Nr. 179. Pränumerationspreise: Kür Laibach: Ganzj. fl. 8 40: Allster, nng inö HallS vrtlj. LS kr. Mit der Post: Ganzjähr. fl. 12. Mlttwvch, 6. August 1879.— Morgen: Cajetan. JnsertionSpreise: Eia- _ _ ^ lvaltige Betitzeile & 4 Tr., bei i ö ft WA Wiederholungen ä 3 kr. An- JL1/ zeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Aus dem Parteileben Galiziens. Während in Prag unter dem Schleier des Geheimnisses jene Verhandlungen fortgesetzt werden, welche dem Phantom einer vvn den gemäßigten Elementen aller Fraktionen gebildeten Reichspartei eine gewisse materielle Grundlage verleihen sollen, liegen aus Galizien Nachrichten vor, welche keineswegs ermuthigend für die Pläne unseres Vermittlungsnunisteriums lauten. Wie unseren Lesern bekannt ist, stehen sich dort Ruthenen und Polen schon seit jeher als erbitterte Feinde gegenüber. Man hat zwar ehedem behauptet, daß die Ruthenen erst kurz vor dem Revolutionsjahre Achtnndvierzig vom Grafen Stadion erfunden worden seien. Aber das ist völlig unrichtig. Sowol der Sprache als auch der Consession nach ein von den katholischen Polen streng verschiedener Volksstamm, standen die zur griechischen Kirche gehörigen ruthenischen Bauern Galiziens zum polnischen Großgrundbesitze schon seit jeher in einem gewissen Gegensätze, der allerdings erst in den blutigen Bauernaufständen des Jahres 1846 seinen Ausdruck fand. Seit dieser Zeit haben sich die alten Gegensätze nicht gemildert, sondern wurden in unserer constitutionellen Aera auch auf das parlamentarische Gebiet übertrage«, wo die Ruthenen wol weniger aus innerer Ueberzeuguug, als vielmehr den'Polen zum Trotze sich als Anhänger des von den polnischen Föderalisten bekämpften Verfassnngsstaates bekannten. Doch galten ihre Sympathien weniger der Verfassung und der liberalen Verfassungspartei, als vielmehr den jeweiligen verfassungstreuen Regierungen, welchen denn auch die Ru* thenen als verläßliches Abstimmungsmaterial zur Verfügung standen. Seit der Aera Hohenwarts ist der Stern der Ruthenen im Niedergange. Schon die eisten direkten Reichsrathswahlen haben die Sitze der Polen in, Reichsrathe zu ihrem Schaden vermehrt, und als Minister Taaffe die Aufgabe übernahm, eine Mittelpartei zu bilden, welche zum Theile auch aus den früheren Gegnern des österreichischen Verfassungsstaates bestehen sollte,, wurden die Ruthenen vollständig beiseite gestellt. Hente ist, Dank dem vollständigen Siege der polnischen Partei, die rnthenische Bevölkerung Galiziens parlamentarisch mnndtodt gemacht und sieht mit Bangen einem Ausgleiche Taaffe's mit den Polen entgegen, welcher sie aller Voraussicht nach willenlos in die Hände ihrer alten Gegner überliefern soll. Mit der Milch regiernngsfrommer Denkungsart aufgesäugt, besitzen zwar die Ruthenen nicht das Zeug, um den Vermittlnngsplänen der Regierung eine energische Opposition zu bereiten. Aber eben deshalb verdienen auch die zahmen Erklärungen Beachtung, in welchen der ,,Slowo", das Hauptorgan der Ruthenen, seine Stellung zu den zwischen den Polen und den Czechen schwebenden Ausgleichsbestrebungen markiert. „Die rnthenische Nation — schreibt das erwähnte Blatt — „verlangt von der Regierung nichts anderes, als die Gleichberechtigung in Schule und Amt und freie Entwicklung auf ihrem heimatlichen Boden. Diese unsere Forderung sollten mich die Czechen als Slaven unterstützen, wenn sich dieselben in der That als Slaven fühlen, wie dies ihre Organe immer demonstrativ hervorheben. Die Czechen vergessen aber, sobald sie irgend eine Bedeutung im Staate erlangt, ans die übrigen Slaven und opfern gern die Schwachem den Stärkern, wie dies Hohenwart mit den Ruthenen den Polen gegenüber gethan. Heute scheinen die Czechen ebenfalls unsere Nationalität den Polen als Ausgleichspreis aufopfern zu wollen. Die ezechische Slaven-liebe wird sich erst dann in ihrer ganzen Nacktheit zeigen, wenn dieselben Czechen mit den Magyaren paktieren und ihre slavischen Brüder in Ungarn preisgeben werden. Daß eine solche Eventualität sehr leicht möglich ist, ersieht man aus d«g£W Kokettieren des „Pokrok" mit dein „Pester Lloyd." Wir sind daher genöthigt", schließt der Artikel, „dem Herrn Rieger uud seinen politischen Freunden zu erklären, daß sie die Wohlfahrt der Slaven nur im Munde führen, und daß es ihnen um die Gleichberechtigung der Slaven nur insoferne zu thun ist, als ihnen dies zur Förderung ihrer egoistischen Interessen nothwendig erscheint. So lange uns die föderalistische Politik auf Gnade und Ungnade unfern ewigen Gegnern (den Polen) ausliefert, können wir dieselbe natürlicherweise nicht aceeptieren." Angesichts dieser Ausführungen ist es wol nicht nothwendig, darauf zu verweisen, daß sich ihre Spitze nicht mir gegen die czechisch-polnischen Föderalisten, sondern auch gegen eine Regierung kehrt, welche sich mit Unterstützung der letzteren im Amte zu erhalten strebt. Und dieser Moment kommt wol in Betracht bei einer Nationalität, der man gewiß keine Opposition uni jeden Preis zum Vorwurfe machen kann. Daß sich aber die Polen vom Grafen Taaffe nicht