Nr. 55. Mittwoch, 7. März 1888. lO7. Jahrgang. Aitmcher Zeitung. «ap»?«^ ?."°"p"l«: Mit PoNvllsendui,,: n^izjährig fl, lö. halb!äh>!» n« Hau» «aozlähng sl, ,, — I»ler««on»lltbUr: yl!r "">« Anlernte di« ,u 4 fetten 2N lr.. niöhl^« per >>>l,! '', lr,! b,», n««rnahmc dcr E>onn» und Feiertag«, Ni» «d»»»«ftr»l»°» beNnbll sich Bahnh°Igaf!e l5, bic «tvactlon Wicncrftiaße ,5, — Unft«nN«t« »ll,<« würbe» nicht anqsnommen UNb Vtanulcriple Nicht zuiüllgesttlll. Amtlicher "Kheil. All. ^ ^ "^ k. Apostolische Majestät haben mit 3MMr Entschließung vom 28. Jänner d. I. dem ^'^"Uer.Director bei dem Lemberger Oberlandes-UH,. Alois Rüzanowsti taxfrei den Titel eines "''Mlchm Rathes allergnüdigst zu verleihen geruht. l , s?" Minister für Cultus und Unterricht hat den ,',I,^lnNllsial.Profesfor in Spalato Simeon Rutar ljs? Konservator der Centralcommission für Kunst- und >loryche Denkmale, und zwar fur Dalmatien. ernannt. Nnl,^" Minister für Cultus und Unterricht hat den m» Mlchrer Alois Fürpaß in Klagenfurt zum il/I^chulmspector für den Gerichtsbezitt Feldlirchen ^Hulbezirke Klagenfurt Umgebung ernannt. hat ^ ^lnister und Leiter des Justizministeriums Tri-si?- ^krichtsadjuncten bei dem Landesgerichte in Au « - pH"" Vidulich zum Staatsanwalts-Sub-^^ln Trieft ernannt _______________ Nichtamtlicher Weil. "" Nach zehn Jahren. "eral o?^?9 """' ^ gerade zehn Jahre, dass Ge> 3riedp» . "^"nd Safoet Pascha den Präliminar-itveit/s m !' ^"" ^fano unterzeichnet haben. Als der b,.,.' c!5" Russlands fungierte damals Nrlidov, beh^ "^.Botschafter in Constantinopel. von dem man ^'/""' dass er ein würdiger Schüler seines Lehrers bllz 3!. '"' In unseren raschlebigen Zeiten bietet schon Hoff 1 "m"" °^ politischer Zeitabschnitt reichlichen ditsen, ^ ^"gleichen und Betrachtungen dar. nnd in diplomH^ »st mit besonderer Rücksicht auf die neueste ^matsche Action Russlands in der bulgarischen "nd iM. ^"gleichende Reflexion von actuellem Wert lnstruc wer Anschaulichkeit. Aschen M?""^'^ zwischen der traumhaft chauvini-^lill.n 5. " Ignatievs zu San Stefano und dem üuKeiliH ' ^" tastenden Auftreten Nelidov» ist schon Wie» n ^^'^^ bedeutender, denn damals lagen Aul-heute di- Ml ^^^" zu Füßen des Zaren, während öftere .-.^ den Forderungen des russischen Bot- begegnet. Aller. dings ist es auch vor zehn Jahren bei der Landkarten«, Fabrication Ignatievs nicht geblieben, rs hat vielmehr dcr Berliner Congress eine gründliche Btschneidung Oroßbulgariens vorgenommen; doch kann troh alledem der bedeutende Rückschritt nicht geleugnet werden, den seit dieser Zeit der russische Ginfluss ' auf der Balkan. Halbinsel gemacht hat. Während sich damals alle Balkanstaaten im Bannkreise der russischen Interessen, sphäre befanden, blickt heute nur Montenegro hoffend und stehend auf dm Schuh und die UÜterstützung Russlands, allerdings mich bereit, jede Action des großen Gönners zu unterstützen, die eine Vergrößerung des nothleidenden Berglandes in Aussicht stellt. Selbstverständlich fühlt mau diesen Niedergang des russischen Einflusses in Moskau und Petersburg mehr als an. derSwo, doch scheint man von der richtigen Erkenntnis über die wahren Ursachen dieser Erscheinung heute ebenso weit entfernt zu sein, wie voi drei und vor zehn Jahren. Die öffentliche Meinung in Russland klagt nach wie vor über die Feindseligkeit Eliropa's. das den Einfluss des Zarenreiches aus der Baltan'Halb« insel um jeden Preis hinansmanövrieren möchte, wäh rend die europäische Diplomatie zufälligerweise seit dem deutsch.französischen Kriege gar nie in der Lage war, eine so ungeheure und planmäßig angelegte Action zu entwickeln. Der Rückgang des russischen Einflusses in allen Ländern vom Pruth bis zum Aegäischen Meere ist nach unserem Dasürhaltcn einerseits in der Thätigkeit der russischen Politik und anderseits in der natürlichen Entwicklung der Ballanvölker zu suchen. So gut auch die auf der Balkan.Halbinsel wirkenden officiellen und offi< ciösen Agenten Russland« im Detail über die that« sächlichen localen Vorgänge unterrichtet sein mögen, so grundfalsch waren immer die principiellen Informationen dieser Sendboten der revolutionären Russo» manie. Trotz aller gegentheiligen und wiederholten Erfahrungen hat man an der Neva immer wieder den Versicherungen dieser Agenten geglaubt und daher an» genommen, dass Rumänen und Serben, Bulgaren und Griechen gar nichts sehnlicher wünschen, als da« tür. lische Joch mit dem russischen zu vertauschen. Auf die. scm Irrthum basieren nicht nur nlle Phantasien der Panslavisten. sondern auch das ganze politische System Russlands seit dem Frieden von Bukarest oder doch seit jenem von Adrianopel. Die Staatsmänner Russ- lands begnügten sich niemals mit einer wirklichen Befreiung der Völker und mit jenem moralischen aber andauernden Einflüsse, den eine solch? scheinbar selbstlose Action nach sich ziehen musste, Russland wollte immer in Athen und Bukarest, in Belgrad und in Sofia absolut herrschen und rücksichtslos commandieren; es betrachtete die Ballanstaaten nur als Elappenstationen für die Eroberung ConNantinopels und der benachbar« ten Meerengen und dachte niemals daran, dass der