MARBURGER ZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATßUNDES Bricht rOrkgesaiidl Bei «Sintllthen Anhagen l«t da* Rürkporto beliulegon Po»t»rheckkonto Wien Ni 54^08 RM 2- Altrrtrh durrh Po.! GefhäHsstelle Marburg-Dran, Donnerstag, 20. Juli 1944_ __Einzelpreis 10 Rpf Aktive Abwehr Erbittertes Ringen an der ganzen Ostfront und im Invasionsraum rd Berlin, 19. Juli An der ganzen Ostfront vom Dnjestr bis zur Düna haben die Bolschewisten neue Kräfte in den Kampf geworfen, um die in den letzten Tagen unter enormen Verlusten erreichten Bodengewinne op&ratiT auiwirken zu lascen. Das Hauptaugenmerk ist hierbei nach wie vor den Schlachtfeldern im gaUzlschen Raum zuzuwenden, die eich etwas nach Westen verzogen haben. Hier griffen 41e Bolscdiewisten unter rücksichtslosem Biosatz lahlreicher Divieioaea an in der Hoffnimg, einen Durchbruch in der Richtung Lemberg erzwingen zu können. Als Ziel haben sie eich dabei offenbar die Eisanbahnknotenpunkte Busk und Stru-milow gestellt, um den Verkehr n^ch Norden zu unterbinden. Den deutschen Truppen die hier in äußerst hartem Kampf stehen, obliegt infolgedessen die Aufgabe, sowjetische Keile zu etoppen und den Durchbruch zu vereiteln. Es liegt auf der Hand, daß dabed große Anforderungen an alle Männer gestellt werden, die hier der» sowjetischen Ansturm aufzuhalten haben. Das Gleiche trifft für unsere Truppen TO, die westlich Kowel im Quellgebiet des Pripjet und an den Fronten westlich des Njemen und an der Düna eich schweren sowjetischen Angriffen gegenübersehen. Die deutsche Führung beschränkt sich dort fast überall nicht darauf, lediglich eine Bodenverteidigung zu leisten, sondern die Abwehr selbst aktiv im Sinne der Bewegung zu halten. Infolgedessen kann der Wehrmachtbericht erneut von Gegenstößen in der Flanke der bolschewistischen Angriffsspitze berichten. Selbstverständlich stellt gerade diese Taktik immer wieder wechselnder Methoden sehr große Ansprüche an die Fähigkeit, Wendigkeit und Entschlußfähigkeit von Offizier und Mann, die häufig veränderten Situationen Rechnung tragen müssen. Der deutsche Soldat hat hier doch im Laufe dieses Krieges schon oft genug bewieeen, daß seine moralische Haltung uiid körperliche Leistungsfährigkeit, Tapferkeit und Klugheit stets mit den an ihn gestellten Forderungen wachsen und schon Ergebnifise zeitigten, die geradezu übermenschlich anmuten. Auch im Westen wird zurzeit von unseren Truppen ein großes Maß von Standhaftigkeit und Unerschrockenheit verlangt. Die Briten haben seil Dienstag ihre Offensive über die Orne hinüber ausgeweitet. Es wurde schon kürzlich betont, daß unsere dortigen Stellungen sie an ihrer Bewegungslreiheit recht empfindlich beengten, weshalb mit der Wiederholung der Angriffe in diesem Abschnitt der Invasionsfront gerechnet werden mußte. In der Tat hat Montgomery jetzt dort die Initiative ergriffen. Wäh- rend die 51. britische Infanteriedivision zum Sturm antrat, schaltet sich wieder die feindliche Schiffsartillerie in das Geschehen auf dem durchsciinittlich nur 12 Kilometer 'Von der Küste entfernten Kriegsschauplatz ein. Englische Panzer haben gleichzeitig den früher erfolglos gebliebenen Versuch aufgenommen, in der Richtung Trevan vorzustoüen. Die westlich der Orne gegen die deutschen Linien vorgeschrittenen britischen Divisionen konnten inzwischen keine wesentlichen Uodengewinne buchen, weil ilinen sehr schwere Verluste zugefügt wurden. Im westlichen Invasionsabschnitt haben die Amerikaner ihr rücksichtsloses Berennen der Stadt Sf. Lo fortgesetzt. Der Kampf tobt dort äußerst erbittert in Straßenzügen, zerstörten Gehöften und Gärten, die oftmals den nesitzer wechseln. Es hat also seine guten Gründe, daß man in England und den USA vor den deutschen Truppen Respekt bekommt, während man mit Sorgen die ungeheuren blutigen Verluste betrachtet, die die Offensive mit sich bringt. Die Brillanten für Kesselrin^ Führerhauptquartier, 19. Juli Der Führer verlieh am 19. Juli 1944 das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Generalfeldmarschall Albert Ke«selring als 14, Soldaten der deutschen Wehrmacht. Generalfeldmarschall Keseelring hat sich seit Kriegsbeginn auf allen Kriegsschauplätzen in der Führung von Verbänden der Luftwaffe und später als Oberbefehlshaber der in Italien stehen- den Herresgruppo besonder« ausgezeichnet und immer wieder auch in schwierigsten Situationen durch rücksichtslosen persönlichen Einsatz hervorragend bewahrt. Der Führer hat Generalfeldmarschall Ker?6elrlnq die hohe Auszeichnung heute persönlich überreicht und ihm zugleich die herzlichsten Glückwünsche anläßlich seines am 20. Juli «tattfinflenden 40iährigea Dienstjubiläums ausgesprochen. 0>ir- PWcöa Lucra ^ • #»"yf HähfnuMe'' "'Ä* M t ß Uri^rm tf- :?f:3^iYorhjo / —> I ' ^ 4**-» . .d-lVeri,;3 ' *■. rt-i-'h Karte zu den schweren Kämpfen in Millelitdileii Si-htrl-liildtnlii-n!.! ^eue Wallen Lehren der tJegncrischen Offensive Von Bernd V/. Beckmeier Sturmsfaffeln durchbrechen den Feindpulk Sie reiben ihn in wenigen Minuten auf — 113 Feindflugzeuge in 24 Stunden Von unserem W. K. Luftwaffenkorrespondenten dnb Berlin, 19. JuW Die Einflüge amerikanischer Bombenverbände in das Reichsgebiet am Dienstag waren durch das Bestreben gekennzeichnet, durch einen etwa zu gleicher Zeit erfolgenden Doppelangriff von England und von Italien aus die Jagdstrei^t-kräfte der deutschen Reichsverteidigung *u zersplittern und eine geschlossene Bekämpfung der Bomberformationen zu verhindern, Auch hofften die Amerikaner, durch Ausnutzung der teilweise über Deutschland herrschenden Schlechtwetterlage mit möglichst geringen Verlusten -ihre Unternehmungen durchfüii-ren zu können. Trotz dieser Behinderung durch das Wetter und trotz der Notwendigkeit, sowohl im Süden wie im Norden des Reiches gleichzeitig in die Bekämpfung der Feindverbände eingespannt zu «ein, trat die deutsche Luftverteidigung den feindlichen Angriffen mit großer Wucht entgegen. Bei diesen Angriffen zeichnete sich wieder besonders die im Wehrmachtbericht erwähnte Sturmgruppe des aus Flensburg gebürtigen Hauptmanns Moritz aus. Diese Gruppe hatte bereits am 7. Juli bei einem amerikaniechen Terrorangriff auf Mitteldeutschland innerhalb von zwei Minuten einen USA-Bomberverband von 30 viermotorigen Flugzeugen bis auf den letzten Bomber vernichtet. Auch diesmal brachen • die deutschen Sturmjäger wie ein Wirbelwind in den feindlichen Bomberpulk ein Sie stüimten durch mehrere Fernjägerstaffeln, die vergeblich mit einem rasenden Abwehrfeuer den Jägern den Weg zu den Bombern verlegen wollten, stießen dann bis auf nächste Entfernung an die viermotorigen Bomber heran und rieben den Pulk ungeachtet des ihnen aus hunderten von Bordwaffen entgegen-Bchlagenden Feuers in wen.gen Minuten auf. Mit diesem Blitzangrilf vernichteten die unerbittlich und mit höchster Ent-echlossenheit angreifenden Sturmjäger 32 feindliche Flugzeuge, darunter 31 viermotorige Bomber. Insgesamt wurden beim Angriff auf Süddeutschland 69 amerikanische Flugzeuge, meist viermotorige Bomber, abgeschossen. Gleichzeitig drangen Bomberverbände der 8. USA-Luftflotte, ebenfalls von starken Fernjagdformationen begleitet, von England au« in den Ostseeraum vor. Um mit der deutschen Abwehr sr wenig wie möglich in Berührung zu kommen, nahmen die Feindverbände Ihren FUig-weg meist über See; außerdem nutzten sie die starke Bewölkung sowie die über weiten Teilen Norddeutschlands und der Küstengebiete liegenden Nebelfelder aus, die den Einsatz dei deutschen Jagdstreitkiäfte weitgehend beeinträchtigten. Obwohl deshalb nur Teile der deutschen Abwehrverbände eingesetzt werden konnten, wuiden auch aus dieser Feindformation, die ihren Terrorangriff hauptsächl-ich gegen die Stadt Kiel richtete, elf Flugzeuge herausyeschosseu. Außerdem wurde beobachtet, daß mehrere andere schwer beschädigte Flugzeuge mit Nordkurs über See abdrehten, um schwedisches Gebiet zu erreichen. An der Invas-.onsfront lag der Schwerpunkt des deutschen Jagdeinsatzes am Dienstag m der Bekämpfung leindlicher Jagdbomber und Artiljeriefiieqer, Gegen eine zahlenmäßig große Überlegenheit kämpfend, erzielten die tapleren deutschen Invasionsjäger dabei 22 Abschüsse einmotoriger Flugzeuge. Zwei weitere Flugzeuge wurden hei Tiefangriffen deutscher Flieger auf Flugplätzen im feindlichen Brückenkopf zerstört. Der von britischen Verbänden getragene Einsatz in der Nacht war gegen die feindliche Angriftstätigkeit am Tage erheblich geringer Bei \len Unternehmungen britischer Flugzeuge gegen den Rdunj von Köln und Berlin schössen dabei unsere Nachtjäger neun feindliche Maschinen ab Insgesamt haben damit die Anglo-Amerikaner im Verlaute von 24 Stunden wieder mindestens 113 Flugzeuge, davon 75 viermotorige Bomber, verloren. Diese Verluste bedeuten für sie gleichzeitig den Ausfall von iast 800 Mann wertvollen fliegenden Personals. Die Mörder Henriofs ergriffen Eine Terroristenbande im Dienst des britischen Geheimdienstes dnb Pari«, 19 Juii Die Mörder des französischen Staatssekretärs für Information, Philippe Hen-liot, sind gefaßt worden. Zwei befinden sich in den Händen der Miliz Joseph Darriands, einer wurde getötet, waiuend es einem vierten gelang, zu entkommen. f» handelt sich um eine Bande von Terroristen, die seit langem in der Region von Paris arbeitete und mindestens 8Ü Morde, meist an Mitgliedern nationaler Parteien oder Gruppen, begdngen hat. Die Festnahme erfolgte am letzten Samstag unter dramatischen Umständen. Die Hauptspur von der Bande erhielt die Miliz durch mehrere Mitglieder, die mit ihrer Belohnung nicht zufrieden waren. Die Bande besteht aus mehr als einem Dutzend junger Leute zwischen 20 und 30 Jrihren, die für ihre Teilnahme an der Ermorderunq Henriots je einen Betrag von 10 000 Francs erhielten. Dagegen erhielt der Anführer der Bande, der 27-jährige Pierre Desmoulin, der bei der Verhaftung erschossen wurde, eine Prämie von 10 M Ilioiien Francs, während der zweite und diitle Haupträdelsführer ja .SO 000 Francs erhielten. Durch Mittelsmänner ließ man die Terroristen wissen, daß man ihnen ein großes Geschäft in Goldbarren anbiete. Um darüber zu verhandeln, wurde eine Zusammenkunft vereinbart, Als die Ter-.roristen dort erschienen, wurden sie sofort von etwa 20 bewaffneten Milizmännern umringt. Es kam zu einem Feuergefecht, l)ei dem iVismoulin getötet wurde. Die in den Händen der Vliliz befindlichen Mörder haben gsstanden, daß sie im Dienst des britischen Intelligence Service arbeiteten. Es sind alles Franzosen ;ihr krim nellor Einsrhlag war der Antrieb zu ihren Terrorakten Im Falle Menriot lautete ihr Auftrag, den Staatssekretär nicht zu töten, sondern ihn lebend nach London zu bringen f!). Die gefaßten Terroristen haben ierner geslanden, daß sie auch andere Anschläge