Nr. ««. Dinstag am 31. März 1865. Die „kaibacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der ,^DM,!^ Mnlertionsaebllhr fitr eine Garmond - Spaltenzeilt Sonn- und Feiertage, tUglich, und lostet sammt drn G^^N>^^^U^^I ^^^ ^ ^°'"" drrselben, ist fllr Imaligc Einschlll- Bellagen im Comptoir ganzjährig 11 si., halb- M^?^^ ^^V^ "'"8 " lr., filr «inaligr 8 lr.. filr »malige ,0 fr. u. s. w. lllhrtg 0 fi. b0 lr., mit Kreuzband im Comptoir Zn dirsen Gebilhren ist noch der Insertion« - Stempel gllNZj. 12 fi., halb). 6 ft. Filr die Zustellung in'S ^>^»^>^ll^»««^^^^^ per 30 kr. flir ein» jedesmalige Einschaltung hinzu zu Hans sind halbj. 00 tr. mehr zu entrichten. Mit rechnen. Inserate bi« 10 Zeilen kosten I fl. 90 lr. der Post portofrei ganzj., unter Kreuzband und ge« ^* »Mal, i fi. 40 lr. ftlr , vt°l und »0 lr. für , drucltcr Adresse 10 fi., halbj. 7 fi. 00 kr. «Hs ßWMWM ^ l Wal lmit Inbegriff de« Insertionsftempel«). ^laibacher Zeituna. Ämtsicher Theil. c^er f. f. Statthalter von Kram hat die beim politischen f. k. Bczirksamlc in Ncnstadll erledigte Ad« junltcnstellc dcm bci der l. l. ^andcsbchördc in Vcr» Wendung stehenden disponiblen sicbcnbürgischcn Bezirks» amtöadjunktcn Friedrich Pfcfferer verliehen. Nichlulnllicher Theil. In der am 13. März l. I. stattgefundenen schling hat die Direktion der lrainischcu 'Sparkassa m Folge Aufrufes Seiner Erzellcin des Herrn Statt. Halters den Beschluß gefaßt: für die Nolhlcidcnden in Inncrlrain einen Be-trag von lüOOfl., Ein Tausend filnf Hnndcrt Gul« den nnd fiir die sieben wiederholt dnrch Fcncr verunglück» ten nicht assctnrirtcn Insassen von Obcrch in der Pfarre Dragatusch, in, Bezirke Tschcrncnll'l, als: Juri Lalncr, Inri Sitar, Juri Vicdvcd, Stephan Gor^c, Inri VidaS, Mathias Slandachcr nnd Mi. Aacl Puchcl einen Betrag von 100 fl., Einhnndcrt "lildcn östcrr. Währ. anS dcm Spartassa« Reserve« /l>lidc zu verausgaben. Nachdem dic l. l. Landesregierung hiczn die Go ""i'N'tt»l,a crtlicilt yat, wird dicscr liochycrzinc Be. schluß dcö aencnmlcn BcrcincS mit der ucidicütcu Ancrlcimuug znr öffentlichen Kenntniß gebracht. Laibach am 17. März 1865. Zur MgclslM. (Fortsetzung.) Um allen diesen Erfordernissen, die ans der vor-stehenden Beleuchtung rcsnltircn, zn genügen, müssen zwei Dinge angestrebt werden: erstens eine möglichst lange Präscnzzcit, zweitens die Verwendung der Ar-tillcric'Viannschaft wo möglich nnr in einer Branche ihrer Waffe, ächterer Punkt ist dahin zu verstehen, daß z. B. ei» dem Mannschaftsstandc angchörigcr Artillerist nicht einmal zum Battcric-Dicnst, ein an. dermal zmn Fcstuugs'Dicustc nnd umgekehrt vcrwcn. det werde. Die jüngste Organisation der Artillerie hat den vorstehenden zwei Anforderungen Rechnung zn tragen gesucht. Dennoch gelang cö ihr, bei den Bcdicnungs» Kanonieren nicht mehr als eine dreijährige Präsenzzelt zn erzielen, während jene der Fahr-Kanonicre noch darunter blieb. Nach der älteren Organismmg wnrden für den Ersatz an Mannschaft bei den Batterien, sowie zur Manipulation in den Parks Artillcric-Kompagnien vtnucndct, die eventuell ein andermal auch zum Fe» ! ""gsdicnstc bcrnfcn werden konnten; fcrucrs bestanden Abtbc / ^^änzuug der Pfcrdc eigene ErgänzungS« Die neue Organisation scheidet dcn Fcstnngsdicnst mogllcy streng von demBattericdienstc, nnd vereinigt ^ .. ^""z"ugs-Abthcilungcn mit der Mann-chast, welche zum Ersatzc der Bcdicuuugs-Kanonicrc bei den Batterien, dann zn dcm Mauivulat'ions-Dicustc "l dcn Park? berufen sind, in eigene Körper unter ^tucm Kommandanten, nnd anf diese Wcisc cutstan-ocn dlc Partlompagnicn. Wohlgcmcrkt, ohne Mehr« anfwano, ja mit einer Ersparnis, von eirca as; die Scheidung dcs Battcriedicnstcs von dem Mstungsdicnstc uöthig sei, wird jedem Militär ein-wlchtcn, da er weiß, daß man bei der jetzigen lnr;en praicnzzctt froh sciu mnß, dcn Soldaten sür Eiucn ^"K ""Gilden; wer aber, wie wir, namentlich oer vntwlckluus, der Artillcricwaffe mit besonderem Interesse gefolgt ist, der erkennt, daß es an Unbillig, tcit streifen winde, zu prälcndircn, daß einem Manne anßcr der Kenntniß deö Fcldmatcrials auch jcuc des viclnamigcu Fcstung^gcschütz ^ Systems eingetrichtert werden solle. Ein solchcö vorgehen wnrdc ali< Ergebniß die Unbranchbarlcit der Mannschaft für dcn einen, wie für dcn anderen Dienst gewärtigen lassen. Als ein wesentliches Moment zur Sichcnmg der Manövrir-Fähigkcit der Artillerie betrachten wir die Beibehaltung der Reitpferde für dcn ganzen Kriegs stand der Chargen. Wenn man sich vorstellt, wie viel Mühe nnd hingebende Thätigkeit es brancht, die Bcdicnnngömannschaft zn bilden'; welche finanzielle Opfer gefordert werden, nm ein gutes, dcn Anfor-dcrnngeu dcr Zeit cntsprcchcndcs ' Artillcric Material zn beschaffen; wcnn man crkcnnt, welchen entschiedenen Einfluß ciuc so gebildete Artillerie in dcr Wagschalc des Gefechtes nehmen kann, so weiß man anch recht gnt, worin das komplementäre Mittel liegt, nm das Ganze zn cincr glücklichen Vollendung zu bringen: gut — eingefahrene, fcncrsichcrc Pferde sind cS, mit cmer mnthvollen, gewandten Fahrmannschaft. Ja, wir fagen es offen, in dcr Wccknng dcs wahren soldatischen Geistes bci letzterer liegt sehr oft ein Unterpfand znr Sicherung dcr Ehre der Armcc! Denn wir betrachten nichts als ein größeres Unglück, als cincn bedeutenden Gcschützvcrlust. Geschieht cS nun in kritischen Momenten, daß dic Fährmann« schaft, sci cö miö NlisicschilllichlVit, sci cs ane acringercin mm-alischcu Wcrthc, sci c» cudlich al-zwiniqc», durch dic lliil'midlnlcit dcl an dnc< Fcncr und das (^ctiimmcl nicht gcwöhntcn Pferde, dic Geschiitzc im Stiche läßt, so lastct ein Malcl anf dcr Battcric, auf dcr Bcdcckuug^Abthci. Inng, anf dcr ganzen taktischen Einheit, dcn Nic. mand mchr zn verwischen im Stande ist; ganz abgesehen von dcm militärischen Mißerfolge, der hier-dnrch möglicherweise gleichzeitig hervorgerufen worden sein mag. — Und waS ist die Ursache? Eine unzci» tigc Oclonomic im Fricdcn! Das Berittcublcibcn dcr Artillcric-Chargcn auch während des Friedens ist mit cincr gutcn Führung nud promptcn Bcdicnnn.z