Schriftleituift: Katbou»fldffe Nr 5 IfhUon ftt. II, httrtirt»i. C H,Nch (Bit der •««»•«. &««->»,« »«» »1—lllltc im. H»»»ichrnt<» »«rt«* iriAl ■rMitfibra, ««menltfc 4m-(ilinn liAt tetuSflStij« avnt »ir (kmltni s«rn Snri|Miu t<» di»I«st >eft-,«stell»» «edüdr«» c»ige»e». — Bei Sie»reds»ia>e» Hre>»- Oi« .Tesilche »«»>' erkdnxt >e»e» ,»> «»»««»» ibriH. f«ftf*ttfaff<».*oKta 90. WO. Ar. S HM«, Mittwoch, 5 Januar 1910. Verwaltung: «athauSgasse Skr. » reletzch«» Nr. II. taler,!»«». ve,i>g«de»i»«u»gt» Dirch »te V»« de»»zn>: «eeleltthrt, ...IM« AalttWig . . . iI »40 ®oiui . . . . I II00 9«! «i I (< «» «JasteHiao in« H»i«> «»»»tvch . . . .» llO «eNelllhri, ...«»— . . . r *■- . . . . K II.— FIr» litlant ntifera si-» »K t*nu$«a«biHttii »mdte Si»»elell »dheftell»». 35. Jahrgang. Deutsche Einigkeit. Bon einem deutschnationalen Abgeordneten. In den letzten SitzungStagen deö Parla-mentS bildete die neue Geschäftsordnung sowohl in den Ministerien«, wie in den Kludzimmern der Parteien, in der Presse, wie in den Be» völlerungSkreisen fast den ausschließlichen Ge-sprächsstoss, sie wurde je nach dem Standpunkte des Einzelnen verurteilt oder gutgeheißen und sctdst jetzt, wo die Auffassungen sich geklärt haben, üben sich noch immer die Zrichendeuter an der Reform des 19. Dezember. In einem Punkte stimmen aber alle Meinungen überein, nämlich darin, daß unter den neuen Verhält-nissen nur mehr große Parteien im Stande fein werden, ihr Schwert in die 28agschale der politische» Entscheidung zu werfen. Haben bisher nn Parlamente — und nur von diesem soll hier gesprochen werden — auch kleine Gruppen durch energisches Auftreten die Möglichkeit gehabt, ihre Forderungen durchzusetzen, so werden von nun an nur mehr große Gruppen die Fähigkeit besitzen, ihre Anschauungen mich gegen den Willen de« Präsidiums zum Durchbruch« zu dringen. Bon manchen Seiten, und insbesondere im deutschsreihei'lichen Lager, wurde der Be» fürchtung Ausdruck gegeben, daß die neue Ge» schäftsordnuug sich zu allererst gegen die deutsch-freiheitlichen Elemente wenden und zu einer Slawisiernng des Abgeordnetenhauses, damit Wie Kronprinz Wudolf starö. Die dieser Tage erschienene Nummer des .Forum" bringt „Bemerkungen über den Tod meiner Schwester Marie" (erst nach meinem Tode zu veröffentlichen), die angeblich au« der Feder des jüngst in Amerika verstorbenen BnronS Lui« Becsera stammen. Die Identität des in Amerika Verstorbenen wird bekanntlich bezweifelt. Das „Forum" teilt aber mit. der Kammerdiener des Verstorbenen habe an» gegeben, sem Herr habe ihm den Austrag erteilt, die bei ihm vorfindlichen Memoiren den Flammen zu übergeben, welchem Auftrage er auch nachge kommen sei. Baron Vecsera hätte aber einige Ans zeichnungen schon früher an einen österreichischen Freund gesendet, der sie dem „Forum" nun zur Verfügung stellte. Baron Becsera schreibt: Die Larisch fuhr mit M-rte sehr häufig in den Prater nnd Marie erzählte unS, daß Seine kaiserliche Hoheit zu Pferde hinkam und daß sie miteinander in den Praterauen beim Lusthause spa zieren gingen. Der Kronprinz meine es sehr ernst. Er habe ihr die ehrlichste Absicht kundgegeben, sich scheiden zu lassen und dann mit Marie eine mor ganatische Ehe einzugehen. Eines Tages — es war im Frühjahre — wurde ich Seiner kaiserlichen Hoheit vorgestellt. Auch mir eröffnete er seine Pläne und ich ersah aus jedem seiner Worte, wie erust es ihm darum sei Mir bangte aber sehr, ob es Seiner kaiserlichen Hoheit auch gelingen werde, und ich sprach mit ihm auch darüber. Er verkannte nicht, wie schwierig die auch der zukünftigen Politik de» Staates, führen könnte. Eine so große Bedeutung ist aber doch wohl der Gkschäftsordnnngsreform nicht beizu-messen. Allein die erwähnte Befürchtung hat ans einem anderen Grunde eine gewisse Be-rechtigung. Die deutfchfreiheitlichen Parteien stellen heute noch nicht jene feste geschlossene einheitliche Organisation dar, welche notwendig ist, um in jedem Augenblick einen entscheidenden Einfluß auf die Politik d-r Regierung und die Entwicklung der parlamentarischen Ereignisse ausüben zu können, der Fraktionsgeist ist leider noch allzu lebendig. Es mag ja im Zuge des Germanentums liegen, sich zu zersplittern, viel-leicht ist dicS ein Ausfluß des starken Indivi-dualiSmuS, der sich im deutschen Bolke auf anderen Gebieten ost so vorteilhaft zur Geltung bringt, man kann auch gewiß Hunderte von Bei-spielen auS der d:utfchen Geschichte, von den CheruSkerfürsteu Armin und Segcst angefangen bis heute anführen, wo Deutsche gegen Deutsche standen, um unsere modernen Parteiungen zu entschuldigen, die Nachteile der Spaltungen werden weder durch das Lob deS JndividualiS» muS, noch durch historische Entschuldigungen wettgemacht. ES ist ja richtig, daß selbständige Charaktere und Individualitäten sich sehr schwer anderen Meinungen nnterortnen, aber in unserer heutigen demokratischen Zeit können politische Parteien nur dann Erfolge erzielen, wenn sie ihre Macht auf die große Zahl stützen können. Die große Zahl ergibt sich auS der Einigkeit und schon deswegen muß es das Hauptbestreben Sache sei; aber er hoffe zuversichtlich, so sagte er, daß es ihm gelingen werde. Mit Tränen in den Angen erklärte er mir, daß es seine erste Liebe sei, die er für Marie empfinde. Noch nie habe er ein Weib so geliebt und er fühle eS, wie untrennbar sein Geschick mit dem Mariens verknüpft sei. Ich war durchaus damit einverstanden, daß Marie eine morganatische Ehe eingehe. Es waren für unS sehr schöne Tage, aber sie waren doch sehr kurz, und dann wurden wir alle sehr traurig. Denn die Beziehungen blieben zwar der große» Welt ver-borgen, aber sie waren den Intimen sehr bald be-kannt, und wen» man auch anfangs glauben mochte, daß die Liebe Seiner kaiserlichen Hoheit nur ein vorüberziehendes Phantom sei, so überzeugte man sich rasch, daß Seine kaiserliche Hoheit von seiner Liebe nicht lassen kann nnd nicht lassen wird. Die Kronprinzessin schickte eine Hofdame zu Mama und dieser wurden heftige Vorstellungen gemacht. Wir weinten alle und ich beschwor Marie, die Liebe zu Seiner kaiserlichen Hoheit ans dem Herzen zu reißen, denn wir könnten alle verloren sein. Marie erklärte, daß sie das nicht könne, und sie habe zu Seiner kaiserlichen Hoheit und zu seiner Stärke das größte Vertrauen. Er werde eS doch durchsetzen. Ach, wenn Seine kaiserliche Hoheit sich nur Seiner kaiserlichen Mama anvertrauen wollte, aber er brachte eS nicht überS Herz, sie zu betrüben. Wir dachten schon darüber nach, ob ich Marie nicht in ein französisches Kloster bringen sollte; aber Seine kaiserliche Hoheit erklärte, er lasse sie sich nicht entreißen, denn sonst müßte er daran sterben. Wir weinten alle zusammen. Es waren sehr schreckliche Szenen. Seine kaiserliche Hoheit erzählte uns, daß seine größten Widersacher in der klerikalen Hospartei seien, die es ans kirch aller deutschnationalen Elemente sein, dem Verschiedenartigen da« Einigende voranzustellen. Wenn wir jedoch die Unterschiede und Grenzen zwischen den einzelnen Fraktionen schärfer ziehen un", Trennende« neu erfinden, dann werden unsere deutschfreiheitlichen Parteien bald da« Abbild de« heiligen römischen Reiche« deutscher Nation bieten und wie diese« der Versumpfung und dem Untergang verfallen. Heute gliedern sich die rund achtzig deutschfreiheitlichen Abge» ordneten zwar in einen einheitlichen deutschen Nationalverband mit einem gemeinsamen