präll»mkrallou» - preilc i Kür Laibach Gau„ährig . . . 6 N. — tr. Halbjährig . . . 2 . — . Vierteljährig. . . i „ SU . Monatlich . . — „ L« , Mit der Post: Ganzjährig . . . S k. — tr. Halbjährig . „ L« , Vierteljährig. . . r , rb , Fär Zustellung ins Hau« viertel-jährig S5 tr.. monatlich 9 kr. Lailmcher Einzelne Nummern 5 kr. blatt Ltdaktion: Bahnhofgaffe Nr. irr» Expedition und Infcrattu Lnrean: Lkongretzplay Nr 81 (Bnchhandlur g von I. v. Klernmavr L F.Lamber»», Iiisrrliouiprrisr: Für die einspaltige Petitzeile L kr. bei zweimaliger Einschaltung L 5 kr. dreimal L 7 kr. InsertionSstemvel jedeSmal Sv kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 102. Freitag, 6. Mai. — Morgen: Stanislaus. 1870. Die Ausgleichsversuche mit der nationalen Opposition haben nunmehr die ersten Fasen Himer sich. Dieselben bestanden lediglich in den Konferenzen mit den czechischen Führern, und was bisher darüber in die Öffentlichkeit gedrungen, klingt nicht sehr tröstlich und läßt das Resultat der bisherigen Aktion des Ministeriums Potocki völlig ungenügend erscheinen. Wie es heißt, haben die Czechen sich geneigt gezeigt, den Ausgleich mit Ungarn anzuerkennen und unter der Bedingung den Prager Landtag wieder zu betrete», daß demselben eine die Aendc-rung der böhmischen Landtagswahlordnung im czechischen Sinne betreffende Vmlagc gemacht werde. Auf den Generallandtag der böhmischen Krone wollen die Herren „für jetzt" nicht bestehen. Das sind, nach der Tagcspr." die angeblichen Konzessionen der Czechen. Gegen dieses ließe sich vieles einwendci'. Vor allem ist es uns nicht bekannt, daß es sich heute um den Ausgleich zwischen den Czcchcn und — Ungarn handelt. Mit uns haben sich die Prager Herren auseinandcrzusetze.!, und nicht mit den Ungarn, welche ihren staatsrechtlichen Pakt bereits in der Tasche haben nnd sich den Teufel darum kümmern, daß unter demselben nicht auch die Namen Ricgcr und Sladkowsly prangen. Es ist eine lächerliche Anmaßung der C,cchcn, solche Fragen auf'ö Tapet zu bringen, und das schönste dabei ist, daß die Organe der maßgebenden Attache» diese angebliche Konzession auch noch dcsavouüen. Ein Zu-gesländniß an uns soll cs auch sein, daß die Czechen sich dein böhmischen Landtag wieder zuwenden wollen, wenn man ihnen die Majorität in demselben sichert. Wir dächten aber, das wäre cmc Konzession an die Czechen nnd nicht an uns, und was endlich die Vertagung der Frage des Generalland- tages betrifft, so müßten wir uns auch dafür bedanken, daß man Angelegenheiten von solcher Tragweite offen läßt und uns so die schöne Aussicht eröffnet, das Ausgleichswcrk in kurzer Zeit von neuem zu beginnen. Die Herren aus Prag wollen offenbar nur ernten und nicht säen. Den Reichsrath in Wien und alles, was mit der parlamentarischen Einheit des Reiches zusammenhäugt, sollen sic entschieden zurückgewiescn haben. Das wäre der Kernpuukt, und wir bedauern es sehr, daß die früher so gesprächige „Abendpost" Plötzlich stumm geworden ist. Diese Geheimthueiei ist verdächtig uud unpraktisch. Der Feldzugsplan der Regierung wäre nicht veriathen, wenn durch das offiziöse Blatt kundgcthan würde, welches das Ausgleichsprogramm der Czechen ist. Die öffentliche Meinung in allen Lagern könnte sich darüber äußern, und eine solche Besprechung sollte selbst der Regierung erwünscht sein. Wir sind weit entfernt von Verdächtigung. Da wir uns jedoch ans dasjenige angewiesen sehen, was sich über die Situation den Partciblättern entnehmen läßt, so müssen wir gestehen, daß uns die Chancen des Ausgleichs schlecht genug zu stehen scheinen. Die Prager „Politik," das Hauptorgau der in böhmisch - nationalen Kreisen maßgebenden Altczechen, biingt heute einen Artikel, welcher allcs überbietet, was der czechische Trotz und Uebermuth uns bisher geboten. Darin wird wohl gesagt, daß sich für die Deklaration mildere Modifikationen würden anffinden lassen und daß die Opposition „vom versöhnlichsten Geiste" beseelt sei, allein der ganze übrige Inhalt des Artikels stellt diese Fräsen als heuchlerische dar. Die „Politik" sagt, die Regierung sei von dem „verderblichen Wahne" befangen, der Ausgleich werde sich auf verfassungsmäßigem Wege zu Stande bringen lassen; dieser Weg sei der „Hauptstein des Anstoßes" für die Opposition; das Festhalten an den dezembristischen Ver-fassungsformen bedeute „nichts mehr und nichts weniger, als eine dem Wesen und dem Geiste des ! böhmischen Staatsrechtes eben so sehr als den Gefühlen des böhmischen Volkes ganz und gar widersprechende Beeinflussung der Konstituirung der Länder der böhmischen Krone durch notorisch nicht hiezu berechtigte außerböhmische und heterogene Elemente;" !die augenblickliche Situation scheine zu folgendem !Dilemma zugespitzt.- „Entweder der „verfassungsmäßige" Weg in allem und jedem, or>cr die fernere Existcnzbedrohung Oesterreichs." Das heißt kurz und bündig: Bleibt uns mit der Verfassung gänzlich vom Leibe oder wir werden nach wir vor die Existenz Oesterreichs bedrohen. So ist cs mit dem Willen der Czechen bestellt, den lang ersehnten Ausgleich herbeizusühien. ^ Wenigstens wird vielleicht durch die Verhandlungen ^dcs jetzigen Ministeriums alles klar gemacht, ob mit ldiesen überhaupt zu paktiren möglich ist. Ln der ^Absicht, die äußersten Konzessionen zu machen, fehlt es dem Ministerium Potoeki sicher nicht. Weisen die Czechen aber auch die Zugeständnisse zurück, die ihnen jetzt geboten werden, dann kann es niemandem mehr einsallcn, künftig noch den Weg des ; Ausgleiches mit dieser Partei für angemessen zu halten. Politische Rundschau. Laibach, 6. Mai. ! Wie die Wiener Blätter melden, sind in dem ! Ministerium wichtige Personaländerungen und Ernennungen vollzogen worden, deren