(Krülier „Eissier Zettung"). IrlSeinl loBBttflej »»d fcnctsß oioroeal und tastet für «im mit juflcllaiig tn» H«s» msnsilich fl. — .55, »itilrf;n»ng 9. 1.40, »liltjijhriq ». , jinu-5'iil st. 6.—. Mi! P«ft»crs«»0»»g »icrl-IjiiirlH I. \.to, talltStrtt st. *.10, frtnjjatnj I. «.«0. IX* ein,eine Rum*« 7 ft. 3»1tntt »«» ! (wi ist»«» w>t»e»h»I»nsci> e«t1»rechen»er lkadoll. «»«Willis nehme» z»in»te sie »»1« Statt alle »«braten»« *KtfprMtunf» M 3b- ant »»»l«»Ix« »». ke»«tlo» Hörens. >». »dmixltralto» Heilen». «. «prechliilnden »e« «edaeleur« l«alich. »>t »er Cou- na» ßeiettaje, so» »—lt Ute ?»«- «■» I—* llli Wt4*t*tegt. — Rtclonaltexn eoiufiei — ffuituKrurte »erden «ich: »utiiauikeit öffnete, btgann auch im englischen Parlamente ein Sturm gegen das Cabinet Gladstone zu toben. Sechs Jahre sind e« bereits her. daß der heulige Leiter der Poli-trk Englands dem Lord Beakonsfield die Re-stl.rnng aus der Hand schlug und somit die Cooi.'rvative» von den Liberalen abgelöst wur-den. Mit großer Freude wurde dieses Ereigniß auch von den Aulonomisten Oesterreichs begrüßt, und die Tschechen sandte», in nicht gerade von österreichischem Patriotismus getragener Gesin-:>ung. BeglückwünschungStelegramme an den neuen Premier. Der gedachte, ziemlich kurze Zeitraum hat genügt den Beweis zu sühren, das; Gladstone unfähig sei. das Ansehen Englands nach allen Seiten hin zu wahren. Wer jedoch meinen sollte, die Liberalen erleiden nun eine Niederlage, der lauscht sich, denil die Debatten im englischen Parlamente, die in der vorigen Woche über das von dem Führer der Conservativen eilige-brachte TadelSvoium hin und her wogten, habe» zur Genüge gezeigt, daß in Zachen der aus-wärligen Politik — und auf *iefe wird e« lange Zeit hiu gdiiz besonders ankommen — die unbedingte tcheiduiiß zwischen Liberale» und Con-servativ-'n zu Ende ist. Gladstone ist ein ausgezeichneter Finanz-manu. Er hat sich als Finanzminister seiner Zeit hcroorrageudeVerdienste erworben. Fast noch ausgezeichneter war und ist sei» agitatorisches Talent, das er als Führer der Liberalen unter dem Ministem»! Beakonssicld bethätigte und das seinen Triuinph im Sturze des Letzteren seierie. Noch ausgezeichneter aber ist Gladstone in der Verschleierung, die bis an die Geheim-aißkrämerei hinanreicht, die jedoch ihren wahren Nrund in der Unentschlossenheit und Unfähig- Wie das Latein Weltsprache ward. Kaum minder wunderbar als daS so rasche und riesige Emporwachsen der römischen Macht seit dem zweiten punischen Kriege erscheint die seit dem zweiten Jahrhundert vor Christus unaufhaltsam vor sich gehende, eben so schnelle wie nachhaltige Ausbreitung der lateinischen Sprache »der Europa und Afrika, ja in man-cher Beziehung noch wunderbarer. Denn zu der Zeit, wo Rom in politischer und militärischer Hinsicht seine größte Kraft entfaltete, also wäh-rend des drillen und zweiten Jahrhunderts vor Christus, war das Lalein noch wenig entwickelt, fast ohne Literatur, in jeder Hinsicht weit zu« rück gegen seine Schwestersprache, das Griechische, das lheilS infolge der Heerzüge Alexanders des Großen, theils auf dem friedlichen Wege der Kolonisation des Handels und Verkehrs und literarischen Betriebsamkeit sich das Cstbecken des Mitielmeeres und nicht wenige Plätze im Weste» erobert hatte. Ausführlich ist dieses interessante Thema behandelt in einem kürzlich in Berlin (im Per-läge von Wilhelm Her;) erschienenen Buche von Alexander BudinSky, Professor an der Univer-fität Czernovitz, das, ohne gerade viel Neues zu bieten oder sich durch pragmatische Kürze feit hat, mit gewaltiger Hand und scharfem Blick die Geschicke des großen britischen Reiches zu leiten. Zu all dem kommt eine große Dosis von List und Schlauheit, ohne die Kraft der Verfolgung und Steckung klarer Ziele. Somit gelang eS Gladstone wider Willen England aus seiner dominirenden Weltftellung auf einen un-verhältnißmäßig einflußlosen Rang herunter zu drücken. Gladstone'ö Unternehmungen mißglück' ien fast sämmllich, und nur dem stark auSge-prägte» Liberalismus des englischen Volkes bei conservativer Gesinnung ist es zu verdanken, daß die Conservativen nicht schon längst wieder andaSRu-der gela gt sind. Gladstone'S Balkanpolitik erlebte nicht nur ein Fiasco, sondern die egyptische Frage wurde von einer Hand anfgerollt, die sich mäch-tlger und geschickter erwies. Die Sudan-Politik, die durch die Tactik Gladstone'S deui General Gordo» uaS Leben kostete und deren Anfang heute noch unberechenbar ist, dürfte nun auch endlich dem Gegner Lord BeakonSsield'S das Scepter aus der Hand winden. DaS Maß des Unwillens ist zum Ueber-laufen voll. Die Mißerfolge des Minist rinms Gladstone können auch von seinen Anhängern nicht geleugnet werde», und wenn sie dieselben auch zufälligen Ursache» zuschreiben, wahrschein-Uch nur i» der Meinung, daß Gladstone allein der Mann ist, den Staatswagen aus d'in doden-losen Morast, in welchen er verfahren ist, her-auszuführen, so werd n sie ihn auf die Dauer nicht führen können. In beiden Häusern des englischen Parlimentcs wurden TadelSvoten wegen der Haltung Gladstone'S in der Sudan-frage beantragt. Der Premierminister verthei-Vigte sid) schwach und ungeschickt, denn er will einerseits deut Wunsche kes LanteS nach Züchti-gung des Mahdi entsprechen, anderseits aber sein früheres Programm, daß min den Sudan aufgeben müsse, nicht völlig über Bord werfen. Zur Abgabe dieser Erklärung ist Gl^dfto-ie durch die Empörung und Besorgnisse der öffentlichen auszuzeichnen, das vorhandene, zum Thnl weil zertrennte Material, welches die Ausbreitung der lateinischen Sprache über die alte Welt behan-delt, sorgfältig und besonnen zusammengefaßt. Es verlohnt sich wohl, bei einem Ereignis, daS für die geistige Bildung Europas von tief-gehender Bedeutung gewesen ist, und der einen Halste Europas die Sprache verlieh. di-> sie noch bis zur Stunde spricht, etwas zu verweilen; deshalb werde» einige Mittheilungen aus der oben angeführten Schrift willkommen fein. Sehen wir von den Ligureru im äußersten Nordwesten und illyrischen Stämmen im äußer-sten Nordosten ab, so lassen sich drei verschie« dene Sprach- und Volksgebiete im ältesten Jta-lien constatiren. Im Nordwesten bis zum Tiber saßen die EtruSker. ein nach U'sprung wie Cultur noch heute räthselhafter Volksstamm, dessen Sprache auch, trotz eindringlichster Forschungen, uns fast noch ebenso dunkel ist, wie den alte» Römern. Sie halten, wie es scheint, schon früh eine ziemlich hohe Stufe der Bildung erklommen, auf der sie nach Art der Chinesen stehen blie« ben, so daß sie den schweren Schlägen, die seit dem 5. Jahrhundert v. Christi die Gallier von Norden, die Römer von Süden gegen sie führ-ten, noch Stand halten konnten. —Im Süden und Südosten der Halbinsel saßen die Messa« Meinnng, namentlich aber durch die Haltung derjenigen gemäßigten Liberal'» gedrängt wor« den, die durch Göschen im Pa lament erklärten, sie könnten die Verwendung englischer Trup-pen zur Niederwerfung des Mahdi nur dann unterstützen, wenn die Regierung Chartum nicht wieder ausgebe, ohne für die Stämme, die Eng-land beigestanden, Sicherheit zu schaffen. Glad-stoneS Erklärungen scheinen Göschen und seine Freunde nicht befriedigt zu haben, denn sie befan« den sich in der Minorität derjenigen '288 im Unterhause, welche gegen die 302 das Tadelsvotum verwerfenden M'tglitd« stimmten. Das Oder« hanS hingegen nahm öaS Tadelsvvtum mit 189 gegen 68 Stimmen an. Ob Gladstone nun demissiomren wird, bleibt fraglich. Tritt Glad-stone zurück, dann dürften nach den bereits vor-ausgegaiigenenUnterh^ndlungen zwischen denFüh» rern der Conservativen und denen der Gemäßig-ten Liberalen die Bildung eines Coalitionsmi-nisteriums gewiß sein, in welchem die genmn-ten beide» Parieren vertreten wären. Vorläufig scheint indeß Gladstone.das BqHiiel seiner con-tinentalen College» befolgen und bleiben zu wollen. Die Ztnruhen in ßastua. i Original-Bericht) Seit einigen Jahren wird hier in unserer kleinen Stadt Castna, di: circa 130 Nummern zählt, mit aller Energie croatisirt. Wie über» all, wo kein slavischen Moloch Libationen dar« gebracht werde», so steht auch hier die Geist-lichkeit obenan. Im Schlepptau der letzteren befinden sich einige Schullehrer und m hrere junge problematische Existenzen. Auch daS Bürger-meisterault segelt in rein national-croatischem Fahrwasser. In neuerer Zeit wird nun in der Kirche echt croatisch gepredigt »nd daS genannt« Idiom auch in der Schule gelernt, so daß eS fast so weit kam, daß Kinder ihre Eltern und rieb versa nicht verstehen. Obzwir die hiesige, pier, ein illyrisches Volk, deren Sprache noch we-nig erforscht ist. Zwischen diesen und den EtruS» kern in Latium, Eampanien und den Abruzzen wohnte der eigentliche Stamm, der sich wiec-er in zwei Zweige, den latinischen und umbrisch« samuitischeu spaltete. Zu diesen seit vorhistorischen Zeiten in Jtalen ansässigen Völkerschaften kamen noch im 5. Jahrhundert die_ Celten oder Gallier, die mit Waffengewalt Oberitalien den EtruS-kern entrissen und die Griechen, deren Colonien schon seit dem 8. Jahrhundert den Söhnen deS übervölkerten Mutterlandes im Süden der Halbinsel eine neue Heimat schusen, die bald an Wohlstand und Cultur mit dem Mutterland» wetteiferte. Latium (d. h. die Ebene), das vom unteren Lauf des Tiber, dem westlichen Mitteln»««, den Ausläufern des AppeninS und Capanien begrenzt war, sah im 8. Jahrhundert die Stadt Rom erstehen, die trotz ungünstiger klimatischer Verhältnisse durch ihre glückliche L.'