in den Aalkanvöllern einmal erweckte Sinn nach Freiheit und Selbständigkeit das russische Joch zu ausschließlich russischen Zwecken auf die Dauer nicht ertragen könne. Und dieses fortgesetzte Streben des Petersburger La-binets. in den Balkanstaaten einen Einfluss zu errin« gen, der sich in solcher Stärke auf die Dauer nicht erhalten lieh, war die eigentliche Ursache, dass nach und nach Griechenland. Rumänien und Serbien die russische Oberherrschaft mit feindseliger Geberde abschüttelten. Sowie man seinerzeit in Petersburg und Moskau über den Undank der Rumänen und Serben geklagt und dafür Europa verantwortlich gemacht hat, so klagt man auch jetzt über die Bulgaren, welche heute Russ-land nicht vielleicht deshalb feindselig gegenüberstehen, weil sie klug und stark genug sind, jede Vormundschaft abzuweisen, sondern weil sie durch die Fehler und Irrthümer der russischen Politik sozusagen gezwungen worden sind. chre staatliche Selbständigkeit zu fühlen und coüt6 qu6 coüt6 zu vertheidigen. Oder ist es nicht vielleicht wahr. dass der Battenberger gestürzt wurde, weil er die Wirtschaft der Russen in Sofia nicht mehr ertragen wollte, die überhaupt nicht mehr zu ertragen war? Und ist eil vielleicht nicht unbestrittene Thatsache, dass gerade von dem Tage an, da der unersättliche russische Einfluss durch die Hand der Grujeo und Vendereo den Vattenberger vertrieb, dieser selbe Ein-ftilss so sehr auf die abschüssige Bahn gerieth. dass er seit Jahr und Tag unter dem Nullpunkt steht? Nur die Vrpelev und Struwe. die Kumani und Hitrovo. die Rrmlingen und Kaulbars haben mit ihrer auf Habgier oder falschen Vorstellungen beruhenden Thätigkeit in Sofia den Einfluss Rlisslanos zerstört, nicht aber die Vertreter anderer Großmächte, welche bekanntlich nicht einmal imstande waren, die einfachsten Beruflich-tlingen durchzufetzen, die im Berlmer Vertrage Bulgarien auferlegt worden waren. Imilleton. Ein Reis eb rief. ^az I^'6stl Frau! Ich beschwöre Sie bei allem, «^ Arie ick,?." ""b theuer ist. gewöhnen Sie sich ?ündch.''°?'b<>n ab. Wenn Sie mit Ihrem reizenden äsende A'?'^"b fragen stellen, so finde ich eine U^genen .. Ä' New, Sie aber mit ihrer lang-Wen mir d 3 A" Schrift zu fragen anfangen, so 6" Duken^« '' ' b'e Geduld und die Tinte a„s. ^l. abaA<.. U^n die Fragebriefe vor mir. und ich . htrn u/I?" Clavierhumanist soll nun jedermann Hessen '? bmchten. was ich in Skandinavien gesehen. , Tz ist k '^"" h"be. ü"" es n ck, , r."" unbarmherziges Ansinnen, und ich ZMter 3 /'?'"' Bedenken Sie nur. in unserem ?.. lerconcesl. ?"!? Humanität soll ich über meine ,^ Künste"V- ".chten? Eigene Erfolge beschreiben tts> °ber ',M -^ ""lch« gehabt; durch meine Miss-!?i, "en. I« ;', 'H. keinen der bimanen Claviersvieler !< " Haken- ' s° Ü'^ wird l^cn^ber die Claviere werden, desto «l lchwä'ch r d^.'"""' ""d je Wrker 'hr Ton. sp?^g; dr., Applaus. Ich "be da nicht aus ^^sehen hab^'' "'lfm ja. mich will man nur 3^ ^S^ Sie. gnädigste Frau, selbst die Uni-H°. "ten Ki. ?"" könnte alle Ihre Fragen nicht Ein!"e Nov^ 1"^" wörtlich: Ist eine Reise im' ^N^ sch^""Z Skandinavien kein Unsinn?, " Ich w M?. F"uen schöner als die U.'ga»! "ely, Sie spielten vor dem däüischen Hofe. dem Zarenpaare und der Prinzessin von Wales in Fredcnsborg — hatte die Prinzessi» Schuhe zum Knöpfen oder zum Binden an? Nicht war. der Zar ist fürchterlich? Nun, gnädigste Frau. ich werde versuchen, zu ant« Worten. Im November reist man nicht zu seinem Ver-gnügrn nach dem hohen Norden, aber auch nicht zum Vergnügen scmrs Nächsten, wenn man, wie ich, mit einem Clavier reist. Auf dem Kattegat hat ein Berliner Handelsmann meinen Standpunkt prägnant ausgesprochen. Er sagte nämlich: «Ich reise in Hemdkrägen und Manschetten, der Herr Graf in Wohlthätigkeit.» Con-certe gibt man auch in Skandinavien mcht zur Zeit der Mitternachtssonne, aber im nebligen Winter, wo man schon gar nichts Gescheiteres anfangen kann. Was die Schönheit der Frauen anbelangt, so fällt mir die Antwort schwer — ich bin nämlich kein Sach. verständiger. Trotzdem gestehe ich gerne, dass die schwedischen Frauen sehr schön sind. Sie sind weißer als Mehl. ihre Augen blauer als der bewusste Himmel in Weidlingau. und ihre Haare blonder als ein alter Conrad Graf'scher Flügel. Ob die Ungarinnen schöner sind. das ist für einen «Ungarmenschen» eine schwrr zu entscheidende Frage — schon des Patriotismus wegen! Ich glaube, die Ungarin ist eine berauschende heiße Hölle und die Schwedin ein angenehmer kalter Himnu'l. Der Teint der Schwedin ist aber koi-s con-coul-5. Lcda war gewiss keine Schwedin, sonst wäre ihr Schwan schneeblind geworden. Nun käme FredcnKborg. Ich rede nicht gerne über Ereignisse, deren wirklich interessante Seiten nian ver^ schweigen muss. und die reizenden Schuhe der Prin-, zessin von Wales gehen mich leider nichts an. Der Zar ist nicht «fürchterlich.. Als der hohe, mächtige Mann auf mich zutrat, mir treuherzig seine Rechte bietend, genügte mir ein Blick in dies sanfte, wohlwollend dreinschauende Auge, um zu wissen, dass ich vor einem guten, männlichen Mann stehe. Stimme, Geberde. Art des Sprechens bekunden eine