etwa durch einzelne Zugeständnisse gewinnen lassen werden, welche allenfalls den Ruthenen keinen Grund zu den ernsteren Befürchtungen geben konnten, geht aus einem Artikel der polnischen „Gazeta Narodowa" hervor. Von dem richtigen Satze ausgehend, daß es dem Grafen Taaffe in erster Linie um die Bildung einer parlamentarischen Majorität für die Ocm» pationspolitik des Grafen Andrassy zu thun ist, zu welcher auch die Polen herbeigezogen werden sollen, erklärt das Leinberger Blatt, daß sich der Polenklub diesmal nicht durch kleine Concessionen ködern lassen und auch nicht kleiner Concessionen halber den nationalen und autonomistischen Frac-tionen den Rücken kehren werde, wohl bewußt, daß er gemeinschaftlich mit diesen Fraktionen die Kraft besitzt, eine wahrhaft antonomistische Majorität heranzubilden. Wenn aber das geschehe, Feuilleton. Die Geheimnisse der Residenz. Nachtstücke aus dem Leben. Roman von F. Klinck. (Fortsetzung.) „Sie, Sie?" fragte die Frau und trat abermals einen Schritt weiter zurück. „Ja, ich bin es, Sie fürchten sich wol vor mir? O, ich nehme Ihnen das gar nicht übel, betrachten Sie mich nur getrost mit Blicken des Abscheus, Sie haben alle Ursache dazu. Nur, bitte, führen Sie mich hinauf, Sie können mich ja begleiten, gute Frau, nur einen kurzen Augenblick — o, ich bitte Sie, üben Sie Barmherzigkeit an mir. Ich will nur etwas sehen, o bitte, gehen Sie mit mir." „Ich will den Schlüssel holen, Fräulein; aber Sie dürfen mich nicht verrathen, daß Sie droben gewesen, Sie müssen erst, glaube ich, dem Errichte davon Anzeige machen, ehe Sie hineindürfen — ich kenne das nicht.“ „O mein Kind, was soll denn aus dir werden?" murmelte Helene, das kleine Wesen fest an sich pressend. „Wer wird sich deiner erbarmen? Ob er es thut? O Arnold, dir, dir vertraue ich es an, du wirst über das einsame Geschöpf wachen um deiner Liebe willen, die du einst für mich hegtest. Ach, mein Kopf, mein armer Kopf! Vielleicht sagt man es nicht mit Unrecht, wenn man jetzt behauptet, ich sei irrsinnig. Ich fühle, meine Kräfte verlassen mich." Die Frau eilte jetzt Helenen voran die Treppe hinauf, diese folgte wankende» Schrittes, der nächste Augenblick gab ihr Leben oder Tod — ein Leben voll Schande und Verachtung ertrug sie nicht. Droben blieb sic einen Augenblick zu Tode erschöpft stehen, es flirrte und flimmerte ihr vor den Augen. „Soll ich Ihnen Ihr Kind abnehmen?" fragte die Frau mitleidig. „Mein Kind? O nein, lassen Sie mir mein Kind, ich möchte es gerne so lange wie irgend möglich behalten." Die Frau schüttelte den Kops, dann faßte sie Helene unter den Arm. Jetzt stand sie drinnen im Gemache, Helene sah sich um — ja, der eichene Schrank mit den Engelsköpfen war da. Wie Feuer flog eS ibr plötzlich durch die Adern, als sie das Fach, m welches sie den Trauschein gelegt, geöffnet fah; ein Druck auf die Feder,. und sie konnte hineinblicken. Aber sie fand nicht den Muth, langsam, mit zögernden Schritten näherte sie sich dem Schranke, sie mußte doch den Zweifel beenden, besser Gewißheit als Zweifel. Jetzt griff sie hinein in das Fach — sie stieß keinen Schrei aus — und doch kam die Hand leer zurück, keine Spur eines Papiers. „Also dies eine mal hat er doch nicht gelogen," sagte sie leise, „diesmal sprach er die Wahrheit. Wir wollen jetzt wieder gehen, gute Frau," fuhr sie, zu dieser gewendet, ruhig fort, „ich weiß, was ich wissen muß. Wollten Sie mir nicht für ein paar Stunden mein Kind bewachen, ich habe keine verwandte Seele hier, mein einzig lebender Verwandter, der Lieutenant Donitz, ist in St. in Garnison." „Nein, Fräulein Helene, Lieutenant Donitz war zum Begräbnisse Ihrer Tante hier und hat dann würde auch die verfassungstreue Opposition der Bildung einer sogenannten Reichspartei mit ruhig in den Schoß gelegten Händen zusehen und dafür die Grundlagen zu einem Ausgleich mit den Polen uud Czechen zn gewinnen suchen. Auf den Schlußsatz dieser Ausführungen wollen wir hier deshalb nicht entgehen, weil die Frage eines Ausgleichs zwischen der Versassnngspartei und den nationalen Föderalisten noch lange nicht so spruchreif ist, um als actuelle Angelegenheit behandelt werden zu können. Dagegen haben wir in Nebeneinander-Haltung der citierten Jourualstimmen aus Galizien zu betonen, daß die Bestrebungen des Grafen Taaffe in Galizien ganz dasselbe Resultat zur Folge hatten, wie in den übrigen Kronländern der Monarchie. Sie haben weitgehende Hoffnungen der Verfassungsgegner erweckt, ohne dieselben erfüllen zu wollen, müssen aber gleichwol auch solchen Elementen Mißtrauen einflößen, welche bisher noch jedem versassungstreueu Ministerium zur Verfügung standen. Heute gilt das offene Mißtrauen der Rutheuen nur den nationalen Föderalisten, es wird sich aber nothwendig auch gegen jede Regierung kehren, welche sich als Gönner der letzteren entpuppt. Vom Mißtraue« zur Opposition ist aber nur ein Schritt, und in diesem Falle würde es wol einem Ministerium, das selbst die Ruthe-nen gegen sich hat, sehr schwer werden, sich noch immer auf seine angebliche Verfassungstreue zu