Llübachkl TaMtt.^ Rcdaction und Expedition: Bahnhosgasie Nr. 15. ^ ... ^ ^ - , . ^ Prännmeration-vreile: uv . I»s«rtion»preisk: Ein- . ^ ^ ' 1 ^7 S>tr Laibach: Ga»,j. fl. 8 40 II«. 8»st .»stell»»» in« H-uS vrllj. LL Ir. "it der Post: «Sanziäbr. fl. IS. Dienstag, 25. Mai 1880.— Morgen: Philipp Neri. WLEng^»V 13. Jahrg. Die Früchte der Versöhnungsära. „Wer Unfrieden säet, wird Zwietracht ernten!" Dieser Satz ist alt. Eine der unanfechtbaren Sentenzen der allgemeinen Volksmoral, verfügt er überdies über die heiligende Autorität der biblischen Tradition, und hätte sich daher ein Ministerium, welches seinen clericalen Freunden zu Liebe der interconfefsionellen Neuschule das Mäntelchen konfessioneller Religiosität umhängen will, süglich die Mühe ersparen können, auf Unkosten der inneren Ruhe Oesterreichs und seiner konstitutionellen Entwicklung neue Belege zum längst bewährten Satze zu beschaffen. Denn was sind die Erfolge einer Politik, welche den Nationalitätenstreit dadurch zum neuen Leben wachrief, dass sie der deutschen Sprache ihr, wenn auch nicht auf vergilbenden Pergamenten verzeichntes, so doch historisch erworbenes Recht als Staatssprache zu verkümmern suchte? Ein Erisapfel wurde die Stremayr'sche Sprachenver-ordnnng unter die Bevölkerung geworfen, und die Proteste dagegen, welche aus allen Theilen Deutschböhmens einlausen, sind die ersten Früchte dieser That. Aber Minister v. Stremayr war nebenbei in einer argen Täuschung befangen, wenn er den unabhängigen Richterstand mit der Bemerkung, dass er von ihm Gehorsam erwarte, zur Unterordnung unter das Sprachenzwangsgesetz bewegen zu können glaubte. Denn steht auch den Gerüchten keineswegs das Recht zu, gehörig kundgemachte „Gesetze" auf ihre Giltigkeit zu prüfen, so heißt es doch in den Satzungen der Staatsgrundgesetze über die richterliche Gewalt ganz ausdrücklich, dass die Gerichte über die Giltigkeit von „Verordnungen" im gesetzlichen Instanzenwege zu entscheiden haben. Und dass die Stremayr'sche Sprachen-zwangsversügung nicht als „Gesetz", sondern eben nur als „Verordnung" ausgefasst werden kann, liegt so klar zutage, dass es wirklich ganz überflüssig erscheint, darüber auch nur ein einziges Wort zu verlieren. Allerdings wurde uns gesagt, dass durch die Spracheuverordnung nichts in den bisherigen Gepflogenheiten der Rechtspflege geändert werden solle. Wir aber haben ebenso wie die gesammte unabhängige Presse schon bei dem Bekanntwerden der Stremayr'schen Verordnung die Befürchtung ausgesprochen, dass die czechische Agitation auch bald in rein deutschen Gegenden Böhmens czechische Eingaben an die Gerichte provocieren werde, um als natürliche Folge davon eine Besetzung auch der Richterstellen in rein deutschen Bezirken mit czechischen Beamten zu erzwingen. Und siehe da — wie „Nar. Listy" melden, ist auch bereits bei dem Bezirksgericht der Stadt Eger der Versuch einer ezechischen Klage gemacht worden. Der betreffende Richter handelte, wie er nicht anders handeln konnte, wenn er zur Grundlage seines Verhaltens nicht die Gesetzesauslegung des Ministers, sondern die Ueberzeugung seines richterlichen Gewissens machen wollte. Er wies die betreffende czechische Klage mit dem Bescheide zurück, dass im ganzen Sprengel des Egerer Kreisgerichtes die deutsche Sprache die allein landesübliche und als solche auch die alleinige Gerichtssprache sei. Nach dem oben Bemerkten hatte der betreffende Richter nur kraft eines ihm zustehenden Rechtes gehandelt, ohne dass man ihn deshalb zur Rechenschaft ziehen könnte, so lange nicht das Reichsgericht sich über die Rechtsgiltigkeit der Stremayr'schen Verordnung ausgesprochen hat. Ein solcher Ausspruch muss um so eher erfolgen, nachdem, wie bekannt, auch bereits die Stadt Reichenberg um ein Urtheil des Reichsgerichtes in der betreffenden Sprachenfrage ansuchte. Bis dorthin bleibt die Stremayr'sche Verordnung eben nur eine administrative Verordnung, ohne bindende Gesetzeskraft für den Richterstand, und wird hiedurch die Aussicht auf eine Reihe von Conflicten zwischen der Regierung und dem Richterstand eröffnet, welche keinessall dazu beitragen werden, die Autorität der ersteren zu kräftigen und die Versöhnung der Nationalitäten zu fördern. Wie man in den verfassungstreuen Kreisen des Herrenhauses über die „Aera der Versöhnung" denkt, beweist die gestrige Rede Hasners im Herrenhause, und sollten wir über das Bemühen, die deutsche Sprache zugunsten slavischer Idiome aus dem öffentlichen Verkehre zu verdrängen, noch das Wort eines gewiss nicht vom deutsch-nationalen Chauvinismus angekränkelten Geistesheroen anführen, so können wir uns hier auf einen in der Prager „Mont.