Boll-zugöausschuß. Ader dieser Nationalverbnnd besteht wieder au« d m Deutfchnativnalen Verband, der deutschen Fortschrittspartei und der deutschradikalen Bereinigung, daneben bestehen al« wirtschaftliche Gruppe die deutsche Agrarpartei, dann als Landsmannschaften die Bereinigung deutschböhmischer Abgeordneter und die Bereinigung alpenländrscher Abgeordneter. Jede dieser Teil-Organisationen will eine gewisse Selbständigkeit wahren, jede hat ihren Vorstand, jede konferiert und beschließt. Oft genug hat da« ungestüme Verbrechen der einen oder anderen Gruppe den einheitlichen taktischen Plan über den Hausen geworfen oder doch mindestens die Schlagkraft im entscheidenden Augenblick vermindert. Wenn jeder Recht haben will, behält schließlich keiner Recht und es ist unmöglich gegenüber anderen Parteien oder gegenüber der Regierung machtvoll aufzutreten, wenn die Geschlossenheit der Formation fehlt und ein gemeinsamer Wille oft nur unter Bor« behalten zum Ausdrucke gebracht werden kann. lichen Gründen nicht zulassen wolle, daß f. ine Ehe aufgelöst werde. Ich wußte mir und den anderen nicht zu helfen. Da» ;og sich bis Ende 1838 hin. Da« Ende, da« so schrecklich war, kam uns allen unvorbereitet. Wir fuhren am 28. Jänner zur Jagd nach Mayerling, Seine kaiserliche Hoheit, BombelleS, HoyoS und ich. Szögyenyi war einge» laden, aber die Einladung kam zu spät an ihn. Seine kaiserliche Hoheit hatte die Jagdgründe vom Stifte Heiligenkreuz gepachtet, auch das Jagdschlöß» chen von Mayerling gehörte dazu. Seine kaiserliche Hoheit ärgerte sich über die schlechte Jagd. Keine Klaue war sichtbar. Am 29. saßen wir alle in der Bauernstube, als Marie ankam. Es war schon nach dem Essen. Wir blieben alle beisammen und es war unendlich traurig in uns allen. Wir zogen uns von den drei anderen zurück und Seine kaiserliche Hoheit sagte, daß er jede Hoffnung ausgeben müsse, denn er werde seinen Willen nicht durchsetzen können. Er könne unmöglich trotzen, das sei bei seiner Stellung unmöglich. Er dürfe weder dem Kaiser noch der Kaiserin etwas abtrotzen wollen. Marie sprach kein Wort, und al? Seine kaiserliche Hoheit sie auffor» derte, doch etwas zu sagen, schwieg sie anfangs, dann aber antwortete sie ganz leise: „Mir bleibt nur der Tod übrig." Sie aß vom Abendbrote nichts und zog sich bald zurück. Seine kaiserliche Hoheit ließ sich vom Wiener Quartett, das in der Früh herausgekommen war, viel vorspielen. Ich glaube, daß er besonder« gern das Lied: „O, du gute alte Zeit!" hörte. Gegen Mitternacht gingen wir alle schlafen. Abge» macht war, daß man ihn um 6 Uhr früh wecken müsse. Wir alle hatten Hoffnung auf gute Jagd. Einige Minuten nach 7 Uhr entsteht im Schloß» Seite 2 Sollen wir auch jetzt noch bei unseren zahlreichen Gegnern die Hoffnung nähren, daß ein oder das andere Viertel oder Sechstel die Tätigkeit unserer Gesamtheit nicht zur vollen Entfaltung kommen lassen werde? Einig sind wir Teutsch-freiheitlichen alle darin, daß dem deutschen Volke in Oesterreich der ihm gebührende erste Platz erhalten und gesichert werden müsse, einig sind wir darin, die geistige und kulturelle Ent-Wicklung unsere» Volkes mit oller Kraft zu fördern, einig find wir, daß die wirtschaftliche Wohlfahrt gehoben und jeder ehrlichen Arbeit ihr Lohn werden müsse. Was also trennt uns? Nicht die Richtung, nicht das Ziel, aber die Frage, ob dieser oder jener Pfad betreten, ob die Höhe auf Serpentinen erreicht oder anf einem steilen Steige genommen werden soll! Wie lebhaft der Wunsch nach einer ein-heitlichen parlamentarischen Organisation der dentschs.eihcitlichen Parteien in der Wählerschaft ist, davon legten zahlreiche Ansfätze der deutsch-nationalen Presse während der Feiertage Zeugnis ab. Wenn am 8. Jänner die Vertreter Deutsch-böhmenS sich zu gemeinsamer Beratung in Prag versammeln, so ist von dieser Versammlung zu erwarten, daß sie die deutsche Gemeinbürgschaft in ihrem ganzen Umfange in die Tat umsetzen wird. Denn das wissen wir Deutschsrciheitlichen alle, wir müssen »'in Heer bilden, festgefügt in allen seinen Teilen, das nur ein Ziel kennt: die Verteidigung von deutschem Recht und deutscher Freiheit! Angrifft auf drutschr Schuhvrrrinr. WaS zu befürchten war, als durch Schaffung eines SchutzvereineS auf parteipolitischer Grundlage politisches Parteigetriebe mit all seinen häßlichen Erscheinungen und Auswüchsen in die deutsche Schutz-»ereinSarbeit getragen wurde, ist nun eingetreten. Zn Flugschriften. Broschüren und Zeitungeartikeln wird seit Wochen ein heftiger Kampf geführt, an dem jeder Gegner des Deutschtums eine umso größere Freude haben kann, je größer fein Interesse daran ist, daß die mächtig emporgewachsene deutsche Schutz-vereinsbewegung zunächst zum Stillstand komme, um dann zurückzugehen. So wird jetzt wieder im deutschen ck>en ein Lärm. Wir erhoben uns alle, Loschek. der im Borzimmer Seiner kaiserlichen Hoheit schlief, erzählte, daß Seine kaiserliche Hoheit um 6 Uhr früh ins Vorzimmer getreten sei und Loschek gesagt habe, er wolle noch eine Stunde schlafen, dann würde er um 7 Uhr fahren. Um 7 Uhr habe er, Loschek, geklopft; habe dann die Tür offnen wollen und bemerkt, daß sie verriegelt sei. Er war dann zu Bombelles geeilt. Dieser habe auch geklopft. ..Hier Graf Bombelles." Vergebens. Bombelles rief dann Hoyos und mich. Sie beschlossen, die Türe gewalt-sam zu öffnen. Wir drückten sie ein. Die Rouleaus waren herabgelassen. Bier Kerzen brannten, sie waren fast herabgebrannt. Der Krön-prinz lag im Bette tot. Seine rechte Hand hing ans dem Bette heraus. Auf dem Teppiche lag der Revolver. Eine kleine Wunde in der rechten Schläfe des Kronprinzen. Auf den Lippen blutiger Schaum. Marie sahen wir anfangs nicht. Eine weiße Decke hüllte sie vollständig vom Kopf bis zu den Füßen ein. Auf ihrem Nachtkästchen stand ein Glas mit silbernem Löffel. Es war Gift darinnen. Sie hatte sich vergiftet. Unter dem Leuchter waren vier geschlossene Briefe und ein offener. Wir alle glaubten, daß eS für unS am besten wäre, gleichfalls zu sterben. Um 8 Uhr früh fuhr Bombelles nach Wien. Er jagte zwei Pferde zu Tode. Ich verständigte das Stift Heiligen kreuz. Mariens Leiche wurde in einem einfachen Holzsarge gebettet, und dieser wurde durch deu Wald nach dem Friedhose zu Heiligenkreuz ge-tragen. Nur Mama und ich gaben ihr das Geleite. Mama und ich wurde,; dann ersucht, das Laud zu verlassen. Deutsche Macht Schutzgebiete der Südmark eine Broschüre massenhaft verbreitet, die unter dem Titel „Gemeinbürgschaft und nationale Erziehung" von einem „Warnefried" geschrieben, he» Anschein einer objektiven «christ erwecken möchte, i» der Tat aber nur dem Ziele zustrebt, den Verein Südmark. den größten, reichsten und rührigsten wirtschaftlichen Schutzverein der deulsch-n Alpenländer zu schädigen, seine Weiterentwicklung zu hemmen. Die Freude am Zerstören spricht zu deutlich aus der Schrift „WarnefricdS" der in Süd-markkreisen zu bekannt, schon durch seine politische Vergangenheit beweist, daß eS ihm nicht um ein Aufbauen, sonder» nur um ein Niederreißen zntun ist. Mau mag dem Verfasser der Angrifssschrist alles mögliche zubilligen, gekränkte persönliche Eitel-keit selr hoch einschätzen, zu einer nationalen Erklärung seiner Arbeit kommt man nicht Herr „Warnefried" ist mit vielem in der Südmark micht einverstanden, andere sind eS auch nicht und es ist kein GeheimiS, weil bei einem so groß gewordenen