echristltit»llß: k-cha-tgasie «r. &. Ri. tl# tmtrrerioÄ. BIiättTiifSiS U-U 04« B«™. »oiMarr.trn »rrftra IM»» SS-äsä ■ i 11a111■■ • <■ ätea •*■>•)"» «**»«• ÜTbMmM*«*"1 aatiUt- to.Onrtttc ©a4t* eiltet* M »ad iKuM. (■MmToflcn-Sonta «.HO«. M. 83 StnoalloDfl: «athau-gasse Nr. «. Tc>e»>», Nr. »i, iitimin Vkz«g?drdwgv»gr» s»4 tu *»ft kttogcn I S? : •amHUisl. . . I IM . K f*0 . K IS-SO ,!,»» tT6»Vu 04 M< ® Dardanellen sorderte, und al«, angesichts der feind-! iiügcn Ansammlung englischer Kriegsschiffe vor den totbandlcn, sie diese gänzlich schloß, waren die friedlichen Mittel der Türkei, ihre Neutralität zu r «ihren, erschöpft. Die Schüsse, di« am 29. d. ruf-f sische Torpedoboote aus die türkische Flotte abgaben, i varen das Signal, daß Rußland von den Drohun-jen zur offenen Gewalt überging, und die Pforte hat prompt daraus geantwortet, wie sie antworten ' »übten. Die Folgen dieser Ereignisse laffen sich noch nicht absehe«, allein in dem Kampse, der der Psorte den Rußland, England und Frankreich aufgedrungen »ird, handelt es sich um ihre Existenz, und zwar »ich! etwa um ihren eigentlichen Besitzstand, um Sevstautinopel allein, sondern nm ihren Bestand Änhaupt. Bereits seit dem AuSgange de« vorigen Jahrhunderts hatten die leitenden Staatsmänner Englands sich entschlossen, die Austeilung der Türkei Mchzusühren. Sie streckten ihre Fühler in Berlin ud in Wie» au«, ohne jedoch eine Ermunterung j>l finden, da Deutschland und Oesterreich-Ungarn die Erhaltung der Türkei wünschten. Mehr Ent-jtgenkommen fand England jedoch in Petersburg. Ivcrdings waren die Annäherungen England« an ltußland schwierig und wiederholt traten Rückschläge ris , nachdem aber England bereit« 1906 seine Be- (Nachdruck verboten.) Z)ie Länder am finnischen Wcer-Busen. Von Dr. Ewald HanS Kurz. ES geht um Kops und Kragen! Das wissen hie Russen. Die Tage ihrer europäischen Großmacht-fiell-ng sind gezählt. Und dort, wo sie zu den rein cilirpä.schen Meeren Zutritt haben, wie an der Ost» 1«, wird e« ihnen höchstwahrscheinlich am schlech-testen gehen. Dann sind sie aus Mitteleuropa auö-geschaltet. Da« werden sie aber auch von Anfang im schon wohl zur Genüge gewußt und erkannt htben I Neben Finnland sind am finnischen Meerbusen hrnptsichlich die drei rein deutschen russischen Ge« biete: Kurland, Livland und Esthland zu nennen, taen hohe wirtschaftliche Bedeutung sür das slawi-iche Riesenrcich gebührend anerkannt werden muß, Mal gerade diese Gebiete auch sür die geistige Kultur Rußlands ungemein viel gelten. Rußlands Heerführer und Staatsmänner entstammten in der ganzen letzten Zeit fast ausschließlich dem Adel dieser k-ridstriche. Aber da« Deutschtum hat hier auch zu aJtn Zeiten mit am h.'llsten geflammt und die tstolutionättn Erhebungen der Ostseeprovinzen un-mittelbar nach dem russisch japanischen Kriege sind te» russischen Reaktionären noch immer in recht leb-hüftcr, wenn auch wenig angenehmer Erinnerung. Da diese Gebiete geistig und wirtschaftlich mit kl deutschen Interessen von jeher auf da« engste «rkilüpft waren, verlohnt es sich, ein wenig ein» satzung in Aegypten wesentlich verstärkt hatte, voll-zog sich durch Frankreich« Vermittlung die englisch-russische Auseinandersetzung sehr rasch. Im Juni und im August 1908 verweilten König Eduard von England und der Präsident der französischen Repu-blit in Reval und dort ersolgten jene Abmachungen, in denen Rußland, England und Frankreich sich über die Vernichtung und Austeilung der gesamten Türkei einigten. Infolge der türkischen Revolution mußte die AuSsührung de« Planes verschoben wer-den, allein er wurde alsbald wieder aufgenommen, und trat zunächst in dem gegen die Türkei gerichte-ten Balkanbnnd in Erscheinung, besten Bildung wiederum zum Balkankrieg führte. Die Waffen, die sich gegen die Türkei richteten, waren in Reval ge-schmiedet worden und in Konstantinopel war man sich bereits bei dem Ausbruche de« gegenwärtigen großen Kriege« darüber klar, daß im Falle eine« Siege« der Trippelallianz Rußland, England und Frankreich nicht zögern würden, ihre Stellung in Konstantinopel zu vernichten und au« ihrem sonsti-gen Besitz sich die besten Stücke herauszuschneiden. Es entsprach deshalb durchaus der Sachlage, als ein leitender Staatsmann der Türkei sich bereits um die Mitte des MonatS September dahin äußerte, daß der jetzige Weltkrieg entweder das Ende oder die Auserstehung der Türkei bedeuten werde. — Wenn aber darüber noch irgendwelche Zweisel be-standen hätten, würden sie durch das Borgehen Englands beseitigt worden sein. In rascher Folge hat England im Verlause de« Krieges sämtliche SvuvcränitätSrechte der Türkei in Aegypten beseitigt und der vor wenigen Tagen von der englischen Re-gierung gesagte Beschluß, Aegypten nunmehr anch sormell als Provinz dem britischen Reiche einzuver-leiben, bewies, daß die Tripelallianz lntz der Neutralität, die die Türkei auf daS genaueste beobachtet hatte, mit der Zerstückelung ihres Besitzes bereit« beginnt. Es kann deshalb der Psorte vielleicht zum Glücke ausschlagen, daß Rußland mit plumper Hand in die Maschen der englischen Lügenpolitik gegriffen gehender sie zu betrachten, zumal sie unS die Hel-dentalen de« großen militärischen Genies v. Hinden-bürg in recht „greisbare- Nähe gerückt haben. Auch die allernächste Zukunft wird sich sicherlich noch mehr als lebhaft mit diefen hochinteressanten Landstrichen beschäftige», deren landschaftliches Bild dem Ost-, WesipreußenS und Pommern«, vou einigen Einzel-heilen abgesehen, nicht unähnlich ist. AlS die vier Hauptorte dieser Länder sind Libau, Riga, Nepal und Doipat zu nennen. Di« ersten drei Ortschaften sind Hafenstädte, die alte Universitätsstadt Dorpat ist im Jnnenlande, in der Nähe deS großen PeipuSseeS, gelegen. In ihrem Charakter, ihrem Straßenbild, ihrer Anlage, ihrer Bauart haben alle vier Ortschaften etwas ungemein AehnlicheS und von völkischer Verwandtschaft zeugen-deS miteinander. Von Libau war schon zu Ansang deS Krieges vielfach die Rede. Dort hatte Rußland wohl zum ersten Male Gelegenheit. Bekanntschaft mit deutschen Kugeln und Granaten zu machen. Nun ist freilich an dem keineswegs großen Ort nicht allzuviel zu verderben. Für Rußland sreilich bedeutet dieser Be-sitz ziemlich viel. Denn Städte von einiger Bedeu-tung sind in diesem Riesenrcich bekanntiich mehr al« dünn gesät. Dazu kam noch der schlechte Eindruck, den die erfolgreiche Beschießung diese« HasenorteS durch deutsche Schissgeschütze auf daS Land machte. Immerhin ist von Libau al« Schiffsplatz und Ort von einiger wirtschaftlicher Bedeutung nur in ganz bescheidenem Sinne etwa« zu sagen. Ganz anders steht Riga da, nächst Petersburg wohl die bedeutendste Stadt der russischen Ostsee- und die Türkei gezwungen hat, auf Gewalt mit Ge-walt zu antworten. Die Tripelallianz hat damit den Krieg auch nach dem Südosten getragen. Die Türkei kämpft um Sein und Nichtsein und sie wird den letzten Mann ins Feld stellen müssen, um ihren Bestand zu behaupten und auch für die Zukunft vor den räuberischen Händen England«, Rußland« und Frankreichs zu sichern. Der Weltkrieg. Der KriegSbraud hat nun auch die Türkei er-griffen. Von der Nordsee bi» zum Indischen Ozean ein gewaltiges Heerlager! In Frankreich dringen die Deutschen immer mächtiger vor. Sie haben am Kanal eine HeereSmacht von fast 400.000 Mann aufgeboten und rücken unaufhaltsam gegen Calais vor. Bon der Kanalküste bis zur Schweizer Grenze zieht sich eine sast geschlossene Schlachtlinie. Die deutsche Heeresleitung meldet unter dem 3. November: Die Überschwemmung südlich Nieuport schließen jede Operation in dieser Gegend auS. Die Lände-reien sind für lange Zeit vernichtet. Dfl« Wasser steht zum Teil übermannShoch. Unsere Truppen sind auS dem überschwemmten Gebiet ohne jeden Verlust an Mann, Pferden, Geschützen und Fahrzeugen herausgezogen. Unsere Angriffe auf Apres schreiten vorwärt«. Ueber 2300 Man», meist Engländer, wurden zu Gefangenen gemacht und mehrere Maschinengewehre erbeutet. In der Gegend westlich Roye fanden erbitterte, sür beide Seiten verlustreiche Kämpfe statt, die aber keine Veränderung der dortigen Lage brachten. Wir verloren dabei in einem Dorfgefechte einige Hundert Mann als Vermißte und zwei Geschütze. Von gutem Erfolge waren unsere Angriffe an der AiSne östlich Soisson. Dort wurde Vailly erstürmt und der küste. Riga hat eine ganz eigenartige Loge. Am Südende de« rigaschen Meerbusen« gelegen, ist eS von der Seeseite her fast uneinnehmbar. Zahlreiche Schüren und die große Insel Osel schließen die rigasche Bucht gen Norden ob. So ist Riga denn auch meteorologisch trefflich geschützt. Alle diese Dinge kamen ver wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt und ihrem Empordlühen sehr zu gute. Deut-scher Fleiß und deutsche Tatkraft taten gleichfalls ihr Bestes. Da konnte e« denn auch nicht Wunder nehnen, daß beim Emporblühen der europäischen Städte im letzten halben Jahrhundert Riga mit an erster Stelle stand und sein Weichbild von Jahr zu Jahr dehnte und weitete, wie es nur wenige an» dere russische Städte ihm gleich zu tun vermochten. Riga ist durch und durch eine europäische Großstadt. DaS typisch „Russische" sehlt diesem Ort. Sein Straßenleben spielt sich in durchaus modernen Formen ab. Der Unterschied zwischen den Stadtvierteln, die von Reichen und Armen bewohnt werden, ist lange nicht so groß, wie zum Beispiel in Moskau, Petersburg oder Warschau. Die kommunale Fürsorge ist eine geradezu westeuropäisch entwickelte. So dokumentieren sich Tatkraft, Fleiß und Streben auch in dem rein äußeren Bilde der Stadt. Natürlich ist in einer derart entwickelten städtischen Gemeinschaft anch kein Mangel an guten Kunststätten, an eleganten Kaffee« und Restaura» tionen, die sich eine« regen Besuche« wohlhabender Gäste erfreuen, peinlich sauber gehalten sind und viel Wert aus einen guten Ruf geben. Aber auch jenen für Rußland typischen Spelunken begegnet man in Riga nur ganz selten, so daß auch jene Seite 2 Feind über die Aisne zurückgeworfen. Unsere Trup-pen nahmen trotz heftigen feindlichen Widerstandes mehrere stark befestigte Stellungen im Sturme, fetz-ten sich in den Besitz von ChavonneS und Soupir, machten über 1000 Franzosen zu Gefangenen und «beutet«» drei Geschütze und vier Maschinengewehre. Neben der Kathedral« von Soisson brachten die Franzosen ein« schwere Batterie