-Revue" veröffentlichten Brief Grillparzers an die Lesehalle deutscher Studenten in Prag berufen, in welchem Grillparzer erklärt: „Seitdem das Latein aufhörte, die gelehrte Welt zu beherrschen, war Böhmen deutsch und ist deutsch und wird deutsch bleiben; sollte selbst die Regierung sür einen Augenblick ihre Mission in dieser Beziehung vergessen, so ist die Gewalt der Dinge viel stärker, als alle Regierungen, und wer in Böhmen am Deutschen sesthält, erspart sich die Mühe, erst später wieder zu erwerben, was er jetzt schon kann." Oesterreich-Ungarn. Die bereits an leitender Stelle erwähnte Rede, mit welcher gestern Dr. v. Hasner im Namen der verfassungstreuen Pairs dem Eoalitionssystem und seinen nach der einen Seite beunruhigenden, nach der ändern Seite hin aber zu neuen Anforderungen aufreizenden halben Zugeständnissen den Fehdehandschuh hin-wars, ist eine hoch bedeutsame Kundgebung in einem Momente, in welchem auch außerhalb des Parlaments die Stimme des steuerkräftigsten Volkselements, der gewerbefleißigen und bildungstüchtigen Bevölkerung Deutschböhmens, der vorhandenen Unzufriedenheit mit den Maßnahmen der Regierung mit geradezu erstaunlicher Einhelligkeit Ausdruck verleiht. Noch vor Beginn der betreffenden Debatte im Herrenhause wurde von der Regierung und vom Ministerpräsidenten der Versuch gemacht, die Versassungspartei zu einem Eompromisse zu bewegen und dadurch die für da- Feuilleton. Waisenhaar und Edelweiß. Eine Erzählung aus den Tiroler Bergen von Dr. Hans Kraus. I. (Nachdruck verboten.) Knapp an der Stelle, wo der Saumweg des tief eingeschnittenen, vom schäumenden Wildbache durchrauschten Seitenthales in die längs der Berglehne sich hinziehende Heerstraße einmündet, liegt ein nicht unansehnliches Gehöfte. Es hat die Hauptfronte des Wohnhauses der Heerstraße zugekehrt, und die Futterkrippen vor der Thüre und der Reisigbüschel über derselben lassen dessen Bestimmung als Einkehrhaus deutlich erkennen. Früher ist es hier sehr lebhaft zugegangen, und der Bachwirt stand im Rufe eines der reichsten Bauern im Thale, dem es nicht darauf ankam, bei einem Hochzeitschießen oder irgend einer anderen festlichen Gelegenheit einen blanken Hunderter unter die Leute zu bringen. Seitdem aber die Bahn geradewegs über das Gebirge gebaut worden war, hatte sich der Verkehr andere Wege gesucht. Anstatt der schwerbeladenen Lastwagen, welche ehedem oft in langen Reihen vor dem Bachwirtshause standen, während die Frächtner drinnen sich auftragen ließen, was gut und theuer war, zählten jetzt nur mehr die Holzfuhrleute der nächsten Umgebung zu seinen ständigen Gästen. Für diese armen Schlucker, welche kaum ein paar Kreuzer für ein Kelchgläslein Kersch-ler oder Enzeler * im Sacke hatten, war aber Küche und Keller des Bachwirtshauses eben so wenig gebaut, wie für die Grvdener Herrgottshändler, welche ab und zu mit ihrem Karren voll gekreuzigter Heilande und lebendiger kleiner Kinder vor dem nunmehr vereinsamten Gasthause hielten, um im Winter eine Schale Suppe, im Sommer eine Handvoll Kukuruzmehl oder, wenn's hoch gieng, ein Dutzend erbettelter Kartoffeln am Herdfeuer der Wirtsküche zu sieden und statt mit klingender Münze mit einem herzlichen „Vergelt's Gott" zu bezahlen. Der Bachwirt vermochte diese Veränderung um so weniger zu ertragen, als gerade zur Zeit des Kerschler, Enzcler — Kirschgeist, Enziangeist. Bahnbaues seine Gaststube von Arbeitern wimmelte, während drinnen im Herrenstübchen die Herrn Ingenieure ihr Hauptquartier ausgeschlagen hatten, um sowohl den Leistungen von Küche und Keller als auch der Schönheit des gefallsüchtigen Wirtstöchterleins alle Gerechtigkeit widersahreu zu lassen. Als aber die Bahn vollendet war, gieng es mit dieser Herrlichkeit zu Ende, ohne dass die hübsche Cilli für ihre Liebenswürdigkeit den nunmehr verschwundenen vornehmen Gästen gegenüber etwas anderes geerntet hätte, als den Spott der Bauernburschen, welche einer Dirn' selbst ein wiederholtes Abirren vom Tugendpfade mit einem Burschen ihresgleichen weit eher verzeihen, als das Scharmuzieren mit hergelaufenen Fremden. Was aber dem Bachwirt, ihrem Vater, weit mehr Kummer machte, als daS Wegbleiben des übermüthigen Herrenvolkes, das war der Umstand, dass die Bahn den ganzen Fracht, verkehr an sich zog und dass ost Tage vergiengen, bevor er einen Peitschenknall zu hören bekam. Da-für gab cs ihm jedesmal ordentlich einen Stich inS Herz, wenn der schrille Pfiff der Locomotive von der anderen Seite des Thals über den Fluss her-überscholl. War es doch, als ob sich das schwarze. Ministerium jedenfalls nur unangenehme Generaldebatte über den Staatsvoranschlag in Wegfall zu bringen. Aber die Erfahrungen, welüe die Liberalen Oesterreichs mit den Verheißungen des Systems Taaffe zu machen Gelegenheit hatten, sind nicht derartig, dass die Verfassungspartei des Herrenhauses durch dieselbe zu einem neuerlichen CompromisS ausgemuntert werden konnte. Und so musste sich denn die Regierung, welche sich von ihren Freunden als eine „conservative" bezeichnen lässt, darein fügen, von einer Stelle herab ein Verdammungsurtheil ihres Systems zu hören, welche gewiss nicht als der Platz bezeichnet werden kann, von welchem aus aufreizende