geplant liätten. Die Front in Italien Je näher dem Apennin, desto größere Verluste des Feindes dt\b Berlin, 19, Juli In Mittelitalien setzten die Nordamerikaner unter größtem Menschen- und Materialaufwand und unter rücksichtsloser Opferung ihrer nordafrikanischen Hilfstruppen ihre Durchsbiuchsversuche im Bereich der iigurischen Küsle im Raum Arez?o fort. Im Bereich der nach Osten anschließenden britischen Armeo führten von Panzern unterstützte Vorbände starke Angriffe auf schmalem Raum in Richtung auf Ancona. Dem starken feindlichen Druck begegneten unsere Truppen wieder durch Gefienan-griffe, durch vernichtendes Feuei ihrer Abwehrwaffen und durch schrittweises Ausweichen auf neue Linien. Je weiter sich die Front nach Norden ye^en die Huchkämme des Apennin ver- lagert, um so schwerer werden die Verluste des nachstoßenden Feindes. Nur noch nach Hereitstellung sehr staiker Verbände wagt der fJegner, seine Angriffe fortzusetzen. Daraus erklärt sich j die Härte der Kämple im Raum südhrh und svidöstlich Livovno, am Arno und im Raun* von Ancona. Der schließlich in Ancona eingedrungene Gegner sah I sich unmittelbar nöullich der Stadt nn I neuen Widerstandslinien aulgefangen, 1 Die Kämpfe an ilen äußersten Eckpfei-I lern der Front nahmen die Kräfte des Feindes so in Anspruch, daß er im mittleren loil beideiseits Poggilionsi nördlich Arez/o und bei Gitta di Castello sowie im Hochgebirge des umbrischen Apennnin nvir noch örtliche begrenzte Angritle führen konnte. Diese brachen vuilustreich lüi den Feind zusammen. Geheimnisvolle Geschosse überqueren, von unerkiärlichen Kräften gelenkt, in pausenloser Folge den Kanal und stellen London in die Frontiinien dieses Krieges; neue Kampimittel der Flotten wirken in dem sciimalen Seegeuiet zwischen der englischen Insel und dem Festland; Lastensegler riesigen Ausmaßes gleiten im normannischen Invasionsraum zur Erde; sowjetische Truppen mit Brustpanzern stehen im Angriff — es scheint, als habe der Krieg die Fülle seiner Überraschungen ausgespielt. Und doch mögen sich in der vorbereitenden Zeit der spannungsvollen Ruhe teilweise die Bahnen aufregender angedeutet haben, als sie nun tatsächlich den Lauf des Krieges bilden. In einer plötzlichen Rückerinnerung an sagenhafte Zeiten, in denen das Kriegs-geschrei einen wesentlichen Teil des Kampfes selbst bildete, hatten die Westmächte ihre Agitation auf die Ankündigung überraschender Wendungen abgestellt, die in dem entscheidenden Ab-j schnitt des Krieges völlig neue Aussich-! ten fieilegen sollten und von dem I Wunsch nach einer schnellen Entscheidung diktiert v/aren. Die amtlichen Angaben der anglo-amerikanischen Haupt-I quartiere beschränkten sich zwar auf ' sehr kurze und knappe Hinweise, die je-! doch von einer erwartungsvollen üffent-I lichkeit in der verschiedensten und oftmals sensationellsten Form ausgelegt wurden, dabei stets Wünsche mit Tatsächlichem vermischend. Wunschbilder pflegen zumeist auf einem Boden fern der Wirklichkeit zu wuchern. Der gegenwärtige Abschnitt des Krieges zeigt jedoch durchaus wirk-lichkeitsbestimmten Charakter, Er wird durch Panzerschlachten, Luftkämpfe und Seegefechte gebildet, dabei jedoch stets von dem Menschen an sich gestaltet. Die gegnerische Hoffnung auf eine Automatik mit Wunderwirkung mochte etwas Verlockendes an sich haben — aber sie war trügerisch. Der Mensch selbst trägt das Entscheidungsvolle des Krieges in sich. Seine Kraft, sein Einsatz, seine Hingabe gestalten die einzelnen Etappen des Krieges, formen die Überraschungen, die dann als Wunder wirken mögen. Selbst die deutsche Vergeltungswaffe Nummer 1, der man im Ausland den Beinamen des Roboters (des rein maschinenmäßigen also) gab, kann nicht den Menschen entbehren, der sie einsetzt, ihre Richtung und Ziele bestimmt, und vor allem den, der sie schafft. ,,W under" oder Kraft Was hülfe es, in einem Augenblick höchster Gefahr für das Leben der Nation und damit für unser aller Leben auf Überraschungen zu schauen, die ,,Irgendwie" plötzlich auftreten sollen, wenn wir dabei vergäßen, daß diese Überraschungen nur durch uns selbst geschaffen werden können. Es gibt keine Wunder, die wir uns nicht selbst eriingen. Wir sind nicht so verblendet, aus der zwei-lellos vorhandenen inneren Uneinigkeit des gegnerischen Bündnisses günstige Aussichten für den Lebenskampf Europas herauszulesen oder gar von den West-mächten eine Einsicht des Widersinns zu erhoffen, der in der Bindun.j europäischer Kräfte untereinander und der damit verbundenen Schwächung der zur Abwehr der bolschewistischen Gefahr für Europa geeigneten Kräfte liegt. Wir hoffen auch nicht auf eine plötzlich auftauchende Löflungsmöglichkeit; Uns muß allein die Tatsache vor Augen stehen, daß nur unsere Kraft, die bis zum Letzten greifende Anstiengung des gesamten Volkes die Gefahr zu .überwinden vermag. Daß sie es kann, zeigen die ersten Anwendungen neuer Waffen, in denen die Überlegenheit der Masse durch die Neuartigkeit der Konstruktion ersetzt wird. Die Überraschungen, die der C^egner voibereitet hatte, »ind zum größten Teil ausgespielt worden, da sie vor allem auf das Gelingen des Startes selbst hinzielten. Diese Überraschungen waren jedoch nicht derart, daß sie eine auHäiligo, greifiiare Wandlung in dem Wesen des militärischen Ringens herbeigeführt hatten. In der agitatorischen Vorbereitung der Invasion und der sowjetischen Ofleti-sive hatten sich zwar die Stichworte des Gehoiminsvollen gejagt, das Geheimnis beschränkte sich jedoch stets auf die Vervollkommnung einer bereits bestehenden Vv'affe Raketenschiffe Reuter hatte aus dem Obersten Hauptquartier der Invasoren als erste der Invasionsgeheimwaffen ein Schilf bezeichnet, das „von oben bis unten" mit Raketen ausgestattet ist. Dieses Schiff sollte eine erstaunliche Ladung von Sprengstoff an die Küste bringen und eine sehr große moralische Wirkung ausüben, ganz abgesehen von seiner Fähigkeit, den gjn-zen Strand mit Feuer zu „überschwrm-men". Diese Geheimwaffe stellt sich den deutschen Soldaten dar als das Vrrlah-ren, Speziallandeschiffe und Boote mit den aus dem Ostfeldzug bereits bekannten Werfern auszustntten und die Wirkungskraft dieser Geschosse tiei der Landung auszunutzen. Rles^ngleiter Die von Reuter aber als »am meisten geheimgehaltene Waffe Großbritanniens« bezeichneten sogenannten -Hamilcar-Riesen-Gleitflugzeuge« v^urde lediglich durch dia übersteigerte Form bisher bekannter Lastensegler geb.idet. Das Gleitflugzeug wird von schweren Bc.m-bern der biitischen Luftwaffe geschleppt und verfügt über Flügel, die großer sind als die emes Lancaster-Bombers, seine Wendigkeit jedoch soll es ihm gestatten, selbst auf der Kleinsten Wiese zu landen, Es besitzt die gleichen, vielleicht weiter vervollkommneten Möglichkeiten des Lasterseglers, ist aber auch in gleicher Form verwundbar. Als die Masse dieser Flugzeuge hinter den Küstenlinien de« Invasionsraumos ms-derglitt, um ihre Mannschaften und Geräte zu entladen und dann wieder von Bombern zurückgeschleppt zu werden, offenbarte sich die getrogene Hollnnng ihrer Ertinder. Sio vermoiht-m nicht Kampfgruppen zu bilden, die eine wirkungsvoll» Wciterliihrung von \'or-Stößen aus dem Kiislensaum des L.ai-dungsgebietes <^.ldttet hätten Die in der anglo-amerikanischen Presse viel erörterte neue amerikanische Thermit-Handgranate stellte sich lediglich als eine Handgranate mit stärkerer Explosivkraft vor und kann kaum den Vergleich mit den deutschen N.ihkampf-mitteln aushalten, sei nun an die Panzerfaust« oder den Panzerschreck« erinnert. Sowjetische Neuheiten In den Kämplen des Ostens zeigtti. sich als neue Kampimittel des Geg':ers überschwero Panzertypen, die mabsiert einen Durchbruch durch die deutschen Linien erzwingen sollten, um sit h d inn auf dio durchgesickeiten und ni't B^in-dengrupperi zusammengeschlossenen Infanterieeinheiten stützen zu können. Die tür die Ostkample chaiakti ristisch 'n Frontlmien ohne testen Giabensysti^m erleichterte diese Taktik Dio angreifenden sowjetischen Truppen «mcl zu einem großen Teil mit Brusl|)an/ern vcrsdu'n Diese an die Kleidung dei Kittei erinnernden Pan/.ei vcfohit-n ab. r wohl vor allem seelische Wirkiin(jsmo(ili( hl»i.'Itc 2 * Nr. 202 ♦ Donnerstag, 20. Juli 1944 MARBURGER ZEITUNG starke Ell:satz von Luft«treltkriften auf, die durcti Bombenwurf und Bordwaffen-btis:.auS d.e Angriffehandlungen^ der Brd-«•rb.lrds .intsritützen tolleii. Es wÄre unttnclq, Iii den Fehler ver-fnl!«!! tu woileQ, di« Waffen dei Geg-n°r^ tn ihrer Wirkung zu verkleinern. Sie stellen sjrh durchaus als beste Wertar-b 'it vor. Ihre Wirkung liegt jedoch vor niltm In der Massierung. Sie sind fort-entwickflte Erzeugnisso einer bisher be-kiinnton Wdffcnterhnik. Und ReU)«t die ♦'^"linis. hen Mittel, die der Geqner im Sc-'kipif pin'i^tzt und die !hin die aiigen-:lifkliche tiberlerienheit verschnffen, "-'H'] iiiir in ihrer Mdssieriing wirksam. Iii'"- lifgt ihr Vnrzuq — hier ist abor d". h r!f1 ' einem in herzlichen Worten gehal-1 .-n Telogrninin seino Glückwünsche ti.. rinil! lt. Der deutsche U ekrmachtbericht Schwere Kämpfe in Richtung Lemberg Feindlicher Großangriff östlich der Ome durch Gegenangriffe zum Stehen gebracht , Absetzbewegungen in Italien — 89 Terrorflugzeuge abgeschossen dnb Führerhauptquaitier, 19, JuH Das Oh«rkoimnando der Wehrmacht qibt bekannt; In der Normandie trat der Feind nach mehrstündigem Trommelfeuer und heftigen Luftangriffen nun auch östlich der Orne zum Großangriff an. Erst nach schwersten Kämpfen und unter huhon Verlusten konnte der Gegner in unsere Stellungen eindringen wo er nach Abschuß von vierzig Puuzern durch unsere Gegenangriffe zum Stehen gebracht wurde. Südwestlich Cacn scheiterten alle ieindlichen Angrifle. Auch im Raum St. Lo wurde gestern erbittert gekämpft. Nachdem während des Tages alle Angriffe gegen St. Lo abtiewiesen waren, drang der Feind in den Abendstunden mit Panzern in die Stadt ein, wo sich heftige StraRenkSmpfe entwickelten. In Luftkampfen verlor der Feind 22 Flugzeuge, zwei weitere wurden am Boden zerstört, ^ Bei einem Säiiberungsunternehmen Im französischen Raum wurden 70 Terroristen im Kampf niedergemacht. Schweres Feuer der V1 liegt weiterhin auf London und seinen Außenbezirken. In Italien setzte der Feind seinen Großangriff von der Küste des Ligurischen Meeres bis in den Raum von Arezzo sowie im adriatischen Küstenabschnilt fort. Während er südlich und südöstlich Livorno abgewiesen wurde, setzten «ich unsere Truppen östlich davon kämpfend auf da« Nordufer de« Arno ab. Im Raum beiderweits Pogqibonso blieben stärkere Angriffe des Gegners ebenso erfolglos wie westlich Arezzo Südwestlich An-cona griff der Feind auf schmaler Front mit starken Panzerkräften an und er-zieHe unter hohen blutiqen Verlusten einen tieferen Einbruch. Die schweren Kämpfe, in deren Verlauf achtzehn feindliche Panzer abqeschosfien wurden, nahmen in den Abendstunden noch an Heftigkeit zu. Der völliq zerstörte Mafen von Ancona wurde daraufhin nufqeqe-ben und die Front hinter den Eseno-Ab-schnitt dicht nördlich Ancona zurück-qenommen. Im Osten dauert die qroße Abwehrschlacht auf der gesamten Front zwischen Galizion und dem Pelpus.