3N2VRW U tnr Annst, Literatur^ Theater u. geselliges Leben. Herausgegeben und redigirt von Leopold Kordesch. ^ Z^ Freitag am KO. Gctober Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Wal ein baller Bogen. Der Breis des Blattes ist in Laibach aanljäbriq L, balb,ähr,» 5 ss. Durch die i. s. Post unter c<,u?«rt mit portofreier Zusendung ganzinhrig 8, halbjährig 4 fl. C. W., und wird dalbi«hr,a voraus­bezahlt. Alle k. k. Postämter nehmen Pränumeration an. In Laibach pränumeriri man beim Verleger am Nanu, Nr. IM, im ersten Stocke. Heebstabend. «Ven Kopf gestützt auf meinen Arm Lehn' ich am Fcnsterrand, Und blicte durch die Dämm'rung hin Aufs herbstlich fahle Land. Die Rebe, halb im Winterschlaf, Hält noch mein. Haus umrankt, Und dort im scharfen Wiudeshauch Li>, junges Näumchen schwankt. De» weiten See deckt Nebel schwer, Des Seegott's Naldahin, Und uon den fernen Nergen her Einsame Feuer gluh'n. IhrVerge, » ihr fernen Höh'», Wie sehn' ich mich nach euch! Mir ist's, winlt ihr so ernst mir zu, Als müßt' ich bclhcn gleich. Wenn übel eurem Haupt Herfür Des Himmels Wölbung rauscht, Und hinter lichtem Wolkensaum Das erste Sternlein lauscht: Da denk ich wohl der schönen Zeit, An jenen goldncn Stern, Der mir aus der Veliebten Aug' Erglänzte oft und gern. — Wie tröstend ist — wenn welk die Flur — Der Sterne Schein, so klar: Doch meines Lebens Stern erlosch Als welk in mir es war! Vinzenz Rizzi. Das Haupt des Guillotinirten. (Fortsetzung.) St. Quintin hatte mit steigender Aufreizung die Verteidigung seines Gegners gehört, und den Ein­druck bemerkt, den sie auf alle Gegenwärtigen von Absatz zu Absatz hervorbrachte; der laute Beifall, der ihr am Ende zu Theil wurde, erhitzte sein Blut vol­lends; er nahm den Fortgang der Verhandlung für eine Sache, bei der es sich um seine persönliche Ehre haudle. Der gewünschte Augenblick, seine Überle­genheit über Iaber t zu zeigen, war jetzt erschienen. Er erhob sich, und sein Auge glänzte, seine Lippe floß über von Beredsamkeit, die ihm eben in entscheidenden Augenblicken immer am reichhaltigsten, am glänzendsten zu Gebote stand. Er protestirte gegen das Auseinan­derreißeu der Umstände, die gegen den Savoyarden erhoben vorlagen; er dringe wegen keines einzelnen, sondern eben aus ihrer untrennbaren Vergliederung auf seine Verurtheilung. Er stellte sie noch einmal in ihrem Zusammenhange dar, und setzte mit geharnisch­ter Eloquenz ihre Unnmstößlichkeit auseinander. Sein Vortrag war glänzend und hinreißend; mit schlauer Besonnenheit führte er am Schluße noch den Umstand an, daß sich der Beschuldigte über seinen Aufenthalt und Beschäftigung während der wahrscheinlichen Zeit der verbrecherischen That nicht ausweisen könne. Er malte den begangenen Mord mit gräßlichen Far­ben, und stellte den jungen Menschen als verruchten, kalten Bösewicht dar. Seiner Beredsamkeit konnten die Zuhörer nicht widerstehen. Niemand zweifelte wei­ter an der Schuld des Savoyarden, und seine fast gleichgültige Ruhe erschien als die freche Kaltblütig­keit eines verhärteten Verbrechers. Wohl kam Ia ­bert noch einmal auf alle Gegengründe zurück, aber nach dem glänzenden Vortrage des Prokurators erhielt er nur geringe Aufmersamkeit, gelang ihm kein Ein­ druck mehr auf die Gemüther der Hörer. Der Präsi­dent der Assisen stellte nun noch in Kürze alle Beweise für und gegen die Schuld des Angeklagten zusammen, und die Jury zog sich zu ihrer Verathmig zurück. Aber bald kehrte sie wieder, und die Gcschwornen erklärten den jungen Angeklagten einstimmig des Verbrechens des Raubmordes schuldig. Bald darauf