Reden durch das Fenster hinaus unter die Bevölkerung geschleudert werden. Dr. v. Hasner erklärte von vorhinein, dass er sich mit der Verfassungspartei des Abgeordnetenhauses auf einem und demselben Boden befinde, und das, was er gegen die Haltung der Regierung in der Unterrichtsfrage, über die Veränderungen in der Unterrichtsverwaltung und die Gefälligkeitsdienste des Ministeriums gegenüber den Autonomisten anführte, waren ebenso viele scharf gezielte und schneidige Streiche gegen das ganze System, welches unter dem Schlagworte einer Aussöhnung der Nationalitäten den nationalen Hader in Permanenz erklärt und den Reichsgedanken separatistischen Gelüsten mehr oder minder interessanter Nationen und Natiönchen aufzuopfern droht. Mit Stolz betonte Dr. v. Hasner, dass er sich zur centralistischen Partei bekennt, aber mit aller Entschiedenheit weist er zugleich die dreiste Verdächtigung von sich, als ob die Verfassungspartei sich jemals dort auf den Standpunkt der Unversöhnlichkeit gestellt habe, wo die Anforderungen auf Wahrung der historischen Rechte mit der Erhaltung des Reichsgedankens verträglich waren. Als historisches Recht müssen aber auch die Anforderungen der hervorragenden Stellung betrachtet werden, welche die deutsche Sprache sich erworben hat und welche sie nicht aufgeben darf. Redner sprach schließlich die Befürchtung aus, dass das gegenwärtige System als ein System halber Gedanken und des Experimentierens dem Staate noch gefährlicher werden könne, als die ganze That des Föderalismus. Gegenüber den Versuchen der czechischen Presse, die bevorstehende Kaiserreise nach Böhmen mit den Zwecken des Coalitionsministeriums in Zusammenhang zu bringen, versichern die Offtciösen, dass die angekündigte Reise des Kaisers nach Böhmen und Galizien bloß zum Zwecke der Inspektion der Armeecorps stattfinden werde. „Solche Reisen des Monarchen", bemerkt die „M. K.", „erfolgen in der Regel alle zwei Jahre, und funkensprühende Satansross, welches selbst der Pfarrer von der Kanzel herab als ein Werk des Teufels und als eine Erfindung der gottvergessenen Freimaurer bezeichnet hatte, sich noch lustig machen Wollte über den ohnmächtigen Grimm des Bachwirtes, dem es die Frachten sammt den Fuhrleuten förmlich vor der Nase wegführte. Darum litt es ihn auch nicht mehr im Hause, und mit wahrhaft fieberhafter Hast suchte er Gesellschaften und Unterhaltungen auf, um nur seinen Aerger und Groll hinabzuwürgen. Anfangs that er es zur Zerstreuung, später aus Gewohnheit, und bald gab es weit herum kein Bestkegelschieben, keinen Jahrmarkt, kein Scheibenschießen mehr, bei welchem der Bachwirt nicht dabei gewesen wäre. War er früher nicht knauserig gewesen, so warf er jetzt das Geld mit beiden Händen zum Fenster hinaus, nur um den leidigen „Frotzlern"* zu zeigen, dass der Bachwirt wegen einer so lumpigen Bahn noch lange keine Noth zu leide» brauche. Je mehr er aber prahlte und je freigebiger er bei solchen Anlässen jedermann tractierte, der * Frohler — Spötter. auch diesmal wird der ausschließlich militärische Charakter derselben strenge gewahrt werden, wie schon aus dem Umstande hervorgeht, dass in der Begleitung des Kaisers sich kein Minister und überhaupt keine politische Persönlichkeit befinden wird." In den letzten Tagen war mehrfach davon die Rede, dass Oesterreich vor kurzem Gelegenheit hatte, Niederlassungen auf der reichen Nordküste Borneos zu erwerben. Die Angelegenheit verhält sich folgendermaßen: Der frühere österreichische Consul >n Hongkong, Herr Overbeck, hatte von drei Sultanen auf Borneo das Souveränetäts-recht für einen großen Theil der Nordlüste von Borneo erworben. Er hatte nun einen Plan ausgearbeitet, Borneo zu kolonisieren, und sich damit zunächst an die österreichische Regierung gewendet. Diese war auch, wie Herr Overbeck versichert, anfangs nicht abgeneigt, auf seine Pläne einzugehen, brach aber die Verhandlungen ab, als der Einmarsch in Bosnien ihr andere Angelegenheiten nahe legte. Jetzt sucht er die deutsche Regierung für seine Pläne zu gewinnen, und der Reichskanzler hat sein Interesse dafür ausgesprochen; desgleichen der Chef der Admiralität, da auf der Nordküste von Borneo ein ganz ausgezeichneter Kriegshafen sich befinden soll. Deutschland. Wie der „Kölnischen Zeitung" aus Rom berichtet wird, steht dem Papste die neue kirchenpolitische Vorlage nicht recht zu Gesicht. „Der Weg — so heißt es in dem betreffenden Telegramme — den die preußische Regierung mit dem Ministerialbeschlusse vom 17. März sowie mit der Vorlage über die Maigesetze eingeschlagen, hat nicht den Beifall der päpstlichen Curie. Cardinal Jacobini ist beauftragt, der preußischen Regierung zu eröffnen, dass der Papst das sacultative System, wofür sie sich entschied, missbilligt und demzufolge die in seinem Breve an den Erzbischof Melchers bezüglich der Anzeige der Priester-Ernennung gemachte Concession zurücknimmt und für ungeschehen