Veröffentlichung in dem Amtsblatte bevorsteht. Das in seiner theil« weisen Umgestaltung noch immer provisorische Mi- JeM'eLon. Nelier Freimaurerei. (Schluß.) Ich weiß wohl, daß man von gewisser Seite gerade die Moral des FrcimaurcrthumS an;utasten und in den Staub zu treten belubt. Gegen Verleumdungen, daß die Maurer Revulntionärc, Gottesleugner, Apostel des Teufels wären, wie sie die geistesarme Bosheit mancher Sklavenseelen uns cnt-gcgenschlcudcrt, brauchen wir uns wahrlich nicht zn vertheidigen; solche Lufthiebe erbärmlicher Don Ouixotte des Vcrdummungssistems können uns nicht treffen. Wichtiger sind jene Vorwürfe, die uns von anderer Seite gemacht werden, daß die Freimaurer, weil sie in ihren Versammlungen die konkreten Formen des Staates und der Kirche abstrci-fen und die allgemeine Menschenliebe zu ihrem höchsten Gesetze machen, nicht gute Bürger des Landes, treue Anhänger der Nation, eifrige Mitglieder der Kirche seien, welchen sie angehören. Aber gerade der echte Freimaurer vernachlässigt neben dem Wesen auch die entsprechende äußere Foim nie und die Liebe zum Allgemeinen schließt ja die Liebe für das Einzelne nicht ans, sondern cs wird vielmehr die crstere durch die letztere unerläßlich bedingt. Der echte Freimaurer erkennt die ganze Welt als seine Heimat, wo er treuoerbundene Brüder findet; cr fühlt sich jedoch deswegen mit eben so festen und süßen Banden an feine engere Heimat, wo er das L>cht der Sonne zuerst erblickt hat, geknüpft, wie jeder gute Patriot; der echte Freimaurer erblickt in jedem Menschen seinen Nächsten, dem cr mit Rath und That zu helfen berufen ist, aber cr verleugnet deswegen nicht im geringsten die engeren Bande, durch welche ihn gleiche Nationalität und gleiche Sprache, gleiche Gesinnung mit ändern Menschen verbinden; der echte Freimaurer bleibt bei den Schranken der Konfession nicht stehen, ihm gilt das Hauptgesetz: „Du sollst lieben Gott deinen Herrn von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüthe, und deinen Nächsten wie dich selbst" und „Die Gott anbeten, die sollen ihn im Geiste und in der Wahrheit anbeten," aber er mißachtet deswegen jene Schranken nicht, er erkennt in den Dogmen ihre geschichtliche Berechtigung als Offenbarung des in immerwährender Entwickelung begriffenen Mcnschcngeistes, er ist daher auch ein treuer Anhänger seiner Konfession und der kirchliche Jn-disferentismus ist ihm ebenso fremd, wie roher Fa- natismus. Doch der echte Freimaurer begnügt sich nicht damit, daß er nicht schlechter sei, als manche Profane, sondern cr strebt darnach, im Bunde mit den Brüdern und durch ihre Hilfe besser zu werden. Und das ist's woraus ich das Hauptgewicht lege: „Laßt uns besser werden, und 's wird besser sein!" Vergebens streben wir darnach, die äußeren Verhältnisse zu bessern, so lange cs im Innern der Menschen nicht besser wird; unnütz sind alle freien Institutionen des Staates, so lange die Angehörigen desselben noch nicht frei sind, frei von Egoismus, frei von Lüge, frei vom Sklavengeiste, frei von Unsittlichkeit. Das sind bisher die Krebsschäden, die alle Bestrebungen begeisterter Patrioten illusorisch machten. Wie mächtig herrscht noch überall die Lüge, so daß oft selbst die Feierlichkeit des EideS nicht genügt, die volle Wahrheit zu verbürgen! Wie beugt man sich vor der Macht des Geldes, der Geburt, des Ansehens! Wie leicht sieht man über gewisse moralische Fehltritte hinweg: Wie guckt bei gar Vielem, was in der profanen Welt geschieht, der Eigennutz, der Ehrgeiz, die Habsucht hervor! Nicht so darf es bei dem echten Freimaurer sein. Bei ihm heißt es: „Ja, ja; nein, nein, nisterium wird folgendermaßen zusammengesetzt sein: Graf Potocki Ministerpräsident, Graf Ta affe Minister des Innern, Dr. Tschabu fchn igg, Minister der Justiz und Leiter des Ministeriums für Kultus und Unterricht, in welches letztere der Abgeordnete Czedik als Sektionschef tritt; Staatsrath Baron Holzgethan, Leiter des Finanz-Ministeriums; Depretis, Leiter des Handelsministeriums; Baron Petrino, Leiter des Ackerbau-ministeriums, und Baron Widmann, Leiter des Ministeriums für Landesvertheidigung. Die Ernennung eines neuen Leiters des Finanzministeriums erfolgt wegen der anhaltenden Krankheit des Sektionschefs Distler. Die mehrseitigen Nachrichten von einer in Aussicht genommenen Kaiser reise nach Böhmen sind vollkommen unbegründet. In einem Artikel „der Klerus und die Regierung" bespricht die „Grazer Tagespost" die schrankenlose und dabei völlig straflose Verhetzung durch den Klerus gegen die liberalen Gesetze, namentlich das Schulgesetz. Wenn ein Journal sich herausnimmt, etwas zu sagen, was jeweiligen Machthabern nicht gefällt, so sei sofort der Staatsanwalt bei der Hand; der Polizeikommissär besinnt sich nicht lange, wenn es gilt, eine Volksversammlung wegen eines scharfen Wortes aufzulösen, nur der Klerus besitzt das Privilegium, ungestört gegen vernünftige Gesetze auf der Kanzel und in Vereinen sprechen und wühlen zu können. Das ist ungleiches Maß, allein wir wollen eine gleiche Behandlung aller Mitglieder der Gesellschaft, keines soll sich eines Privilegiums erfreuen. Will man einen Publizisten wegen eines srommen Leuten mißliebigen Wortes auSweisen, so packe man auch einen Bischof, welcher in seiner Diözese gegen die Gesetze in einer Weise Hetzen läßt, welche vernünftigen Personen nicht gefallen kann. Unsere Minister haben da volle Gelegenheit zu zeigen, daß sie die StaatSgrundgesetze, und zwar in erster Linie die Bestimmung über die Ebenbürtigkeit aller Staatsbürger vor dem Gesetze hochhalten, und zwar dadurch, daß sie dieselben nicht von Seite des Klerus mißachten lassen. Der kroatische Landtag hat einen Ausschuß zur Überprüfung und