Nr. 41. ?lä»um. ll, hn!t>>, n. s'fi<>. ßül » Poft .,an,j, «. !5, holbj. ft. 7 50. Montag, 21. Februar. I,fttti»»«,et« fl^ ft«» Neine Insn«le bi« ,u 4 Ztilen »5 l, . grehtK zt, Z»,!e « k.; bei Ostt«» 187«. Aintlicher Theil. eVe. k. nnd l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchst unterzeichnetem Diplome dem t. l. Sections» rathe im Mimsten'alhs°Prasidium Anton Klaps als Ritter des Ordens der eisernen Krone driller Klasse in Gemäßheit der Ordcnsstatnlen den Rilterstand allergnä« bigst zu verleihen geruht. Der Insti^niuister hat den Bczirtsrichtcr in Eibis' Wald Friedrich Gustischa ans sein Ansuchen zuin Nathssecrelär bei dem Oberlandesgerichte in Graz er« nannt. Der Minister für Cultus und Unterricht hat den Supplenten Dr. Rochus Perl mann zum wirklichen Lehrer an der Staats'Rcalschnle zn Laibach ernannt. Kundmachung. Unter Bezugnahme auf die Kundmachung vom l. Februar l. I. Z. 25)7, wird nachstehend die rectifi» uerte Wählerliste für den Wahllörper des groften Grundbesitzes nach nunmehr abgelaufener Reclamations« frist »nil dem Beifügen zur allgemeinen Kenntnis gebracht, das; in Gemäßheit des § ^li der LandtagS'Wahl« ordnung den an» Lande wohnenden Wahlberechtigten des «roßen Grundbesitzes die Legitimationskaricn zu der am ^-d. M. um lOUHr vormittags im Landhause zu ^aibach staltfindcildell Wahl voll zwei Abgeordneten in bk" Landtag des Hcrzogthums Krain unter Einen, im ^ege der t. t. Bezirtshauptmannschaften, ienen in Laibach aber unmittelbar zngcsendet werden, während an b>c außer Landes wohnenden Wahlberechtigten dieses Kühlkörpers hirmit die Einladung ergeht, die Lcgitima-tionskartcn entweder persönlich oder durch Bevollmäch-l'Nte beinl t. t. Landespräsidium zu crhebcu. Laibach »m ll). Februar 1876. Für d Malthefer - Ordens« Eommenda. Codclli-Fahnenfeld, Anton Freiherr o. Thurn nntcr Laibach, Vcßniz-Gilt. Coudenhove, Heinrich Graf v., Großkapitular — D.'R.-O.-Commcnda in Laibc>ch, landschaftliche Gilt. Couden hove, Maximilian Graf v., Landtomthur der Valley Oesterreich — Mottling. D.-R.'O..Commcnda. Dollenz. Bernhard — Nosenegg.Oilt bei St. Veit. Dollenz. Eduard — Nuhdorf. Doll schein. Anna — Aolershofen. Ehrcnreich, Norbert Moriz — Ponovitsch und Lubegg. Elias, Abraham M., Heinrich M. und Jacques M. in Wien — Zobelsberg. Fichten au, Adolf Ritter v. — Strugg. Fichtenau, Eug^n Ritter o. — Preißegg. Frünzl, Ritter v. Vesteneck. Dr. Julius — Neudrgg. Fränzl, Ritter v. Vesteneck, Otto — Schneckenbüchel. Fried au, Franz Ritter o. - Gradaz und Zastava, Thurnau, Wriniz. FuchS. Gilbert — Oberyörtschach. Gall«, Adolf — Pepen»seld. Gatl6, Karl — Freudenthal. Germ. Karl — Weinhof. Golobic, Anton, Pfarrer — Pfarrhof Zirtlach. Gozani, Ferdinand Marquis v. — Wolfsbüchel. Grcßel, Maria — Treffen. Gutmannsthal'Bcnvennti, Dr. Ludwig Ritter v. — Hottemcsch. WeixMein. Heß, Antonia — Hranilovic«Gilt, Schwcrschag-Gnt. Hof fern, Johanna v. — Egg bei Podpelsch. Hof-Aerar, l. t. — Prestranet, Lipizza. Hohenwart, Karl Graf v. — Rannach, bomalsch, Anton — Tfchcrnemblhof. Juan;, Franz — Grundelhof. Klinzer, Andreas — Weißenfels. Kosir, Alois, Pfarrer — Pfarrgilt St. Ruprecht. Ko schier, Paula — Wartcnbcrg. Kosler, Johann — Ortcnegg, Freihof. Kosler, Johann, Peter und Dr. Josef und Maria Obresa — Leopoldsruh. Krainische Industricgesellschasl — Neumarttl und Iaucrburg. Kuralt, Martin — Smul. Langer von Podgoro, Franz Victor Pozaniz, Preitenau. Langer von Podgoro, Ida — Luegg. Lanthieri, Karl Friedrich Graf v. — Wippach sammt Trillet'scher Gilt und Graf Strassold'scher Gilt, Slapp. Lazarini, Heinrich Freiherr o. — Ftödnig. Lazarini. Ludwig Freiherr v. — Iablanitz. Lcnl, Ialob — Arch, Unlerradtlslein. Lichtenbercl, Graf Seifrud, und Nina Grüftn^i ch» tenberg — Vichtcnberg und Poogoriz, Smrcl. Lichlcnberg Wilhelmine, Gräfin ssli., Wilhilmine Gräfin Lich lenderg ^nu. und Karl Oraf L yer. Pctcr — Ioßet'fche Gilt bei Krainburg. Mayer v. Melnhof, Franz Freiherr». — Saoen« stein, Unlererlenstein. Mühl ei sen, Marie — Hof Lack bei Manneburg, Dragomel, Klcinlack Gut. Nuaent, Arthur Graf v. - Kostel. Pace. Karl Graf v. — Thurn bei Gallenstein Pehani, Josef — Obernassenfuß.Gill. ..n» t^-llt.,"- Gill. Pelilan, Wilhelm — Rolhcnbichel - Out. Rothen. büchl-Gil,. Pfeffcl, Moriz — Gallenfcls. Pirlowizh, Franz — Unterlolowrat.Gilt. Pirn at, Lutas - Tuffstein-Gut. Pogacar, Dr., EhrysostomuS — Görtjchach, Bis- thum Laibach oder Pfalz, Waifach'Gilt. Pollal. Bertha, geb. o. Dorotta-Ehrenwal» — Erlachhof, Ruckcnslein. Porcia. Leopold Graf v. — Hioeicommißherrschaften Senosctsch, Prem. Praschniler, Alois — Gallcnegg. Probstei Ruoolfswerlh — Rudolfewerth, Ka- pitel-Gilt. Feuilleton. Gin Justizmord. Nomou von I. Nernhardl. lFortsetzung.) Viooc weidete sich am Anblick oe» mit schlotternden ^'!i:en dastehe, den Trödlers und fuhr jetzt in einem Mtischen Tone fort: ..Die Schale ist nicht der Kern. Du hast doch sonst "Nt feine Naje, alter Spitzbube; aber diesmal hat sie "? im Stiche gelassen. Du ahntest nicht, daß in dem «tMen Juden der pfiffige Polizelspion steckte, dem die lltn Fallen für die diebischen Fuchse der Hauptstadt ^geböte stehen." r ..Ich möchte mich umbringen für meine Dumm. "ll.' murmelte Perrin zwischen den Hähnen. «Komm. lomm, bezähme deine Wuth und beenden " dlese Eomüdie. Ich lege meine Schlangenhaut wie. wok ' ^" b"^ ^'" hübsches Geschäft gemacht, das ift "ir. Mit den Spitzbuben, welche dem Marschall Gouchu h? nächtliche,, Besuch abgeMet haben. Ich lcunc dic den ? ^ sind in dieser stunde schon in den Hün. dient 3 lomyl'chen Staatsauwalls. Was du dabei ver. Ga,,,v ?' "'^ si« °uf fünfzehn bis zwanzig Iah« "lttrenstrafe belaufen." verity m "^" ^^ "üch «rhafltn, Herr Vldoc?" Vlm ^i?"