dcr Batterien innig verbunden. Wcnn man schon von dcm Kavalleristen verlangt , cr sollc mit scincm Pfcrdc nur Ein Vcib scin, so ist dieß bci dcr ArtillericEhargc in noch höherem Grade nöthig. Dcr ArlillcrioUntcroffizicr muß seine ganze Anfmcrtsamtcit dcm Kommando und dcm Bc-neh.ucn dcr Mannschaft widmen. Wird aber scin Augenmerk durch cinc stül^gc Ncmontc in Anspruch gcnouuucu, odcr hängt er selbst mchr anf dcr Mährr als cr sitzt, so kann cr nichts lcistcn ^ Dic Negicrnng hat sich aus Ersparnngs - Rück. slchtcn bewogen gcfnndcn, per Regiment 2 Batterien halb bespannt zn lassen. Eiscrnc Noth mnß sic go zwungcn haben, diesen, wcnn auch llciucn Eingriff in die Schlagfähigkcit dcr Artillerie zn machen! Frankreich hat im Fricdcn circa 14.000 Artil-lcric-Pfcrdc bci einem Kricgsbcdarfc von 30.000, also beinahe dic Hälfte des Kricasbcdarfcs in ^oco, wäh-rend sich nnscr ^ocostand auf circa ein Drittel des Kricgsstandcs belänft. 'Ucbcrdieß ist zn bemerken, daß Frankreich 1^l.000 Artillcric-Pfcrdc bcim Vandmannc in Vcrpflcgnng hat, dic jedcn Tag verfügbar sind nnd welche diese Macht in dcn Stand setzen, ihre ganze Artillerie innerhalb eines Zeitraumes von wenigen Tagen lricgsmäßig zu bespannen. Wir machten anch einstens dcn Vcrsnch, dcm Vandc Pfcrdc in die 5iost zn gcbcn. In dcr Striermark vorgcuommcn, ficl cr jcdoch kläglich aus. Schon nach 1', Jahren, als cinc Revision gehalten wurde, fand man die melstcu Pscrdc so hcrabgclommcn, daft sic gau; kricgsdienstnutauglich warcn; mehrcrc Ucbcruchmcr hatten die Pferde verlauft, bei Einem siud sic sogar vcrbraunt, ohuc daß cs irgcnd Jemanden eingefallen wärc, der Militär-Verwaltung hievon eine Verständignng zn gcbcn, da cs dicscr doch anch interessant scin müßtc, zn wissen, ob ihrc Pscrdc todt, vcrlanft odcr unbrauchbar gcnwrdcu sind! So lange daS Verständniß für die Sache in dcr Bevölkerung nicht vorhanden ist, so laiM dic Ucbcrnchmcr daS Material übermäßig ausnützen, gleich einem Pächter, dcr dcn Boden jencr Gründe, die ihm nicht weiter überlassen bleiben, anf'S Acußcrstc erschöpft, so lange ist ein ncncr Versuch nicht zu wagen. Wir müssen also unsere Pferde kaufen. Nun brauchen wir bci Mobilisirung dcr ganzen Armcc für Artillerie, Train und Regiments« Gespan-nungcn nahe an 70.000 Zug» Pferde, deren Auf« liringung bcilanfig 4 Monate erfordert. WaS sich nun bci so massenhaften Ankäufen für cin Material zusammenfindet, mag die Erzahlnng cincr Thätliche aus dcm Jahre 185>l) darthnn: Ein Artillerie-Ncgi. mcnt, welches zu dcn etwas später mobilisirtcn zählte nnd sich von dcm unheilvollen Friedensstandc »nil bloß halbbcspannter erster Linie auf drn vollen ilricgS« stand gesetzt hatte, erhielt nach Beendigung des Feld» zugcs die Weisung, wicdcr den FrirdcuSstand anzn» nehmen, mithin sich von circa 3000 auf dcn Stand von 500 Pferden zn setzen. Es war nicht im Stande, diesem Befehle nachzukommen, da cinestheilil dcr Feld-zug einiges Material lonsumirlc, anderntheilb nnd hauptsächlich sich nntrr dcn fiühcr massenhaft angc« lanftcn Pferden nicht 5,00 fanden, deren Beibehnl« luug fiir dcn Fricdcnsstanb sich rcnlirt hätte. ?IuS den hier gegebenen Moliuirnngcu geht llar hervor: Daß die erste Pinie im Frieden stets bespannt fcin muß, und alle Untct-offizicrS.Rcitpfcroe vorhanden scin sollen. Gehen wir nun zur Festungs.Artillerie über. Zu diesem Dienste sind nnn bci jcdcm Regi-mcnlc im Frieden 4 Kompagnien, denen im Kriege cinc 5. und cine Depollompagnic hinzugefügt werden köuncn, designirt, nnd habcn, ihrer exklusiven Bcslim-mnng halber, dcn Titel: „Feslnugs. Kompagnien." Der Stand dcr FcslungS-ssompaanicu beträgt im Kriege etwa 13.500 Mann. Ehe wir nuß cin Urtheil über die Größe dicscr Ziffer erlauben, wollen wir die Erfordcrniß untersuchen. Denken wir uns die Monarchic in irgend cincn bedeutenden Kriegsfall verwickelt, beispielsweise, sie sei gegen West uud Süd engagirt, also die Nothwendigkeit vorhanden, die Plätze der strategischen Westfronlc (Böhmens, Ocster-rcichs, Tirols, Bcneticns, Istricns) zn armircn, so werden in dcn Binncnplatzen allein circa 3000 Geschütze zu bedienen sein; stellen wir die weitere be-scheidcne Forderung, nur 3 Artilleristen jedem Gc> schütze zu widmen und die Ncbcnvcrrichtunacu durch Handlanger besorgen zu lassen; bringen wir dann die Erfordcrniß an Fcstnngs . Ai tillcric sür deu deutschen Bund in Anschlag, endlich dcn Umstand, das; die rückwärtigen Plätze dcnn doch nicht bis zum letzten Mann entblößt werden ltmnen, sondern, wenn auch nur mit den großtenlhcils aus Rclrntcn bestehenden Depot-Kompagnien zn bctheilcn lamcn, so gcrathcn wir in ein bedenkliches Defizit (5875 Manu) und schen, daß auch dic FcstungS.Artillerie in Oesterreich, was die Zahl betrifft, daS größte Maß von Orschri-denhcit erreicht hat. Wenn man die Höhe dcs nöthigrn Standes der Küsten-Artillerie ermessen will, so muß mcm lmser Mtorale und dic dasselbe schützenden Plätze in An-schlag bringen. Die vcnctianische, istriauische, kroatische nnd dalmatinische Küste wird durch circa 2000 Geschütze gc> sichert. Nenn wir nnn denselben Modns in Anwendnna bringen, wic bci drr Vcrlhcilnng dcr Fcslungs'Arlil« lcric, wcitcrS anf die Plätze am Gardasrc nnd Man» tua (brancht thcilwcise Knstcn-Artillcrie) nicht verge. 