allenfallsigen Abänderung des ungarisch - kroatischen Ausgleichs niedergesetzt. Nicht blos in der Hauptstadt, auch in den franzöf. Departements wurden die Komplotsberichte nicht recht gläubig ausgenommen. Die Linke beeilt sich übrigens, den mit der Atten-tatsgeschichte geführten Schlag zu pariren; der Ausschuß derselben erläßt einen Ausruf, in welchem der politische Mord entschieden verworfen und zugleich gewarnt wird, sich durch die zweideutigen was darüber ist, ist vom Uebel!" und ein Freimaurer bedarf so wenig als der Quäker oder Herren-huter des Eides, denn Freimaurerswort ist so gut, wie die vollbrachte That. Unflätige Worte, Gefallen an Zweideutigkeiten, wie sie in anderen Män-nergesellschasten so üblich, würden ihm den Tadel der Brüder znziehen; was er Gutes thut, thut er so, daß die Rechte nicht wisse, was die Linke verübt; uneigennützig, mit Opfern, selbst mit Gefahr des Lebens hilft er dem Bruder; vor keiner Macht beugt er sich als vor der Macht desjenigen, der seine Tempel im All' aufgebaut, und wer der echten Freimaurer Leben beobachtet, der muß, ob Ehrfurcht oder Neid ihn erfülle, ausrufen: „Ei welche weife und verständige Leute sind das, und welch ein herrliches Volk!" Und nun denkt Euch, liebe Brüder, einen solchen Verein ausgebreitet über alle Lande; denkt Euch, daß alle Männer demselben angehören; welch glückliches Land, welch blühendes Volk, wo Redlichkeit im Verkehr, Brüderlichkeit im Gesammt-leben, Freiheit in allen edlen Bestrebungen, wo Wahrheit Schönheit und Tugend herrschen, und mit ihnen auch wahre, innere Kraft und Stärke." Nachrichten über das angebliche Komplot beeinflussen zu lassen. Die Regierung hat die Verbreitung des Briefes Garibaldi s sowohl als des Manifestes der Linken in den Kasernen erboten. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiteo. Lokal-Chronik. — (Ein Briefwechsel zwischen dem Landespräsidenten v. Conrad und Dr. Zarnik.) Unsere Leser kennen den zwischen den Jungslovenen und den hiesigen Nolksführern ausgebrochenen, im „Slov. Narod" und im „Trrglav" geführten Streit, welcher in Folge der in diesem enthaltenen Behauptungen, daß die jungslovenische Partei mit der Regierung kokettire und daß Levstiks Blatt aus dem Dispositionsfonds unterstützt werde, dann wegen angeblicher Aeußerungen des Landespräsidenten entstanden war. Heute liegt uns ein weiterer, nicht uninteressanter Beitrag zu dieser Angelegenheit in einem „Eingescndet" des Dr. Zarnik an den „Slov. Narod" vor. Ueber diesen Abgeordneten sollie nämlich der „Leibjournalist'' der hiesigen Bolkssührer, AleZovc, sich im Gnesda'schen Kaffeehause am Platze vor Zeugen dahin geäußert haben: Der Landespräsident habe in einem politischen Gespräche mit ihm Meäovc) über Dr. Zarnik gesagt, daß er letzteren leicht jeder Zeit, wenn er wolle, auf seine Seile bekommen könne. „Nur von Zarnik seien Sie mir still; leichter könnten wir ihn bekommen, wie jeden anderen," so hätten die Worte AleZonc' gelautet, welche der Gewährsmann des Dr. Zarnik beschwören zu können erklärte. Sohin richtete Dr. Zarnik das nachfolgende Schreiben an Herrn v. Conrad: Wohlgeboruer Herr Präsident! Ein bewährter Freund schreibt mir heute aus Laibach, Jakob Alesovc, Redakteur des „Triglav" und „Breucelj," habe sich vor gar nicht langer Zeit in einem Laibacher Kassec-hause vor Zeugen wörtlich folgendermaßen vernehmen lassen: Der Landespräsident, mit mir über die Abgeordneten disknrirend, hat sich über Dr. Zarnik geäußert: 'Nur vom Zarnik seien Sie mir still, leichter könnten wir ihn bekommen, als jeden ändern !!! Aufrichtig gesagt, Herr Präsident, kann ich kaum glauben, daß Sie mit dem Individuum, das auf deu Namen Alesovc hört, in xoliticis diskurirt, zumal aber mit demselben Persoualpolitik getrieben hätten. Sollte aber diese gewiß sehr insame Kritik über mich wahr sein, so fordere ich Sie ans, nicht als Landespräsiden-ten, sondern als Gentleman unter Geiitlemen, mir zu sage», durch welches Wort oder nur durch welche Miene» und Geberden ich Ihnen am 24. Oktober 1869 beim Nachmittagsbesuche Veranlassung gegeben habe, ein derartiges, meine politische Ehre vernichtendes Urtheil dem Stabstrompeter der „Prvakeu" gegenüber über mich zu fällen, was eben so viel heißt, als es der Oeffeutlichkeit übergeben. Da mir an meiner Ehre mehr als an meinem Leben liegt, so ersuche ich Sie höflichst, iu kürzester Zeit die mir sehr unliebsame Afsaire auszuklären, bevor ich gezwungen bi«, mit derselben in die öffentlichen Blätter zn rücken. Am 29. April 1870. Die schleunige Erwiderung des Landespräsidenten lautete: Euer Wohlgeboren! In der Beilage erhalten Sie die in Ihrem Schreiben vom 29. d. M. gewünschte Aufklärung über die angebliche Aeußeruug des Jakob Alesovc. Es haben sich ähnliche Vorkommnisse, die meines Erachtens in den Bereich »nissigen Klatsches gehören, in letzter Zeit öster wiederholt: und ich darf aus diesem lu-uesteu Anlaß wohl meinem Bedauern Ausdruck geben, daß eben auch Sie, werthester Herr Doktor, einer ähnlichen Notiz Beachtung schenken konnten, deren Verbreitung und Erfindung gewiß nnr den kleinlichsten Motiven entspringt. Ihre Anwesenheit während des letzten Landtages bot mir die willkommene Gelegenheit, mir einem Manne von ausgedehnter literarischer, in unserer lern- und denkfaulen Zeit seltener Bildung nicht blos im öffentlichen Leben, sondern auch dort zusammenzutreffen, wo ich gcwiß jedeu Gedanken an politischen Hader und Parteistellungen mit Vergnügen von mir weise. Es ist mir auch gar nicht klar, was ich mir nnter der mir augedichteteu Fräse: Sie „zu bekommen," dcnken sollte, die ohnedies gar nicht zn meiner gewoknten Redeweise passen würde. Wenn die Grundsätze und Aktion der Regierung in allem wesentlichen