berufen. Zur Novibazar-Frage. Nach einer Meldung der „Deutschen Ztg." soll betreffs der österreichischen Expedition nach Novibazar zwischen dem türkischen Bevollmächtigten Husui Pascha und dem österreichischen Repräsentanten bereits eine Vereinbarung in allen wichtigeren Punkten erzielt sein. Eine Hauptschwierigkeit der Verhandlungen habe die Bequartieruug der Truppen verursacht. Der Koran verbietet nämlich den muselmanischen Frauen das Wohnen mit Christen unter Einem Dache. Um dieser Schwierigkeit aus dem Wege zu gehen, wurde vereinbart, daß für die k. k. Truppen eigene Häuser gemiethet, nötigenfalls, namentlich aber, wenn keine Wohnhäuser hiezu disponibel waren, Baracken gebaut werden. Der Gewährsmann der „D. Ztg." ist der Meinung, daß die Regiernngs-kommissäre mit ihrer weitern Thätigkeit bis Mitte August fertig sein werden und der Einmarsch der Truppen in der zweiten Hälfte dieses Monats erfolgen werde. Wenn sich die erwähnte Meldung bestätigt, so werden in nächster Zeit die offiziöse» Organe gewiß nicht ermangeln, mit Genngthuung zu con- seitdem die Stadt noch nicht verlassen. Aber wenn Sie mir das Kind ein paar Stunden hier lassen wollen, so nehme ich das gerne an, ich will schon dafür sorgen, daß es nicht zu Schaden kommt." „Mein Vetter ist hier?" fragte Helene, und noch einmal glitt ein Lichtstrahl über ihr Antlitz (— wenn er den Trauschein hätte? O, bitte, sagen Sie mir, wo ich ihn treffe." „Im Osten'schen Hotel, Fräulein Helene. Aber wollen Sie nicht irgend etwas aussetzeu? Ich kann Ihnen zwar nichts von'meinen Sachen anbieten, aber ich glaube, es würde nicht so auffallen, als wenn Sie so durch die Straßen der Stadt gehen." „Ach ja, sein Sie so gut und geben Sie mir etwas, nur vielleicht auf eine Stunde. Es ist gleichviel, was es ist — eine Sterbende ist nicht eitel." Die Frau sah Helene verwundert an, aber sie begriff sie nicht, sie glaubte, das arme Mädchen sei wahnsinnig, und theilte dies auch ihrem Manne »in, nachdem Helene das Haus wieder verlassen hatte. Diese eilte mittlerweile dem bezeichnten Hotel flattere«, daß nunmehr alle Bedenken betreffs der materiellen Verpflegung der Occupativiistruppm beseitigt sind und daß man den Einmarsch mit möglichster Schonung der nationalen Eigenthüm-lichkeiten des Landes bewerkstelligen werde. Ob aber darin schon eine Garantie dafür liegt, daß die Occnpaüon des Aruautliks Novibazar ohne alle Hindernisse seitens der Bevölkerung vor sich gehen werde, ist eine Frage, die wir keineswegs im zufriedenstellenden Sinne zu beantworten wagen. Wir verweisen hier namentlich auf ein Telegramm der „N. fr. Pr." aus Janina, nach welchem alle Anzeichen dafür vorhanden sind, daß die Albanesen dem Einmärsche der österreichischen Truppen den äußersten Widerstand entgegenznsetzen beabsichtigen. In dieser ihrer Absicht sollen sie durch Italien bestärkt werden, das sie antreibt, nachdrücklichst auch ihre Autonomie zu fordern und so gleichzeitig einen Schlag gegen Oesterreich uud die Pforte zu führen. Es soll auch bereits ein italienischer Prinz als Fürst vou Albanien in Vorschlag gebracht worden sein. Nach solchen Prämissen zu urtheiku, wäre cs mehr als wahrscheinlich, daß die Fortsetzung der Oceupationspolitik durch den Einmarsch nach Novi-Bazar Oesterreich, abgesehen von den uuausbleiblicheu Kämpfen mit den benachbarten arnautifcheu Stämmen, auch einen ernsten Conslict mit Italien zur Folge haben wird. Ob wir aber derzeit in der Lage sind, alle Folgen eines solchen Conflictes ohne Besorgnis an uns herantreten lassen zu können, dürfte selbst der vertrauensseligste Vertheidiger der österreichischen Oceupationspolitik wol kaum mit voller Beruhigung zugunsten des bevorstehenden Einmarsches in das Arnautlik entscheide» können. Die Erneuerung des ungarisch-kroatischen Ausgleichs wird, nach den einleitenden Verhandlungen zu urtheilen, einen nicht minder umfangreichen Schriftwechsel durchzumachen haben, wie wir demselben bei Gelegenheit des österreichisch-ungarischen Ausgleichs begegueten. Der erste Schritt hiefiir liegt im Nuntium der kroatischen Regnieolardeputation vor, welche unter Hinweis darauf, daß Krvazien durch seine bisherige Beisteuer zu dem gemeinsamen Budget des Königreichs Ungarn allzusehr ausgebeutet worden sei, in finanzieller Beziehung günstigere Ausgleichsbediiigunge» fordert, als sie dem Gesetze vvm Jahre 1808 zugrunde tage». Zu diesem Zwecke wird verlangt, daß die Ei»-kommenserträgnisse ans der proviiizialisierten Militärgrenze dem Bruttv-Eiukomme» Kroaziens zugewiesen und auf diese Weife die für die auto- zu, und kaum eine Viertelstunde später stand sie vor der Thür des Zimmers, welches man ihr als Arnold Donitz' Wohnung bezeichnet hatte. Helene dachte nicht daran, anzuklopfen, unangemeldet überschritt sie die Schwelle. „Helene!" rief Arnold fast so erschreckt ans, als erblicke er einen Geist. „Helene, du bists?" „Ja, Arnold", versetzte sie. „Du wunderst dich wol, daß ich zu dir komme, aber ich habe keinen ändern Freund als dich. Arnold, weißt du schon, daß ich ein verlorenes und verworfenes , Geschöpf bin? Weißt du schon, daß —" „Helene, armes Kind, sprich nicht so", entgegnen Arnold, über ihr verworrenes Aussehen bestürzt. „Wer wird dir je so etwas vorwersen? Was ists, das dich so aufregt ?" „Nur eine Frage beantworte mir, Arnold: Hat Tante Liesing dir meinen Trauschein gegeben?" ,,Nein", antwortete Arnold verwirrt, um im nächsten Augenblicke die Aussage zu bereuen. „Ich weiß genug", sagte Helene ruhig, „es hat wol so sein sollen. Arnold, ein Leben voll Schande ertrage ich nicht, und mir wird nichts anderes übrig bleiben, das weiß ich. Ich habe nomen Zwecke des dreieinigen Königreichs verfügbaren Fonds entsprechend erhöht würden. Liegt es nun klar auf der Haud, daß Ungarn bei seinem derzeitigen Deficit sich schwerlich herbeilassen wird, in eine Schmälerung der gemeinsamen Einnahmen zugunsten Kroaziens zu willigen, so darf »in so mehr vorausgesetzt werden, daß die kroatischen Forderungen auf Erhöhung der Autonomie des Landes unter gleichzeitiger Vermehrung seines territorialen Umfangs in Pest als völlig unannehmbar zurückgewiesen werde» dürften. Das kroatische Nuntium stellt nämlich das Verlange», die ungarische Deputation möge sich für „die administrative Vereinigung der proviuzialisierten Militärgrenze mit dem Mntterlande" derart engagieren, daß sie, die Thatsache der Reineorpo-rimtiig der Grenze anüeipierend, „den neuen finanziellen Ausgleich auf Grundlage der administrativen Vereinigung feststelle." Was sonst noch zur Durchführung der Einverleibung nothwendig, könne sodann den beiderseitigen Regierungen überlassen werden. Mit anderen Worten ausgedrückt, will also Kroazien einen Präeedenzsall ans finanziellem Gebiete herbeiführen, dessen weitere politische Folgen in Bezug auf die Vergrößerung des dreieinigen Königreichs früher oder später gezogen werden müßten. Da man aber in Pest fest entschlossen ist, den Kroaten keine über das Gesetz von 1868 hinausgehenden Zugeständnisse zu machen, nnd man insbesondere jeder Erweiterung der politischen Rechte Kroaziens völlig abgeneigt ist, so wird dem erwähnten Nnntinm eine durchwegs abschlägige Antwort zntheil werden, wenn man es vonfeite der ungarischen Re-guicolardeputatiou nicht überhaupt vorzieht, einfach darauf zu verweise», daß die Behandlung von Fragen politischen Inhalts über ihre Vollmacht hinausgeht und sie daher auch die von den Kroaten hiezu gegebene Anregung unberücksichtigt lassen müsse. * * * Der Brünuer „Tagesbote" erklärt gegenüber einer officiösen Korrespondenz der „Angsb. Allg. Ztg.", welche meint, Graf Taaffe brauche nur die Werbetrommel zu rühre», da»» werde der Zndraug ciit großer werden, daß selbst der ftiiib der Liukeu und der Rest der verfassungstreuen GroiMNitv-besitzer am wenigsten geneigt seien, dem R»se der Werbetrommel zu lausche». Boiu Klub der Linken könne behauptet werden, daß er sich zur 9tnchgie= bigkeit in vielen Punkten entschlossen hätte, wenn nicht die Action eingeleitet worden wäre, die Oesterreich Experimenten entgegensührt, welche die bisherigen stabilen Zustände gefährden müssen. Was der Klub der Linken dem früheren Ministerium zu- feitt Beweismittel mehr, daß ich die rechtmäßig angetraute Gattin des Grafen bin. Den Trauschein hat er der alte» Frau abgenommen, die Eintragung im Kirchenbuche ist vom Küster vernichtet, der alte Pastor tobt und die beiden Zeugen sind erkaufte Kreaturen. Schüttle nicht den Kopf, Arnold, du kannst vielleicht so viel Schlechtigkeit nicht begreifen, aber es ist dennoch in Wirklichkeit alles genau so, wie ich es dir sage — ich bin ein verachtetes Geschöpf; mein Kind, mein armes, schuldloses Kind wird stets ein Stein des Anstoßes in der Welt fein." Arnold war aufgestanden, vielleicht war ihm der Entfchkuß, den er gefaßt hatte, nicht so leicht geworden, denn der Kampf, den er durchkämpfte, ließ sein Amtlitz erbleichen. „Ja, Helene, ich glaube alles, was du da sagst; ich halte den Mann, dem du vertraut hast, aller dieser Schandthaten fähig, und ich bin auch überzeugt, daß wir nicht viel erreichen, wenn wir eine gerichtliche Untersuchung der Sache einleiten. Der Monn steht hoch in der Gunst des Königs, und wenn er wirklich nicht alle Beweismittel deiner Verheiratung mit ihm an sich gebracht hat, so gestanden hätte, das wird er einem Ministerium Taaffe nicht zugestehen." * * Die offiziöse „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" malt der liberalen Opposition zur Abwechslung wieder einmal das Schreckgespenst eines Rücktrittes des Fürsten Bismarck an die Wand. Bekanntlich wiederholen sich diese Drohungen in allen solchen Fällen, in welchen die liberalen Parteien anderweitigen Beweisgründen für die Vortrefflichkeit der Kanzlerpolitik nicht recht zugänglich sind. Im vorliegenden Falle wird nun vom Leiborgane Bismarcks behauptet, man dürfe nur ja nicht glauben, daß der Reichskanzler durchaus im Amte bleiben wolle; er würde im Gegeiitheile eine Ablösung von seinem Posten mit Freude begrüßen. Er sei körperlich müde und die Opposition ärgere ihn zu viel, denn sie habe keine feinen Formen und beleidige ihn