sprachen anch die Richter das Todesurtheil über ihn aus. Der ver­urteilte Savoparde brach kraftlos in sich zusammen, Iaber t legte traurig seine Papiere zurecht, der junge - R98 Staatsprokurator wurde vom Beifallrufe des Publi­kums nach Hause begleitet, uud das Haupt des armen Junge» fiel unter der Guillotine. St. Quintin fühlte zuerst lebhafte innere Befrie­digung über den Sieg , de» er heute über seinen Geg­ner davon getragen hatte; allein der Gedanke, daß seine Ueberlegenheit ein Menscheuleben gekostet habe, sing dieses Vergnüge» alsobald zu vergällen an. Nur, wenn er bedachte, daß er seine Pflicht gethan und einen blutbefleckten Bösewicht dem Schaffote überliefert habe, fühlte er sein Inneres wieder beruhigt. Doch dieser Trost sollte ihm nicht lange vergönnt seyn. Es wurde ein berüchtigter Strassenräuber und Mordbren­ner gefänglich eingebracht, der nebst mehren ander» Uuthaten auch den Mord im Voulogner Wäldchen ein­gestand. Zufälliger Weise waren die beschuldigenden Umstände gegen den armen Savovarden zusammenge­troffen, die gewandte Eloquenz des Staatsanwalds hatte sie bis zur Ueberweisung gesteigert, und unter der Guillotine war das Haupt eines Schuldlosen gefallen. Der Eindruck, den diese Eutwickelung auf St. Quinti n hervorbrachte, war außerordentlich. Die Stimme seines Gewissens warf ihm vor, daß er in leichtfertiger Einseitigkeit nur die Umstände, die gegen den Angeklagten spräche», erwägt habe, und daß er von schnöder Eitelkeit hingerissen, sein Rednertalent um den Preis eines Menschenlebens vor dem Iabert s habe auszeichnen wollen. Sein aufgeregter Geist fand jetzt keine» Entschuldigungsgrund, der zu seinen eignen Gunsten gesprochen hatte, er fühlte die peinlichste Un­ruhe, und brach in fieberhafter Beängstigung über sich selbst den Stab. Den ganze» Tag fand er nirgend Nuhe; er dachte des armen Jungen, wie er bei der Verkündigung des Todurtheils ohnmächtig zusammen­sank, er glaubte seinen letzten Sterbelaut zu höre», der scharfe Fall des Blutbeils gellte in seinem Ohre. Die Einsamkeit seines Zimmers schien ihm unerträglich, das lärmvolle Treiben iu den Strassen von Paris eckelhaft, und die herbstlichen Fluren der Umgebung von trostloser Einförmigkeit. Cr brachte den Tag zu Pferde, im Wagen, iu den belebtesten Theilen der Stadt, auf seinem einsamen Zimmer, aber überall ohne Rast ohne Ruhe zu. Der Abcud war ihm noch peinlicher; zun, Glücke gab es in einem befreundeten Hause ein glänzendes Ballfest, er eilte dahin, um sich zu betäuben, um zu vergessen. Aber das erste Mal hatte sein junges Herz keinen Puls, der mit der glän­zenden Freude sympathetisch geschlagen hätte; die Pracht der Gewänder und des Schmuckes, so wie die Schönheit der vorüberschwebenden Gestalten schien ihm "die schnöde Maske des verkleideten Jammers; das ganze Leben lag gehaltlos und unerträglich vor ihm, uud die hier ausgelegte Eitelkeit war ihm ,eben das gehä­ßigste aller Laster. Er „ahm nicht Theil an dem Ver­ gnügen des Tanzes und der lebhaften Konversation; mit übereinandergeschlagnen Armen stand er in einer Ecke des Salons, und starrte fiuster auf den fröhlichen Gang des Festes. Aber wie eine mackellose Erinnerung an die schuldlose Kindheit strich jetzt Melanie , die Gespielin seiner frühsten Jugend, an ihm vorüber. Ihr Antlitz hatte noch den vollen Glanz jener Unschuld, in dere» Besitz sich jedes Menschenherz einmal befindet, und die nach der leisesten Trübung nicht wieder kehrt. Sie lächelte sauft, und jeder ihrer Gedanke» schien so rei», wie die Perlen, die in ihre dunklen Locken geflochten