^"' ber sich vcrgeblich bemühte, fein laltes "l wieder zu gewinnen. „Vielleicht ja, vielleicht nein, das hüngt von dir ab." «Von mir?" ..Ja, alter Freund." „Wie meinen Sie das?" „Davon, wie du memcn Vorschlag aufnehmen wirst, den ich dir zu machen gedenke." Der Trödler athmele etwas leichter. „Ein Vorschlag, sprechen Sie. Herr Viooc." Der Polizeisplon skhte sich nieder und schlug die Beine übereinander. ..Mein Heir Prefect." verfehle er, ..ist der Mei. nung. daß die Sicherheitsbrigaoe, die ich befehlige, nicht aus der Elite, der Vlitte, der Cröme dcr Nution zu« sammengescht ist. Verstehen Sie?" Herr Pernn schüttelte den Kopf. Er schien also nicht zu verstehen. „Es sind zu viele Spitzbuben darunter," fuhr Viooc fort, „alle und junae Bursche, die schon die Kelle getragen haben. Sie wissen das auch, Herr Perrin." Der Genannte neigte bejahend den Kopf. „Wir müssen deshalb unser Corps verbessern, meint der Herr Prüfect. Sie hö:en mir doch aufmerksam zu?" ..Gewiß, gewiß. Aber ich fasse noch immer nicht, wo Sie hinaus wollen?" ..Wird gleich kommen. Aber jeien Sie recht auf. merlsam." „Mein Gott, ich bin es ja." „Man hat sich also entschlossen, den alten schlech. ten Wein durch einige Tropfen besserer Qualität aufzu. frischen. Nun merken Sie doch wol schon etwas?" „Nein, noch immer nicht." „Wie Sie, sonst so schlau, doch jetzt so schwer von Begriffen sind, Herr Pcrrin.« ,.O. das bin ich nicht, aber Sie sprechen so rülhselhaft." „Ich gebe Ihnen jetzt den Schlüssel. Wir brauchen Leute von gutem Rufe, zum Beispiel ehrenwerlhe Ser« geanten der Nationalgarde und Hausbesitzer, welche uns durch ihre Verbindungen in unsern Nachforschungen unterstützen und gute Dienste leisten können. Nun haben Sie mich doch verstanden!" D?r Dicbeshehler fuhr zurück, als wenn ihn eine Schlange gestochen hätte. ..Was, Sie verlangen, ich soll —" „Ja, mein Freund, Sie sollen —" „Das Vertrauen meiner Kameraden verrathen?" „Allerdings, jetzt treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Vor allen Dingen das Vertrauen derjenigen, welche Ihnen die glänzenden Sachen vertauft haben, die hie, vor uns liegen." Perrin ließ den Kopf auf die «ruft sinken. In. dessen wollte er sich nicht ohne Kampf ergeben. „Sie machen mir den Vorschlag. Polizeisplon zu werden?' versetzte er mit einer Miene des Abscheues. „Ja und Sie werden den Vorschlag annehmen." ..Nber Herr Viooc, ich habe nicht geglaubt, daß Sie —" „Ich auch nicht. Aber was wollen Sie! Meine Vorgesetzten befehlen und ich muh gehorchen." 316 Naftein. Aurella F?eiin o. und Hilda Lill von Lilienbach, geb. Freiin o. Ra stern — Scheeren- büchel. Rechbach, Barbara Freiin v., geb. Gräfin Thurn. Palsassina — Kreutberg. Reya de Eastelletto, Felix Edler o. — Moosthal. Roth. Anton — Gerbin. Ruard. Viktor — Inselwerth, Probstei zu Vetoes, Vetoes. Rudesch, Karl — Feistenberg. Rudesch, Karl und Theodor, Maria Kosler und Maria Müh lei sen - Reifniz. Saoinschegs, Dr. Josef, Ritter v. — Mottling. Schaffer. Eduard — Weinbüchel. Sch we gel, Josef Freiherr o. — Grimfchlz. Seunia, Maria, Josef. Eugenie, Amalie. Anna uud Friedrich — Kisel-. Posch- und Maurische-Gilt. Strobelhof. Tsch:ple. Plauh'sche Gilt, Wiltich'Wald- Gilt. Sladovii. Ferdinand — Tschernembl, Möttlinger- Neneficium und St. Katharina-Gllt. Smola, Anton, Bincenz - Stauden, rudolftwerther SpitalSgilt. Stare. Alois, Franzisla. Michael, Anton, Ferdinand. Felif und Josef — Gerlachstein. Strahl, Eduard Ritter o. — Altenlack. Sullowsty. Ludwig. Fürst o. — Implhof. respec< live Neustein. Syrs. August Franz. in Wien — Ruprechtshof und Maichau. Taufferer. Benno, Freiherr v. — Weizcelbach. Terpinz. Joseftne — Kaltenbrunn. Brunn, oulsso Studenecgilt. Steinbüchl. Thurn-Valsasslna. Hyazinth und Gustav, Gra« fen v. — Radmannsdorf und Wallenburg. Tomel, Lucie. geb. Schwarz — Kroistnegg. Trenz. Alexander — Draschkowlz. Urbantschitsch. Eduard — Höfiein. Urbantschitsch, Johann — Thurn »nter 5ieu« bürg. Urban iii, Louise — Villichgraz. Balmagini, o., Julius — Reitenburg. Pilhar. Eugen — Steinberg.Out. Bollmann. Anna — Neuhof. Wassitsch, Raimund — Grailach. Walt her, Max — Großdorf. Windischgrätz. Hugo Fürst zu — Slattenegz. NagenSberg, Loitsch, HaaSberg, Luegg. WollenSberg, Franz Freiherr v. — Selo. Wurzbach-Tannenberg, Karl Freiherr o. — Schwarzenbach, Tannenberg, vormals Geschieh, Zirlna« Hof, Ebensfeld. Wurzdach o. Tannenberg. Dr. Julius — Lands. preis. Zois'Edelstein, Michael Angela, Freiherr o. — Egg bei Kr«mburg. Nichtamtlicher Theil. Die k. k. Landesregierung hat dem Johann Petelin aus Obergamling Nr. 2, für die am 10. Oktober v. I. mit eigener Lebensgefahr bewirkte Rettung der 11jährigen Marianna Pipan aus St. Martin vom Tode des Ertrinkens in dem ange» schwollenen Gamlingbache. die gesetzliche Lebensrettungs-taglia zuerkannt. Die Einberufung der Landtage. Das kaiserliche Patent, welches die siebzehn Land» tage zur Besorgung ihrer Angelegenheiten auf den 7ten März einberuft, trifft den Reichsrath noch in seiner vollen Thätigkeit und sctzt derselben ein nahes Ziel. Wären alle und nicht blos die in der Hauptsache, in staatsrechtlicher Beziehung nenüich, von der Wahlresorm gehegten Erwartungen zugetroffen, dann brauchte die Einberufung der Landtage nicht das Signal für die Schließung des Relchsralhs zu sein. Aber wie bisher nicht constatierl werden tonnte, daß die Volksvertretung durch die unmittelbaren Wahlen an geistigem Gehalte gegenüber drm früheren Destillat der Landtage gewonnen hatte, ebensowenig läßt sich behaupten, daß durch die verfassungsmäßige Loslösung des Reichsralhs von den Randlagen auch die früher bestandene Personen-Identität gehoben worden und an ihre Stelle ein Zustand get«' ten sei, wonach die Bevölkerung andere Personen in den Reichsralh und andere in die Landtage entsende, und es somit möglich gemacht wäre. daß Landtage und Reichs-rath beide gleichzeitig ihren Geschäften obliegen, ohne sich zu hemmen. Die Centralregierung hat mit den tagenden Landtagen so viel wie gar nichts zu thun; sie b:faßl sich mit denselben erst, wenn die Landtagsbeschlüsse zur Unterbreitung für die kaiserliche Sanction m, sie gelan gen; die Cenlralregierulih könnle also die Landtage ganz aut den Statthaltern überlassen und sich vollständig dem gleichzeitig tagenden Reichsrathe widme». Aber vonseitc deS Neichsraths kommt eben das Hindernis. Sei :s die Gcwohnh:it der Bevölkerung, dcnjemaen. den sie einmal mit ihrer Wahl auszeichne!, auch für axdcre Wirkungskreise zum Manne ihres Virlraucns zu machen; sei es das Streben ocr Abgeordneten selbst, ilmerhalo desjenigen Kreises, i« welchem sie für den Neichsralh gewählt worden sind, leinen etwaigen Rivalen in der Ge° stall eines Landtaasabgeordneten aufkommen zu lassen; sei es endlich der Umstand, daß wir vielleicht nicht gei« stiges Kapital in hinreichender Menge haben, um eine so große Anzahl von öffentlichen Vertrauensposten ohne Cumulation besetzen zu müssen: genug an dem, nach wie vor finden wir die hervorragendsten Mitglieder der Landtage auch im Reichsruth, ja dieser ist nahezu ganz von Landtagsmitglied,rn besetzt. Wie heilsam und er« wünscht es wäre, wenn jene Sonderung sich vollzogen hätte, kann nicht deutlicher erkannt werden, als gerade an der gegenwärtigen Reichsralhssessi^n. welche noch so viele wichtige Gegenstände zu erledigen hat, die nun auf den Herbst, möglicherweise allerdings auch nur bis zum Sommer verschoben werden müssen. Allein so gering auch der derzeitige Gewinn an in» tellectueller und technischer Forderung der Berathung der öffentlichen Angelegenheiten genannt werden muß, den die Wahlreform im Gefolge hat, und so sehr wir in diesem Betreff auf die Zukunft noch angewiesen bleiben, so actuell und fühlbar ist der Erfolg der Wahlreform auf staatsrechtlichem Gebiete, und da kann wiederum keine Epoche geeigneter sein, uns die wohlthätige Wirksamkeit, den Segen der Wahlreform zu vergegenwärtigen, als ge» rade die Zeitumstände, in denen wir uns jetzt befinden. Gelt einem halben Jahre lebt Oesterreich in Spannung ob der wichtigen mit Ungarn zu treffenden Vereinbarun« gen; diese Spannung steigert sich, je näher die beider» seiligen Nlgierungen entscheidenden Beschlüssen sich be. finden. Wir hegen zwar die Ueberzeugung daß der staatsrechtliche Zustand der Monarchie unalteriert aus diesen Verhandlungen hervorgehen werde; wir hegen die Ueberzeugung, daß die materiellen Fragen — nicht etwa als ob sie als Fragen zweiten Ranges betrachtet werden dürften, sondern wegen ihrer weitgehenden Identität in beiden Reichshälften — durch gemeinsames Verständnis werden gelost werden; aber gibt es nicht Elemente im Staate, welche auf diese Verständigung eben weniger bauen als wir, ja ihr geradezu entgegenarbeiten? Elemente, die kkin sehnlicheres Streben, lein Ziel inniger zu wünschen haben, als gerade die gegenwärtige staatsrechtliche Gestaltung der Monarchic vermittels dieser zwischen beiden Reichshälften zu erledigenden materiellen Fragen auS den «naeln zu heben? Und nun denke man sich, daß die Heimstätte dieser Elemente die Landlage sind, daß diese die Stützpunkte ihrer Operationen, die Wasfeuplätze für ihre Feldzüge sind, und denke sich, daß die Landtage in dei, geaenwärligen Zeitumstäl'den noch dieselbe wichtige, ja entscheidende Function in unserem starisrechllichen Organismus hätten, wie oordem — und man kann sich vorstellen, welchem höllischen Speclalel Oesterreich jetzt entgegenzusehen hätte. Jeder dieser