mit Ihren Ueberzengnngen sich vereinigen, so würden Sie es sich gewiß nicht zur Unehre rechnen, in jeder Weise für diese Negierung sich zn erklären und thätig zu sein. Außerdem aber habe ich es stit jeher für ein sehr wenig glückliches Manöver gehalten, die Opposition durch Auszeichnungen, Subventionen u. dgl. gewinnen oder beseitigen zu wollen, und Sie, werthester Herr Doktor, hatten mir gewiß nicht den entferntesten Anlaß gegeben, einen solchen Versuch zu machen. Gestatten Sie mir demnach nnr die Versicherung, daß ich einen besonderen Werth daraus lege, Ihre Gesinnung, unberührt von müssiger und tendenziöser Klatscherei, wenigstens außerhalb jeder politischen Konstellation noch fernerhin freundlich zugewendet zu wissen Euer Wohlgeboren ergebenem Sigmund Conrad. Laibach, am 30. April 1870. Die im Eingänge des Briefes des Herrn von Conrad berührte Beilage bestand in der nachstehenden Erklärung: Es soll die Nachricht verbreitet worden sein, ich habe in einem Laibacher Kaffeehause öffentlich gesagt: „Der Landespräsident, mit mir über die Abgeordneten diskurirend, bat sich über Dr. Zarnik geäußert: Nnr von Zarnik seien Sie nnr still, leichter konnten wir (die Regierung) ihn bekommen, als jeden anderen!" Ich erkläre hiemit, daß der Herr Landespräsideut mir gegenüber und meines Wissens weder diese noch irgend eine Aeußerung ähnlichen Sinnes über Dr. Zarnik gethan habe nnd somit jene Notiz vollkommen erdichtet ist. Laibach, am 30. April 1870. Jakob Alesovc. Diese ganze Geschichte braucht keinen Kommentar, meint Herr Dr. Zarnik am Schlüsse seines „Eingesendet." Dieser Ansicht sind wir gleichfalls und wir ent-fchlagen uns deshalb aller Bemerkungen, die in mehr als einer Richtung sehr nahe lägen. Wir sind überzeugt, daß die Leser diese Erzählung „aus den Koulissen" auch ohne solche sehr lehrreich finden werden. — (Generalversammlung der Land w i r t h s cha s ts ges el l s cha st. Schluß.) Dr. Bleiweis berichtet über eine in Krain zu errichtende Ackerbauschule, bezüglich welcher dem Zentrale vom Ackerbauministerium die Zusicherung einer ausgiebigen Staalssubvention gemacht wurde, er stellt im Namen des Zentrales folgende Anträge: 1. Eine niedere zwei-klassige Ackerbauschule für Krain ist ein Bedürsniß. 2. Dieselbe wäre für bäuerische Jünglinge im Alter von 16 Jahren, welche den Unterricht in der Volksschule genossen haben, einzurichten, zugleich hätten die Präparanden der hiesigen Präparandie und die Theologen an dem landwirthschasll. Unterrichte daselbst theilznnehnien. Die Schule hat aus zwei Jahrgängen zu bestehen, der theoretische Unterricht im ersten Jahrgange würde auf dem Versuchshofe der Land-wirthschaftsgefellschaft in Laibach ertheilt, und hätte folgende Gegenstände zu umfassen: Uebungen in der slovenischen Rechtschreibung, landwirthschaftl. Aufgaben, Fisik und Chemie mit Rücksicht auf die Landwirth-schast, Viehzucht, Geburtshilfe bei HanSthieren, Theorie des Hufbeschlags, Botanik, Obstbaum- und Seidenzucht Für den zweiten praktischen Jahrgang wäre in der Umgebung Laibachs eine dazu geeignete Realität anzukaufen oder in Pacht zu nehmen, oder einem Großgrundbesitzer sür Herstellung einer solchen Schule eine Subvention zu zahlen. 3. Die Lehrmittel dieser Schule wären: In Laibach jene der Realschule, der Husbeschlagsschule und des Versuchshofes; ferner der botanische Garten. Der Unterricht wäre von Lehrern der Realschule und ändern Anstalten gegen Remuneration zu ertheilen. Für den zweiten praktischen Jahrgang wären fixe Lehrer anzustellen, und zwar mindestens ein Direktor mit 1000 st., ein Lehrer mit 800, und ein Nebenlehrer mit 400 fl. 4. Die Geldmittel sind beizuschaffen durch eine ausgiebige Subvention des Ackerbauministeriums, ferner durch Einbeziehung der 210 fl., welche derzeit für die Erthei-lnng des landwirthschaftl. Unterrichtes am hiesigen Gimnasinm aus dem Stndiensonde gezahlt werden, dann durch Errichtung von Stipendien aus dem Lan-desfonde, durch Beiträge der Landwirthschaftsgesellschast, der Stadtgemeinde Laibach, der hiesigen Sparkasse und durch patriotische Geschenke einzelner Geber. In der Uber diese Anträge erössneten Debatte bemerkte Landesausschußbeisitzer K. Deschmann, daß vorerst die Frage zu erörtern wäre, ob nicht die Zwecke des landwirthschastlichen Unterrichtes bei der Landbevölkerung durch praktische Spezialschule» besser erreicht würden, als durch die vom Zentrale beantragte mehr theoretische Schule, deren Aufgabe übrigens eine sehr verschwommene ist, da der Unterricht sowohl den vom Lande in die Stadt kommenden Bauernjungen, als auch den Präparanden und Theologen angemessen sein soll. Weiters berichtiget derselbe die ^ vorhergegangenen Ausführungen des Dr. Bleiweis, indem diesfalls bereits ein Landtagsbeschluß vorliegt, der noch nicht zur Ausführung gekommen ist, wornach eine Obstzucht-, Seidenbau- und Bienenschule in Unterkrain errichtet werden soll. Vorerst wäre dieser Landtagsbeschluß ins Werk zu setzen, da die Agrikulturinteressen Unterkrains sicherlich eine solche, den dortigen Verhältnissen entsprechende Schule erheischen. Außerdem trage das Projekt des Zentrales den Keim des Zerfalles in sich, eine theoretische Schule in Laibach und eine praktische außer Laibach gingen durchaus nicht an, schon wegen des Mangels der für eine solche Schule unumgänglich nothwendigen Einheit im Unterricht und in der Leitung. Dr. Tom an ergeht sich in eine lange Tirade gegen die frühere Landtagsmajorität und verdächtiget insbefonders die vom Landtage beabsichtigte Gründuug von Stipendien für Krainer zum Besuche auswärtiger Ackerbauschulen als einen feindseligen Akt gegen die Nation, als Animosität gegen die slovenische Sprache. Weiters will Dr. To