fortwährend. Dann platzt das offiziöse Organ mit der Frage los: „Also heraus mit der Sprache, ihr Herren tioni linken Flügel: Wie heißt der Mann, der ein des Kanzlers Stelle treten soll?" Letztere Frage ist nicht übel berechnet. Denn nachdem Fürst Bismarck überhaupt keinen begabten selbständigen Charakter an seiner Seite duldet, ist es leider eiue Thatsache, daß man während der Lebzeiten dieses seltenen Mannes kaum einen Ersatz für denselben in der Leitung der Staatsgeschäfte finden wird. Wie die Eiche kein Unterholz duldet, so hat auch Bismarck keinen Rivalen aufkommen lassen. Tritt er aber einmal wirklich vom Amte zurück, so hätte selbst der tüchtigste Nachfolger unter einem Vergleiche zu leiden, welcher im Hinblick auf die großen äußeren Erfolge seines Vorgängers nur zu seinen Ungni,sten laute» kann. Und darauf hin sündigen die Offiziösen, während tie Nachgiebigkeit der Liberalen in allen Conflicten mit dem Reichskanzler das Vertraue» rechtfertigt, mit welchem die Regie-rnngSpresse im entscheidenden Momente immer zur Rncktrittsdrohung Bismarcks, als unfehlbarem letzten Mittel, die Zukunft nimmt. Wird es auch jetzt helfen? — Sehr wahrscheinlich. * * * Nach den Pnblicationen des „Reichsanzeigers" ist Feldniarschall Mantenffel zum Statthalter von Elsaß-Lothringen und Herzog zum Staatssekretär des Ministeriums für Elsaß-Lothringen mit de», Range eines Staatsministers und dem Prädieate Excellenz ernannt worden. Die einzelnen Ressorts werden von den Unterstaatssekretären Pommer-Esche (Inneres, Cultus und Unterricht), Generaladvokat von Puttkammer (Justiz) und vom baierischen Ministerial-rath Mayr (Finanzen) verwaltet werden. * . * *• » würde er dennoch durch alle möglichen Bestechungen zum Ziele gelangen. Helene, es gibt Menschen, die dich mit scheelen Augen ansehen werden; es ibt aber auch viele, die in dir das erblicken, was u wirklich bist — das arme betrogene Opfer. Du weißt. Helene", fuhr er innig fort, „daß ich dich von Kindheit an geliebt habe, du weißt auch, daß ich dich heute noch liebe. Fühlst du, daß du mir eine treue Gattin werden kannst, so willige ein, mir deine Hand zu reichen, und ich werde für dein Kind sorgen, wie für mein eigenes. Betrachte dich als eine geschiedene Frau, denn das bist du, obgleich Priesterhand das Band nicht getrennt, welches fte knüpfte." Er hielt inne und sah sie forschend an. Kein Zug ihres Gesichtes veränderte sich — nicht die leiseste Spur verrieth, wie sie über diesen Vorschlag dachte. „Arnold, du bist der edelste, großmüthigste Mann", sagte sie mit Thränen in den Augen, „und ich beklage, daß ich dir so viel Herzensgute nicht vergelten kann. Aber ich müßte in der That eine Verworfene sein, wollte ich dein edles Anerbieten mir zunutzen machen. Nein, so schwach vm ich nicht. Habe ich mich vergangen, als ich Nach neueren Berichte» über das Programm des ehemalige» Großveziers Khereddin ist letzterer von dem Vorwurfe nicht ganz freizusprechen, daß er durch die Maßlosigkeit seiner Forderungen den an seinem Sturze arbeitenden Jntrigueu der Gegner selbst Vorschub geleistet. Sei» vom Sultan abgelebtes Programm enthielt nämlich nicht nur die berechtigte Forderung, daß die noch rückständigen Punkte des Berliner Tractates, also die Regelung der türkisch-griechische» Frage und die Einführung von Reformen in Anatolien, so schnell wie möglich erledigt werden, sonder» Kheredoi» verlangte auch, daß er wenigstens fünf Jahre auf feinem Posten verbleibe und daß während dieser Zeit es zur Ausführung der Regiernngsbefchlüsse keines kaiserliche» Jrades bedürfe. Die Annahme dieser Bedingung würde einer Abdankung des Sultans sowol als weltlichen Herrschers wie als Khalisen gleichgekommen sein. vermischtes. — ZurHerabminderungdesHeeres-aus tu Hildes. Wie man ans Graz meldet, hat der dortige Stadtrath von mehreren cisleithanischeii Stadtvertretungen bereits die Mittheilung erhalten, daß dieselben sich der vom Grazer Gemeinderathe an das Abgeordnetenhaus gerichteten Petition wegen Herabminderung des Heeresaufwandes und Ausdehnung des Freiwilligeninstitutes anschließen werden. — Auch ein Mittel, die rumänische Juden-frage zu löse», ist von Dem Londoner „Jewish Chro-uicle" entdeckt worden. Das genannte Organ fordert alle Juden in der ganzen Welt auf, einen allgemeinen Buß- und Bettag zugunsten ihrer rumänischen Glaubensgenossen abzuhalten. — Rußland in Noth. In russischen Regierungskreisen werden gegenwärtig Maßregeln betreffs der Einziehung der Klosterreichthümer zugunsten des Staates besprochen, und zwar sollen die laufenden Einkünfte, die sich jährlich zusammen auf mehr beim drei Millionen Rubel belaufen, in die Regierungskasse fließen. — Die Straße»uusälle in London. Der Verkehr auf den Straßen einer Stadt von 3‘/z Millionen Bewohnern läßt sich durch Worte schwerer als durch Zahlen beschreiben. Man muß bedenken, daß die Zahl der Omnibusse, die täglich in London verkehren, 1400, die der Droschken gegen 50,000 beträgt, wozu noch die Unmasse Equipage», Lastwagen und anderes Fuhrwerk kommt. In der City, welche nur von ungefähr 