erklärt. Frankreich. Die von communistischer Seite für vorgestern in Aussicht genommene Demonstration zum Gedächtnisse der vor neun Jahren füsilierten Commuuards ist so ziemlich im Sande verlaufen. Es kamen wohl einige Verhaftungen vor, doch wurde die Ruhe nirgends in bedenklicherem Grade gestört. Bei den vorgestrigen Deputiertenwahlen erhielt in Lyon Blanqai 5957, der radicale Arbeiter Röchet 5098 und der Radikale Ferrer 2650 Stimmen; 1902 Stimmzettel waren ungiltig. Ferrer tritt für die engere Wahl zugunsten Blanqnis zurück. In Aurillac wurde der Republikaner Bastide mit 8899 Stimmen gegen den Intransigenten Cabanes gewählt, auf mit ihm recht weidlich über die dreimal vermaledeiten Eisenbahnen zu schimpfen gesonnen war, um so vernehmlicher flüsterten sich die Bauern der Nachbarschaft ins Ohr, dass im Bachwirtshause das Bargeld allmählich so rar geworden sei, wie die Schwalben im Winter, und dass in dessen völlig geleerter Vorrathskammer nur mehr die Mäuse allerhand lustige Kurzweil trieben. Den Baulichkeiten des Gehöftes sah man zwar den inneren Verfall des häuslichen Wohlstandes noch nicht an; was aber die innere, immer tiefer in Schulden ge-rathende Wirtschaft selbst anbelangt, so schien sich bei ihr die Wahrheit des alten Spruches zu bewähren: „Wenn der Teufel einen Bauernhof verderben will, so setzt er ein Weib als Schaffnerin hinein!" Die Bachwirtin war ein krankes, schwaches Leut, das nicht einmal den eigenen Mann, geschweige denn fremde Dienstboten zu regieren wusste, und die schöne Cilli hatte viel zu sehr mit sich selbst und ihren Blumen zu thun, als dass sie sich um Feld- und Alpwirtschaft kümmern konnte. Während aber die Blumenrabatten des Hausgärtchens mit ihren zahlreichen Stöcken von Gelbveiglein, brennender Liebe und anderem bunten Blumenwerk welchen 7081 Stimmen entfielen. In Riberac wurde der Bonapartist Lanoe gegen den Republikaner Simon, in Sarlat der Republikaner Roger mit 8769 Stimmen gegen den Bonapartisten Sorbier mit 6648 Stimmen gewählt; die Republikaner gewinnen diesen SiH. In Marseille verlief die Wahl an Stelle der zurückgetretenen achtzehn oppositionellen Municipalrätye resultatlos, nachdem die Zahl der Wählenden nicht den vierten Theil der in die Wählerlisten Eingetragenen erreichte. Türkei. Die „Agence Russe" erklärt die Entstehung der zahlreichen Gerüchte über diplomatische Konferenzen in folgender Weise: Die Colleetivnote der Mächte inbetreff der montenegrinischen, griechischen und armenischen F^age wurde der Pforte noch nicht zugestellt, weil es nothwendig erschien, der Note einen Passus anzufügen, , in welchem die Pforte befragt wird, ob sie die Erklärung aufrechterhalte, dass es ihr nicht möglich sei, die Sicherheit der Mitglieder der Grenz-Regulierungscommission, welche nach dem Antrage der Großmächte an Ort und Stelle zusammentreten soll, zu gewährleisten. Wenn die Pforte diese ihre Erklärung aufrecht erhält, so we der: die in Berlin beglaubigten Botschafter n Fortsetzung des durch den Vertrag geschaffenen Einverständnisses zu dem Zwecke zusammentreten, um die Arbeiten zu vollführen, deren Ausführung der Grenz-Regulierungscommission an Ort und Stelle durch die Ohnmacht der Pforte unmöglich geworden ist. Vermischtes. — Ein Circusdirector Lorch in Lebensgefahr. Aus Linz, 23. d., wird geschrieben: Bei der gestern vormittags im hiesigen Circus aö-gehaltenen Generalprobe beschäftigte sich der Di-rector Adolf Lorch mit der Dressur seines Ele-phanten, der auf einen Sessel steigen und die linke Vorderpfote frei ausstrecken sollte. Noch immer hatte das gelehrige Thier pariert. Diesmal wollte es nicht die linke Pfote ausstrecken. Plötzlich wurde der Elephant durch einen unvorsichtig geführten Hieb in die Nähe des Auges scheu gemacht, stürzte mit einem fürchterlichen Gebrüll auf feinen Herrn, erfasste denselben mit seinen stumpfen Stoßzähnen am Leibgurt, hob ihn empor und rannte kreuz und quer mit seiner Last durch den Circus. Daun schleuderte das Thier Herru Adolf Lorch zu Boden, um über denselben hinwegzusetzen. In diesem Augenblicke raffte sich Herr Lorch, welcher seine Geistesgegenwart behalten hatte, vom Boden auf und brachte durch mehrere kräftig geführte Peitschenhiebe den Koloss zum Stehen, der schließlich wie ein dem Wanderer schon von weitem zuzuwinken schienen, er solle doch einmal näher treten, um auch die Gebieter all' dieser Herrlichkeiten zu bewundern, schosste im Gemüsegarten der Kohl neben Taubnesseln, Wolfsmilch und Hühnerdarm und hatten sich die Misteln auf den zahlreichen Aepfelbäumen des großen Obstgartens an "der Berglehne so dicht ein-genistet, dass es nur zu Wundern war, wie die von den Schmarotzern ganz mit Beschlag belegten Bäume doch noch so viele Wasserreiser treiben konnten. So war der Hof, so war der Garten beschaffen, als an einem Hellen Sonntagsmorgen ein hoch und kräftig gewachsener junger Mann raschen Schrittes die Straße entlang kam, welche, vom jenseits