264 sen, so werden wir sehen, daß der Stand unserer Küstcu-Artillcric (5748) auch nicht ausreicht. Wir haben bei der FcstungS« und Küsten-Artillerie von einer Reserve für Uudicustbarc ganz abgesehen und gesagt, daß wir zu den minder wichtigen Diensten beim Geschütze Handlanger verwenden wollen. Wir werden 46.000 solcher Handlanger brauchen. Aber woher werden wir sie nehmen? Aus der Infanterie geht cS nicht, da selbe selbst auf das Minimum reduzirt ist; von den technischen Truppen geht es noch weniger; vom Zivile? da ginge eS, allein in den Batterien nur so lauge, als diese nicht in Aktion sind, also bei den Vorbcrcitungsarbei-ten. Schwirren einmal die Geschosse durch die Lüfte, da sucht der Zivilist daS Weite. Ist ihm auch nicht zu verargen. Ihn bindet lein Eid zur Ausdauer, wohl aber einer an sein Weib nnd ein Vaterherz an seine unmündigen Kinder! (is wird sich da wirklich jeder Kommandant zn behelfen trachten müssen; daS Wie? wird seiner Findigkeit und Umsicht überlassen bleiben, beider ist es unserem Herrn Berichterstatter auch bei der Artillerie nicht gelungen, den Kern der Ncorganisirungsfrage zu erfassen; kciu Wunder, wcnn er deren Vortheile nicht einsieht. Die 12 Park-Kompagnien sind ihm ein Dorn im Auge. Ihre Gestimmung ist ihm völlig unklar, da cr ihre UcbcrfWigkcit damit motiuirt (Pag. Z8), daß ein Bedarf zum wirklichen Mamoulations-Park-dicnste nicht vorhanden sei, und eine ernste Bedienung der Fcstuugsgeschützc nicht in Aussicht stehe. Dieser anf einer falschen Auffassung basirenden Motiuirung läßt er den Antrag folgen: „Bespannung und Mann« schaft können und sollen hicmit rcduzirt werden." Betreffs des Fuhrwesens-Pferdcctats , welchen dcr Herr Verfasser als für die Artillerie disponibel bezeichnet und mit 6594 Pferden im Ordiuarium be» ziffcrt, hat er sich behufs effektvollerer Darstellung wieder eine kleine Ehaugirtuust erlaubt und sich 4484 Fuhrwcscnspfcrdc, die dem Extra-Ordinarium augc-hören? auch für das Ordinarium ausgclicheu. Helfe, was helfen kaun, warum soll Eiue Ziffer nicht iu zwei Kostümen sigurircn? Leider gibt er sich schon auf dcr nächsten Seile des Berichtes (Pag. 39 >, wo er dcS richtigen Fricdcnsstandes des Fuhrwcscus mit 2106 Pferden erwähnt, ein Dementi. Was den extraordinären Fnhrwcscns.Pfcrdestand betrifft, so kaun dieser für die Artillerie eventuell keine Reserve bilden, denn cr muß und wird ausgelost wer« den, wcnn cs die politischeu Verhältnisse erlauben. Zu dcu Anträgen dc« Herrn Berichterstatters übergehend, sehen wir, daß dieselben bestehen: 1. In der Herabsetzung aller Batterien auf dcn halbbespannlen Stand; 2. in dcr Herabsetzung der Untcrossizicrs-Pfcrdc uou 12 auf 6 per Gatteric; 3. in der Herabsetzuug der FcstungS- uud dcr Park-Kompaguieu um je 20 Mann; 4. iu der Streichung einer unbedeutcudcn Stau-dcö'Augmcntation beim Küstcnregimcnte. Wir haben uus früher mit Absicht des Breiteren über die Uucutbchrlichkcit dcr lompletcn Bcspan-nung der ersten Linie uud dcS Vorhandenseins aller Reitpferde bei den Batterien ergangen; wir haben gc« zeigt, wie unzulänglich dcr Staud dcr FcstuugS- uud Küstcn'Artillcric ist; wir können daher jetzt nur noch anfügen, daß Abmindcrnngcn, wie die beantragten, unsere schöne Artillerie, dcn Stolz dcr Armee, in ihrem Lebensnervs, verletze» und einem uuhcilbareu Sicchthmnc hiugcbcu müßtcu. Aus diesem Gruude köuukn wir uicht glauben, daß die Regierung auf solche Zumuthungeu eingehen werde; sie hat leider schon genug gethan, iudciu sie 34 Batterien halbbcspaunt ließ, die für die erste Periode des uächstcn Krieges so gut wie gar nicht vor-Handen sein werden. Bei den technischen Truppen verlangt dcr Herr Berichterstatter ebcnfall eine Herabsetzung des Frie-denöstandeS, uud zwar von 110 Mann bei den Ge-nictruppeu und 115 Mann bei dcn Pionnicren auf je 100 Gemeine per Kompagnie. Hiedurch würde die ohuchin nur 4 Jahre betragende Präscnzzcit noch weiter hcrabgcdrückt, uud die Ausbildung dieser Truppen vollkommen in Frage gestellt. Die gründliche Auöbil-duug einer technischen Truppe erfordert die zweifache Zeit von jener der Infanterie, und cS bringt eine Beeinträchtigung derfclbcn dcr Armee, eventuell so wesentlichen Schadcu, daß sie, um jeden Preis vermieden werden muß. Bei dcr Sanitätstruppe will der Herr Berichterstatter die jüngst vorgenommene Staudcserhöhung (10 Gemeine per Kompagnie) streichen. Diese StandcS-Augmcntation wurde vorgenommen, mu ciuc dreijährige Präscnzzcit zu erzielen, welche wieder unumgänglich nöthig ist, um dcn Sanitätssoldaten für scin Fach auszubilden. Hatte sich der Herr Berichterstatter die Mühe genommen das SamtätS-Reglement einzuscheu, so ware lhm dle Nochwcudialeit dcr dreijährigen Präscuz nnd der mit selber innig verbundenen Standcöcrhö-hung klar geworden. Vom FuhrwcscuS-Fricdcusstaude glaubt dcr Herr Verfasser getrost 8 Eskadronen, also circa dcn sechsten Theil streichen zu dürfcu. Man kaun nicht sagen, daß sich dieses Korps je einer besonderen Bcvorzuguug zu erfreuen yattc. Sciu Stand war immer auf das knappste bemessen, nnd es mnßtc mit dcr Deckung sciucr Erfordernisse stets jener aller anderen Truppengattungen folgen. Uud doch ist dieses Korps so wichtig, dennoch liegt in einer gntcn Organisiruug dcS Trains gar oft das Wohl der Armee! Ohne gutem Fuhrwcseu tritt Mu-nitionsmaüH'l ciu, ohue gulem Fuhrwesen lebt die Armee schlccht, ohuc gutem Fuhrwesen kaun sie ihre schadhaften Mouturcu, das Schuhwcrk :c, nicht er« setzen, — knrz, ein gutes Fuhrwesen ist dcr Vcrmilt» ler, durch wclchcn dic Armee mit ihren Ressourcen in Verbindung steht. Was nützen ihr letztere und wä» rcn sie noch so reichlich, wenn die Vermittlung nur ciuc mangelhafte ist? Könnten wir Jenen, dic so oberflächlich Stände hinweg delrctircn, nnr Einen Einblick gewähren in das lockere, aus dcn heterogensten Elcmcnlcn zusam-mcngcwürfclte Gebilde, welches dcr Armee bald lnäul» artig, bald in mcilcu-, ja marschelangcn Zügen, bald in Fieberhaft, bald trag sich wälzend folgt, ihr immer cilic Llisl bleibt imd t,och mc entbehrlich wird, uud das mau gemeinhin Armcctrain ucnnt; lümttm wir Jenen dieses Bild vor Augen führen, wir würden es gerne lhuu! Wir wolleu hier nur die Aufmcrt-samkcit auf ciu Iudividuum des TraiuS, auf uuscreu armen Fnhrwcsens-Soldaten lenken. Dieser uach läugcrcm Uilaubc und mit scincm Berufe kaum bekannt, plötzlich ciulicrilfcu, muß sofort zwei kaum asscntittc, störrigc Pferde dirigircn. Sich selbst in sciucr ncncn Moutur noch uuhcimlich füh-lend und als Reiter ohue Vertrauen, wird cr sich im Laufe weniger Tage abnützcu, marode wcrdcu und dcu großcu Ballast dcr Dienstunfähigen vermehren. Um uuu die hier geschilderte« Uebclstäudc uicht gar zu sehr übcrhaud uchmcn zu lasscu, ist cö zu allcu Zeiten als zweckmäßig crlaimt wordcu, auch im Fric-dcu ciucn kleinen Kadrc an FuhrwesenS-Mannschaften und Pferden präsent zu halten. Dic Leute gcwinncu hicdllrch