor etwa 146 Jahren, soll eiu gewisser Dolle nz die Siebfabrication im Großen betrieben und fich damit ein bedeutendes Vermögen erworben haben. Sowohl von Keber als von Dollenz cristiren noch heur zu Tage Nachkommen, die sich mit der Sicbarbeir beschäftigen." Es hat einige Wahrscheinlichkeit für sich, daß die ersten Arbeiter der Siebbödcn in dem Dorfe Feichting Deutsche waren, und daß, so wie sich ehedem daselbst Deutsche nie dergelassen haben, auch diese Fabrication deutschen Ursprunges sey, weil noch heut zu Tage die großen Siebe „Linzcr" heißen; es sey dein,, daß dieser Name vielleicht davon her-rührt, daß der Absah der größeren Sorte vorzüglich nur nach Linz Statt gefunden, habe, welches Letztere aber in so fern unwahrscheinlich erscheint, als, so viel bekannt, der Handel mit Noßhaar-Siebböden nach Oesterreich niemals lebhaft war. Die Manner, welche als Fabriksbesitzer der ältern Zeit in der Geschichte dieser Industrie fortan einen Ehrenplatz einnehmen werden, sind Ioh. Ios. Ienko v. Ienrens-heim, Ncalitätenbesil.ler iu Strasische; Matthäus und 9! V l'n cenz Dem scher, Realitätenbesitzer in Dörfern; P eter Heiß in Lack; Natalis Pagliarucci in Krainburg, welcher wegen seiner großen Verdienste nm die Hebung- dieses Industriezweiges im Jahre 1809 von wailand Sr. Majestät Kaiser Franz I. in den Ritterstand erhoben wurde, und Johann Omann, welcher mit diesem Artikel schon vor 60 Jahren die Sinigaglrer Messe besucht hatte, da Sinigaglia zu jener Zeit der Hauptstapelplaß für diese Ware gewesen ist, und erst später der-Handel mit Holland sich eröffnete, von wo die weißen Roßhaare bezogen wurden. Dem Herrn von Ienko, Demscher, Natalis Ritter von Pagliarucci und Omann gebührt daher das Verdienst, die Fabrication und den Handel mit den Roßhaar-Siebböden nach dem Auslande geschaffen zu haben. Später übernahm Anton Locker in Krainburg die Oman'sche Fabrik lind Anton Globozhnig in Strasische und Caspar Kandutsch begannen die Siebfabrication. Vom Letztern übernahm sie später Caspar Prevz, der sie noch heute im Besitze har;> von Anton Locker überging sie an seine beiden Söhne, die Herren Gebrüder Locker, welche in der neuesten Zeit auch die Fabrik des anderweitig vielbeschäftigten Herrn Ritter von Pag li a ru cci übernommen haben, so daß dermals die gesammte Siebindustrie unter die Herren Gebrüder Locker in Krainburg, Herrn Anto n O loboz h n ig in Strasische, Herrn Caspar P r e v z in Krainblirg und Herrn Joseph Venedig in Strasische, als dem jüngsten Fabrikanten unter ihnen, getheilt ist. Die erwähnten 4 Fabrikanten, beziehen das hierzu be-nöthigte Nohmateriale (Roßhaar) größtentheils aus Rußland und Baiern, zumal das lange weiße und schwarze; das kürzere wird meistens aus Polen und Ungarn bezogen. Frankreich hat aus die Ausfuhr desselben — bereits im Jahre 1821 — einen Zoll von 165 Franken für 100 Kilogramme gesetzt und in Holland wurde selbe gänzlich verboten. In der frühern Zeit bekamen die Siebbödenweber von den Fabriksinhabern rohes Pferdehaar und sie selbst besorgten das Färben desselben, was für sie zwar vortheilhafter war, wobei die Ware aber minder schön in der Färbung ausfiel. Seit etwa 20 Jahren aber haben die Fabrikanten angefangen, selbst das Haal- zu färben und dadurch haben die Siebe an schönem Aussehen ungemein gewonnen. (Schluß fotsst.) Der nächtliche Wegweiser Keine Dichtung, Von Fr, Wilhelm von Sibenhuener. Als ich im Jahre 13^ mit dem ^^schen Bataillon zu Kuttenberg in Garnison stand, gehörte es zu meinen Tages-gewohnheiten, so oft mich der Dienst frei ließ, was in,den Nachmittagsstunden beinahe stets der Fall