-See an. Im Südabschr.ftt steigerte sich die Wucht der feindlichen Angriffe besonders östlich des oberen Bug. Hier toben schwere Kampfe mit dem in Richtung auf Lemberg angreifenden Feind, Seit dem 14. Juli wurden in diesem Abschnitt 431 sowjetische Panzer vernichtet. Westlich Kowel traten die Sowjets erneut zum Angriff an. Auch hier sind heftige Kämpfe im Gange, Auf dem Westufor des Njcmen zerschlugen unsere Truppen im Raum von Grodno und Olita übergesetzte feindliche Kräfte, Nordwestlich Wilna wurden alle feindlichen Anqrlffe abgewieaen. Im Seeqehlet südlich der Düna hielten unsere Truppen den fortgesetzt angreifenden Bolschewisten unerschüttert stand. Nördlich der Düna bis zum Pei-pus-See wurden Angriffe stärkefer sowjetischer Kräfte unter Abschuß zahlreicher feindlicher Panzer zerschlagen. Nur in einigen Einbruchsteilen dauern die Kämpfe noch an Sehl acht fliegerverbände vernichteten wiederum eine Anzahl sowjetischer Panzer, Geschütze sowie Hunderte von Fahrzeugen. In Luftkämpfen und durch Flakartillerie wurden 57 feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. Ein starker nordamerikanischer Bomberverband griff im Oßtseeraum an. Besonders in Kiel entstanden Schäden in Wohnvierteln und Peraonenverluste, Ein weiterer Bomberverband griff Orte in Süddeutschland arf. In der Nacht fanden schwächere Angriffe qeqen den Raum von Köln, geqen das Ruhrgebiet und auf Berlin statt. Bei allen diesen Angriffen wurden in Luftkämpfen und durch FlaK-artillerle der Luftwaffe OH feindliche Flugzeuge, darunter 69 vrermotorige Bomber, abgeschossen. Die IV. Sturmgruppe des Jagdgeschwaders 3 unter Hauptmann Moritz brachte allein 49 viermotorige Bomber zum Absturz. Zehn Schüsse nach dem Pilotensifz Südsteirer schoß einen Tiefflieger mit dem Karabiner ab Von Kriegsberichter Gerhard Kraus< PK. Dff Unteroffizier Karl Walch in einem Ivolga-tatnrischen Freiwilligeii-Biitaillon,' im Zivilberuf Monteur, hat es kürzlich fertiggebrarlit, bei einem Tief-fliegerangriff auf den Gefechtstroß seines Bataillons mit zehn Schuß aus seinem Karabiner Ü8 einen der angreifenden Jagdbomber abzuschießen. »Wir waren mit unserem Gefechtstroß nach einem Nachtmarsch Im Raum von Lessay (an der Westsoilo von Cotentin) angelangt«,50 erzählte Walch, »als wir plötzlich von acht feindlichen Jagdbombern angegriffen wurden. Der Haupttroß war bereits untergezogen und nur 13 Panjewagen von uns lagen noch auf der Rollbahn. Als die Maschinen herabsfie-ßen, stob unsere Kolonne sofort auseinander — unsere Panjepferdchen sind ja von der Sowjetunion her auf so etwas gedrillt und suchen sich flugs selber eine Deckung. Ich selbst gelangto nur bis in den Straßengraben, aJs schon die erste Angriffswelle über uns hinwegbrauste. Dia dritte Maschine von den achten kam dabei besonders tief herunter, Plötzlich flog mir ein halb zer-trümireiter Isolator von dem Telegra-fenniast über mir ins Kreuz. Ich drehte mich unwillkürlich um und kriegte meinen Karabiner zu fassen. Der ist immer mit SinK-Munition geladen, Ich hatte eine Mordswut. Gesehen haben sie dich sowiciso, dachte ich, jetzt ist e» ganz egal, du hallst draufl Gleich darauf kam die zweite Welle, die dritte Maschine flog wieder ganz tief an. Die nahm ich aufs Knin, hielt auf den Pilotensilz und fetzte dem Kerl fünf Schüsse entgegen, lud schnell neu und feuerte noch mal fünf Schuß hinterher. Ich kann nicht beschwören ob auf dieselbo Maschine. J^-deitfalls sackte der Jagdbomber schnell ab, und ander«, darunter unser Hnupt-fpldwobel, Seihen ihn aufschlagen. V^lr suchten ihn später auf: er hatte sich tief in ein Sumpfstück hineingebohrt stand noch und nur dl« Schwanzfloi heraus.« Ob er ein begondcri guter Schütze «ei? Das wolle er gewiß nicht behaupten, aber er sei als Sohn der Südsteiermark schon von Kind auf mit Flinte und Stutzen umgegangen und habe noch jüngst aus 45 m Entfernung mit der Pistole einen springenden Hasen geschossen. »Im übrigen habe ich vor einem Jahr bei einem feindlichen Luftangriff meine Frau verloren, da können Sie sich (Jenken, daß ich solchen Vogel mit besonderer Vorliebe alischieße. Und wenn ich wieder mal einen vor die Büchse kriege — ich garantiere, daß ich ihn wieder treffe.« Drei Pferde hat der Angriff die Kri-lonna gekostet und einen verwundeten Fahrer. Dagegen steht ein Jagdbomber: kein schlechtes Verhältnis! Gewiß gehört auch Glück zu solchem Abschußerfolg, aber nur wer wagt, gewinnt. Das viergeteilte Offizierskasino Bm g»ht niebta über angewandt» D*-mokraHti. Darüber Bind 9ich die britischen und amertkanlachen Soldaten In England zweifellos klar, wenn sie iti Ne-gerrosiaurants die Aufschriften lesen „Nur für Offiziere" oder „Nur lür Soldaten". Selbst nach Neapel und Rom haben die anglo-ameriknnischpn Vorkämpfer „demokratischer Gleichberechtigung" bereits diese Klasseneinteilung gebracht, wie ein amerikanischer Kriegsberichterstatter im Neuyorker „Journal American" verriet. Aber selbst in dieser Aufteilung „Nur für Soldaten" und ,.Nur für Offiziere" gibt es noch eine qanze Reihe von üntergruppierungen, über die im „Philadelphia Recorü" der amerikanische Kriegskorrespondent Ernie Pyle einige recht aufschlußreiche Miltnilungcn macht Er beklagt sich pamlich darüber, daP es für einen amerikanischen ßerichtcr-stalter gar nicht so leicht sei, sich ohne weiteres in der Rangordnung der höchst „demokratischen" Offizierskasinos der USA zurecht zu finden Denn es bestehen in London und anderen britischen Orten nicht weniger als vier verschiedene Klassen von Offizierskasinos und Olfiziersrestaurants. Die erste Gruppe sind die Offizierskaalnos für sogenannte subalterne Offiziere. Das sind nach nme-rikonisch-ltrltischen Gegriffen die Offiziere vom Leutnant bis zum Hauptmann. In diesen Otfiziersklubs bedienen Kellnerinnen, und die Offiziere dürfen hier keine weiblichen Gäste mitbringen. Die nächste Klasse Ist das Kasino für höhere Offiziere. Um es betreten zu können, muß man mlndtntens Maior sein. Pyle erklärt wörtlich: „Diese Räume sind voller Dickbäuche, Kahlköpfe und Domen." Denn es Ist dn.i Vorrecht dieser amerikanischen Offiziere vom Major ab, sich Damen ins Kasino einladen zu dürfen. Die dritte Grupne sind die Kasinos für Oberste und Rrigadenenerale. Damit noch nicht genug, gibt es als allerhöchstes Ofltzierskaslno den sogenannten Yankec-Dnndle-Club, der nur von Offt-Tieren im Range eines Generallcutnanta hr.vtchf werden darf. Mnn sieht, es geht nichts Über eine demokratische Rang-, Klassen- und Ständeordnung. \f!uer Crneralstabschel in Japan. Ij s jüi).mische Kriegsministorium gab fir.. DiPiut(if|,i.ln(io Kulter. Weiter draußen ankert < :i norw fgischer Dampfer, Dahinter ratzen k.ihlo llcrge und lassen nur nach N.-i|.)s;i'n zu eine schmale Ausfahrt J:: !, durch den eben ein Räumboot der K ;c' ismar ne mit wt hender Flagge dein oiit.iKMi .Meer zufahrt. Ein Fischerdorf l-.inekloiei das tintenblaue Meer. Der Himmel schimmert hellgrün, und die verschneiten Bergsfiitzen schimmern rot, gold und lilafarben. Nur an den Schattenseiten der Küsten ragen die Felsen schwarz und drohend aus dem silbeinen, flutenden Spiel der Brandung. Verschalen und slill ruht die kleine Stadt am Eismeerfjord hinter den Masten und Schornsteinen der ankernden Schilfe am Fuß der dunklen Felsen. Sie steht nußer der Zeit und fast auch außer diesem Krieg, und doch wissen wir sie nun unmittelbar in den Wiill um Europa mit einbezogen, dessen Soldaten an dei Kanalküste gerade in diesen Wochen vor den Augen der Welt ihre fanatisclie Kam()tbereilschaft zu beweisen haben Die widri(ien Umstände sind aber für den Gegner hier noch viel schwieriger als an der Kanalküste, Nur die Soldaten lauern mit derselben, verhaltenden Wut auf ihn wie dort Kriegsberichter Hana Melz/er MARBURGER ZEITUNG Hem(MUke Uundsäutu »Vitamin P« 20 Million«!! Tonnen Lebensmittel »ohne« Wen lockte es in dieser Zeft nicht, Lebensmittel »ohne« beziehnn zu können, ohne sich dabei des Hamsterns oder einer Schiebung schuldig zu machen? Die deutschen Wälder bieten hierfür reiche Möglichkeiten, Den Wildgemüsen des Frühjahrs folgten die Beeren, und nun hat auch die Pilzernte begonnen. 20 Millionen Tonnen genießbarer Pilze wachsen alljährlich in unseren Waldungen. Der größte Teil dieser wertvollen Nahrungsquelle bleibt leider noch immer ungenutzt. Dabei sind in dieser Pilzmenge nicht weniger als 500 000 Tonnen Ti-weißstoffe enthalten. Mit ihrem Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen übertreffen die Pilze sämtliche Gemüsearten, Neben Kohlenhydraten enthalten sie vor allem Vitamin D und Vitamine der B-Gruppe. Pilzverwertungsbetriebe sind zwar auf Veranlassung von Reichsstellen bereits in größj:rer Zahl errichtet worden. Aber Weis bedeuten schon acht bis zehn Millionen Kilogramm Friechpil/e, die von ihnen erfaßt werden, bei dem ungeheuren Pilzreichtum. Hier darf nichts verschwendet werden, der fleißige Pilzsammler kann noch stattliche Ernte halten. Pilzgifte sind recht gefährlich, darum sammle man nur Pilze, die man einwandfrei kennt. Man hüte sich auch vor trügerischen Rezepten, etwa, daß eine mitgekochte Zwiebel, das Anlaufen einer Messerklinge, das Schwarzwerden •Ine« BÜbernen Löffels erkennen lasse, ob ein Piizgerlcht giftig sei oder nicht. Sk)lchB untrügliche Erkennungszeichen gibt et leider nicht. Auch d'Os Vorhandensein von Maden oder Schnecken in den Pilzen bietet keine Gewähr für ihre Giftfreiheit. Nur eine genaue Kenntnis bewahrt vor Schaden. Sie Ist auch nicht allzu schwer zu erlangen. Bescheiden fange man mit den bekanntesten Arten an. Bald wird sich der Erfahrungskreis weiten. Schon das Sammeln wird zur Freude, die reiche Ernte aber zum schönen Lohn. Bevorzugte und allgemeine Gemüseversorgung 5«^ Jnter Goldene Hochzeit Die Glückwünsche des Gauleiters In Arnau, Kreis Rann, feierte das Ansiedler-Ehepaar Franz und Aloisia Me-ditz das selten© Fest der »Goldenen Hochzelt« Vater Meditz ist mit eeinen 82 Jahren ebenso körperlich wie geistig frisch und seine 67 Lenze zählende Frau Alolsia hat ihm in SOjähriger Ehe sechs Kinder geschenkt. Der Ortsgruppenführer von Arnau Pg. Kurt Barteime trat alle Vorbereitungen, um diesen Ehrentag würdig und eindrucksvoll zu gestalten. Vor dem Bauernhöfe der Jubilanten brachte die Singschar der Deutschen Ju- Ssn'd ein Ständchen xmd der Vertreter et Kreieführera Pg. Hofer brachte ihnen herzliche Glückwünsche