in Stellung, deren Beobachter aus dem Kathedralturme erkannt wurde. Die Folgen «ine» solchen Versahren!, in dem ein System rrblickt werden muß, liegen aus der Hand. Zwischen Berdun und Toul wurden verschiedene An-griffe der Franzosen abgewiesen. Die Franzosen trugen teilweise deutsche Mäntel und Helme. In den Bogesen in der Gegend von Markirch wun'e «in Angriss der Franzosen abgeschlagen. Unsere Truppen ginge» hier zum Gegenangriff über. Gegen Rußland. Im südlichen Polen führen nun auch die süd« westlich Jwangorod gestandenen österreichrsch-ungari-schen Kräst« die Neugruppierung durch. Sie hatten bisher di« Aufgabe, einem weiteren Bordringen der Russen im Raume zwischen der Weichsel und dem Berglande von Kielce Widerstand entgegenzusetzen und möglichst starke feindliche Kräfte aus sich zu ziehen. Der von ihnen geführte Kampf um Zeit« gewinn war durchaus erfolgreich. Wiederholte russi-sche Angriffe wurden u»ter schweren Verlusten für den Gegner abgeschlagen. Erst als starke russische Kolonnen vom Norden her in den Kamps einzu-greisen versuchten, ging die Armee in den ihr von vornherein zugedachten Raum zurück, um dort die Neugruppierung durchzuführen. Die LoSlösnng vom Feinde, der auf acht bis zehn Armeekorps geschätzt wird, erfolgte ohne Schwierigkeit, da unsere ausge-zeichneten Flieger da» Armeekommando rechtzeitig über den Anmarsch der russischen Verstärkungen unterrichtet hatten. In Russisch-Polen entwickeln sich neue Kämpfe. Die Angrifft aus unsere Stellungen wurden zurück-geschlagen, einige feindliche DetachementS zersprengt. Dir mehrtätige erbitterte Schlacht im Raume nordöstlich Turka und südlich Slary Sambor führte zu einem vollständigen Siege unserer Wassen. Der hier vorgebrochene Feind, zwei Infanteriedivisionen und eine Schützenbrigade, wurde auS allen seinen Stellungen geworfen. Nächst der gallzisch-bukowinischen Grenze nörd-lich Kuty wurde eine russische Kolonne aller Massen geschlagen. Mehrere feindliche Angriffe im Raume von NiSko wurden abgewiesen, dort sowohl, wie auch bei Skole und Slary Sambor, wurden Hunderte von Russen gefangen genommen. Czernowitz wird von unseren Truppen behauptet. Das Artillerie-feuer, daS die abziehenden Russen gegen die Stadt Elendsbilder der sogenannte» russischen Bettlerher-bergen hier völlig fehlen. Es läßt sich gut leben in Riga. Denn der Ausenthalt in dieser schönen Stadt ist bei weitem nicht so teuer, wie in Petersburg. Man ist natür. lich auch hier aus seine» Vorteil bedacht, jedoch mehr tu deutscher, als iu russisch unverschämter Weise. Und £« dem wohnen hier recht viele Deutsche, die Geschäste betreiben, Handwerksberufe ausüben oder al« Privatbeamte tälig sind. Sie alle haben mehr oder weniger der Stadt den Stempel ihrer voll-liehen Art aufgedrückt, fo daß sich der Ons- und LandeSfremde hier, den Verhältnissen entsprechend, recht wohl und behaglich fühlen kann, ohne allzu • sehr von der für Rußland typischen Art als unbe-dingt notwendig belästigt zu werden. Und wenn man von einer ruisiichen Stadt ein derartiges Zeugnis ausstellen kann, dann braucht man ein weilauSge-sponneneS und detaillieriereS Lob wohl kaum noch hinzuzufügen. Und selbst Wünsche darf man durch-blicken lassen, die in Riga selbst wohl aus ziemlich . viel Anklang stoßen, aber heute noch als entschieden „verfrüht" gellen dürsten! Auch Reval ist in seinem Grundcharakter eine durchaus deutsche Stadt; nur ist sie wesentlich klei» ner und wirtschafllich bedeutungsloser als das westlich gelegen« Riga. Reval ist direkt am finnischen Meerbusen gelegen: eine Kelle vvrgelagerter Schären-inseln schützt die Stadt gegen die offene See. Auch hier ist daS in den legten Jahrzehnten ersolgte Aufblühen im weientlidjeii deutschem Fleiße und germanischer Tatkraft zu danken, Vic unermüdlich von Erfolg zu Erfolg geschritten sind. Reval unterhält, ebenso wie Riga, einen regen und namentlich gegen die Residenz deS griechischorientalischen ErzbischosS richteten, wurde zum Schwei-gen gebracht. Der Si«b«nbürger Regierunzikommissär Niko-lanS Betegh erhielt vom Grafen von hieran die Verständigung, daß die Behörden in der Buknowina ihr« Tätigk«it wieder aufgenommen hätlen. Di« Rück-krhr der Bevölkerung fei aber nicht erwünscht, well trotz deS russischen Rückzuges noch immer Kosaken herumstreifen, gegen die di« Zivilbevölkerung nicht vorg«h«n könne, sondern nur Soldaten. Die norma-len Verhältnisse in Czernowitz werden binnen kurzem eintreten und dann werde kein Hindernis für die Rückkehr der Zivilbevölkerung sein. Gegen Serbien hat in den letzten Tagen eine frische Offensive ein-gesetzt, die sich gegen die Macoa, daS serbische Gebiet zwischen Save und Drina richtete. Eine serbische Armee unter General Stepanovic, einem der tüchtigsten Führer Serbiens, der sich im Balkar.krieg besonders hervorgetan und an der Er-oberung von Adrianopel großen Anteil halte, war in der Stärke von vier bis fünf Divisionen in die Macva eingedrungen. Dieses Territorium im äußersten Nordweslen Serbiens schiebt sich keilartig als mächtige Bastion zwischen kroatischem und boSni-schem Territorium ein. Starke serbische Kräfte, die hier Ausstellung nahmen, standen in einer sehr wirk» samen Flankenstellung. Sie bildeten eine ständige Bedrohung der »ordboSnischen und kroatischen Nach-barländer und sperrten die Schiffahrt aus der Save und der unteren Drina. Ein Gegenstück war die seinerzeit gleichfalls von den Serben besetzte Boranja Plan na zwischen Zvornik und Krupinj. Dies« Po-siiion eroberten unsere Truppen nach langen «rbit-terten Kämpsen Anfang S.ptember. Nun sind wir auch Herren der Macva und haben im Nordwesten Serbiens festen Fuß gesaßt. Amtlich wir» verlautbart: Die Erfolgt unserer Truppen, die bei ihrem feinerzeitigen Einbrüche in die Macva dort auf starke, mit Drahthindernissen geschützt Befestigungen stießen und in diese erst vor zwei Tagen nach langen, schwierigen Kämpfen bei Ravnje eiiix Bresche schlagen konnten, habe» eine bemerkenswerte Fortsetzung erfahren. Trotz verzweifelter Gegenwehr der Serben und ungeachtet der schwierigen Pussierbarkelt der zum Teile sumpfigen Macva drangen unsere sämtlichen über die Save und Drina vorgegangenen Truppen in dreier Front weiter vor und nahmen die Orte Ernabara, Bano> vopolje, Radenkovic, Glutci und Tabanovic. Unser Vormarsch durch die Macva schreitet siegreich vorwärts. AuS seinen befestigten Stellungen vertrieben, hat der Gegner bisher nur wenig Wider-stand geleistet; nur an der Nordlisiere von Schabatz mußten start verschanzte Positionen im Sturmangriff genommen werden. Auch Schabatz selbst wurde Sonn-tag nachtf erstürmt. Schiffsverkehr mit deutschen, finnischen und schwedi« schen Hafenstädten^ da« ist in weit höherem Grade der Fall, olS man gewöhnlich annimmt. Wenig» stenS sind die auf diesem Gebiete in Frage kommen-den ziffernmäßigen Angaben denen Petersburg« min-bestens ebenbürtig. Da« wissen auch die Revaler zur Genüge und sind stolz aus diese Tatsache, die von Jahr zu Jahr an steigender Bedeutsamkeit zu-zunehmen scheint und entschieden auch für die Zu» tun st recht auSsichtSvoll ist. Dorpat, die alte baltisch: Universitätsstadt, ist ein stiller, man möchte sagen weltvergessener Ort In den Straßen dieser Stadt scheint die Zeit still gestanden zu sein. Selbst die Unruhe der gegeuwär-tigen KriegSläufte hat daran nur w«nig zu ändern vermocht, wenn es dem Ort natürlich auch nicht an den Errungenschaften der modernen Technik, soweit diese da« Wirtschaftsleben unserer Tage erheischt, gebricht. Immerhin aber zehrt Dorpat heute noch an dem Glänze seiner toten Tage. WaS die Ber-gangenheit dieser GeisteSstätte des Ostens so ver-klärend überstrahlt hat, ist auch heute noch nicht völlig erloschen und wirft ein matleS Gefuulel zurück auf die russische Eintönigkeit der stillen und beschauliche» Gegenwart, die Dorpat heute beschicken ist.. Wesentlich anders als daS Bild, das die ge-schilderten vier großen Städte der russischen Ostsee* Provinzen bieten, ist jenes, das' uns 'leine Klein» städte, Marktflecken und Dörfer zeigen, die in weit höherem Maße russifiziert find, als die wirtschaftlichen und geistigen Brennpunkte deS Landes, die den Anschluß an ihre Zeit stets gesucht und auch immer gefunden haben, wie da« unsere Beispiele Nummer 83 Unsere durch die Macva vorgerückten Kolon«» habe« die Bahnlinie Schabatz LjeSmca bereit« öder-schritten; Kavallerie am Feinde, har auch Gesinge« gemacht. * Einen schweren Verlust haben unsere Lalta»-streitkräste zu beklagen. Der Feldflieger Oberlatt« nant Sanchez wurde von einem feindlichen Sejchosse, welches auch feinen Beobachter verletzte, schwer ver-wundet. Trotz der furchtbaren Schmerzen und int Aufbietung seiner letzten Kräfte vermochte der wackne Flieger sein Flugzeug noch aus den 70 ftUoatrtn entfernten Flugplatz zu steuern und dort gl-tt ju landen. Oberleutnant Sanchez ist seinen Wu.ide» er. legen. Vor seinem Tode erhielt er noch lal ihm vom Kaiser verliehene Militärverdienstkreuz. Der in der Macva errungene Erfolg ist sehr bedeutend. Die dort gestanden« zweite serbische Arm« General Sliepan Sliepanovic mit vier bis fünf Divisionen konnte sich nur durch einen übereiligeo Kick-zug, bei dem sie Vorräte aller Art und Tram im Stiche lassen mußte und zahlreiche Gefangene verlor, auS der bedrohlichen Situation retten. Der Fein» ist, ohne in den vorbereite»-» rückwärtige» Stell«», gen neuerdings Widerstand zu leisten, in mm Zuge bi» in daS Hügelland südlich Schabatz z«rii<> gewichen und leistete nur bei Schabatz. daS in der Nacht vom 1. auf den 2. d. von unseren tapfern Truppen erstürmt wurde, hartnäckigen, aber verzet« lichen Widerstand. Der Halbmond steht auf! Bon Rußland angegriffen, hat die Türkei s«> gleich kräftig und siegreich zugeschlagen. Aui Konstantinopel wird amtlich gemeldet: Ei« offizielle« Kommunique besagt: Aui da Aussagen der gesangen genommenen rüst schen W:-troscn u 'd au« der Tatsache der Anwesenheit einet Minenleger« bei der russische» Flotte geht ha?»t, daß diese die Absicht hatte, den Eingang in den poruS durch Minen zu sperren und die türkisch Flotte, die durch diese Minensperre in zwei trii gelrennt worden wäre, vollständig zu vernichten. 3» drr Annahme, hiedurch der Gefahr ein?« Ueberf>ill-t ausgesetzt zu sein, daß die Rassen die Feindseligki ta ohne vorhergehende Kriegserklärung eröffneten, mach!