.ge am schiff-baren Strom in der Nähe c>eS Meeres, sowie durch ihre strategische Position, die sie zum Bollwerk der Latin« gegen die drohende Ueber-macht der EtruSker machte, bald alle anderen Städte LatinmS in merkantiler wi« politischer Hinsicht überflügelte und schon unter den letzten 2 sagen wir landesübliche Sprache, eine slavische ist, so ist dieselbe der kroatischen nicht besonders ähnlich, wohl aber start mit italienischen Wor-ten und Fügungen durchsetzt. Die durch die mit Dampf betriebene Croa-tisirung schon lange höchst gereizte und unzu-frieden? Bevölkerung des Psarr- und Gemeinde-iprengelS Castu i brachte nu» am 21. v. M. ihre« Unwillen zu offenkundigem Ausdrucke. Am geuannten Tage rotteten sich circa 300 Bauern zusammen und zo^en dann nach Castna. wo sie vor dem Gcmeindeamte Hall machten. Der Gemeinderath hielt eben eine Sitzung ab, bei welcher auch der VezirkScommiffär von VoloSca, ein Vollblut-Slave, anwejend war. Tie Bauern verlangten nun stürmisch die Auf-lösung des Gemeinderathes, weil augeblich in der Gemeindeverwaltung »ine große Mißwirth-schast herrsche» soll, weiters verlangten sie ener-gisch. daß in der Kirche nach dem hiesigen Dialect, wie zuvor gepredigt werde und daß die ttinder in der Schule ebenfalls, wie es früher üblich war, in der Muttersprache und auch etwas im Deuischen unterrichtet werden. — Der Commisär, durch die drohende Haltung und die ernsten Mienen der Bauern geängstigt, ließ sogleich Gendarmerie und Finanzwach? re-quiriren. Als dies die Bauer» bemerkten, riefen sie: Evviva Oesterreich ! Evviva Franz Josef! Nieder mit den Croaten:c> D i jedoch weder Thätlichkeiten »och andere Ausschreitungen vor-kamen, so konnte auch die bewaffnete Macht nicht ander» einschreiten, als daß sie die De-monstranien aufforderte, auseinander zu gehe». Diesen Aufforderungen wurde indeß nicht Folge geleisttt. Die Bauern erklärten nicht früher ab-ziehen zu wollen, bevor ihnen nicht die Erfül-lung ihrer Wünsche zugesagt werde. Da griff der politische Commiffär zu einem Auskunft«-Mittel. Er ließ eine Kundgebung im Sinne der Bevölkerung verfassen und publiciren. Dies half und ruhiger als sie gekommen we-ren, zo-gen die Bauern am Abende heim. Ob die Wünsche der Bevölkerung jedoch erfüllt werden bleibt abzuwarten, zumal im vorigen Jahre sich in Castua eine gleiche Scene abspielte, »nd trotzdem Alles schön beim Alten blieb und wacker fortcroatifirt wurde. Wnndschau |A » » der Budgetdebatte.) Min schreibt uns aus Wie»: Dunajewski hat ge-sprachen. Den wichtigsten Moment in der Er» kläruna des Herrn Sprechministers v. Dunajewski bildet die demüthige Versicherung, daß die h. Regierung der Hoffnung auf die Be-gründung einer Mittelpartei endgiltig entsagt. Laudabiliter g« subjecit. Die h. Regierung hat sich mit Haut und Haaren der polnisch-tsche-chisch-clericalen Coalition verschrieben und feier- Königen eine dominirende Stellung einnahm. Doch wurde erst im Jahr« 337 der latinische Bund ausgelöst und Rom nicht blos factisch, sondern auch rechtlich als Hauptstadt Latiums anerkannt. DaS Latein wt« das Umbrisch-Samnitische gehört dem erlauchten indo-europäischni Sprach-stamm an, der die Sprachen der alten Inder und Perfer, der Griechen, Slaven, Germanen und Celten umsaßt, und ist zunächst verwandt mit dem Griechische», ohne jedoch seine Tochter zu sein, wie die Alten meinten, sondern als jüngere Schwesterfprache. — Die Römer nannten selbst ihre Sprache und Literatur die latei-nische, nicht die römische, und sahen mit Stolz auf die Sprache der übrig«» Einwohner Italien« (außer den Griechen) herab. — Den wahren Schliff jedoch, meinten sie, könne das Latein nur in Rom selbst bekommen, nur dort sei die wahre Elleganz zu Hause. Deshalb stellen sie das hauptstädtische (urbane) Latein, oft dem bäueri-scheu, N instädtijchtn oder provincialen gegen-üdrr. Wie sich in d«r ältesten Bevölkerung Roms auch sabiulsche und etruskische Elemente vorfan-den, so nahm auch die Sprache Manche» von bndeu benachbarten Völkern auf. — Ebenso f*e lich das Gelöbniß abgelegt, bei den nächsten Wahlen den Eandidaten der Majorität ihre Unterstützung zu leihen. DaS ist der Sinn und die Bedeutung dieser Erklärung. Die Regierung verzichtet darauf in einer Mittelpartei da« Gegengewicht gegen die Aspirationen der ein-zelnen Parteien der Majorität zu gewinneu und alle jene Abgeordneten, welche nicht zur slavisch-klerikalen Liga gehören, mögen sie n»n Carneri oder Lienbacher, Herbst oder Coronini heißen, sind auf dem luäei legatorurn prohibi-torurn gesetzt. Sie geht — so sagte der Sprechfinanzminister — den Neuwahlen entgegen in der Hoffnung, daß die jetzige Majorität ver-stärkt zurückkommen werde. Nun ei» klein wenig Grausen mag dieser Hoffnung doch wohl bei-gemengt sein. Oder glaubt Herr v. Dunajewski, daß beispielsweise Herr v. Conrad sich sonder-lich behaglich suhlen wird gegenüber der ver-stärkten Majorität, auf die das Cabinet hofft? Doch ist es ja ii öglich, ja nach den Schluß-worten des Herrn v. Dunajewski sogar höchst wahrscheinlich, daß Herr von Conrad bereit« geopfert ist, daß er aus dem Cabinete wird Icheiden müssen, damit der Beweis, daß man in Oesterreich ohne die Deutsche» regieren könne, auch nicht die kleinste Lücke ausweise. Es könnte ja sein, daß selbst Herr v. Conrad der zu verstärkenden Majori-»ät zu deutsch erscheint und daß sie demgemäß verlang», auch dieser muffe einem Slaven oder Pollblut-Ciericalen den Platz räumen, damit Herr v. Dunajewski mit größerem Rechte als gestern behaupten dürfe, d a ß m a n in O e st e r-reich ohne die Deutschen regieren könne. Heute ist nämlich diese Behauptung des Herrn von Dunajewski doch noch etwas gewagt. Ohne die Deutschen hat das Mini-sterium Taaffe nicht regirt. Noch sitzen in allen Centralstellen Männer, die auf Grund der deutschen Cultur sich die Fähigkeit erworben haben, die StaatSgeschäfte zu führen, dereu Ressorts im Parlamente von Angehörigen nicht deutscher Nationalitäten lediglich repräsentirt werde». Und selbst dies«, wo anders als an Hochschulen, die teutsche Cultur pflegen, haben sie die Bildung erlangt, oie sie für ihre Stelluu-gen qualisicirte? Man regiert — wenn man schon daS fortwurschteln auf ausgetretenen Pfaden regieren nennen will — in Oesterreich noch immer nicht ohne d i e Deutschen. Abrr Herr v. Dunajewski warte die Zeit ab. in welcher die heutige Jugend, welche nationaler Dünkel des Glücks beraubt hat, sich an den Brüsten deutscher Cultur nähre» und kräftigen zu können, als Vertreter des Volkes im Abgeordnuenhause erscheinen wird, er warte die Zeit ad, da Dank der von ihm und seinen College» beliebten „Beamtenbehandlung" die Kinder der almarurn tnatrurn slavicarurn bis in die Centralstellen vorgedrun- wurden seit den frühesten Zeiten von den Grie-chen UnteritalienS und SicilienS, mit denen ein lebhafter Handelsverkehr gepflogen ward, eine Anzahl Worte entlehnt, zum Theil in wunder-licher Verdrehung, wie denn bekanntlich unge-bildete Völker mit Fremdwörtern stets sehr un-genirt verfahren, um sie sich irgendwie mundge-recht zu machen. Auch bei unS macht der ein-fache Mann es nicht anders. Der Berliner Eckensteher z. B. raucht nicht seine Cigarre, sondern seinen „Ziehgarrn". Als Rom seine Waffen durch die ganze alt« Welt trug, n hm es von den Besiegten nicht nur manche Sitten und Gebräuche an, fondern erhob auch, sozusagen von ihnen einen Tribut an Worten,wenn gleich, wieder römische Stolz gebot, maßvoll und ineist nur um neue, bisher unbekannte G genstände mit ihrem Heimatsnamen zu bezeichnen. — Nur aus dem Griechischen ward sehr viel entnommen, theilweise ohne Noch, und, wie bei unS, setzten auch bei den Römern Halbgebildete eine Ehre darin, ihre Rede mit fremdländischen Brocken »u spicken. Daneben finden sich im Latein gallische, spanische, punische, britanische, germanische, syrische, jüdische, egyptische Worte :c. Umgekehrt empfingen die unterjochten Völ-ker nicht blos Gesetze und militärischen Schutz 1885 gen sein werden — und wenn «r auch dann noch wird die Behauptung aufrecht erhalten dürfen, daß man in Oestrreich ohne di« Deutschen r«gi«r«n könne! dann — aber erst dann — werden wir beschämt ein-gestehen, daß er im Rechte sei. Korrespondenzen. St. Mareiu bei Erlachstein. 28. Feb.(O.