dar. Hierauf bewegte sich der Hochzeltszug zum Schulhaus. Voran schritten Buben und Mädel in bunter Steirertracht, den mit farbigen Bändern geschmückten Hochzeitskranz tragend. Ihnen folgten der Vertreter des Kreisführers als Brautführer und der Ortsgruppenführer an der Seite des Bräutigams und eine Anzahl von Freunden und Bekannton des Hochzeitspaares. In dem mit Blumen und Reisig geschmückten Schulhaus wandte sich Pg. Hofer mit herzlichen Worten an die Jubilanten und überbrachte ihnen die Marburg, 19. Juli Um den kinderreichen Familien und den haushaltführenden schwangeren Frauen und haushaltführenden stillenden Müttern Marburgs bei eintretender Verknappung des Gemüse« trotzdem den Frischgemüfiebezug möglichst zu sichern und ihnen ein langes Anstellen zu ersparen, wird von den nächsten Tagen an bis etwa Ende Oktober, zu welcher Zeit dann der normale Gemüsebe-zug mit den bisherigen Einkaufsausweisen auf Grund der alten Kundenlisten wieder eintritt, eine Neuregelung eingeführt. Diesen bevorzugten Familien wird eine bestimmte Einkaufsquelle nachgewiesen, in der sie dreimal wöchentlich ihr Gemüee einkaufen können. Die Einkaufstage und die Einkaufsstunrien können die Betreffenden nach Belieben wählen. Wesentlich ist nur, daß sie nicht öfter als dreimal in der Woche einkaufen. Dadurch soll ein übermäßiger Kundenandrang und das damit verbundene lange Anstehen vermieden werden. Dia so ausgewählten Verkaufsslellen werden in erster Linie mit Frischgemüse in allen anfallenden Sorten beliefert werden, sodaß ein Ausfall der Belieferung nur durch Witterungseinflüsse möglich werden kann. Mit Rücksicht auf mögliche Unwetterfälle kann die Lieferung von bestimmten Arien und bestimmten Mengen natürlich nicht garantiert werden. Es wird aber mit allen Mitteln angestrebt, daß 'pro Woche und Kopf de« Haushaltes kg Frischge-müse bereitgestellt werden. Öde in einer Woche nicht ausgenützten Bezugsmengen können in einer folgenden Woche nicht mehr bezogen werden. Diejenigen Haushalte, die von dieser Regelung tatsächlich Gebrauch machen, können normalerweise wahrend dieser Zeit nirgend« ander« ihr Gemüse einkaufen. Erst mit Aufhebung dieser Re- Von Oberbürgermeister Fritz Knaus gelunq, die, wie gesagt, etwa Ende Ok- | tober erfolgen dürfte, oder in besonde- I ren Fällen treten wieder die bieherigen . Kundenlisten und die bisherige Einkaufsausweise für Gemüse in Kraft. Es ist auch geplant, falls in den näch^^ten 1 Wochen ein besonders starker Gemüseanfall eintreten sollte, der einen vollkommen freien Einkauf ermöglicht, diese Zwischenlösung ganz oder vorübergehend außer Kraft zu setzen. An dieser Regelunf) nehmen kinderreiche Familien und haushaltführonde schwangere Frauen «owie haushaltlüh-rende «tillende Mütter teil, aber nur dann, wenn sie selbst keinen Gemüsegarten haben und niemand in ihrem Haushalt lebt, dem zugemutet werden kann, gegen Entlohnung mit Frlsrhge-mü'.e In einer Gärtnerei /.u arbeiten oder den normalen Marktgang /.ii machen. Die Kinderzahl ist durch die Kohlenbe-zugskfivte oder den Ii uishriltqpiß ni t den bisherigen Einkauf^dusweieen für Gemüse narh^uweiser die Sihwringoi-fichalt mit der »Berech'iqiinqskiirto ftir werdende und stillende Mütter fWöch-rei'innen)« (VI 1 oder M 2). Dns Vorhandensein der zwei andfren fiedinqunqcn muß bei der Erfan s^ch aji den angeführten Tagen zur Ciassung in der Bezirködienststelle II, Tdesterstraße 44 melden. Diejenigen, die am linken Drauufer wo^en, melden sich hei der Stadtverwaltung: Kernstockgasse 2, Hochparterre links. Sitzungstwal. Dort werden ihnen die Einkaufsstellen nachgewiesen und die notwendigen Sondrn-ausseise ausgefolgt Was sie an Papieren mitzubringen haben, ist gleichfalls unter »Amtliclie Mitteilungen« in der Mcirburqer Zeitung angeführt. Diese ciMiS zwingenden (iründeii notwendige Regelung kann ihren Zweck nur erreichen, wenn sie von nieIn^ndem mißbraucht wird. Wer durch falsche Angaben oder hp^iondere Knilfe «ich die bevfjrzuffte CJemüsezutn'nnn zu Unrecht verschallt, gefährdet den Ertolg, handelt unanständig und unsdz^il und muß daher bcslrafl werden. Der Ste risclie f^ei-matbund ist entschlossen, den Botreifenden werfen unsozialen Vnrlialtens fit.hiedsgerlchllic h zu verfolgen. Au'k-r-deni hat or die Be^ilrafunq durch die Stadtverwaltung zu erwarten und schlielUirh v/'.rd «ein unsoz/ales Verhalten entsprerhend lieachlet werden, wenn er sich um Bezuf^ticheine uivl derglei-(hen bewirbt. Da« Vorhandensein der VoransRetzungen lür dir- bevorzugte CiemÜ3(^zuteilung wird auf Cjrund der Lintragungen überprüft weiden. Darüber hinautt aller werden alle Beteiligten tjeheten, in ihrem eigenen Interesse die amtliche Überwachung durch eine Sellxvlüberwachung zu ergänzen. Jeder möge den, der der unberechtigten Beteiligung an dem Vorzugsbezug begründet verdächtig erscheint, beim städtischen Ernähruiigsamt B anzeigen. Wenn alle Beteiligten gutwillig und ehrlich mittun, dann kann die Gemüseversor-gung der dringend'.sl Bedürftigen als ge-fcichert gelten. Später zuwachsende Ansnrii' h'.»be-rcchfgte melden sich beim Ernahruu.i»-anit B. Ernst-Goll-Ga-^se 1 11. Stock, Zhnnier 18, zur Erf.ts-sung. RE STEIBER Glückwünsche des Gauleiters, des Bundesführers und des Kreisführers, Der Ortsgruppenführer würdigte in einer herzlichen Ansprache die aufrechte deutsche Gesinnung und Haltung der Gefeierten und hob den Fleiß und Kampf-willen der aus der Gottschee stammenden Famil'e Meditz hervor, die in dem hohen Alter noch jetzt ihre harte aber segensreiche Arbeit als Grenzbauern an der deutschen Scholle meistern und als nachahmenswertes Beispiel ihrem Stand insbesondere in der gegenwärtigen Zeit des totalen Kriegseinsatzes voranleuchten. Ein fröhliches Familienfest im bäuerlichen Heim hielt die Jubilanten und Festgäste noch einige Stunden beisammen, die die Mädelsingschar mit Liedern und Chören verechönten. »Wien serviert« in CilU »Wien serviert«, da« war der Titel de« Bunten Abends, der, vom Amt Volkbil-dunq vermittelt, am Samstag die In Mengen erschienenen Cillier glänzend unterhielt. Er brachte vor allem ein herzlich begrüßtes Wiedersehen mit dem urwienerischen Künstlerpaar Else Klement und Silvester Schieder. Neben diesem Doppelstern glänzten mit ihren humorvollen Vorträgen Wilfred Wilden und die goldige Frledl Hevl. Entzückend war das Ballett der R^s! Ranninger. Mit ihren akrobatischen Leistungen sind zu nennen die beiden Marenis, ein ausge- zeichneter Balanceakt, die mexikanischen Parodisten Pose und Partner, Erika GläRner in einem vortrefflichrtn Elastikakt, und schließlich da*; jugendliche Tanzpaar Geschwister Skoff, .\m Klavier und als Akkordeonistin bewährte sich Anni Scheiders. Es war ein wirklich schöner Abend, der für S''*tden au« dem Alltag in die leicht bcschwinqte j^goldene Zeit« von Anno dazumal versetzte. F. St. * Todesfälle. H Ines unerwarteten Todes verschied in Marburg der 3;5jährigc Kraltwagenlenker Josef Widitz, Trioster-straße 39, — In Marburg ist der Schneidermeister Anton Martschinko aus der Perkostraße 18, 44 Jahre alt gestorben. — in der Josefstraße 5 in Marburg starb der 74ähTlgB Schaffner der Reichsbahn 1. R. Martin Kosar. — Femer verstarb in Marburg im hohen Alter von' 87 Jahren die gewesene Winzerin Margarete Weingerl aus Freidegg 47 bei Marburg, Ehrenbuch der steirlschen Bergmän-ner. Um das Opfer der gefallenen Bergmänner lebendig zu erhalten, hat die Bergdirektion Köflach für alle vor dem Feinde oder Im Bergbau gefallenen Ar-beitskaroeraden ein würdiges Heldenbuch angelegt, Herkunft und Werdegang, Leistungen und Kampf, Aufopferung und Tod jede« einzelnen Arbeitskameraden sind auf einem besonderen Blatt für immer festgehalten. Aus der Ortsgruppe Frauenberg, Kreit Marburg-Land, erhielten die Gefreiten Ferdinand Maruschko, Alois Lipnnik und Vinzenz Slanitsch das Eiserne Kreuz II. Klasse. Tolles Husarenslvck Ritterkreuz lür oberstelrisfhen Bergmann Der Führer verlieh dem Gefre'.ten Stefan 'llinar aus Leoben-Seortraben, der einet.i Gobirqs iciqpr-ReqmiPnt angehört, für sein bcfionders schneidiqrs Verhalten vor dem Feimle dn« kreuz des Eisernen Kreuzes Stetcin Mlinar ist nm Ii! De/emher i'H.'j in l.oobon Judeiulurl .iIa Sohn eine« Bercriiianne« geboren und wdi nach s'^i-ner Ausbildung in dt^r VVerkschulc als Maurer und Ntaler im obersteirischen Beiftbau lätiu. Im Jahrn l')39 nickte er zur Wehrmacht ein und erwarb sich ;m Jahie 1942 diis lntcin!eries1n'"mcibze;chen in Silber. Für sein besonder-s tapferes VcMhalten wurde ihm im Jahre 194.3 das Eiserne Kreu'^ 11. Kid^i-se und im Südab-«fhnltt der Ostfron! im Januar 1944 das Eisernp Kreuz I. Klas-se verliehen. In "iner dunklen Nacht qelann es den Bolschewisten. in Starke einer Kompanie in die deutschen Stpllunqon einru-brecben. Sie beeetzten das Cirfib^ns ück hinter dem Knmpanieqrfcchlsfitapd. in dem «ich der Gefreite Mlinar als Funk-triiDplührer lit'f.ind, \us e'c|onem Entschluß trat Mlinar mit seinr>m Funker und einem Melder zum Gegenstoß an vernichtete sechs Bolsrhowisten und nnhm drei qefanqen. Nachdem «eine zwei Kameraden im Handgranatenduell nusqefallen waren, stieß er allein, nur mit noch zehn Schuß Munition In der M-i«chinenpl6to]e. im kni'''tief vpr-erhlammten Graben weiter vor und trieb die völlig überrasrhten BokrV|"v.'i«;ten in die Flucht. Drei leichte M iscbinring"-wehre, fünfzehn NTa^chinenpistolen und einige Karabiner warer nnßordem seine Beute. Durch dieses 1olll-;'ihpp TTnS'iren-stück, für das er mit dem R''1terkrr>nz ausuezeichnet wurde, ve'h'ndertr NT'i-nfir einen fnlgriiftchw ei en n'nl)''iir h d' r B(cr IH und 875 Gramm Butter an die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahre zur Verteilung. Außerdem wird darauf hingewiesen, daß in Abänderung des Zuteilungserlasse« für die 65. Zuteilungsperiode nicht 50 Gramm, sondern 100 Gramm Getiei-denährmittel durch Kartotfelstärkeer-zeugnisse ersetzt werden. Daher werden zusätzlich zu den beiden ST Abschnitten der Nährmittelkarten auf die Abschnitte N 21 und N 22 der rosa Karten sowie N 9 und N 10 der blauen Karten Kar-toffelstärkeerzeugniese abgegeben. Feldoberin des Deutschen Roten Kreuzes Ein neues, erstrebenjwtrl Ziel Von all den zahlreichen Frauen und die Heimat-.Ausgiingsslello und Zentrale Mädchen, die in diesem Kriege unmit- der Schwertern bihlet, cleiui jede von telbar bei der Wehrmacht tätig sind, ihnen kommt aus einem der 73 Multer- beflnden sich die Rot-Kreuz-Schwestern häuser und bleibt ihm betreuimgsmäßig auf dem am weitesten vorgeschobenen i innner zucjehorig Vorposten ws-iblichen Einsatzes, Ihr Für die Stellung der Feldoi.erin knm- selbstloser Dienst an verwundeten und men nur Sihwestetn m Frage, die die kranken Soldaten hat sie in alle Front- erforderliche Fiignung bereiche geführt, in die frontnahen La- , zarette, in die Lazarellzüge und Lazarett- ' schilte. Sie sind es, die es immer wieder i vorstehen, in der Fremde der besetzten zur Menschen-tührung auf weissen, eine Reihe von Feld-obeiinnen kommt aus de: Schule lur Schwestern in leitender SIriluiiq, dt t DRK.