waren. St. Quintin hatte sie seit Jahren nicht gesehen; hingerissen vom Strudel der Welt^ ver­lockt von den Bemühungen seines Ehrgeizes hatte er seit Langem nicht einmal mehr an sie gedacht. Ihr Anblick that ihm heute so wohl, ihre Unschuld schien so rührend. Er sah ihr »ach, sie verschwand jetzt im Gewirre des Balls, teilnehmender fiel nun sein Blick auf die elegante Ausschmückung des Saales, auf die schimmernde» Lustres, die von der Decke hernieder hin­gen. Da bebte er zusammen und ward, todtenblaß; zwischen den Lnstreskronen schwebte im matten Nebel das Haupt des Guillotinirten. Sein Blick fuhr entsetzt zu Boden; rings um ihn standen oder bewegten sich heitre, geschmückte Gestalten; er hielt sich von seiner Einbildungskraft berückt. Absichtlich näherte er sich einem Bekannten und sprach mit ihm eine Weile vom glänzende» Erfolge des Festes. Sein Freund befand sich in der heiterster Stimmung, und machte ihm einige scherzhafte, witzige Bemerkungen; jetzt glaubte St. Quinti n seinen Geist der Wirklichkeit völlig wieder gewonnen und genug gefaßt, um sich von der früher» Täuschung seiner Sinne zu überzeugen. Gleichwohl erhob er nicht ohne einige Bangigkeit seine Blicke nach der verhängnißvollen Stelle, aber das Wort erstarb auf seinen farblosen Lippen, als er das Haupt des Sa« voyarden wie früher zwischen den Lustres schweben sah. Wirr hingen die schwarzen Locke» um die blassen Züge des unschuldig Gerichteten, das Antlitz schien weder Schmerz noch Vorwurf auszudrücken, es war ohne Leben, aber der todte Blick starrte unbeweglich auf St. Quintin. Einen Augenblick konnte dieser ihn ertragen, um sich vollends von der furchtbaren Erscheinung zu überzeugen, dann aber brach er heftig durch die ihn umgebende Menschenmenge, floh die Treppe hinunter, und warf sich entsetzt in seinen Wa­gen, der eben angefahren gekommen war. Aber das Todtenhaupt schien ihn auch nach Hause begleiten zu wollen; mochte er die Augen schließen oder öffnen, er sah es sich gegenüber in der Ecke des Wagens. Mit kaltem Schweiße bedeckt, kam er zu Hause an und eilte die Treppe hinauf. Als ihn sein Bedienter ent­kleidete, blickte St. Quintin oft in einen Winkel des Zimmers, auch der Bediente schaute aus Neugierde einmal heimlich dahin, entdeckte jedoch nichts Unge­wöhnliches und wußte sich den Ausdruck starren Ent­ 199 sctzens, der über den Zügen seines Herrn ausgebreitet war, nicht zu enträthseln. (Beschluß folgt.) Aemona's Sturz. Vaterländische Erzählung aus dem Iah« 432. «on Joseph Nuchenhain. Ich freie, wie der Tiger um sein Liebchen wirbt! Ehakspeare. Nordöstlich von der Stadt Aemona, auf her wei­ten Ebene, bis zu den Ufern der Save und noch wei­ter hin, war ehemals nichts als Wald; dichte Eichen­haine beherbergten unzählige Schweine, wovon Roms Bürger schwelgend an ihre» Tafeln nicht genug erzäh­len konnten. I n einem dieser Eichenhaine stand ein Tempel, dem Kriegsgotte gewidmet. Kolossale Säulen, dem großartigen Geschmacke der damaligen Zeit angemessen, trugen die Last der Kuppel desselben kaum, und un­weit von diesem wälzte der Fluß Nauportus in die nahe Save tükisch seine grün besäumten Wellen. I n diesem Cempel, vor dem Bilde der Gottheit, geschmückt mit reichen kriegerischen Trophäe», stand eine steinerne Tafel, einen Altar vorstellend, auf wel­chem man schwarze Böcke, Stiere, oder wohl gar in früherer Zeit nicht selten Menschen derselben zum Opfer brachte, und rings herum waren die heiligen Opferge­fäße gestellt. Wenn Gefahren sich der Stadt und dem Lande nahten, brachte hier das Volk durch ihre Priester zur Besänftigung