siebzehn Landtage würde dcn ungarischen Ausgleich discutieren, allrn voran aber diejenigen, auf welchen die föderalistische Partei entweder in der Ueberzahl, oder doch in großer Zahl sich behauptet. Beschickung oder Nichtbeschickung des Neichsrathcs zum Abschluß des mit Ungarn zu erneuernden Bündnisses, diese das Staalswcscn in seinen Fundamenten aufwüh' lcnde Frage, stünde auf der Tagesordnung, und wer weiß, was das Ende davun wäre. Daß die Erneuerung des Handelöbündnisses mit Ungarn und die Verständigung über allc die Fragen voltswirthschaftlicher Natur, welche damit im Zusammenhanqc stehen, heute solchen stürmischen Wechselfällcn und compromittierenden Actionen entrückt ist, das ist ein nicht genug zu schätzendes Verdienst der Wahlreform, dieses dein Geiste der österreichischen Vcrfassllnasparlci cMnlhümlichstcn Werkes, jener Vcrfafsunsssparlci, ohnr welche es auch leine Sclbst-stänoigkeit Ungarns gäbe und geben wird. Vergebens lugen die Oegncr des Dualismus, dic Feinde dcs auf denselben basierten liberalen Constitutionalismus, auf den demnächst zusammentretenden Landtagen nach einem Anhaltspunlte, einem Pivot für ihre Streifzüge. Ja, wenn die Landtage noch über Sein oder Nichtsein des Rcichsrathcs zu entscheiden hätten, das gäbe ein Leben für die Feinde des Dualismus. So werden denn die siebzehn Vertretungen der Königreiche und Länder, unbeirrt von den schwebenden Verhandlungen mit Ungarn, und dieselben auch nicht beirrend, ihren heimischen Angelegenheiten sich voll und ganz hinaeben lönnen. Im Vordergrunde des öffentlichen Interesses werden sie nicht stehen; dieser wird, soweit Kunde davon in die Oeffenllichleit dringen wird, von den ungarischen Angelegenheiten ausgefüllt sein und wird es bleiben, bis der zur schließlichen Entscheidung berufene Reichsrath sein von terroristischen oder dunllen Fiel" zustrebenden Elementen unbeirrtes Wort gesprochen haben wird. Allein als wichtige Körperschaften in unserem Staalslebcn werden die Landtage auch diesmal in ihrer Wirlsamleit angesehen und respectiert werden müssen. Die Frage, die früher beim Herannahen der Landlage so ängstlich an das politische Barometer gerichtet wurde, ob ruhig oder stürmisch, sie ist jetzt antiquiert, und wir haben nur den Einen Wunsch, daß die Landtage recht fleißig arbeiten._________________________. Reichsrath. 43. Sitzung des Herrenhauses. Wien, 17. Februar. Der Präsident widmet drm Andenken des vcrstor benen Franz Deal den wärmsten Nachruf, hebt die Tugenden deS Verstorbenen und dessen Verdienste u>" sein Vaterland hervor und weist darauf l)in, daß die Betheiligung des ReichsrathcS an der Lcichcnftier neuer «Ich mich bei dem Corps VidocS anwerben lassen?" „Ziehen Sie es lieber vor, auf der Sünderbanl vor den Assisen zu sitzen unter oei» Herren, die den General Bouchu bestohlen haben?" ..Alles in d« Welt, nur lein Polizeispion." «Ah, also lieber Dieb?" ..Herr Vidoc. ich habe noch niemals gestohlen." „Aber gestohlene Sachen gekauft und das ist ebenso schlimm. Sie kennen das Sprichwort: Ohne Diebeshehler keine Diebe. Nun, da« Gesetz, wie eS scheint, theilt diese Meinung, denn es bedroht den Hehler mit derselben Strafe wie den Stehler. Betrachten Sie ein. mal dies Papier." Der Polizeispion griff in die Seitentasche seines langen Oberrocks und zog ein mit einem großen Stem, pel versehenes Papier heraus. Er reichte es Pnrln hin. „Da, lesen Sie." Der Trödler erblaßte und begann heftig zu zittern. „Ein obrigkeitlicher Befehl, mich zu arretieren?« keuchte er. Der Ehef der Sicherheilsbrigaoe antwortete mit trockenem Tone: ..Kommen wir zu Ende. Ich ftehe im Vegriff, heute einen größeren Fisch als dich zu fangen. Wenn du mir hilfst, den Köder an die «ngel zu stecken, damit er anbeißt und ich ihn an« Land ziehen kann, so will ich ein Auge zudrücken, dir dein einträgliches Geschüft nicht stören und deinen guten Ruf, den du so ehrenvoll unter deinen Mitbürgern erworben, nicht oernichten. Wider- strebst du aber meiner freundlichen Bitte, so wirst du heute Abend dein Nachtlager in einer Zelle der Eon. ciergerie nehmen müssen." Der Trödler schien noch einige Augenblicke unent. schlössen. Aber die ihn so nahe bedrohende Gefahr be» siegte seinen Widerwillen. „Gut", sagte er, „ich füge mich, machen Eie mit mir, was Sie wollen, Herr Vidoc." Der Polizeispion lächelte. „Ah, ich habe es mir gleich gedacht, daß Sie Ver. nunfl annehmen würden. Uebrigens ist die Stellung, die Sie bekleiden werdet,, auch sehr ehrenvoll. Sie sorgen mit für die Sicherheit des Staates. Das verdient sogar die Aberkennung <3r. Majestät des Königs." Vidoc erhob sich von seinem Stuhle. „Nun eine Frage, Alter, die Sie, jetzt einer der Unseren, mlr pflichtgemäß beantworten werden." „Fragen Sie. Herr Vidoc", entgegnete der Trödler, dessen Miene sich aufzuhellen begann. ..ES handelt sich darum", sagte der Polizist. ..mir im Vertrauen mitzutheilen, was Sie über den Aufent. halt des jungen Herrn auS Grandchamp denken." „Aus Grandchamp?" ..Ja. Es ist ein eleganter, moderner Pflastertreter, der in der