wcuigstcns einigermaßen mililärischc Haltung, lernen die Pfcrdcwartung uud gcwöhucu sich au militärische Zucht, sowie au dauernde Fatiqucu. Dcr FuhrwcscuS-Kadrc ist in Oesterreich ohuc-hm mit kaum V» dcs 5tricgt>slaudes bcmcsscu, was im Hinblick auf dic uüthigc Hcraudilduug dcr Ehar-gcuschülcr uud dcr Prufcssiouistcn ciuc Präscuz von höchstens 8 Monaten gibt. Kanu man weniger verlangen? Daß man nun von diesem Stande nicht noch '/, wegnehmen darf, liegt offenkundig für Jedermann zu Tage, dcr ohuc Vorciugcuommcuhcit iu die Würdigung dcr Vcrhältuissc cmgchm will. Ungeachtet dcfscn, daß mau früher Zeit genug hatte, sich zu ciuem Kriege vorzubcrcitcu, und selbst die langen Märsche uach dem Kriegsschauplätze das Mittel boten, die junge Mannschaft abzurichten uud abzuhärten, war die Organisation dcr l. l. Armee auS ölouomischcu Gründen, sagcu wir es gerade hcr< aus, ciuc mangelhafte, nnd noch immer haben uns die Kriege unvorbereitet gcfuuden. Männer wie EH. Karl uud Radctzly suchten diesen Mängeln abzuhclfcu, aber stets fiel die Orga-nisatiou dcr Arnicc vou Ncucm dcr Oekonomic zum Opfer! Nnnmchr macht man immer Vergleiche mit dem früheren Bestände dcr Armee, und will nur solche Reformen zugeben, die Ersvaruugen in Aussicht stellen. Soll nnn die Armee wieder in die alten Mängel vcrfairn, soll sic allein Rückschritte machen? Durch die neueren Organisirungen uub zeitge-mäßercu Verbesserungen hat sich Oesterreich iu der Lage erhalten, veil« Kriegsausbruch eine ganz rcspek. table Macht auf die Beine zu briugen; das können wir die grundsätzlichen Gtguer ciucs klüftigen Heer« Verbandes versichern. Allem auch die auderen Großmächte bleiben in dieser Beziehung nicht zurück, ja manche überflügeln uns bedeutend, so zwar, daß Oesterreich immer dcr Ansuauuuua, aller Kräfte bedürfen wird, um sich bei einem europäische« Kampfe ebenbürtig zu zeigen. Eventuellen Bchauptuugcu, daß derlei Kämpfe uur höchst scltcu vorkommen, oder die Kriege dcr Zukuuft wohl größtcnthcils lokalisirt scin werden, weisen wir im Vorhinein zurück. Je seltener große Kämpfe vorkommen, desto nachhaltiger sind sie; dcr Ausgang entscheidet über daS Schicksal von Staaten! Findet sich bei ihrem Ausbruch ein Staat unvorbcrcilct, so hat cr cs sich selbst zuzuschreiben, wenn dcr Lauf dcr Erciguissc zermal« mend über ihn hinweggeht uud ihu vou dcr Karle Europa'S verschwinden macht. Eine Lokalismmg dcS Krieges jedoch (wie anno 185!)) dürfte uicht immer! gelingen, übrigens dürsten auch ticfcinschncidcudc poli-tische Fragen, die selbstverständlich oiclc Intcrcsscutcu zählen, durch solche lokalisirtc Kriege schwerlich eine radikale Lösung erhalten. Solche Fragen werden aufgeschoben, aber nicht aufgehoben scin! Machen wir nun eine Ruudschau bei dcn größeren Mächten des Kontinents, so schcn wir bei: Rußland eine Kriegsmacht von 822.600 Mann, die speziell für die enropäischen Kriegsschauplätze disponibel ist, bestehend aus: Infanterie 568.000 Maun, Kavallerie 43.000 Maun "), Artillerie 90,000 Mann mit 1106 Feldgeschützen, technische Truppen 15.000 Maun, SauitütS - Truppen 7600 Mann, Train 57.000 Mann, in dcn Depots 42.000 Mann; Frankreich ein Hccr von 562.000 Mann, dcsscn Qualität durch das Vorhaudcuseiu vou mehr als 120.000 Bcrufssoldatcu uud durch deu diese Nation auözcichucudcu kriegerischen Geist besonders gehoben wird, bestehend auS: Infanterie 383.000 Manu, Kavallerie 85.000 Maun, Artillerie 65.000 Mann mit mehr als 900 Feldgeschützen, technische Truppen 12.000 Mann, AdministrationStruppcn 17.000 Mann; Preußen und Italien, beide an Territorium uud Einwohnerzahl Oesterreich weit nachstehend, können imposante Streitkräftc entwickeln, uud zwar ersteres 507.000 Mmm (abgesehen von dcr Landwehr erstcu Aufgebotes mit 135.000 Mauu), bcstehcud auS: Infautcric 367.000 Mann, Kavallerie 46.000 Mann, Artillerie 61.000 Mann mit nahezu 900 Feldgeschützen, technische Truppcu 15.000 Maun, Train-Bataillons 18.000 Mann; Italien hat 340.000 Mann, bestehend aus: Infanterie 272.000 Mann, Kavallerie 19.000 Mann, Artillerie 28.600 Mann mit nahezu 500 Feldgeschützen, technische Truppen 6700 Mann, Train- und Verpflegö-Kompagnien 13.700 Mann. Das hicr eulrolltc Bild liefert erneuert den Beweis, daß Oesterreich dcn Stand scincr Armce im Verhältnisse zu dcu fremden Arinccn anf das Noth-wendigste beschränkt hat. Wir hattcn uns zwar uur die Anfgabc gestellt, dic Irrthümer aufzuklären, die nicht ganz korrekten Ziffcr-Grnppiruna.cn uud nicht stichhaltigen Darstel' luugcu bloßzulcgcu, wclchc die Anträge dcs Herrn Berichterstatters iu rciu militärischer Äezichuun cut-haltcu; wir fiuocn aber auch iu dcr ötouomischadmi-uistrativcu Parthic so auffalleud uurichtiac Iutcrprc^ tatioucn nnd uubcrcchtigtc Abslrichs-Fordcruuqcu, daß wir cs uus uicht vcrsagcu tüuucu, uuscrcu Lcscru vor-iwcrgchcnd auch hicrichcr cungc llcmc ^lllstlaruusscu zu gcbcu. H^cudcu wir unscrcn Älilt dcr Verpflegung zu. Hicr schcu wir scitcus dcs Hcrru Äcrichtcrstnltcrö (Pag. 25) dic Nützlichkeit und' Nothwendigkeit dcv Militär-Kontrolc in Zwcifcl gczogcn. Nun, wir sind nach eingeholten Datcn von Männern, dic in dicscm Fachc iu ciuer höheren Sphäre wirkcn, jcdoch tciuc Äiilitär Koutrolors sind, in dcr augc» uchmcu Lagc, zu versichern, daß, abgesehen von dcm cchtcn militärischcn Geiste und dcr Disziplin, wclchcn dic Vcrpflcgs-ztontrolc bci dcin Handwcrts-Pcrsonalc wicdcr aufachtcu, dicsc Kontrole auch auf das Vcr-pflcgs'Gcschüft selbst, wic sich scit zwci Iahrcn hcr-ausstcllt, ciucu schr wohlthütigcu Einfluß gcuom-lucu hat. Bezüglich dcr Naturalprcisc wird geklagt, daß sclbc zu hoch im Voranschlag cingcstcllt sind. Im Äuogct wurden wahrscheinlich dic Preise nach einem mehrjährigen Durchschnitte ciugcstcllt, was wir anch für dcu zwcckmäßigstcn uud ciuzig richtigcu Modus haltcu. Eiucu Preisrückgang, wic dcu dicßjährigcu, lonntc inan wohl Anfangs 1864, als dcm Zeitpunkte dcr Budgctbcarbcituug nicht ahncn, ebensowenig als man hcutc nicht wciß, ob sich diese niedrigen Prcisc bis nach dcr nächstcn Ernte (September) halten, oder ob sie steigen wcrdcn. Wenn