70,000 Menschen bewohnt wird, verkehren in den Geschäftsstunden gegen eine Million Menschen Eine der verkehrsreichsten Stellen ist London Bridge, sie wird tag- zu viel vertraute, so will ich auch allein meine Schuld abbüßen, aber niemals deinen Namen und deine Stellung durch mich gefährden. Du weißt nicht, wie hoch mich deine Worte emporheben, es ist ein seliges Gefühl, das sich in mein Herz hinabsenkt, und dächten alle Menschen nur den kleinsten Theil so edel — ich glaube, es könnte noch einmal Friede bei mir werden. Aber eins nehme ich an, Arnold, ich stehe zu dir, daß du meinem Kinde, wenn es mich früher oder später verlieren sollte, ein treuer Vater fein willst. Erbarme dich des schuldlosen Wesens, damit es nicht für die Mutter büßen muß. Willst du?" »Ja, ich will es, Helene, wenn dich das Versprechen beruhigt — ich schwöre dir, daß ich stets für dein Kind sorgen will nach besten Kräften", sagte Arnold feierlich. „Und nun quäle dich nicht mehr mit düsteren Gedanken, armes Kind, es kann noch alles gut werden. Wünschest du hier zu bleiben, dein väterliches Erbtheil sichert dir ja dein reichliches Auskommen, wo nicht, so bestimme einen anderen Ort und ich werde dir dort eine Freistätte schaffen.1' (Fortsetzung folgt.) lieh von 20,000 Wagen uud fast 200,000 Men« scheu passiert. Daß bei so starkem Verkehre von Wagen und Fußgängern jene das Leben der letzteren in London oft gefährden, das lehrt uns folgende Unfallsstatistik, welche von der Londoner Polizei ausgestellt ist. Danach wurden durch Ueber-sahren Personen überhaupt getödtet: 1874 124, 1875 87, 1876 130; verletzt: 1874 2568, 1875 2704, 1876 2740. — Hitzige Debatten. Bei der letzten Revolution in Hayti fand in der gesetzgebenden Versammlung ein Vorfall statt, der, tragikomisch, wol alles übertrifft, was bisher in den hitzigsten Kammerdebatten geleistet worden ist. Der eigentliche Anlaß des Vorganges ist noch nicht bekannt, aber es scheint, daß Herr Petit Canal, ein Bruder des Präsidenten, von einem Herrn de Lorm, einem anderen Mitgliede der Versammlung, tödtlich beleidigt wurde und daraus sofort einen Revolver zog und feine» Gegner kurz und gut »iederschoß. Darauf zöge» die übrige» Mitglieder auch ihre Revolver, und die beiden Parteien erössiiete» ein lustiges Feuer auseinander. Es muß gut geschossen worden sein, denn vierzig Mitglieder wurden kamps- und redeunfähig gemacht. Damit war es aber noch nicht aus, denn das Publikum von außen mischte sich in den Kampf und setzte das Gefecht fort, und dann kam die Polizei und machte auch mit. Zu dieser Zeit war auch der Präsident des Senats bereits gefallen, und es hatte den Anschein, als ob die ganze hohe Körperschaft sich gegenseitig aufreiben würde, als Truppen heranrückten. Diese feuerten mit einer Mitrailleuse ohne Wahl noch Qual ins Gelag hinein und machten den Schluß mit einigen Granatschüssen. Dann war wieder Ruhe in Port« an-Prinee, und man begrub die Tobten. Wenn man nun auch drei Viertheile dieser Schilderung amerikanischer Phantasie und Uebertreibung zugute schreibt, bleibt noch genug übrig, um diese Parlamentsschlacht als ein Unicum hinzustellen. Lokal-un-provin)ial-Ängelegenheiteu. — (Der Zirknizer See) ist gegenwärtig im vollen Ablaufen begriffen, ein großer Theil feines Bodens ist bereits trocken, und wenn die jetzige günstige Witterung anhält, so wird noch im Laufe dieser Woche der Seespiegel dein üppigen Grün des Wieslandes Platz gemacht haben, mit Ausnahme einer kleinen Seefläche, die nie allfließt und als beliebter Brntplcitz der Enten den Jagdfreunden reiche Ausbeute gewährt. Nunmehr bietet der Fischfang ein anderwärts nicht vorkommendes, sehenswertheS Schauspiel dar, indem die Fische, auf die wenigen Rinnsale der in den Seeboden sich ergießenden Bäche beschränkt, in den großen Sauglöchern des Sees, wo sich das Wasser in dem Erdboden verliert, in großer Menge sich aufammeln, daher die Fischerei besonders in diesen Wassertrichtern jetzt betrieben wird und eine sehr reiche Ausbeute liefert. Außerdem bietet die Umgebung von Zirkuiz dem Naturfreunde eine Fülle der interessantesten Natur-Merkwürdigkeiten, wozu wir außer den Spei- und Sauglöchern an der Umrandung des Sees die in ihrer Art einzigen Naturbrücken im St. Kanzianer Walde nebst den dortigen Ausbrüchen der Zirknizer Gewässer und deren Verschwinden in einer großartigen Grotte rechnen. Nicht minder als der Zirt* nizer Thalboden verdient auch das benachbarte, höher gelegene Laaserthnl von den Touristen mehr berücksichtigt zu werden, als es bisher der Fall gewesen ist. Der Felsschlund der Golobina, in den sich die Gewässer des Laaser Thaies ergießen, um nach kurzem unterirdischen Lause wieder im Zirknizer Thale zutage zu kommen, ist das Werk einer großartigen Wassererosion; nicht weit von der Bezirks-straße nach Laas, unter dem Kreuzberge, liegt die ausgedehnte Podlaaser Grotte, die in einzelnen Partien mit der Adelsberger Grotte wetteifert, sie aber sicherlich an Reichthum der daselbst abgelagerte» Höhlenbärenknochen übertrifft. Gegenwärtig weitt dmt Hojrath Hochstetter, um