Gegend der Barriere du Route wohnen muß." ..Am Ende der Straße Eourcclle, mit einer Dame?" „So ist t«. Er besucht Sie oft in der Dämme, rung. Er ist aber vorsichtig." Herr Perrln nickte. «Er gibt mlr zu verdienen." «So?" „Leiht Geld von mir." „Und Sie vertrauen diesem Menschen?" „O, e« gibt mlr genügende Garantie." ..Seine Unterschrift?" Der Dlebeshehler lachte. „Halten Sie mich doch nicht für so dumm. nit Rumänien, sobald er vor das Hans gelangt, der bereinigten volkswirthschaftlichcn nud Staatsvcrtrags» Commission zngewiescn werde. Das Hans stimmt dicfem Antrage bei. Das vom Abgeordnctenhausc angenommene Gcfetz über einige Abäudcruugen der Stempel- und unmittelbaren Gebühren, dann das Gesetz, betreffend den Ab» schluß eines Ucbcreintommcns mit der kandcsvertrctung von Krain bezüglich der Regelung der Verhältnisse des Staates zn dem Grundentlastungsfondc, ferner das Gesetz über die Abwicklung der Geschäfte der Staatsvorschußkassen werden ohne Debatte in zweiter und dritter Ve->l>ng angenommen. Es werden hieranf die Wahlen zweier Mitglieder ^s S taatsgcricht sHofes vorgcnommeu und er feinen gewählt der Präsident des Oberlandesgcrichtcs l" Brunn, Freiherr o. ^amincl. und der Präsident des Oberlandesgcrichtcs in Innsbruck, Contc Fan« >" a n a. Schluß der Sitzung l Uhr -Kl Minuten. ____Mchstc Sitzung Freitag den 18. d.____________ T>ie Suczlanal-Frage im englischen Parlament. Die über diese Lebensfrage Englands im Untcrhaufc öffnete eingehende Dclialte leitete Sir :>> orthcote, ^ dcr Kanzler der englischen Schatzkammer, mit dein An- ! llM> auf Bewilligung eines Ercditcs von 4.0WM) ! -pf. St. zur Bezahlung der angekauften Sucz-Canalaclien, nn. Bei Begründung seines Antrages bemerkte er, uon "ncr früheren Einberufung des Parlaments sei abgesehen wurden, weil die Regierung jede Klage darüber, daß den, Parlamente nicht die erforderliche Zeit zur Erwägung dcr Sachlage gelassen worden sei, habe abschneiden wollen. -'torthcote knüpfte daran eine geschichtliche Darstelln,,«, des ^analunternehmens und bezeichnete die finanzielle Vage d" Gesellschaft nnd die weitere EnNvicklnng der Ertrags« '"Weit des Canals als dnrchans zufriedenstellend. Er !^"N v»r, daß der Kaufpreis für die Actien von dcr ^'"'N'sswn für die Staatsschuld entnommen werde !'" dusi für die Äezahlnng der Zinsen, u,:d für die Anwr^ l'llcniüg der Kaufsumme die fünfprozenligcn Zinfen, die °^' sshcdivc zu zahlen habe, als Unterpfand dienen soll. te»; er hoffe, daß auf diefe, Weise die gauze Schuld in >^> Jahren vollständig getilgt sein werde. Was die Interessen Englands bei der Administra« tion der Gesellschaft anbelange, so sei die Vertretung Englands nicht auf 1(1 Stimmen in der General-Versammlung beschränkt. Als ein Houptresullat der zu stände gekommenen Vereinbarung müsse die Herstellung freundlicher Beziehungen zu 5/csseps, dem Gründer des Unternehmens, betrachtet werden. Die Verhandlungen "lit demselben würden ununterbrochen fortgesetzt, und Meer, daß dieselben nicht blos eine befriedigende Lösung t>> ^onncngclderfrage und anderer Fragen, sondern auch e Äufuahme von drei Vertretern Englands in die Ad. ""tjtlütion zur Folge haben würden, dm- ^ ^""e leinen Grund abfehen, weshalb der Khe, , "e die von ihm zu zahlenden Zinsen nicht abführen ' u e Cave ^ von dem Khedive in der emgegenloiw "'°Iten Weife aufgenommen worden. Man habe ihm ^.s„ ^blcn Offenheit begegnet und jede aewünfchte ^'Marina ertheilt. Als generelles Ergebnis der von a °e angestellten Untersuchung sci anzufehen, daß die ^Mlellen Egyptens ganz außerordentliche ftlcn und Herw Erschließung derselben rapid zunehme. Aber die rwaltung der Finanzen sei bis jetzt eine sehr ungenü. zeua. ^'"^en. Die englische Rcgiernng sei zu der Ueber< ,,^u "8 gekommen, daß, wenn der Khedive sich ehrlich ci„er "m'I^U ^" """ Conlrole der Ausgaben und zu sollte '^'M'a nicht productiver Ausgaben verstchcu Ei,,/:^ ^cht gut möglich sein werde, für Eayplcn folche vfiiH^ungen zu treffen, daß allen bestehenden Ver-dig^"^en genügt und die Finanzverwallung in befrie. ^ "ieise geführt werden könne. , Darltm ^^°^ ^ am Schluße seiner ausführlichen "llc hei ^ "°^ ^""' daß der Ankauf der Aclicn fü "m Unternehmen Interessierten von Vortheil ei. Sir Northcote machte die weitere Mittheilung, der Khedive habe die englische Regierung um die Dienste eines compctenten englischen Finanzmanncs ersucht und die Regierung habe sich entschlossen, ihm in der Person des General Controleurs der Staatsschuld, Rivers Wilson, einen Mann von großer Erfahrung uud hervorragenden Fähigkeiten zuzusenden. Derselbe werde, falls er in die ihm vom Khedive zngcdachtc Stellung eintrete, nut der englischen Rcgiernng in keiner Weise verbunden bleiben. Hart ington, Gladstone nnd Förster beantragten die Vertagung der wcitcrn Verathnng, Disraeli erklärte sich damit einverstanden, nnd wurde die Berathung hierauf auf nächsten Montag vertagt. «politische Uebersicht. Uaibach, 20. Februar. Der Elub der Kinten ist dem'Statute für die Organisierung der Verfassunaspart,i ohne