man abcr, wic dcr Herr Verfasser, zur Äcrurthciluua cincs vor 1 ^ Jahr gemachten Budgets dic hcutisM Prcisc zum Vergleiche mn»ut, da läßt sich leicht wicdcr ciu Stein nuf dic Rcgicrung wcrfcu. Wir wolltcu uus auch hicr noch ciuigcrmaßcu zufrieden geben, wcnn wenigstens bei dcu dcrmaligcn Preisen ein Durchschnitt aus allcn Ländcrprciscu odcr aitS viclcn Lotalprciscn gcmacht worden wäre; abcr nciu, wir schcn dcn Herrn Verfasser hicr ebenfalls (Pag. 44) einige ihm günstige Datcn hcransrcißcn uud hierauf scin Urtheil basircn. So nimmt cr zur Prcisucrglcichung Wien, wogegen wohl nichts ciuzuwcudcu ist, uud die Hauua! dic üppige Hauua! Auch wir löuucu dicsc Hauua! Wir wüuschtcu, wir töuutcu dic gauzc Armcc au ihrcn Brüstcu uährcu; allciu das gcht cbcu nicht. Dic Armcc tann uicht ausschlicßlich im Siunc dcr Skala dcs Marttzcttcls dislozirt wcrdcn, son-^dcru politische, militärische Motive wciscu ihr die Postcu au. ") Hiczu sind noch Z0.000 Kosaken zn zählen, von welchen die Russell bekanntlich im kleinen Kriege einen ausgezcichnetcit Gebrauch zu machen wisse". 265 Vci richtigem Vorgehen luürcn also wenigstens die Preise don Nicn, dcm lombardisch'vcnctianischcn Königreiche, von Ungarn, Äöhmcu, Tirol, Dal^ waticn in dicsc Dnrchschnitts.Fcstslcllnng anfzuuchmcu gcwcseu. Bci dcr ZcugS^Artillcrie, iider deren Wesen nnd Bedürfnisse dcr Herr Verfasser überhanpt die fonder^ barsten Sätze anzustellen beliebt, tömint nnter andern die Bemänglung einer kleinen Post für ^otofuhrcu vor (Pag. 20), nnd wird deren Ueberfliisfigteit dnrch die angeblich ansehnliche Menge ärarischcr Bcspau-nnngcn luotivirt. Ä)ian möge sich beruhigen, wo ein ärarischcs Zugpferd sich befindet, mnß es sich sein Futter saner verdienen; allein alle!^l) Zeugs Artillerie Kommandcn kann man mit ärarischcn bespannen nicht dotircn, geschähe dieß, so würde dcr Herr Verfasser die Sturmglocke ob des Mehraufwandes noch lantcr ertönen lassen, alö es ohnchin schon dcr Fall ist. Ferners werden (Pag. 20) zwei znr Nachschaf fung von 40 Feldgeschützen und znr Erhaltung dcr Ueldlafcttirnng nnd dcr Fnhrwcrtc des ncncn 'üiialcrials bcstimuitc Beträge aus dem (Grunde bemängelt, weil dieses Material erst im Vorjahre angeschafft wurde; an einer andcrcn Stelle (Pag. 6<.») jedoch dic hämi-schc Bcuicrkung nicht nntcrdrückt, daß dicsc Bcträgc wohl nur ans dem Grnnde begehrt worden sein dürftcu, indcn: daö ncile Geschütz östcrrcichisch c r Erfindung schon nnch i-lM—^OO Schuß ttiu;ugil'ßc,l ist. Das sott osfcnliar cm Angriff auf nnscr vorzügliches Äiaterial sein; wir müsscu aber bedauern, daß dieser schön ausgeholte Hieb, dcr zweifelsohne nebenbei auch dcr gründlichen" Vertrautheit des Herrn Vcr-scchcrs mit dem Gegenstände als Relief zn dienen hatte, cm flacher war! . Die Leistung von 13l>l>^i5.(S Schuß ist bei einem gezogenen Arouz^Geschutzc - das seiner Natur nach von dem scharfeu Schußc sclbstvcrstäudlich mehr wdcn muß, als das glatte Rohr — ciuc höchst zn-'^dcnstcllendc; war doch das glatte Nohr schon nach 10(X) Schuß ziemlich mitgenommen nnd gehöric dessen weiterer Gcbranch zn den Ausuahmcu. Eis'crucn glatten Geschützen kann man wohl eine bedeutend größere Schußzahl znmuthcu. Auch bezüglich dcr Ban-Dotationen wird dcr Nc-Wrung der Vorwnrf zn geringer Sparsamkeit gemacht. Die AdmiuistraliouS.Auölageu solleu zu hoch sein, für die fortifikatorischeu uud sonstigen Neubauten solleu 5" große Bauratcn iu Auspruch geuommeu, rudlich sür dic Instandhaltungen zn große Summen verlangt werden. Wir haben, so wcit cs unS möglich war, uus "uch iu dicscm Zwcinc nmqcschcn, uud dns llrihcil grllildluh mstvnirtcr, uoriirthcilsloscr, cvfnhrcucl ^nch luäuucr gehört. DaS Resultat unserer Forschuugcu thcilcu wir mit. (Fortsetzung folgt.) 9. Sitzung >cs Oerrcnhauscg vom 18. März. Auf dcr Miuistcrbank: Mensdorff, Mccsöry, Plener, Nadasdy, Miuistcrialrath Dcssary (Fiuauz. miuistcrium.) Graf Larisch überreicht die Petition des land-wirthfchasllichcn Vcrciucs von Nicdcröslcrrcich uin Herabsetzung dcr Brauutwciuslcuer uud bedauert, daß dicsc bcsoudcrS wrrthvollc Pcliliou ihm erst jctzt über« reicht wordcu sci. Es folgt die Fortsetzung der gcstrigcu Tagcö« orduuug: Bcricht dcr Kommission des Hcrrcuhauscö über die Anträge des Abgeurduclcuhauscs, lietrefscxd den Jahresbericht dcr Staatsschlildcu« Koutrolc-Kom-mission. Es wird zn dcm 3 Thcilc dcr Anträge: Be« schlüsse Übergängen. Dcm Beschlusse I, betreffend dic genaue Vc-ncnnnng jedes znr Tilgung dcr einzelnen Schuldgat-luugcn nothwendigen Betrages in dcm Staatsvoran-^chlngc, wird ohne Debatte vcigctretcn. ^ Vcschluß il wegen Prüfuug dcr Rcchmmgcn dcs Nr. 3 durch die Koulrole- m^.".-^ ""tcr dic zur Kenntnißnahmc bestimmten Beschlusse aufgcuomu,m. Zum Beschlusse ill, bctrcsfcud dic Verwendung des omwdischcn Amortisatiousfoudcö, wird ohne Debatte bcigclretcn. Beschluß IV uud V betressm dic Aufforderuug, um Vorlage ciucS Gesetzes, bclrcffcud dic freiwillige «ouvcrtiruug der zu 5)°.. mid 0°.. verzinslichen Kou-^"'^'^'-Uiuuzc.Schuldvcischrcibungcn iu auf öslcir, , Zwaug ablcitcu, so würde daraus folgen, daß dcr Fmauz. miuislcr dicsc Csfcklcn um jcdcn Preis verkaufen müßlc. Die Kommission hat geglaubt, daß cs nicht räthlich sei, die Fiuauzvcrlvallung iu einem Momcutc durch Tcrmiue zil dtäugcu, wo sie ohucdieß vou allen Scitcu gcdräugt wird. Fiuauzmiuistcr v. Pleuer: Was die Sache aubclaugt, so Hal daS Fiuauzgcsctz dein Fiuauzmiui. slcr cin bcslimmtcS Materialc zur Dccluug dcr Aus« galicu zur Vcrsüguug gcstcllt. Die Veräußcruug dcr Obligatioucu louulc wcgcu schlechter Eoursvcrhälluissc uichl erfolgen. Es sci auch nicht richtig, daß die Erlöse aus dcr Vcräußcruug nicht zur Tilguug von Dcpolschuldcu vcrwcuoet wurdcu. DaS sci geschehen. Was dcn AuSsptuch sclbst betrifft, s» werde es sehr uachlhciligc Wirtuug habcu, daß dic Geschäftswelt weiß, der Fiuauzmiuisler habe so vicle Obligalioueu uud müsse sic zu dicscm Termine veräußern. Ueber, dieß habc man das strcugc Verdikt fiühcr auSaespro. chcu, bevor mau deu Verurtheillen gehört hat Man hat ciuc Rcchtfcrtiguug von mir nicht