man, daß der Staat allein die Herstellung der projektirten Ackerbauschule übernehme, es wäre dies eine sehr geringfügige Abschlagzahlung für die sechs Millionen, welche bisher das Land Kram an Steuerüberbürdung zu viel gezahlt hat. Auch stimmt er der derzeitigen Bestimmung des Ortes, wo die Schule zu errichten sei, nicht bei, es möge nur beschlossen werden, daß eine niedere Landesackerbauschule zu errichten sei. Ritter v. Gut mannsthal verwahrt sich als Mitglied des früheren Landtages gegen die Jnvektiven des Dr. Toman, indem er es war, der den bezüglichen Antrag auf Errichtung von Stipendien für Krainer gestellt hat; übrigens erklärt sich Gntmanns-thal mit dem Antrage des Zentrales einverstanden. Professor Valentin Konfchegg nimmt die derzeit von ihm versehene Lehrkanzel der Landwirthschafts-lehre am Laibacher Gimnasium gegen die Jnkorpo-rirungsgelüste des Dr. Bleiweis in Schutz. Nachdem noch Dr. I. Ahacic sich für die Anträge des Zentrales erklärt und Dr. Bleiweis das Schlußwort ergriffen, wurden selbe von der Versammlung angenommen. Nach einer kurzen Unterbrechung von einer halben Stunde wurden die Verhandlungen mit dem Vortrage des Zentralausschußmitgliedes Dr. Johann Ahacit über die Nothweudigkeit der Abstellung der bei exekutiven Realfeilbietungen vorkommenden Mißbräuche wieder eröffnet. In jüngster Zeit haben sich nämlich häufig Fälle ergeben, und es sind deren binnen Jahresfrist blos im Bezirke Stein nicht weniger als acht vorgekommen, daß mit Schulden beladene Grundbesitzer vor der gerichtlichen Lizitation ihrer Realität dieselbe förmlich devastiren, die Drefch- und Dippelböden. die Oefen und Thüren ausheben, ja sogar das Gemäuer niederreißen und das Materiale um Spottpreise verkaufen, dasselbe geschah mit den niedergehaue-nen Bäumen in den Obstgärten und in den Waldungen. Der Ersteher der Realität im Lizitationswege findet häufig statt des angehofften Gebäudes nur eine Ruiue vor. Solchem strafbaren Treiben sehen die Justizbehörden und Bezirkshauptmannschaften nnthätig zu, erst in jüngster Zeit soll vom Justizministerium eiu Erlaß wegen strafgerichtlicher Verfolgung solcher Vorfälle an die Staatsanwaltschaften herabgelangt fein. Dr. Ahacic beantragt im Namen des Zentrales einen Bericht der Landwirthschastsgesellschast an Vas Justizministerium wegen energischer Abstellung dieser Mißbrauche, weiters möge sich diese an das Ministerium des Innern wegen Beschleunigung der schleppenden Servitutsablösungsverhandlungen und eudlich au das Ackerbauministerium wegen Einhaltung der Forstdevastirungen in Krain werden. Der Vorsitzende Dr. Karl Wurzbach bestätiget die Angabe des Dr. Ahacic und fügt nur bei, daß gegen solche Mißbräuche selbst die Sequestration der Realitäten nichts nütze, indem sich der Fall ergeben, daß der Sequester, ja sogar die Gendarmerie einer solchen Devastation unthätig zugesehen habe. Es habe eine falsche Auffassung der Strafgesetzgebung Platz gegriffen, mit dem Schlagworte: Heilig ist das Eigenthum! werden solche Unfuge als straflos erklärt. Die Beendigung der Servitutenablösung stellt der Vorsitzende nach den im Landtage gemachten Zusicherungen des Regierungsvertreters in zwei, höchstens drei Jahren in Aussicht, daher man diesfalls von einer Vorlage an das Ministerium abgehen möge. Sch oll mayer behauptet dagegen nach den von ihm als Mitglied bei Servitutenablöfungskom-mifsionen gemachten Erfahrungen, daß die vollständige Ablösung mindestens noch volle 6 Jahre in Anspruch nehmen werde. Ritter von Gutmannsthal spricht ebenfalls für das Fallenlassen einer Betreibung der Servitutenablösung beim Ministerium des Innern. Demnach werden die von Dr. Ahacic gestellten Anträge mit Ausnahme des letzteren von der Versammlung angenommen. Der Bericht Uber die Schritte des Zentralausschusses zur Hebung der Pferdezucht in Krain wird zur Kenntniß genommen. Bezüglich der Hebung des Handels mit Wippa-cher Obst stellt Dr. Bl ei weis im Namen des Zentrales folgende Anträge: 1. Es ist ein offenes Schreiben der Landwirthschaftsgefellschaft an die Wippacher Züchter zu richten, worin ihnen die Pflege gewisser Frnhobstforten insbefonders ans Herz gelegt wird. 2. Die Filiale Wippach ist um werkthätige Förderung der Kultur der genannten Obstsorten zu ersuchen. 3. Dem Vorstand des in Wippach zu veranstaltenden Tabors ist die Aufnahme dieses Gegenstandes in das Programm der zu fassenden Resolutionen anznempseh-len. 4. Für jene Obstzüchter, welche viel edles Obst erzeugen, sind Präuuen aus der Staatssubvention zu erwirken. 5. Die künftige Weinbauschule in Wippach hat diesfalls mit gutem Beispiele voranzugehen. Sämmtliche Anträge wurden ohne Debatte angenommen. Ueber den letzten Gegenstand der Tagesordnung, die Ermäßigung der Eisenbahnfrachten für Viehfutter, spricht Herr Peter Koslermit ausführlichen Detailnachweisungen der chemischen Beschaffenheit der Malzabfälle, ihres Futterwerthes auf Grundlage der statistischen in England und Oesterreich hierüber veröffentlichten Daten, er beantragt besonders mit Rücksicht auf die Kostspieligkeit der Verfrachtung dieses vorzüglichen Mastfutters, daß die Laudwirthschastsge-fellschaft beim Haudelsmiuisterium um Ermäßigung der Eisenbahnfrachten für Viehfutter einfchreiten möge. Wird ohne Debatte angenommen. Von den Separatanträgen der Mitglieder kam jener des Dr. Toman auf Erlassung einer Beglückwünschung an den Ministerpräsidenten Graf Potocki im telegrafischen Wege vor den übrigen zur Abstimmung, außerdem wurde über Antrag Dr. Tomans beschlossen, an Graf Potocki die Bitte zu richten, er möge die endliche Sanktioniruug des vom Landtage beschlossenen Hutweidengesetzes erwirken. Ein weiterer Separatantrag des Försters Mo-riz Sch eyer in Ratschach