offene, treuherzige Soldatennatur. Er schien Interesse an meinem Spiele zu nehmen und befasste sich auch mit der technischen Seite desselben in sachverständiger Weise. Die Zarevna. majestätisch und sieghaft auch ohne Thron und Krone, ist eine der poetischesten grauen, die mir je begegnet sind. Sie ist der persomficierte Liebreiz, und ihre dunklen Angen strahlen wie zwei schwarze Diamanten. Ich hatte eine anstrengende Matinie in Fredensborg. Ich spielte mehr als zwanzig Stücke, da< runler solche von großem Umfange. Durch die Huld und Liebenswürdigkeit der hohen Gesellschaft wurde mir meine Aufgabe wohl fehr erleichtert. Nach jedem zweiten, dritten Stücke entspann sich eine lebhafte Conversation, die so manche Viert-lstunoe dem Claviere ! Generalpausen auferlegte. Es war ein reizendes Familienbild, die schönen, schlanken Töchter und Enkelinnen um ihre königlichen Eltern geschart zu sehen. Der König von Dänemark, ein grauer Jüngling voll gewinnender Herzlichkeit, und Königin Louise.' die hochbegabte, bedeutende Frau als wahre Königin aller Herzen, zanbertcn m tne hohen, kalten, königlichen Hallen den normen Odem mniger Häuslichkeit. Ich will Ihnen noch eine kleme Episode erzählen, die mir ewig unvergesslich bleiben wird. Der Zar trat auf mich zu und sprach über ungarische Musik. «Ich liebe Ihre nationalen Weiden,» sprach er, «und bitte Sie, mir echte ungarische Pasztenlieder zu spielen.» — «Wenn Eure Majestät den Ausdruck unseres Volks- Laibacher Zeitung Nr. 55. 466 7, März 1838. Hätte man sich an der Neva vor zwei und drei Jahren damit begnügt, nur jenen Einfluss zu beiden Seiten des Balkans auszuüben, der überhaupt aufrechtzuerhalten möglich war, dann säße allerdings heute noch Fürst Alexander auf dem Throne in Sofia, aber Russland hätte jetzt gewiss nicht nöthig, die Pforte und Europa mit bittendem Drängen zu Hilfe zu rufen oder an eine der Befreierpolitik hohnsprechende Occupation Bulgariens zu denken. Leider hat es den Anschein, als ob die neueste diplomatische Action Rnss-lands — wenn sie überhaupt auf ernster Grundlage beruht — abermals nur auf den eigensinnigen Grundsätzen einer Unmögliches oder doch Unhaltbares an-strebenden Politik beruhte. Rnssland will augenscheinlich, dass nur sein absoluter Wille in Bulgarien gelte, ohne Rücksicht auf den nun einmal erregten Widerstand des Volkes, ohne Rücksicht auf die Logik ge< schaffener und eingewohnter Thatsachen, die immer stärker sind, als eine übelberathene Principienreiterei, an deren Abschluss jedermann heute schon den crasse» sten Egoismus einer traditionellen Eroberungspolitik zu erkennen vermag. Die Berliner Signalarmächte wollen, selbst um hohen Preis, die Erhaltung des Friedens, die Bulgaren sind vielleicht nicht stark genug, jeden russischen Anprall auszuhalten; wenn es aber Russland infolge dessen selbst gelänge, seine heutigen Forderungen halb oder ganz durchzusehen, so blühen doch auf den Wegen, die nach San Stefano und zum Sturze des Battenbergers geführt haben, keine dauernden Erfolge für die wahren Interessen Russlands. Auf diesen Wegen liegen — wie die Geschichte zeigt — nur leichtfertige Revolutionen und kostspielige Kriege, niemals aber die wirkliche Befreiung unterdrück» ter Völker und die dauernde Begründung eines, wenn auch beschränkten, so doch berechtigten Einflusses, den Russland auf Grund der seit hundert Jahren an Geld und Blut so oft gebrachten Opfer immerhin beanspruchen dürfte. Das ist, nach unserer Auffassung, die Moral des ersten Jubiläums des Friedens von San Stefano; sie wird in weiteren zehn Jahren zum Glücke Europa's und der Ballanvölker wahrscheinlich gerade so aufrecht-stehen wie heute, denn das ist die logische, an Thatsachen erhärtete Consequenz der traditionellen Politik des russischen Reiches. Politische Uebersicht. (Der Nothstand in Görz.) Der Bericht des Budget-Ausschusses über die Gesetzvorlage, betreffend die Gewährung von Unterstützungen aus Staatsmitteln zur Bekämpfung der Pellagra-Krankheit und zur Linderung des Nothstandes in der gefürsteten Grafschaft Görz und Gradiska, liegt bereits vor. Derselbe schließt mit dem Antrage a,if Annahme der Vorlage, durch welche eine Unterstützungssumme von 50.000 ft. für die erwähnten Zwecke gewährt wird. Gleichzeitig beschloss der Ausschuss folgende Resolutionen: 1.) Die Regierung wird aufgefordert, auch in den Staatsvoranschlägen der kommenden Jahre entsprechende Bz> Als Berather des Prinzen Wilhelm von Preuße" " allen Fragen der inneren Politik und dcr VernMM ist es gelungen. Professor Rudolf Gneis! zu gen""""'' Derselbe tritt dadurch in eine ähnliche Vertraue'^ stelluiig zum Prinzen, wie sie seinerzeit der jetzige.