Aenderung beigelreten. Von einigen Mitgliedern wurden zwar Bedenken hinsichtlich der zu bindenden Beschlüssen erforder-lichm Stimmenzchl erhoben, allein Dr. Herbst wuß'e diese Bedenken zu zerstreuen. Er wies darauf hin, daß es sich vor allem darum handle, Einigkeit in der Ver. fassungsparlei angesichts der AusgleichS»Verhandlungcn zu erzielen, um bei den wichtigen Fragen, die an das Parlament herantreten werden, die größtmöglichste impo-nierende Uebereinstimmung zustande zu bringen. Wer bei diesen Fragen nicht mit der Partei stimmen werde, schließe sich von selbst aus: es sei o»her nothwendig, dies eigens zu statuieren. Nach den Informationen eines wiener Briefes der „Allgemeinen Zeitung" wird es zunächst Anfgabc uuscrer Regierung sein, die Lasten von sich abzuschütteln, welche ihr die Verpflegung der anf österreichisches Gebiet ge-flüchtctcn Insurgenten nnd deren Familien auferlege. Wie man höre, soll die Repartition der durch diese Verpflegung bereits aufgelaufenen Kosten nnlcr anderm auch Gegenstand der Brsprcchnng mit den nngarischcn Ministern während ihrer dicswöchentlichen Anwesenheit in Wien gewesen sein. Es handle sich zunächst darum, daß die möglichst baldige, nur unter Voraussetzung der Pacification denkbare Rückkehr der Flüchtlinge in ihre Heimat bewerkstelligt werde, denn jeder Tag der Verzögerung erhöhe die Kosten. Die Hiehrrbcrufuug des Generals Rodit hänge fowol mit diefer Frage, als mit der strengeren Grenzbewachung zufammen. Dem „Gcrichtöblatte" znfolgc beschloß der preußische SlaatSgerichtshof, gegen den Grafen Arni m wegen der Schrift „l'ro mllik»" die Untersuchung wegen ^an desverralhs zu eröffnen und den Grafen vorzuladen. Die ,,R6publiquc Franpaijc" und der „Rappel" sind jetzt mit ihren definitiven Kandidatenlisten für die pariser Wahlen hervorgetreten, Diese listen der beiden radicalcn Blätter sind keineswegs übereinstimmend. So empfiehlt z. B. da« Organ Gambctta'S im fechSten Arrondissement den Oberst Denfert-Rochcreau und im neunten Herrn Thiers, wahrend das Organ Viktor Hugo'S es nicht über sich gewinnen kann, diese beiden Namen seiner Aste einzuverleiben, sich sogar vorbehält, dem Oberst Denfert einen rothen Eandidaten (wahr. scheinlich AccolaS) gegenüberzustellen. Mehr und mehr verstärkt fich dl> frohe Botschaft, daß der Carlismus immer fchneller feinem Nieder, gange zueilt. Eine carlistische Junta ist einberufen, um Friedeni'vorschlägc zu machen; zuvor sucht sie die Ar. chive in die Belge zu retten, denn ihr Hauplnest Estella wird schon uon Granaten und Bomben erreicht. Der König Alfonso ist bei der Armee eingetroffen. Eine intcrcffanle politifche Kundgebung wird aus England berichlet. Bei dem am 16. d. stattgefun. denen Bankette der cnglifchen Handelskammern betonte der SlaalS,ecretär für Indien, Marquis Salisbury, England coucentriere seine Politik auf Indien, sei ent-schlössen, eine Geführdung der diesbezüglichen Interessen um jeden Preis fernzuhalten und dieselben betreffs der Wege nach Indien nicht auf das Spiel zu fetzen. DcS. halb habe das ttand dem Ankaufe der Suczlanal-Nctien Beifall gezollt. Im ttaufe sein:r Rede hob Salisbury hervor, diejenigen irrten, welche glaubten, daß England als vorzugsweise« Handelsvoll von Furcht beherrscht sei oder irgend welchen Eingriff in sein Recht zulafscn werde. Unter Vorsitz dcS Parlamentsmitgliedes Fawcelt hat ein großes Meeting in London da» berüchtigte Stlavencirculär erörtert und als eine Handlung „frevel« haften VeichlsinnS gebrandmarlt." Es fei „eine Verfün> diglmg gegen die alle Freiheitsliebe und gegen d'S Ehr-gesühl der Nation". Fawcett betonte, die Regierung habe das strengste Urtheil gegen sich selber ausgesprochen, in. dem sie jetzt eine königliche Commission beauftrage, den Casus zu beurtheilen. ______ Hagesueuigkeiten. . (Bul glhealer.) Dic Jubiläumsfeier deß wiener Vurglheater« ha' Donnerstag de» 17, d, M in einer des seltenm Feste« würdigen Weise stattgefunden. Die Vewrrbung um Karle,, zu dieser Vorstellung übertraf alle« Maß ; seil vielen Wochen schon litsm au« Deutschland nnd °u« °c„ österreichischen Provinzen Vormeilulig^chichr cm, del-cu »m zum llcinsten Theile e«l-isprochen werden lonntt. Die VilletcN'Agiolagc ging hoch; man 'zahlte einen Sperrsitz mit 25 fl, eine l,'°ge mil WO fil - Seit tt Uhr morgen« wurde die Kasse umlagert, und »bend« ging die Auffahrt so langsam vor sich, daß sich die Equipagen in der Herrcngasse und an, Kohlmarlt stauten, Nach einer Feft-«ttverlure vou Sulzer folgte das Festspiel Weilen«, hieraus Vrill. Parzeis poetische« Fragment „Esther" und schließlich sprach Frl, Walter den von Wilvranbl versüßten Epilog, Der Kaiser und die Kaiserin wohnten der Festoorstellung an. — lN ow aj a - Semlja.) Dec „St. Petersburger Herold" melde», daß Vonseiten des Grafen Wilczel, de« belannten Förderer« der österreichischen Noldpol-Expcdition, der russischen geographischen Gesellschaft eine Denkschrift ubrr den Nutzen der Errichtung einer meleorologijchen Station ans der Nordspihe vou Nowlljll.Semlja nbersanbt worden ist. Traf