-C.) sUnsere nationalen Schildbürger oder gemeindebehördliche Beam-t e n d e n u n c i a t i o n.] Die hiesige nationale Gemeindevertretung faßte bei der eigens einbe-rufenen Sitzung am 25. d. M. allen Ernste« den einstimmig«» Beschluß, „daS Justizministerium zu ersuchen, selbes möge die hiesigen Gericht? adjuncten Herrn Rotschedl und He^rn Dr. Wagner aus dem Grunde versetzen, weil man — man höre und staune! — „vermuthe," daß selbe die Urheber von gewißen über die hiesigen bekannten, unwirthliche» sociale» Verhältnisse und üder die hiesige» Beamtenhetzen erschienenen, übrigens wahrheitsgetreu«» ZeitungScorreSpon-denze» seien." Dieses Unicum eines Gemeinde-beschlußes sollte und mußte uns eigentlich ob seiner Komik ein mitleidiges Lächeln abzwingen, wenn eS nicht ein zu drastische» Zeichen der hier von nationaler Seite al» Sport betriebenen Beamtendenunciaiion wäre. Abgesehen davon, baß es ganz dem Charakter der hiesigen iiatio-n.:le» Clique entlpricht, zwei ganz schuld- und makellose österreichische Beamte zu verdächtige» und zu deuunciren, begreife» wir c« wahrlich nicht, daß man es von Seite der politischen Behörde duldet, daß selbst Gemeindeausschüffe in frechster Weise Beamtendenunciation betrei-den und hindurch das Ansehen und die Ehre vou Beamien und Behörden zu untergraben suchen. Ist dies nicht offener Mißbrauch ? Oder sollte etwa Beamtendenunciatlon zum speciellen Wirkungskreise unserer Gemeindevertretung ge-hören? Wir hoffen, daß sich die zu denunci-renden Herren gegenüber nicht passiv verhalten, sondern offen und frei die r iesigen socialen Zu-ftäud« sowohl als auch insbesondere die Motive der einzelne» Stimmgeber der Gemeindevertre« tung rücksichtslos brandmarken werden. Im all-gemeinen bemerkt, entspringt der genannte sau-bere Beschluß ebe» einzig und allein der reinsten unverfälschteste» DenuiiciationSsucht und den ver-bisseneu Aerger darüber, daß es hier Beamte giebt, die nur Gesetz und Recht im Auge daben, sil> für gewisse Gefälligkeiten unzugänglich zei-gen und mit Leute» zweifelhafte» Charakter« nichts zu thun haben und nichts zu thun haken wollen. Vorderhand theilen wir mit, daß die Redaction des genannten Beschlusses, der be-reit« fix und fertig in die Sitzung gebracht wurde, der außer Activität befindliche Tabak« Verleger Hugo Tancic besorgte, während der von Rom, sondern auch seine Sprache ward bei ihnen eingeführt, theil» in Güte, theils mit Gewalt. In Italien verfuhr Rom schonend. Den „Bundesgenossen" ward ihre Nationalität un» Sel stoerwaltung und damit auch ihr« Sprache gelassen. — Rom erkannte, daß es eines großen Volkes unwürdig fei, schwächeren Heimat«, geuoffen ge valtsam die väterliche Sprach,, da« dem Menschenherze» liebste Erbstück zu verküm-mern. — Allein die Aufnahme zahlreicher Ge-meinden in den römischen Bürgerverband, wenn auch mit beschränkten Rechten, die üder ganz Italien ausgespannten Eolonien, endlich der mit den Erfolgen der römischen Waffen stets wach-sende Nutzen de» Lateins wirkten stärker al« alle äußeren Zwangsmittel. Als nun gar im I. Jahrhundert v Chr.. nach dem Bundesge-nossenkrieg, alle Jtaliker das römische Bürger-recht erhielten, da entfagten nicht blos die wei-chen Meffapier, sondern auch die starken EtruS-ker und die sto'zen Samniter definitiv der Hei« matsprache, die nur noch in verkümmerten Tia-lecte», sich hier und da bis in die Kaiserzeit erhielt. — Zäher bewahrte» ihre national« Sprache die griechischen Colonien, wobei ihnen theiln eise die Römer selbst entgegen kamen.— Denn die Römer, auch hierin ihre hohe Bega- 1885 bekannte, von bcn windischen Generalstäblern stets zum „Borstoß" benutzte Eierhändler Lösch-nigr, mit der Einbringung des Antrages betraut wurde. Eine amtliche Erhebung, die wir von der einen oder andern Seite schon a»S Partei-gründen unbedingt verlangen müssen, wird über den TerroriSmus der hiesigen Pervakenclique geradezu erschreckende Resultate liefern, da selbst der hiesige deutsche Kaufmann Waaner. mit dem die genannten Herren Beamten auf dem besten, ja geradezu freundschaftlichsten Fuße l bte». für de« genannten Beschluß stimmte. Hiebei ist es insbesondere auch bemerkenswert, daß man selbst die zwei im GemeindeauSschuß befindlichen Bauern zur Sitzung trommelte, nachdem sie vorerst eingepeitscht worden waren; wahrlich ein beredtes Zeichen des dunklen, nichts scheu-enden Treibens der hiesigen nationalen Pervaken-clique. Daß der genannt« Beschluß, — wie bemerkt — nichtS anderes, als ein gewöhnliches Tenunciationsmachwerk sei, zeigt wohl am be-sten der Umstand, daß man über speciellen An-trag des genannten Tabakoerlegers beschloß, den fraglichen Beschluß zur Darnachachtung auch an daS Gemeindeamt Umgebung Äarei» abzu-treten und eS ein offenes Geheimniß ist, daß man auch die Mitglieder der Bezirksvertrctung bearbeitet, um diese zu einem ähnlichen Ent-schluß zu veranlassen. Dieß dürfte umso eh r gelingen, als der GemeindeauSschuß Anderluch auch Obmann dcr BezirkSvertretung ist. Es ist im Interesse dcS AmtSanfehenS für die betreffenden Behörde» wohl die höchste Zeit, energisch einzugreifen und gegen offene Denunciation den betreffenden Beamten auch offen Genugthuung zu schaffen. Die ohnedies längst geplante llederlegung der hiesigen kaiserlichen Aemter dürfte wohl die beste Antwort sein. Wir wer-den nicht ermangeln, dieß energisch zu betreiben und ersucht» wir einen unserer Adgeordne-ten, obigen Fall im Parlament zur Sprache zu düngen, da es wohl nicht angehen kann, daß die Regi'rung gegen die von ihr bestellten Be-amten offene Hetze duldet, und zwar inSdeson-dere gegen Beamte, die in jeder Richtung nii-kellos dastehen! Endlich bemerken wir. daß wir über die Slimmsühr r des obige» Beschlusses sehr viel „vermuthen" und zwar mit Gründ; leider sind diese „Vermuthungen" zur Veröffent-lichung nicht geeignet — zum Heile dcr besag-len „Ehrenmänner". — Schließlich gratuliren wir den genannte» Richtern zu ihrem auSge-zeichneten Rufe, da ihnen selbst nationale De-»unciationSsucht nicht den geringste» Makel anzuwerfen vermag uud versichern, daß wir das dunkle, ehrtnmeuchlerische Treibe» der hiesigen Pervakenclique auch i» Hinkunft scho-nnngslos aufdecken werden. — Nächstens mehr. dung zur Wissenschaft bekundend, hatten unge-Heuren Respect vor der Civilisation des ver-wandten, weit älteren Culturvolkes. So viel sie in moralischer Beziehung an den gleichzei-tigen Griechen auszusetzen begannen, die durch Böllerei, Servilität, Geldgier, intrigantes We-sen und anderweit sich uuvonheilhaft ans; ich-netcn. so wenig vergaßen sie je der großen Ver-dienste, die sich daS alte Griechenland bis auf Alexander den Großen um die gesanunte Menschheit erworben hatte; und selbst den späteren Griechen konnten sie geistige Rührigkeit, Pro-duciivität und Elasticität nicht absprechen. Grund genug, mit den griechischen Städten Italiens schonend zu verfahren, ihnen das Latein nicht aufzudrängen, zumal die Griechen, so geschmei-dig sie sich sonst ihren römischen Herren akkom-modirten, doch, was Sprache, Literatur und Kunst betraf, sich wohl bewußt waren, daß sie die Lehrer seien und die Römer die'Schüler. So kam es, daß die griechischen Colo.iien Italiens später als di; übrigen Bewohner der Halbinsel das Latein annahmen und selbst da-neben die Muttersprache beibehielten. In Üle* apel z. B überlebte das Grichische den Sturz des römischen Reiches. Erst die Barbarei, welche mit dem siebenten Jahrhundert über Europa hereinbrach, assimilir'e die griechischen Colonien völlig den übrigen Italienern, wenngleich schon „De»tsche Wacht Bon der steiermärkisch kroatische» Grenze. 28. Februar. (O.-C.) [Es wird fortgeprügelt.] Die Wärme, die einige Tage bei uns schon zum Durchbruche gelangte. — daS Thermometer zeigte -s-12° R. — verleitete mich, trotzdem mein vaterländischer Lobenrock mir beschwerlich wurde, einen Spaziergang längst des GrenzflüßchenS Sottel zu mach n. Als Zei-chen der erwachenden Natur guckten an geschntz-ten Stellen schon blühende und duftende Märzen-Veilchen hervor, einzelne Citronenfalter und Füchse hat die warme Februarsonne auch be-reitS zum Leben geküßt und im Flüßchen selbst streiche» liebebe! ürstige Hechte, — die bekannten Räuber unter den Fischen, — welche übn-genS durch die in diesem Gewässer roch zahl-reich vorkommenden Fischottern ziemlich decimirt wurden. ES überkamen mich so ganz ei.ienthüm-liche Gedanken, als ich sinnend in die mostsar-dene Fluth blickte und darinnei die lieben, guten Hechte gegen den Strom schwimmen sah. Ich erinnerte mich diverser Hechte am Lande, insbesondere einer Schule, wo daS Prügeln schon zu den Lehrmitteln zu zählen scheint. So wnrdi unlängst wiedir ein Knabe nach Herzens-lust gezüchtigt, worauf sich letzterer aus der Schule flüchtete, und dabei dem. eben in die Schule sich begebenden Katecheten in die Arme lief. Dieser zerrte den Knaben in das Schnllocale zurück und fragte mit donnernder Kanzelstimme, ob von den Kindern gesehen wurse, daß der Lehrer den Knaben gezüchtiget habe. Nur ein Knabe hatte den Muth einzugestehen, daß die Züchtigung factisch geschah. Nun erklärte der wackere ReligionSlehcer, dem Grundsätze huldigend : „liebet die Wahrheit, sie ist die Tochter Gottes" Niemanden, auch über eingehendes Besragen. über die Züchtigung etwas mitzu-theilen. — Bei einer katholischen „ärnöt^o-Unter-haltunz, ebenfalls in der Grenzgegend, mußten die Kapläne, ob Mangel anderer Tänzer, als Vortänzer und eigentlich als Tänzer, ihre Springbeine in Thätigkeit setzen und es war so recht possirlich anzusehen, wie die Weihrauch-durchduftenden langen Schoßröcke bei de» Schnellpolkas in dem obscuren Saale herum-flatterten. — Ich vergönne diesen Herren recht vom Herzen eine derartige Unterhaltung, wenig-stenS vergessen sie während diesen Springübun-gen hohe Politik zu treiben; — aber ich fühle mich verpflichtet, den oberwähnten Landhechten an der Grenze, immer fischottermäßig auf dem Nacken zu sein. Kleine Chronik. [Die Wiener deutsche Stuben-t e n s ch a f tj veranstaltet zu Gunsten des Grimm-denkmalS ein, Theatervorstellung. Die Musen-söhne werden Kleists Hermannsschlacht aufführen. wegen des ' eten Handelsverkehrs