Verein in Ein. zelhcitcn verschiedene Ansichten herrschen. Diese haben sich aber im Vereine zur Geltung zu bringen und werden dort zur Entscheidung gebracht. Wen» aber jemand kommt, sich als Freund deutscher Schutz-vereinsdrdeit erklärt und dann den bestehenden, größten wirtschaftlichen Schutzverein in der offen-sichtlichen Absicht ihn zu schädigen, angreift, so kann darin Wohlwohlen für deutsche Arbeit umso weniger erblickt werden, als der Verfasser nicht einmal den Mut zur Nennung seines Namens aufbringt. Der Verein Südmark hat sich veraulavr gesehen, gegen den bisher unbekannten Bersasser und gegen eine Reihe von Blättern, die vom Piueverein erhallen werden, rie Preßklage einzubringen. Es ist tief bedauerlich, daß eS so weil gekommen ist, daß ein deutscher Schutzverein seine ärgsten Gegner, die er, um sich zu wehren, vor Gericht zitieren muß, nicht in den Reihen der Slawen, sondern in jenen findet, die mit ihm eine geschlossene nationale Phalanx bitden sollten. Es ist traurig, vor den slawischen, nationalen Gegner solch ein Schauspiel der Zwietracht in deutschen Reihen zu bieten, ein Bild, das man z. B. aus tschechischer Seile nie finden wird. Aber es ist not-wendig, daß einmal die häßliche» Quertreiberein aufgedeckt werden, damit Kreiie, welche bisher noch immer im guten Glauben an die Ehrlichkeit der Ad-ficht, in der Piusvereinsprejse ihre offizielle Partei-Presse erblicken zu müssen glauben, klar sehen, wohin sie unter dieser journalistischen Führung treiben. Wenn aber der Verfasser „Warnefried" aus seinem anonymen Versteck hervortreten sollte, dann würden vielleicht auch Piusvereinskreise nicht besonders erfreut sein. Die Person des Herrn „Warnefried" ist ja in gewisser Beziehung ein Stück Geschichte deutscher Schutzarbeit, aber eben nur in solchen Kapiteln, wo von Angriffen gegen bestehende erfolg-reich arbeitende Vereine und von der Absicht wirklich nationale Leistungen zu stören die Rede ist, und wenn die politische Vergangenheit des „warnenden Friedensmannes" mit in Betracht kommt, dann sollten gerade sonst sromme PiusvereinSblätler lieber dreimal ein.Kreuz schlagen, bevor sie sich der Bundesgenossen-schaft eines „Warnefried" erfreuten. Politische Iahresriick-fchsu. (Fortsetzung.) 8. Prinz Friedrich Schwarzenberg wird zum Prä. sidenten des Landeskulturrates in Böhmen er» nannt. 17. Der Kaiser erläßt einen Armeebefehl, in welchem er den eingerückten Nichtaktiven, sowie allen Kommande«, Truppen und Anstalten, welche wegen der Verwicklungen im Südosten der Monarchie besonders tätig waren, seine vollste Anerkennung ausspricht. 18. Die Amtsblätter veröffentlichen die Ernennung des ungarischen Staatssekretärs Dr. Alexander Popovics zum Gouverneur der österreechifch. ungarischen Bank. 21. Die russische Regierung regt die Anerkennung des Königreiches Bulgarien an. Allslawischer Kongreß in St. Petersburg. 22. Die ästerr.ichische Regierung teilt der ungarischen mit, datz sie die Errichtung von Kartellbanken an Stelle der österreichisch-ungarischen Bank aus prinzipiellen und technischen Gründen nicht annehmen könne. Die im Ministcrratspräsidium abgehaltene Be. sprechung betreffend die Regelung der Sprache»' Nummer 2 frage in Dalmatien führt zu einem vollstän digen Einvernehmen. 23. In Bukarest wird der Handelsvertrag zwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien unterzeichnet. 24. Der Monarch empfängt den ungarischen Handels-minister Kossuth, welcher feinen Borschlag, be-treffend die Errichtung einer selbständigen un« garischen Notenbank, unterbreitet. Der Monarch lehnt den Borschlag ab. Monat Mai: ß. DaS Statut der ungarischen Agrarbank in Sarajevo wird veröffenllicht. 7. Beginn der Laudtagswahlen in Steiermark. 1l). Beginn der Landtagswahlen in Vorarlberg. 12. Offiziös wird verlautbart. daß alle Mächte ihre prinzipielle Zustimmung zur Modifikation des Artikels 29 des Berliner Vertrages gegeben hätten. 13. Im österreichischen AnnexionsanSschuß wird die Debatte über die bosnische Agrarbank beendet. Die gegen das Ministerium Bienerth gerichteten Resolutionen werden abgelehnt, jene gegen Ba-ron Burian gerichteten dagegen angenommen. Das deutsche Kaiserpaar trifft, von Brindissi kommend, in Pola ein, wo es festlich empfangen wird und von wo es sich nach Wien begibt. 14. Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste Viktoria treffen, vvn Kaiser Franz Josef nnd dem Hof feierlich empfangen, in Wien ein und werden von der Bevölkerung mit besonderem Enthusiasmus begrüßt. Beim Galadiner wechseln die beiden Monarchen politisch bedeutsame Toaste, in denen die Bedeutung und Festigkeit des Dreibundes zum Ausdruck kamen. Die beiden Kaiser richten an den König von Ita-licn ein BegrüßungStelegramm, das dieser in wärmsten Worten erwidert. Der deutschfreiheitliche Verband im Abgeord-netenhaufe veranstaltet eine HuldigungSkund-gebuilg anläßlich der Anwesenheit des Deutschen Kaisers in Wien und betönt die Bedeutung und den Wert des deutsch-österreichifchen Bund-nisses 21. In Afpern wird in Anwesenheit des Kaisers die Jahrhundertfeier der Schlacht festlich be> gange» und die Grundsteinlegung zum Aspera-denkmal vollzogen. 22. Die noch in ausnahmsweifer aktiver Dienst-leistung stehende» Ersatzreservisten werden in das nichtaktive Verhältnis zurückversetzt. Monat Juni: 1. Die Abgeordneten Dr. «ramarsch und Klofac sprechen in Moskau über allslawische Politik. Internationaler Chemikerkongreß in London. 4. Im österreichischen Abgeordnetenhause wird dem Antrage deS Abgeordneten Dr. Schusterfchitz einstimmig die Dringlichkeit zuerkannt, die Dringlichkeit eines Antrages des Abgeordneten Kalina, der einen Tadel der Regierung enthält, wird mit 201 gegen 194 Stimme» abgelehnt. Die Regierung bringt einen Gesetzentwurf über die ErbschastS« und Schenkungssteuer ein. We> gen tumultuöser Szenen muß die Sitzung mitten in einer namentlichen Abstimmung geschlossen werden. 6. Die Landesversammlung der ungarischen Unab-hängigkeitSpartei in Budapest spricht sich für die Errichtung einer selbständigen ungarischen Bank auS. Der Antrag des Abgeordneten Schusterfchitz (bosnische Bank) wird mit 242 gegen 237 Stimmen abgelehnt. Der tschechische Landsmannminister Dr. Zaczek gibt infolge des durch seine Abstimmung für die Regierung verursachten Konfliktes mit den tschechischen Parteien feine Demission. Die strafgerichtliche Untersnchuug gegen die in-folge der Demonstrationen vom 23. November 1908 beschuldigten italienischen Studenten der Wiener Universität wird eingestellt. 12. Der zweite Wahlbezirk der Stadt Kraz wählt de« Dentschfreiheitlichen Heinrich Wastian in den Reichsrat. 13. Der Kaiser spricht dem Ministerpräsidenten Baron Bienerth seine besondere Befriedigung über die Haliung des Kabinetts aus und ge-denkt mit Anerkennung jener Minister, die die Politik des Ministeriums auch bei der Ab-stimmnng als Abgeordnete vertreten haben. Landtagswahlen in Trieft. 14. Der Kaiser lehnt die Demission des Ministers Dr. Zaczek ab. 15. Die Finanzvorlagen werden im Abgeordneten« hause einem 52gliedrigen Spezialausschuß zu- Nummer 2 gewiesen. Dem Antrag des Abgeordneten Kalina, aus Vorlage deS Entwurfes der bosnischen Verfassung,- wird die Dringlichkeit nicht zuer-kannt. Zweite Lesung des Budgets. 17. Der Dispositionsfonds wird mit 218 gegen 198 Stimmen angenommen. 22. Dr. Wekerle bittet in einer Andienz den Monarchen hin sofortige Entlassung de« Kabinetts. 