« sich die türkische Flotte an die Versolgung der rufst-schcn und zersprengte sie. Unsere Flotte bombardierte Eebastopol und zerstörte im Hasen von Noworosi j>f ü0 PetrolcumdepotS, 14 Militärtransportschiffe statt mehrere Getreidemagazine und die Station sür l>rch. lose Telegraph!». Unser« Flotte hat weiter vor einen russischen Kreuzer in den Grund gebohrt and einen anderen russischen Kreuzer schwer beschütz!, der gleichfalls gesunken sein dürft«. Auch eiit sch? der russischen Freiwilligenflotte ist gesunken. 3« Odessa und Sebastopol wurden 5 PetroleumresenioÄ durch unser Feuer vernichtet. wohl mehr als zur Genüge deutlich genng «tflfafi haben. Die übrigens im Inland« der russische« Oii> seeprovinzen recht spärlich gestreuten menschlÄk» Siedelungen weisen alle nur eine geringe Härm-zahl aus. Aber die Bewohnerschaft ist stetßtg und ringt dem Boden gute Flucht ab. Auch die C:e!j» zucht steht in rechter Blüte, ebenso das bäueckch Kleinhandwerk, das vielfach noch recht orijineBe Arbeitsmethoden und eigenartig, kulturhistorisch nihl uninteressant« Erzeugnisse auszuweisen hat, die charakteristisch für die liv-, asiat- und kurläMtz Hausindustrie (namentlich Holzschnitzereien, Apjn>, Flecht- und Lederarbeiten, sind. Auch manche aüt, sehenswerte Kirche bergen diese Dörfer und st! I serer Interessen. Wenn nicht alle« trügt, »cdi I sich diese Interessen demnächst noch wesenn ch a>» höhen. Jedenfalls wird Deutschland alle Kraft 5:rc: I setzen müssen, gerade hier nicht nur politische, s»! dern auch volkssympathische Eroberungen zu I Dann wird ein schöner und bleibender Ersoh I» I deutschen Wassen beschicken sein. Und das min I wir von ganzem Herzen wünschen! | Summer 83 Die diplomatischen Vertreter Rußlands, Englands «ab Frankreich« haben die Türkei verlassen. Serbien Hit vor seiner Gesandschaft in Konstantinoptl daS Kappen entfernt. Japan, Montenegro und Belgien taten der Türkei den Krieg erkläit. — Ein großes Veit — Reine machen! Nach amtlichen von der kaukasischen Grenze «agelaufenen Nachrichten griffen die Russen an mhreren Punkten türkische Ärenzabteilnngen an. wrden aber gezwungen, sich zurückzuziehen, wobei fr, teilweise Verluste erlitten. Im Mittelmeer haben englische Kreuzer das ßever eröffnet und ein griechisches Torpedoboot zum Linken gebracht, das sich ihnen näherte, da sie es siir ein türkisches Torpedoboot hielten. Zwei türkische Torpedojäger versenkten bei , Odessa einen französischen Passagierdampfer. Gleich barauf kam eS zu einer neuen Seeschlacht. Nach dem türkisch-persischen Uebereinkvmmen haben türkische Truppen Choi in der persischen Provinz Aserbeidschan besetzt. Starke türkische Truppen abtcilungen sind in die persische Festung Armia eingerückt. Der Wali der Provinz Aserbeid-fchan hat seine noch von russischen Truppen besetzte Residenz verlassen und ist in Urmia eingetroffen. Eine große Anzahl Mohammedaner und Ein-«borene der anglo-afrikanischen Kolonie unter Führung des Scheich ul Mehmed hat den englischen Hasen von Berber« (Hafen und Handelsplatz, Haupt, »rt von Britifch-Svmaliland an der Küste deS Golfs km Aden) besetzt, und alle englischen Beamten gefangen genommen. Diese wurden in das Innere des Landes gebracht. Der Ausstand greift rasend um sich. Die militärischen Maßnahmen der Türkei sind säst überall bereits vollendet. Starke Kavallerie-adteilungen sind bereits auf der asiatischen Seite »es SuezkanalS bemerkbar. Die Truppenkonzenlrie-rungen bei Smyrna dauern noch an. Aus deni Roten Meer sind türkische Kriegsschiffe im Golfe von Acaba eingelaufen. Sie dürfe» diese Aufgab« haben, die Südeinfahrt in den Suezkanal durch Minen zu versperren. Nach einer amtlichen Meldung der „Münchner Reuesten Nachrichten" sollen bereits 15.000 Türken auf ägyptischem Boden stehen. Nach englischen Berichten sei «in Angriff auf den Suezkanal von Akaba und Kaza aus vorgesehen. Große Beduine n> Massen seien ausgerufen, und Bewaffnete hätten die Vinaigrenzc bereit« überschritten. Es seien auch Minen im Golf von Ataba ausgelegt worden. Nach einer Meldnng aus Konstantinopel bom-barbierten zwei englische Kreuzer Jaffa. Die türkische Artillerie erwiderte das Feuer, worauf sich die Kreuzer zurückzogen. Man erwartet das Bombardement von Smyrna und Mytilene. In Indien ' iviid der heilige Krieg gepredigt. Di« Beschießung TsingtauS. Die heftige Beschießung TsinglauS durch die Verbündeten wird ei widert und dauert an. Die großen Penoleumlank« im Hafen brennen. Nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung" au« Tok?o hat der japanische Gtiieral Kato dem Souverneur von kiautlchan eine ehrenvolle Uebergabe «geboten. Drr deutsche Gouverneur antwortete mit einem drahtlosen Telegramm an da« japanische Flagg-sch-ff. Admiral Kato vtrdot jedoch den drahtlosen : Verkehr mit dem Feinde und verlangte eine fchrift-» Ich« Antwort. Wie dem „Lokalanzeiger" au« Amsterdam ge-vkldtt wird, gibt daS englisch« Marineministerium bekannt, daß die Beschießung von Tsingtau am 29. Oktober fortgesetzt wurde. Im ganzen fei dir Vernichtung der Verteidigung«»^!« gelungen und der jj,iü TsingtauS werd« baldigst erwartet, obschou der Ziegen di« Operationen hindere und schneidend« klälte herrsche. England« Abhängigkeit von den Deu tf ch «n. Die Mailänder Gazetta del popolo schreibt zur Unterbringung der deutschen und österreichisch«« Untertanen in den Konzentrationsseldern: Wie schwer England zu entgermanisieren sei, zeige sich darin, baß alle Großindustrien in deutschen Händen seien. Wer hätt« gedacht, daß ein Viertel der Londoner Be-vilk.rui'g sich vom Brot deutscher Hände nähre, daß bie Stoffe von Breadford und Manchester mit deut, schen Anilinfarben gefärbt sind, daß beinahe der ganze in England verbrauchte Zucker auS Deutschland »nb Oesterreich kommt, daß nicht eine einzige Note in England gedruckt wird, und daß daS Straßen-Pflaster, dslS die Londoner täglich treten, deutscher Kkphalt ist und daß die höchsten Posten bei der Londoner Wasserleitung und der Telephonzentralt in Kutschen Händen sind. Hjeaifche Wachj__ Die Btschitßung von Antivari. — Eine verwegene Tat der österreichischen Marine. — Bedeutender Schaden. Die italienischen Blätter geben folgende Ein-zelheite« über die Beschießung von Antwari durch die österreichisch-ungarische Flotte wieder. DaS Bom-bardement de« montenegrinischen Hasen« war eine sehr verwegene Tat der österreichisch.ungarischen Marine. Um so mehr, da die französische Flotte ganz in der Nähe kreuzte. Gegen halb 4 Uhr srüh drangen zwei österreichische Schiffe mit erloschenen Lichtern in den Hafen von Antivari ein und haben während 20 Minuten eine heftige Kanonade gegen den Hafen gerichtet. Sie verschwanden alsdann^ Bei Tagesanbruch konnte man sehen, daß der Sach-schaden sehr bedeutend war. Die Hafenmagazine sind vollständig zerstört. Opfer sind keine zn ver-zeichnen. Das ist die dritte Beschießung Antivari« gewesen und zugleich die heftigste. Die unerschöpflichen deutschen Reserven. Der Korrespondent der „Schwedischen Zeitung" meldet au« Berlin: Während der letzten Woche gin> gen von hier 40.000 Mann nach Belgien ab, ab» gesehen von den fast täglichen Transporten von Er-fatztrnppen. Ui'd jetzt sind sämtliche Kasernen in Berlin und daS große Lager in Döberitz, das ich besuchte, von jungen, wohlgerüsteten Freiwilligen voll, von denen die meisten schon etwas Uebung be-sitzen. In Döberitz liegen etwa 1500 Offizier«-Aspiranten, die zu Neujahr fertig sind, in di« Ar-mee einzutreten. Mehrere 10.000 Freiwillige wer, de» von den Militärbehörden noch immer zurückge-witsen. Russische« Ultimatum an Bulgarien? Der Abbrnch der diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und Bulgarien steht unmittelbar bevor. Eine befristet« Note, die der russische Ge» sandte SawinSky der bulgarischen Regirrung über-reichte, hat folgenden Wortlaut: 1. Die bulgarische Rezierung soll sich von nun ab jeder feindseligen diplomatischen Altion gegen-über Serbien enthalten. 2. Die bulgarische Regierung hat sich formell zu verpflichten und Sicherheit zn gebe», daß « in der Zukunft unter keinerlei Form Banden unter-stütze», die Komiladschisühr«r in Mazedonien nicht dulden und d>e Bandensührer ohn« Aufschub vor «in Kriegsgericht stellen wird. 3. Bulgarien läßt eine strenge Zensur in Kraft treten gegen die Zeitnngen bezüglich der Mitteiln»» gen von Nachrichten über Borfälle, betreffend Ruß-land und Serbien. 4. Bulgarien fischt sofort jene Minen auf, die den Verkehr- nach Varna und Burgas verhindern, ja sogar unmöglich machen. Die bulgarische Re-gierung ist verpflichtet, die Häsen sofort für den Transitverkehr nach Dedeagatsch und Saloniki zn eröffnen. Di« Not« der russischen Regierung schließt fol« gendermaßen: Falls Bulgarien dies« vier Forderun-gen, die mit Fallsrist unterbreitet werden, nicht er-füllt, wäre Rußland gezwungen, die Beschießung auf Varna und Burga« zu eröffnen. Die Türkei für die Selbständigkeit der Ukraine. Der „Osmanische Lloyd" stellt fest, daß ein Erfolg der Bestrebungen der Ukrainer, Südrußland vom Reiche loszureißen, der Politik Rußland« den Todesstoß versetzen und die Türkei von einer Be-drohuug befreien würde, die seit zwei Jahrhun-denen aus ihr laste. Die Schaffung eines ukraini-schen Pufferstaate» würde eine» Druck Rußlands auf den Kaukasus und den Balkan unmöglich mache». Die Absicht der Buren führe r. Bon einer mit den Verhältnissen in Südafrika sehr vertrauten Persönlichkeit erhält die Wiener Deutsche Korrespondenz hiezn folgend« Mitteilun-gen: „Die weitere Entwicklung der Dinge in Süd-afrika läßt sich heute natürlich noch nicht voraussagen, al« wahrscheinlich kann man jedoch auf Grund des Charakter« der Burenpolitik folgendes annehmen: Der Beschluß des Kap-Parlamente», an dem englischen Kriege gegen Deutschland teilzuneh-men, ist unter dem Hochdrücke englischen Einflüsse« zustande gekommen. Die Burenbevölkerung war in der Gesamtheit dagegen, wie gegen jeden Krieg über-ha»pt. Wenn nun die Burenführer, unabhängig von Oberst Maritz, ihre Anhänger unter die Waisen gerufen und einen großen Teil der Union besetzt Selte A haben, so glaube ich nicht, daß sie dabei eine Par-teinahme für Deutschland im Auge haben, vielmehr dürfte e« in ihrer Absicht liegen, Botha zu stürzen, den erwähnten ParlamentSbeschluß. betreffend die Beteiligung am Kriege gegen Deutschland, zu besri-tigen und an seine Stelle einen