Wilczcl und der mulhige EnldeÄ« Herr Weyprecht beabsichtigen im nächsten Jahre bei Gelegenheit ihrer neuen Nordpolfahrl zur Erreichung de« ol'en bezeichneten Zwecke« da« ihrige bciznlragen. Sie rechnen hiefür auf den Schuh der russischen Regierung. (Der Prozeß de« Er-Minister« der pa riser Eommune, LeoFranlel,) ist in Wien bereit» abgeschlossen, und deehalb hat der pester Slrafgrrichlshof am 9. d, an das wiener Landeegericht da« Ansuchen gestellt, F^anlel unter starter Escorte nach Pcft zu liefern. An die französische Regierung wurde im Wege de« Ministerium« de« Aeußcrn desgleichen ein Schroben gerichtet. In demselben wird ersucht, den ssall ganz genau zu detaillieren, damit auf Grund authentischer Mittheilungen in Pest da« weitere Verfahren eingeleitet werden tonne. Als öffentlicher Nnllägcr wird Oberstaatsanwalt Alexander Kozma felbst auftreten. Auf Grund der in Wien erfolgten Voruntersuchung «st die Obcrstllllt«llnwallschasl in Pest gesonnen, gegen Franlel folgende Klagen zu erheben: I. Theilnahme au der Commune, 2. Nefehl«ertheilung zur Ermordung der Domini-laner, 3, wegen Einäscherung de« Finauzpalai«. - Da« pester Strafgeiichl wird aber rrst bann selbständig vorgehen tonnen, wenn die ungarische Regierung erllärt haben wirb, ob sie die Theiluehmer am pariser Vollsaufftande al« gcmrine Verbrecher bcclarutt oder ob sie, wie England, dirfe al« politische ansieht. In dem lehlern Falle wllrde der ganze Prozeß nalllrlich von s.>bst entfallen, fokales. Vom Siingerlriinzcheu. Das seit einer Reihe von Jahren unter dem bescheidenen Namen eine« Sängerlränzchen« regelmäßig wiederkehrende Fsfi. womit der Männcrchor der philharmonischen Gesellschaft seinen schöneren Gesang«genossiunen nnd Schwestern in Apollo alljlihr. lich seine Huldigung darzubringen pflegt, nahm auch die«mal, wie nicht ander« zu erwarten stand, größere Dimensionen an, uud gestaltete sich unter der gliicklichen Hand des Lomit»'« und Dank der allseits entgegengebrachten sympathischen Ausnahme nnd lrbhasler V.lhciligung seitens de» Publilum« zu einem serme», de» Rahmen eine« Kränzchens weit ilbersteigenden Vallsefie. Schon die Zahl der erschiene,.,,, Puare, dir sich a»>< 10(1 ki« 110 belief nnd fomit eine Höhe erreichte, die ,u der tzhronil «userer lch!-jähngell cillruevale leider fchon zur Srllenheil, wo nicht geradezu zur Unerreichbarleit geworden ist. wrist darauf hin und reiht dasselbe aus einen der allereisten Plätze unter den jllngsten Fa-schingsfesten uuscrer Stadt Hand in Hand mit dirfem Über: raschendln numerischen Rrsultale bewährten sich Übrigen« auch alle übrigen Erfordernisse eine« qlänzsndrn VillfefteS auf gleicher Höhe nnd trugen vereint dazu bei, das bescheidene „Kränzchen" in einen stolzen „Eliteball" zu metamorphosieren, Erüssnet wurde der Vall mit ewer Polonaise, an welcher sich die erschienenen 1^«M>8 i»kt,rone8»«8 -^ al« die Protectricen des Valles und dir Mitglieder des Damenchore« al» die eigentlichen Frstgästc de« Absudes, gcsilhrt von den Mitgliedern des > unsere lilrilichen Berichte „Vom Iuristenball" «l „Vom Hau» del«ball", indem alle«, wa« in denselben von dem Reize der anwesenden Damenwelt, vou dem Geschmack und Reichthum ihrer Toiletten u. s. w. erzählt wurde, uuch silr diesmal i» vollstem Maße aufrecht bleibt und wir daber, wollten wir auch heulr da uon berichten, factisch nur länstst Gesagte« in anderen Wort,» recapilulieren mllßten. Nn Stelle des Cotillon«, der dem Klätizchen-sharalter enl' spechend uulirblieben war. wurde vor der Rast eine größere Qu«. drille mit Konfusionen - Pardon? „Variationen" wollten wir sagen - yetlmzt, bei welcher jede Tänzerin nebst der gleich beim Tntr6e erhaltenen, in der Form einer Notenmappe äußerst geschmackvoll und elegant in Sammt ausgeführten Tanzorbnung ein Exemplar der vom Kapellmeister Herrn Schinzl eigen« jil, dcn Vall componierten und dem Damrnchor gewidmeten Polla sram.aisc „Aängellieb" als zweite Damcnfprnde erhielt, Wenn wir endlich noch anfuhren, daß alle Mitglieder dr« Damencholll,. a»ch die nicht am Vall Erschienenen, feiten« de« galanten «lomils'« mit reizendlu Bouquet« bedacht wurden; dnh sich Stiegenhau« nnd Vorhalle einer dem lullstlerischeu «haraltei 318 der Ftftgeber geschmackvoll angepaßten Deeoriernng erfreuten; sowie endlich, daß seuens der hundert und mehr Paare außer, ordentlich viel und lebhaft getanzt wurde, so glauben wir so ziemlich alle« berichtet zu haben, was Ehre und Gewifsm eines beeideten Vallreporter« zu referieren erheischen. Unsere Aufgabe ist somit erfüllt, und doch glauben wir lein Ucbrige« zu lhun, wenn wir, bevor wir ganz schließen, dem verehrten Männerchore, als dem Veranstalter des FesieS, und im engeren Sinne dessen Vallcomi!« fiir den wirklich äußerst angenehm und heiter verlebten Abend namens aller Valllheilneh» merinnen und Theilnchmer den verbindlichsten Dank «««sprechen: was hiemit gerne und vollauf geschieht. — (Sammlungsergebni«) Laut be« letzten in der «Wiener Ztg." vtröffentlichten 26. »u«weise« bfi»eS. Neucllr Pott. Berlin, 19. Februar. Der „Kreuzzciwng" zufolge wurde der Präsident des Herrenhauses Graf Otto Sloll-berg.Wernigerode zum deutschen Botschafter in Wien ernannt. (Wird auch von der officiüscn „Post" bestätig-) Telegraphischer Wechseliurs vom 19. Februar. Papier - Rente 68 30. — Silber - «ente 78 15. - 1860er Stllats-Nnlehen 111 «0.