23. Im österreichischen Bndgetansfchuß versuchen die Südslawen wegen der italienischen Rechts-faknltät zu obstruieren. Minister Tittoni spricht in der italienischen Kammer über den Dreibund und betont die Festigkeit desselben. 24. Der" Wahlbezirk Prag-Kleinseite wählt den natioualfozialen Dr. Karl Sviha in den Reichs-rat. Lb. Das Abgeordnetenhaus nimmt das Budget iu zweiter und dritter Lesung an. Eine Resolution, betreffend die Aufhebung der Eisenzölle, wird angenommen. 27. Der Monarch betrau» den Geheimen Rat Ladislans v. Lnkacs als bomo reßius zum Zwecke der Kabinettsbildung mit der ungarischen Unabhängigkeitspartei in Verhandlungen zu treten. 28. Im Klub der Unabhängigkeitspartei in Bnda-pest kommt es zu stürmischen Szenen, da zahl-reiche Mitglieder derselben Unterhandlungen mit dem homo regius ablehnen. 29. DaS Exekntivknmitee der ungarischen Unab-hängigkeitspartei lehnt alle Vorschläge von Lnkacs ab. 30. Die Plenarversammlung der nngarischen Unab-hängigkeitspartei stimmt den Beschlüssen des Exekulivkomitees, die Borschläge von Lnkacs abzulehnen, bei. Im österreichischen Abgeordnetenhaus« bringen Mitglieder der Slawischen Union 63 Dring-lichkeitSaiitrügc ein, um gegen die Beratung des Ermächtigungsgesetzes und des Handels-Vertrages mit Rumänien mit der technischen Obstruktion einzusetzen. M o n a t Juli: I. Der volkswirtschaftliche Ausschuß nimmt das handelspolitische Ermächtigungsgesetz und den Handelsvertrag mit Rumänien an. Auch in den Ansfchüssen beginnen die tschechi-schen Agrarier und die Slowenen zu obstruieren. Die Slawische Union beschließt, keine weiteren Erledigungen im Abgeordnetenhause zuzulassen, da sie „das Sommerprogramm für erschöpft halte". Zwischen Kvssuth und Justh kommt ein Kom-promiß zustande, das die vollständige Einig-fett in der Uuabhängigkeitspartei feststellt. Die Triester Statthalterei annulliert die Ge« meinderatswahlen in Pola und bestellt einen Regierungskommissär. 4. Der Monarch empsängt den ungarischen Mi-nisterpräsidenten Dr. Wekerle und drückt ihm seinen Wunsch aus, das Kabinett möge seine Geschäfte weiterführen. b. Der Kuiser eröffnet die Tauernbahn in der Strecke Spittal a. d. D.—Bad Gasteiu. Der Monarch macht hiebe» gegenüber dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses eine sehr ab-fällige Bemerkung über die Obstruktion. V. DaS Abgeordnetenhaus wählt die Delegation«. Mitglieder. 7. Der Monarch empsängt den ungarischen Ministerpräsidenten Dr. Wekerle und genehmigt dessen Vorschläge auf Nenernennung des Kabinetts. 8. Im Abgeordnetenhanse machen die arbeit«, willign« Parteien nnd die Regierung vergeblich« Schritte, die ObstrnktionSparteien von ihrer Haltung abzubringen. 10. Die Verhandlungen des AuSgleichSkomiteeS im Abgeordnetenhaus scheitern an der Unnach-giebigkeit der Obstruktionisten. Erzherzog Franz Ferdinand und Gemahlin treffen zum Besuche deS rumänischen Königs-paareS in Schloß Peitsch bei Sinaia ein. (Fortsetzung folgt.) Stririschrr Landtag. In der gestrigen Sitzung des Landtages teilte Landeshauptmann Graf Attems mit, daß der Beschluß deS Landtage«, betreffend die provisorische Fortein-Hebung der LandeSbierauflage bereits die Sanktion Deutsche Wacht __ erhalten habe. Dr. Benkovu' bringt einen Antrag auf Einführung des Wahlzwanges bei deu Land-tagswahlen. Sein Antrag, der LandcSausfchuß werd« beauftragt einen bezügliche» Gesetzentwurf vorzulegen, wird einen« zu wählenden 15gliedrigen Ausschüsse zugewiesen. Abgeordneter Jodlbauer «vünscht in einem Antrag eine neuerliche Aenderung der Gemeindeivahl-ordnung. Der Landcsausschuß bringt einen Bericht, betreffend die Gewährung eines JnvestitionSkapitalS von 240.000 K für die Ausgestaltung der Landes-knranstalt in Nenhaus, der Bericht wird dem Finanz-anSschnsse zugewiesen. In der heutigen (19.) Sitzung (Beginn 10 Uhr vormittag) kamen zunächst folgende Anträge zur Begründung: des Abgeordneten Dr. V. Kukvvec. betreffend die Errichtung von Knaben-Bürgerschulen in Sachsenfeld, St. Georgen a. d. Südbahu und in Trifail; der Abgeordnete Horvatek und t^nossen betreffs Handhabung der Bestimmungen des § 21 des ReichsoolksschulgesetzeS über die Schulbesuchs-Erleichterungen; der Abgeordneten Einspinner und Genossen, betreffend gesetzliche Maßnahmen gegen das zügellose Frendenschießen; der Abgeordnete Heinrich Welisch, Einspinner nnd Genoffen, betreffend die Mißstände bei den Konsumvereinen, Wirtschaft»-Genossenschaft, Lebensmittelmagazinen und Austeil-Vereinigungen. Inland. Der böhmische Zirkel bei Briefsen-düngen. Die tschechische» Blätter veröffentlichten kürzlich ein Privat schreiben des Ministers Doktor Schreiner an den Bürgermeister von Tachan, Herrn Heinrich Swoboda, welcher Brief aber merkwürdiger-weise niemals in die Hände des Adressaten gelangt ist. Es ist dies schon der zweite Fall, daß ein Privat-schreibe» an Herrn Swoboda untcrschlage« wurde. Der Brief behandelt die Frage der Besetzung der Stellen an der im Ban befindlichen Lokalbahn Tanß—Tachan, betreffend die Nationalität der Be« werber. Natürlich wud die Untersuchung, wie bei dem elften Vorkommnis auch nichts zu Tage bringen. Die Vermutung, daß tschechische Postbeamte ihre Hand im Spiele haben ist eine naheliegende. Solche Vorkommnisse beleuchten wieder so recht die Kampfes-weife der Wenzelssöhne. Unterschlagungen bei der tschechischen Bank in Wien. Ein Tscheche namens Korinek hat mit Hilse zweier ^uden »ohn und Rvsch die tschechische Berns in Wien um eine hübsche runde Summe geprellt. Korinek war Disponent der Effekten-abteilnng und stand durch Vermittlung des Roth mit dem Wechsler Kohn in Geschäftsverbindung. Der Fehlbetrag von ungefähr 600.000 Kronen soll von den Mitgliedern des Verwaltungsrates ersetzt worden sein, nm die Aktionäre vor Dividendenver-lnst zu schützen. Ans Stadt und Land. Auf zum Sckulvereinsfefte, das heute Abend in den Räumlichkeiten des Deutschen Hauses stattfindet. Alles, was deutsch denkt und deutsch fühlt möge sich einfinden um der schönen veranstal-tung den gebührenden Wert zu verleihen. Ueberreichung der Ehrenbürgerur-Kunde an Herrn Julius Rakusch. Am 31. Dezember 1909 sprachen Herr Bürgermeister Dr. Heinrich von Jabvrnegg und Herr Vize-bürgermeister Max Rauscher bei Herrn Altbürger« meister Julius Rakusch vor, um ihm das Ehren-bürgerdipsom der Stadtgemeinde Cilli zu überreichen. Das von der Firma G e o r g W a st i a n in G r a z in künstlerischer und vornehmster Weise hergestellte Diplom ist iu einem silberbeschlagenen Saffian-Lederumschlag verwahrt und trägt die Bilder jener vier Baulichkeiten, mit denen das Wirken des Herrn Altbürgermeisters Julius Rakusch am engsten ver-knüpft war: das Rathaus, das Mädchenschulge-bäude, das Deutsche HauS und den Eisenhos. Das Diplom selbst hat folgenden Wortlaut: „Der Ge-meindeanSschnß der Stadt Eilli hat in seiner Seite 3 Sitzung am 6. Mal 1909 einstimmig beschlossen, Herrn Julius Rakusch. Alt bürgermeister und Groß« kausmaun. in dankbarer Würdigung der unvergäng« lichen Verdienste, die er sich durch sein Heimattreue«» opserfreudiges, unermüdliches nnd weitausschauende« Wirken für da» geistige und wirtschaftliche Gedeiheil der Stadt erworben hat, zum Ehrenbürger der Stadt Eilli zu ernennen. Stadtgdmeinde Eilli. am 1. Juni 1909." Der Gefeierte nahm die prachtvoll« Widmung mit herzlichster Freude entgegen nnd sprach dem Herrn Bürgermeister für die AuSzeich« niing den innigsten