des erzürnten Gottes und zur Abwehruug der dräuenden Uebel ihre blutigen Opfer dar; sonst aberstanden die Pforten des Tempels Niemanden offen. Durch einige Jahre stand schon dieser Tempel ver­schlossen. Die Horden der,fremden Völker, welche das schöne Italien zu ihren Wohnsitzen wählten, zogen nicht mehr durch Aemona, und ihre friedlichen Bürger fingen wieder an, unter den Fittigen des römischen Adlers freier zu athmen. Goldene Saaten wogten auf den üppigen Feldern und auf den fetten Triften weideten zahllose Rinder, auf welchen durch eine Reihe von Jah­ren Ströme Blutes flössen, vergossen Aon den über­müthigen Völkern. Der Handel mit dem norischen Eisen blühete wieder auf und brachte neuen Reichthum in das Land und in die Stadt Aemona, und es hatte das Ansehen, diese große uralte Stadt werde sich wie­der zu ihrer ehemaligen Größe emporschwingen, in welcher sie die Nachbarlande nicht selten erbeben machte. Mitten in diesen großen Hoffnungen erschütterte doch plötzlich die furchtbare Kunde: Attila , die Geißel Gottes genannt, ziehe mit seinen rohen und wilden Hunnen gegen Aemona und ihre friedlichen, sorglosen Bewohner zurück. Selten denken die Glücklichen an den wohlthätigen Einfluß einer Alles lenkenden Gottheit, und nur wenn das Unglück nahet, kehrt man zur Er­kenntniß zurück. So war es auch in den finster» Zei­ten des Heidenthums! Verworren eilten jetzt die Heiden zu ihren Götzen, und die wenigen Rechtgläubigen, welche sich ans dem Strudel der Völkerwanderungen erhalten, zu ihrem alleinigen Gott. Jene opferten, diese beteten um Ab­änderung dieser Geißel, deren blutige Hiebe, noch nicht aus der Erinnerung verschwunden waren. Die heid­nischen Priester gaben sich dabei alle Mühe, den Götzen­dienst wieder zu befestigen, während die Diener und Nachkömmlinge der Apostel gegen jene mit dem hei­ligsten Eifer ihres Glaubens und unerschütterlichem Ver­trauen auf eine ewige Macht und Kraft, wie ihre heiligen Vorfahren mit feurigen Zungen ««ermüdet strit­ten. Unschlüßig schwankte dazwischen des kurzsichtigen und schwachen Volkes Menge. Das Alte doch hat stets sich ein heilig Recht erworben, und so geschah es, daß der größte Theil der Lehre seiner Väter in dieser be­drängten Lage mehr als der «euerstandenen Lehre traute. Die Pforten des dem Kriegsgotte geweihten Tem­pels öffneten sich. Jung und Alt strömte heulend da­hin, tobte und lärmte dort Tag und Nacht im blin­den Wahne, die erzürnte Gottheit werde durch den Lärm der Rasenden bewogen werden, die widerwärtigen Schicksale von denselben abzuwenden, und die weissa­genden Götzendiener, die Schwäche und den Fanatis­mus des angstvollen Volkes benützend, wagten laut zu verkünden, daß die erzürnte Gottheit ein großes Opfer heische. Ein feistes Stierpaar wurde alsbald mit der hei­ligen Binde zum Sühnopfer bezeichnet. Zarte Blumen, in Gestalt eines Kranzes, wanden sich um die krumm gebogenen Hörner, und mit großen, breiten Schlächter­messern standen am Opferaltare in langen, faltenrei­chen Gewändern um den Opferpriester die Götzendiener, während andere die heiligen Opfergefäße ernst und schweigsam in ihren Rechten hielten, indem feierlich ihre Linken an ihren Busen innig gepreßt lagen. Jetzt hob der Oberpriester in seiner Rechten hoch den spitzen Stahl, stieß ihn mit einer seltenen Gewandtheit, un­verständliche Worte murmelnd, in die Brust der beiden Opferstiere, und kaum noch zuckend stürzten sie zu den Füssen desselben. Das Volk aber lag auf den Knien und blickte re­gungslos nach dein Oberpriester hin, ob er Glück oder Unglück aus demströmenden Herzblute