Beschluß zu setzen, durch den-die Südwestasrikanische Union sich al« neutral in dem gegenwärtigen Kriege erklärt. Wie England diesen Beschluß ausnehmen wird, welche Folgen sich daran« im weiteren Verfolg d«r Ereig« niffe entwickeln können, da« ist «in« and«r« Sach«. Vorläufig aber — glaube ich — handelt e« sich den Buren lediglich darum, die Neutralität der Union zu erklären." Tatsache ist. daß schon jetzt außer dem Korp« deS feilen von den Briten gekauften Burengeneral« Botha England kein« Truppen gegen Deutsch-Süd-westafrika zur Verfügung stehen, und auch diese« nur so lange, als nicht Botha gestürzt ist. Da man dies« Entwicklung in London voraussehen mußte, hat man nun Portugal angetrieben, nach Angola Truppen zu entsenden und vou dort au» in Dentsch-Südwestafrika einzufallen. Die Deutschen iu Südweltafrika wird da» nicht viel bedrücken, j«d«u-fall« aber wird b«i der endgiltigen Abrechnung nun auch Portugiesisch-Angola zur KonkurSmaffe ge-schlagen werden. Englische Siege. In Ermanglung von Siegen aus den Schlacht-feldern Belgien« und Frankreich« veranstalten jetzt die Herren Engländer Kämpf« im «ig«nen Lande, die allerdings mit dem gewünschten Erfolgen enden. Nach der Einnahme von Antweipen hat sich der kriegführenden Kaufleute jenseit» de« Aermelkanal» eine ungeheure Aufregung bemächtigt, die sich zu-nächst in Aügriffen gegen die bisher geschonten deut-schen und österreichischen Staatsbürger Luft machte. Worin sich bisher Engländer von Franzosen und Russen ziemlich wohltuend unterschieden, haben sie jetzt selbst ansgegeben. Bisher tonnte man noch im-mer der Meinung sein, die englische Bevölkerung bewahre doch soweit die Ruhe und ihren geschäst». mäßigen Sinn sowie ihre praktischen Berechnungen, daß sie nicht so blindwütend gegen unschuldige Staatsbürgervorgeht und so die Bürger der ande-reu Staate,i zwingt, Vergeltung zu üben. Diese Ruhe hat die Engländer vollständig ver-laffen. Sie haben in einzelnen Städten, inbesonder» aber in London, einen wahren Vernichtungskrieg gegen alle», was deutsch ist, unternommen und kön-ne» sich nun rühmen, wenigstens hier wirklich Sie-ger geblieben zu sein. Dafür sprechen ja deutlich die geplünderten Läden, die zertrümmerten Fensterschei« den, die mißhandelten Deutschen und Oesterreicher. Fraglich ist es nur, ob diese Siege den Herren Eng-«Ändern anch in der Folge bereiten, die sie äugen-blicklich angesichts ber in Trümmer gegangenen deut, schen und österreichischen Werte empfunden haben mögen. Es gibt ja so viele englische Jntereffen ge-rade in Oesterreich und im Deutschen Reiche zu wahren, daß. fall» e» einmal zu einer Abrechnung kommen sollte, gerade aus diesem Gebiete der Gegen« seitigkeit England kaum einen Vorteil sehen würde. Vorläufig sei lediglich der ganz außerordentlichen Ausschreitungen der englischen Bevölkerung gegen deutsche und österreichische Kaufleute und Staat»-bürger auf englischem Boden mit besonderem Nach, drucke gedacht. DaS muß man sich merken, wenn man vielleicht auch augenblicklich zu irgendeiner Ge-genwehr nicht schreiten kann oder will. Es ist un-bedingt nötig, daß man diesen Ausbruch de« Haffe« gegen alle«, waS deutsch ist, besonder» gut in Vor-merk nimmt, sür spätere Zeiten, in denen eS an schönen Versicherungen über Menschenfreundlichkeit, welche Gegenfeitigkei» bedingt und ähnlichen Dingen nicht fehlen wird. Wir haben eS ja zu Beginn diese« Kriege» erlebt, daß sich gerade die englischen Staatsbürger, die im Deutschen Reiche und in Oesterreich-Ungarn zurückgeblieben sind, besonders angelegen sein ließen in der Versicherung, daß sie dirstn Krieg mißbilligen und daß sie anerkennen, das moralische Recht sei unbedingt auf deutscher nnd österreichischer Seite. Damit haben die klug berechnenden Krämer von der anderen Seite des Kanals jedenfalls nur Stimmung für sich machen wollen. Ein bischen Hochverrat, an der eigenen Heimat verübt, ist ihn,n al« Saufprei» für die eigene Sicherheit nicht zu teuer. Die dama-ligen LoyalitätSversicherungen der englischen Staat«-bürger kann man angesichts der jetzigen AuSschrei-hingen ihrer Brüder im englischen Reiche selbst gegen österreichische nnd deutsche Staatsbürger gar nicht anders einschätzen. Die bei un« mit so nid Genug-tuunz aufgenommenen Versicherungen englischerseit». ©ttle 4 Deutsche ^v»»tu?4' buntem die in der Tat vollkommene Bürgschaft sür ihren ruhigen Verbleib war, sind jetzt in ihrem wahren Wesen enthüllt. Auch daS war Heuchelei. Denn der Engländer wird doch nicht anders in der Gesinnung, wenn er zufälligerweise sein Geschäft an der Donau »der an der Spree aufmacht. Eine englische Verleumderin deut-scher Soldaten in England verurteilt. Die englische Lehrerin Hume, die in Belgien als barmherzige Schwester wirkte, sollte von deut-schen Soldaten vergewaltigt worden sein und es wurde folgende« von ihr berichtet: „Beide Brüste wurden ihr von den entmenschten Deutschen abge-schnitten. Halbtot wurde sie von Nonnen aufgelesen und hatte noch die Möglichkeit, ihre Anklagen gegen die Deutschen schriftlich niederzulegen." Dem Dokumente waren die Unterschristen zweier belgischer Geistlicher, von dem Pfarrer und dem Ge-meindevorsteher von Hamfhire beglaubigt, beigege-den. In London wurde eine Kommission eingefetzt, die die Sache weiter — znr Ausbeutung gegen die deutschen „Barbaren" untersuchen sollte. Was aber geschah? Man verhaftete die Schwester der Grau Hume, ein hysterisches Fräulein namens Käthe Hume. Diese hat sich die ganze Geschichte in ihren Phan-»asien erträumt und sie ging so weil, daß sie jene« Dokument mit sämtlichen belgischen Unterichristen selbst herstellte. Die „Time«" berichteten über die Verhaftung in folgenden kurzen Worten: .Käthe Hume, Lehrerin in Hamshire, wnrde vor den Richter gebracht unter der Anschuldigung der schweren Urkundenfälschung. Die Sach« hängt mit dem Falle Grace Hume zusammen." Die Richter haben Käthe Hume wegen Ur-kundensälschung zu drei Monaten Gefängnis verur^ teilt. Wegen ihres geistigen Zustandes erhielt sie für den Fall guter Führung Strafaufschub auf die Dauer von zwei Jahren. Die Lüge wurde durch die ganze Well verbreilet — ob di« Wahrheit auch di« w«iie Reise machen wird? Gegen die Fremdlinge in der deutschen Sprache. 8. Im Borhergesagten haben wir gesehrn, wie viel« Fremdwörter in alle Schichten der Bevölke-rung eingedrungen sind. Wir finden sie in Unmassen in den BolkSvertretungen, in den Gesetze», in der Zeitung, bei Dichtern und Schriftstellern, bei un-seren Frauen und Mädchen, im bürgerlichen Hause, wie überhaupt im ganzen Leben. 90.000 derartige Fremdwörter, die in Verwendung stehen, sind ge-zählt worden. Da wirst sich die Frage auf, kann man denn diese ganze Anzahl gebräuchlicher, fast täglich in Verwendung stehender Wörter missen, de» dars man derselben nicht, um sich zu verständigen? Nein, man braucht sie nicht! Von den schon ein-gang« erwähnten, vollkommen eingebürgerten und deutsch gemachten Wörtern ist ja keine Rede. Man braucht die Fremdwörter nicht, denn man hat deut« sche Wörter genug sür sie, man braucht sie nicht, denn sie werden unrichtig gebraucht und drücken oft da« nicht aus, «a» sie bezeichnen sollen, und man soll und dars sie nicht gebrauchen, daS gebietet der völkische Stolz, der nicht geringer sein dars beim Deutsche» al« bei einem anderen Volke, das gebietet uns die Sorge um das Bolkswohl, das wir durch den Gebrauch der Fremdwörter tief schädigen. Wenn wir so ein VerdeutschnngSwörterbuch durchblättern, komme» wir erst recht auf die Größe de« UofugeS, der mit den Fremdwörtern getrieben wird. Für jedes fremd« Wort weiß der Berfaffer ein deutsches zu geben, ja in den meisten Fällen nicht bloß eine«, sondern derer mehrere und viele. Einige Beispiele willkürlich auS der Fülle heraus-gegriffen, mögen die« augenscheinlich machen Reh-wen wir da« oft gebrauchte Wort brutal. Da« kann heißen: Heftig, grob, roh. gemein, viehisch usw. Nehmen wir anstatt desfelbeu nach Bedarf bei Gelegenheit eines dieser Wörter und wir werden jederzeit das bezeichnen, waS wir bezeichnen wollen, und nicht Gefahr lausen, ein Fremdwort vielleicht unrichtig zu gebrauchen und dadurch in Verlegenheit zu kommen. Und was heißt agitieren? ES kann heißen: Tätig sein, wirken, eS kann heißen aufregen und erregen, aufreizen, aufwiegeln, aufwühlen, hetzen und putschen, e« kann also eine gute nnd schlechte Tat bezeichnen, ohne daß »ran da» sofort daraus entnimmt. Bei der Wahl de« richtigen deut-schen Wortes wird da« sofort klar. Und wenn wir etwas anziehend, spannend, packend, ansprechend, unterhaltend, Neugier erregend, reizend, kurzweilig, ermutigend, eigenartig, absonderlich, sehenswert, hörenSwert, beachtenswert, eigentümlich, bedeutsam, bedeulung«!ioll, wichtig, hervorragend, merkwürdig, anregend, wertvoll, lehrreich usw. sinden, wa« sagen wir gute Deutsche, da unsere Sprache so schrecklich arm ist, wie wir gesehen haben, für all daS? Wir sagen, es ist interesiant! ES gibt nun zwar Leute, welche meinen, dieses oder jenes Fremdwort bedeutet etwas anderes al« da« gleichbedeutende deutsche Wort. ES liege ein seiner Unterschied, denn man nicht bezeichnen könne, darin und mache den Gebrauch des Fremdwortes notwendig. „Interessant ist eben interessant." DaS ist leeres Geflunker und beruht aus Selbsttäuschung, das ist eben die bei uns so üppig wuchernde Denk-saulheit, die uns zum Fremdwort greifen heißt, weil wir zu faul sind, darüber nachzudenken, uns dessen bewußt zu werden, was wir eigentlich sagen wollen und zu deren Unterstützung un« eben diese nichtssagenden Fremdwörter recht bequem sind. Ver-suchen wir eS einmal mit dem eben unzählige Male gebrauchten Wort .interesiant" und fragen wir uns im gegebenen Fall, was wollten wir sagen, welche Eigenschaft wollten wir damit ausdrücken, und wir werden zur Wahrheit des eben Gesagten gelangen. Ein lehrreiche« Beispiel sür solchen gedanken-losen Gebrauch von Fremdwörtern bietet Hermann Riegel, der verstorbene Begründer des allgemeinen Sprachvereine», in seinem grundlegenden Werke über die deutsche Muttersprache in dem Fremdwort brillant. ?r sagt, alle? ist brillant, auch wa» gar nicht glänzt. Der Stiefel sitzt brillant, die Patti singt brillant, der Zug fährt brillant, der Kaffee schmeckt brillant, man schläft brillant, man amüsiert sich brillant und hat sogar eine brillante Gesinnung. Man spricht von einer brillanten Z'garre. von einem brillanten Käse, einem brillanten Kauf, einem brillanten Bortrag und einem brillanten Rock. Man gibt einem brillanten Kerl von brilla, ter Gesund» h«it in seiner eigenen brillanten Wohnung eine brillante Ohrfeige und glaubt eine brillant« Ge-schichte ausgeführt zu haben." Ja, nicht bloß unnötig und unrichtig, auch undeutlich sind diese fremde» Wörter. Sie werden für* zwei und mehrere verschiedene Begriffe ge-braucht. Es gilt immer als ein Armutszeugnis einer Sprache, wenn si« sür zwei oder mehrere verschie-dene Begriffe sich ein und desselben Worte» bcdie-»en muß. Was will man aber sagen, wenn man deutsche Wörter besitzt, diese aber nicht gebraucht und zur Bezeichnung verschiedener Begriffe ein uns dasselbe Fremdwort benützt. Nehmen wir daS ge-wiß nicht seltene Fremdwort Programm WaS heißt daS, wenn man sagt: Ich erhielt «in Programm? Damit weiß noch niemand, was wir meinen, was mit diesen, Wort bezeichnet werden soll. Deutlich und klar wird es aber wohl werden, wenn wir j« nach den Umständen sagen, ich erhielt eine An-kündig,>ng, ich erhielt ein Verzeichnis, ich erhielt eine Festordnuug. ich erhielt die Tagesordnung, ich erhielt die Festschrift, ich erhielt die Vortragsord-nung, ich erhielt den Jahresbericht, ich erhielt den Echulbericht usw. DaS alles und noch mehr bezeich« nen wir einfach mit dem Worte Programm. Ist da« vielleicht Deutlichkeit? Ist dieS eine Vermehrung de« Sprachschatze«, soll vielleicht mit diesem Worie einem Bedürft!