und der politischen Beziehungen zum Osten daS Griechische in Italien nie ganz auSstarb. Desto eifrigere Schüler fand das Latein an den Galliern, welche sich feit dem Sturz der Etruskcrmacht in Oberital en ansässig ge-macht hatten. Wie schon der alte Cato sagt, hielten die Gallier, die Stammväter der heutigen Franzo-sen, stets sehr viel aus geistvolle Reden. — Kein Wunder also, daß sie schnell und freudig seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. die rasch sich zu höherer Schönheit entwickelnde lateinische Sprache adoptirten, bald in ihr selbst schrist-steuerten und als Schüler die Meister übertra-sen, obschon die geborenen Römer sich gelegen»-lich über die celtischen Idiotismen lustig mach-ten, wobei aber etwas Neid mitspielte. Denn eine Menge der gefeiertste» römischen Schrift-steller, Catull Birgil. Lipius, die beiden Plinius, u. A. hatten ihre Heimath in Oberitalien. Was tie drei großen Inseln Italiens be-trifft, so wurde in Sizilien dte ursprüngliche Bevölkerung bald durch die Colonien der Kar-thager und Grhchen in den Schatten gestellt, und verkam allmälig, ebenso in Sardinien und Korsika durch Karthager, Griechen und EtruS« ker. — Zu Cicero's Zeit war in Sizilien noch daS Griechische vorherrschend, daneben auch das 3 Die ThuSnelda wird ein Mitglied des Hofburg-theaterS spielen. [Ein historische« Zimmer ver-b r a n n t.] Venedig hat eine seiner kostbarsten historischen Erinnerungen auS dem sechzehnten Jahrhundert verloren: das ^euer hat nämlich am letzten Samstag im Palast Capello das Zimmer zerstört, welches von Bianca Capello, der Geliebten und späteren Gemahlin des Groß-Herzogs Franz von Medici, bewohnt worden war. Der Brand entwickelte sich in der Pasten-fabrik im Erdgeschoß und man konnte nur mit Mühe den llebemst des alten Palastes retten. iEin dramatischer Criminal-fall] hat sich, wie auS Paris geschrieben wir', a n 21. ds. daselbst ereignet. Ein wohlhaben-deS amerikanisches Ehepaar wohnte in einer Villa der Champs-ElyseeS. Der Mann fand Spuren, daß ihm seine Frau untreu geworden und zwar herribili dictn, mit dem eigenen Gärt» ner. Der Gatte fand sogar ein Billet, worin von dem Plan die Rede war, ihn selbst zu ver-giften. Am Abend präsentirte ihm die Unge-treue ei» GlaS, das sie selbst gezuckert hatte und stellte ein anderes für sich selbst daneben. Der Gatte lenkte ihre Aufmerksamkeit einen Au-genblick ab und vertauschte die Gläser. Nach-dem die Frau getrunken, stürzte sie sofort zu-stimmen und war in wenigen Augenblicken eine Leiche. Der Gatte de« OpserS, sowie der allzu verführerische Jünger FloraS und PonomaS wurden sofort gesanglich eingezogen. Die Sache ist so rom inHast, daß man fast glauben möchte, die ganze Geichichte sei eine Erfindung des Man« neS. um sich seiner Ehehälfte ungestraft zu em-ledigen. [@otbo n-D enkm a l.) Dem Genera' Gordon soll ein Denkmal errichtet werden. ES hat sich in London bereits ein Comite zur Ent-gegennahnte von Beträgen gebildet, welchem der Prinz von WaleS, der Herzog von Cam-bridge. der Erzbischof von Canderbury, Kardi-nal Mauning. der chinesische Gesandte, Glad-stone. Lord SaliSbnry und der Lord-Mayor al« Mitglieder angehören. [Die erste Brücke über denJor-dan.j Am 27. v. M. fand die Eröffnung der Brücke statt, welche die türkische Regierung durch ihren Ingenieur Georges Ferenghia über de» Jordan hat erbauen lassen, der ersten Brücke, die je über diese» Fluß gelegt wurde. Die Brücke befindet sich i« der Nähe der Rui-nen der Stadt Jericho, ist durchgängig auS Holz erbaut und hat eine Länge von 45 und eine Breite von 5 Metern. [Uniform für S t u b e n t e n.| Die Frage der Einführung einer Uniform für die Studenten der ruffischen Universitäten wird in einer der nächsten Sitzungen des Minister-Comites entschieden werden. Wie die russische Pnnische in Gebrauch. Während der langen Kaiserzeit ward jedoch die Insel romanisixt. ob-wohl vermuthlich daS Griechische nie ganz aus-starb. Von Sardinien und Korsika hatten die Rö-mer zu Anfang nur die Küstenstriche besetzt und bekümmert.» sich möglichst wenig um die wil-den räuberischen Bewohner des unzugänglichen Innern, deren Streifzüge sie nur zuweilen durch mühsame Expeditionen, eigentlich Menschenjag-den. rächten, worauf dann stetts in Rom die Sklaven billig wurden. — Allmählig lernten jedoch auch die Sarden und Korsen Latein, wenn ant) mit zahlreichen Idiotismen. Auch heutzutage ist es bekanntlich das Italienisch der Sardinier und Korsikaner, wie das der Be-wohner Oberitaliens, von dem der Toskaner und Römer erheblich verschieden. Wenn in Italien und den umliegenden In-sein die Römer mit der Latinisirung meist scho-neud verfuhren, theils aus StaatSklugheit, theil« aus Achtung vor älteren Culturen, so gingen sie dagegen in den übrigen Ländern des Mit-telmeeres weniger skrupulös vor, obwohl auch hier die Römer sich hüteten, in daS private Leben der Unterworfenen einzugreifen, zumal aber, wie dies in neueren Z iten oft geschehen, die Schule und Religion zu Zwecken sprachli-cher Propaganda zu mißbrauchen. „Deutsche Wacht." sofort die Milchkanne ihres Inhalts und machte sich aus dem Glaube. [Der Halsabschneider im Fri-s« ur laden.] AuS Madrid, 21. v., wird ge-schrieben: In einem großen hiesigen Frisirladcn ereignete sich gestern folgmde Scene: Einer der Kunden, ein Fremder, »ahm einem Friseurge-Hilfen das Rasirmesser mil de» Worte» : „Las-sen Sie einmal sehe», ob es scharf geschliffen ist", auS der Hand. In demselben Augenblicke war da» Rasirmesser aber auch schon auf ganz unbegreifliche Weise aus seiner H md verschwun-den und er schwang ein großes Küchenmesser, daS er mit eine» Ruck au de» Hals setzte, um sich denselben zu durchschneiden. Blut strömte in hohen Bogen auf und alS di>! entjetzteu Zeu-gen *er schrecklichen Seen« aufschreiend herzu-stürzten — erhob sich der Fremde, grüßte nach allen Seiten, warf ein Geldstück auf den Ca'» sentijch und ging vergnüglich lächelnd von dan-ihn. Es war der Prestidigateur Professor Her-man» au« Wien, der jetzt hier gastirt. [A m e r i k a n i s ch e M ä d ch e » l i st.j Un« ter den jungen Mädchen der Union soll es eine weit verbreitete Sitte sein, aui die Bnescou-vertS ein paar ganz kurze Zeilen ganz klein zu schreiben und dieselben mit der Briefmarke zu überkleben. So kann das Töchlerlein den Brief, den es geschrieben, der gute» Mama zum Durch -lesen übergeben, ihn vor ihren Augen jchließen und dem Dienstmädchen zur Beförderung über-geben, und der Brief enthält unter der Marke doch ein Dutzend dem Empfänger oder der Empfängerin recht wohl verständliche Worte, die nicht für daS Mutterange berechnet wartn. Die Marke wird sorgfältig gelöst und: „Sage Deinem Bruder, daß er mich heute Abend an dr bewußten Ecke erwarte", liest die Freundin, die den Brief erhielt. Die Postmeisterin einer kleinen Stadt hat das Geheimniß früher eben-falls gekannt und von demselben Gebrauch ge-macht! sie löst jetzt von an ihr bekannte Da-men bestimmten Briefen vorsichtig die Marken, die sie dann natürlich durch neue ersetzt und abstempelt. Sie war so hinter die Schliche ihrer beste» Freundin, diese war hinter ihr Versah ren gekommen und hat di« Postmeisterin wegen Verletzung des Briefgeheimnisses verklagt. [Ein alter Bummle r.j Der junge Tomy geht mit seiner Mutter auf den EhampS-Elys6eS spazieren. „Sieh nur Mama, wie b eich der Mond i t." — „Das ist nicht wunderbar, liebe» Kind, er muß doch viele Nächte durch-wachen." [Aus d e r S ch u l st u b e] Lehrer : „Wir kommen jetzi auf den Klee zu sprechen, wer kann mir von euch von den Blättern derselben etwas sage» — Michel: „Sie sind sauber." — Lehrer: „Wie ?" — Michel: „Man sagt doch oft, „das ist ein sauberes Kleeblatt!" 1885 [Ein ehrgeiziger Arzt] betagte sich jüngst über den Undank d.r Welt gegen seinen Beruf. Staatsmännern und Feldherren. Künstlern und Gelehrten setze man Denkmäler nach ihrem Tode, aber dem verdieustvoll-n Arzte nicht. — „Aber Doctor." ruft eine Dame, „rechnen Sie die Denkmäler auf den Kirchhs-fen für nichts?" Locates und Vrovinciales. Citti. -« März jTodesfall.] Am 2. d. starb hier nach längerem Leiden der BezirkSgerichts-Adjuncl Herr Johann Toplak in feinem 32. Le ensiahlt. D.iS Begraoniß fand gestern unter z..hlre>cher Betheiligung aus allen Kreisen der Einwohner-ichjjt statt. [Etllier Verschönernngsvereiv.) Der genannte Verein wird Dienstag, den 10. v.. 8 Uhr Abend« in der „goldenen Krone" seine Jahresversammlung abhalten. [A ffentirun g.J Das Ministerium für Landesverlheidigung hat mit Erlaß vom 13. Fe-brnar a. c. eröffnet, daß die 4. AlterSclosse zur diesjährige» regelmäßigen Stellung nur iu den Berwaltungsgebieten von Galizten und Kram herangezogen werde. [Eine Rechtfertig ilngsbro-ch ü r e.] Unsere Leser werden sich vielleicht noch erinnern, daß gegen Ende d.S vorigen Jahres der Eassier der Oistroer Geweikschaft, Alsons Anton Weskamp von Liedenburg, dnrchbrannte, nachdem er zuvor die ihm anvertraute Gasse »in nahezu 90OÖ fl. erleichtert hatte. In einem Schreiben, das er damals zurückgelassen hatte, erjuchle er, nicht besondere Anstrengungen we-gen seiner Habhaftwerdung zu machen, denn e: hätte seine Vorkehrungen so gut getroffen, daß alle Nachforschungen vergebens lein wurZen. Ter gute Mann scheint Recht gehabt zu haben, denn dieser Tage elangte eine 24 Bogen starke Brochüre, welche in der Schweiz erschienen war. und den LebenSlauf des Defrandante» enthält, an das hiesige Preisgericht und «in zueilet Ex mplar der gleichen Brochnr an die Direktion der Oistroer Kohlengewerkschaft. Dies« Brochüre enthalt gewißermassen als Vorwort den gedachten Brief, welchen Weskamp bei fei-nein Entweihen aus Oistro zurückgelassen haut, sie ist jedoch so geschrieben, als ob sie aus bin-teilassene» Papieren herrührte und ihr Held schon rodt wäre. Daß letzteres jedoch nichr der Fall sei, beweist der Umstand, oaß die Schrift auf der Kreuzbandschleife, unter der die Brochüre eingeschlckl wurde, die des Defraudanlen ist. Ein Defrauvant, der aus sicherem Hafen eine 24 Bogen starke Rechtfertigungs^rochüre mit dem Schlußworten „darum brannte ich durch" schreibt, ist gewiß eine seltene Erfcheinung. 