^ ' stizminister Doctor Friedberg zum Kronprinzen '"" gehabt hat. ^ (In der italienischen Kammer) ^ antragte Sonnino eine Motion, dahin gehend, war> Sympathiebezeigungen au den deutschen Krimpn^ ' ai, die Kronprinzessin, an das Kaiserpaar und a" ^, Deiltschland namens des ganzen italienischen Volles z entsenden. Crispi schloss sich warm der Motio" mit dem Wunsche, der Kronprinz möge die Gesund? wieder erlangen, damit er eines Tages über das »M tige Deutsche'Reich herrschen könne. Die Molion '""" hierauf einstimmig angenommen. ^ (Das rumänische Cabinet) hat "^ einer Depesche aus Bukarest seine Demission ge^o -Der König berief den Senatspräsidenten Fürsten Gy in das Palais, um ihn über die Lage zu consults ^ Da das Cabinet Bratiano erst kürzlich bei der »M der Deputiertenkammer glänzend gesiegt hat. >" drei Viertel aller Mundate auf seine Anhänger e" fielen, so sind die Ursachen seines Rücktrittes w^ kaum in den parlamentarischen Verhältnissen ^' '^^- (Dem deutschen Bundcsrathe) so" reits die Vorlage über die strategischen Bahne» ^ gegangen sein. Ueber den Inhalt der Vorlage ^ lautet, dass sie die Anlegung zweier Geleise aus Linien Posen-Thorn. Schneidemühl'Laskowitz """ -^ rienbnrg-Illowo, ferner einige örtliche Anlage», ^ Wasserstationen und Kreuzungen, beantrage. Vo> ^ auf 24 Millionen veranschlagten Kosten s"U ,se„ Reich 18. den Rest Preußen tragen. — Ans MiM""' wird berichtet, dass Velfort eine erhebliche Vers"" der Garnison erhalte. ^ ^z- (Aus Massauah.) Dem italienische". ^i> minister wurde ans Massauah gemeldet, dass die "^ dort eingetroffenen Nachrichten die ConcenlrieruNg ^ Abessynier in Gura mit Ras Miakel und Na» ^ bestätigen. In Fiamara und Cassen befinden i^ ^. durch'den Negus verstärkten TruppeN'Abtheu"^, Anderweitigen Nachrichten zufolge steht ei» ""^. barer Angriff gegen die Italiener wahrscheinlich^^- TagesneuiMen. Se. Majestät der Kaiser haben, wie d>e ' ^l ner Leitung, meldet, dem Ortsschulrathe in V^ ^ zur Anschaffung von Lehrmitteln 50 fl., f"»". ^ i" «Üinzer Zeitung» mittheilt, dem Veteranenvcre ^ fl. St. Marienkirchen zur Anschaffung einer 3^".^ und der Feuerwehr in Blümling 80 fl. s" '^ geruht. ^_^^ charakters in Tönen zu hören wünschen, so kann ich nur Ein Stück spielen — den Raksiczy'Marsch.» Flugs saß ich am Clavier, und alsbald donnerten die wuchtigen Accorde unseres revolutionären Freiheitsliedes vor dem «fürchterlichen» Zar. Ob er erbost war? Er strafte mich auf die huldvollste Weise, er lud mich nach Petersburg ein. Der Abschied von Fredensborg ward mir durch noch so viele glänzende Beweise der Huld nur erschwert. Dankbaren Herzens verließ ich das königliche Schloss mit dem Bildnis der Königin Lonise. das sie durch ihre Unterschrift weihte. Aber ich sehe zu meinem Schrecken, dass ich noch auf viele Ihrer Fragen nicht geantwortet habe. Sie schreiben noch: Haben Sie den interessanten König Oskar von Schweden gesehen? Ver-geben Sie mir. gnädigste Frau. aber ich muss Ihnen eine kleine Lection ertheilen. Mein unvergeßlicher Freund und Meister Liszt gerieth in entsetzliche Aufregung, als ihm eine aus Rom heimkehrende Dame mit Emphase zurief, der Papst sei ein sehr interessanter Mann. Nun, Sie applicieren das Wort «interessant» auf einen König. Das Wort ist bedenklich und heißt eigentlich: es ist der Mühe wert, sich mit ihm zu befassen. Mit einem König befasst man sich aber immer gern. zumal wenn er so hochbegabt und liebenswürdig ist, wie König Oskar von Schweden. Ich hatte das Glück, mehreremale mit ihm zu verkehren, und ver° sichere Sie, er ist in allen Tonarten zu Hause, ein Mann von universeller Bildung, als Dichter auch in Deutschland geschätzt, als Sänger hervorragend, als weitblickender Geist einer der Ersten in Schweden. Ueber Musik sprechend, sagte er unter anderm: «Ich bin kein unbedingter Anbeter Wagners; ,Tane Häuser' und Hohengrin' liebe und bewundere ich — aber das gelehrte Chaos der Trilogie ist weder Dich« tung noch Musik nach meinem Geschmacke» — und bemerkte weiters: «Die Basis der italienischen Musik ist die diatonische Scala. die der deutschen die harmonische, die Wagners die chromatische Scala. deshalb wirkt auch seine Musik mehr auf die Nerven als aufs Herz.» Nun gieng er auf die Literatur über, wobei er staunenswerte Kenntnisse auf dem Gebiete der fremden Literaturen bekundete. Ich erwähnte seine eigenen Gedichte, die ich gründlich kenne und nicht nur in Stockholm, sondern auch in Budapest lese. Er rmirde ernst und sprach: «Die Poesie ist nicht für Könige; ich sagte, was ich sagen musste, aber wie viel gieng verloren, was ich Hütte sagen können!» Ich muss Ihnen noch über cinen sehr schönen Abend berichten, den ich in Gesellschaft dieses bo deutenden Mannes verlebte. Es war im Stockholmer Schlosse, als der König abends in den Empfangssaal trat, mit einigen Damen zuerst conversierte und dann direct auf mich zuschritt. Er ersuchte mich, meine «Unter Ruinen» betitelte Clavier-Composition zu spielen und auch den Text vorzulesen. Ich war verblüfft. Nach-mittags 5 Uhr hatte ich einem Musiker diese meine nur im Manuscript existierende Composition gezeigt, und abends wusste schon der König von ihr. Meine Verlegenheit wahrnehmend, bemerkte er, herzlich lachend: «Ja. halten Sie denn die Stockholmer Polizei für so »nfähig?» Ganz nebenbei erwähne ich. dass mir der König denselben Abend das Comthurkreuz des Wasa« Ordens verlieh. Ich habe gar leine Veranlassung hiezu gegcben. vermied sogar, vor ihm in .Kreuz»B auf mein? Con.posiliun zurück. Aufricht'g A^liB war mir dieser letztere Umstand sehr unal'ge"^M ich mich ängstigte, dass ich den Text tverve ^ müssen, indes ich durchaus keine Lust versM ^ ft^ als Declamator zu fungieren. Doch da g^. ,^F Entrinnen; der König rief mich zu sich, "«" H 6), auf sein ausdrückliches Verlangen alle d"'^ ^> dichte vorlesen. Hierauf setzte sich der Kömg ^ " Clavier und griff einige Accorde. Er M" ^ dieser Gelegenheit den kleinen Finger '" Hbar k. Hand, der infolge eines Säbelhiebes unbrm" ^ worden war. «Sehen Sie,» sagte cr, '^ ^e"' ,el kleinen Fingers kann ich nicht'Clavier '? stB «Majestät.» antwortete ich, «wenn ich ." .