Dank anS. Veränderungen im Iustizdienst. Der Kaiser hat de» OberlandesgerichtSrat Karl Winkler deS Landesgerichtes in Graz zum OberlandeSge-richtSrate beim LandeSgerichte in Klagenfurt und den LandeSgerichtSrate Dr. Karl Prazak des Lande»-gerichtes in Graz zum Oberlandesgerichtsrate bei diesem Gerichtshöfe ernannt und dem Landesgerichts, rate Rudolf Edlen von Wurmser in Graz taxfrei de» Titel und Charakter eines Oberlandesgerichts-rates verliehen. — Der Kaiser hm zum Hoftate unter Belassung an seinem Dienftorte den Rat deS OberlandeSgerichteS in Graz. Dr. Alois Feldner, zn Oberlandesgerichtsräten unter Be-lassung ans ihren bisherigen Dienstorten die Landes-geri nuug zum Amte, sonder» nur wegen ihrer Zuge-Hörigkeit zu einer slawischen Nationalität, wegen ihr^S FanatiSmnseS ernannt und befördert werden. Wenn diese slawische Moral bei den Richlerer-iitnnungcn eiurisse, dann wäre eS mit dem alten, hohen Ansehen des österreichischen Beamtentums zu Ende. Besonders wütend geberdet sich der „Slo-wenSki Narod", der die große Entdeckung macht, daß im Grazer Oberlandesgerichtssprengel zwei Drittel Slawen wohnen. Das Eillier liberale „Tag blatt" nimmt sich des Übergängen?» Titularober-landcSgcrichtSratcs Gregorin an, dessen seiner-zeitige Ernennung in Fachkreisen allgemeines Stannen hervorrief. Cillier Lese- und Geselligkeitsverein. Die Vollversammlung des Vereines findet in der nächsten Woche an einem noch nicht sestgesetzten Abende statt und werden die Mitglieder des Ver-eines hiezn schriftlich eingeladen werden. Der erste Unterhaltungsabend dieses Vereines wird am 22. Jänner gegeben werden. Näheres hierüber bringen wir in der nächsten Nummer. Tanziibungsabend. Am Donnerstag den 5. d. M. hält der Eillier Veleranenverein gemeinsam mit dem dentschvölkischen Gehilsenverband einen Tanzübungsabend im Hotel Mohr ab. Diebstiihle. Am 2. Jänner wurde im'Hanse des KaufinauucS Anton ttolenc in der Grazerstraße Nummer 2 ein frecher Diebstahl verübt. Der Bruder de» ge-nannten Kaufmannes, ivelcher in einem im zweiten Stockwerke des HofgebäudeS gelegenen Zimmer schlief, hörte nm 2 Uhr nachtS ein Geräusch dem er ursprünglich seine Bedeutung beilegte. Als jedoch die Person, welche im Zimmer war. auf seinen Anruf keine Antwort gab, sondern sich entsernte, sprang er auf und bemerkte sofort, daß ihm eine wertvolle Uhr gestohlen worden fei und daß offenbar auf der Suche nach dem Geldtäschchen die Kleider im Zimmer durcheinander geworfen worden waren. Auch der nebenan wohnende Handelspraktikant Johann Sladik wurde bestohlen. Beide machten sich sofort aus die Suche nach dem Dieb und bemerkten, wie derselbe sich in der Richttmg gegen die Ringstraße aus dem Staube machte. Als Täter wurde der Landwehr-mann Franz Jeraj ausfindig gemacht, welcher früher bei Anton Kolenz als Handelsangestellter im Dienste stand und daher mit den Oertlichkeiten vollständig vertraut war. — In der Zeit vvm 3. bis 4. d nachmittags wurde in dem Cafe „Union" aus einer unverfperrten Kredenzlade in dem Lese- nnd Spiel-zimmer ein rotes versiegeltes Papierschächtelchin mit einer darin befindlichen Barschaft vo« zirka 200 K, bestehend ant 1 K« und 2 K-Stückcn und einigen 10 k-Noten von einem bisher unbekannten Täter entwendet. Die leere Schachtel wurde am 5. d. M. um halb 7 Uhr früh vo» dem Dienstmädchen Antonia Verbeck in dem Herrenaborte des Kaffee-hanses gefunden, wohin es offenbar von dem Täter erst im Verlause der letzten Nacht gebracht wurde, denn am Vorabende war die Schachtel noch nicht in dem Aborte. Die Barschaft bestand aus dem Er-löse sür verteilte Reklamekaleuder und war bestimmt, unter die Dienerschaft des Kaffeehauses verteilt zu werden. — Am 4. d. M. zwischen l/. und */A 2 Uhr nachmittags wurden in der Schlafstube der Kaniinfegergthilfen des Kaminfegermeisters Franz Fuchs, Schülerstraße 5, die Uleiderkoffer des Ge-Hilfen Emerich Gregurovic und jener des Lehrlings Franz Grätschn« aufgebrochen und daraus dem ersteren eine goldene Uhrkette im Werte von 125 K, eine silberne Taschenuhr im Werte von 25 K und 38 K Bargeld und dem letzteren eine silberne Taschenuhr im Werte von 14 K und eine silberne Uhrkette im Werte von 10 K von einem unbekannten Täter entwendet. Diese Schlafstube scheint auf die Diebe eine besondere Anziehungskraft anszu-übe». Denn es ist dies bereits der dritte Diebstahl, der im Verlaufe der letzten Jahre dort verübt wurde. Die SicherheitSwache hat die umfassendsten Nachforschungen nach den Tätern eingeleitet. Unterhaltungen in dieser Woche. 5. Schnlvereinsfest im Deutschen Haufe. Hausball im Gasthause Franz Vollgrnber. 6. Theater „Der Rastelbinder". 8. Vertragsbeamtenkränzchen im Deutschen Hause. 9. Unteroffizierskränzchen im Deutsche» Hause. Theater. In der letzten Besprechung der Operette „Ein Herbstmauöver" ist unS ein kleiner Irrt»»! passiert. Die Rolle der TreSka gab nicht Fräulein Mizzi Hübel. deren Namen wir irrtümlich-brachten, sondern Fräulein Hoppe. Wir korrigieren dies aus Wunsch. „Der Chefredakteur." Gegen den berühmten Marburg« Chefredakteur Richard Watzla-weck, vulgo Sanneck, welcher einer armen Kellner«» unter der Vorspiegelung, daß sein Vater ein wohl-habender Hausbesitzer sei, einen namhaften Geld» betrag herausgelockt hatte, wurde vom KreiSgerichte Marburg wegen Verbrechens des Betruges Erhebungen eingeleitet. Geschworenenauslosung. Bei der am 3l. Dezember 1909 stattgefundenen Geschworenen-auSlosung wurden beim KreiSgerichte Cilli für die bevorstehende Schwurgerichts. Tagung ausgelost: A.) Hauptgeschworeue: Berauitsch Hans, Handelsangestellter in Cilli. Detiiek Georg, k. k. Notar in Cilli. Hocevar Joses, Schneidermeister in Cilli. Pe» nik Fra.iz, Kaufmann in Cilli. Vollgrnber Franz, Gastwirt in Cilli. J>m Josef, Besitzer in Umgebung Hochenegg. Konstantin Baron Fiedler, Gutsbesitzer in Kappeldors. Bri^nik Vinzenz, Schlosser-meister in Fraßlau. Vovse? Dominik, Ledererrneister in Fraßlan. Stnpica Anton. Kausniann in Sankt Marein. Marzidov^ek Johann, Besitzer in Sagaj. Suster Martin, Kaufmann in Praßberg. Weber Adolf, Ledererrneister in Tüffer. Vouk Joses, Kauf-mann in Wernitz. Sultiö Jo ann, Kaufmann in Steindruck. Tabor Josef, Gastwirt in öt. Peter. Bauerheim Paul, Kausmami in St. Leonhard. Rozaj Konrad, Gastwirt in Retje. Baumann Hans, Lederer-meister in Gonobitz. Podgorschek Alois, Bäckermeister in Gonobitz. Wesenscheg Karl, Kunstmühlenbesitzer in Gonobitz. Zottel Hans, Kausmauu in Gonobitz. Nummer 2 Deutsche Wacht Sitte 5 PreSker Joses, Holzhändler in Luschberg. GrobuKek Johann, Fleischer und Wirt in Rann. Grebenz Vinzenz, Hausbesitzer in Rann. Klabntfchar Heinrich, Hausbesitzer in Rann. Gerec Franz, Großgrundbesitzer in Pischätz. Serbee Michael, Besitzer in Oklukovagora. DrnSkvvit Joses, Kaufmann in Drachenburg. Mos Ernst, Kaufmann in Hörberg. Jvanc Franz, Großgrundbesitzer i» Stolovnik. Schön-dorfer Johann, Gemeindevorsteher in Altenmarkt. Goriinit Johann, Tischlermeister iu ^iitzdorf. Pirtov^ek Franz, Gastwirt in Rietzdorf. BerliSg Josef, Handelsmann in Rohitsch. Klinar Stefan, landwirtschaftlicher Beamter in Sauerbrnnn. — 11.) Ergäuzungs -geschworene: Banmgartner Anton. Tapezierer in Eilli. Bnkschek Jakob, Fleischer in Cilli. KapnS Johann, Friseur in Cilli. Koß Johann. Kaufmann in Eilli. Mastnak Johann, jtleidcrmacher in Eilli. Rakusch Julius, Grvßkanfmann in Cilli. Srimc Jofef, Kaufmann in Cilli. Vreker Josef, Fleischer in