4 „Moskauer Zeitung" mittheilt, haben sich für Einführnng einer sowohl in den Räuinen der Universitäten als auch außerhalb derselben z» tragenden Uniform einstimmig sämmtliche Ge-neralgouverneure sowie viele Professoren aus-gesprochen. [L e i ch « n v er b r en n » n g s-A p p a r a t ] Ans dem Kirchhofe Pere la Gliaise in Paris werden drei LkicheuverbrennungS-Appaeate er-richtet. Dies,lbeu werden läßlich acht Stunden arbeiten und sind da;u bestimmt, die von de» anatomischen Säleu herrührenden Ueberreste zu zerstöre». [Ei » e Trauung ni i t z w t i Frauen.] Vor der Slraskammer des Landesgericht»S Grau-den; wurde dieser Tage ein interessanter Fall verhandelt. Im December v. I. wollte ein Arbtitsma»», der bereit« 7 '/, Jabre seines Lebens im Zuchiha»,« zugebracht hat, ei» Dienstmäd-chen hnrathen. Am Hochzeitstage hatte die Braut viel zu thu». Als der Bräutigam sie aufforderte, mit it)»i zum StandeSamie zu gehe», jagte sie zu ihrer jüngeren Schwester: „Geh' Du nur mit meineur Bräutigam, ich muß das Essen zu-bereite» !" Die Schwester ging ohne Weiteres mit »nd der Standesbeamte vollzog die Trau-ung. Bei der darauf folgeuden kirchlichen Ein» f.guung hatie der Bräutigam seine richtige Braut. Der Arbeiter wurde zu drei Monaten. >ede sei irr „Frauen" zu vierzehn Tagen Ge-fängn>ß verurlheilt. [Eine st a n d e S g e m ä ß e Eh«.] Ans Linz wird berich'et, daß die To l ter des bekannten MenagtriebesitzerS Kleeberg. die kühne Thierbändig rin, Fränlein Emma Kleeberg, am 26. ii. M., um 3 Uhr Nachmittags, i» der «vangelijchen Kirche mit dem Löwenbezwinger Earl Grail getraut worden ist. Hoffen'lich wird die Ehe eine verträgliche »nd komme» s ie Gatte» niemals i» die Lage, sich selber gegenseitig „bändigen" zu müssen. [Die t o l l st e K » t s ch e r r v m a » z e,] welche I» dem an dergleichen Episoden jetzt so reichen Amerika jemals dagewesen, hat sich so-eben in dem Städtchen Samt Röche i» Oue-bec abgespielt. Dort ließ sich nämlich am 2. Februar eine 74 Jahre alte Greisin mit ihrem neunzehnjährigen Kutscher trauen. [Das böse Gewissen der Milch-p a n t s ch e r i n.] AuS Gotha wird folgender konlischer Vonall ge»>eldet: Eine Milchver äu-ferin hatte ihre Kanne vor die Thür eines Hau-ses. in dem sie gerade beschäftigt war. nieder-gestellt. Vorübergehende machten sich nun de» Schn;, die zurückkehrende Milchverkäuferin mit oer Meldung zu foppen, daß soeben ein Schutz-mann den Inhalt der Kanne untersucht habe, der einstweilen noch einen kurze» Weg besorge. Die Verkäuferin, nichts Gutes ahnend, entledigte 'Allein nicht dloS war die Sprache der Behörden in Civil und Militär, sowie der Richter durchweg lateinisch, sondern es ergoß sich auch ein endloser Schwärm italienischer Colonisten, Kaufleute, Spekulanten und Abenteu-rer in die Provinzen und machte überall Pro-paganda für das Latein. Wie bedeutend ihre Zahl war, zeigt, um nur ein Beispiel zu er-wähnen, der Un,stand. daS König Mithridaies in Kleinasien 80.000, nach anderen Berichten gar 150.000 Römer tödten ließ. — Wenn im Osten die ältere und höher stehende griechische Cultur den Römern manigfach Achtung und Schonung abzwang, in Egypien sogar unter der römischen Herrschaft das Griechische Amt»-sp'ache blieb, so waren sie desto weniger ge-neig», unter den „Barbaren" im Westen und Norden irgend eine Nationalität oder Sprache als gleichberechtigt nnzuerkennnen. — Auch kamen ihnen die Bewohner dieser Länder meist selbst entgegen. — Bestochen von den Reizen, welche die romische, mit so ungeheuren mate-riellen M tteln auc gestattete Cultur bot, ent-sagten selbst die älteren Männer sehr häufig den einheimischen Traditionen und setzten ein-' Ehre darin, sich ihren Siegern möglichst zu assimiliren. — Die Jugend aber lauschte eifrig in den Hörsälen den lateinischen Grimmatikern und Rhetoren, die überall den römischen Solda- ten, Colonisten und Kaufleuten auf dem Fuße folgten und, nachdem die Würfel des Krieges zu Gunsten der Römer gefallen, die friedliche Eroberung vorbereiteten. Ueberall erhoben sich in dem Westen Eu-ropas und in Asrika lateinische (und daneben griechische) Schulen und Bildungsstätten, und wenn dieselben auch von den gewaltigen Stür» men der Völkerwanderung wieder wegge-schwemmt wurden, so war doch ihre Wirkung eine dauernde, und sie gereichen Rom mehr zur Ehre als die Paläste, Brücken, Bäder, Aquäducte und Landstraßen, deren Ruinen noch jetzt Zeugniß von der Energie der römi-sehen Weltherrscher ablegen und uns mit stau-nender Bewunderung ersüllen. So war denn in der Kaiserzeit das Latein die Weltsprache des Westens, das allgemeine VerbindungSmittel seiner Völker, von den Ber-gen Schottlands bis zur Donau, von den Säulen des Herkules bis nach Malta. — Ci-cero, Birgil, Horaz und Ooid wurden an den Ufern de« Tajo ebenso gut, wi« an denen des Rheins und der Themse verstanden. Freilich vollzog sich die Romanisirung der einzelnen Provinzen in sehr verschiedenen Gra-den und deshalb war ihre Lebensart sehr nn-gleich, als das römische Reich zusammenbrach. — Wo sich daS ganze Volt der römischen Cul- tur ergeben hatte, blieb die romanische Sprache, als freilich sehr veränderter und entarteter Sprößling des Latein, allerdings nicht das La-lein, wie es Cicero und Horaz redeten, sonder» wie die römischen Soldaten und Kaufleute in die Provinzen gebracht hatten, also nicht gerade t aS feinste und eleganteste. Dieselbe Erscheinung wird bekanntlich auch heutzutage in den Colonien der seefahrende« Nationen beobachtet. Das Englische. Spanische. Holländische, wie eS in den Besitzungen der betreffenden Völker jenseits des Oceans ge-sprochen wird, hat nichts von akademische» PuriSmuS, sondern, repräsentirl die Sprache der Matrosen, Soldaten und Kaufleute, die sich in jenen Gegenden niederließen, mit reichen Zuthaten auS dem Sprachschatz der ursprüng-ltchen Bevölkerung. Kraft dts historischen Gesetzes, daß et« höher cultivirtes Volk, auch wenn es besiegt ist, geistig üder seine Feinde triumphirt und diesen, wenn sie nur überhaupt kulturfähig, nicht, wie z. B. die Mongolen, die langjäyn-gen Beherrscher Rußlands, jeglicher Civilisation abgeneigt sind, auch seine Sprache. Religion und Kultur verleiht, nicht um ekehrt. ist das :Ro-manische trotz aller Invasionen der verschie-densten Völker, die des Mittel ilters erste Halste brachte, für alle Zeit herrschend geblieben, 1^85 ^'eulsche >var Weise in der Nähe des BahuhofschrankenS bcfand, hatte, dnrh das Geschrei der Knechte «nd Arbeiter aufmerksam gemacht, sofort die Gefahr erkannt und mit einem Ruck den ge-dachlen Schranken zugeschlagen. In fast gleichem Moment» standen auch die Pferde vo demsel-den, ohne weiier können. Da gerade die dor-tige Passage von Spaziergängern und Kindern sehr stark frequentirt wird, so muß der Geistes-gege, wart des alten Herrn, welcher ei» möglicher« weiie großes Unglück veihüiete, alle Aner-kcnnnng gezollt werden. Bei diesem Anlasse können wir auch nicht umhin zu bemerken, daß eS im Interesse der öffentlichkn Sicherheil wäre, wen» Pferde beim Entladen der bezüglichen W gen am Frachienmapazin elwa^ argeschirrl würden, denn dadurch würde man den Folgen dcS eventuellen «cheuwerdens am besten var-beuge», znmal Lttzlcres gerade am Bahnhose durch Geräusch oder Pseifen oer Maschinen sehr leicht, namentlich bei Pferden, di vielleicht zum ersten Male nach der Bah» kommen, eintreten kann. [Die Rache d e S Execute n.l Vor einigen Tag n begann der Inwohner Johann Wengust aus Lava das ihm executiv verkaufte Wohnhaus in BreSje bei St. Primus zu demo-lircn. Da er ver wiederholt an ihn gerichteten Aufforderung, vo» feinern Beginueu abzustehen, nicht Folge leistete, so wurde er durch die St. Gcorgener Gendarmerie dem hiesigen Gerichte eingeliefert. [Heber die F r aß l a u e r A f f a i r e.s von dtr wir neulich berichteten, geht uns die Nach »cht zu, daß die Burschen, welche den Stur», auf das Haus des Wirthes Plaska» unternah-men, schon des gleichen Delictc» wegen wieder-holt abgestraft worden sind. Es habe» sich Fälle, wie die vo» unS geschilderten, nainlich scho» seit mehrere» Jahre» ereignet, uuv es scheint da «n specieller Haß der Raufbolde ob-zu>. allen. i n b r u ch s d i e b st a h l.] Wie man au» Marburg fchreibl, wurde in der Nacht auf den I. d. in daS Verkaufsgeivölbe deS Leder-händlerS Anton Roienberg von der Hofseite aus eingebrochen. Die Diebe machten reiche Beute. Sie stahl?» Leder, Haut«, 10 silberne Uhren, 1 goldene Kette uno Ringe. Der