wegen Freibelassnng der von den Besitzern von Waldungen erzeugten Holzpro-dukte von der Erwerbsteuer wurde ebenfalls ohne Debatte angenommen. Hierauf hielt Scholl mayer einen freien Vortrag über kondensirte Milch und Milchmehl, welche Produkte schon vorhin im aufgelösten Zustande als eine fehr schmackhafte Milch den Mitgliedern fervirt worden waren. Sodann wurde die Sitzung um 3 Uhr geschloffen. — (Der hohw. Fürstbischof Dr. Bartholomäus Widmar) reist, wie der „Tagespost." mitgetheilt wird, krankheitshalber erst nach Pfingsten wieder nach Roin zum Konzile. Ebenso wird jenem Blatte berichtet, Dr. Toman habe während seiner Anwesenheit in Wien dem Grafen Potocki weder ein Programm der Slovenen noch eine Denkschrift überreicht, sondern sich nur bemüht, die Sanktion für die von der klerikalen Majorität des kraini-fchen Landtages beschlossenen Gesetze, darunter insbesondere das Landtagswahlordnnngs - und das Bleiweis-sche Sprachenzwangsgesetz, zu erwirken. — (Reisgefahr.) Die heutige Nacht war sternenhell und sehr kalt. Glücklicherweise stellte sich schon um 3 Uhr ein dichter Nebel ein, wodurch die Umgebung zum größten Theile vor einem starken Reife bewahrt wurde. Derselbe stellte sich zwar strichweise ein, namentlich wurde der Morast davon getroffen, wo übrigens die Fröste im Mai eine gewöhnliche Erscheinung sind, ja sogar im Juni nicht zu den Seltenheiten gehören. Das Thermometer zeigte um 5 Uhr Morgens 0 2° unter dem Gefrierpunkte, um 6*/» Uhr war es im Freien auf -j- 1" li. gestiegen. Gestern Vormittags schneite es in den höher gelegenen Gegenden; die Billichgratzer Berge waren in der Früh tief herab mit frischen Schnee bedeckt, der jedoch tagüber abschmolz. Die kühle Witterung ist der Blüthe der Obstbäume, die sich Heuer fast um 14 Tage später als im Vorjahre entwickelte, sehr günstig. „Mai kühl und naß, süllt Tenne und Faß" lautet die Bauernregel, doch blickt der Weinbauer des Unterlandes bei den bedeutenden Schneemassen, die noch im Hochgebirge liegen, den heitern Mainächten mit Besorgniß entgegen, denn sie können für die im saftigsten Sprossentriebe befindliche Weinrebe tödtlich werden. — (Der Justizminister) hat den Bezirksgerichtsadjunkten Georg Volcic über sein Ansuchen von Adelsberg nach Oberlaibach übersetzt. — (Immer persönlich und meistens erlogen,) das ist die kurze aber richtige Signatur für alle Artikel der „Novice" und des „deutschen Brenzel" über Mitglieder der liberalen Partei. Nachstehend wieder ein Beispiel hiefür. In einer Laibacher Korrespondenz des „Wanderer" wurde erzählt, daß der Vorstand des hiesigen Arbeiterbildungsvereins Herr Harrisch in heftiger Weife in einer Vereinsversammlung gegen die größeren Industriellen und Fabriksbesitzer aufgetreten sei. Die erwähnten Blätter repro-duziren diese Nachricht, knüpfen aber daran die vollständig unwahre Mittheilung, daß Herr Harrisch durch die Bemühungen der Herren Deschmann und Keesbacher Vorstand des Arbeiterbildungsvereins geworden sei. Nnn sind die genannten beiden Herren, wie uns aus zuverlässigster Quelle mitgetheilt wird, zum Arbeiterbildungsverein niemals in irgend einer Beziehung gestanden, haben am allerwenigsten aus dessen Borstandswahl einen Einfluß genommen und beide kennen zufällig Herrn Harrisch gar nicht. Wozu also eine so perfide Verdächtigung? Offenbar deshalb, um die Industriellen und Fabriksbesitzer glauben zu machen, die Herren Deschmann und Keesbacher hätten den Vorstand des Arbeiterbildungsvereins bei seinen Aenße-rnngen gegen erstere inspirirt und um, wenn etwa zwischen Arbeitern und Arbeitgebern Differenzen entständen, die liberale Partei dann als vie Urheberin anzuklagen. Das ist die Methode dieser Blätter. Um einen gemeinen Angriff scheinbar zu rechtfertigen, unterstützen sie denselben mit einer beliebigen muthwilli-gen Erdichtung. Daß sie dann hinterher den Vorwurf der Lüge ruhig einstecken müssen, genirt sie nicht im geringsten, denn sie haben, Gott sei Dank, eine Haut, die fest genug ist, um Angriffe, die ein anständiges Journal niemals ruhig hinnehmen könnte, alle Tage über sich ergehen zu lassen. — (Die Bolzschütze ngesellschast) feierte gestern in dem schön dekorirten Gesellschaftslokale mit einem Bestschießen uud einem Festmale das Andenken ihres 50jährigen Bestandes. Zahlreiche und gelungene Reden und Toaste von Mitgliedern und Gästen belebten die heiter und festlich gestimmte Versammlung. Sämmtliche Anwesende wurden auch mit einer zu Ehren des Jubiiäums geprägten silbernen Denkmünze betheilt. Möge die Gesellschaft noch recht lange Zeit in derselben einträchtigen und erfreulichen Weise sortbestehen! — (Für die freiwillige Feuerwehr) hat Frau Obrefa 10 fl. beigesteuert. — (Turnerkneipe.) Morgen Abend findet im Fifcher'fchen Salon die letzte Kneipe der Wintersaison statt. Während des Sommers beabsichtigt man, gleich wie im Vorjahre, nach dem Turnen Abendunterhaltungen in öffentlichen Gärten zu veranstalten. — Das Turnen der Vereinsmitglieder am Sommerturn-platz wird bei günstigem Wetter Mitte Mai beginnen. — Der „Eittad." versichert, mit Bezug auf eine von der „Tr. Ztg." gestellte Frage betreffs des „Ko- nigreichs Slovenien", daß die unüberwindlichen Schwierigkeiten, welche sich der Gründung desselben entgegenstellen, von jenen, welche sich an der Spitze der slo-venifchen Bewegung befinden, gebührend gewürdigt werden, und daß die zwischen den Triester, Jstrianer und Görzer Abgeordneten und jenen Krams und der ändern slavischen Länder getroffenen Vereinbarungen nur auf dieser richtigen Würdigung der nationalen Verhältnisse des Küstenlandes beruhen. „Dann (bemerkt die „Tr. Ztg.") müssen wir aber doch fragen, wie eS kommt, daß bei den Tabors „Slovenien" als erster Programmpunkt