beliebt. Vci Prüfuug dcS RechuuugSabschlufscs wird die Zeit fciu, über alle Bcstimmuugcu dcs FiuauzgesctzcS vom Fi« nauzmiuister die Rcchlfcrtiguug z« verlangen. ES wird zur Abstimmung geschritten, dcr Antrag dcS Grafcn Wickcuburg wird abgclchut, der Kom. missionSautrag augcuommcn. Beschluß VII betrifft die Aufforderung au daS Fiuauzmiuisterium, jcd^ Vcrwcrthnug der in Depot-gcfchäftcu vcrpfäudctcn Staatslrcditcffcltc dcr Koutrolc. Kommission auzuzcigcu uud die Verwendung auszu-weisen. Die Kommissiou des Herrenhauses bcaulragt die Ablehuuug dieses Antrages. Barou RncSlcfcr: Das Hn,is möge nach cigcucm Erincsscn beschließen. Aber er müsse lonsta-tircn, daß dic Staatsschuldcu^loulrolclommissiou die Fiuauzvcrlvaltung nie in dcr Aufnahme vou Depot-schulden behindert, wohl aber die nachträgliche Recht-ferliguug vcrlaugt. Das war ihre Pflicht, wcil sie uicht uur dic fuudirlc, soudcrn auch die schwebende Schuld zu überwachen hat. Nach dcr Ansicht dcr Kommission hätte die Konlrolckommission gclcgcutlich dcr Ausulchmc dcs Sill'craukheus diescs ciufach iu die fundirte Schuld aufnehmen sollen. Das konnte sie jedoch nicht, sie hat nur die wirtlich bcgcbenc Summe aufgenommen. Freiherr v. ^ichtenfels: Man muß dcn Bcfchluß auffassen, wie das andere Haus. Iu dicscm Sinne lautct er dahin, daß die Fiuanzoerwallnng der Kontrollkommission von Fall zn Fall die Aufnahme von Depotschulden auzuzeigcn habe, uud dich ist nir-gcnds gesetzlich begründet. Die Abschlicßung von De« potschulden ist leine Vermehrung dcr Staatsschnld und deßhalb ist eine solche Anzeige nicht nöthig. Graf Wickenburg: Die Frage dcr Depot-fchnldcn ist schon im Vorjahre entschieden worden. Nur sciue Ueberzeugung wolle er aussprechcu, daß ciuc Depotschuld ciue wirkliche Schuld sci. Fiulluzminister v. Plcner: Wenn dcr Finanz-minister Obligationen, die er veräußern köuutc, auf ciuigc Monate verpfäudct, so löuue dieß offenbar nur scincr Verfügung freistehen. Das Finanzministerium findet eS nicht korrekt, daß jeder cmzclnc kleine Vcr-taufsalt dcr Kontrolekommifsion anzuzeigen sci. Wcnn aber die Frage weiter gesponnen, und die Nachwei« sung der Verwendung des Erlöses jcdcr Depotschuld verlangt wird, so läuft dieß auf jcucn Streitpunkt hin« aus, dcu dicscS Haus fchon im Vorjahre vcrncint hattc, nämlich ob Dcpotfchuldcn cinc Vermehrung dcr Staatsschuld scicn oder nicht. Bei dcr Abstimmuug wird dcr Kommissiousan« trag angenommen. Beschluß VIII bezicht sich auf die Anstellung dcr Beamten der Kontrollkommission. Es wird beantragt, diesen Beschluß abzulehnen. Baron Nueskefcr vertheidigt den Autrag dcr Kontrolclommission, und beantragt die Bewilligung dcr erhöhten Bezüge, jcdoch als Zulagen. Graf Wicken bürg findet dir Erhöhung dcr Gehalte außergewöhnlich, uud weiß nicht, in welchen Status dic Beamten einzureihen wären. Freiherr v. Lichten fels vertheidigt die Kom-missionsauträge. Finauzminister v. Plener verweist auf das Ge-fetz, betreffend die Wirksamkeit dcr SlaatSschuldculon-trolelommission, welches dic Bcstimnnlng nicht enthalte, daß die Kommission Bezüge syslcimsircn könne. Bci dcr Abstimmung wird dcr Antrag des Baron RncSlcfer abgelehnt nnd der Kommissiousanlrag angenommen. Es wird eine Note dcs Präsidiums des Abge-ordnctcnhanseö vorgelesen, in welcher die Zustimmuug dieses Hauses zu dcm Gesetzentwürfe bcircffcnd die AuSdchnnng dcs Gcsrtzcs vom 38. Dczcmbcr 1"04 über dic Fortdauer dcr Stcucr», Strmpcl» und Ge-bichrcuerhöhnun auf die Mouatc April, Mai und Juni bclauut ncaebln wird. (Dcr Gesetzentwurf wird au die stäudigc Finanz-lommisston verwiesen.) Zweiter Gegenstand der Tagesordnuua. ist dcr Bericht dcr Fiuauzlommissiou deS Hcrrcuhnuscs iibcr dcn vom Abgeordnetenhaus«: augcnommencu Gcsrtzcnt-wurf betreff Verminderung dcr in Siebenbürgen bc-stcheudcn Personalstcucr. Berichterstatter ist Freiherr v. Roseufcld. Die Kommission stellt den Antrag, daS Gesetz in dem von dcm Abgeordnetenhausc beliebten Wort-laute auzunehmcn. Ferner beantragt dic Kommissiou dcm vom Nbgeordnetcnhansc angesprochenen Wnusche^ über dic Dccknug dcs, durch die Hcrabsctzuuss der Steucru entstehenden Ansfallcs nicht beizupflichten. ! Fürst Iablonowsli empfiehlt dic Annahme des Gesetzes, aber er könne nicht umhin, bci dcr allgemeinen Lage des ganzen Reiches nnd einzelner Län-der insbesondere ausdrücklich zu betonen, daß ei nur ! aus Rücksichten für die ärmere Bevölkerung Sieben» ! bürgcuS für das Gesetz stimme. Selbst die Rcaic-l rnna, habe in der Vegrüuduug ihre? Entwurfes zugegeben, daß das Drückende der in Sicbcubürgcn t»c« steheudcn Pcrsonalsteuer nicht sowohl iu dcr Höhe, als in dcr ungleichen und unrichtigen Vertheilung zu suchen sei; er hoffe jedoch, die Regierung werde innerhalb der beiden Jahre der Giltigfeit dcs Gesetzes ! tutsprechlnd Abhilfe treffen. Redner macht riue große Reihe statistischer Daten geltend, wclchc zn Guustcn seiner Ansicht sprechen. Die Generaldebatte ist damit geschlossen. Dcr Berichterstatter revlizirt aus die Bcmcrluugcn de« Vorredners. ! Finauzmiuistcr v. Plcncr erklärt, die Regie-rung verkenne keineswegs, daß bic uuglcichc Vcithci. luug der Steuerlast auch in anderen Bändern drückend sci, uud sci auch deßhalb die Initiative zur Steuer- ' reform crgrifscu. Dic Rcgicnmg acbc sich nicht der Illusion hin, daß das vorliegende Gesetz radikale Ab« Hilfe schaffen wcrdc und erwarte dicfe von dcr Slcncr» reform. Hierauf wird die Sitzung wcgcn vovgcruckl.tr Stunde gcschlosscu. Nächste Sitzung Montag. 266 Oesterreich. Wien, 18. März. Einer dcr wichtigsten Vorgänge in dcr gestrigen Sitzung dcs Finanzausschusses ist seltsamer Wcisc noch nicht in die Ocffcntlichtcit gedrungen. Dcr Finanzministcr hat nämlich dcn An« trag des Berichterstatters Taschek, die Konponsstcner von 7 ans 10 p(5t, zn erhöhen, nicht blos Namens dcr Regierung entschieden znriickgcwicscn, sondern anch erklärt, er sei bereit bei nächster Gelegenheit, sobald die Finanzlage die Möglichkeit dazu biete, die Herabsetzung dcr Kouponssteuer auf 5 pCt. zu beantragen. Uusland. Berlin. 