-VVernei-Schule, andere wurdfMi aus den Reihen derer tuisfiele.-ien, die si< h als Olier^chwestern in der Heimat imd an dei Front besonders bewahrt haben. Gebiete und der Frontbereiche als Trägerinnen deutschen Frauentums unseren Soldaten ein Stück Heimat zu bieten. Um ni'n den Schwestern selbst bei ihrem schweren Dienst, fern der Heimat, den frauengemäßen Rückhalt in den Fragen ihres Lehens zu gewähren, der geboten ist, wurde erstmals in diesem Kriege auf Antrag der Generaloberin des DRK. von der Wehrmacht eine Einrichtung geschalten, die sich auf das Beste bewährt hat. Während noch im ersten Weltkriege die Rot-Kreuz-Schwe-ster mit all ihren persönlichen Wünschen und Fragen aul ihre militärischen Vorgesetzten und die Delegierten des Roten Kreuzes angewiesen war, wurde in diesem Kriege die Feldoberin eingesetzt. Man ging davon aus. daß ein großer Einsatz von Frauen der militärischen Führung 'gegenüber auch durch Frauen vertreten sein muß Bei dem leitenden Sanitätsoffizier jeder Armee oder Heeresgruppe bzw. bei iMoVdanschlog gleirblalls ckm^'U eine jeder größeren Lazarettbasis und den ■ Frau richtete, und ein .Attentat auf einen entsprechenden Einheiten der Lultwalle Eisenbahnzuq. nachgewiesen worden, und Kriegsmarine ist daher eine Feld- t Oberin des Deutschen Roten Kreuzes i Zum Tode verurteilt Gewaltverbrecher und lünflacher Mörder abgeurteilt Die Strafkammer des Genrhte«» Mar-burq-Drau verui teilte den Schutzange-höriqen Johann Pich'ei aus Luttenberg wegen Mordes zum Tode. Dem Anqeklaqten der sich im Laufe der Untersut hunci alt» einer der raub-und blutgierigsten Banditen entnu|ipie, konnte dank der ausnt>zeiclineten Errn U-lunqsarbelten der Sicherheilslu'hör den neben zwolt schweren Rauliüherfällen die Beleiliqunq an lünl Morden, danrn-ter am Mord an einer Frau, weiters an zwei Mordveisrrchen, wobei sich ein eir-gesetzt worden, als mütterliche Beraterin und Betreuerin lür manchmal viele Hunderte von Schwestern. A's Relerentin in Sc hwcsternlragen unler-slcht sin dem leitenden Saivitätsolfi/ier, dem sie Vorschlage über den Linsalz der Schwestern macht und den sie in allen Schwesternilagen berat, Sie kümmert sich um die Unterkunlt, \'ei]i|ie-gung, Arbeitseinteilung und FrLM':eil der Schwestcrn, füi deren tadellose Haltung sie verantwortlich ist. Die Schwestern können sich in alten persönlichen Dingen an die Feldoberin wenden. Die besondere Fürsorge der Feldoberin gilt dem Gesundheitszustand der Schwestern, von dem wie vom Wohlbelinden der Schwestern überhaupt sie auch sie h btü persönlichen Besuchen an Ort und Stelle überzeugt .Auch kümmert sie sich um em gutes Gemeinschaftsleben und zweckvolle Freizeitgestaltung der Schwestern. Zugleich ist die Feldoberin die Vertreterin der über in de« Multeihauscs, da« Pichlet, dci sich vc^rschiedenei D"ck-namerr lu'd'ente. war t.amllicher ihm an-cielasteter Straltaten cioslänclin. versuchte aber, sich als vertiihrles Opler der Banditen hinzustellen. Mit seiner V'erarrt-worlunq laßt steh, iielien (U ; nu'chtiih-l unq seiner heimtuc k isc hi'U Mu: ile und MordaiiM hlagc^, die Iritmuhf r^i- ht in l:inkla:rg biiiuieti, daß TichlcM, dls er \erbalt.i wurde- I laiidui aiiat; ;i 'uid Pistolen mit hicli iuiirle und tn\rMr die Poli/eibe unten /u stlr elU ii vi isurbte. Die lel.'te von Puhl"r im .l.ihre 1943 an Leopold l uhrru-rnn in \\e>ina begangene Mordtat luh:te aul cue Spur des Angeklagten und zur Verhaitunri zahlreicher Banditen und sonstirier Vt rbre-cher und damit /iii Aiitklarunci und Sühne zahlreicher sihwet;'r Straftaten. l.'*ci Pichler auch wegen dieses Mordes verlolgt wurde, hatte der KorninS()nderzuteihiiK[«kart(.>n. Auf sein Verlangen honorierte sie die gestohlenen Kaden mit Schleit hharu]f-ls-Vtire im C;e«amlwerte von 24000 RM und mit etwa ;i() 000 RM Banidd. H.niptnbnehnier der Karten war Zo-rif h, der eellist und durc h seine Afien-ten danut Wiiren einkaulte oder eintauschte. In ficiner Wohnung wurde ein groRe« Lager, bezugtbeschrankter und verknappter Waren entdeckt: Keifhiirhe Mengen fertiger Anzüge, Slojfe, Wn-fiche, Schuhe, .Seife und andere O-braurhssachen ,aurh viele Lebensmittel. In seiner Schreberhütte fand man auch Nahrungsmittel aller Art. Außerdem kam mtage, daR er im Keller einer Par-fiimerle sieben versiegelte und al6 Luft-«chutzgepack be'zeichnete Koffer mit gehamsterten Spinnstoffen, Tabak, .'1000 Zigaretten, Zigarren, Bohnfnkaltee, Tee und Kakao eingefitellt und in «einem Ciarten eine Kaesetle nut 16 700 KM in ( Banknoten und viele Schmuckstücke vfrfjraben hatte. Seiner Firma vernn-tieiite et zahlreiche Waren, u. a. 3000 Schuhspanner nnd Scheine auf den Bezug von 560 kg Eisenwaren. Aus der von ihm verwalteten Kasse unterschlug er 2000 RM. Auch bei der Rozinek ist ein ganzes 1. tger bezugsbefichränkter und verknappter Waren «ichergestellt worden. D.irt Sondergericht Wien verurteilte die Häupter der Schloichhandlerbande, Rosd Rtj/ines und Ferdmand Zorich, in Anbetracht ihrer schweren Verbrechen zum Tode Von den Mitangeklagten er-hiltcn Eduiiid Payer sechs .Jahre, Kurl Reiter fünt Jahre ,Franz Jr*ef Rozinek al« Mittäter vier Jahre, Georg. Arientie und Oldrich Ortik je drei Jahre Zuchthaus, Leopold Höö ein Jahr und Zorich« Ohefrau Karoline Zorich zehn Monate Gefängnis. Die beschlagnahmten Waren und Gelder werden zugunsten de« Reiches eingezogen. MilchgenuB Terpont Es ist für uns kaum vorctellbar, daf) es Völker gibt, die überhaupt kerne Milch mögen, ja den Milchgenuß als etwas Widerwärtiges betrachten. Bei den Indianern war die Milch für das junge Tier und sonst niemanden best.mmt, und ebenso denken die Chinesen noch heute, obwohl sie doch in eng sler Nachbarschaft mit den Nomaden- wölkern Hochasierjs wahne«, für dl« der Milchqenuii ein Haixptaahjungsmit-teJ ist Auch den Peruanern fällt es nicht ein ,dd6 Lama zum Melken zu benützen. Allerdings ist es eine irrige Auffassung, daß die Kuh bei uns von der ältesten Zeit an dem Menschen eine Milchspenderin gewesen sei. Die Schwierigkeiten, Tiere zur Herqabe ihrer Milch zu bringen, aind vie-l größer, als man gewöhnlich meint. Wo nicht durch die Entziehung etnee Teils der Milch gewohnheitsmäßig ein Reiz zur Milchabsonderung ausgeübt wird, gibt das we'bliche Tier nur so viel Milch her, wie zum Aufziehen eines Junqen nötig ist. Melkt man ferner die Tiere nicht stetig oder geraten «ie durch unordentliche Wirtschaft in andere VerhäUnisse, so verschwindet die übermäßige Milchabsonderung sehr bald gänzlich, WIRTSCHAFT UND SQZIALPQimK Wachsendes Vertrauen Steigende Spareinlagen in der Untersteiermark Die Frisur macht telJ^ hn Süden MafokJco* gibt es einen Ein-goborenenfilaram, der »einen Kindern die Haar» dn grotesker Form scJinoidet, weil man cflaubt, daß davon diie Seligkeit abhängt Da« getarnt« Haupthaar wird bi» auf ein« einzofi« Locke abgeschoren. Die Locüt« läßt man bu In den Nacken hin-«dn waohsen. Dr:»i« Haartracht wird bis Id* höh« AU«r getraigen, weit man fest davon überzeugt ist, dai Allah an die-«•r Loc^k« die Gläubig«n ergreift, um sie in i«ln Paraidies xu holen. Der Volksmund gibt d)ies«r Haartracht auch nocüi eine andere, profanere Deutung. Einstmals soll ein Sultan von Marokko eine rebellierende Stadt, deren Pewohner sich bis zum äußersten verteidigten, überwunden haben. Zur Sir.ile Jur ihre flartnärkigekeit ordnete der Sultan an ,daß die» überlebenden 6o weit in den Süden des Landes verfichickt werden Bollten, daß ihnen jede Rückkehr unmöglich wurde. Die Getangenen wurden in Ledersäcke geschnürt, und immer zwei und zwei an die Flanken von Tragbieren angeschnallt. Als der Führer der Karawane glaubte, so weit mit seiner Fracht gereist zu sein, wie der Sultan befohlen hatte, ließ er die Sa( ke öffnen. Durch das Scheuern am Leder hatten aber alle Gefangenen die Kopfhaut und Haare verloren bis auf einen kleinen Fleck in der Mitte des Schädels. Zur I-rinnerung an diese Deportation sollen nun auch noch heu'o die Nachkommen jener Rebellen d e Haartracht beibehalten haben, die ihre l'i(|iolU'äter zeigten ,als sie damals aus den Sacken geliih'scn wurden. Naturkeller aus der Eiszeit Ein eigenartiges geologisches Natur-dcinkmal befindet sich bei KL Leipisch In der Niederlausitz. Es ist ein Berg aus hellziegelrot gebranntem Ton, in dem sich unterirdische Gänge und kellerar-tige Hohlräume hinziehen, die im Volke als „Romerkeller" bekannt sind. Die Hr-scheinimg ist auf Brnunkohlenlloze zu-rurkznführen, die sich wecjen ihres riro-ßen Reichtums an Sc liwotelkies selbst entzündet haben, l.^ier diesen Hiaunkoh-ien liegt eine .'S bis B Meter starke Dec ke von Flaschentonen. Diireli das langsame Schwelen und Ausbrennen flei Biaun-kohlen wurden nun diese Flasi lieutoiie stark erhitzt und infolgedessen fiei)rdnnt. Die Hitze verursachte außeideni Spalten, die für die Braunkohlen zu Ventilen wurden. Sie konnten so unter neuer l.utt/u-fuhr imm«T weiter glimmen. Durch den anhaltenden Lrclhitiiid wurden alle Tla-schentone am Ausgang der diluvi tThr DoiiiierstnfT. 20. Juli Wim Domgrai-FaOhandpr, Ellze Tllard, Margot Koachlln in einem Gtoßfilm hinrelOoniler Mülodiun AuffordcnmiJ zum Tanz FOr Jugcftdllche zugclnsscnl THtiilch 14.30 Uhr Jugendvorstellung mit vollstSndl-gom t'ronrttmm, Zu allen übrigen VorstellumiRU itünnen jugt-iidllche unter 14 Jabren wegea Pliitz-tnungel nicht zugeldssea werden. Lichtspiele RAST t)onnerstBg, 2(1, Juli Wir machen Musik Hina klelno Harmonielehre mit Edith Osi, Thnnuilla Für Juncnd11f;he nicht tugelasgenl Seid immer luftscliutzbereit! Georg Lichtspieltheater Triiail Donnerstag, 20., FrtMlag, 21. Juli Krlsllna Södctbaum In Das unsterbliche Herz HelorUb Gporge, Paul Wegener. — Mutlkt AIoli Mflichwr. — Rocjie: Volt Harlan, POr Jugendliche nicht zügelnstenI Filmtheater Tiiffer Splelzüiti Wo 17.30, 19 45 Uhti So 15. 17.30, 19.45 Uht Donnerstaq. 