sigurirt (z. B. bei dem am 1. Mai in Tolmein abgehaltenen und bei den in Krain, Kärnten und Steiermark für die nächsten Wochen projektirten) ? Ferner wäre es sehr erwünscht zu erfahren, ob sich die getroffenen Vereinbarungen nicht blos auf die nationalen, sondern auch auf die Freiheitsfrageu beziehen. Zweifel darüber drängen sich von selbst auf, wenn man erwägt, daß unter den neuen Verbündeten der Präsident des Progreffovereines, welcher am 8. Dezember v. I. eine Demonstration gegen das Konzil veranstaltete und einen Vertreter zum Antikonzil in Neapel abschickte, und ein bekannter slovenischer Führer sich befinden, welcher öffentlich erklärte, die Wissenschaft müsse dem Glauben unter than sein." gen Hosen bekleidet war, abgeschwächt, da an diesen keine Blutmerkmale gefunden wurden, obwohl sie die Gatjen desselben vollständig bedeckten. Nachdem noch mehrere Zeugen zur Belastung der An-geklagen cinvernommen wurden, deren Angaben jedoch keine wesentlichen Beweismittel zu Tage fördern konnten, wurde zur Abhörung der Entlastungszeugen geschritten. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Gerichtssaale. (Versuchter Raubmord. Fortsetzung.) Nachdem der Vorsitzende jene Momente, welche auf die Vermögensver-hältnisse der Angeklagten, sowie auf ihre freundschaftlichen Beziehungen zu einander reflektiren, konstatirt hatte, wurden gegen dieselbe« die bisherigen Abstrafungen und namentlich gegen Anton Dormis jener Vorfall zur Sprache gebracht, bei welchem er sei» Weib gefährlich bedroht haben soll. Es handelte sich nämlich in erster Linie, darznthnn, daß die Angeklagten solche Personen sind, zu denen man sich nach ihrem Lebenswandel jener strafbaren That leicht versehen kann, deren sie beschuldiget erscheinen. Das Ergebniß der diessälligen Beweissiihrnng war, daß beide mehrmals wegen Raushandel, insbesondere aber Anton Dormis wegen boshafter Beschädigung fremden Eigenthnms, Anton Ruppert aber wegen Wachebeleidigung abgestraft worden waren. Ueber die gefährliche Bedrohung der Maria Dormis konnte der Zengenbeweis kein klares Bild vers»afsen. Insbesondere hielten sich Maria Dormis uud dercu Töchter Maria und Margareth Ruppert iu den Aussagen sehr reservirt. Es wurde uun zur Einvernehmung der Zeugen in der Hauptsache geschritten. Der Beschädigte Anton Sustersic deponirte, wie wir es in der Anklage "der Staatsanwaltschaft ausgesührt haben, und verblieb bei seiner beschwornen Behauptung, in den Thätern die bentigeu Angeklagten mit Bestimmtheit erkannt zu habeu. Die vorgeladenen Gerichtsärzte Dr. Stöckl und Gre -goritsch erklärten die dem Anton Anstersic zngefügten Verletzungen als schwere Beschädigungen mit mehr als dreißigtägiger Berufsuufähigkeit, könnten sich jedoch derzeit nicht dahin anssprecheu, ob dieselben eine bleibende Schwächung der Sprache im Gefolge liabeu werden. Ein todtlicher AnSgang sowie ein immerwährendes Siechthnm sei jedoch nach der heutigen Sachlage nicht zu besilrchteu. Beide Aerzte konstatirten übrigens am rechten Arme des Beschädigten einen Bruch, welcher sich als eiue schwere Verletzung herausstellt, aber im Lause der Untersuchung unbeachtet blieb. Die Ehegattin des Beschädigten, Maria Snstersic, wnßte im Gegenstände nur jenes anzugebm, was wir bereits gestern in der Anklage berichtet haben Sie sprach sehr heftig nnd legte eine nnversöhnliche Feindschaft gegen die Familie Dormis an den Tag. Helena Iappel, Magd bei Snstersic, sagte aus, daß sie, als der Hausherr verwundet nach Hanse kam, sich an den Lhatort begab, dort den blutigen Pflock und die zwei Hüte fand und auch Spuren von feinern Stiefeln sah, wie sie Dormis zu tragen pflege. Sic und die weitere Zeugin Elisabeth Stri tos bestätigten aber auch, daß zwischen den Ehegatten Sustersic öfters Feindseligkeiten ausgebrochen siud. Johann Snstersic, Sohu des Beschädigten, sagte in Betreff der Erhebungen am Thatorte in gleicher Weise wie Helena Jappel aus, und brachte als neuen Umstand vor, daß er bei seinen mehreren Gängen in jener Nacht das Haus sowie deu Stall deS Anton Dormis beleuchtet gesehen habe, was riicksichtlich des Lichtes im Hause von dem Angeklagten bestätiget wnrde, da Autou Rupp.rt in der Mühle, die einen Bestandtheil des Dormis'schen Hauses bildet, die ganze Nacht hindurch beschäftiget war. Die stete Beleuchtung im Stalle wird jedoch in Abrede gestellt. Johann Äermcl deponirte, daß er am 8. Oktober den Dormis zu Hanse erwartete, um von ihm den Rest des Knhkausschillinges pr. 20 st. einznheben. und daß der sohin angekommene Dormis ibn ersucht babe, ihm die Stiefel aus-zuzieheu. Bei dieser Gelegenheit habe er einen Blutfleck in der Größe eines BicrkreuzerslückeS au deu Unterhosen des Dormis bemerkt. Dieser erklärte deu sraglicheu Blutfleck als ein Ergebniß seiner kranken Füße. llebrigens wnrde dieser sonst sel>r bedenkliche Umstand durch die Aussage des Beschädigten, daß Dormis zur Zeit des Angriffes mit tan- Eingescndct. Einladung. Das gefertigte Komitee beehrt sich hiemit, Theaterfreunde und Logenbesitzer zn einer Versammlung einzuladen, welche Tonntng den 8. Mat 1870, Vormittags II Uhr, im Balkon-Saale des Kasinogebäudes stattfinden wird. § Tagesordnung: 1 Necheuschafts - Bericht über l die Ergebnisse der Teatersnbskription in der abgelaufenen j Saison 1869/70. 2. Besprechung iu Betreff der nächsten Theater-Saison 1870/71. 3. Besprechung der Theatersrage im Allgemeinen. Da die auf der Tagesordnung stehenden Gegenstände von Wichtigkeit siud und gewiß ein großes uud allgemeines Interesse beanspruchen dürfen, da es aber insbesondere uu-nmgänglich notbwendig ist, bezüglich der nächsten Theater-saison in kürzester Zeit eine Entscheidung herbelznsühren, nm nicht deren Zustandekommen überhaupt in Frage zn stellen, so wird gebeten, bei dieser Versammlung recht zahlreich erscheinen zu wollen. Laibach, am 5. Mai 1870. Das Theater-Komitee. Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate L,6Vg,-lösoisre äu Lu,rr^, welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt : Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Alhem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsnchl, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blut-aussteigen, Ohreubrausen, Üebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Plnskow, der Marquife de Bröhau. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die ti-öVLlösoiLrö bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Nenstadl, Ungarn. So oft ich meine innigsten Dankgebete zum allgiltigen Schöpfer und Erhalter aller Dinge scnde für die unberechenbaren Wohlthaten, welche er uns durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturerzeugnisse augedeihen läßt, gedenke ich Ihrer. Seit mehreren Jahren schon konnte ich mich keiner vollständigen Gesundheit erfreuen: meine Verdauung war stets gestört, ich hatte mit Magenübelu uud Verschleimung zu kämpfen. Von diesen Uebeln bin ich nuu seit dem vierzehutägigen Genuß der livvaiWeiLr«; befreit uud kauu meinen Berussgeschäfteu ungestört nachgehen. I. L. Sterner, Lehrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von Psd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — liövnlLseiüi'ö in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry ä Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfumenr; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preß bürg Pisztory; in Klagensnrt P. Birnbach er; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer, Grablowitz; in Lemberg Rottender; in KlausenburgKronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 6. Mai. Nachts heiter, schon um 3 Uhr dichter Nebel, der sich nach 8 Ubr bob. Vormittags trübe, Nachmittags gelockerte Wolkendecke. Wärme: Morgens 6 Uhr -j-0.5", 'Nachm. 2 lltir -j- 10.8' L., (1869 -s- 18.4", 1868 4- 17°) Barometer 327.26"'. im fallen. Das gestrige TageSmittel der Wärme -j- 5.6", nm 3.9" nnter dem Normale. Der gestrige Niederschlag 0.48"'. Angekommeue Fremde. ÄNI 4. Mai. Wl«». Kulm, Ober-Ingenieur, Wien.— Seltner, Jnginenr, Wien. — Flauderak, Kfm., Wien. — Schütz, Kfm., Wien. — Jaklitfch, Kfm., Gottf»ec. — Madame Stnard, Rom. — Ahacic, Private. Neumarktl. Graf Lichtenberg, Pragerhos. — Fischer, Ge-treidehändler, Graz. — Perz, k. k. Beamte, Feistriz. — .Hermann, k. k. Finanzkommiffär, Gnrkseld. — v. Claricini, k. k. Oberlientenant, Wien. — Rabii, k. k. Postmeister, Wien. - Schwarz, Handelsm., Wien. — Langer, Kfm., Frankfurt a M. - Maljovac, Techniker, Mine. — Neuburger, Wien. — Gräfin Lichtenberg. — Josch, Einöd. Gedenktafel über die am 7. Mai 1 870 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Bertoncel'sche Real., Godesic, 916 fl. und 306 fl., Fahrnisse 370 fl., BG. Lack - 1. Feilb., Ancnik-sche Real., Verh, 1544 fl. 20 kr., BG. Laibach. — 3. Feilb., Vidic'sche Real., Zaloch, 2056 fl. 80 kr., BG. Laibach. — 3. Feilb., Brezje'sche Real., St. Marein, 3198 fl. 40 kr., BG. Laibach. Nsä.-Vr. Dozent an der Grazer Universität, wohnt hier I A.-H. s« «v SI und orüi- ntrt täglich von 8 Uhr früh bis 5 Uhr Abends. (123—18) Mff- Der Aufenthalt mußte bis 7. Mar d. I. verlängert werden. kNgISNÜ6I-'8 zahnärztliches Atelier ist von 9 bis 12 und 3 bis 5 Uhr offen. Fenster - Nonlemir sind in großer Partie in besonders schöner Auswahl von fl. 1.30 bis fl. 2.50nebst einem reichen Sortiment der neuesten Vorhiingstoffe und Vorhang-Quasten, sowie auch M amerikanisches Leder „I soeben frisch angekommen bei (145—4) Epileptische Krämpfe (Fallsucht) (i6-87> lieilt brieflich der Spezialarzt für Epilepsie Doktor <». iu Berlin, jetzt: Louiseustraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. Wiener Börse vom 5. Mai. Geld - Ware 60.60 60.70 69.?«» «,».85 8§.50 90 86.—^ 94.— 79.L-5 79.75 83.50 84.— 75.50 76.— LtkraäskvvLs. äperc. österr. Mal.'r. . dto. Rente, oft. Pap. dto. dto. öft.inSilb. öose von 1854 . . . » - üose von 1860, 6irls5s. Ration. ö.W. verloSb. llng. Bod.-Creditanst. Lllg.öft.Bod.-Eredit. dto. in SS I.rüSz. . 7S».—E.— 25S.— 2->S.Si> K.->L.— dSS.— SN SO!.-Ü7S.— L8V.— S4S^- S2SL! 22SS ISl.ötl 1!N.7» 198.—^9ft.S(> L3I.S» LSS.— 167.— 167.50 186.75 187.— 171.-172.— 170.50 172.— ! ! 93.S5^ S3.SV 90.75 91.-107.2ii 1N7.7S 90.25! SO.SO tAcld Ware Oesi. Hypoth.-Bank . 98.— 99.— Südb.-Ges. zu 500 Fr. 116.- 116.25 dto. Bons 6 pCt. 245.25 246.— Nordb. (loo sl. CM.) 9410 94.20 Sieb.-B.(200N.ö.W.) 90.70 91.— Nudolföb.i300st.ö.M.) 93.— 93.25 Franz-Jos. (200fl.S.) 95.90 96.10 Lorro. Kredit 100 fl. ö. W. . 158.50 159.— Don. - Dampfsch. - Ges. zu 100 fl. . . 99.— 100.— Triester 100 fl. CM. . 127.— 129.— dto. 50 fl. ö.W. . 61.— 63.— Ofener . 40 fl. ö.W. 3-..50 34.50 Salm . „ 40 „ 40.— 41.— Palffv . .. 40 „ 3". 50 31.— (>rard . ^ 40 „ 36.— 37.— St. Genoiö.. 40 ^ 29.50 30.50 ^öindischgrätz 20 „ 20.50 21.— Waldstein . 20 „ 22.- 22.50 Aeglevich . io „ 17.50 18.50 Rudolfsstift. 10 ö.W. Mon.) AugSb.iOOfl.südd.W. 103.— 103.20 Fraukf.lOOfi. „ „ London 10 Pf. Sterl. 103.25 103.40 123.80 123.90 Paris 100 Francs . 49.20 49.20 Kais. MÜnz-Ducaten. 20-yrancsstück . . . 5.86 5.87 9.83' 9.89 Bereinsthaler . . . 1.82 1.82 Silber . . . . 121.— 121.50 Telegrafischer Wechselkurs vom 6. Mai. üperz. Rente österr. Papier 60.70. — 5perz. Rente österr. Silber 69.75. — 1860er Staatsanlehen 96.30. — Bankaktien 723. — Kreditaktien 252.50. - London 123 75. — Silber 121.—. — Napoleousd'vr 9.88. Verleger und kür die '»Saktiou verautiv>il>licr>: Ottomar Bamberg. Druck von Jgn. v. itternmavr L Fed. Bamberg in Laibach