war, recht weite Spaziergänge zu machen. Gesund, lebensfroh, in einer Stellung mich befindend, welche meinen Ehrgeiz vollkommen befriedigte — dabei von meiner Umgebung mit Vertrauen, Achtung und freundschaftlichem Wohlwollen behandelt — kaum mit einer Sorge belastet — unter diesen Umständen mit mir selbst und aller Welt zufrieden: damals, gewiß! war ich mehr als jemals von dein Hange zu tiefsinniger Grübelei entfernt, und zuverlässig nicht gestimmt, meine Erlebnisse in einer andern, als in jener heitern Färbung zu sehen, welche ,alle Dinge um mich herum mir wiesen. Wenn daher auch, was hier zu erzählen ich so eben im Begriffe bin, im Bereiche alltäglicher Erfahrungen nicht zu finden ist — wenn ich insbesondere die Frage ohne Antwort lassen muß, aus welchem, durch natürliche Gesetze gerechtfertigten Lehrbegriffe ich den Zusammenhang der hier erzählten Dinge erklären wolle, so darf ich doch mir voller Wahrheit die Einwendung ablehnen, daß die phantastische Geburt eines zu 'metaphysischen Träumereien disponirten Seelenzustandes mir für ein wirkliches Vorkommnis; gegolten, oder nur eben ein solcher Zustand einer ganz gewöhnlichen Begebenheit den Stämpel des Wunderbaren aufzudrük-ken gesucht habe. Es war an einem hellen, aber, empfindlich kalten Ja-Nliar-Abende, daß ich mich auf eiuem jener Spaziergange bis vor die Thore von Kollin verirrt hatte. Schon war die Sonne untergegangen, lind es würde eigentlich Zeit zur ungesäumten Rückkehr gewesen seyn, aber einer ziemlich raschen Bewegung auf den, beinahe dreistündigen Marsche — ich war über Sedletz und Malin gekommen — ungeachtet, fühlte ich mich doch so durchkältet, daß ich mich zu einer kurzen Einkehr in die Stadt entschließen zn müssen glaubte. Im Gasthofe zur Post fand ich — es war eben Sonntag — eine zahlreiche Gesellschaft, und bald nach meiner Ankunft sah' ich mich in eine recht angenehme Unterhaltung gezogen. Man besprach die musikalischen Koryphäen unserer Tage, und manche pikante Anecdote auo ocm Lcben dieser Gefeierten trug das ihrige zur Erheiterung des kleinen Kreises bei, welchem ich mich angeschlossen hatte. So sehr hatte uns, oder mindestens mich, diese Unterhaltung angesprochen, daß ich ziemlich lange zu vergessen vermochte, wie Mein Weg in der That heute noch der weiteste sey. Es war zehn Uhr geworden, ehe ich aufbrach. Ich glaube hier die Bemerkung nicht überflüssig, das; ich, außer einem Wildbraten, dessen Belang meine Verdauung durchaus nicht genirte, und einem halben Seitl österreichcr Wein, mit welchem ich wenigstens die siebenfache Quantität von Wasser gesäuert, während meiner mehrstündigen Anwe-senheir im Posthauje nichts zu mir genommen hatte. Ich war demnach weder durch die Gesellschaft, noch durch das, was ich genossen, aufgeregt worden. Einige hundert Schritte vor der, Stadt führt ein Fußpfad rechts von der Straße ab, über ein oder zwei Dörfer, nach Kuttenberg hin. Es war Vollmond, die Erde fest gefroren, der um Vieles nähere Pfad, mir bekannt, und da-her kein Grund vorhanden, der mich hätte bestimmen können, die einen bedeutenden Umweg beschreibende Straße über Malin vorzuziehen. So schlug ich denn ohne Bedenken den Weg ein, welcher mich in kürzerer Zeit nach Hause führen sollte. Mein Hund, ein sanguinischer Pudel, sprang und bellte frohmüthig vor mir her, seine Freude über die Heim- 95 kehr äußernd; und ich pfiff einen Marsch, den Favoritmarsch des Bataillons, nach dessen Takte ich lustig fürbaß schritt. Etwa tausend Schritte von der Hauptstraße bereits abgekommen, glaubte ich mit einem Male die eiligen Tritte eines Mannes zu hören, welcher hinter mir herkam. Eine deutsche Meile vom Hanse, in einsamer Nacht einen eben so einsamen Fußpfad beschreitend, fühlt man aller.