20. Juli Eine Nacht im Paradies Fßr Junciidllche zugelassen! Oio Goi^naman niemals so groß Stollen, doB als Uber «Jon Topfbüdon hinaus am Topfranä hopiiBchlligt Um die Hllzo voll auBsuuutzeo, muß Ale mit dom I\and dos TopfbodetiB abscttlicBea 0icscfQUtc 9lat kommt aus der Anzeigen finden durch die Marburqer Zeitung weiteste Verhreituni^^ ^nachdem ^eSrnuclp kj in den MiiJJ«imer ? Aber nelnl Btnken 5ie doch bllloan di«Milli«n«n und Aber-mllllonon voi» Pocfcungon atlai Art, die loglögilich varbrciuckl wordon und di» wir winder-gswiiinvn mCiien, wall et (ich dabei um wartvoll» Altmale-riol hanc'olr, Varbrouclit* Pok. kungan gehfiran olio (ddil in ■•n Mülleimer, tondern In die AltmaterifiliaiTimlung I Icder Oefrlebs- flllirer soll das Iferordnungs-und Pintsblatt des Chefs der Zivilverwal-tunq in der Un« terstelermark lespn. Bezuqs-pruls monatlich RM 1.25. Be-stellunqpn sind an die Ge-schüftßstelle des Verord-nuncis- und Amtebliittcs, Marburq-Drau Badqasfie 6, tu richten. Amtliche ® Bekanntmachungen Der Chel der Zivllverwaltunq In der Unter Steiermark. Preise für inländische Speisefrüh-karfoffeln lür die Zelt vom 20. bis 26, .lull 1944 Der Reichskomraissar für die Preisbildung in Berlin hat mit Runderlaß Ni. 21/44 vom 22. Juni 1944 für die Zeit vom 20 bis 26. Juli 1944 folgende Höchstpreise für Spelsefrühkar-toffeln der Ernte 1944 festgesetzt: Größenklasse I TI In Reichsmark Erzeugerfestpreis fr«l Verladestation oder Verlädestelle je 100 kg.......15,40 9.— Erzeugerfestpreis frei E^ipfangsstatlon je 100 kg ... ........16 _ 9,60 Festpreis einschließlich Versandvorteiler- spanne frei Empfangsstation je 100 kg . 16.60 10,20 Höchstpreis ab Waggon oder Lager des Ernp-fangsverteilers bei Setbstabholung durch den Kleinverteiler je 100 kg.....18,90 12.50 Höchstpreis bei Lieferung frei Lager des Kleinverte'llers durch den Ernpfangsver- teiler je 100 kg.......; . . 19.10 12.70 Höchstpreis bei Abholiinfj dcß Verbrauchers beim Erzeuger je 100 kg.......16.— 9.6O Höchstpreis bei Abgabe ab Verkaufsstelle de« Kleinverteilers an den Verbraucher je 50 kg . . 11.— 7.fio je 1 kg , . . 0.24 0.18 Die Aufrundung und Abruntlung der Pfennigteilheträge darf erst beim Endbetrag vorgenommen werden. Bei einer Lieferung von Speisefrühkartoffcln der Größenklasse II gilt eine Größensortierung von 2 5 big .1.4 cm nach dem grüßten Querdurchmeseer gerechnet oder vom 3—4.5 cm Längendurchmessor gemessen. Der Kloinverteiler darf den Verkaufspreis, der für einen vorangegangenen Zeitabschnitt gilt, nur dann fordern, v^enn es sich um Spe-ieefrühkartoffeln handelt, die noch zum Erzeugerpreis des vorangegangenen Zeitabschnittes eingekauft worden sind. 3149 --------- -----____________________ ____ DER OBERBÜRGERMEISTER DER STADT MARBURG/DRAU Stadtgartenamt Aufruf 1b muß wieder festgestelltwerden, dafl 1« dm Öff«ntl1- chon Grünanlagen der Stadt, auf den SportplStzen, an dem straßengrün und an den damit in Verbindung stehenden Einrichtungen von Kindern und Erwachßenen in unverantwortlicher Weise Unfug getrieben wird (Abreißen von Zweigen und Blumen, Verschleppen und Beschädigen der Ruhebänke, Betreten der Rasenflächen, Befahren der Parkwege mit Fahrrädern usw), welchem mit allen Mitteln begegnet werden muß. Ich fordere daher alle Volksgenossen auf, mitzuhelfen und daraufhinzuwirken, daß diesem Treiben Einhalt geboten wird und die Schuldigen mir zur Bestrafung angezeigt werden. Alle diese Einrichtungen, die der Erholung und der Ent-spannurig aller Volksgenossen dienen, können jetzt im Kriege nicht die nötige Bewachung erhallen und es ist daher Pflicht eines jeden Volksgenossen, selbst für don Schutz seiner Anlagen Sorge zu tragen.« 3150 ____ SCHUBERT Der Oberbürgermeister der Stadt Marburg a. d. Drau Gemüse verteilun g L Für kmderreiehe Familieu, schwangere, und stillende Fraiien Für etwa die nächsten 12 Wochen ist folgende Regelung geplant; Familien mit mindestens 3 Kindern unter 10 Jahren Im Haushalt, haushaltführende schwangere Frauen und haushaltführende stillei^de Mütter sollen bevorzugt mit FrisrhgcmUse versorgt werden. Von der bevorzugten Versorgung sind solche Familien ausgenommen, die seilist einen G«müsegarten haben oder in ihrem Haushalt Personen haben, denen die Arbeit in Gärtnereien gegen Gemüsebezug oder em normaler Marklgang zugemutet weiden kann. Hau&lialte, die von dieser Regelung Gebrauch machen wollen und den angelührten Bedingungen entsprechen, müssen sich Freitag, den 21. Juli 1944 Samstag, den 22. Juli 1944 oder Montag, den 24. Juli 1944 In der Zelt von 7.30 bis 17.30 Uhr zur Erfassung melden n. tw, jene die auf dem rechten Drauufer EINKAUFEN wollen in der Bezirksdienststelle II, Trieslerstraße 44 jene, die auf dem Unken Diamifer EINKAUFEN wollen bsi der Stadtverwaltung; Kernslockgasse 2, Hochparterie links, Sitzungssaal. Mitzubringen ist die neue Kohlenbezugskarte und bei haushallführenden schwangeren Frauen und haiishaltliihrenden stillenden Müttern die vom Erndhrutigsaml B bereits ausgefolgte »Berechtigungskarte lür werdende und stillende Mütter (Wöchnerinnen)« (M 1 oder M 2) oder das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme. Wer die Kohlenbezugskarte nicht erhalten hat, bringt seinen »Haushaltspaß« und die »Einkaufsausweise« (lür Gemüse, Fisch u. dgl.) mit. Ab wann und wo dei bevorzugte Gemüseeinkauf erfolgen kann, wird noch in der Marburger Zeitung am Anlang der kommenden Woche verlaulbart. Näheres darüber ist im Textteil der Marburger Zeitung vom 20. Juli nachzulösen. IL Allgemeine Verteilung Ab Montag, den 24. Juli 1944 wird auf den Gemüsemarkten und bei den Kleinverteilern, das Gemüse grundsätzlich nach der Kopfzahl der einkaufenden Haushalte zugeteilt, fliese Kopfzahl hat der Einkaufende durch die stadlische Kohlenbezugskarte bei jedem Einkauf nachzuweisen. Die Bediensteten der Reichsbahn und die Bewohner des Hutlerblockes, die Kohlenkarten nicht besitzen, weisen die Kopfzahl bis zur Ausfolgung eines eigenen Auswei-ses mil ihrem Haushaltspaß und dem bisherigen Einkaufsausweisen (für Gemüse) nach. Von der Zuteilung des Gemüses nach der Kopf/ahl wird nur Abstand genommen, wenn derart geringe Mengen auf den Markt kämen, daß sich eine Verteilung nach der Kopfzahl nicht lohnt. In diesem Ausnahmsfall wird einfach eine Durch-schniftsmenge an die Käufer abgegeben. Wer seine Ausweise anderen zum Gemüseeinkauf leiht, vereitelt den Versuch einer gerechten Geniüsevej teilung, handelt damit unnnständig und wird bestraft. Außerdem werden ihm die Ausweise dauernd entzogen. Bei den Kleinverteilern kann nach wie vor Gemüse gekauft weiden nur sind bis auf weiteres die bisherigen Kunden-listen nicht bindend. Es vMrd nur verlangt und angenommen daß der, der bei den Kleinvertetlern Gemüse kauft, nicht auch Quf dem Markt einkauft. Die bisherigen GemüsekundenUs'en und die Einkaufsausweise (Gemüse, Fische u, dgl.) treten dann wieder für die Winterversürgimg und bei besonderem Aufruf bindend in Kraft. ' 31.5(^> Gusthausköchiri und Serviererin werden für sofoit gesucht. Maiburg-Drau, Miiliigasse 9. Meier mit I oder 2 Personen wird in Kunigund aufgenommen. Bezahlung nach Übereinkommen. Anzufr. Duchatsch-rf>t«se Nr, 4, Marburg/Drau, von 7_bis 9 Uhr ___ 5669-6 llaiismelster(in) ab 1. August sucht Firma Kdrbeutz, Edmund-Schmid-Gnsse 8, Marburq'Dr., Wohnung steht zur Verfiiqnnq. ___ 5674-6 ragosportlei für sofort ge sucht. Kriegsversehrte bevorzugt. Teilverpflequng In der Werksküche möglich. Anträge in Fb. Herrnaim Wöqerer Marburg-Diau, 5572-C Zwei Lehr|ungen werden aulgenommen bei Kupferschmied Jakob Koß, Marburg'Dr., Adolf- Hitler-Platz _i___5675-6 Gcschüitsdiener gesucht, evt. nur halbtags. ivfjß Radfahren können. Mittagstisch in der Werksküche möghch. Antrage an Firma Hermann Wögerer, Marburg-Drau. 5571-6 Buchhalterin, auch Anfängerin» wird dringend qesucht. Zuschriften unter »Womöglich sofinU an die M. Z, 53Ö6-6 Bärkerlehrlinq wird aufqenom-men. Bäckerei J. Kappel, Kra-nirhfifeld . .5604-6 Meclianlker-Lehrling für Marburg gesucht. Zuschr. unter »Mechaniker« an die M Z. 5460-6 Zu mieten gesucht Beamtin sucht dringend Zimmer, wenn möglich mit Klavierbenützung. Zuschriften an das Arbeitsamt Windiachteistritz. _ Suche ab 15. August für Apo-Ihekerin schönes, möbliertes Zimmer am linken Drauufer. Zuschriften an Mohrenapotlie-ke, Marburq'Drau, Herrenqasse Nr. 12. ___ ____ 5657-8 Alto Pensionistin sucht kleines, möbliertes Zimmer. Zuschriflen unter »Pensionistin« an diu M. Z.________ 5667-8 Alleinstehender, solider höherer Beamter sucht schönes geräumiges Zimmer (auch ohne Wäsche) womöglich mit Bad und Telefon und qanz- oder halbtäqiqer Verpflegung. Angebote unter »Parknähe 279« an die »M. Z.«___5^12-8 Reines möbl. Zimmer sucht dringend nur als Schlafgelegenheit Betriebsführer. Zuschriften unter »Tagsüber auswärts« an die M. Z. 5609-8 Wohnuntjstausch Zimmer, Küche und Speis in der Mühlgasse wird getauscht gegen gleiche Wohnung anderswo. Anfragen Mühlgasse 3 im Geschäft. _5677-9 Tausche schöne, große Wohnung mit Garten gegen kleinere, nur an Reichsbahnbedien-sfeten. 2 Zimmer, Kabinett, Küche, Nebenräume. Marliurg-Drau, Fröbelgasse 9, Magdale-nenviertel. 5670-9 Unterricht Suche für meinen Jungen einen I ehrer für alle Fächer der 2. Oherschulklasse über den Ferienmonaten. Anträge unter »Oberschule» an die M. Z. 5663-IC Suche für meinen Jungen einen Enqlisch-Lehrer über den Ferienmonaten. Hoschltz, Mar-burg'Drau, Lönsgasse 6. 5664-10 Funde und Verluste i}amenregenschirm, schwarz m. grauem Rand, gebogener Grill, im Zuge, der um 20.30 Uhr in Marburg erntriflt, liegen gelassen. .A.hzugeben gegen Belohnung bein^Fundamt._5660-13 Geldbörse verloren. Allere Frau, ersatzpflichtig. Abzugeben gegen Belohnung IHrren-cjasse 28/1, oder Marburgoi Zeitung.____5659-13 Derjenige Herr, der in Grühel den blauen Regenmantel beim Fenster hinausgenommen, soll ihn bei der Geschäftsstelle der Marburger Zeitung Cilli abgeben, ansonst erfolgt Anzeige. ________________________3153J-13 Deckel einer Damenarmband-uhr am Dienstaqmittaq von der Menzelgasse bis zur Auto-bushaltpstelle Drauweiler verloren. Abzugeben gegen gute Belohnung bei Engelsbe''gpr. Drauweiler, Menzelgasse^ 24. Geldbörse mit kleinem Betrag gefunden. Abzuholen in der Tischlerei Pop, Kärntnerstral\e 21, von 11 bis 12 Uhr bei Ko-kol. 5654-13 < - ,r- rHt -CTTfVs '4 -f\i «;.■ ' 'V \ ' 1'" V J m *** j: „t, MAD.AUS & Cü fv'.-. • TI RichÜQC MUH dient rar Erluiiuri-: d-' r.,-si'n::^nlt. denn uffMirna ist ü •. l. ii .-p'.Ofle *le>r Kra.iiihfitslitin^L So' i n « gewohnten CUlNusOi.-U'; i; ' is.'.cütn tcrade ni'lil zur ir?nd se ü, so muS es viirlih'.'rgihL-id auüi : pr.i,:-tiveren n. v.'c t' j e;ner Ptlce Salz in waiineni \V.; -.er, ac'ien. Wissen Sie, cJaR cl>;r P .-'Tiff Hormone gunz ju/.gtn Dcj-tums ist und doß es 1. 04 das erste Mal gelang, em Hormon,also cincnleb3r.;>\viclv tigen körpereigenen Sloff, auf cliemisch'^.'n Wege künstlich herzusttllen? Eine Großtat deutscher Forschung 1. AKzr^EiMnrtL /!urk 'THfn 1 v::f'JChlstsnv/Ireüf Wenn man das , ■; richtig maclil, 'i ) i3t es durchr.ua koinVer;toÜ flogen die K^gtit: „Wäsche tipsparcri - Wa"orh-mittel epp.ren!" vVir Irgen nümlich das zweito Ko,^ti und Uhr. Adresse ;n d. - M. Z. Sporlklndersitz- u. L*egcv>\.j.n in tailt.dlosein Zusljiui- :üt Rundf unkon>pfiiiigt'r i.nu ii Volksempldngor) :iiit gleich zu "fduscluMi gcsiu: it. •Adresse in der «M. 2. .'l.'ii-H Eleganter wcil.cr Soui;.ii'r-Danietimantfl mit Kr.pi.t,; G';, II, geyon ebensohhon fü'big'u zu tauücben (jesuciil F'^ K .'j, Ma'burg-Dr.iu, TiMiet;!: i.fsir, 58. ~ _ :V; .4-14 2 Stabll-Dieselmotore, 6 Iv.s 10 PS liir jeden üeliii-ii. iiuth !ui Landwirtschaft ge, .inet, b.