^n ^ besäße, wusste ich anfangs nicht, was "" sz el ^ zufangen.» Der König erzählte mir auch. ^.ftün'^f berühmten Masseur Metzger fragte, ob se" " ^ Finger noch gerade gemacht werden .^"^ M^ dieser mit stoischer Ruhe erwiderte: «^ l«; , ^- ^g Sie ihn dann nicht wieder krümmen lonl" -^ ^ mag er den gekrümmt bleiben,» erwide" . und entzog sich der Cur. ^ ^etiir ^ Nnn winkte der Kömq seinem «>" ^ g „ Hallstroem, einem tüchtigen Musiker, "" ^,g'„ Gesellschaft flüsterte sich freudig zu: «^ Oc^ci' sinqen.» Und wirklich ^- der König sa"A^ so" je nicht etwa mit einem kleinen Schllbett ^„ t^ ^ machte sich sofort an die k-dur-Arle des ^hc ^ aus «Don Juan» - in deutscher Sp"^ 59^ verrieth den gebildeten Musiker; dass "l" la»" Mannes Stimme nicht mehr übergroß ' Laibnchcr Zeitung Nr. 55. 467 7. März 1888. s,, ^ (Der Prinz von Wales) wurde zum "^'Inhaber des 12. Husarenregiments ernannt. _ ^ (Des Lesens undSchreibens kundig.) "" Uandesschulrath für Steicrmart hat durch die Be-^lshlluptmannschllften Erhebungen pflegen lassen, in wel-^m Verhältnis sich bei der Assentierung im Jahre 188? " «ahl der des Lesens und Schreibens kundigen Iüng-^ ^" ^"' assentierteil Wehrpflichtigen überhaupt hcr-""«Ilellt. Pas Resultat ist folgendes: Die Zahl der des der «l ""^ Treibens kundigen Assentierten beträgt in «',, ^^lrkshlluptmannschaft Indenburg 64 9 Procent, !,"°u 70 6. Cilli 77 5, Umgebung Graz 78 1. Marburg «.,/' Murau 81 3, Nruck 82 1, Üiezen 83, Wciz 84, ^bnung 85, Raun 8« 1, Leoben 87, Windisch-Graz "' ^elbnltz 92 5, Deutsch-Landsbcrg 93 4, Radkersburg ^Vartberg 97 1, Feldbach 973 und Luttenberg 100 h. f."" (Lawinenstürze.) Die durch Lawinenstürze "s^führten Unglücksfälle mehren sich in Italien in Meclender Weise. Die Zahl derer, die durch die Schnee-N^",aetödtet wurden, beziffert sich nach Hunderten, rend k""^ oberflächlichen Zusammenstellung wurden wäh allei ^^'" ^^^ ^"^ in den apcnninischcn Vorbcrgen sck!n "" '^^ H°u^r verschüttet, wobei über 200 Men->^n unter den Schncemassen ihr Grab fanden, sickti l /H°^lbau.) Ein Hotelier aus Wien beab-und N l," Marburg ein großes Hotel zu errichten l^.'.° v ^egen Erwerbung eines geeigneten Bauplatzes b""s ln Unterhandlung. stebt ^ ^^ Eisstos; bei Widdin,) Der Eisstoß eine l ^^'"' "'^ ^ie Gefahr für diefe Stadt ist EckM ""hende, dafs man auf den Eisstoß ans Kanon n hör? ^^^ "'" ^" bewirken, dass die Stauung auf-diese/m) ^" ^'^^sl ^1 in Bewegung setze. Indes blieb sich t s ^ Zuchtlos, und die Gemeinde Widdin wandte Ty^ graphisch nach Sofia, um von dort Dynamit uud slo/' ,«ä" verlangen, mit welchen nnnmehr der Eis-Unters^ ^ ^bracht werden soll. Die Bewohner der >n di,. <l den Monaten April bis Juli riue bes wps^^"'^ ^^ die bisher weniger besuchten Theile Elchen Kleinasiens auszuführen Jagd im Nv"^^"^^ Druck.) Sonntagsjäger (nach der '" Ihr ms Ghalis): «Herr Redacteur, das müssen Sie ich halte nämlich das seltene Glück, zwei Hasen mit einem Schuss zu erlegen! Thun Sie mir aber die Liebe und sorgen Sie, dass der Artikel recht Aufsehen erregt!» — Redacteur: «Recht gern! Ich will Ihnen zu Liebe sogar die Hasen durchschossen drucken!» Local- und Provinzial-Nachrichten. Philharmonische Gesellschaft. Das vierte Concert der philharmonischen Gesellschaft in Laibach nahm im ganzen einen sehr befriedigenden Verlauf und erinnerte an bessere Zeiten, was mit Rücksicht auf die trüben Musikznstände, wie sie leider gegenwärtig in unserer Stadt herrschen, viel heißen will. Der Abend wurde mit einer Neuheit eröffnet — nicht eben glücklich, wie wir gleich hinzufügen wollen. Das Werk, welches zunächst nur als Manuscript vorliegt und den Director der Innsbrucker Musikschule Josef Pembanr zum Verfasser hat, nennt sich mnthig — «Frühlings-Ouuerture» und verdankt wohl bloß der Mildherzigteit des Herrn Zöhrer seine Aufführung. Das Beste ist noch das gefällige Hanplthema, das nach einer langen, «düster» sein sollenden Einleitung, die allenfalls den Winterschlaf der Mutter Erde schildern mag, lebendig auftritt und anch in seiner fpätcren Wiederholung wie ein heller Sonnenstrahl wirkt; nun ist der Eomponist auch schon mit seinem Latein zu Eude, und alles übrige ist ein munteres Geplätscher von Phrasen, das bald unser Mitleid erregt, bald zum Lachen reizt oder eigentlich gar keine Empfindung weckt. Was der arme Frühling, noch bevor er da ist, nicht schon alles geduldig hinnehmen muss! Die Ouvertüre wurde übrigens trefflich gespielt und fand nicht geringeren Beifall, als seinerzeit etwa die «III. Leonore» oder die «Tanhäuser-Onverture». Natürlich! <0'v8t wilw Ia möm« «I,o8o,» sagt, wie männiglich bekannt, der Franzose. Es