-dings einiges Interesse, recht bald zu erfahren, wen uns das gütige Geschick zum Begleiter ausersehen habe. Ich sah daher zurück. Die ganze schneebedeckte, vom klarsten Mondlichte be-leuchtete Gegend wies, so weit mein bewaffnetes Auge reichte, außer mir und meinem Hunde, kein lebendes Wesen. „Ach," sagte ich zu mir selbst, »es hat mich der Schall meiner eigenen Schritte getäuscht." Aber sogleich überzeugte ich mich, daß es nicht diese seyen, welche ich gehört hatte. Ich stand, und jene Schritte schienen mir immer nUer zu kommen. Noch einmal überflog mein Blick den Weg nach Kollin zu, aber ich bekam auch dießmal Niemanden zu Gesichte. „Ei," dachte ich, „cs befindet sich ein Nachtwandler, wie ich selbst, auf der Chaussee, und die Stille der Nacht führt den Hall seiner Schritte zu mir herüber." Indeß, die Starke und die Deutlichkeit dieses Halles standen offenbar in keinem Verhältnisse zu einer solchen Entfernung. Doch kümmerte mich die Sache nun nicht weiter, und meinem Hunde, welcher mir einem Male seine Munterkeit verloren zu haben schien und sich gedrängt an meiner Seite hielt, zusprechend, setzte ich meinen Weg völlig unbekümmert fort. (Fortsetzung folgt,) Humoristische Nathselfragen. I.Warlin, sind die Frauenzimmer gewöhnlich so redselig? Weil sie schon selig zu seyn glauben, wenn sie nur red eil können. 2. Warum haben wir jetzt so viele w ä sserige Literaten? Weil heut zu Tage leider die meisten Kinder beim — Wasser aufgezogen werden. Feuilleton. (Grabschrift ^ Auf dein Währinger Kirchhofe in Wien las man dieser Tage eine rührende Grabschrifr einer liebenden Mutter, bloß auf ein Blatt Papier geschrieben und auf cin Stäbchen, das in der Erde steckte, angeheftet. Sie lautete: Mein Leben liegt begraben. Vergib mir. Äott! Will von der Welt nichts haben, Da Linchen todt. Kann ihr kein Denlmal setzen Vor Noth „nd Prin; D'rum laß . Gott! m i ch erstarren , Zum Leichen st? in. (Entsetzliche That.) An der Gränze des P. K. soll ,lch eme ent,etzliche That begeben haben. Die Eigenthümer!,, eines Gasthaus an der Landstraße schnitt, wie es heißt, einem vom Markte heimkehrenden und bei ihr übernachtenden Schweinhändler im Schlafe, im Beiseyn ihres Mannes, den Hals ab, um sich seiner reichgcspickten Gcldcasse zu bemächtigen. Ihr Mädchen, cin Kind von 8 — 10 Jahren, belauschte die gräßliche Scene und meinte am andern Mor- gen, als ihr die Mutter da; Frühstück abschnitt, ganz naiv: »Schneidest Du mit demselben Messer den Leuten den Hals ab?" — Man kann sich den Schrecken der Verbrecherin denken, als sie in ihrer eigenen Tochter einen gefährlichen Zeugen ihrer Grauelthat entdeckte! Wie half sich die Rabenmutter ? Sie gab der Kleinen einen Hieb mit der Art lind warf sie dann in -den geheilten Backofen. Bald darauf kam ein Commissär mit mehreren Feldreirern, und fragte um den Schweinhändler, da sich derselbe anf der Rückkehr vom Markte gewöhnlich von ein Paar dieser Feldreiter escortiren ließ. Wirth und Wirthin erklärten, ibn nicht gesehen zu haben. Der Commissär saß nach dieser Weisung mit seinen Leuten ab und führte, wie diese, sein Pferd in den Stall. Dort wieherte ihm d.is wohlbekannte Roß des Ermordeten entgegen. Vergebens betheuerte der Wirth, ein Fremder sey auf diesem Gaul gekommen und habe sich dann, er wisse nicht warum und wohin, entfernt. Seine und seines Weibes Verlegenheit, endlich der abscheuliche Geruch des verbrannten Fleisches aus dem Backofen, veranlaßten den Commissär zu einer strengen Hausuntersuchung, und