16. März. (Sitznng der Militärkom-Mission). Lcttc zieht sein Amcndcmcnt znrück. Dcr Kriegsminister crllärt bezüglich des Stavenhagen'schcn Amcudcmeuts: Die Regierung sei der Kontingenti-rung nicht entgegen, jedoch nntcr folgenden Bedingungen : daß die Regierung bei Kalamitäten das Heer verstärken nnd die Kosten dafür als Etatsübcrschrei« tnngcn rechtfertigen dürfe: daß der Streit in dcr Militärfrage hicdurch beendet sei und das Haus die übrigen Theile der Novelle annehme; daß die Fixi-rung dcr Präscnzzahl dcr Regierung die Herstellung eincs schlagfertigen Heeres gestatte. Dic Zahl von 180.000 Mum sci ungenügend, dic zweijährige Dicst-zcit nicinals Gesetz gcwcscn. Die Lage Preußens verlange die jetzige Armecstärke; dic jetzigen Verhältnisse Europa's verlangen einen bewaffneten Frieden. Gcgcu Kirchmann hält der Kriegsminister daS Stell« vcrtrctungssystem mit den Staatscinrichtnngcn für unvereinbar. Preußen bedürfe cineS sogleich schlagfertigen Hccrcs; das ^andwehrsystein sci hicrzn nicht geeignet. Paris, 18. März. In der gestrigen Sitznng des Senats crllärt Staatsministcr Rouhcr, die Kon-vention sei in loyaler Weise von Frankreich und Ita-licn unterzeichnet und nicht einmal von Rom verworfen worden. Dic revolutionäre Partei ist es, welche dic Konvention nicht will. Die französische Armee wird Rom in zwei Jahren verlassen. Eine permanente Oc< cupation würde die Verneinung der weltlichen Macht dcs Papstes sein. Dic Errichtung einer päpstlichen Armee ist möglich. Wenn der Papst Schwierigleiten erfahren sollte, so würde sich unvcrweilt das Gewissen der Katholilcn erheben nnd ihre (Ergebenheit wird dem Papste nicht fehlen. Rouhcr beschwört die Bischöfe, beim Papste für die Versöhnung zn wirtcn. Was dic französische Regierung anbelangt, so will sic, selbst im Interesse dcr Versöhnung, ihre volle Freiheit dcr Al» tion bewahren. Schließlich verlangt Rouher ein Vertrauensvotum vom Senate, worauf Art. 15 der Adresse angenommen wirb. Mal- un> PromnM-Nachrichten. Laibach, 21. März. Der t. l. Kontrc-Admiral Herr Wilhelm von Tcgetthof hat aus dcn ihm zur Verfügung stehenden Spenden für dic Hinterbliebenen der im Seegefechte bei Helgoland am 9.-Mai 1804 gefallenen zwei Marinc-Soldatcn Johann Dcbcuz von Scnosctsch, des gleichnamigen Bezirkes, nnd Franz Kastell itz von Hrastoudol, des Bezirkes Sittich, KW fl. in Silber an die Landesregierung für Kram übermittelt, welche ihrer Bestimmung auch bereits zugeführt wor-dcu sind. — Gestern wehte hier eine ungewöhnlich starle Bora mit Schneegestöber, in Folge welcher anch wieder Störungen im Eiseubahnverkchr eintraten, indem der von Tricst lommeudc Nachtzng sich um mehr als zwei Stuudeu verspätete. ,__, Hcutc Morgen um 7 Uhr hat uns die erste Batterie deS ArlillerieregimcntS Pichlcr Nr. 3 mit der Musikkapelle verlassen. Acvor sie dcn Abmarsch antrat, dcfilirtc sie vor Sr. kcuserl. Hoheit dcm Herrn Erzherzog Ernst auf dem Platze vor dcm Bahnhöfe. Die Generalität, der Stab nnd das Offizierkorps wohnten dem Abschiede bei. Dic Batterie geht auf dcr Rcichsslraßc über Graz nach Leobeu. Dte übrigen in Kram stationirtcn Batterien desselben Regiments, lvclchc ebenfalls nach Steiermarl kommen, werden in kurzen Intervallen demnächst Kram verlassen. — Dcr hiesige Musiklchrcr und Kompositcur Hcrr Theodor Elze hat fcinc demnächst im Stiche erscheinende, von dcr Mannheimer Tonhalle bereits belobte „Sonate für Piauo und Violinccllo" Sr. k. Hoheit dcm Herrn Herzog von Sachsen - Koburg- Gotha zugrscudct mit dcm Ansuchcu, die Dedikation des Werkes annehmen zu wollen. Herr Elzc erhielt dieser Tagc ein sehr schmeichelhaftes Schreiben ans der Kadinetskanzlei dcS Herzogs, in welchem dcm Kompositcur mitgetheilt wurde, daß „Se. l. Hoheit sich „übcr diese gediegene Arbeit, in welcher Höchst« „demselben ganz besonders das Adagio gefallen, „gchcnt habe und die Widmung dcS Werkes mit „größtem Vergnügen gestatten wolle." Herzog Ernst von 5loburg«Gotha ist bekanntlich selbst Musitkcnncr und Kompositcur. — DaS iu Aussicht gestellte Konzert dcr philharmonischen Gesellschaft zum Besten dcr Nothlcidcn-dcn in Inncrtrain wird nnwicdcrruflich am nächsten Samstage stattfinden. Vermischte Nachrichten. Ans dem von Sundecic kürzlich in Ectinjc herausgegebenen Kalender unter dcm Titcl „Orlic" (dcr junge Adlcr) cutuchmen wir einige dcr neuesten statistischen Daten über Montenegro. Nach dcr zwischen dem 14. Oktober 1803 und 14. Oktober 1804 vor« genommenen Volkszählung betrug die Gesammtbevöl« lcrnng Moutcncgro'S nnd dcr Bcrda 1!)0.238 Individuen, nnd zwar W,889 männlichen nnd W,33l) weiblichen Geschlechts. Der Fürst hat 2 Sekretäre uud 3 Adjutanten. Dcr Senat (oberstes Gericht) hat 1 Präsidenten, 1 Vizepräsidenten, 16 Senatoren und 1 Sekretär. Kouskribirte Soldaten zählt Montenegro 25.000 Mann, welche Zahl im Nothfälle noch um 10.000 vermehrt werden kann. Dcr Oberlommandant ist Wojwod Mirko PetrovioNjegos. Das Korps dcr Perjauits zählt 100, dic Garde aber 400 Mann. Der ganze jährliche Stcucrcrtrag erreicht nicht 100.(^00 fl. — Im ^andc sind 11 Klöster, die aber nnr sehr wenige Bewohner habcn. Die Wcltgcistlichkcit hat 3 Erzpricstcr uud bei 400 Priester. Außcr dcr uicrllas-sigen Schule in Ecttinjc gibt cS noch 11 zwcillassigc in dcn llcinercn Orten. Dcr Eröffnung dreier ncncr Schulen wird in Bälde entgegengesehen. Bericht über die am R8. Mär; «yttä stattgehabte dritte wissenschaftliche Versammlung dcs Vereins der Aerzte in Krain zu ütaibach. Obmann: Lanocsmcdiziualralh Dr. Ritter von Andrioli. Schriftführcr.Stellvcrtrctcr: Dr. Gre-goric. Anwesend: 10 Mitglieder und 1 Gast. Nachdem dcr Schriftführer dienstlich verhindert war, der Sitznng beizuwohnen, verlas Dr. Grcgorio daS letzte Sitzungsprotololl und theilte mit, daß zwei Schreiben dcs Prof. Schlager in Wien, welche die Bildung eineS Zcntral'Organs sämmtlicher ärztlicher Vereine anstrebten, nnd ein Wcrl dcS BaocarztcS Dr. Ebcrlc in Tcplitz (Böhmen) über die Hcilmir« knngen der Thermen dascldsl cinnclcmfcn seien. Nach Lcslma, dcr Bricfc durch Dr. Gregori6 wurde be» schlössen, selbe zirlnlircn zu lassen nnd dic Debatte darüber erst in der