folgten hierauf ,'Mi Sähe, Andante und Allegro, ans Bernhard Molique's Concerte für Violoncello mit Orchestcrbcgleitung, gespielt von Herrn Hans Wihan, ersten Solo-Violoncellisten der königlich bairischen Hof-kaprllc. Molique's Concert, außerordentlich dankbar gc-schrirben und alle die Vorzüge des herrlichen Instrumentes voll ausnützend, ist ein beliebtes Paradestück der hervorragenden Cellisten, hat aber weiter nur geringen Wert. Uebrigcns fesselte die allgemeine Aufmerksamkeit nicht das Werk als solches, sondern nur dessen glänzende Wiedergabe durch Herrn Wihan. Der Künstler, in nnsercr Stadt bisher fremd, wnrde bei seinem Anftreten mit großem Bcisallc begrüßt und versetzte das Publicum im Laufe des Abends in hellen Jubel. Herr Wihan behandelt sein ausgezeichnetes Instrument meisterlich; sein Ton ist ein markiger, voll männlicher, oft wuchtiger Kraft und doch auch, wo nöthig, weich, uugemcin zart und innig, ohne je süßlich zu werden. Alles Lob verdient auch seine musterhafte Nogenführung und die Reinheit und Sicherheit der Intonation, womit sich noch eine vollkommene Beherrschung der besonderen Schwierigkeiten des schwierigen Instrumentes verbindet, Was wir jedoch an Herrn Wihan besonders hoch schätzen, ist die durchgeistigte Auffassung und das ausgereifte Verständnis, von denen sein Spiel getragen ist nnd die ihn zn einem echten, ernsten Künstler stempeln, der all die kleinen Mitlelchcn so vieler Virtuosen vornehm verschmäht. In dieser Hinsicht erschien uns Herr Wihan am bedeutendsten im Allegro des Concertes von Molique. Das Orchester, das ihn hiebei begleitete, entledigte sich seiner Ausgabe ohne Unfälle, obwohl Herr Wihan zuweilen, wie uns scheint, die Tempi mit einer gewissen Eigensinnigkeil behandelte. Außerdem trug der Gast eine schwermüthige «Arie» von L. Pergolese und eine eigene Composition («Schlummerlied») mit tiefer Empfindung und endlich David Poppers, des Königs der Cellisten, halsbrecherisches, unsinniges «Spinnlied» mit verblüffender Technik vor. Der Beifallssturm, der letzterer Nummer folgte, nöthigte den Gast zu einer Zugabe. Wenn Herr Wihan wieder einmal seine Schritte nach Laibach lenken sollte, so werden wir ihn freudig willkommen heißen. Ueberdies gelangten zur Aufführung Karl Reinecke's Vorfpiel zur Oper «König Manfred» und Beethovens erste Symphonie (0 /, lM war, drückte ich in einigen Worten schlau "" ^' D" König hatte sich 'ganz warm '"ahe d/„ '""6 ""ch. "nf meinen Flügel gestützt, ^n'sirrlc k «""'^" ^""ten Act des «Luhrngrin.» Mich c"sifhuss,,s^^"zücken des Pnblicmns. Notorische '^ärmeri / ) "' b^igt. die Damen aber tauchten _ Nun ? '?- ^ Klangfluten des Köniqssangcs. M. mein,3 m .^ Iran, ich glaube, es wäre an der '"Gothenb" ^uef ^" schließen.' Ich selbst spülte noch "rt ah un^ 2 ?"" — iä, glaube — vierzchnteK Con< 7'chlverlicnp m . ^"nwärts. Das Lew, ist wohl cine >i aber „i^'e ""t s^r schlechtem Ausgauge. da-3°N 3Lm, / s ^ kürzere Reisen, die M ausgehen, "btt m^ "Icgraphierte ^) einen: mei'mr Beamten, H auf dp.«'^'"'l Verschwiegenheit zu bewahren und ,s. Es w,," ^ahuhufe 5" erwarten. s.n"es Dürs^ " nebelgrauer Abend, als ich m unser ,,.>ana/s?' emfuhr; und erst jcht sah ich nach °''"" Dm ff?'!!" Herrlichkeiten, wie schön der Thurm U- Wie e n A ^' I'" Parke entstieg ich dcm Wa-^ trat in k- , schlich ich in mein eigenes Haus. ^ °a sas, "" langrntbchrte trauliche Fainilienstube V^n^l""' Lieben! Das Wort erstarb auf "!ien. auch auf den mei,m, unter tausend «2^e^ frageu Sie nicht weiter; Uebels "" Graf Zichy. (Nachdruck verboten.) Stolze Kerzen. Noman aus dcm Englischen. Von Max von Neißenthnrn. (W. Fortsetzung.) Er stand mit Heftigkeit auf und begann das Gemach zu durchkreuzen. Endlich blieb er stehen. «Der Zufall entscheide!» murmelte er vor sich hin. «Am heutigen Abcud muss. wenn es irgend geht, die bedeutsame Frage gestellt werden.» Es war EmpfanaMbend bei der fchönen Witwe. Als er am Nachmittag bei einer Begegnung im Buiz de Boulogne darauf hingewiesen, dass rr sie am Abcud wiedersehen würde, hatte sie diese Bemerkung mit einer Kälte hingenommen, welche ihn erschreckte. Die schöne Witwe war gleich ihm zu dcm Ent. schluss gekommen, den heutigen Abend zu einer Klärung der Verhältnisse zu benutzen. Wenn eine Frau dem vierzigsten Lebensjahre naht. so können wenige Monate einrn wesentlichen Unterschied in ihrer äußeren Erscheinung hervorrufen, folglich auch die Ansprüche modificiereu, welche sie au das Dasein zu stellen berechtigt ist. Sie war mit dem Grafen zuerst in Monte Earlo zusammengekommen, und damals bereits hatte sie lA'schwssl'n. ihn zu heiraten. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte sie chre Karlcu mit solchem Geschick gespielt, dass sie ihres Siea.es gewiss zu sein glaubte, doch war Eugene de Monome plötzlich so zurückhaltend geworden, dass sich der schöllen Witwe unwillkürlich'die Frage aufdrängte, ob er denn vielleicht nicht nur sein Spiel mit ihr ge< trieben habe? «Ich will ihm eine letzte Möglichkeit bieten, dann soll es sich entscheiden,, murmelte sie vor sich hin uud öffnete einen kleinen Legkasten von kostbarer Arbeit, aus dem sie einen Handschuh nahm. «Wenn er wusste, wenu er nur wusste!» flüsterte sie vor sich hin. Unter den ersten Gästen, welche sich einstellten, war der Graf von Monome. Die schöne Erscheinung der jungen Hausfrau machte leinen besonderen Ein« druck auf ihn. doch brrührte es ihn peinlich, sie be« reits in angelegentlichem Gespräch mit dem Baron zu finden. Bei seinem Nähertreten begrüßte sie ihn ohne jede freudige Erregung und sehte alsbald ihr Gespräch mit drm Baron eifrig fort. Der Graf empfand Zorn uud Unruhe zugleich. Hatte er zu lange gezögert? Valerie spirlt/ihre Karten mit großem Geschick; sie quälte den Grafen durch ihre anscheinende Gleich-giltigkeit uud bot ihm dann doch endlich die Gelegenheit zu einem <öt,oü-töt,6. «Was soll dieses Spiel bedeuten?» rief er mit bewegter Stimme. «Sie können sich nicht wundern, wenn ich eine Erklärung herbeizuführen wünsche! Was habe ich gethan, das« Sie mich behandeln, so wie Sie cs heute thun?» «Was Sie gethau haben? Nichts, Graf. als da«, wozu Sie ein volles Recht besitzen.» entgegnete Frau Vaughan achselzuckcnd. «Sie werden unserer, »me soll ich saqen, platonischen Liebe miwk, wie es auch mir ergeht.» «Müde unserer platonische« Liebe? Sie sollten doch wissen, dass ich Sie höher halte, denn alle Frauen, dass ich Sie liebe!» rief Eugene de Montevie. «Mein lieber Graf. ich biu außerordentlich geschmeichelt, doch Sie sagen das seit miudesteus nnem Jahre; es ist die höchste Zeit, an ciue Klärung der klibacher Zeitung Nr. 55. 468 ?. März 1888. schieht öffentlich, und zwar, wie bereits oben erwähnt wurde, nach dem Willen des Wählers entweder: a) durch mündliche Abstimmung oder b) durch persönliche Abgabe des ausgefüllten Stimmzettels vor der Wahlcommission, oder c) mittels Einsendung des vom Wähler unterschriebenen Stimmzettels im Wege der Gewerbsbehörde erster Instanz unter Abgabe, bezw. Beilegung der Legitimations-larte. Die Stimmzettel können offen oder verschlossen abgegeben oder eingesendet werden. Verschlossene Stimmzettel müssen von außen mit dem Namen des Wählers versehen sein. Diejenigen Wahlberechtigten, welche ihr Wahlrecht durch Einsendung des ausgefüllten und unterschriebenen Stimmzettels ausüben, haben ihre Stimmzettel nebst den Legi-timationslarten binnen des festgesetzten Termines bei der Gewerbsbehörde erster Instanz des Standortes der Unternehmung abzugeben oder an dieselbe einzusenden. Diese Einsendung kann durch Vermittlung der l. k. Postanstalt, der k, k. Steuerämter oder der Gemeinde-Aemter sowie durch eigene Boten erfolgen. Nach dem festgesetzten Termine bei der Gewerbsbehörde einlangende Stimmzettel sind nicht mehr anzunehmen. Die Beförderung der obigen Drucksorten (Legitimationskarten, Stimmzettel, Wahlaus« schreibung) sowie aller Eingaben der Wahlberechtigten an die Wahlcommission erfolgt durch die Post portofrei, wenn sie auf der Adresse den Neifatz: «In Wahlangelegenheiten der Handels« und Gewerbelammer zu Laibach» enthalten. Die Wahlberechtigten der Handelssection, und zwar die der ersten und zweiten Wahllategorie, erhalten rothe Stimmzettel und wählen zusammen drei Mitglieder. Die Wahlberechtigten der dritten Wahlkategorie der Handelssection erhalten blaue Stimmzettel und wählen zwei Mitglieder. Die Wahlberechtigten der erstenWahlkategorie der Gewerbesection erhalten grüne Stimmzettel und wihlen ein Mitglied. Die Wahlberechtigten der zweiten Wahllategorie der Gewerbesection erhalten weiße Stimmzettel und wählen fünf Mitglieder. Die Wahlberechtigten der dritten Wahlkategorie der Gewerbefection erhalten gelbe Stimmzettel und wählen ein Mitglied. Jede Wahlkategorie wühlt selbständig die auf sie entfallende Zahl von wirklichen Mitgliedern, wobei besonders betont wird, dass die Wahlberechtigten jeder Kategorie bei der Wahl ihrer Vertreter an die passiv Wahlberechtigten derselben Wahlkategorie gebunden sind. Die weitere Belehrung ist in der Wahlausschreibung enthalten, die jedem Wähler zugestellt wird. Laibach am 3. März 1888. K. k. Wahlcommission für die Handels« und Gewerbelammer in Laibach: Dralka. — (Nothstand in Kropp.) Infolge der ungünstigen gewerblichen Verhältnisse sind die Arbeiter der Nägclfabriken in Kröpft in arge Noth gerathen. Zur Linderung des Nothstandes hat die krainische Sparcasse in munificenter Weise den Betrag von 500 fl. gespendet, welcher Betrag durch die k. k. Bezirkshauptmannschaft Radmannsdorf an die Nothleidenden vertheilt wurde. Wie uns weiters mitgetheilt wird, tritt in Laibach demnächst eine Enquete aller berufenen Factoren zusammen, um über die Mittel und Wege zu berathen, wie dem Nothstande in Kropp zu steuern wäre. — (Personalnachricht.) Der Bezirkshauptmann in Adelsberg, Herr Friedrich Ritter von Schwarz, ist zum Ehrenmitgliede der Marktgemeinde Senosetsch er« nannt worden. — (Laibacher Gemeinderath.) Der Gemeinderath der Landeshauptstadt Laibach hält morgen abends 6 Uhr eine öffentliche Sitzung mit folgender Tagesord- Verhältnisse zu denken. Ich bin kein Kind, Eugene, sondern ein Weib. das. was immer ihr Herz auch em« pfinden mag. stolz ist und sich nicht als Spielzeug behandelt sehen will!» Notification der illegalen Stellung des Prinzen 6^ dinaud von Coburss. angenommen. Der Sultan I^, tionierte den Beschluss des Ministerrathrb. Dem ^ nisterpräsidenteu Stambulov wurdc die Illegalität o Priuzen Ferdinand telegraphisch uotiftciert. volkswirtschaftliches. Nudolfswert, 5. März. Die Durchschnitts-Preise stellte« l'" auf dem heutigen Martte wie folgt: ____^ sl, lr, ll^ --------------- "Zu Weizrn per Hektoliter 6 50 Butter pr. Kilo . - - "" ^, Korn » b 36 Eier ftr. Stück ..