Scha-den beziffert jich auf circa 400 fl. sS ch u b b e w e g u n g.j Im abgelaufene» Monale wurden durch daS hiesige Stadtamt 46 Schüblinge expedirt. Die Zahl der vom ge- nannten Amte gefällten Verschiebungserkenntnisse betrug 16. Ein Individuum aus dem Sprengel der hiesigen Bezirkshculptmannschaft wurde an das Arbeitshaus Mesfenbors abgeliefert. nicht bloS in Italien und auf feinen Insel», sowie der oberen Ostküste des adrialische» Meeres, sondern auch in Frankreich und auf der pynnäische» Halbinsel, welche Länder ganz und freudig der romischen Cultur ergeben hat-lcn, und eine ansehnliche Reihe zuni Theil höchst beachtenswerter Namen der römischen Literatur geliefert habe». Am bewunderungswürdigste» zeigte lich die Kraft der römi chen Civilisation in Dacien im Wesentlichen der heutigen Moldau und Walachei, obwohl dort die Herrschaft der Römer nicht zweihundert Jahre (etwa von 100 nach Chr. bis 270) dauerte: und die Mehrzahl der römischen Colonisten vom Kaiser Auielian, der sich zn schwach fühlte, um die Provinz noch länger gegen di« Einfälle der Barbaren zu schützen, wieder über die Donau zurückgefühi t wurde, bezeugen nicht nur die zahlreichen Trümmer römischer Cultur an der niederen Donau, fondern noch mehr die Sprache der Rumänen, die gleichfalls die romanische, freilich von ihren westlichen Schwestern sehr ver-schieden, ist. Wo dagegen das Latein nicht in das Volk drang, ging es auch i« den Stürmen des Mit» ltlalltrs wieder unter oder ließ nur schwach? Spuren zurück. Am auffälligsten zeigt dies die Ostküste Literarisches. [Inhalt der Wiener Hausfrauen-Z e > i u n g Nr. 9.] § 24. Vo» Ottilie Bondy.— Thräne». Von Weißenthur». — Fragen und Antworten. — Correspondenz der Redaction. — Antworten der Redaction. — Für Ha»S »nd Küche. — Fleijchconserven. Vo» Amalle v. Günzweig. — Menu. — Literatur. — Album der Poesie: An die Frau meines Freun-des. Von Eomund Grün. — Räthfil-Zeilung. Redigirt von Berta W-dhalm. — Schach-Zei-luu^. Redigirt von Ernst Falkbeer. — DaS Tagebuch einer Frau. Nach dem Französischen von Octave Feuillet. — Feuilleton: Einst und Jetzt. Bon Philipp Vogler. Kleine Thealerbe-trachtangen. Von Heinz. — Eingesendet. — Inserate. Preis halb'ährig fl. 2.50. cherichtssaat. Z>r. Aeminar s Devut in Marburg. Vor dem Erkim»tnißse«ate des hiesigen KreiSgerichleS fand am 2. d. die Schlußver-handlung gegen den gewesenen Professor der Philosophie »nd Mineralogie an der Universität zu Innsbruck, Dr. Eduard Neminar, statt. Wir unterlasse» «S daS ohnehin allbekannte Curricnlam vitae dieses erst zweiuuddreißigjäh-rigen staune», der in der Wiener Gtsellschaft «ine hervorragende Rolle spielte, und den Vsr-gnügiingsiucht und Leichtsinn von Stufe zu Stufe sinken ließen, — zu reproduciren. Daß ein Mensch von den Fähigkeiten des Genann-ten so litf fallen konnte, bleibt ein psychologi-sches Räthsel. — Es ist gerade ein Jahr, daß Dr. Nemi-nar vo» de» Wiener Geschworenen von dem Verbrechen des Betruges und der Mitschuld am Mißbranche der Amtsgewalt freigesprochen, jedoch deS Vergehens der schuldbaren Erida schuldig erkannt »nd vom Gerichtshöfe zu 6 Mo» na en strengen Arrestes verurtheill worden war. Nach Verbüßung der Strafe war er im November v. I. nach Marburg gekommen und halte da unter den Namen Edmund Friedrich mit seiner Braut Loutse Varga, die er für seine Schwester ausg> b, im Hause deS Friedrich Staudinger bei einer Witwe «in Zimmer mit dem Bemerken aufgenommen, er habe in Bosnien eine glänzende Stelluung erhalten und sei eben im Begriffe dahin abzureisen. Vollkommen vermö-genslos gerieth er bald in Geldcalamitäten, welche er ursprünglich damit behob, daß er Afrikas; einst, zur Kaiserzeit bis ins 5. Jahr-hundert nach Christi, eine Leuchte der Civili« satio», dann aber in tiefe Barbarei versunken, aus d«r si« sich erst jetzt sehr allmählig hervor» arbeitet. — Noch zur Zeit des heil. AugustinuS, ja selbst unter der Vandaleuherrschaft war Car-lhago nicht blos durch Voltszahl und Reichthum, sondern als Sitz der Gelehrsamkeit und Studien berühmt, und eine Menge römischer Schriftstel» ler, zum Theil hochbegabte, freilich meist etwas wunderliche Köpfe, nannten Afrika ihr Vater-land. — Allein feit die Araber das Land er« obcrten, verschwand die römische Cultur spur-loS, mit ihr die lateinische Sprache. Die Berbern und Mauren Nordafrikas reden heute noch dieselbe Sprache, wie zur Zeit als die Chartager und Römer das Land be-herrschten. Nicht weniger gilt dies für Britannien, obwohl die cellischen Ureinwohner des Lande», gerade wie die stammverwandten Gallier, für höhere Cultur Interesse zeigten, und eS an Bildungsstätten nicht sehlte. AlS im Anfang deS 5. Jahrhunderts du Römer gezwungen wurden, die Jnfel zu räu-men, zogen, wie es schemt, auch die [römischen Colonisten mit fort, und mit ihnen verschwand wieder das Latein. — Die so zahlreichen ro-manischen Elemente, die daS heutige Englisch bei Dienstmännern ziemlich gerin,ifiigige Pre-tiosen verpfändete. Bald jedoch ließ er sich in größere Transaktione» ein. So stellte er sich dem Weinhändler Friedrich Staudinger unter dem angenommenen Namen Evnard Friedrich vor, gab an, Montaningenieur gewesen und im Dienste deS Erzherzog Albrecht gestanden zu sein. Gegenwärtig abc? hätte er ein« sehr gläu-zende Stellung bei einer dem Großhändler AloiS Frohm gehörigen Unternehmung in Croa-tien erhallen. Er erzählte weiterS. daß er von mehreren Beamten des Erzherzog« Albrecht in Schlestrn ersucht wordtN sei, ihnen steirische» Wein zu schicken. Herr Staadinger, durch die Suada und das ehrliche Gesicht des Angeklag. ten bestochen, verabfolgte letzterem sieben Fässer Wein auf Credit und gegen Zusicherung der Zahlung bis zur Ankunft d?S Weines in Schlesien. Neminar ließ die Fäßer zum Eilgutmaga-zin in Marburg stellen, b«müht« sich aber d ie-selben in genannter Stadt zu verkaufen. ES gelang ihm auch lhatsächlich vier Fässer um einen geringere» Preis j'i verkaufen. WeiterS halte it dem Kaufmanne Marlin Schager ebenfalls unter falschem Name» und Charakter, nämlich unter ter Angabe, daß er diplomirter Chemiker bei AloiS Frohni sei und aus Wein-trebern Cognak erzeugen werde, 101-60 Kilo Zucker herausgelockt und durch den Frohmschen Hausknecht abholen lassen. Nach einigen Ta» gen schrieb er dann letztgenanntem Kaufmanne, daß der erstgelieserte Zucker ans Versehe» deS gedachten derzeit abwesenden HauSknech-tes (Neminar nannte im bezüglichen Schrei» den denselben wiederholt Kameel) eingesperrt worden sei, — er (Herr Schager) ihm daher weitere 50 Kilo Zucker senden möge. Dem Wunsche wurde willfahrt und Neminar verkaufte die Waare an einen Lebzelter in Marburg. Dr. Neminar war bei der Verhandlung der That im allgemeinen geständig. Er bestritt jedoch die Schädigungsabsicht. Er verauworlete sich jedoch dahin, daß er von Friedrich Stau-dinger den Wein gekauft habe, um folchen sei-nein Bruder nach Mähren zu schicke» und dabei ein Geschäft zu machen. Später aber habe er eingesehen, daß der Wein sammt der Fracht zu hoch käme, und sich daher gedacht, denselben in Marburg mit Gewinn zu verkaufe», um sohin mit dem Erlöse mehrere versetzl« Effecten und Pretiosen auszulösen, diese zu verkaufen und dann Herr» Friedrich Siaudinger zu be» zahlen. Belangend den Bezug des Zucker» bei dem Kaufmanne Johann Schager gab Dr. Ne-minar an, er habe sich thalsächlich mit dem Gedanken getragen, Cognak zu erzeugen; diese Idee habe er erst aufgegeben, als er den Zucker bereits bezogen halte. Er habe, da er Geld brauchte, dann den Zucker verkauft und die enthält, verdankt es bekanntlich erst dem Sprach-Mischmasch, der al« Ergebniß der normamschen Eroberung unter Wilhelm dem Eroberer seit dem 11. Jahrhundert sich dort eingebürgert, da die Sprache deS normamschen Adels französisch war. Ebenso schwand da« L itein wieder auS Süddeutschland, Oesterreich und Ungarn infolge der fortdauernden Jvasionen von Germanen, Slaven und Magyaren; nicht minder aus dem ganzen Osten, al« Constantinopel die Hauptstadt des Osten« geworden war und nach den Unter-gang de« Westreiches sich vo» selbst der ostliche Theil der römischen Herrschaft von dem Westen absonderte. . ^ Gleichwohl nannten sich die Byzantiner gleich nach der Eroberung ConstautinopelS selbstgefällige „Römer", die ihr Land „Roma-men", so wenig altromifchen Blute« oder gar altrömischer Kraft in ihren Adern floß, und noch heute heißt daS gemeine Griechisch, im Gegensatz zur Sprache der Gebildteu „romanisch." — Der Name Hellenen für die jetzige» Griechen, ist überhaupt eine von den Em-geboreneu wi» Philhellenen erst seit dem Frei-heilskriege der zwanziger Jahre künstlich wieder inS Leben gerufene Bezeichnung; vorher nannten sie sich „Römer." So bieten denn die Geschick-! der lamm- Hoffnung gehabt, durch seine Agentur in Kaffee und Reis und durch den Verkauf von Ratenlosen für die Wechselstuben-Gesellschaft in Pest, von der er eine auf den Namen Eduard Friedrich lautende Generalvollmacht besaß, (diese Voll-macht kam nach Schluß des BeweisverfahrenS auch zur Verlesung) so viel zu verdienen, um Hrn. Johann Schager zu befriedigen. Bemerkt sei auch, daß sowohl Herr Friedrich Staudinger sowie Herr Johann Schager nach Einleitung der Voruntersuchung gegen Neminar vollkvm-men entschädigt wurden. Was die Zeugenaussagen betrifft, so er-klärte