-triebstahig, nur Mi l . 'isk ' . i nötig, leihe oder tau^^ he gegen Fahiiad, N.ihniafciunc k! Rundlunkompfängor mii Anzahlung, Paulitscliits-h, T";i-h-leiei, Kdseing. 12, M-Drau. ^ Tausche guterhaUeii.Mi iltrnn-l.eflerrock hir l^dhrrii! lul-r RundfunkompSind'ji. *7ii b.^sic'v tigen täglich ^wi'-rh.-n l."^ und 17 Uhr, Vn!cnMn-^-i-1i '.i-r-G's: (> Nr 20 hei • V- ' 14 r.(: Danksagung Für die vielen Beweise inniger Anteilnnhmf dem Begräbnis der Fi au Maria Mal/er geh. Inq- Ii(^fli und die wunderbaren Kranz- und U!um"ns;ii iulc i s.. gen wir herzlichsten Dank. Marlinsdorf, Marburg, nin 19. Juli 19-14 Ingolilscli, Kustclnschek, Bruderman und Ruschllseh Die Familien Seile 6 Nr. 202 * DonnerstajJ. 20 Juli 1944 iyLMiu>uxv«^i:.K iL£,iiUlMG Sprechkünstler — Diener der Dichtung Ddi Sprdchdiiit Siichsen, das bereits neuu CiiuiiiiirKj II dtT Spiaciiwissenschatt und Üpiu'.t ii/ithuiuj geschtiffen lidt, ist von (iuuStiier i'mi KLicliSbtatthdller Marlin MiK-ichmtiiiM bf-rt ifträgl wordi^n, auch die spri'Chkiinstleris( hi'n Vcjrträge dt.ul-Bcher Üiciiliuifj richtunrjypbond zu tor-dcrn. D.-n Clcstaltcrn V(mi Dichteilesini-gen und Vorliaqs-ibenden fallen dabei el)i'nM) d.uikljaru wio vurfitlichtendp Auf-gubrn /u. Dosluiü) iuitfo das üprachamt Sachsen (lio Intendanten und rezilato-nsc:ti tiiiifii-n Srhdii'"-;)!C'lor der sächsischen Theatfr und diu übrigen im Ciau wirki'ndfn : prechci zu einer Bespre-fhunn eir'iel.Klfn, bei der (l»r Leiter des Snraclunitos, K'rjit^rungstat Dr. Georg Hdr'.iniinn, die iriiheren und derzeitigen Vfränsi.d!iiiig-ifoimen einer eingehenden Retrach'iinq unterzog und neue Wege tui die i'nLge der Dichtung wies. Alh in natürliches unJ echtes Nach-eniplind. n und NdchtnrTn'^n führt zum wahren Besitz der Dichtung. Das fordert voi-.i Spr(K:hkünsller den Einsatz seiner ganziMi U.i lebiuslahigkeit. Der ^prech-kitnstlcr sr)!l immer und ausschlieniich Dien' f rlcr Dirhtunq sein. Die Schatz-k.iinmer d- r (Unitschen Diclitung ver-pllichtr>t geradezu, die Vortragsfolge nicht immer nur mit einigen „Modedichtern" zu bestreiten. Andererseits darf ober dieser Reichtum auch nicht dazu verführen, ein ,.buntes Programm" aufzustellen. Der AbentI soll stets unter einem zielweisenden Leitgedanken stehen. Der Sprechkunstkreis des Sprachamtes Sachsen wird Dichter, Sprechkünstler, Erzieher und sonstige Freunde der Dichtkunst zu gemeinsamer Arbeit an dieser kulturpolitischen Aufgabe vereinen, in riie such Tamilie, Mitler-.Iunond und Schule eingcsrhallct werden. Auch dort soll die deutsche Dichtung durch Erzählen, Vorlesen und Sprechen noch lebendiger als bisher gepflegt werden, mit dem 7.ic'l, der deutschen Hausmurik eine (ieuf f he Mnusdichlung an die Seite zu stellen. Goethe und Schülcr in Zahlen Im neuen lieft der Zeitschrift ,,Goethe", das soeben von der ünethe-Gesellschaft in Weimar ausgegeben wird, erscheint wiederum die von ilaus Knudsen boar-beilete Statistik der Goeliie- und Schil-ler-Aulführunnen für die Spielzeit 1942 43. In dii.sor Spielzeit wird für beide Dra-mitiker die Tausend-Grenze überschritten. „Zum ersten Mal" — so schreibt Knudsen — „tritt Goethe weitaus an die erste Stelle. Das Gesamtergebnis ist in seiner Hohe üt)orraschend, und man darf Kchon mit gutem Recht einiges Rühmen davon machen, daß die Theater Im vierten Kriegsjahr ein so Umfangreiche» Klassiker-Werk durchgeführt haben." Goeliie ist mit H15 Auffühnmgen so viel gespielt worden, wie in den letzten Jahren niemals. An der Spitze steht I'dust I mit 310 (im Vorjahre 339) Wiedergaben, es folgt der Tusso mit lüß (194), , Iphirjenie mit Ib3 (127), Egmont mit 161 ' (Ml .^uffuhrungen. Unter hundert blei- | lien: Die Mitschuldigen 92 (20), Geschwi- | r.ler 7? (.55), l'rfa\!st 70 (6(i), Clavigo 6n 1112), S'oUa .53 (2H| Mal gespielti die ül>rirqaben. B aut von Mossina h-w '12 ('43|, .huuifrau von Orleans 43 (32), ill"i;s' ins Tiid 30 i?'j) .Aufführungen gcliciht. Neu tritt auf der Pnvnsit mit (55 \Vi(i ff'ibi^n Di(> Gesamtzahl ist für Srhi)i;'r: II II (|prpn 17fi4 im Vorjahre. ^:l•bt ini'itf/tililt sind die Aus^'^nds-Auf-t::iiriuH|('ii, '•n di'"' nrof^R Maria Stuart-\\'if"lf rfi ib ' in Madrid oder der Don C arii's in Istanbul. D r S( hwi'i/nr Fi'mverleiher-Verlag h u «icip.en Mitgli ;dern biri auf weiteres vf;.h()ti-n, i^iimn ausKind^sc.her Herkunft, dio n.ii h (lern 5. .luli dieses Jahrcß in die S( luve ■ ijt-l inqt s.iid, für Vorfiihrun-gen 'ur Vc^ fiiiiung zu «Italien, f^ie Sperre Ijezieh! s ■ Ii nufh auf ausiiuulisrho Wo-cheT^f.-h I. '' Drei Jahre Kreismusikschule Cilli Erfolgreiche Aufbauarbeit, steigende Schülerzahl, gut besuchte Vorspielstunden Dds Gebäude, in dem die Mueikschule der Stddt Cilli heute nocii untergebracht ist, gehört zu den ältesten der Sannetadt. Dicke Mauern umschließen diese« Schul-gebdude, wo eo mancher ergraute Musikliebhaber als Jüngling seinen ersten Unterricht erhielt. Als die Untersteier-mark 1918 unter die Fremdherrschalt kam, verfiel mit der Schule auch das Gebäude. Die allehrwürdige Patina war wie weqgewiticht und machte den grauen Zeichen des Verfall« Platz. Wenn vor dem Weltkrieg gesagt wurde, man müsse nach Cilli gehen, um gute Musik zu hören, so war in den 23 Jahren artfremder »Kultur«, der Geist dieser einst so hochstehenden Musikschule erloschen. Heute sind drei Jahre vergangen, eeit in den alten Bau am Fritz-Zangger-Platz eine neue Musikschule, die Kreismusikschule einqe7oqen Ist. Räume wurden erweitert, Zimmer zusammengelegt, ein Probensaal geschaffen. Die ganze Einrichlunq atmet wieder Sauberkeit. Betrug die Schüler7ahl in der lnqo-slawischen Zeit etwa 150, so sind es heute über 500 lerneifrige Jungen und Mäde!, die mit glühendem Eifer Frau Musica huldigen. Der Raum ist längst ZTi eng geworden. Die Aufnahme der Schüler muß, so lange der Krieg dauert, beschränkt werden. Ein Neubau ist also erforderlich. Er loll nach dem Krieg unverzüglich in Angriff genommen werden, Pläne unereichert. Es würde sich lohnen, semen Studienwerken erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen. Mit schöner, volltönender Stimme sang Herr Dougan da« Lied des Waffenschmiede« von Lortzing, A. Kowatsch »Wohlauf noch getrunken« von Schuhmann. »Ave venun« von W. A Mozart spielte Elfriede Beer am Violoncello, Es ist staunenswert, mit welcher Sicherheit die I Vortragende nach so kurzer Lern^eit I den schwierigen Lagenwechsel he-j herrscht. Wie am Vorabend bildeten ! den Hauptbestandteil des Programms I durchwegs treffliche Klaviervorträge. | Als Abschluß des so gut gelungenen | Abends spielte das Bannorchester die ' »Kindersymphonie« von Haydn. Die j Wiedergabe dieser launigfröhlichen ' Symphonie, In der die Waldvögel mit-konzertierten, möge als Beweis einer ausgezeichneten Gemeinschaftsleistung' gelten. I Ein derart erfolgreicher musikalischer ' Aufbau im Kreis Cilli wäre ohne dss engste Zusammenwirken aller zuständigen Stellen, vor allem mit der Bannführung Cilli, nie möglich gewesen. Ohne das großzügige Verständnis des Dezernates für Begabtenförderung könnten auch nicht mittellose aber begabte Schüler kostenlosen Unterricht erhalten. Aber auch der aufopfernden Tätigkeit der Lehrkräfte muß gedacht werden, vor allem der des Leiters der Musikschule, Pg. Gustav Müller, der mit Geduld, Zähigkeit und entwaffnender Liebenswürdigkeit alle Hindernisse überbrückte und fier Kreismusikschuie Cilli in engster Zusammenarbeit mit seinen Lrhr-kräften wieder jenen guten Ruf erringen will, den sie einst hatte. E. Paidasch Kunstraub und Kunstschutz Griechische Skulpturen aus London nach den USA verschleppt Kürzlich erfuhr man über das Internationale Rote Kreuz, daß die in London aufbewahrten Kunstschätze der Akro-polis nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika gebracht wurden. Den Plünderungen italienischer Museen und Kirchen durch anglo-amerikanische Juden reiht sich damit in England selbst ein Vorgang an, der aus mehr als einem Grunde Aufsehen erregt. Denn das Schicksal der Akropolistempel und ihres Figurenschmuckes lag und liegt nicht nur den Griechen, deren nationales Heiligtum Kie sind, am Herzen. Die vergangenen 150 Jahre haben den Bewunderern der Akropolie die unterschiedliche Kunstauffassung deutscher und britischer Mentalität hingänglich bewiesen. Wer denkt da nicht an Lord Elgin, der im Jahre 1801 von der türkischen Regierung die Erlaubnis erbat, sich »einige Steine von der Akropolis« mitzunehmen. Als ihm die bescheidene Bitte gewährt war, erschien der Schotte mit einer Schar von Arbeitern, und der ersto und größte Kunstrauh der neueren Geschichte begann. Die Figuren aus den Giebelfeldern des Parthenon, der größte Teil des Frieses, zahlreiche Metopen (Reliefplatten) und eine Karyatide vom Erechteion wurden einfach ausgebrochen und nach England verfrachtet. Ddbel ist die Art, wie die Skulpturen von den Bauten entfernt wurden, bezeichnend für das Kunstverständnis des Räubers. Er nahm sich keine Mühe, die Reliefplatten, die über dem Säuloiikranz in die Steinwändp le- diglich eingeschoben waren, wenigstens unter Schonung des geschändeten Tempels zu enfernen. Er ließ sie einfach herausmeißeln. Das war «chneller und billiger. Dia Kulturwelt schrie auf über solche Barbarei, und auch Goethes Stimme fehlte nicht in diesem Protest. Die edelsten Bildwerke des klassischen Altertums, einzigartige Geschenke der antiken Kunst an die Nachwelt, drohten im Privatbesitze des Lords ihren Bewundern für immer entzogen zu sein. Empört for(Jerte man von dem RÄuber ihre Auslieferung. Bis 1816 tobte der Streit. Dann entschloß «ich Elgin, den Marmorschatz an das Britische Museum zu verkaufen. 