das im Vorjahre für das Hofkabinet gesammelte Materiale von Höhlenbären durch andere Thierreste anS der Diluvmlzeit, die sich dort ebenfalls vorfinden, z» vervollständigen. Schließlich ist der im Süden des Laaser Thales sich erhebende Krainer Schneeberg mit seiner lohnen vcn Aussicht auf die Adria und die Insel» des CUmmero einerseits, anderseits auf den weiten Alpenkranz, der das Gesichtsfeld von der italienischen @bcne an bis zu den Dinarischen Alpen in ununterbrochener Reihe begrenzt, ein alpiner Punkt ersten Ranges, dem kaum ein anderer in Oesterreich an die Seite gestellt werden kann. Für gute Unter-fuiist der Touristen in diesen beiden Thälern ist so ziemlich vorgesorgt, namentlich verdient das erst in jüngster Zeit neu erbaute Gasthaus des Herrn Millauz „zum Zirknizer ©ec" in dem Marktflecken Zirkniz, mit allem Comfort ausgestattet, den Touristen bestens anempfohlen zu werde». — (Eine empfindsame Seele) fühlie| sich durch unsere Kritik des ersten Singabends der Laibacher Liedertafel so schwer gekränkt, daß sie an unseren Redacteur folgende Korrespondenzkarte schickte: „Sie hätten auch in Graz oder von wo Sie sonst hergelaufen sind, bleiben können, statt hier so aufgeblasene Kritiken zu schreiben, wie letztens über die Laibacher Liedertafel. Für Freikarten — Grobheiten, das ist wol rechte Jonrnalistenart? Wir werden uns das für die Folge merken — Wenn Sie von allem so viel verstehen, wie von Musik, so kann sich Laibach gratulieren. Schweigen Sie uns meinetwegen tobt, wir husten Ihnen darauf, aber mit solchen Kritiken bleiben Sie fein zu Hause, es muß Ihnen ohneöem am wohlsten sein in der — Kothgasse!“ Das liebenswürdige Billetcheu ist mit „I. von Snchin" gezeichnet, offenbar ein Pseudonym, welches der sein-gebiloete Autor deshalb wählte, weil er sich vor sich selbst schämte, oder aber, Weil er glaubte, daß eine Roheit weniger roh ist, wenn man sie unter fremdem Namen begeht. Uns fällt es auch durchaus nicht eilt, mit dem betreffenden Herrn darüber zu rechten, ob ihm unser Urtheil gefällt oder nicht. Was die Freikarte anbelangt, so wurde von unserer Redaction teilte beansprucht, und ist es eine etwas mehr als naive Anschauung, von einem Reporter zu verlangen, daß er wegen einer ihm nicht als Person, sondern als Vertreter der Presse zngeschickten Karte alles für vorzüglich erklären soll. Und daß die Aufführung der Chöre bei dem ersten Singabend nicht vorzüglich war, darüber kann sich jener Herr Suchin, welchen zu suchen uns wahrhaftig nicht der Mühe lohnt, bei dem Chormeister der Liedertafel selbst Auskunft verschaffen. Wir sind überzeugt, daß die Liedertafel späterhin Besseres bringen wird. Aber so lauge das nicht der Fall ist, sehen wir es als eine Pflicht der Defteutlichteit gegenüber an, nicht blos die Vorzüge, sondern auch die Fehler der Konzerte zu erwähnen. Und an Erfüllung dieser Pficht wird uns am allerwenigsten die läppische Zudringlichkeit anonymer Briefschreiber behindern, welche durch ihr Vorgehen der Sache, für die sie entstehen, weit mehr nützen könnten, wenn sie die Ergüsse ihrer empfindsamen Seele für sich behalten würden, anstatt sie unter falscher Firma in verstellten Schriftzügen in die Welt hinauszuschicken. — (Liedertafel.) Der Männerchor der philharmonischen Gesellschaft veranstaltet Samstag den 16. August l. I. eine Liedertafel, über deren Programm wir in einer der nächsten Nummern berichten werden. — (Concurs.) Vom Landes- als Handelsgerichte Laibach ist über die Gesellschastsftrma Fr. gottmann & Grill in Laibach und über das Privatvermögen der Gesellschafter Maria Zott-mann und Anton Grill der kaufmännische Con-curS verhängt worden. Zum Coneurskontmissär wurde der k. k. LGR. Herr Dr. C. Viditz, zum Masfenverwalter Advokat Herr Dr. Munba bestellt. Die Liquidierungstagfahrt ist auf den 6. Oktober l. I., vormittags 9 Uhr, Hiergerichts anberaumt. — (Bewilligte Unterstützung.) Der krainische Laudesansschnß hat den Abbrändlern von ObeUailiach eine Unterstützung int Betrage von 12UÜ fl. aus der Landeskaffe bewilligt. — (Todesfall.) Am 4. d. verschied hier nach längerem Schwiudfnchtlcide» in feinem 23. Lebens- ; jahre der Lehrer Herr Fr. Koncan, seinerzeit im j Waldherr'schen Institute als Lehrer thtitig. Der zn früh Verblichene galt als eine sehr talentierte, hoffnungsvolle Kraft und hatte sich auch bereits auf dem Felde des slovenischen Dramas bemerkbar gemacht. — (Zum Brande in Tersein,) welchen bereits unser gestriges Blatt gemeldet, wird uns nachträglich berichtet, daß unsere Feuerwehr bei ihrem Eintreffen auf dem Brandplatze bereits zwölf Hausnummern mit .36 Dachungen in Feuer und die Spritzen von Domschale und Mannsburg eifrigst mit dem Löschwerke beschäftigt fand. Unter Leitung des Hauptmamis Doberlet wurde nun von zwei Seiten und mit vereinten Kräften der wüthenden j Lohe zuleibe gerückt, eine weitere Ausbreitung verhindert, und abends um 9 Uhr endlich, also nach fast 7stündiger harter Arbeit, war man des Feuers völlig Herr geworden. Um 12 Uhr nachts rückte die Feuerwehr wieder in Laibach ein. Von