« abgeholfen werden? Wa« heißt zum Beispiel nicht auch alles unser Prozeß? Prozeß ist einmal der Fortgang einer Krankheit, Prozeß nennen wir die Entwicklung einer Sache, Prozeß nennen wir den Bor- und Hergang b.i einem Ge-schehniS, Prozeß nennen wir ein Verjähre» und wir machen kurzen Prozeß, wenn wir keine Um-stände machen. Prvzeg ist aber nicht bloß daS Ver-fahren, es ist auch die VersahrungSart, die Handlungsart und »weise, insbesondere ist aber Prozeß da» RechtSverfahren. Zusendung von Wäsche und warmer Kleidung an unsere ?otda en! Da die Zustellung einzelner Pakete an bestimmte Soldaten duich die Feldpolt oft nur schwer duich-jührbar tst, wurde durch d>e Bemühungen mehrerer Frauen des Landes, an deren Spitze die Gemahlin d.s Statthalter» steht, eine Ein.ichiung geschaffen, die es trotzdem, durch Ordnung der Spenden nach Truppentörpern, erwöglicht, daß jeder Soldat wo-möglich die ihm gesendet« warme Wäsche und Klei-dung erhalten kann. - bit s« ' be die Wer also seinen Angehörigen im Felde die notwendige warme Wäsche schicken will, senbe Pakete an das Rote Kreuz in Graz, k. k. Bmz (Winterfürsorgestelle der t. k. Statthalterei). Aus die Adresse ist, damit das Paket portoim an das Rote Kreuz gesendet werden kann, zu schrei-bcn: Portofrei, Militärunterstützungssache, neb außerdem der Name des Absenders. In jede» Paket ist, angeheftet an die gchea-dete» Sachen, eiu großer Zettel einzulegen, auf bra der Name. Charge, Regiment, Kompagnie (Bait-rie, Eskadron) des Adressaten deutlich zu schreibe» ist. Eine sichere Gewähr für die richtige Zustellimj kann natürlich nicht übernommen werden. Sollte bx Uebermittlnng an» irgendeinem Grunde nicht iniig« lich fein, so werden die Liebesgaben andere» S»l-daten gegeben. Eine Rücksendung an die Absender kan« nicht stattfinden. Besonders erwünscht sind: Fußlappen aus Flanell oder dünner Schaf» wolle; Fäustlinge lDaumen und Zeigefinger separat); Halstücher; Pulswärmer; Waden stutzen und Knieschützer; Leibchen aller Art; Warm« Wäsche, besonders Hemde» und Unter-hosen. Die Spendt» muffe» bis spätestens Mitte Rt> vember einlange». __ Aus Stadt und Land. Allerseelen der gefallenen Krieger. Die Gräber der gefallenen Soldaten, die auf ix» städtische» Friedhose in Eilli ihr« letzte Ruhe gesund» haben, wurden am Allerheiligentage herrlich geichmM Jedes einzeln« Grab ist mit einem Kreuz in! Eichenholz versehen ward«», aus dem sich eine Tafel mit dem Name» des Gefallenen, sowie ein (Sichen-kreuz befindet. Zu Allerheiligen haben deutsche Frau» unserer Stadt die Gräber mit einem reichen Blume»-ftor und herrliche» Kränzen bedeckt. Bon dir «ladt-gemeinde Eilli wurde «in prachtvoller Kranz nieder« gelegt mit einer blau-gelben Schleife und der Widmung: Die Stadigemeind« Eilli d«n vor be» Feinde gefallenen Soldaten. Die Gräber, die reiche, Licht«rfchmuck trug«», waren Gegenstand allgemein« Aufmerksamkeit und so manches inbrünstige Geb« für die Tapfere», die fern von ihrer Heimat hier ihre Ruhe gefunden haben, wurden zum Himmel gesendet. Auf dem Felde der Ehre gefallen. Wie au« Laidach mitgeteilt wird, tst der Reservi-kadett im boSiusch-herzezowinischen Jnfanteriereg!-imeut Nr. 3 Jof«f Graf AuerSperg am 1V. August di» dem Kampf« bei Schabatz durch «in«» Schuß in n«n Oberschenkel schwer verletzt worden und a» gächsten Tage gestorben. Da seine Identität »anbei« eine» Erkennungszeichens nicht festgestellt «er-den konnte, wurde vor der Beerdigung ein Lichtlnlb ter Leiche aufgenommen, mit desieu Hilfe erst nachträglich die Erkennung durch seine Angehörigen mSz-ich wurde. Graf AuerSperg wurde in Ruma be» graben. Der Gesallene stand im 24. Lebensjahr» und hatte erst vor kurzer Zeit seine juridischen sin-die» beendigt. Nach Ablegung der letzten Staatlftfr fung traf ihn am Laidacher Südbahnhof da« Miß-gefchick eines Bahuunfalles, wobei er eine sch»m Verletzung davontrug, die zur Zeit der Mobilifie-rung noch nicht völlig geheilt war. Wider 3a dringlichen Rat der behandelnden Aerzte entschloß er sich, ohne seine völlige Genesung abzuwarten, dem Ruse be« Kaisers sogleich zu folgen. Er meldete sich mit Verschweigung seiner VerUtzunz bei seinem Regimente und zog mit ihm aus den üb-lichen Kampfplatz, wo er al« einer der erste» be» Tod fand. Der Verstorbene erfreute sich wegen sei-ne« lauteren Charakters und bescheidenen Westnt der größten Wertschätzung; sei» Hinschelben wirb allgemein tief bedauert. Für seine Freunde und im#» besondere für die akademische Landsmannschaft „5«-niola", der er mit größter Treue anhing, betontet der Tod be« Grafen AuerSperg einen schone» Verlust. — Am nördlichen Kriegsschauplätze ist Ldcr> leutnant Rudolf Ranzinger deS 7. Znjanterirezi-menteS, ein Bruder deS hiesigen Kaufmannes *" Ranzinger, gefallen. Nummer 83 Deutsche Macht Settc i Abg. Hofrat Dr. Bachmann f. In Prag ist am 31. Oktober der ReichSratS- und Land-tagsabgeordnete Hosrat Dr. Adolf Bachmann im Alter von ß5 Jahren einem Schlaganfalle erlegen. Die Deutsche Fortschrittspartei in Böhmen verliert an ihm einen ihrer fähigsten Führer, der dem Ab. geordnetenhause als Bertreter deS Stadtwahlkreises Marienbad seit dem Jahre 1907 angehörte nnd in Tragen dcs dentschtschechischen Ausgleiches wiederholt hervortrat. Zulagen für TapferKeitsmedaillen. vom 1. Oktober 1914 angefangen sind zufolge kaiserlicher Anordnung mit dem Besitze von Tapser-keitsmedaillen nachstehende Zulagen verbunden: 30 K ■it einer goldenen TapserkeilSmedaille. 1b K mit einer silbernen TapserkeilSmedaille 1. Klasse und 750 K mit einer silbeinen TapferkeitSmedaille 2. Klasse. Die Zulagen sind am 1. jeden MonateS im vorhinein fällig. Der Anspruch auf die Medaillen» zulage im neuen Ausmaß beginnt sür die bereits VekorieNen mit dem 1. Oktober 1914. De» Be-sttzern von Tapferkcitsmcdaillen 2. Klaffe, die bis-her überhaupt keine Zulage erhielten, wird dies« von ImiS wegen flüssig gemacht, doch haben sie um die Zrierkeunung selbst einzuschreiten. Die Gesuche der »ichtaktiven, in keiner militärischen Evidenz stehenden Besitzer einer TapserkeitSmeballle 2. Klasse sind mit der genauen WohnungSadresfe (Abzabepostawi) ver-sehen demjenigen Ergänzungsbezirkskommaiido zu ibergebrn, in dessen Bereich der Betreffende seinen «deutlichen Wohnsitz hat. Denselben ist beizu-schließen: a) daS die Verleihung der Tapferkeit»-»edaille nachweisende Dokument (Abschied usw.); b) ein« legal« Bestätigung, daß der GesuchSsteller die ihm verliehen« TopserkeitSmedaille nicht infolge «ver strasgriichtlichen Verurteilung verloren hat. Die Lehrer für das Rote Kreuz. D«r j Lehrkörper der hiesigen Knabenvolksschule beschloß, während der KriegSzeit jeden Monat je eine Krone Mm Gehalte dem Roten Kreuze, Zweigverein Cilli, zu widmen. Widmung des Cillier Turnvereines für Kriegsfürsorgezwecke. Der CiUier Turn-mein hat die Mitglievsbeiträge des Monate» Okto der im Betrag« von 96-52 K dem Stadtamte Cilli für KriegSfürsorgezwecke zugewendet. Für die verwundeten Soldaten wid-«tle der Gymnasiast Hellmut Zeder 50u Zigaretten iwd 100 Zigarillos. Für das Rote Kreuz Spital in Cilli spendeie der Beamte der Etadtmühle Herr Moschina an Faß Tiroler Rotwein mit ungefähr 130 Liter. Der Südmark Kriegsfürsorge spendet« fjtBalein Maria Rakusch zu den übrigen Gaben »och 100 St. Für die Referviftenfamilien wurden vzenannt 5 Kronen gespendet. Spenden. Für den Zw«igver«in Cilli Stadt dei Roten Kreuzes spendeten Fräulein Johanna harold 10. die Eheleute Kupka 20, Frau Heien« s kkoberne statt «ines KranzeS für den verstorbenen Herrn Franz Hausbaum 20, Frau Marie Spragtr 5, Herr Lonrad Pvtzvrr 2, die Beamten deS Revier-«rzimles 11. Frau Marie Puschnigz 10, die Be-mteii deS Sltueramte» 1b, Herr Oderlehrer Franz hnvaus 5 Kronen. Im Kriege verwundet. Herr cand. jur. Lilheim Neuner, Leutnant i. d. R. des bh. ZR. 3, ist vom Echlachiselde von Stary'Samdor krank und «nouvdet in sein« Heimat nach Hohenmauthen zu» rickztkehrt. Er hat auch die Schlacht b«i L«mb«rg v.d die Kämpfe am Uzsokeipaß, bei Turka und Schabatz mitgemacht. Einschränkungen bei der Brot- und GedLckerzeugung Die Wiener Zeitung verlaut-bart zwei Ministerralverordnungen, die eine Ein-schränkung der Verwendung von Weizen und Rog-pi zur Brot- und Gebäckerzeugung bezwecken. Mit da einen Verordnung wirb festgesetzt, daß vom l. Dezember 1914 an bei der Broterzeugung ein« Aehlmischung zu verwenden ist, dir höchstens 70"/, Kerzen- oder Roggen- und als Rest Gersten-, Mais^, tanvsselweißmehl oder Kartoffelbrei enthält. Mit der zweiten Verordnung wird der derzeit übliche Illuttausch und die Zurücknahme deS an Gast- und Lchaolbetricbe sowie au Händler gelieferten Weiß-«dickes verbotcu und hiedurch der durch diese lledvcg verursachten bedeutend«,, Verschwendung an vnzen vorgebeugt. Diese Maßnahme ist auch in lau,tun Beziehung nicht ohne Bedeutung. Beide Rwrdnuiige» stellen sich