-""« Gerste » 4 54 Milch pr. Liter . - - ^ g Hafer . 2 87 Rindfleisch pr. Kilo - ^ 4s Halbfrucht » 5 20 Kalbfleisch » - "" 48 Heiden . 4 22 Schweinefleisch » ' " B Hirse » 5 20 Hähndcl pr. Stück - "" ^. Kukuruz » 4 88 Tauben » ^ Erdäpfel pr. Meter-Ctr. 2 27 Heu pr. 100 Kilo . - ^. Linsen pr. Hektoliter . — — Stroh 100 » - ^ Erbsen » — — Holz, hartes, pr. Cubil< 40 Fisolen . -------- Meter.-.-.' ^ Rindsschmalz pr. Kilo —80 Holz, weiches, pr.Cubil- ^ Schweineschmalz » — 80 Meter. - ' " macher. Pola. . ^rler, Gasthof Tüdliahnhof. Knyttl. Reisender. Wien. — KriM ^ Prcm. — Matunic, Priuatier, Fiume. Verstorbene. ^Z, Den 5. März. Anna Mzjal. Schncidcrs.Oattitt, Casll'llgassc 7, Tuberculose. Meteorologische Neobochtunge« in^mV^ "^'Nl.Mg.^?3s^^-7 2' Q schwach "fetter ^ «. 2 . N. 737-8 0-6 SW. fchwach fast h""' 9 . Ab. 7Nj 8 - 4 0 NO. fchwach h"<" ^!' Heiter, sonnig. Abendroth, sternenhelle Nacht- ^rinale^ mittel der Temperatur — 3 b", um 6 0° unter dem^^^ ________Verantwortlicher Redacteur: I. Nagl^^--^ (26) 52—10 bestes Tisch- ^Erfrischung,, erprobt bei Husten, Halskrankheit«11' __________und Blasenkatasrh-^^— Heiirict Mattoni, Karlsbad xfr^s 469 Course an der Wiener Börse vom 6. März 1888. N°ch dem 0^^ Cu^a«? ^, , Gelb «^are Stallts.A,,lelitn. C'I^rren, '...... '7" "^ "WN 5»/" ^'°"«lost «5.0 fl, ,50.25 I»l — Mi» ^""lftsc , ,<,<» „ ,^70 ,g4 - ' - 60 „ ,U3 ?s, ,»4 .. ^^i."z.'.'U.i '35Ä «?°z ,« 4 /^ IOY fz 222.80 123-20 5V>>N«blilche - ... ,0025 10125 °°^NH''avonuZ «o 104-30 l>«/n »ngaiischc...... i?<'— i(»< 75 Andere öffcntl. Anlchen. Tonau-Nc«, ^'ose s>'7„ ioo fl, . 11?-— 117-00 dto, Anleihe I«?», stcxel^ei 1047N ios>'7ü ?ln>lchen d. C labtgenicindc Wien n>4— I04'7l> Nnlehen b, Eiadlgruiclnde Wien tSilber ,i»d Gold, .,,.—>.- — P,ä!»>c»°N»!,d.Sl>>btncm, Wien >3I70 182 2!» Pfandbriefe (sl>! IN« sl,) Votcncr. all^. öfterr. <"/» Gold . 1^7 25 >,!?'f,!! t!o, in 50 „ „ 4V,"/o IWÜ0 Is,U'!w t'll'. in s,u „ „ <"/„ . »7 2» l,?'?!-, ^!o, Prämie!!'Schulddcrschr,»"/ll !0I 50 102'— Ocsl,Hypo«hl!!cnbanl i«j, <»'/,<>/„ ic<^'5U n» 5«, lDes» -u:,g, '. ^nl verl, <>/,°/„ , . '02 — >02 50 d<«. „ 4«/<, . . U»-U0 100-10 dlo. „ 4°/u , . »!»'«« I0UI« Ul,g, lllla, Vodcncrcbit'Nclienaes, in Pest im I, i«ün Verl. 5>/,"/„ —-— —- - Prioritäts-Oblissationen (land««Noldb<,hn in Eilb« »9 —. 8» uo ssranz Ioscf.Aahn..... — — —.— Oalizischc KailLndroig.V'hn Lm, i«8! »uo fl. S, 4'/,"/° . »?'<0 »? «« Oestcrr. Moibwcstbahn , . . 10« — inn liu Sicbenbürger ...... —-— — — Gelb Ware Staatsbahn l. Emission . . il>7'80 19« >0 Sübbahn i^ »°/n..... K0-— 141- ,, 5 s.<>/„..... ie?.. 12750 Ung.«ac>liz, Vahn..... w— »<» ?<» Diverse 3ose (Per Clücl), Ercbitlosl 10a '5> Clll!» Voje 40 fl. , s.»'50 «0— Et,-(ycnoi«.?ole 4« fl, . 5»-— 5» 75 WaldNcin^'ose 20 fl. , , . 40— 40>7l> Wiiidifchalatz-Vofe «0 fl, . . 47'b 7» 25 Vbncr.-Ans!,, öst,üuofl.S.<0"/„ ??7'— 2«7 »0 (irdt.,«ns>, f, HanduG.i«» «. 2y7 8<< ?,n^ — Eieditbanl, Nllg, Nnq, 2<»0 fl, ,«» 25» 2«N 75 Deposilenbanl, «N.i. 2W fl. . i?«-— 174 — Etcomptc G.. Niederost. 5»ufl. »10 — 520— bvpotheic!!t!.,ö'st,'2<)«sl,2s,'>/„E, —-— —— sänderb.. ös!,200fl. G,50"/u L, »yi-25 2N1-75 Ocslerr.'UNg. Vanl .... »s,« - 8»x - Nnionbnnl 200 fl..... ,«4-25 184-75 «crlebrsvanl, All«., 14« fl, . 147— 147.50 Geld Na» Actien von Transport-Unternehmungen. (per Stiill). «lbrecht-Vllbn 20« fl. Silber . —'— —' — Nlfölb-FiumVahn 200 fl. Silb . i?o ?5 171 50 «ujsig-Tcpl, «iifcitt'. i-ou fl, <öM. — — —'— Uöfm, Norbbahn I50 fl, , . . 183— 170 — „ Wcflbahn «no fl, . . . - — — Vnschtiehrad« Lisb. 500 fl. 2M. 7N5— 77b — slit. N) 2 >0 fl. . 220— »21 b» Donau . Dampfschiffahrt« » Ges. Ocstcrr, 500 fl. LVl. . , . 85I-—354 — Dra>!' Dux Vo^ei^nchcrli-Ä^oufl.S.-------^'— «ilifllbeth-Vllhn !iuu f>. CM. . —'—------- „ l..Iir,III.M,0 fl. (lM, 244« > «4b2 Franz.Il'sef Bahn ^0« sl. Silber —-— —-- if,!iifl,7chcn-»l,rsser Ware Tildbahn 200 fl. Gilbn . . . 7»-7-,____ Tramway«Grs., Wr, 170 fl, », W. z«., _ zz<»!..'5o „ Nr.. nen 100 fl, »» — Zl, ,<; Tranesort-Gcsclljchaft 100 sl. , —.- ^,^, Ung.-naliz, Eifcnl',200 fl. Silber 154-75 155 25 Una. Nordoftbahn i!00 fl. Silber ,5i 5U^i52 — Un8.Wefib.(Maad.Gra»20<»sl.S. i!l,5!, ll.z^ .. Industrie-Actten (per StNck). Laybi und Kinbbcrg, Eifcn» und Etahl'Inb. in Wien 100 fl, . — —__— Eisenbahn»?,.Leihss I, U0s>.40"/, 74— 7« — „Elbemllbl". Pnpierf. u, V,-G. 55— ^«.— Monlan-WesellsH,. öftcrr,»alpine ! 28-2K 28-7>. Pr,ger EifcN'Ind, - Ges. 2uu fl. 214 5" 215 50 Salno-Tarj, Liscnlaff, 100 f!. , i«8-— i«« — Wafsenf'G .Oeft, in W, loofl. . »57 — 2«u — Devisen. DeutfHe Platze...... «, ,5, «,s,« London......... i«7.— 127-40 Pari«......... .0»7»«>»2z Valuten. Ducalen........ 5,» «<,i L0'Franc««Slü