siehe da, von dem Leichname des Kindes lag noch das eme versenkte Füßchen hart innerhalb der Ofenthüre. Die Verbrecherin läugnete hartnäckig, aber der weichherzigere Wirth gestand augenblicklich den schauerlichen Doppclmord. Wie gesagt, wir können die Wahrheit dieses allgemein verbreiteten Gerüchtes nicht verbürgen, ja wir hoffen sogar, daß es sich zur Ehre der Menschheit nicht bestätige,; — sollte aber das Statt finden, welche Strafe verdient die entmenschte Nabenmutter, dieser weibliche Unhold, dieses Scheusal in der rührenden Frauen-gestalt? ! ,> (Schiller in slowenischer Sprache) Die Nr. 10 der »Ximiü'.j,^« in 1'oli.sxlu!«^« „nvie^," einer in jeder Beziehung trefflichen Zeitschrift, bringt eine Ueberseßung von Schiller's herrlichem »Lied von der Glocke," von I. K o-sesLi,. Pseudonim, unter dem der Herr Cameralrath Vessel in Trieft schreibt, und der aus Kosevo gebürtig. Von diesem ausgezeichneten Dichter haben wir auch schon mehrere andere Gedichte von' Schiller („Taucher," »Gang zum Eisenhammer" :c.), so wie Bürger's »Lied vom braven Manne" in meisterhafter Nebertragung erhalten. Sein bestes Gcdicht aber ist »HIovemill," das er bei Gelegenheit der Ankunft Sr. Majestät in Laibach (vor 2 Jahren) veröffentlichte. Herr Vesscl ist in allen slavischen Dialecten gleich gut bewandert, und in wissenschaftlicher und künstlicher Be-> ziehung eine außerordentliche Erscheinung. / (Die Directoren der ostind. Compagnie) haben Herrn Wag Horn für seine Bemühungen, zur Herstellung einer schnelleren Communication mit Ostindien, eine Belohnung von 300 Pfd. Sterling eingehändigt. (Gin Knabe wird gewünscht.) Ein Kaufmann in London brauchte einen Laufburschen und heftete an seine Ladenthür einen Zettel mit den Worten: »Ein Knabe wird gewünscht." Am nächsten Morgen fand er in einem Körbchen, am Thürdrücker hangend, ein Kind, in dessen Händchen cin Zettel gebunden war mit einem lakonischen: »Hier ist er!" (Die ZWeinberssbesitzer) versprechen sich heuer ein gutes Weinjalu', ähnlich dem Kometcnjahre 1811, dessen Winter so gelind war. Auch der heurige Winter zeichnete sich durch Milde aus lind die Kometen scheint das Jahr 18-l6 packwcise liefern zu wollen. Papierkorb des Amüsanten. Franc isci's »neu aufgerichtete Liebeskam-mcr," (Leipzig, 1679, 8.), definirt den Knß, wie folgt: Der Kuß ist das aufgedrückte Siegel eines lieb- und treu- 9« beflissenen Willens; ein Pfandschilling kimftiger Vereinigung; ein Geschenk, das man gibt und verliert; ein Obst, so man zugleich pflai^zt und abbrich>r; die allerschnellste Frage und Antwort zweier Herzen; ein Paar gegen einander schlagende Feuersteine; ein carmoislnrothes Wundpsiaster der Liebe; eine Speise, die man mir rochen Löffeln zu sich nimmt u. s. w. »Was muß das seyn, eine Gesellschaft?" fragte ein Taglöhner seinen Kameraden. „Ich wlll es Dir erklären," sagte dieser: »Eine Gesellschaft ist eine Zusammenkunft von Gesellen, die sich viel zu schaffen inachen, so wie man sagt, für nichts und — wieder nichts!" »Es ist sonderbar," äußerte Jemand in einer Versammlung, »wenn man Bier, Kaffeh, Thee oder dergleichen trinkt, so stößt man nie an, nur beim Weinrrinken." -— »Die Nrsache ist klar," erhielt er zur Antwort, »bekannc-lich liegt im Weine Wahrheit, und nur dieser stößt man immer an." — Theater in Laibach. Wir haben im Lauf»' der dießiährigen Saison bis einschließig 2l. März <5>6 Theatervorstellungen gesehen. Man muß der Dircction die Anerkennung angedeihcn lassen, daß sie in ihrem Repertoire für Abwechslung und die bedeutendsten Vüynennovitatcn der Gegenwart eifrigst besorgt war, Neweis dessen, daß unter den 