alS ein Teil jener Maß-«ahmen dar, die die Regierung in Aussicht genom-W» hat, um sür die Dauer de» Krieges di« Brot-tasotjung unbehindert aufrecht zu erhalten. Von den Kämpfen zwischen Cattaro und dem Lowcen. Der bekanntlich al« Leutnant eingerückte Abgeordnete Einspinne? schreibt dem „Grazer Tagblatte" auS Teodo, 27. Oktober: Gestern begruben wir unter Lorbeer und Eichen zwei brave deutsche Kanoniere, die im Kampfe gegen die Franzosen gefallen sind. Unser Kamps richtet sich nämlich dermalen gegen französische Batterien, die auf dem Lowcen und den umliegenden Bergen stehen. Die Verbündeten der Grand Nation, die Montenegriner, beschränken sich in Süddalmatien auf Wegelagerei und Straßendiebstahl Unsere Be-obachter konnten die französischen Soldaten bei den Geschützen in Montenegro geuau erkennen. Und so ist auch festgestellt, daß die vergifteten Geschosse, mit denen man uns einige Brunnen und Zisternen be-schoß und so das Wasser ungenießbar machte, fran-zösischer Herkunst sind. All« unsere Batterien und Werke und auch unser« riiigrrisenden Schiffe ar-Veiten bewunderungswürdig. Manch?S unserer Werke bekam schon Volltreffer und dennoch gelang eS dem F«ind« nicht, auch nur eine unserer übrigens ausge-zeichnet gewählten Stellungen außer Wirksamkeit zu setze». Demgegenüber haben wir in de» letzten Tagen mehrere der wichtigsten gegnerischen Positionen außer Wirksamkeit gesetzt. Wir konnten genau be-obachte», wie «in auf «inem hohen montenegrinischen Berge arbeitende» f»anzösi>ch^S Geschütz, das einen Treffer von uns bekommen hat, einen mehrfachen Saltomortale schlug und die Bedienungsmannschaft unter sich begrub. Höchstes Lob verdient die Ruhe und Sicherbeit, mit ter bei unS sowohl Offizier« wir Unterosfizitr« und Soldaten arbeiten. E» ist «in Ausgthrn in der Pflicht für das Vaterland. „Und wenn die Welt voll Teufel wär," solche Soldaten ringt kein Feind nieder. Die alten Landstnrmmänner und Reservisten, die doch alle fast ihre Familien da< heim haben, kommen dem Dienste, der wahrlich nicht leicht ist und äußertte Anspannung aller Neiven bedingt, aus di« gewissenhafteste Weise nach und stehen iu «ich!S hinter der aktiven Mannschast zurück Be» merktnswert ist, daß sast gar keine Bestrafungen vorkommen. Alle find sie brav und gehen in l>en Ausorderuugen, die daS Laterlano jetzt stellen muß, aus: die D«utsch«n, di« Ungarn, die Kroaten und wie sie alle hier am südlichsten Grenzposten stehen. Der erste Urnenhain in Oesterreich. In Graz wird nächsten Freitag aus dem evangeli-schen Friedhof ein Urnenhain eröffnet werden und gleichzeitig die erste Urne»b«isetzung erfolgen. Die Verwirklichung der Errichtung dies?» Urnenhaine», deS ersten in Oesterreich, ist dem Verein der Freunde der Feuerbestattuitg .Die Flamme" in Wien zu danken. Belobung eines Gendarmen. Vom Landesgendarmerickommandv Nr. 6 für Sieiermark wurde Vizewachimeister Petcr Lesjak de» Posten» Laak bei Süßenheim in Anerkennung seines tat.'räs-tigen und erfolgreichen Eingreifen» bet einem Brande öffentlich belobt. Die Kriegsmarke. Von Peter Rosegger. „Zu unserem Roten Kreuz müsse« wir doch anch einen roten Kreuzer haben," sagte ein Witzbold. Der Gedanke war besser a>S der Witz Der Mann zielte auf di« roi« KriegSmark, durch die wir bei jedem unserer Briefe einen Kreuzer spenden sür arme Witwen und Waisen unserer gefallenen Soldaten. Ja, ja, wir haben ihn schon, den roten, er ist bei allen BriesmarkenvcrkausssteUen zu haben als Zwölf, hellermarke. Di« Idee von «inrr Grazer Dame an-gereat, ist so gut, daß glrich auch sie klugen Reichs-deutschen danach griffen. E» gibt in unsern Ländern gewiß Millionen von Briesschreibern, die sreudig be> reit sind, jeden ihrer täglichen Briefe mit der Krieg» marke zu schmücken. Kein einziger, auch der Arme nicht, spürt diese» kle'ne Opser. Und waS macht es auS? Täglich 20.000 K, ja vielleicht da» Doppelte, Dreifache! Die Post wird eS wissen, wie viele Brief« täglich zefchritben w«rden, si« hat den kostbaren Einsall sofort durchführt. Wenn man nun rrwägt, waS mit diesen täglichen Summen sür die armen Witwen und Waisen getan werden kaun, so ist es einsach undenkbar, daß nicht jeder jeden seiner Briefe mit der roten Zwölfhellermarke oder mit der grünen Eiebtnhellrrmarkc zu einem guten Werke weiht. Bon all den KriegSsteuern, die un« auferlegt werden, kann wohl keine leichter und segensreicher sein, al» der rote Kreuzer sür die Witwen und Waisen der Gesalleuen. Wem dieser rote Kreuzer jedoch zu geringsügig erscheint, der kann dazu immerhin auch noch einen roten Dukaten springen 1 äffen. Ein weiblicher Soldat. Vorigen Tonn-tag nachmittag» errtgte in den Straßen AgramS «iu weiblicher Soldat großes Aussehen. Eine Frau mit einer Militärkappe, einem Bajonett mit Portepee, einer Bluse mit der Korporalsdistinktion nnd sonst in Fraueukleidern, wurde am Jellacic-Platz von einer neugierigen Menschenmenge umringt und mußte schließlich in da» Union-Kino flüchten. Mit dem weiblichen Soldaten verhält e» sich folgendermaßen: Der Infanterist Falica mußte al» Ersatzreservist «m-rücken. Seine Frau wollte sich um keinen Preis von ihm »rennen und bat um die Erlaubn!», mit ins Feld ziehen zu dürfen. Das Militärkommando gestattete die Einreihung der Stefa Falica. die nun den Feldzug mitmachte. Sie beteiligte sich immer neöen ihrem Gatten an allen Gefechten und wurde schließlich samt ihrem Manne gefangengenommen. Ihrer weiblichen Schlauheit gelang eS jedoch, sich vor dem Gefangenentransport nach Nifch zu flüchten, während ihr Gatt« dorthin befördert wurde. Sie kehrte zu ihrer Truppe zurück und wurde dann in Banjaluta wegen ihre« heldenmütigen Verhalten» vor dem Feinde zum Korporal befördert und in die aktive Dienstleistung nach Petrinja übrrfrtzt. In Agram hielt sich der weibliche Korporal nnr vor-übergehend auf, um wieder nach Petrinja zurück-zukehren. Kriegsbetstunde. Morgen Donnerstag findet in der Chriftuskirche um 7 Uhr aben.s ein öffent-licher KriegSgotteSdienst statt. Eine neue Strahensahrordnung in Körnten. Am l. d. trat in Kärnten eine neu« Fahrvrdnung in Kraft, mit welcher in Anpaffung an die in den meisten übrigen Ländern bestehenden Fahrordnunge» auf allen öffentlichen Straßen da» Linksfahren, Linksausweichen und Rechtsvorsahren eingeführt wird. Im Eisenbahnzuge bestohlen. Fräulein Margaret« Jan auS Uniergöriach in Krain ließ auf der Fahrt von Marburg gegen Cilli ihre Handtasche in einem Wagenab'.eil am Gepäckshältrr liegen und begab sich in den Gang, wo sie mit einem Herr« kurze Zeit sprach. Während dieses Gespräches kam ihr das Täschchen abhanden, ohne daß jemand ander«? als vi«r Bahnarbeiter den Abteil betreten hätten. Die Bcstohlene macht« von ihrem Verluste sofort dem Zug»-revisor di« Anzeige, welcher das SiationSamt in Cilli hievon verständigt«. Di« hitsig« ?icherheit»wach« von dem Dikbstahl« in Kenntnis gesetzt, bracht« die vier Arbeiter auf die Wachstube und unterzog sie in einem eingehenden Verhöre, wobei der 34jährl.e Streckenarbeiter Anton Dugan in Fium« gestand, die Handtasche genommen zu haben in der Meinung, daß sie herreulo» sei. Die Tasche wurde in seinem Koffer gesunden und der Verlustträgerin ausgefolgt. Dugan wurde sofort verhaftet, während die übrigen Arbeiter ihre Fahrt fortsetzen durften. Unerwartete Wendung eines Pro-zesses. Da» „Grazer Bolkeb>att" berichtet: Der Lehrer I. Ufarich auS Wudischoszen wurde kürzlich vom Landwehrgericht nach § 65 a zu 15 Monaten schweren Keiler» verurteilt. Er meldete die Nichtig« keiiSbeschwerde an und wurde zu diesem Zwecke sei» nem Verteidiger, Herrn Oberleutnant Dr. Kollmann, vorgesührt. Aus dem Rückwege versuchte Usarich einen Brief in einen Briefkasten zu werfen. Durch di« Aufmerksamkeit de» begleitend«« Bürgergardisten wurde die» verhindert. Der Brief war an den vor« gesetzte» Oberlehrer Usarich» gerichtet und enthielt den Beriuch einer Verleitung zu falschen Aussagen vor der Instanz, die über die Nichtigkeitsbeschwerde zu verhandeln hatte. Selbstverständlich wurde Usarich wieder dem Gerichte vorgesührt und hätte n»n gern« die Nichtigkeitsbeschwerde zurückgezogen. Allein nun ist auch die Sache wegen falscher Zeugenaussage an-hängig Waldheims Generalüberfichtskarte des europäischen Kriegsschauplatzes er- schien soeben in 6. nerdefferier Neuauflage. Si« enthält nicht nur die LandeSgrenzen, Eisenbahnen und Flüsse, sondern sie zeigt dem Beschauer auch in bester Deutlichkeit die Festungen, Greuzorte, ja selbst die kleinsten Stationen an den Ärenzgemaikungen aller kriegsührender Länder. Ein besonderer Borteil Nieser Karte liegt darin, daß sie aus einem Blatte alle Kriegsschauplätze enthält, so daß man e» nicht nötig hat, mehrere verschiedene Karten zu kausen. Paris und Umgebung und S>. Petersburg sind durch Nebenkarten in großem Maßstabe veranschaulicht, so daß ein etwaiger FestunMamps um diese Städte genau verfolgt werden kann. Der sechsfarbige Druck ist sorgfältig ausgeführt, die beigegebeue ausführ-lich« Kriegschronik ungemein zweckmäßig. Bcstellun« gen nimmt jede Buchhandlung oder die Verlagsan« stalt WaldheinvEderle A. G., Wien 7., entgegen. Preis der Kaue 1 K, srauko per Post l'lO K bei Voreinsendung. Sei!