Herr Fr. Staudinger, daß er Dr. Nemi« „ar auf dessen gute» Gesicht hin den Wein auf Credit gab. Zeuge AloiS Frohm erklärte, daß er Ne» minar von früher her genau kenne, daß er sich dem Strafverfahren in Wi n nicht angeschlossen habe, und unter gewißen Bedingungen und Un-«erlagen nicht abgeneigt gewesen wäre, den Ge-nannten eine Stelle auf feinen Werken in Croa-lien zu geben, denn Neminar sei eine Capa-cität in Montansachen. Er (Zeuge) habe ihm auch diesbezüglich zwei Briefe geschrieben. In Marburg hätte» außer ihm mehrere Herren Dr. Neminar persönlich gekannt, darunter auch Dr. Raday. Von einer beabsichtigten Cognak-fabrication habe er jedoch nichts gewußt. Zeuge Johann Schager, gab an. er hätte an Neminar. den er nur unter dem Na° men Eduard Friedrich kannte, wohl keine Waa-ren verabfolgt, wen» er nicht von der Cognak-fabrication überzeugt gewesen wäre. Nach Verlesung diverser aus den Straffall bezughabender Schriftstücke ergriff StaatSanwalt-Substitut Schwinger das Wort. Er hielt die Anklage in alle» Theilen ausrecht. Dr. Neminar, d m kein Vertreter zur Seite stand, vertheidigte sich mit eleganter Suada. Er stellte jede Absicht zu schädigen in Abrede, bedauerte sein Vorgehen aus tiefstem Herzen und erklärte, daß er di« riesigsten Anstrengun-gen gemacht habe, sein Brod ehrlich zu verdie-neu. Er habe seine früher« sociale Stellung ganz vergessen. Er sei mit LoSantheilen von HauS zu HauS hansiren gegangen und hundertmale sei ihm die Thüre gewiesen worden. Er bat am Schlüsse seiner Vertheidigungsrede den Gerichts-Hof um Milde und Barmherzigkeit. Nach kurzer Berathung verkündete der Bor-sitzende des ErkenntnißfenaUS. L.°G.»R. Levizh« nik, daS Urtheil, durch welches Dr. Neminar bezüglich des ersten Factums (Weinankaus) vom Verbrechen deS Betruges freigesprochen, bezüg-lich deS zweiten Factums (Zuckerankauf) jedoch schuldig erkannt, und demgemäß mit einer Ker« kerstrase von zwei Monaten belegt wurde. schen Sprache zwar ein unvergängliches Zeug-niß sür Roms Macht und Herrlichkeit, sowie auch sür das ausgezeichnete Talent der Röuier, nicht bloß mit Waffengewalt zu erwerben, son-dern auch durch die Künste deS Friedens daS erworbene zu sichern; zugleich aber wird wie-der die große und tröstende weltgeschichtliche Wahrheit bestätigt, daß die physische Krast doch schließlich sich der höheren Intelligenz und Cul-tur beugt und nur dann dauernde Erfolge zu erreichen im Stande ist. — Erst als Rom sich (seit dem 3. Jahrhundert v. Chr.) der griechi-schen Cultur erschloß und — mit Horaz zu r«-d«n — da? gefesselte Griechenland den wilden Sieger in Bande schlug, begann Rom jenen Einfluß auf das geistige Leben Europas zu üben, der sich noch jetzt, viele Jahrhunderte nach dem Falle des römischen Reiches, in der poliIschen und socialen Cultur der Neuzeit übe^l be-merklich macht. Dem Osten aber ließ m seine eigene Cultur, ohne me >r ConcessioiiM an das specifische Römerthum zu verlangen. 7, aus Tüffer „Schadenfeuer" heißt es unter Anderem wörtlich: „Der Brand wurde erst entdeckt, als der Dachstuhl in hellen Flam' men stand, und die Ha»Sl?ewohner mußten erst durch die herbeigeeilt« Feuerwehr aus dem Schlafe geweckt werden, dies dürfte ein genü-gender Beweis für den traurigen Zustand der Feuerpolizei sein." (?) Wir erblicken in diesem PassuS, im Gegen-gensatze zum wirklichen Sachverhalte, einen ebenso ungerechtfertigten als böswilligen Anwurs gegen unsere Aussichtsorgane. Der hier als Feuer-Wächter Bedienstete hat. wie das zu Jeder-mannS Einsicht aufliegende Wächteruhr-Control-buch, Bollete Nr. 22, genau nachweist, in dieser Nacht seine Schuldigkeit vollkommen gethan und hat noch kurz vor Ausbruch des Brandes um 1 Uhr 10 Minuten in der unmittelbaren Nähe des verunglückten Objectes die Wächteruhr mar-kirt, er sowohl, wie der zufällig auch anwe-sende Uhrmacher, Herr Anton CopuS haben damals von dem Brande nicht die leiseste Spur entdeckt, erst als der Wächter bei seinem wei-leren Rundgange zu dem Wohnhause des Hrn. Julius Larisch kam, bemerkte er auf der Brücke wie die Flammen bei den Dachfenstern deS mehrerwähnten Objectes herausdrangen, wonach er allsogleich das vorgeschriebene Feuer-signal mit dem Horn gegeben; um 1 Uhr 30 Minuten war auch die Feuerwehr und so ziem-lich Alles, was gehen konnte, aus den Beinen und am Brandplatze und rettete, was zu retten war. Wir sind gewiß keine Feinde der Publi-mik, haben aber auch gar keinen Grund, die Oeffenilichkeit zu scheuen; wir wollen uns da-her auch in eine Kritik über die wunderbare Logik dieser sogenannten Korrespondenz aus ftfifftt gar nicht einlassen, aber wir glauben doch, von Jedermann, der sich schon zum Cor-respondenten berufen fühlt, mindestens fordern zu dürfen, daß er, bevor er öffentliche Organe und Corporalionen angreift und einer Kritik unterzieht, sich früher von der Wahrheit dessen, was er schreiben will, und von deren Einrich-tungen überzeuge, wenn er sich nicht dem Ver-dachte aussetzen will, tendenziöse Unwahrheiten *) Für Form und Inhalt ist die Redaction ni? I vkrantivortlich. 1885 absichtlich in die Oeffentlichkeit zu schleudern. Wir behalten uns übrigens vor, an anderer Stelle über sehr leidige und unerquicklich« Ver-hältnisse zu sprechen, deren Abstellung nicht vo» einem einzelnen Berichterstatter, sondern so ziem-lich von der ganzen Bevölkerung diese« Bezirkes, lebhaft gewünscht wird. Gemeindkamt M. Tüffer. 28. F«br. 1885. C. A m o n. Bürgermeister. Constantin Trapp, Julius Larisch. Gemeinderäthe. An den Organisten Jurkovic in St. Martin bei E r l a ch st ei n. Wir sind in d?r angenehmen Lage, Ihre« anscheinend schwachen Gedächtnisse etwas nach-zuhelsen und ihre „Berichtigung" m der vor-letzten Nummer der „Deutschen Wacht" nach-stehend zu berichtigen: „Es ist hier allgemein bekannt, daß Sie derjenige waren, der die im letzten von Ihnen selbst redigirten Besedapro-gramme angekündigte, jedoch unterbliebene Rede (govor) halten sollte; möglich, daß Sie. — wie Sie behaupten — hinzu nicht bestimmt waren, sondern sich hiezu selbst aufvrängttn. Ferners ist es unwahr, vaß der Lehrer Herr Debelak auf Grund Ihres Ternovorfchlages ernannt wurde. Eden Sie waren es, der im OrtSschulrathe gegen die Nominirung des Ge-nannten stimmte und kam sohin selber bei Stim-mengleichheit Durch das LooS als dritter in den Terno. Aehnlich verhält eS sich mit dem Vor-schlage deS BezirkSschulratheS. wo der Herr Be-zirksfchulinspector den Genannten als „Ersten* nominirt wissen wollte, während Sie uusdrück-lich dagegen stimmten und es durchsetzten, daß der Genannte knapp als „Dritter" in Vorschlag kam." Wollen Sie in Hinkunft durch unwahr« Berichtigungen uns nicht zwingen auf Ihre schü-lerhaften GeisteSproducte auch noch zu antwor-teil, sondern lagern Sie diese gefälligst, wie bis-her, in nationalen Schmutzblättern ad! Der Mareiner Korrespondent. Danksagung und Bitte. Wir EndeSgcsertigten danken dem verehr-licheu Thierschuyverein für das uns über dea Winter reichlich gespendete Futter, welches uns vieler Sorgen und großer Noth «nthob. können aber nicht umhin zu bemerken, daß die kecken und frechen Spatzen unS von den Fntterplätzen in so lange verjagten, bi« sie sich zuerst gütlich thaten, den größte,» Theil des FutterS auffraßen und unS — sie sind gar zu viele — oft gar nichts oder nur einige »listige Restela übrig ließen. Gemeine Thiere diese Spatzen! Wir wären weit fröhlicher, in ver Zahl auch mehr, somit den Menschen roeu nützlicher, wenn di« uns stets feindlich gesina-ten und raubgierigen Spatzen unseren häus-lichen Frieden nicht stören und unsern Aufenl-halt nicht gar so arg verleiden würden. — Nicht allein, dag sie im Winter das nur un« gespendete Futter wegfressen, verjagen sie uns im Sommer auch aus unseren mühselig erbau-ten Nester», picken die Eier auf und fresst» de» Inhalt; sie fressen unsere Jungen oder werfen sie, wenn sie ihnen schon zu groß sind, zum Nest hinaus. Begreifen Sie unsren Schmerz in unserer Elternlieb« ? Bös«, böse Thiere diese Spatzen! Wenn nur die Herren Buben oder wer sonst, anstatt unsere Nester, die der nichtsnutz-igeu Spatzen ausklauben und die Spatzen durchS ganze Jahr unausgesetzt fangen, tödt n oder der Katz geben mochten, eS möchten ihrer schon weniger werden und der Schaden -o wir sehen es täglich — den sie in den (S<-iniisi», Obst- und Weingärten, auf Feldern ui-d in Scheuern arnichten, nicht ein fo großer sein. — Leider sehen wir eine ingeniöse Vornch-tung vor dem Fenster eines Herrn, der mit einem gewissen Selbstbewußtsein, vielleicht noch auf Lob abzielender Annerkennung einer gut» Handlung, die Spatzen täglich füttert, sie d ah et erhält, züchtet, großzieht, damit sie unS und den Menschen ja viel Schaden, noch m?hr Schaden anrichten. — Begreife das wer kann, 1885 mit armen Geschöpfe begreifen es nicht. eS reiml sich dies nicht in unserem kleinen Gehirn. — Vielleich wissen die Menschen darauf einen VerS zu machen. Wir bitten alle lieben Menschen um Tchutz vor den auch ihnen an ihren Gul so schädliche» Thiere und werden in Dankbarkeit dafür — im Winter war uns die Stimme eingefroren — gleich zu Beginn deS Frühjahrs durch Eingen. Pfeifen und Trillern, so gut wie wir eS können, aber immer frei vom Blatt weg. unsern Lodgesang für unsere Freunde und Gönner zum Himmel erheben, aus daß der Wald von unsern