Hvchenegg. Zaversnik Georg, Besitzer in Sankt Peter im Sanulal. Beleidigung des Bereines Südmark. Bekanntlich hat die Leitung des Vereines Südmark gegen die Verfasser der gegen den Schutzverein ge» richteten Schmähschriften den Klagewcg betreten. Am 28. Dezember wurde gegen den verantwort-lichen Schriftleiter der „Wiener-Neuftädter Zeitung", Rudolf Bro; ek die Verhandlung durchgeführt. Dieser wurde zu einer Geldstrafe von 70 Kronen, im Falle der Nichteinbringung zu einer Woche Arrest verurteilt. Der Sudelfchreiber machte keinen Versuch, seine Behauptungen zu beweisen. Rosegger und das Herrenhaus. In der Grazer „Tagespost" veröffentlicht Rofegger fol« gende Erklärung: „Löbliche Redaktion! Man zer« bricht sich ziemlich überflüssig die Köpfe, weshalb ich nicht in den Pairsschub kam. Das Rätsel ist leicht gelöst. Sogleich, als das Gerücht von meiner bevorstehenden Berufung laut wurde, habe ich mich au mehrere maßgebende Mitglieder des Herrenhauses und des Abgeordnetenhauses gewendet mit der Vor-stellung, daß, so hoch die Ehre auch zu schätzen sein mag, ich diese Würde und Mitverantwortlichkeit als eine lebenslängliche, mit meinem Znueulebeu nicht ver-einbare Last empfinden würde. Sollte die Absicht der Berufung wirklich einmal bestanden haben, so steht es klar, daß ich wohl selbst ihr aufrichtigster und tätigster Gegner gewesen bin. Ich tauge nicht ins Herreuhaus und will Ruhe haben. Graz, 1. Jänner 1910. Achtungsvoll Peter Rosegger." Die Derwaltungskommission der Landesstelle der „Allgemeinen Pensions-anstatt für Angestellte" in Graz hat in ihrer Sitzung vom "8. Dezember 1909 nachfolgende Kundgebung beschlossen: In Beziehung auf die Frage der Pensioiisversicheriiugspflicht eines Teiles der Handelsangestellten ist infolge der gegensätzlichen RechtSanschauung des k. k. Ministeriums deS Innern nnd der allgemeinen Pcnsionsanstalt für Angestellte gegenwärtig ein Kampf entbrannt, welchen die Ver-waltnngskommifsion aus Erwägungen sachlicher Natur auf da» lebhafteste bedauert. Die VerwaltungS-kommission hat sich stets von den besten Absichten sür das Gedeihen der Anstalt leiten lassen, nnd sich bei ihren Beschlüssen und Verfügungen immer genau an die bestehenden Vorschriften gehalten; zugleich nimmt sie Anlaß, zu erklären, daß sie den das Maß erlaubter Kritik weit überschreiieudcu persönlich beleidigende» Aeußerungen die — von welcher Seite immer — gegen Funktionäre von Körperschaften nnd einzelne andere Persönlichkeiten gefalle» sind, ferne steht, und diese Aeußerungen umfomehr verurteilt, weil sie nur geeignet find, die gegenseitige Ver-ständigung der streikende» Parteien zu erschwere». Wegen jener Beschuldigungen, welche gegen einen Beamten der Landesstelle, seine Teilnahme an der Agitation betreffend, in der Oeffentlichkeit erhoben wurden, hat die Verwaltniigskommifsion »ach genauer Ilulerfnchnng die nötigen Vorkehrungen getroffen. Im übrigen kann die Verwaltniigskommifsion im Interesse der Pensionsanstalt nnd aller ihrer Mit-glieder keinen andeien Wunsch anSsprechen, als daß der entstandene Meinnngsstreit sobald wie möglich beigelegt werde, nnd daß sich alle Parteien zn ge-mernsamer sachlicher Arbeit in der Anstalt vereinen möge». Schwerer Unfall beim Bobfahren. Auf dem Semmering ereignete sich am Neujahrs-tage beim Uebungsiahren zum Bobschlittenrenne» ein ernster Uusall. Eine Mannschatt wn.de i» voller Fahrt bei der vorletzre» Kurve über die Böschnug geichleudert, wobei sowohl der Lenker Flurschein als auch der Advokat Dr. Picker leichte Verletzungen davontrugen. Ein dritter Teilnehmer an der Fahrt, Dr. Klujeuiann aus Graz, blieb bewußtlos liege» und mnßte ins Hotel Panhans gebracht werden. Dort stellten die Aerzte eine schwere Gehirner-schütterung sest. Auch sind Anzeichen eines Bruches der Wirbelsäule vorhanden. Dr. Klnsemanu wurde nach Graz überführt. Einführung neuer Stempelmarken. Laut Verordnung des Finanzministeriums vom 20. Oktober 1909 R. G Vl. Nr. 163 weiden vom 1. Jänner 1910 au neue Stempelmarken in Verschleiß gesetzt, während die gegenwärtig geltenden Stempel-ma'ken der Emission 1893 mit 3t. März 1910 gänzlich außer Verschleiß geletzt werden. Die Ver-Wendung der außer Gabrauch gesetzten Stempelmarken »ach dem 31. März 19 tv ist daher der Nichtersüllung der gesetzlichen Stempelpflicht gleichzuhalten und zieht die in den Gebührengefetzen vorgesehenen nachteiligen Folge» »ach sich. Die auger Gebrauch gefetzte», u». verwendet gebliebenen Stempelmarken werde» unter V'0bachtung der gesetzlichen Bestimmungen »nd Vor-schnfie» vom I. März bis einschließlich 3>. Mai 1910 bei den StempelverlagS- und Verschleißämtern gegen neue Stempelmarken unentgeltlich ausgewechselt. Die bezüglichen Eingaben der Parteien sind stempel-frei. Nach de» 31. Mai 1910 findet weder eine Umwechslung noch eine Vergütung bezüglich der aus dem Verschleiße gezogenen stempelmarken statt. GewerbS- und HandelSbücher, dann Blankette von Wechfrln, Rechnungen u. f. w. aus welchen Stempel-maiken frühere» Emission durch vorschriftsmäßige, vor dem l. April 1910 eriolgten amtlichen Ueber-stempelung zur Verwe»d»ug gelang« sind, können auch nach diesem Zeitpunkte unbeauständet in Gebrauch genommen werden. Zu den Effekteuumsatz'leuerstempel-maiken, dann in den übrigen Stempelwenzeichen tritt vorläufig keine Aenderung ein. Sommerwohnungen in Steiermark. Der Landesverband für Fremdenverkehr beabsichtigt, den WohnungSanzeiger sür 1910 schon im Mona! März herauszugeben, nm de» zumeist schon im Vor-srühling in großer Anzahl einlaufenden Anfragen über Sommerwohnungen entsprechen zu können. Zu diesem Behnfe hat der Verband alle Fremdenver-kehrsinterefsenten im Lande eingeladen, die Befchrei-bung ihres Ortes und die zu vermietenden Sommer-wohnnngen bis läugstens 15. Jänner bekanntzugeben. Da der Wohnnngsanzeiger mit Bildern ge-schmückt werden soll, empfiehlt es sich, wirknngS-volle photographische Ausnahmen eiuzuseude», um, wenn sich die AuSsührung der Photographie als geeignet erweist, Bildstöcke anfertigen lassen zu können. Monatsausweis des Einlagenstandes gegen Kassenscheine und Eiulagsdücher der k. k. priv Böhmische» Unionbank: Stand am 30. November 1909 . K' 72,554.454*53 H „ 31. Dezember i909 . „ 72,559.618-88 daher Zunahme K 5.164 35 Windisch-Feistritz. In NenholdS Sälen wurde die gebräuchliche Silvesterfeier der Feuerwehr abgehalten. Viele Gäste solgten mit Vergnügen dem Rufe der Wehr. Die Räumlichkeiten waren bis aufS letzte Plätzchen besetzt. Zum Gelingen dies r Feier die an Herzlichkeit, Gemütlichkeit und Reichhaltigkeit ihresgleihen sucht, trugen nicht wenig die Pettauer Schrammelu bei. Auch die Vorträge der Herren Kaufke, Petzold, Potfchiwaufcheg, Lehrer Schiestl und Schmied faudeu allgemeine Anerkennung. Eine angenehme Ueberrafchnng bot auch der reichhaltige Glückshafen. Den vielen Freunden nnd Gönnern, die in reichlichem Maße Spenden dafür machten, sei der wärmst« Dank gesagt. Das nene Jahr hatte schon lauge seinen Einzug gehalten, als die letzten Gäste in bester Neujahrsstimmung die Silvesterfeier verließen, die ihnen in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Schönstein. (Maskenkrä » zche n.) Das Damenkvmitee veranstaltet Samstag den 8. Jänner im Saale des Deutschen Hauses ein Maskenkränz-chen, das nach dem große» Interesse, welches sich in Schönstein und Umgebung dafür knndgibt, einen schönen Verlauf nehmen wird. Es ist zu erwarten, daß