nächsten Sitzung vorzunehmen, sowie daS Werk über Tcplitz dcn VercinSmitgliedml zur Durchsicht zuzuschicken. Dcn ersten wissenschaftlichen Vortrag hielt nnn Herr P. v. NadicS über dic medizinischen Werke der fürstlich AuerSpcrg'schen Hausbibliothcl im sogo nannten Laibachcr Fürstcnhofc. Die von Wolf En< gelbert Graf Auerspcra. im Jahre 1055 gegründete Bibliothek zählt 3257 Werke und ist in 18 Fächer nach Disciplinen gclhcilt. Die Medizin ist dnrch 74 Werke vertreten, deren 3 auS dcm 15., 20 ans dcm 10. und 51 auS dcm 17. Jahrhunderte stammen. Von heimatlichen Medizinern finden sich Wcrkc der beidcn Verbez, Vater nnd Sohn, die zn Anfange des 17. Jahrhunderts blühten, uud des I. B. Garza-rolli auS Ndinc von Verbcz Sohn, dcsscu biogra-phifche Skizze nach dcu Vorreden seiner Wcrlc, nach P. Markus Pochlin nnd Originalurlundcn (Bricfcu) gcgebcn wurde, starb 1<;36 in Ulm, nachdem rr Krain der Religion wegen verlassen, als Stadtphy« sikus. Für dcn äußerst intcrcssantcu Vortrag wurde Herrn v. Radics von allen Anwcscnocn gedankt. Dr. Kovaö zcigte cinen nach Türt verbesserten Inhalations-Apparat vor nnd erklärte, wie selber gchandhabt weiden müsse und welche Vortheile er von den Apparaten von Schuitzlcr uud Sal > Giron habe. An der sich an den Vortrag knüpfenden Dcbattc be« theiligtcn sich hanvlsächlich die Ncgimcntsärztc Bock und Seydl; — fcrncr demoustrirte er cine unter dem 5Iim»l,li,im «t^rni von der Schilddrüse ausge-gaugencn Geschwnlst, welche dnrch Druck auf den Norvu« p^rMicii« einen sehr hcftigcn Singultus ver« anlaßt hattc. Sckundarzt Zcpuder besprach im freicn Vortrage einc Enullcation uns dcm Schultcrgelcnk, die dnrch dic Verletzung mittelst cincr Maschine veranlaßt wurde uud leider dnrch cinc unglückliche Komplikation, nämlich Zcrtrümmcrung dcr Leber, dic cr dcmonstrirte, ciucn lokalen Ausgang nahm. Zum Schlüsse dcr Sitzung macht Dr. Gre-goriö die Mittheilung, daß dcm Vereine dadurch cinc Auszeichnung zu Theil wurde, daß die königliche Gesellschaft für Geburtshilfe in Berlin Prof. Dr. Valcuta zn ihrem auswärtigcu Mitgliede ernannt. Die Mittheilung wurdc von dcn Anwesenden freudig uud beifällig cntgegcugeuomnuu. ________ Neueste Nachrichten nnd Telegramme. Original Telegramm. Wien, Hll. März. Das Vefinden der (Erzherzogin Gisela ist ganz befriedigend. Das Abgeordnetenhaus hat in der Angelegenheit dcr (5rlverbsteuer von (5isenbah' ne» den AuSschuftautrag angenommen. Niese» Stallburg beantragt für die «Nilll vollen» deten Neubauten in Hauptstädte» 2tt Jahre Steuerfreiheit. Das Herrenhaus debattirte über die Branntweinsteuer. Paris, 18. März, Nachts. Der Senat hat in seiner hcutigcn Sitzung dcn Gcsammt'Adrcßcnlwurf mit 130 gcgcn 2 Stimmen angenommen, Eine Deputation wird Montag die Adresse überreichen. Im gesetzgebende» Körper wurdc dcr Adrcßcut-wurf heute gclcscu; die Diskussion wird am 27. März beginnen. Ein soeben eingelaufenes (in St. Nazairc durch den Attache" dcr kaiserlich mexikanischen Gesandtschaft für Nom, Jose Noriega y Malo, anfgegebcncs) Tcle-gramm Sr. Majestät dc« Kaisers von Mexiko an ^ Se. l. k. Apostolische Majestät meldet: ^ „Die österreichischen Freiwilligen — kaum au« gelangt in dcm Innern dcs Bandes — habcn unter Kommando dcs Majors Kodolich einen dcr glänzendsten Erfolge errnngcn." Paris, 19. März, (Pr.) Ein Artikel des „Eou-stitutionnel" wird als Gclcitschein für dcn nach Nord- ^ amerika abreisende» Gesandten Montholon angeschen. > Allc Gefahren für Mexiko wcrdcn darin ans Grün- > dcu dcr Friedensliebe nnd dcs gcsnndcn Sinnes dcr « Mexikaner hinwcgdispntirt. Es bestätigt sich, daß ' Frankreich beschlossen hat, die schleswig-holstcin'schc Flagge nicht anzuerkennen; sowohl Vcncdctti in Berlin, als dcr Herzog von Gmmont sollen ehestens in diesen: Siuuc iustrllirt wcrdcu. Bci dein letzten Hofdincr führte die Kaiserin den Borsitz, dcr Kaiser erschien erst Abends, ziemlich wohl aussehend; cö wurde bemerkte, daß cr es vcrmicd, mit dcm Marquis Voissy sich zu unterhalten. Dic nltramontanc Partei Frankreichs arbeitet an einem Programm, wouach es unerläßlich wärc, d, haben. Markt- un> Geschäftsberichte. Krainburg, 20. März. Auf dcm heutigen Markte siud erschienen: 45) Wagen mit Getreide und 4 Wagen mit frischem Speck, dcr Hcutncr zn 2<) fl. (Wochc u m arlt - Prcisc.) Weizen pr. Mctzen fi. Z.'.)5>; Korn fl. 2.W; Gerste fl. —.— ; Hafer fl. 1.50; Halbfrncht si. -.-; Heiden fi. 2.20; Hirse st. ö.- ; Kukurntz fl. Z.Z0; Erdäpfel fl. I.W; Linsen fl. 520; Erbsen fl.—.— ; Fisolen fl.-j.20; Rinds-schmalz pr. Pfund kr. 54; Schweineschmalz kr. 4«; Spcck, frisch kr. 32, dctto gcränchcrl kr. 4:5; Butter kr. 40; Eicr pr. Stück kr. 2z; Milch pr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 17; Kalbfleisch kr. 20; Schweinefleisch kr. 20; Schöpsenfleisch kr.—; Hähu-del pr. Stück kr. 25; Tauben kr. 12; Hcu pr. ^tr. fl. 1.40, Stroh kr. «0; Holz hartes, pr. Klafter fl. 5.10, dctto weiches, fl. A.50;.Wcin, weißer, pr. Eimer fl. 7. Vleustadtl, 20. März. (Woch enmarlt - Prei se.) Weizen pr. Mctzen si. 4.— ; Korn fl. 2.00; Gerste si. 2.10; Hafcr fl. 1.30; Halbfrucht fl. 3.— ; Heiden si. 2.40; Hufe si. 2.80; Kulnrutz fl. 2.(>0; Erdäpfel si. 1.80; Nnscil fl. 4.80; Erbsen st. 4.1«; Fisolen si. 4.20; Nindö-schmalz pr. Pfund kr. 45; Schweineschmalz kr. 40; lHpcck, frisch kr. W; dctto geräuchert kr. i;5; Butter kr. 45; Eicr pr. Stück kr. 1; Milch pr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 21; Kalbfleisch kr. 24; Schweinefleisch kr. 20; Schöpsenfleisch kr.—; Hähn-dcl pr. Stück kr. 30; Taubcu kr. —; Hell pr. Ztr. fl. 2.— , Stroh fl. !.—; Holz hartes, pr. Klafter si. 0.20, dctto weichcS si. —.—; Wein, rother, pr. Eimer fl. 5.—, detto weißer fl. 4.—. Cheater. Hcntc Dinstag: Vicrtc Gastvorslcllnug dcs Herrn E. Mecrgart 6: Das Drama im <5ircuS, oder: Die Gutlarvte. Großes Spctlaielschanspicl mit Gesang in 3 Abthci--lungcn, von Thcrcsc Mcgcrlc. Bcramwonllchcr Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck^und Verlag von Ignaz v. Kleiumayr s5 Fedor Vamberg in ^aibach. Hiezu ein halber Bogen Amts- und Intelligenzblatt.