« 6 Deuijche Wacht Ziumm-r 83 Lichtenwald. Evangelischer Gottesdienst fin-bet hin Sonnlag den 8. d. um halb 5 Uhr nach-mittags im Saale des Neuheim statt. Treue Dereinsanhänglichkeit Der Südmark kam dieser Tage vom südlichen Kriegs-schauplatze ein erfreuliches Gedenken von Seiten einiger Mitglieder zu. Herr Ingenieur Rudolf El« mayer von Bestenbrugg sandte nämlich zwecks Stiftung zweier Jubelgriinderbriefe 100 R und kündigte den gleichen Betrag, der im Kreise der Fest-ungsoffiziere sür die Südmark gespendet worden ist, als weitere Zuwendung an — gewiß eine ehrende Förderung des Vereines, di« ihm da von deutschen Wehrmännern zuteil geworden ist. Das Südmark Iahrbüchlein für die deutsche Jugend ISI4/1S. Unter der weiß, grünen Steirerflagge erschien zum viertenmale da» vom Schriftsteller Karl Bienenstein geleitete Jugendbuch lein, das für die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen Jugend und Bertin sorgen will; leider haben die Unruhen der Zeit fein Erscheinen verzögerl und seinen Wandergang verlangsamt. Trotz-dem hofft das Büchlein, als alter Freund und Be-kamiter der deutschen Jugend zwischen 10 und 14 Jahren noch vor dem Winter unter Dach und Fach zu kommen; fein «mfler und heiterer, teilweifc mit Bildern geschmückter Inhalt, der dem großen deut-schen Staatsmann: Bismarck zugeeignet ist, fowi« der billige Preis (20 Heller, sür Verkäufer 20 von Hundert Vergütung) erleichtern ja die Ausnahme. Da außerdem die Behörde die Jugend gemahnt hat, in dieser großen Zeit nicht müßig zu fein, so wird sie sicherlich bei treuen Kameraden nicht vergessen und ihn auch sür dieses Schuljahr ein Unterkommen zu sichern versuchen; auch Eltern, Schulleiter und Schulbehörden werden wieder zur geistigen Nutzbar-machung dieser der deutschen Jugend gewidmeten Vereinsgabe mitwirken und das Ihrige zur Herein-bringung der Druckkosten beitragen. Versandt Graz, Joanneumring 11. Ein tätlicher Messerstich. In der Nacht auf den 26. Ok ober entstand im kroatischen Grenz-orte Krajnidol zwischen den Besitzern Jobann Krum-planic und Johann Jakovina aus Heiligenkrenz wegen Geringfügigkeit «in Wortwechsel, in dessen Verlaus Krumplan,c den Jakovina durch einen wuch-tigen Messerstich in di« Brust töllich verletzt« Der Stich durchtrennte dir Lung«. Veruntreuungen bei einer Bezirks-Krankenkasse. Bei der vor einigen Tagen vor-genommenen Ueberprüfung drr Bücher der Btjirks-krankenkasse^in Lichtenwald wurde ein Abgang von 420 K festgestellt, die der Sekretär der Lasse, Martin Mastnak, veruntreut hat; er wurde seines Amtes enthoben und angezeigt. Schadenfeuer. Am 23. Oktober wurde das Wirtschaftsgebäude des Besitzers Jgnaz Ehgartner in Gaberje, Gemeinde Donatiberg, durch einen Brand vernichtet. Da daS Gebäude hart an der Straße lag. vermutet man, daß ein Borübergehen-der ein brennendes Zündholz oder einen glimmen-den Zigarren- oder Zigarettenrest in das beim Ge-bäude angehäusle Stroh wars. Der Brandschaden beträgt 5000 K, die BersicherungSfumme hingegen nur 2000 K. An der Westfront. Poincar6 (die Schlacht verfolgend: „Rom de Diu l Ich glaub«, da macht schon wieder ein pr«ußifch«r General seinen Ehren-doklor!" Iamaiea Verschnitt. Die Hand«ls> und Gewerbekammer in Graz macht ausmerksam, daß die bei einzelaen Kausleuten verbreitete Anschauung, es sei gestattet, Jamaicarum mit Kunstrum (Kubarum) zu verschneiden und dann als Jaimaicaverschniit zu verlausen, unzutreffend ist. Wie der Kammer von der Stattbalterei mitgeteilt wurde, siud Verschnitte mit einem Kuusttum als solche zu bezeichnen, wenn die Ware nicht als „unter falscher Bezeichnung ver-kauft" beanständet werden soll, da auch eine echte Ware beim Verschnitt mit einem Kunstprodukt de» Charakter deS echten Produktes verliert und die Beschaffenheit eines Kunstprodukte« annimmt. Aenderungen in den Ausfuhr- und Durchfuhrverboten des Deutschen Rei- ches. Die Handel«- und Gewert» kammer in Grai, teilt mit. daß in den AuSsuhr- und Durchsuhiver« boten des Deutschen Reiches wieder eine Reihe von Aenderungen eingetreten ist. Verboten wurde die AuS- und Durchfuhr von : 1. KokoSgarn und KokoS-fasern; 2. Borsten in rohem, unbearbeitetem und un-gebündeltem Zustande; 3. WoUumpen, Tuchleiften der statistischen Nr. 543 a, Leinen», Baumwollen-usw. Lumpen (Papierlumpen) und allen übrigen zur Papierbereitung dienenden Absällen von Gespinnst-waren und dergleichen (alten Netzen, alten Tauwerk, alten Stricken, allen Web«rlitz«n auS Garn, zur ur-sprünglichen Bestimmung nicht mehr verwendbar) der statistischen Nr. 543 d; 4. Tonerdehydrat; 5. chiomge-gtrblem Rindsleder. Aufgehoben wurde da» Verbot der AuS- und Durchfuhr von: 1. Mikroskopen und 2. Chloräthyl und Ehlormrthyl und Mischungen beider in Glasröhren und Fläschchen di« zu 100 Sramm un» in Metallröhren bis zu 120 Gramm Inhalt. Monatsausweis des Einlagenstandes gegen Kassenscheine und Einlagsdücher der k. k. prto. Böhmischen Unionbank: Stand am 31. Oktober 1914 . K 82,382.781 89 Lrhte Nachrichten. Gegen Serbien. Wien, 4. d.: Amtlich wird verlautbar«: In weilerer Borrückung sind unsere Truppen südlich und südwestlich Schabatz neuerding« aus den Feind gestoßen. Der sofort angesetzte Angrijs schreitet günstig sort. Während der Kamps« aus der Romanja-Planina wurden insgesamt 7 Offiziere und 647 Mann gefangen, 5 Geschütze. 3 Mnnitionswagen, 2 Maschinengewehre und viel Munitions- und Kriegs-material erbeutet. Den Montenegrinern wurden über 1000 Stück Vieh, das sie aus Bosnien mitnehmen wollten, adgtnommcn. AuS Deutschland. B«rlln, 4. November. Meldung deS Wolff-burtaus: Großes Hauplquarlier, 4. November, 11 Uhr vormittags: Unsere Angriff« aus Dpres, nörd. lich Arra« und östlich Soision» schreiten langsam, aber erfolgreich sort. Südlich Berdun und in den Vogesen wurden sranzölische Angriffe abgewiesen. Aus dem östlichen Kriegsschauplätze hat sich mchlS wesentliches ereignet. Oberste HerrcSlti'.ung. Eingesendet. Anregung zugunsten des Roten Kreuzes. Vtrehrte Schriftleitung I Da schon wiederholt in Ihrem geschätzten Blatte darauf hingewiesen wurde, daß man der deutschen Sprache zu ihrem Rechte v rhelsen möge, indem man alles Unreine auS ihr entferne», das heißt kein Fremdwort mehr ge-,rauchen möge, so mach« ich den Borschlag, in jeder Familie ein« Strasdüchs« aufzustellen, in welche die Familienangehörigen sowohl wie jeder zu Besuch Kommende zwei Heller Strafgeld einzuwerfen hätte, zer im Lauf« deS Gespräches ober überhaupt ein französische» oder englische» Wort gebrauchen würde. Selbst bei Begegnungen auf der Straße könnten Strafgelder abgefordert werden. Es käme bei dieser meiner Anregung auch der Humor aus seine Rechnung, waS bei der ernst-traurizen Zeit nicht zu unterschätzen wäre. Bis Ende Jänner könnte die Strafzeit abgeschlossen und die Strasbüchsrn entleert werden. Ich übernehme e» gerne, die Münzen in Rollen von je 1 Krone zusammenzufügen, an die Sammelstelle deS Roten Kreuzes abzuliefern und das Ergebnis in der Deutschen Wacht bekanntzugeben. Ergebenst E. Ruch W. Herichtssnal. Ein gewalttätiger Ausziigler. Der 64jährige AuSzügler Jakob Cocej in Do-brova bei Cilli ist dem Truuke ergeben uud ein überaus gewaltiätiger Mensch. Zuhause ist er als AuSzügler in stetem Zanke nicht allem mit seiner Frau, sondern auch mit seiner Tochter und seinem Schwiegersohne Mari« .und AloiS Otorepec. Cocej äußerte sich im Monate Juli und August oftmals, daß er alle erschlagen werde und jagte hiedurch allen Hausgenossen derartige Furcht ein, daß zum Beispiel sein« Frau aus Furcht vor ihm oftmals b«i sremden Leuten übernachtet«. Am 17. August kam eS abrrmalS zwischen Cocej und Marie Oioro» per wegen des Frühstücks zn einem Streit«. Nach «inem Wortwechsel ergriff Cocej «in« Hacke und ver-setzt« damit seiner Tochter einen Schlag aus den Kopf, wodurch cr sie stark verletzte. AnsangS Juli dieses JahreS hatte Cocej in seinem Zimmer mit einigen Freunden eine Unterredung. Als si« aus den Throusolgermord in Sarajewo zu sprechen kamen, sagte Cocej: „Solch« Herren sind alle zu erschlagen, denn si« v«rursachen dem Reiche nur Kosten." Cocej hatte sich nun sowohl wegen seiner Handlungsweise gegenüber der Tochter als auch wegen der les^n-geführten Aeußerung vor dem hiesigen Kreisgericht» zn verantworten. Er wurde zu 18 Monaten schwer» i Kerkert mit einer Faste und hartem Lager alle 14 Tage verurteilt. vier gegen einen. Am 27. September weilte der Befitznssotm Johann Pider mit zwei Mädchen im Gastdause der Juli« Rtsnik in Mariagraz bei Tüffer, wohin auch die BesitzerSföhnt Franz Pintrr, Michael T«rs«k wA Johann Solar, sowie der Knkcht Anton Sni geko»-men wartn. Es kam bald zu tintm Streite, w („Spriugsield Republican".) — Vielleicht wrjijtfl bet Zar die Einnahm« von Berlin mir noch, ad! «r keinen Namen dafür finden kaun. Post'.) — „Dieser Krieg muß einmal zu idtl gehen ", versichert man unseren Baumwollpflaij«W aber unglücklicherweise sind unsere Banm»afl»fMM in derselben Lagt. („Columbia Statc".) - 8dl werden wir alle» umlernen müffen, weon der Schi vorbei ist und die Wahrheit herauskommt! LuM Ereignisse, die sich niemals ereigneten. Dispatch-.) - Wir waren niemals unserm 8»l fahren so dankbar sür ihre weise Vorsicht. «I Europa auszuwandern, als jetzt. („Wadash Dealer".) Nummer 83 Wucht Seite 7 Da « Merr! Das Meer! Der Brüssel«! Korre-i^ntxnt des „Berliner Tageblattes" schreibt: Brüsseler Freunde, die in Osteude den Einmarsch der deutschen kruppei, erlebt hatte», berichten mir: Alle» Volk von Ostende, da» einheimisch« und noch mehr das unzählig« fremde Volk d«r Flüchtlinge,- »itterte, al» dl- Vorhut »er deutschen Radfahrer auf dem Marktptatz hielt und iltyrang. Dir deutschen Soldat«» bemerkten kaum diese Furcht, denn sie wußten nicht, daß man sie wochenlang iM TIg«r und Menschenfresser verfchrien hatte. Die L«utschen wollten nur eine» sehen: da» Meer l Und so fragt«» kl« jeden Zivilisten dringend und lustig: .Da« Meer? Da« Meer? Wo ist die Nordsee Alle Leldaten sind dann schleunigst »um Strand heran • marschiert, und sie haben sich vor die Flut gestellt, die h jenem Tage gerad« sehr still war, und diejenigen, die vielleicht zum ersten Mal di« Nords« «rbli »üter anfährt und ansteckt. Dirsrr Ktlej wird d^n Er-f»rsch«rn der epidemisch auftretenden SeisteSkiankheiitn ehr viele merkwürdige Erfahrungen liefern." Bom Lkofakenhttr plaudert H. «. Heiland im »euen (zweiten) Hest d«r Är«na (Deutsch« BtrlagSAnstrlt, LtMtgart) folgendermaßen: Auf dem Papier ist die «opfftärke der «osakenhe«»- «in« recht bt'rächtlich«; sie foQtn im Frieden 60.000 Mann in» Feld stellen Konen, im Kri«g« 195.000—250.000. Ob daS heut« »och feine Richtigkeit hat. ist die groß« Frag«, d nn heule sucht sich der Kosak sriocn »rilitärischen Per-»Sichtungen möglichst zu «ntzihen, da d«r schwere Krieg«, dievst seinen wirtschaftliche» Nitdtrgang fast unrkltbar z»r Folge hat. Zum großen Teil sind di« Kosaken-regimenter direkt in die regulär« Armeen aufgenommen, ind zwar neunzehn Regimenter und fünf Batterien, l« Dienst de« Kosaken und die Organisation feiner Dienstzeit unterscheid«» sich nur wenig von der d«r ldrige» Truppes; sie beginnt mit den» achtzehnten Jahre, »t« ersten drei Jahre befindet si» der Kosak in der «Übereilung. I» dem ersten Jahre dieser Zeit ist er srei von allen Steuern und Abgab«», muß sich aber kisär eine Equipierung »«rschaffen, da» heißt Pferd, ««ehr und Kleidung. Im zweiten und dritten Jahr der Vorbereitung finden militärische Uebungen in den Dörfern und auch in gewiffen Militärlagern statt, ohn« daß der Kosak seine