des Flusses gelegenen Bahnhose zur alten Hauptstraße führend, unweit des Bachwirtshauses in letztere einmündet. Die stramme Haltung und der militärische Ganz würden den ehemaligen Soldaten auch dann verrathen haben, wenn nicht die abgetragene hechtgraue Jägeruniform und die Holzmütze mit der Spielhahnfeder den heimkehrenden Reservisten oder Urlauber bekundet hätten. Der Straßenkreuzung näher gekommen, mäßigte er den Schritt und spähte, die unter blonden Brauen lustig Lamm geduldig die weiteren Touren der Generalprobe aufnahm. Herr Lorch hatte mit Ausnahme einer kleinen Hautabschürfung keinen Schaden ge» nom.iien. — Attentat auf den Metropoliten von Czernowitz. Aus Czernowitz, 23. d., wird telegraphiert: Der Metropolit Dr. Morariu An-driewicz wurde heute vormittags, als er vor der Kathedrale seine Equipage verließ, von einem altern Manne aus den niedern Ständen thätlich insultiert. Der Attentäter, welcher Peter Koczek heißt, ist ein Rnthene; er wurde sofort ergriffen, wobei er die Drohung ausstieß, dass er den Erzbischof doch noch umbringen werde. Die Entrüstung über diesen Vorfall ist eine allgemeine. — Zart vorbereitet. Jüngst wurde bei einein Postamt in Wien eine Correspondenzkarte folgenden Inhalts aufgegeben: „Lieber Onkel! Wenn du dieResi noch lebend sehen willst, so komm', denn sie ist schon todt." — Der Hund des Reichskanzlers. Von der Audienz einer Deputation des Altonaer Jndustrierercins beim Reichskanzler erzählt der „Hamb. Corr." folgendes Intermezzo: Während die Deputierten vom Reichskanzler in der entgegenkommendsten Weise ausgenommen, wurde ihnen von einem Vierten, der sich einer besonderen Vertrauensstellung beim Kanzler erfreut und der selbstverständlich auch bei dieser Audienz zugegen war, unverhohlenes Misstrauen entgegengebracht. Als sie sich nämlich dem Reichskanzler gegenübersetzten, so erzählte Herr Nothnagel unter Heiterkeit der Versammlung, nahm dieser Vierte, der gewaltige Reichshund, Namens Tiras, ruhig zwischen ihnen auf dem Fußboden Platz. Im Eifer des Gespräches bewegte Herr Nothnagel, ohne den Vierfüßler weiter zu beachten, eine Papierrolle in der Hand unruhig hin und her. Sofort nahm der Reichshund eine bedrohliche Stellung, verbunden mit einem bedenklichen Schnappen nach der Rolle, ein. Der Reichskanzler machte dieser kritischen Situation ein Ende durch die Worte: „Bitte, legen Sie Ihre Rolle Weg; der Hund meint, cs ist eine Waffe." Sofort hatte der Reichshund seine frühere Gemüthsruhe wiedergefunden. — In der sächsischen Gebirgsstadt Mari enberg hat sich diesertage ein Vorfall abgespielt, der an jenen Dresdener Concertabend erinnert, wo Hans v. Bülow in seinem Concerte nicht eher weiterspielte, als bis eine Dame des Auditoriums mit dem störenden Rauschen ihres Fächers aufgehört hatte. In Marienberg kamen nämlich im Theater ein Offieier und zwei Damen in peinlichste Verlegenheit, als der dort gastierende in die Welt hinaus blickenden Augen mit vorgehaltener Hand vor der Sonne schützend, mit gespannter Aufmerksamkeit zum Hausgarten des Bachwirtshauses hinüber. Er hatte sich nicht getäuscht. Zwischen den Stachelbeerstauden des Staketenzaunes hindurch konnte «r die Umrisse einer weiblichen Gestalt erblicken, welche sich in gebückter Stellung in den Blumenrabatten z» th„n machte. Jetzt erhob sie sich und schritt, ohne ihn gesehen zu haben, langsam dem Hintergründe des Gartens zu. Ein flüchtiges Lächeln zuckte um des Lauschers Mundwinkel, während er i» rascher Bewegung die Spitzen des gut gepflegten dichten Schnurrbartes durch die Fingerspitzen gleiten ließ. Mit wenigen raschen Sätzen hatte er die Hauptstraße erreicht und bürschte sich dann, das Bachwirtvhaus als Deckung benützend, an den mit der Front des letzteren in gleicher Linie verlaufenden Staketenzaun des Hausgartens heran. Nun hatte er Muße und Gelegenheit, die einsame Spaziergängerin in der Nähe zu betrachten, nm sich schließlich zu gesteheu. dass die schöne Cilli während der letzten drei Jahre nur noch sauberer und manneswürdiger geworden sei. Schlank und hoch gewachsen, zeigte ihr von einem schwarzen Sammt- herzoglich sächsische Hofschauspieler Otto Hartmann mitten im Spiele abbrechend von der Bühne aus erklärte, er spiele nicht weiter, da jene drei Persönlichkeiten sich in viel zu wenig rücksichtsvoller Weise benähmen. — Die Direktion des Theaters erklärte auf dies hin sofort, dass sie das Entree an der Kasse znrückzahle, und so nahm das Gastspiel ein plötzliches Ende. Local- und Provinziat-Hngelegenheitcu. — (Landeshauptmann R. v. Kalten-egger und die Nationalen) Die von den Wiener Blättern gebrachten Mittheilungen über die bevorstehende Versetzung unseres hochverehrten Landeshauptmannes Dr. v. Kaltenegger als Finanzpro-eurator nach Graz werde» nun auch von der „Laibacher Zeitung" als durchaus unbegründet bezeichnet. Wir haben von diesem Gerüchte keine Erwähnung gemacht, obwohl dasselbe, was wir coustatieren müssen, in