der Opferthicre künden werde, und harrte ängstlich des verhängnißvol­le» Ausspruches. — Unheil! ein namenloses Unheil, künde ich euch Bürger Aemonas! rief mit bebender Stimme der Ober­priester, indem er mit seinem aus den klaffenden Wnnden gezogenen Opfermesser auf das Blut der Opferstiere hinwies, welches im trägen Laufe langsam in die heiligen Gefäße hineiyrieselte. Die Gottheit 3OO zürnet, und nicht bald wird Ruhe euch Bürgern und eurer Stadt, sprach ferner zu der Volkesmenge gewen­det der Oberpriester, und um so gewisser, als drei­mal die dem Holzstoße unterlegte Flamme, welche das Opfer verzehren sollte, verlöschte. Das Volk zitterte vor Schrecken bleich. Plötzlich theilt sich die Menge des Volkes, und eine Frauengestalt, schön, wie man den Seraph malt, doch händeringend, mit gelöstem Haare, ähnlich einem am Geiste Zerrütteten, stürzt vor den staunenden Oberpriester hin. Nehm't mich, die Heimatlose! Bürger Aemona's, in euren Schutz! flehete sie und rang abermals die Hän­de im wilden Schmerze zu dem Oberpriester hinauf gehoben. (Fortsetzung folgt.) Revue des Mannigfaltigen. Doctor Shaw , ein Engländer, hatte die Ehre, bei dem Sultan von Marokko zu speisen, derselbe gibt fol­gendes Verzeichnis von den Speisen, die bei diesem Diner servirt wurden: Die Suppe war eine Fleisch­suppe, in welcher ein ganzes Seekalb lag, mit einer Garnitur von Stören, Salmen, und Meerschweinen; darauf kam eine Elephantenkeule mit Bohnen; sodann eine Fricassöe von zwei Löwen und ein Kamehlkopf. Das zweite Service bestand in zwei grillirten Strau­ßen, einem Krokodil! in der Brühe und einer Schüssel gebackener Kraniche und Störche. Außerdem standen auf dem Büffet zwei gebratene Büffel, farcirte Ele­phantenzungen und mehre Schüsseln mit Hyänenlebern. Das ganze Diner wurde von den Marokkanern ver­zehrt. Die Berliner Diebe haben zur Belustigung des Publikums ihren gefürclitetsten Gegner, den Chef der dortigen Sicherheitsbehörde, Polizeirath Dunker, in seiner Privatwohnung rein ausgeplündert. Früher be­strafte Diebe, welche alle Schliche kannten, hatten ihn unter dem Vorgeben, ihm ein Paar gefährliche Ver­brecher der Polizei auszuliefern, in die entfernte Vor­stadt gelockt, und während dessen waren durch Helfers­helfer seine Zimmer völlig ausgeleert worden. Ueberhaupt soll jetzt das Stehlen in Verlin furcht­bar überhand nehmen, und kaum der dritte Theil der Diebstähle wird in der Regel entdeckt. Unlängst wurde auf einem Theater zu Bologna die tragische Schauspielerin in einer Scene, wo sie die Weinende auf eine ungeschickte Art vorstellte, derb aus­gezischt. Da sie aber hierüber wirklich in Thränen ausbrach, erfolgte ein allgemeiner Beifallssturm. Der Direktor des Adelphi-Theaters in London, Hr. Gates, zahlt dem Führer der Vayaderen, Hrn. Tardivel, 5oc>o Pfd. Sterling, um sie 14 Monate lang in England sehen zu lassen, und macht sich an­heischig, sie zur bestimmten Zeit nach Indien zurück­bringen zu lassen. Theater in Laibach. (Beschluß.) Dlle. Cd er verbindet übrigens mit ihrem Gesänge ein sehr zweck« mäßiges Wpiel. War gleich bei ihrem ersten Auftreten eine große Befan­genheit ficht« und merkbar, so verschwand selbe doch allmählig bei ihrem öfteren Wiedcrerscheinen, und es trat die Stimme in ihrer Natürlichkeit immer »ortheilhafter hervor, so, daß wir uns der zuversichilichen Hoffnung hingebe» können, Nile. Eder werde bei gehöriger Nea.chtung der »bange­führten Bemerkungen recht bald sich in die »olle Guost des Publikums setzen, dessen großer Theil, von übertriebenen Anforderungen fern, ihrem Verdienste durch