sich die Deutsche» des Schalltales recht zahl-reich dabei einfindeu werden. Wöllan. (Silvesterfeier.) Die von der hirsigen freiwilligen Feuerwehr im Hotel Rak ver« anstaltete Silvesterfeier »ahm diesmal eine» äußerst glänzenden Verlauf. Hauptmanustellvertreter Herr Eduard Rak begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste und daiikte im Namen der VereiuSleituug für die vielen Beweise aufrichtigen Entgegenkommens. Redner ermähnte die vollzählig erschienenen Kamerade» sich durch treue Pflichterfüllung im Dienste der Huma-»ität erkenntlich zu zeigen. Die Feuerwehr-Sänger-riege brachte ans Anregung des langjährigen, ver- dienstvollen Mitgliedes Herrn Josef Wntti einige treffliche Chöre zum Vortrage. Dann wurde bis in die frühen Morgenstunden dem Tanze gehuldigt. Neukirchen. «Uusall oder Verbre-chen?) Am 2. d. M. nachmittag» wurde der 36 Jahre alte Besitzer Josef Jamnisek vom Posten-sichrer Hermann Goll und dem Besitzer Joses Korenak ans dem vou Werba mich CreSkova sichren« den Fahrwege als Leiche mit einer Kopswnnde aus der rechten Seite ansgefnnden. Ob der Tod die Folge eines Unfalles oder Verbrechens ist, steht noch nicht sest. Jamnisek hinterläßt eine Witwe mit zwei Kindern. SchaulmlM. Am Sonntag den 2. Jänner wurde die alte Operette .Die Puppe", bei nahezu anSverkanstem Hanse gegeben. DaS Stück, dessen Libretto von dem Franzosen Ordonneau stammt und zn dem Edmond Anetu.m eine reizende Musik geschrieben, entbehrt nicht eines gewissen heiteren Z»g:S. Die Rollen waren sehr gut verteilt. Frl. Ruschitzka war als Alesia in ihrer ziemlich anstrengenden Rolle wie immer reizend, nnd brachte Stimmung in das HauS. Ihr Partner Herr Spiegel als Lanzclott gab seine Rolle mit guter Naivität, doch mit einer gewissen Lässigkeit in seinen Bewegungen. Den Hilarius gab Herr Olbat mit Temperament und vorzüglichem Humor Das HauS lachte viel. Herr Felda war stimmlich etwas zn eintönig, etwas mehr Vortrag wäre zu wünschen. Der Chor könnte i» seiner Vortragsart mehr Leben und weniger Leierkastenartiges vertragen. Frl. Hoppe als Lehrling Heinrich, war stimmlich sehr, sehr indisponiert, darstellerisch sehr herzig. Herr Völker und Herr Seidl gaben die beiden RueS recht heiter. Das Orchester war sehr gut. Das Publikum war sehr animiert und dankte mit viel Beifall. Wir möchten auch ersuchen, daß, wenn schon viele» bei Stücken gekürzt wird, dies auch bei den Zwischenpausen Eingang finden soll. „Im Klubsessel", Lustspiel von Karl Rößler und Ludwig Heller. Ein Stück mit geringem Inhalt, aber viel Pointen, unter denen sich viel zwei und mehrdeutige befinden. Und wenn diese nicht znm Verständnis des Publikums gebracht werden, so fällt auch das Stück ab. Die Rollen sind nicht leicht; dies zur Entschuldigung der etwas stark beschäftigten Schauspieler. Das Stück schlug bei nuS nicht ein. Es wollte keine Stimmung ins HauS kommen, obwohl sich verschiedene Darsteller die größte Mühe gaben. Ans den Inhalt deS Stückes wollen wir nicht näher eingehen. Das Motiv ist knrz svlgendes: Die zwei Grasen Teta-Lanalsch, Vater nnd Sohn, sind finanziell zugrunde gerichtet, .arah, die Tochter des Hauses bringt durch ihr mütterliches Erbteil wieder Geld ins Hans und der „alte Herr" heiratet eine reiche Witwe. Gut waren die Damen Frl. Mizzi Hiibl als Sarah und Frl. Mizzi Hoppe als Elisabeth von Vrieslanden. Von den Herren bemühten sich um die Vorstellung Herr Felda als Teta-Launatsch der Ae. und Alfred Mahr als der I. Gut war err Olbat als Naturmensch. Gut war auch Herr vheuan als Leutnant Klaus Rnpprecht. Ans aller Welt. Die Attentate der geheimnisvollen N o ii n e. Seil drei Monaten verübt eine Frau in Ronnentleidung. welche die „schreckliche Nonne von Le Puy" genannt wird, Attentate in der dortigen Gegend aus harmlose Passanten, woduich die ganze Gegend in Aufregung versetzt wurde. Die Staats-anwaltschast, welche die Angelegenheit untersucht, hüllt sich wie aus Paris berichtet wrv in Schwei-gen, di die Sache noch recht dunkel ist. De» Nachforschungen der französischen Journalisten ist jedoch kene Grenze gezogen. Diese betriebsamen Herren wollen nun noch allerlei Einzelheiten in Erfahrung gebracht haben. Vor etwa einem Monat fuhr ein «wer zwischen Le Puh und Monastier des Weges, als er eine sehr robust aussehende Rönne nm We-ge sitzen sah. S>e bat ihn, sie nach Monastier mit» zunehmen, was der Bauer bewilligte, «ls die Nonne aber Miene machte, auf den Sitz neben dem Bauer zu steigen, bemerkte dieser zu seinen Schrecke» einen furchtbaren Knüppel unter dem Gewände der Frau. Rasch entschlossen, hieb der Bauer zuerst auf die -Nonne und dann auf fein Pferd ein, das im Galopp davonjagte. Die Nonne verfolgte ihn aber noch mit c2 tf 6 Deutsche Wacht T^T.T.CZ 2 Steinwürfen und Flüchen. Ein anderer Handarbeiter traf die Nonne eines Tages ebenfalls. Diese bat, sich ihm anschließen zu dürfen. Nach zehn Minuten schweigsamen Zusammengehens bemerkte der Land-mann ebenfalls einen Knüppel unter deu Kleide der Nonne. Er bekam Furcht und riß aus Aber die Nonne, die mit einemal Riesenkräfte bekommen zu haben schien, lies hinler ihm her und holte ihn ein. Sie schlug ihn mit dem Knüppel nieder. Nur mit knapper Not konnte er fein Leben retten. Nach einem Schüler Grafset warf sie mit einem Messer, das eine tiefe Wunde in der Wade des jungen Mannes verursachte. Nach gliedern wird geschloffen, daß es sich wahrscheinlich um eine» verkleideten Man» und nicht um eine wirkliche Nonne handle. Villeicht hat uian eS mit einem Irrsinnigen zu tun. Die Sklaverei in der Türkei. Vor einigen Tagen kündigte» die Konftantinopeler Heilungen die Veröffentlichung einer kaiserliche» Be-ftimmung an durch welche die Aufhebung der Skla-verei im Oitomanischen Reiche verfügt wird Diese absonderlich klingende Nachricht wurde sowohl in der Türkei als auch in Europa mit skeptischem Achselzucken aufgenommen. Diele Frage, sagt daS „Journal du Caire", verdient nähere Betrachtungen. denn der Sklavenhandel wurde in der Türkei immer ausgeübt. ES ist ja bekannt daß trotzt der im Roten Meer« eingeführte Ueberwachung der arabischen Cklaveil-Händler, Arabien unter der alle» Regierung fortwährend die verlangte Anzahl vo» Eunuchen an die Serails des Orients lieferte, die die alten Sitten ausrecht erhalten. Die Paläste des Uildiz und von Top-Capol, die Serails der Prinzen hallen eine Menge schwarzer Eunuchen, die von der Oflküste Afrikas stammten. Abdul Hamid sorgte aber schon für de» Fall vor, daß infolge der Ausdehnung der europäischen Herr-schuft in Afrika die Sklavensendungen aufhören könnten; er legte auf der Höhe von Ln-Keny eine Ansiedlung von ausgesuchten hübschen Negern, Män-nern und Weibern, an, deren Kinder im Älter von sieben bis acht Jahren zu Eunuchen gemacht wurden. Die Märkte vo» Konslantinopel waren mit menschlichem Wilde immer reich versorgt. Vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte waren die türkischen Sultane die leidenschaftlichsten Sammler vou grauen, die je gelebt haben und man kann sagen daß die Sultane der letzten Zeit ihren Vorfahren nichl nach-standen. So besaß der im Jahre i861 verstorbene Sultan Abdul Medschi» einen Harem, der mit dem des Salomon rivalisieren konnle und sein Lohn Abdul Hamid legte wieder mehr Gewicht auf die Schönheit als aus die Zahl feiner Odalisken. Sein Harem beherbergt« bewnndernewerie Schönheiten und dir prüchligsten plastischen Gestalten. Schrifttum