— Vanl-Actie» 878-. «lredil-Nclie!. 177 70 London 114-40. - Silber 103 ,5. K. l. Münz-D," taten 5 38. — Napnleonsd'or 9 15'.,. — 1l)0 Reichsmark 56 50. Handel und WolkswirUchastlickes. Ungarische Prämienanleihe. Ziehung vom 15. Februar. Serie bill« Nr. 36 gewinnt 1W.MW fl., S. 3896 Nr. 49: 10,000 fl.. S. 5216 Nr. 87: 5UW fl.. S 2530 Nr. II. S. 2579 Nr. 14, S. 2613 Nr. 8, S. 5216 Nr. 34 gewinnen je 1U0U fl., S. 1121 Nr. 5, S. 1470 Nr. 24, S. 1620 Nr. li und 45. S, 2405, Nr. 20 und 38. S. 2613 Nr, 15, 35. 4? und 50. S. L859 Nr, 14 und 50. S. 2933 Nr. 10. G. 3896 Nr. 2, S. 433« Nr. 6, S. 5111 Nr. 36. S. 5761 Nr. 24 unft 25 gewinnen je 500 fl. Sonst gezogene Serien: 65. 289, 391, 5752. Lalbach, 19. Februar. Auf dem heutigen Markte sind erschienen : 8 Wagen mit Getreide, 6 Nagen mit Heu und Stroh, 20 Wagen und 2 Schiffe (14 Kubil.Meler) mit Holz. D u r ch s ch n i t t S - P r e i s e. ^Nll.. Mg,..! Mlt.. M«^ sl.i ll. fi.jlr. > fl. tr. N.!k. Weizen pr.Heltolit. 8!45 9 4 Butter pr. Kilogr. — >80—> — Korn „ 580 6 18 Eier pr. Stück > 2------ Gerste „ 4 40 4 52 Milch pr. Liter 8------- Hafer „ 3 40 3 66 Rindfleisch pr.Klgr. -46- - Halbfrucht .. -------«57 Kalbfleisch „ —43--" Heiden ., 5 40 559 Schi.^lieflrisch .. - 45 - Hirse .. 4 40 4 67 Bchiipfeufleisch „ 30-^ Kulurutz .. 4 85 5— Hilhndel pr, Stilck —40 /— Erdäpfel100Kilogr. 3 60------ Tauben „ _ 1? " Linsen Hektoliter 12----------- Heu pr. 100 Kilogr. 3 50------ Erbsen „ 10----------- Stroh „ 2 95 - ^ Fisolen « 7 50- Holz, hart., pr. vie, Rindeschmal, Klgr. - 98 - Q.-Meter ..... 9 ^ Schweineschmalz,, —80— -! — weichrS, „ ------ 6^ Speck, frisch „ - 66 - l Wein,roth..IWLit.-------22 50 — geräuchert „"-75 -^ —weißer, „ — 20^ Theater. Heute: Die Ente mit den 3 Schnäbeln, Komische Ope-rette in 3 Acten von Emil Iona«, Lomponiften der „Iav»ltc"- Hieteorologijche Veobachtunsieu »u Laibach.^ i 'Z N R ' ! ?° W 7 Ü. Mg. 731 ?« ^2.^"SW^schwach' bewölkt 's 19. 2 ., N. 731z» > 6,4 SW. schwach bewölkt ! 0.o« 9,, Ab. 733l« -l-3.ß SW. schwach bewölkt ! 7 U. Mg.! 733.«7!-^ 1.8 NO. schwach leicht bew. 20. 2 „ N. 734.»« > 7.4 SO. schwach thcilw. heiter 0.o« 9 .. Ab 734.04' 4- 6.l SO. schwach bewölkt Den 19. trüber Tag. starkes Abschmelzen de« Schnees Den 20. morgens leicht bewölkt, vormittags heiter, nnqenchMt"' nachmittags und abend« bewölkt, Thauwetter anhaltend. 2), Tagesmitlel der Temperatur am 19. ^- 4 0°, am 20 ^ l'l'' beziehungsweise um 4 4° und 55° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Otto mar «ambera^ NnrspnKi>Vlckl ^"' ^' Februar. Der Verkehr in Vanlpapieren sinkt allmälig auf ein Minimum und war auch heute trotz guter Tendenz der Vörse ohne alle Vedeulung. Die Spe"' ^V«.l>»!V«.«.»U/l. latioli beschäftigt sich mit den Äclien jüngerer «ahnen, von welchen sie die liefer notierenden und darum mehr eipansionssähigen mit Vorliebe behandelt. Dewiscn und EscoMp" Verkehr ergaben leine ungewohnte Erscheinung. __________________________________________ ^. ssebrvar.) ^"" (.....«6 60 65 70 Jänner-) «j»^.«^ < > ^ ^" 72^0 »pnl« ) ^"""rentf ^ . . . 7^.^) 75.7,^ Lose. 1839........288'- 240- - ' 1854........10650 107 ^ " :8- , ,!^^L Dolluu-siezzulierunas'Losc . . 105— 10550 Ung. 9lt ltb «ctie» »«u v«ulen. V«U» Van «nglo'Vanl........80— W20 Bunlvere«........ 70 t>0 71 — «»,.'»«»c«dkuuU»l<.....—— — - «reditanftalt........176 60 I7«'5<» Lrcdltanfioll, unyar.....172 50 172 75 Depufitenblllil.......- - - Tscouiplcanftalt......?3b- 735 — Hranco-Uanl.......28 75 29- Handelsbank........5175 52-25 Nationalbllnt.......h?2 - 874- 0eßerr. «anlgesellsch°ft . . . 171— 171-60 Unionbaul . .......74 25 74 50 Verlthtebanl .......7625 7«75 Nctien ven Travsvort-Unterneh-«nugeu. NlfVld-Vahn..... N9 - 119 k>0 Karl-kudwig.Vahn ....'. ,86. 19650 z°n°U'2)°mpschifi.-Gesellschaft 3ö5- 257-Ellsabeth-Wtftbohn . . . ^ i«^ 164.25 Elisaliech.Nahn (Linz-Vudweiser Strecke).........^.._. ^__ ßerdinclnde-slordbahn . . . IK25—IH80 — «ranz. Joseph - Vahn .... ^44 - 144-50 Lemb.. 140 b0 Ml,bolf«-««lhn....... 125— 125 50 Staatsbahn........ 287 50 38l<-— Slldbahn......... 11k- N525 Theiß-Vahn........ 218 - 21» L0 Ungarische Nordoftbahn . . . 114— II4L0 Ungarische Ofibahn..... 42 50 42'75 Tramwoy-Gesellsch...... 93— W50 Vaugesellschsft«». Hllg. öfterr. Vaugcsellschast . . —>-. ^..__ Wiener Vaugescllschast..... 21 — 21'50 Pfandbriefe. Allg. dfterr. Vodeucredit . . . 10125 1^.75 dto. in 83 Jahren 90-— 9050 Nationalbaul ö. W..... 97.^ 9725 Uu«. Vodencrebit...... 55.49 8560 Prioritäten. Elisabeth.-«. I. Lm..... »,.. 91-55» Ferd.-Nordb.-S....... iy85y io4.__ Franz-Ioseph-V....... 88- 922b Oal. KarleLudwig-«., 1. Vw. . 9850 9575 Oestcrr. «°rd»eß.V..... SsbO l>2?b SiebenbUrger....... 6775 «A StaalSbahn........ 14525 I^V. Sildbahn ü 5