Heimat zu »erlasse« braucht. ES beginnt dann der Frontdienst, der in drei Ausgebet« ««rfällt; da« «rst« di«s«r Aufgebot« dient aktiv vier Jahre, ebenso wie der russische Kavallerist. Nach Ab-solvierung dieser Zeit kommt der Kosak in die zweite Kategorie, welche sich auf dauerndem Urlaub befindet und nur Uniform, Gewehr und Pferd bereithalten muß; dies« Kategori« «ntsprlcht vollkommen unsrer Reserve respcktiv« der Landwehr. In den letzten vier Jahren der Frontkategori« muß der Kosak nur noch Uniform und Gewehr bereithalten, aber er braucht kein Pferd mehr zu besitzen. Nach Perlauf von zwölf Iahren kommt er dann in die Ersatzkategorie und dann in die HcereSwehr. Alle« konrmt im Grunde auf dasselbe hinau« wie die Dienstregelung unsrer KavaZeristen, denn während der Zeit de« zweiten Aufgebote« muß der Kosak nur eine jährliche militärische Uebung ableisten, während de« dritten nur eine einzige, während er in der Ersatzkategorie über. Haupt keine Uebung mehr zu machen braucht. praktische Mitteilungen. Das Zerspringen d«r eisernen Os«n-platten verhindert man, so man bi«fclb«n vor Benützung de« Herdes nnd Heizen desselben tüchtig mit Speckschwarte abreibt. Schnittwunden und dergleichen heilt man schnell mit Arnikatinklur, indem man die Wund« damit benitzt und unter den Verband ein damit ge« tränltcs Leinwandläppchcn legt. FRITZ RASCH, gucmsbs, CILLI. Schrifttum. Ein handlicher Kriegsatlas ist soeben bei Brockhau» in Leipzig «rsch-enen. Für den billigen Preis von eine Krone bietet er nicht weniger als 24 in mehreren Farben ausgeführte Karten, vrr zeichnet sich nicht nur durch erstaunliche Reichhaltigkeit aus, sondern auch durch genane und übersichtliche Dar-stellung der verschiedenen Kriegsschauplätze, die die ganze Erde umspannen. BrockhauS' „KriegSatla« 1914" wird überall willkommen s«in, bei uns««« tapferen Truppen im Felde, wie daheim am Fami-lientisch, wo dir Heldentaten d.r Armee und Marine leuchtenden AugeS verfolgt werden Einen Begriff von der Reichhaltigkeit deS Alla« mag der Hinweis geb«n, daß d«n «uropäischen Gebieten 10 Karten ge-widmet sind, während die außereuropäischen Ge-bietsteile auf 14 Karten dargestellt sind. Auch «in genauer Plan von Paris mit sämtlichen Festungs-werken ist in dem „KriegsatlaS 1914" enthalten. Die „Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens", deren schmück«, in der gan zen Welt bekannte Bände eine Zierde jeder Bücher fammlung bilden und von den Abonnenten stet» mit Ungeduld erwartrt werden, hat eine Einrichtung g«. troffen, die bei allen Lesern große Freude bereiten wird. Sie beginnt in dem un« vorliegenden dritte» Bande mit der Veröffentlichung einer in einzelne Kapitel eingeteilten, aber in sich zusammenhängenden Geschichte deS Weltkriege« 1914, so daß die Abon« nenten ohne besondere Kosten aus diese Weise in den Besitz einer reich illustrierten Kriegsgeschichte vom Anbeginn bis zum hoffentlich recht glücklichen Ab« schl iß gelangen. Der übrige Inhalt bringt nach wie vor eine Auswahl von spannenden Romanen, Novellen, Erzählungen, belehrenden Aufsätzen usw.. so daß wir den Eintritt iu» Abonnement — der in echt rote Leinwand eingebundene Band kostet nur 75 Pfennig — jedermann dringend empfehlen können. ..Deutsch Österreich. Deutsche soziale Rundschau", eine Halbmonatsschrift für sreiheit-lichen Nationalismus und gesunde, gesellschastliche Entwicklung. Schristleitung und Verwaltung Wien 7 /2., Lerchenselderstraße 5. Bezugspreis vierteljährig 3 £. Der erste Artikel „Autwerpen — ein Ende und «in Anfang" von Ludwig Petwaidk bespricht d«n Fall d«r für uneinnehmbar gehaltenen Festung und kommt zu dem Schlüsse, daß mit dem F^.lle Antwerpen« die Bedrohung Englands nahegcrückt sei. Im zweiten Artikel „Bom Krieg- zum Wirt-schastSbilndnis" bespricht ReichSratsabgcordneterRafael Pacher den Plan. daS bi« jetzt «in militärische BündniS mit Deutschland auch auf da« wirtschaft-liche Gebiet auszudehnen und «rinn«rt yikbei an die interessanten seinerzeitigen Borschläge deS ehemaligen HandelSministerS Brück. R«ichSratSabg«ordn«t«r Jesser schreibt über „Deutsch Oesterreichs Pflichten", nimmt gegen die Zweifler, Nörgler und Unglückspropheten Slellung und erklärt eS für die Pflicht deS deutschen BürgertumS diesen Schwätzern ihr Handwerk zu lege». DaS äußerst aktuelle Thema: ..Die öst«r«i. chische Frau als Waisenpflegrrin in Fri«d«nS- und KricgSzeiten" bespricht OberlandeSgerichtSrat Hranz Janisch Im Abschnitt .Deutsch« BildungSarbeit" weist Bürgerschuldirektor Franz Brosch den Wert deS Krieges alS Volkserziehungsmittel nach. Die ständigen Rubriken „Kunst und Kultur" und „Der Schatzgräber" bringen wie immer so auch diesmal sehr gute Aufsätze. _ r—Mattnni'8 bewährtes Vor-S! czi.lv.l! beugungsmitisl. ' iessiiii ~ Sauerbrunn I BerMbliOrillkmi i = Druchaufträgc = In jeder beliebigen Ausführung bei massiger Preisanstellung. Postsparkasse Rechnung UÜ.iHX) Jnseratenaufträge für die Deutsche Macht werden nach billigstem Carif berechnet. Mcnmtf Nr. 21 ♦♦ Rathausgasse Nr. 5 r Seile 8 Deutsche Wacht Numme. 83 KriegfSversicheriiDg == des Ersten allgemeinen --------- Beamten Vereines Seit dem Jahre 1891, also nicht erst durch den gegenwärtigen Krieg veranlasst, trägt der Beamten-Verein für alle seit diesem Jahre abgeschlossenen Versicherungen, somit anch für jene, die während des Krieges eingegangen werden, die volle Kriegs^efalii oll il<* besonderen Antrag, ohne Kriegs- oder Zuscblagsprämie, ohn« Kürzung der Versicherungssumme, ohn« Festsetzung einer Wartezeit, ohne Unterschied, ob es sich um Versicherungen von Angehörigen des k. u. k. Heeres, der Ersatzreserve, der Landwehr oder Honved oder des Landsturmes handelt. Beim Beamten-Vereine kann jpdcrmuil n, gleichgültig welchen Berufes und Standes, versichern. Au«ktnft* kostenlos nnd obne Verbindlichkeit sOr den Anfragende doreti den Li»h»l-<"Mrhm» In __ Lehrjunge aus gutem Hause, mit guter Schulbildung und Kenntnis der deutschen und der slowenischen Sprache, wird sofort aufgenommen in der Spezerei-warenhandlung Artenjak & 8choste-ritsch in Pettau. I bis 2 möblierte ZIMMER mit Küche sofort zu mieten gesucht. Angebote an die Verwaltung des Blattes. 20sc4 In der Villa Parkhof ist eine Hochparterre-Wohnung mit 2 oder 3 schön möblierten Zimmern, Küche und Speiskammer sofort zu vermieten. Wohnung Roseggerring Nr. 10, II. Stock, vier Zimmer, Vorzimmer, Dienstboten-zimmer, Badezimmer, Küche, Speiskammer, Dachboden- und Kelleranteil nebgt kleinem Garten, kommt mit 1. Februar 1913 zu vermieten. Anzufragen bei J. Sucher, Haus-administrator der Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Zwei schöne Keller am Josefiberg bei der Villa Sima gelegen, sind preiswert zu vermieten. Anzufragen Hclzplatz Karl Teppey in Cilli. 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Nr. 103, gegebene Anzeigepilicht von ansteckenden Krankheiten allgemein in Erinnerung gebracht und insbesondere darauf verwiesen, dass auch Cholera* Verdacht, also Erkrankungen, die unter Cholera ähnlichen Erscheinungen erfolgen, sowie jede Art von Brechdurchfall in Cilli unverzüclich beim Stadtamte oder direkt beim Stadtarzte Herrn Dr. Gollitseh anzuzeigen sind. Zur Anzeige ist nach § 3 des zitierten Gesetzes verpflichtet: 1. Der zugezogene Arzt, in Kranken-, Gebär- und sonstigen Huma-nitätsanstallen der Leiter der Anstalt oder der durch besondere Vorschriften hiezu verpflichtete Vorstand einer Abteilung. 2. Die berufsmässigen Pflegepersonen, die mit der Wartung des Kranken besasst sind. 3. Der Hanshultungsvorstand (Leiter einer Anstalt) oder die an seiner Stelle mit der Führung des Haushaltes (der Leitung der Anstalt) betraute Person. 4. Die Vorsteher östentlicber und privater Lehranstalten und Kindergärten in Bezug auf die ihrer Leitung unterstehenden Schüler, Lehrpersooen und Schulbediensteten. 5. Der Wohnungsinhaber oder die au seiner Stelle mit der Obsorg« für die Wohnung betraute Person. 6. Inhaber von Gast- und Schankgewerhen sowie deren behördlich genehmigte Stellvertreter bezüglich der von ihnen beherbergten oder bei ihnen l^iensteten Personen. 7. Der Hausbesitzer oder die mit der Handhabung der Hausordnung betraute Person. 8. Der Totenfoeschauer. Die Verpflichtung zur Anzeige obliegt den unter Z. 2—7 bezeichneten Personen nur dann, wenn ein in der obigen Aufzählung unter Z. 1—6 früher genannter Verpflichteter nicht vorhanden ist. So der Wortlaut des Gesetze?. Die Anzeigepflicht tritt nach § 2 desselben Gesetzes (in, sobald 'he zur Anzeige verpflichtete Person weiss, dass ein anzeigepflichtiger Fill vorliegt oder dies mit Rücksicht auf ihre berufliche Ausbildung oder auf die begleitenden, für jedermann leicht erkennbaren Umstände voraoj-getzen kann. Die Anzeige hat unverzüglich, und zwar schriftlich, mündlich, telegraphisch oder telephonisch zu erfolgen. Für die Herren Aerzte und die Humanitätsanstalten wurden besondere Anzeige-Formularien hinaui-gegebeu; aber auch diese haben sich des Formulares nur insolerne za bedienen, als die vorgeschriebene Anzeige hiedurch nicht zweckwidrig verzögert wird. Wurde die Anzeige zwecks Vermeidung einer Verzögerung auf andere Weise bewirkt, so ist die Anzeige binnen 24 Stunden mittel« dieses Formulares zu wiederholen. Die Unterlassung der Anzeige unterliegt einer Geldstrafe bis za 100 K oder Arrest bis zu 8 Tagen. Ich spreche die zuversichtliche Erwartung aus, dass die Bekämpfung von Infektionskrankheiten überhaupt und insbesondere auch jene Jas Cholera die verständnisvolle Mitwirkung der Bevölkerung finden wird. Stadtamt Cilli, am 31. Oktober 1914. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Kundmachung. Die Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli teilt mit, daß der ZinZfnß für Spareinlage, auch für weiterhin mit 4 0 0 festgesetzt bleibt. Die Verzinsung der Einlagen erfolgt vom nächstfolgenden Werktage nnd mm mit dem, dem Behebnngstage vorausgehenden Werktage. I Die Rentensteuer wird von der Anstalt, wie bisher aus eigenen Mitteln bezahlt. J Auswärtigen Einlegern werden über Wunsch Postsparkassenerlagscheiue kostenfrei zn Verfügung gestellt. I Sparciulagebücher der eigenen Anstalt werden kostenfrei in Verwahrung genommen. Sparkasse der Stadtgemeinde Cilli. Schrift!,it>rr.g. Verwaltung. Druck und Verlag: VereinSbuchdnickerei „Celeja" in Cilli. - Verantwortlicher Leiter: Guido Echidlo.