156 Vorstellungen mehr als der dritte Theil, nämlich gerade 56 Stücke, hier neu und zum ersten Male aufgeführt wurden. Allein bei all' dieser bunten Varietät von classischen Tragödien, zwerchfellerschütternden Possen, feinen Conv,rsalionsüücken, amüsanten Lustspielen, heiteren Vaudevilles und effectreichen Drame» und Schauspielen, hat kein Stück eines so brillanten Successes, eines so enlschie-denen allgemeinen Vei falls sich zu erfreuen gehabt, als das neue, funfactige Schauspiel: ,,Eine Mutter aus dem Volke" vom Verfasser der ,,Gebieterin von Saint Tropez." zum zweiten Nencfice unserer braven Schauspielerin, Dlle. Elise Spengler, aufgeführt am 21. März, — Es gebricht u»s in diesen Blättern an Raum, um alle die Vorzüge dieses recht aus dem Leben gegriffenen, wahrheitstreuen und riebtiggezeichnelen Volksschauspiels zu beschreiben. Einige werden sagen: es sey französische Effeclhascherei, alles nur auf den Effect berechnet. Diesen antworten wir: Das Schauspiel: „Eine Mutter aus dcm Volke" hat Essecl. ja, ungeheuern Effect, aber natürlichen, durch die Wahrheit und Nichtigkeit der Charaktere bedingten, nicht du,ch lhealercoxpmäßig bei den Haaren berbeigezerrten. Die Farben müssen bei einem dramaliichen Gemälde wirksam aufgetragen werden, und Licht und Schalten gehörig vertheilt sey,,, welcher Vorzüge sich dieses Schauspiel wohl mit Recht rühmen kann. Und ein Stück ohne Effect? Was ist es wohl anders, als eine ungesalzene Brühe, die trotz ihren besten übrigen Ingredienzen doch nickt mundet? — Der Effect aber, den das eben behandelte Siüct auf d.n Zuschauer macht, entspringt übrigens >icht etwa aus schaurigen Gräuel- und Morrscenen, Vergiftungen :c. :c., sondern aus der ergreifend treuen Darstellung der Leiden einer Mutter der niederern Olasse, aus dem Anschauen des lebendigen Bildes einer edlen Mutter in ihrer heiligen, allein wahren Liebe zum Kinde! Ja, wenn irgend ein <,en. Noch sind rühmlich zu erwähnen: Mad. Etterich, als Mutter Kalhrin, Mad. Lübeck, als Nachbarin Margarethe, und Herr Po grell als Diener Johann. Das Stück ist in Hinsicht seines glänzenden Erfolges, welchen es aber wohl auch der trefflichen Darstellung zu danken hat' ein wahres Ereigniß zu nennen; denn seit mehreren Jahren hat in Laibach kein Slück so entschiedenes Glück gehabt und so vo,» sich reden gemacht. Das Haus war trotz des heftigsten Regens in allen Räumen überfüllt. — Sonntag am 22. März: ,,Doclor Fausl's Hauzkäppchen/' Posse mit Gesang in zwei Abtheilungen von Fried. Hopp. llnler den heuer gesehenen Stücken dieses Genre kann das in Rece stehende immerhin zu den besseren gezählt werden. Der Wahrheitsrapport durch das Kärpchen hat wirklich viel Drastisches, nur ist unstreitig der erste Act wirksamer und besser, als die zwei Acte der'zweiten Abtheilung. Das Stück hat sechs yauptträger: Oberst Baron v, Rodensee. Herr Thomü, Andreas Pim-p,rnub. Herr Moldt. Waltraut, BUe. Meuerhofer, Chevalier v-Silberpappel, Herr Schmidt, Amtmann Kneifer, Herr P o g r >: l l. und Schuselmann, „. oder: P>i„z und Gärtner." i„ 5> lll>lhe,c llnigen, »ack Vulwer b.arl'eilrl vo„ Dr. Värma»". Nebsioem nird das bebeilteud verstärkte Orchester folacxde Piece» auefährc» : >. Oliver« ture üach fraüzöiische,, Na:i.',ial - Melcdie» , vo» U. W. P 0 g r e l l-2. Variati-'ne» über ei„ Tl,ema vo» Mcrcadaote, co»,ftc>,un von Mayseder. vergetrage,! vom Orchesterdircctor, Hcrr» Marfl ,'i. Oliver, t»re zil ..Fcieerich .'lugusi >,i Madrid" von A, W, Pogrrll. (5r dofft durck die Wahl dilez amusaüte» Lusis^i.lz den Tlx-aterfreuildc!! eine» recht heiter» Al'c!,o zu bereite», wir aber wm,scheu