37 000 Pfund Sterling brachte das Geschäft. Das Museum aber erklärte heuchlerisch, es wolle die Kunstwerke nur aufbewahren, bis Griechenland frei werde vom türkischen Joch. Das geschah wenige Jahre später, die Skulpturen jedoch blieben selbstverständlich in London, Im Laufe von 150 Jahren sind sie, der strahlenden Sonne Griechenlands entbehrend, durch die Einwirkkung von Luftfeuchtigkeit und Ruß grau und unansehnlich geworden. Nun werden sie nach Amerika gebracht. Wer kann noch hoffen, sie kehrten je an ihren alten Platz zurück? Zwischen britischer und deutscher Kunstliebfl Vergleiche zu ziehen, hatte Griechenland inzwischen Gelegenheit Bereits zwanzig Jahre nach dem schändlichen Handel Elglns war Im Gefolge des Wittelbachers ein junger Archäo- loge, Ludwig Roß, in das befreite Athen gekommen. Aus einer Festungsmouer, ; die von den Türken auf der Akropolis J errichtet worden war, trug er Stein um , Stein den Tempel der Athena Nike ; (Bauzeit 421 vor unserer Zeitrechnung) j zusammen und stelle ihn dort wieder i auf, wo er vor Zeiten gestanden hatte, ! neben den Propyläen. Deutsche Forscher waren es später, die hinter der Umfassungsmauer der Akropolis in gemeinsamer Arbeit mit Griechen die zum Teil gut erhaltenen Weihgeschenke (Akropo-iis-Koren) aus frühklnssischer Zeit fanden. Die Statuen befinden »Ich heute noch in Athen! Man hat auch im jetzige,n Kriege nie an die »Entfernung« der griechischen Kunstschätze gedaciit, wie sie Engländer und Amerikaner in ihrer Profitgier allerorts betreiben. Im Gegenteil. Bei der Flehördö des Militärbefehlshabers Griechenland wurde das Referat Kunstschutz eingerichtet, das, von einem namhaften Archäologen geleitet, durch Ausgabe von Merkblättern über die vielen Kunststätten Griechenlands den Wissenshun-ger der Soldaten stült. Zu jeder Stunde gehen Besucher aus allen deutschen Gauen zwischen den ragenden Säulen j der Antike. Keiner von ihnen denkt I daran, ob oder wie man diesen Reich-j tum ausbeuten könnte. .Still und dank-I bar genießen sie die Werke unter dem I Himmel, der sie uns vor Jahrtausenden I schenkte. i jf-Kriegsherichler .loupf von GnlUschek, ff-PK Der Mann mit dem Blütenbaum Dem Japanischen nacherzählt Von Hedwig-Margarete Gangl In einem Dorfe lebten zwei Nachbarn, deren Grundstücke nur durch einen Zaun getrennt waren. Der eine nun war em gutmütiger, fleißiger Mann, der «einen kleinen weißen Hund über alle« lieble, der andere war neidisch und boshaft und hatte dazu eine böse Frau. Nun ging der gute Mann einmal wie so oft in seinen G»arten, um zu graben. Da lief ilun das Hündchen nach und blieb ein Stück entfernt von ihm ite-hen, und bellte ohne Unterlaß, «o al« wollte es sagen: komm her, arbeite hierl Der Mann unterbrach schließlich seine Arbeit, ging zu der Stelle hin und begann dort zu graben. Und siehe da, was zum Vorschein kam, war ein riesiger Schatz pures Goidl »Das ist ja merkwürdig«, sagte der andere Mann, der über den Zaun gesehen hatte ,als der Hund so laut bellte, und der Neid regte sich bei ihm. Er erzählte alles seiner Frau, und nun begannen auch sie in ihrem Garten zu graben, fanden aber nichts. Wenige Tage darauf hörte der neidische Mann den Hund wieder belleni er lief eiligst zum Zaun imd konnte gerade noch seilen, wie der Nachbar aus einem Holziclotz islanke« Gold herausschlug. Da ging er einige Zeit danach hinüber und bat den Nachbar, ihm den Holzklotz zu leihen, da der seine schadhaft sei, und der gute Mann erfüllte seine Bitte. Drüben bed sich at>«r begann ei mit dem Beil den Klotz zu bearbeiten) aber, ob auch die Späne flogen, kein Goldstück sprang heraus. Da packte Mann und Prau ein großer Zorn, und der Mann ging auf den Rat der Frau hinüber und bat; »Leih mir deinen Hund, damit er mein Haus bewacht. Ich muß mit meiner Frau aufs Feld und möchte das Haus nicht allein lassen, es könnten Diebe kommen und mich berauben.« Da lieh der gute Mann, nichts Böses ahnend, iimi auch sein Hündchen. Der Nachbar aber fing nun an mit Hilfe des Hundes in seinem Garten zu graben ,fajiid aber nichts als alte Tonscherben. Da schlugen sie das arme Tierchen tot, legten m seinem Herrn vor die Tür und »agten ihm, es wäre gestorben. Der gute Alte grämte sich sehr und begrub es unter einem Kirschbaum am Gartenzaun. Nun geschah ee im Winter, daß der We-ne-heka, der Sohn der Sonne, also der Kaiser, durchs Land zog, und alles drängte sich und wollte ihn sehen. Der bescKeidene Alte stieg auf den Kirschbaum und jubelte ihm zu. Mit einem Male begann der Baum über und über zu blühen und streute seine schimmernden Blütenblätter über den Kaiser und sein Gefolge. Der Kaiser fragte erstaunt, wer der Mann sei, der Im Winter dia Bäume zum blühen brächte und ließ ihn reich beschenken. Als der Nachbar da« sah, versuchte er von seinean Baum aius eilgst dasselbe, aber ea regnete nur Staub und Asche hera:b, und der Kaiser Heß ihn ergreifen und in« Gefängni* werfen. Steigender KuUurwille im Elsaß Auf einer Kundgebung der NSDAP im Elsaß teilte der Chef der Zivilverwaltung im Elsaß, Gauleiter und Reichsstatthalter Robert Wagner, in einem von ihm gegebenen Rechenschaftsbericht 1943/44 mit, daß die Gesamtzahl der Ton den Theatern Straßburg, Mühlhausen und Kolmar im vergangenen Jahr durchgeführten Vorstellungen 1534 betrug mit einer Besucherzahl von etwas über einer Million. Das sind 200 000 Besuche mehr als im Vorjahr. Seitens des badischen Kultusministeriums sind den Museen durch Ankauf von Kunst- und Sammlungsgegen-ständen Werte in Höhe von 1 035 01)0 RM zugeführt worden. Die Zahl der Filmtheater ist im Elsaß um fünf erhöht worden und beträgt nunmehr 60. Die Besucherzahl hat eine Höhe von 10 16f1000 erreicht, da» ist eine Zunahme um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Historiker und Präsident der Wiener Akademie der Wissenschaften, Professor Dr. Heinrich Ritter von Srbik sprach in Krakau vor der Gesellschaft der Wissenschaften des Generalgouvernements über Thema »Vom Rfichs-gedanken des Prinzen Eugen von Savo-yen«. VOä^üAINJ; i S5UNTKR! Roman von Olc Stefani Nacliürucksri'i Iii Knort & Ilirtti. K. G., Münclicn 31. lorteict/ung „Der Wi'irüt tk-m ich ntrj.ie!c'vn-mi'n i)iii!" riiisKi'i.- er ihr atoml">& \ LauiL'i zu. ..Fciliron Sü* bitte nii'iich .m den H.ils .lie-prolit, dio fotte Wirtin rc'i''hif ilu '.^c-radi cip..!! Ltinwiindlappcn hin. Die Alte- schi' ltf Fropuy von li: r Seit*' hfv an. Kiinnicrto sich d.mn nicht imhr imi iliu. l'if hlii b hn-it im ZiniiTji'r stöhn, die wuht'".' !! LipiJt-n erwartungsvoll V')r- yiiiiiii'II, liiiisy .fi>-CO saü bleich und zusum-m' nsii ' iU'I i ahor ihre Auucn blickten itutil und ub'.voi^ciui auf dLii Neger. „Wie geilt es Ihnen?" fray'e er erregt. Sie antwortete nicht, gab Jor Wirtin mit Schuller und Kinn einen ungertul digen Wink, die richtete sich .^ch/ciid auf und schrie Froqgy an; ,Wol wollen Sic denn? — Hier ist kein Zirkus! — Jehn Sie man weiter, hier ist nipcht los, dio Dame is ausjcrutscht —• wat kieken Sie denn?" Froggy atmete erleichtert auf — s(.i-no Lippen zogen sich zurück. „Snil ick 'n Taxi bestclleir, Inä' Frau?" fragte die Wirtin. „Nein." Froggy ging bedächtig zum Schanktisch. ..Kann ich haben zum Trink'^n?" Die Wirtin bediente ihn miuTisch Von Daisy Joyce kam kein Laut Kin unbehagliches Schweigen über dem schlecht beleuchteten Raum Dann erhob sich Daisy Joyce — ge rade imd ruhig und ohne zu schwanken. Das Tuch um den Ha!s gcscii'.un-gen, ging sie mit straffen Schritten zur Tür. die dio Wirtin eilig öffnete. „franko — danke scheen, ,jnä' Frau!" Dio Wirtin kniffte mit den fetten Htln-don den Geldschein zusammen, den Daisy Joyce Ihr zugesteckt hatte. Froggy glotzto nachdenklich auf die Tür. die sich hinter der Amorlkauerm gOKchlossen hatte Er griff in seine W'>-stentasche und le.^te belläulig einen Zehnmarkschein auf den Schanktiscn. Die Wirtin scheuerte .'ichzend an dem Sc.sbt'I hcium, auf dum Duiby Joy- ce gesessen halle, und schielte mürrisch auf die Banknote. Froggy ging mit seinen lautlosen, watschelnden Schritten zu einem 'ie-gal. nahm eine Zeitung herunter, blätterte und fragte in die Zeitung hinein: „Die beiden Herren — sie kommen oft hierher?" „Welche beiden Herren?" fragte lie Wirtin böse. Er beobachtete sie, wie sie an der schmierigen Lampe, die in der Mitte von der Decke hcrabhing, herumwischte. „Dio beiden, die im Hinterzimmer waren!" sagte er grinsend. „"Wieviel soll ich Ihnen rausjeben''" fragte die Alte, zum Schanktisch schlurfend. ,.Hicr noch eine Mark für den Kognak!" sagte Froggy liebenswürdig. „Dio zehn Mark können Sie behalten." Sie starrte ihn stumpfsinnig über den Tisch hinüber an. „Sic kennen gut die Herren, 1a?" Er grinste sie vertraulich an. „Ick woeO nischt von Herron, »l'e heule hier waren!" sagte sie breit, einen schmutzigen Zeigefinger erhebend ,,— Merken Sic sich det!" ,,Abcr ich habe sie doch selbst gesehen!" redete er ihr gutmütig zu. „Wilsen Sie. wo sie wohnen?" Dio Wirtin sagte kein Wort, sie fegte mit einem kurzen Besen den Geldschein vom Schanktisch und wandte sich den Flaschen auf dem Regal nln-tcr itir zu. Der Neger hob melancuo- lisch den Geldschein auf. Er hielt ihn noch in der Hand, als sich die Tür <517-nete und ein paar Männer eintralea. Große, derbgebaute Kerle in Arbeiter-kieidung. Sie musterten ihn schweigend und setzten sich auf eine Bank. Froggy blieb an der Theke stehen und lutschte an seinem Kognakglas. Die Wirtin ging zu den ArVicitern und flüsterte eine Weile mit ihnen. Worauf sie Froggy finster anstarrten. Er seufzte. Da war nichts zu machen. Er sagte laut: „Gute Nacht!" Niemand antwortete. Er ging lan^'-sam hinaus und als er die Tür hinter sich zugeschlagen hatte, hörte er ein mehrstimmiges, drohende.«; und spöHi-Kches Geläciiter au.s der Wirtsstubc Er lief eine Weile durch die Straßen und murmelte vor sich hin Nach einer Viertelstunde sah er auf Er stand voi' einer Haltestelle der Untergrundbaiin Er setzte sich in einen Zug nach dem Zoo und ging zum Steinplatz. Der Portier der Ponsifui Hörmann bctrachtoic ihn von oben bis unten. „Ich will sehen, ob Fräulein Joyce noch zu sprechen ist!" brummte er unfreundlich. „Sie können sich ja s )lnr,<.>o hinp"tzen!" Froggy nahm auf einem der Stühle in der Halle Platz. Oer Stuhl knackte unter seinem Gewicht. Arli,«* hielt er seinen Hut auf den Knien Der Portier zog sich in seitie Loge /u**ück, ohne Froggy aus den Augi n zu Uisser.. und hob den Hörer des Haustelephon'? ab. Frofigy wartete geduldig. Jemand kam die Haupttreppe herab. Ein breitschultriger Herr, der den Portier grüßte und das Haus verließ. Froggy hatte das Gesicht des Mannes nicht senen können und blickte ihm, aufmerksam geworden, nach. Die breiten Schultern, der etwas schleppende Gang, die Art, den Hut im Nacken zu tragen — er fühlte sich erinnert. Wußte nicht, an wen. Er suchte angestrengt in seinen Gedanken. „Bedauere —!" sagte der Portier aus der Tür seiner Loge. „Fräulein Joyce ist heute nicht mehr zu sprechen S^e hat sich schon zur Ruhe iiegeben!" ,,Aber ich wollte mich nur erkundigen —!" Der Portier gab keine Antwort, ölT-nele stumm die Tür. Argerlirn sjhub sicli Froggy hinaus. In der milden Abondluft blieb er einen Augenblick stehen. „Ah —I" sagte er plötzlich vor sich hin. Er war noch auf den Stufen. Der Portler sah ihm mißtrauisch nach und ließ die Tür mit dumpfem Knall zufallen. Froggy war nämlich eingefallen, was er eben noch vergeblich gesucht hatte; der Mann, der eben aus der Pension Hörmann gekommen war, war kein anderer gewesen, als jener aufdringliche Fremde aus dem Garderobengani' des Theaters in Bärnburg. Froggy gab sich einen Huck und spültlc umiier Er lief ins zur Harden-bergslraße und blickte sich nach jeder Hichtung um. Aber er sah den Mann iiiciit mehr.