Gesang weithin erschallt und sich alle Menschen freuen. Tie im Stadipark überwinterten: Amsel, Ammerling, Fink, Kohlmeise, Blaumeise, Platimeise. Rothschwänzchen, Zaunkönig. Sotkswirtyschasttiches. tzisenbak» Löttschilch-Sauerörunn. Die südlichen Provinzen Oesterreichs sind namentlich in Bezug aus die Schienenwege die Eliestinder des Staates, und wenn sich hier Handel und Industrie noch nicht auf ein Ni» vcau emporg schwungen haben, welches sie mit Rücksicht auf die Verhältnisse an Bodenreich-lhum und Bcvölkerungsziffer längst innehaben müßten, so ist einzig und allein die Vernach-lässignng daran schuld, die hier in Bezug auf die eisernen Verkehrswege im Gegensatze zu veren Anlage im Norden w. ltet. Man sucht in Bos-iricit nach Erzen, nach Kohle und Holz, um dem Lande einen Ertrag avzuringcn. uno läßt bei uns die Schätze der Natur achtlos und nutzlos liegen, wo es doch nur einiger langersehnter Hahnen bedürfte, um sie dem Handel zugäng-lich zu machen, und dadurch die Produktion, den Werth des Besitzes und damit die Steuer» ka,t zu heben. Wenn man die enormen Sum* men berücksichtigt, die der tagende Reichsrath «ährend der sechs Jahre seines Wirkens sür Bahndauten bewilligte, so beschleicht uns ein duieres Gefühl darüber, daß für uns in Unter-fteiermark so gul wie nichlS abfie'. Wenn das Stückchen Spielfeld—Radkersburg nicht endlich zur Ausführung gekommen wäre, so könnte man bei uns den Süll stand im Bahnbau nach Jahrzehnten zählen. WaS speciell die südlichste Untersteiermark anbel ing«. so sind es di« Linien Unierdrauburg—Pöltschach. Pöltschach—San«r-drunn, Cllli—Schönstein, (mit dem Anschlüsse au die erftarnannte Linie) Cilli—Stein (La»-luch), welche schon seit langer Zeit projeciirt , sind, und über deren Rentabililät schon ebenso lange die Zweifel beseitigt sind. Nachdem man «un allerdings nicht alle diese Linien auf ein-mal bauen wird, so handelt es sich oarum, welche davon wohl die wichtigste ist, und wel-chrr in objectiver Beurtheilung zuerst die Turch-sührung zuerkannt werden muß. ES ist nun wahrhaftig mit keinerlei ; Schwierigkeiten verbunden, diesbezüglich zu einem Erkiuninifse zu gelangen, welches recht und dillig ist. Den ersten Rang unter den genannten | Linien nimmt jene ein. welche den Sudosten der ( Untersteiermark mit Unter-Drauburg verbindet, und damit die kürzeste Linie von Sisfek oder Novi-Banjaluka nach Bregenz bedeutet. Der Welthandel also bietet für die Rentabilität dieser Linie seine Garantie, und es kann darüber kaun, ein Zweifel erhoben werden, daß di« Frequenz ans dieser Str«ck« nach dem Ausbau« der Orient-luhnen eine außerordentliche sein würd'. Wir haben dies vorausgeschickt um im Großen da-raus hinzuweisen, daß dies« Lin>« ein« genügende Bedeutung hat, um sich ihrer da kräftig anzu-nehmen, wo für Bahnen von secundärer Bedeu-w»g, d»e etwa den Werth einiger Herrschasten erhöhen, Millionen bewilligt werden. Da nun von diesen Linien wohl die Strecke Eauerlirunn - Südbahn zuerst gebaut werden wird, so ist es wohl nicht unnatürlich, wenn sich über die Trace dieser Theilstrecke kleine Mci-luiiigsverschiedenheiten entwickelt haben, die in-dessen damit ihr Ende nehmen »verden, daß man nach gehöriger Erwägung aller Verhält-»rsse jene Route bauen wird, die der Verkehr ,Z>e»tsche Wacht.' auch jetzt wirklich einschlägt. ES handelt sich um die Linie Pöltschach-Sauerbrunn. Und in der That wäre» wir begierig eine acceptable Begründung für die Anschlußpunkte Wobon oder Grobelno, die »»an aber von verschiede-nen Seiten in Erwägung zieht, zu hören. Von der eines Herrn Kurc, der für Wovon ein-genommen zu fein scheint, haben wir allerdings vernomlnen, sie ist jedoch wohl nicht ernst zu nehmen, denn di? Widersprüche die sie enthält, reducire» ihren Werth zu sehr; ^aS die Idee für Grobelno anbelangt, so mag daS Streben, den Verkehr dem Süden näher zu bringe», in der Theorie ein bedingt löbliches sein, praktisch ist sie jedoch auf keinen Fall, w«il Grobelno am allerwenigsten jene Richtung bezeichnet, welche die Frachtstücke aller Kategorien von, nach, odr überhaupt via Sauerbrunn nehmen. Man braucht nur die statistischen Aufzeichnungen der Bahnstation Pöltschach zn erheben, und bedarf dann einer weiteren Beweisführung nicht mehr: Pöltschach ist daS Thor für den Bedarf und den Ueberschuß des SotlathaleS mit Nebenthälern des '»estlichsten Kroatiens, und auch für daS Bad Sauerbrann. Dabei kommt aver noch viel mehr in Be-tracht zu ziehen, denn ganz abgesehen davon, daß es — und wir sprechen da vom engeren Standpuncte gegenüber der Bahn, die dem Un-terlande werthbringend sein soll — sür die Lim-desanstalt Sauerbrunn nicht gleichgiltig ist, ob man zu dieser durch melancholisches Sumpfland oder die prächtige Landschaft die der Gabernig, entfaltet, gelangt und selbst abgesehen davon, daß die Strecke Pöltschach-Sauerbrunn das productivste Gebiet jener Gegenden durchzieht, muß man — und hier ist der eigentliche Stand-punkt in diesem Falle zunehmen — diese Linie nicht als belanglose Sackbahn betrachten, fon-der» ihre AuSdehnug nach Ran» und Unter-draubnrg in Erwägung ziehen. Man denke sich nun eine Linie Rann-Wobou-Pöltschach-Unter-drauburg ! Das hieße denn doch sich selbst Hin-dernifse in den Weg legen, gegen die alle Peage-Verträge mit der Südbahn nicht helfen könn-ten. D-1. 7.32 Korn st. J.45, Genie fl. 3.&0, Haser jl. 3.58, «ukuru, ft 5.53, Hirse st. 5.70, Haiden fl. 5.28, yrdäpfel fl. 2 0« per 100 Kilogramm Heu st. 2.16, Kornlagerstroh st. 1.70. Weijenlagnstroh fl. 1.35, Streustroh st. —S0. Fleisch, preise pro März t Silogr. Rindfleisch ol)iu Zuwage 52 kr., Kalbfleisch 56 a. 6!) kr., Schweinsleiich 56 u. Mir. Schöpsenfleisch — kr. ^vurle otv #»i; so überaus zahlreiche Betheiligung am Leichenbegängnisse sagen Allen, insbesondere den Herren lt. k. Beamten, den innigsten tiefgefühltesten Dank Cilli, 4. März 1882. Die trauernd Hinterbliebenen. „PruUrfk ZSacht.' 1885 l»ELlCATESSi:\ jeder Saison entsprechend empfiehlt Alois Walland Hanptplalz „zur Kirche" u. Postgasse 34. Frühe Rosen- & Sclmesfiocken-Kartoffel, per nrirrrfiitnrr fl. 4.—, D4S. sowie «odl 911 Jahrgang 1881 und 1884, zu hab*« bei 136—6 Eduard Skolaut, Cilli. lUi M. Waupotitsch, wird eine gntgeöbte Htrister - .trbritrrin gleich aufgenommen. sogl 112-2 kauft jed.es Q-u.ay.turc. Georg Jälile, Weinstein-Raffinerie Cilli. 143-5 Zio-clrtferlszel iSusol k-K reuzung zu huben bei der ,,grünen Wieso". 147-1 5 weingrttne Halbensasser mit eisernen Keifen »ind zu verkaufen. Wo? wigt die Expedition. 146—1 in Cilli zu verpachten. Anzufragen bei der Hansirigeuthüuicrin Henriette Vosnjak in Cilli, Grazergasse Nr. 73, im I. Stock. 145 — 1 x>io Vorschriften über die Einhebung' der Verzehrungssteuer und die Controlle von Wein &. Fleisch k innen unter dem Titel: „Praktischer Rathgeber Im Gefälladienste" durch die Buchdruckgrei von Johann Rakusch in Cilli bezogen werden gegen Einsendung des Gestchungs-preises von 1 fl. 50 kr. per Eiemplnr. Süsses Heu ist zu Terkaufeu. Näheres Administration. Hohe Wild-& Rauhwaaren Jeder Gattung kauft n den bosten Preisen Joimiin Jellt'iiÄf Cilli. licMii K jeden ^FeuMtaiäer Nur vermittelst F.leetrlcitiit lässt ».ich ein Ncrvenübel prOndlicb beseitigen. Moiue neuen Indnctions-Apparat« (Electrisir-Ma-schinchen), von jedem Laien leicht zn handhaben, sollten in keiner Familie fehlen. Gicht, Rheumatismus. SehwAchezust.lnde, Zahn- und rheumatische KopiVolimerzen, Oberhaupt jede» Nervenleiden wird d'ireh in 'inen Inductlons-Apparat gebeilt. Prd» eine, completen Apparates mit ausführlicher Gebrauchsanweisung 9. S.—. Linzig und allein bei mir direct tu beziehen. 790—26 Dr. f. Beeck, Triest, 2 Via Pondares 2. Kontiiiirtcr (JniiMlliucli.s- und Mniiipiila-tions-Diarnist, vorzüglich rascher Schriftführer, für I'riv.aknnzleien, besonder» zu Erhebungen im Giundbuebe, CutasUr, Waisenbuche geeignet und im Kleinconcepte geübt, gegenwärtig in activer Dienstleistung, sacht bei k. k. Behörden, Advociitcn oder k. k, Notaren Stellung, Allfülligc Antrag.; an di« Administration diese» Blattes. 131—3 Empfehle zur Fastenzeit: Kindschmttlz. 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Herbabny's Pflaiixen-E\lrarl: anctlannt vorzügliches Mittel gegen Kick, Rheuma ond NerTensdunerzen lebet Art. als: rf>eumatiid>er und nervöser <5elichts-schmrn. (Otjrrnrriftcn, Migräne, Zahn-, tirru;-, fit lenKsschmkr>en,Lrampfe.allgruiriiirMusIlrlschwücht, Zittern. KleifHeit der Glieder in Folge von längeren Märsche» oder vorgerücktem Ziller, »chmerir» in ver-Heillen Wunden, t'al'.mtingeo. Neur«»»>lin dient als Einreibung und ist dessen Heilwirkung in Militär-und LivUspilSlern erprobt. ^nei'IcennunLSsoKrvidsn. Herrn AjiolheKrr Zul. <1rrbabm>, Wien. ;1di fühle mich bewöge«, Ihwai mein«» besonderes für di« heilende Wirkung Jlit' „Neurnxylln »" »»m-,»rechen, welche« bei meiaem Zahne s» u: qtmini und bil ^ der Sleifhrit der Kniee befreit MC, on welker /: m lun-iahe ertrank! ist. Schließlich ist >»-, auch »och die ??1»e v»»emi»l»inze» idm filfc ic ret» icharien. waren leider »erzebe»«. di« ich e»»lich Ztzr Searoxylta crliiell. Nach Bielirmalljcer Einreibung der »I Knierz haften Ulleder mit demselben. war mal» Snha vun A le»i befreit u»d »l gejnn>. ftrtonu!. P Drewahoftltz, TOdttren,:«». «»allst i«rre». tCHuiffÜ^BtAHK( H >