öfteres Hervorrufe» sehr ermunternden Beifall spendete. Mad. Christian«), die als zweite Sopransäugerin in dieser Oper mit einem bedeutenden Part bethcilt ist , ließ ein lobenswerthes Streben erkennen, ihrer Singparthie als Aguese del Piaceo jenen Grad »on Be­deutenhcit zu geben, welcher insbesondere durch die Linlegung der schönen, aber schwierigen Arie im Anfange des zweiten Actes beabsichtigt wurde. Wenn auch der Vortrag dieser Arie für Mad. Christian,) zu große Schwierigkeiten bietet, deren glückliche, Ueberwindung nur einer stimme «on mehrer Volubilität und sicherer Iutonirung gelinge» kann; so bleibt sie doch mit Hinblick auf ihre entsprechende Ausführung leichterer Tonsalze, ihre gewandte und feste Mitwirkung im mehrstimmigen Gesänge, Und ihr passendes Geberdcn- und Mienenspiel (die einzige mehr freudig, als höh« liisch lächelnde Miene bei den Worte» der obigen Ar,e: »die R'ache tobt» abgerechnet) in der Stellung, die sie einnimmt, eine recht angenehme Er> scheinung, was das Publikum auch durch den ihr gezulltcn Beifall beur­kundete. Nun kommen wir auf Herrn Mellinge r (Bariton). Dieser gebil­dete Sänger gab in der Partie des Marchcse Enrico in Ton und Spiel das treue Bild des kecken und gleichzeitig von Liebe zu Isabellcn glühenden Eroberers; wie einerseits die Krafc seiner vollmartigen Töne ergreifend «uf den Zuhörer wirket, ebenso erreget andererseits sein gefühlvolles, mit dem herrlichsten Vortrage ausgestattetes cuntnbil« die angenehmste Lm , pfindung. Wenn ein Sänger so, wie Hr. Mellinger , was man sagt, mit Verstand singt, und dazu, wie er, die schönen Kunstgabcn besitzt, kann er der ungetheilten Anerkennung sowohl des Laien »ls des Kunst­kenners Versichert scvn; diese sprach sich auch für Hrn. M elling c r durch die lebhaftesten Neifallsäußerungen des Publikums unverkennbar aus. Hr. Henkel (Tenor) leistete als Orombcllo, was er konnte. Freilich fehlt ihm zu einem eigentlichen Tenor so Manches, das er durch flei­ßiges Studium Vielleicht ^ioch verbessern kann. Das wesentlichste davon ist die weniger merkbare Verbindung seiner beschränkten Vruststimme mit dein Fallet, was nur durch ein anhaltendes Linübeu der gewöhnlichen Uebcrgangstöue N. ?. >3. mit abwechselnder Anwendung der beiden Stimm­arten erreicht werden kann; auch pflegt Hr. Henkel einige Falsettöne, besonders das ^ auf Kosten der rciuen Intonation zu forcircn. Ungeach­tet dessen trug er manche einzelne Stellen recht gemüthlich und gelungen vor, was das Publikum gewiß nie unbemerkt vorübergehen ließ. Was den Chor betrifft, tonnen wir wohl nur von dem männlichen rühmen, daß er sich wacker hielt, dem Dameuchore dagegen, dessen bedeu­ tende Detonation oft sehr störend wurde, müssen wir mehr Aufmerksam­ keit und ein festeres Halten des richtigen Tones empfehlen. Vom Orchester, das wir diesmal blos nur auf die, von den Nor­ men der Tonkunst gebotenen Regeln der Begleitung der Solo-Gesänge aufmerksam machen, wollen wir gclegenheitlich ein Mehres sprechen. Die sccnische Ausstattung der Oper und das Kostüme ließ nichts zu wünschen übrig. Die Oper fand starten Besuch. Lcdenig. Theater-Nepertoir. Oktober. Den 20. Liebestrank. 2l. Alpc»könig. 23. Barbier von Sevilla. 24. Cr mengt sich in Alles. 25. Liebcstrant. 2?. Gefährliche Tante. Neneficc des Hrn. Gchrig. 2«. Barbier von Sevilla. Zc>. Der Wildfang. 2l . Liebestrank. Auflösung des Räthsels im Blatte Nr. 49. Der Huflattig (l'u^ilKZo I^rKir»), blüht im Februar oder März vor EntWickelung der Biälter, daher der alte Name: kiUuL «ule pulrem. Laibach, gedrnckt bei Joseph Blasnik.