nationalen Kreisen durchwegs und mit aller Positiven Gewissheit verbreitet wurde. Die Nationalen lieben es eben, ihren Einfluss auf die Regierung zur Schau zu tragen, indem sie durch Ausstreuung von derlei, die liberale Partei beunruhigenden Nachrichten der Bevölkerung die Erfolge ihrer agitatorischen Thätigkeit pnblicieren, wozu sie den bevorstehenden Moment einer Landtags-Ergän-znngswahl als besonders geeignet gehalten haben mochten. Es ist in der That eine Frechheit ohnegleichen, dass die nationalen Parteiführer die öffentliche Meinung durch derlei Gerüchte irreführen, obwohl sie in unausgesetzter Fühlung mit jenen Kreisen stehen, welchen die Unwahrheit dieser Nachrichten bekannt ist und von denen hinterher die osfieiellen Dementis derselben ausgehen. An die Adresse dieser Nationalen sollten also auch die Vorwürfe über die Publikation solcher Gerüchte gerichtet sein. Im übrigen begrüßen wir mit großer Genugtuung die kompetenten Berichtigungen der fraglichen Nachricht, denn der Verlust eines Mannes, wie es Dr. v. Kaltenegger ist, welcher seit einer Reihe von Jahren mit seltener Aufopferung und Gediegenheit zum Wohle des Landes Krain thätig ist, wäre sür das letztere ein schwerwiegender, und nur blinder Parteihass kann es wünschen, dass Krain einen solchen Mann verliere. — (Landtagswahl.) Bei der heute stattgehabten Landtags-Ergänzungswahl für die Curie des Großgrundbesitzes wurde der Candidat der Verfassungspartei, Bezirkshauptmann Dr. Julius Ritter v. Vesteneck, einstimmig gewählt. Allerdings hatten die Feudal - Clericalen und ihr nationaler Anhang für diese Wahl keinen Kandidaten auf- mieder umschlossener Körper eine üppige Fülle der Formen, und wenn der um die runden Hüften eng anliegende Rock nach unten hin etwas kürzer fiel, als es sonst im Thale Sitte war, so hatte des Bachwirts stattliches Töchterlein doch das beruhigende Bewusstsein, dass es sich dessen, was da die faltenreichen Röcke sehen ließen, nicht zu schämen brauchte. In schweren Schlingen fielen die breiten goldbraunen Haarflechten auf den vollen weißen Hals herab, während der Schatten des breitkrempigen, mit goldener Schnur und Quaste geschmückten Hutes eben noch so viel Raum ließ, um unter den beweglichen Flügeln eines kräftigen Stumpfnäschens die rothen, etwas aufgeworfenen Lippen und das runde, mit einem Grübchen gezierte Kinn derselben Beleuchtung des Sommermorgens zugänglich zu machen. — Die schöne Cilli suchte Blumen für einen Busenstrauß zum Kirchgang. Dass sie dabei wäh-lerisch zuwerke gieng, das bezeigten die auf den Wegen herum liegenden Blumen und Blütenknospen, welche, noch kurz vorher mit größter Sorgfalt vom Stocke gelöst, jetzt ganz gleichgiltig mit dem Fuße zur Seite gestoßen wurden. Endlich schien das gesammelte Material zu genügen. Cilli setzte sich, dem Hause und dem an gestellt; aber die Einhelligkeit, mit welcher sämmt« liche zur Wahl erschienenen Stimmberechtigten Ritter v. Vesteneck als den Mann ihres Vertrauens be-zeichneten, ist Wohl die glänzendste Anerkennung der Verdienste, welche sich der Genannte während seiner früheren Thätigkeit im Landtage insbesondere auf dem Gebiete der Volksschule um die Hebung der Volksbildung erworben. Unerschrocken und überzeugungstreu hat Dr. R. v. Vesteneck aus seiner liberalen Gesinnung niemals ein Hehl gemacht, und begrüßen wir daher die Wahl eines solchen Mannes im gegenwärtigen Augenblicke umso freudiger, je größer die Gefahren sind, welche der modernen Schule von Seite der seudal-cleriealen Reaktionäre und ihrer nationalen Schleppträger drohen. — (Baron Schwegel vor seinen Wählern.) Der Abgeordnete des krainischen Großgrundbesitzes, Sectionschef Baron Schwegel, hat die Berathungen anlässlich der für diese Curie nothwendig gewordenen Landtags-Ersatzwahl dazu benützt, um seinen Wählern über die abgelausene Reichsrathssession Bericht zu erstatten und gleichzeitig über seine bisherige parlamentarische Haltung Rechenschaft zu geben. Wie Redner in seiner mit allgemeinem Beifall aufgenommenen Ausführung betonte, hat das Coalitionsfystem keine der in der Thronrede gemachten Verheißungen zu erfüllen vermocht. Statt Versöhnung herbeizuführen, seien die Parteigegensätze nur verschärft worden, während gleichzeitig die Schuldenlast des Staates eine neuerliche Vermehrung erfuhr. Auf die Haltung der krainischen Abgeordneten übergehend, bedauerte Baron v. Schwegel, dass die zur Rechten des Hauses haltenden Volksvertreter aus Krain nahezu ausschließlich fraktionelle Rücksichten zur Grundlage ihrer Abstimmung gemacht haben. Jnsbesonders gelte daS von den Abgeordneten Hohenwart und Windisch-Grätz, welche bei der Abstimmung über die Grundsteuerreform die materiellen Interessen des Lande» Krain und ihrer bäuerlicher Wähler dem Standpunkte einer engherzigen Parteidisciplin zum Opfer brachten. Redner wies sodann in entschiedener Weise die Verdächtigung znrück, als ob die Verfassungpartei sich auf dem