den abgebrannteii zwölf Besitzern waren drei nicht versichert. _____________________________ Innigsten Dank dem qanzcn P. X. Publikum für die bewiesene Theilnähme und ß«ijireiche Beteiligung am Leichenbegängnisse unseres geliebten Lohnes, beziehungsweise Bruders, Herrn Franz Knez; Witterung. Laibach, 6. August. Heiterer Tag, schwüll, Hitze im Zunehmen, schwacher SW. Wärme: munjciis 7 Ütir + 17’2U, nachmittags 2 Uhr + 30'9"C. (1878 + 25 7": 1877 + 23 7 C.) Barometer im Fallen, 732 86 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel bei Wärme + 22’7°, um 2 9° über dem '.'formale. Augekommene Fremde am 5. August. Hotel Stadt Wien. v. Lill, k. k. Regierungsrath; Schief-singer, Schwarz, Kflte., und Walter, Wien. — Somazzi, Gutsbes.; Gortan, Slfrn.; R.d'Osmo, Bes., und Somazzi, Privatier, Triest. — t>. Szolah, Gerichtsrath, Stein-amanger. — (Strem, ©enosetjch. — Zckoll, Gottschee. — Rnschka, k. k. Militar-Verpflegsosficial, Pvla. — Urbas, k. k. Oberlaudesgerichtsrath, Graz. — Gruutar, k. k. Notar, Kobarid. Hotel Elefant. Ghitter und v. Mulitsch, Görz. — Stengel, Kfm., und Seeber, Wien. — Globoi'nik, Gewerksbes., Eisnern. — Gerbie, Opernsängir, und Jentl Maria, Timens, Lehrer, und Wasescha sammt Gattin, Triest." — Hrovat, k. k. Marinekaplan, Pola. Hotel Europa. Riedl, Professor au der k. k. Theresianischen Akademie; Dr. Lerih, Frauenarzt, sammt Frau, und Kutscher« Caeilia, Hoflieferantin, Wien. — Castesio, Fiume. Sternwarte, ftnstelie, Hdlsm, Rudolfswerth. — Dergane Pauline, Laibach Mohren. Leger Elise, Tarvis. — Kogej, Lehrer, Bresowiz. — Spizer, Realitätenbes., Graz. Gedenktafel Über die am 9. August 1879 statt findenden Li» citationen. 2. Feilb., Dolene'sche Real, Palowitsch, BG. Rad-mannsdors. — 1. Feilb., Mehle'sche Real., St. Marein, y , 1. tfCUU., ipuuui |Ujv uivuu. vyu- niic, BG. Laibach. — 1. Feilb., Lozar'schc Real., Reisniz, BG. Lack. — 3. Feilb., Gradisar'sche Real., Nadlesk, BG. Laas. — 3. Feilb., Natlaken'sche Real., Präwald, BG. Senosetsch. — 3. Feilb., Sterle'sche Real., Pölland, BG. Laas. — 3. Feilb, Sila'sche 9tcol., Senosetsch, BG. Senosetsch. — 2. Feilb., Zoru"sche Real., Kobile, BG. Gnrk-feld. — 2. Feilb., Rakove'sche Real., Zadraga, BG. Reu« marktl. — 2. Feilb., Urbanija'sche Real., Planjava, BG. Egg. — 2. Feilb., Pengov'sche Real., Kleinlack, BG. Egg. — 2. Feilb., Groselj'sche Real., Aich, BG. Egg. — 2. Feilb., Bnlkovii'sche Real., Großmraschewo, BG. Gurkseid. — — 2. Feilb, Lenkek'sche Real., Jauchen, BG. Egg. — 2. Feilb., Mave'sche Real., Untergoln, BG. Laibach. insbesondere danken wir noch dem Sängerchore der löbl. Sitnlnicn von Unlerschischka, desgleichen dem löbl. katholischen Gesellenvereine und allen jenen edlen Spendern so vieler und schöner dem Verblichenen geweihter Kränze. Die trauernde Familie. Schisch ka, 5. August 1879. Große lithographische Presse liebst dazu gehörigen drei Steinen ist sogleich zu verkaufe». Anbote an die Expedition dieses Blattes. (351) 3-1 Wiener Tagblatt, IUustr. Zeitung und Wiener Zeitung sind aus zweiter Hand zn vergeben im Cafe An.-dxeas Carl, Congreßplatz. (353) 2—1 Dferd, Stute, braun, Lipizaner Abkunft, im fünften Jahre, vierzehn Faust 2 Strich hoch, gut eingeführt, auch zum Reiten geeignet, ist preiswürdig zu verkaufe»: Römerstraße Nr. 19. (352) 2—l Eine geübte Motlijlin wird unter guten B e d i n g n i s f e n für gefertigtes Modistenaeschäst in Tia.c3.en."to-a.rg- bis 1. Oktober gesucht. Offerte sind zn richten: Maria Zraunig-g-, vorm. Röder, (349) 2—1 Modistin in Judenburg. Wiener Börse vom 5. August. tiflfleuitiii« Staat«-MuM. Vavicmntc .... Silberrenle .... Leibrente............ ^laatSlose. 1854. . 1860. . 1860 )U 100 fl. 1864. . St runden lluftnnfl»-Obligationen. Halizien............. Siebenbürgen . . . lemefcr Banal . . Ungarn............... Da, 67 201 f,7 I 6S-45 68'5.<> 78 80 78 85 11550 116 — i1Ü6-— 126 50 12775I128-2Ö 158 50 158 75 Niederlage der Original-Netzjackm (Schweißvertheiler), Größe I. fl. 2, II. fl. 2 20, III. fl. 2 40, IV. fl. 2 60 bei (339) 3 Carl Karinger. Ändert öffeullick« Anlehen. Donau-Negnl.-Lose . Uitfl. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . jKelien v. Aankta. Kreditanstalt s.H.u.'Ä. Vtationalbfln!........ Aetien v. fcranspert-Mnlernefcmnnyen. Ülfötd-Babn........... Donau - Dampfschiff * EUsabeth-Wettbayn . berdinandS-Nordb. . Kranz-Iofeph-Bahn . Äaliz. Larl-Ludwigb. Lemberg - «Lzernowiy -Llovd-Hesellschaft . . 91 — 85.--85 25 87 25 107 90 103-50 112 50 *72 80 831 138-50 583 — 185 — 2205 145-50 237 75 135'60|136-583 ->585 - 8b 5« 85 7. 104 - 832 lÄclh Ware Vlorttueftbabit . . Nudvli's-Bahn . . SkaalSbahn .... Südbadn llTtg. Nordoübahn . .27 50 135 25 '82 75 9ir55 1V8 — 128 — 135-75 283 25 91 25 128 00 fMand&riefe. BodenkreditanftaU in Äold in öster-r. Wahr. . VtationaUrant .... Ungar. Bc-denkred.t^ . 115 40 99-75 101 60 101 90 115 90 100 — 101 75 102 10 privritütr-Obliy. Elifabetbbahn, 1. Em. i>cib.=9iorbb. t. Silbe» t>ranz-Ioseph-Bahn . Galiz.S-Lndwigb.l.E. Ceft. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Ltaatsbabn, 1.