Ueber Volksleben. Litten und Bräu-che in Körnten von Franz granziSzi. (Volks-dücherei der Verlagsbuchhandlung „Styria" in Graz) Preis broschiert nur 80 h, gebunden K 1.10. Der alte, uns allen liebgewordene Franziszi in neuem Gewand. Aus einer fernen Zeit ragt er hinein in unsere unrastigen Tage: mildgesinnt. ver-ständig ollem Menschlichen, vornehm. Und so haben wir in liebgewonnen den über achlzigjährigen Dechant von Gtafendorf im Gailtal, der sich in dem Welt-Winkel versteckt, um dem Treiben auszuweichen, daS er nicht versteht. DaS ist der Mann, der sich seit vielen Jahrzehnte» verständnisvoll in die Kärntner Volksseele versenkt, die alten schönen Bräuche seiner Heimat sammelt und vor Vergessenheit rettet. Seine „Kulturstudien", „Touristischen Farbenskizzen auS Kirnten", seine „«ärnlner Alpenfahrten u.a. bilden noch immer, unbeschadet der Verdienste eines Rudolf Waizer, die Grundlage der Forschung über des Kärntners Wesen. Seine lilerarische Gemeinde ist groß und er hat ihr viel zu sagen. So wird auch daS billige, in 3. Auflage vorliegende Buch FranzisziS weite Verbreitung finden. Zu wünschen wäre e«: besonders in der Heimat, damit die guten, trauten VolkSbräuche vor dem Ausrotten durch die neue Zeit rechtzeitig geschützt werden. Dann wird Fran-ziSzis Wort zur Tat. Das wäre sein schönster Lohn für die starkpulsige heimatstreue Gesinnung! Deutsche Volksgenossen! Nach jahrelanger freudig geleisteter Arbeit und Dank der opferwilligsten Beihilfe national bewußter Volksgenossen ist der Bau de» Deutschen HoufeS bis ji>r Vollendung gediehen. Die prächtigen R?ume des stolze» Baues sind ihrer Bestimmung übergeben worden. FreigemuteS, frische», völkische« Leben ist in da« HauS eingezogen, da» für da» ganze deutsch« Cilli und alle Freunde dieser Stadt, sür die deutschen Vereine, für alle Schichten der deutschen Bevölkerung bestimmt ist, alS Heimstatt deutsche» geistigen Streben« und deutscher Lebensfreude, al« PflegestSlte deutschen Wesens in den Südurarken de« deutschen Gebiete«. Da« Hau« ist erstanden durch rühmenStverte Leistungen an «Seid und Änt und Arbeit, bei denen deutsche Einigkeit und Brüderlichkeit herrlich zu Tage traten. Jehl gilt e» da« Beschaffen« zu erhalten al« stolze« Bild völkischen Leben«, al« Sammelpunkt aller Deutschen au« nab und fern, so daß jeder deutscht Bolk«genosse mit aufrichtiger Freude und mit Begeisterung die herrlichen Hallen betritt. Da« Teutsche HauS so zu erhalten daß eS unser aller Stolz und Freude ist, da« Lebe-, im Deutschen Hause so zu gestalten, daß e« da» völkische und wirt-schaftliche Gedeihen Teutsch Cilli« in bedeutungsvollem Maße fördert, da« ist ein« Ehr«nausgab« sür die Deutschen Cilli« und aller Deutschen, die treu zu Eilli stehen! In erster Linie obliegt diese Ehienpflicht den deuten Bewohnern Eilli«. Es gibt wenige Städte auf deutscher Erde, in welchen die nationale Opferwil-It^fvit so sehr die Gesamtheit beseelt, wie unser kämpf-umrostea. allezeit siegreiches Cilli, wo in bewunderungS-würdiger Weise arm und reich, hoch und nieder freudi-die schwersten Opfer bringt am Altare de« deutschen Volkstum« und auch für da« Deutsche HauS Opfer ge-bracht wurden, die der Bewunderung und dauernden Danke« wer! sind. Deutsche EilliS! An diese bewährte Opferwillig-keit, die unserer Stadt so viel Segen gebracht und ihr in allen deutschen Landen einen ehreirvollen Namen gemacht hat. appelieren wir. Da« Deutsche Hau« bedarf dringend Eurer Opfer, eS stellt an eure Leistungsfähigkeit, an Eure Heimat-liebe und Euren gefunden nationalen Sinn hohe An-forderungen, höhere, als st« je an Euch herange-treten sind. Wahret und hegkt Euer schönstes Kleinod: Tr-S Deutsche $)nus! Seid in diesem hehren Ziele ein einig Volk von Brüdern l Trage jeder nach sein«» Sräfien k«in Schnfleta hin zum Deutschen Haufe. Werdet Mitglieder, Gründer, Stifter d«S Vereine« Teutsches Hau«, strömt in Scharen in di« schönen Räume = kurz vereinigt Euch in liebender Sorg« um diese» stolz« Werk, da« unserer Stadt und dem ganze» Valerlanb« zur Zierde und Ehre gerrichl. Jeder tue seine Pflicht, keiner bleib« zurück? Heil Cilli immerbar! Tcr AnSschnß dcs Vereines DcuifchrS Haus. Cilli. A n m e r k u n g: Spenden und Beitrittserklärungen werden vom Zahlmeister Herrn Josef Jarmer, ent-gegengenommen Eingesendet. »38 neue Jahr soll uns was Gutes bringen, oo oo oo oo oo oo oo vor allem natürlich Gesundheit. Wer aber gesund bleiben will, muß sich sorgsam vor Erkälrung hüien, und wer sich nichl erkällen will, muß vordru end ftorj« echi- Sodenee Mineral-Pastille» gebrauchen. Vorhandene Katarrh« beieirigen die Sodrner schnell und ohne jede Belänigung. 5ab«i nnd sie billig: K ! ?'> die Schach!«!, die man in Apotheken, Drogerien etc. «bäh. Generalreoräirnlans slir Oesterre'ch-Unqorn: W Th GuntzeN. t. u t. Hoflieferant. Wien. IV/l, Große Neugasse 17. f. gg' ■^23 ♦ ♦ w t & Tch-ipinarke: „Anker" Lininienf.Capsicicomp., Ersah für ;'F isl JJnRer-Pain-Expcller ist al« vorzlw.Uchste. ichmrrzstillende und ableitende txinrrllmng bei <^rkältr»ugen usw, allgemein anerkannt; zum Preise von 60 is 1.40 nnd 2 ft Dovrdtijj in den meisten Apotheken, Beim Einkaui diese« überall be-liebten Hau?iiiitles« nehme man nur Original-fla'ben in Schacht«!» mit unsrer Schutzmarke „Ans er" an. dann ist man sicher, da« Originaler,,eugili« erhallen zu haben. Tr. Richters Apotheke zum „violdenen vLwer»-in Prag, EtUaberhstrahe Nr. 5 neu. * 4 8 ♦ ♦ ga es (Fitt gute« Hausmittel. Unter den Hausmitteln, die als schmerzstillende und ableitende Einreibung bei Erkältungen usw. angeiv«nd«t zu werden pflegen, nimmt da« in dem Laboraloiium der Dr. Richter'« Apotheke ;u Prag erzeugt« Liniment. Cap#i-:i co «>p mit „Anker (E-fas sür .Anker Pain Exp«ller') di« erste Stelle ein Der Pr.r« ist billig- so Heller, fl 1.4» und 2. die Ftuiche: f«e Zlafch« befindet sich in eleganter Schachtel und ist kenntlich an dem baetnnten Anker. lind tkwachsme Hervorragendftes Nährmittel für ceiunde und schwächlich«^ in der Entwicklung zurück-geblieben« Jliiibfr jed.Aller«. Es fSrd«rr di« Muskel- und ttnochenhildung verhuiet und beseitigt wie kein andere« TiarrdS«, Brechdurchfall Tarmkaiarrd usw. Ausweis über die im städt. Cchlachthaufe in der Woche vom 27. Dezember löt>S bis 2. Januar 1910 vorgenommenen Schlachtungen, sowie die Menge und Äaitung deS eingeführten Fleisches. Name des du». »los» in qaitt n eingeführtes Fleisch in Kilogramm | ' s s le c c L « Fleischers B ■e X c io <3 V z 3 -e o" ü S s fi i s c T i B ¥ I li m 2 i B ■ff e B (4) u ** * u> CO Ä «5 «» « oe *5) 0) 00 | Ä Rutschet Jakob .... 4 3 2 1- — 1 1 — Hr«nka Job»»» .... — 5 — — i 3 — — 2 I — 13 — _ tinkS....... — 2 — — 3 1 Kofjär Ludwig .... - — - * 2 l — _ 74 Lestoschet Jakob.... — 2 Payer Samuel .... — — 2 — _ Ploninz Kranz .... — — — — 1 1 Redeuichegg Josef . . . - 7 — 5 8 223 7 — 1 1 — « Suppan....... — 4 — — 4 2 — _ Umegg Rudolf .... — — — i 2 1 Vottgruber gränz . . . - — 2 1 1 1 8 Privat«....... Nummer 2 Leuische Dacht Seite 7 Geprüfter Kesselheizer beider Landessprachen mächtig, verheiratet, nüchtern und sehr verlässlich, mit guten Zeugnissen, wird sofort aufgenommen. Anträge mit Angabe des Alters, des Lohnanspruches sind unter Beischluss von Zeugnisabschriften an die Spinnerei Pragwald bei Cilli zu richten. DGGOOOGOGVOOGOOSOOGSOGOGGO Gegen Husten ■ und Heiserkeit nehme man l>r. 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