Boden einer exclusiven deutsch - nationalen Propaganda bewege. Das sei vollständig unrichtig. Denn gerade die Verfassungspartei ist die eigentliche Rechtspartei. Während alle übrigen Fraktionen nicht über den Gesichtskreis einzelner Son-derinterefsen hinauskommen und eben dadurch schon das Criterium eines über kurz oder lang unausweichlichen Zerfalles an sich tragen, halte die Ver-saffungspartei unter allen Umständen am Reichsgedanken fest. Baron Schwegel sprach schließlich die Ueberzeugung aus, dass man allem Anscheine nach in den maßgebenden Kreisen auch bereits er- der Ecke stehenden Späher halb den Rücken kehrend, auf eine Holzbank nieder und schickte sich an, die schönsten unter den Blumen zu einem niedlichen Sträußchen zu binden. Mit dem Ordnen der auf ihrem Fürtuch ausgebreiteten Blütenschätze beschäftigt, hatte sie das kleine Geräusch kaum beachtet, welches es verursachte, als ihr Beobachter mit raschem elastischen Schwung über den Gartenzaun setzte. Wohl hatte Cilli sich umgedreht; da aber der jung« Mann sich sosort hinter die nächste Stachelbeerstaude duckte, so mochte sie glauben, irgend ein aufgescheuchter Vogel sei durchs Gebüsch geflattert, und vertiefte sich aufs neue in ihre zierliche Arbeit. Diesen Moment hatte der junge Mann abgewartet. Leise schlich er sich hinter das ahnungslose Mädchen heran, um in neckender Weise seine Hände von rückwärts hcr rasch und sest auf CilliS Augen zu legen. Mit erschrockenem Schrei wollte diese aufspringen — ein Versuch, den im ersten Augenblick der Widerstand ihres unbekannten Geg-ners zu verhindern wusste, während sie sich gleich darauf, sobald sie nur den Scherz als solchen erkannt, gutwillig in ihr Schicksal fügte. Sie begnügte sich mit einer freilich erfolglosen Aufforderung, sie frei zu geben: könnt habe, wo der wirkliche österreichische Patriotismus zu suchen sei, und dass diese Erkenntnis auch bald in den Regierungsmaßnahmen der Zukunft Ausdruck finden werde. — (Die Handels- und Gewerbekam-mer) beschloss in ihrer gestrigen Sitzung: a.) sich für die Verwendung des weißen Phosphors bei der Zündhölzchensabrication auszusprechen; b) der Verordnung, betreffend die Verpflichtung zur Anbringung deS Aichstriches und der Bezeichnung des Fassungsraumes an den in öffentlichen Schankloeali-täten verwendeten Schankgefäßen jeden Materiales zuzustimmen; c) die Errichtung einer öffentlichen Waganstalt in Reisniz zu befürworten; ä) dem krai-nischen Landesausschusse inbetreff der Einführung Von Landesumlagen auf Bier und Brantwein Bericht zu erstatten; 6) die Errichtung einer postcombi» nierten Telegraphenstation in der Gemeinde Domschale zu befürworten. — (Mai-Ausflug.) Die Damen der Laibacher Volksküche veranstalte» am kommenden Freitag, den 28. d. M., einen Ausflug zum „grünen Berg", woran die Bekannten sowie alle Freunde der Laibacher Volksküche theilzunehmen geladen sind. Der Auszug findet um 2 Uhr nachmittags von der alten Schießstätte auS statt. — (Eine Bitte um Abwehr) gegen den Staub ist derzeit bei uns in Laibach gewiss nicht überflüssig. Wahrscheinlich hat man im Vertrauen auf die Fortdauer des Eismännerregiments ganz auf die Nothwendigkeit der Straßenbespritzung vergessen, die wir hiemit, vielfachem Wunsche entsprechend, jenen, welche es angeht, dringendst in das Gedächtnis zurückrufen wollen. — (Rinderpest.) Nachdem die Rinderpest in Kroazien bereits an drei, kaum eine halbe Stunde von der krainischen Landesgrenze entfernten Orten ausgebrochen ist, wurde nunmehr der ganze Bereich des politischen Bezirkes Tschernembl in den Seuchengrenzbezirk einbezogen und die sofortige Wiederaufnahme aller im Gesetze diesbezüglich normierten Schntzmaßregeln von der politischen Behörde angeordnet. Mit dem sür die einzelnen Gemeinden vorgeschriebenen strengen Nachtdienste wurde bereits gestern morgens begonnen. Witterung. Laibach, 24. Mai. Herrlicher Morgen, sehr warmer Tag, schwacher S. Wärme: morgens 7 Uhr 14 0°, nachmittags 2 Uhr -j- 24 8° 6. (1879 20 5°. 1878 21 6° 0.) Baro- meter im Fallen, 742 12 Millimeter. Das gestrige Tages-mittel der Wärme -j- 16 5°, um 10° über dem Normale. Angekommene Fremde am 24. Mai. Hotel Stadt Wien. Freiherr v. Schwegel, k. k. geheimer Rath und Sectionsches: Dr. Babuik, Hos- und Gerichts-advocat; Müllner, Sottscheg und Pcttcr, Kausleute, Wien. — Oberranzmahr, kais. Rath, und Podebrel, Reisender. Graz. — Ornik, Oberlehrer, Rann. — Beer, Klagenfurt. Hotel Elephant. Domladis Marie sammt Tochter nnd Je-rovsek, Myr.-Feistriz — Kness, k k. Steueramtsadjunet, Stein. — Debeljak, Psarrer, Höflein. — Lippitsch, Reisender, Villach. — Fonda, Kansm, Triest. — Grili?, Hummel, Kausleute, und Jacobi, Wien. — Bauernseiud, Comptoirist, Graz. Kaiser von Oesterreich. Baltesar, Commis, Graz. — Mo-sero, Tolmein. Sternwarte. Pogatschar, Oberförster, Senosetsch. — Ve-hovec Josefine, Realitätenbesitzerin, Seisenberg. — Simonie, Tschernembl. — Weiß und Stoppaui, Reisende, Wien. Verstorbene. Den 23. Mai. Apollonia Dolnitar, gewesene Kran-kenwärterin, 68 I, Karlstädterstraße Nr. 9, chron. Artritis. — Johann Seunig, Kaufmann, 44 I., Rathausplatz Nr. 9, Gehirnschlag. — Maria Bizavitar, Hausbesitzerin, 56 I., Kolesiagasse Nr. 30, Wassersucht. — Wenzel MozetiS, Mau-rerssohn, 8 Mon., Polanastraße Nr. 53, Fraisen. Den 24. Mai. Josef Kramarie, Dienstbotenssohn, 2 Mon., Polanastraße Nr. 29, Schwäche. Im Ci v i l s p i t a l e: Den 22. Mai. Joses Ravnahrib, Taglöhnerssohn, 3 I., ludvreulosls pulmonum. Den 23. Mai. Johann KlemeiM, Inwohner, 60 I , Erschöpfung der Kräste. Gedenktafel über die am 28. Mai 1880 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Kokovisa'sche Real., Konjskireber, BG. Littai. — 2. Feil»., Mikoli^sche Real., Preska, BG. Littai. — 1. Feilb., Zupamii'sche Real., Sela, BG. Tschernembl. — — 1. Feilb, Judni^sche Real., Winkl, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Pregl'jche Real., Ustje, BG. Littai. — 2. Feilb., Cerer'sche Real., Boltijn, BG. Littai. — Relie. Balkovc'scher Real., Hrast, BG. Tschernembl. — Relie. Stonii'scher Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Rom'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Lilek'sche Real., Tschernembl, BG. Tschernembl. — 3. Feilb., Bu-kovec'sche Real., Tanzberg, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Pangretic'schc Real., Zeplach, BG. Tschernembl. — 2. Feilb., Zalar'sche Real., Lipsein, BG. Laas. eigenes Erzeugnis, und (76) 25 Kerren- u. Damm-UolleiMiM solid und billig bei K. I. Acrrncrnn, Haupiplatz. — Preiscourant franco. „Auslassen, närrischer Ding! — Hast es g'hört?« „Wenn du errath'st, wer ich bin " „Na, wer wirst denn sein. — Der Anderl vom Oborhof?" fügte sie ungeduldig hinzu. „Fehlgeschossen," neckte ihr Gegner. „Der Wirtshiesl vom Thal?" „Erst recht nichtI" „Oder der Christenbauer Sepp?" „O je! weit g'fehlt!" lachte der Bursche, der sich an der steigenden Ungeduld seiner schönen Gefangenen ergötzte. „Na, so fag es selber, wer du bist," rief Eilli unwillig und suchte die Finger des Burschen von ihren Augen herab zu ziehen. „Nichts da; entweder errathen oder anslösen" spottete dieser. Cilli strampste zornig mit dem Fuße. „Musst nicht wild werden, Dirndl. Ein ganz klein winziges Busserl, und ich lass dich aus," flüsterte der junge Mann schmeichelnd, seine Lippen dicht an Cillis Ohr legend. „Ja freilich," entgegnete diese halb lachend, halb ärgerlich, „da könnt' gleich jeder kommen und könnt' sich von der Bachwirts-Cilli Busserln holen." „Wenn ich dir aber sag', dass ich ein alter guter Bekannter bin." „Könnt' jeder sagen!" „Gewiss und wahrhaftig!" bekräftigte der Bursche. „Na, meinetwegen. Wenn du ein lediger Bub und nicht gar zu schiech * bist, sollst ein Busserl hab'n." „Juche!" jauchzte der Soldat, Cillis Hände erfassend, während diese mit freudiger Ueberrafchung in das hübsche, wettergebräunte Gesicht des Kaiserjägers blickte. „Ja, du bist's Friedl!" „Freilich bin ich's! der Berger Friedl, wie er leibt und lebt! — Na, und wie wird's mit der Auslösung? he?" setzte er nach einer Pause hinzu, schelmisch mit den Augen zwinkernd. „Aber geh! Es war ja nur ein Spass!" entgegnete Cilli, indem sie mit nicht übel gespielter Verlegenheit die zutrauliche Annäherung des Kaiserjägers abwehren zu wollen sich den Anschein gab. * schiech -- hässlich. (Fortsetzung folgt.» Der OastmMM der Kigenöauweine aus dem Stadtberge bei Rudotfswert befindet sich Trubergasse Nr. 1 im ehemals Talagai'schen Hause nächst der St. Jakobsbrücke. (182) 3-2 kl'ielellMi'k mit fll'menüi'livll. in verschiedenen Qualitäten, in der On^lllrul^rei v. Laibach, Bahnhofgasse. v a» a D c> S °s . »- Papierrenke Silberrente Goldrenle StaatSlose, 1854. . . 1860. . „ 1860 zu 100 fl. , 1864. . . Heaaäeatlastung»- Obkigationea. «attzien............. Siebenbürgen . . . -Temeser Banal . . . Ungarn .............. 72-50 73 85 88 50 122-50 130 — 131 — !131 50 174 — 174 50 War. 72 Sv 73 88 60 123 -130 50 Aaäeee öffeatkiest. Nordwest-Babn Siebenbürger Babn Slaalsbahn. 1. 'Zm. Südbabn L 3 Perz. Privatkos«. Ereditlose Nudolslose Devis«». London .... ^ekäsoetea. Geld 161 50 159 — 277 50 85-40 146— 119 75 101 — 102 L5 101 25 98 75 106-75 100 25 106 50 101 75 8S 75 176 50 125 75 108 50 178 50 17 — 118— Ducaten........... 20 HrancS .... 100 d. Reichsmark Silber............ Ware 162 — 159 50 278 — 85 70 146 50 120 25 10, 15 102 40 101 75 99 25 10725 100 50 It,7-50 102 25 84 — 177 50 1S6-L5 109 — 17S — 17-4V 118 10 5-59 5-60 9-40 S-40Vs 58 10 58-2^ Telegraphischer Cursbericht am 25. Mai. Papier-Rente 72 50. — Silber-Rente 73 20. — Gold-Ncnte 88 20.— 1860er Staats-Anlehen 130 50. —Bankaktien 834. — Creditactien 278 80. — London 117 95. —-Silber —'—. — K. k. Münzdueaten 5-59. — 20-Francs-Slücke 940. — 100 Reichsmark 5810. Druck von Ig. v. Kleinmayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaetion verantwortlich: Dr. Hans Kraus.