GW»MM»D (?««»» »WIWW» «a«I« V«W>»W»> «s <7MßM IM«»»« t«?. «M «ck«»0k. w W»0O»K0. vOMW» >>»« 7DI. ßv s« ßßontäy. «IGN lull sAAA I» «. « iV«»v»Nung> »«nigipiM»: ««»U » 01^ WMM» S» VI«, ckirvk pO«t » 0K^ Dss 4« >W<>» ««»G. H» 0t» < dl» S QU». «I«»» Mmom AMna V<»r der Anerk»nu«g GomjetruNands d«rch Amerika. P a r l s, 30. Juli. Wie aus amerikani» sc!^r Quelle verlautet, wird tex einflußreiche Finanzberatcr des Präfidenten Rovsevelt, der Newyorter Bankier Bernrd Batuch, der sich zurzeit zur Kur in Bichy auMt, demnächst eine Besprechung mit dem russisÄ>en Außenminister Litwinow haben, der sich eben falls noch zur Kur in Mttelfrankreich aufhält. Gegenstand dieser Besprechungen >ll hauptsächlich die Anerkennung Sowjctrub-lands durch die Bereinigten Staaten sein. Wahrscheinlich werden die Vorverhandlungen noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Gewisse amerikanische Wirtschaftskreise, besonders deren Vertreter, hauptsächlich der Senator Smith Brokhart, stehen allerdings bereits mit der russischen Handelsvertretung in Neivyork in ständigen Verhandlungen, und diese Kreise sind es auch, die sich bei der amerikanischen Regierung für die möglichst rasche Anerkennung Sowjetrußlands mii großem Nachdruck einsetzen. Wieder deutsche Fl»«zeNge über Gulzb«tß, S a l z b u r g, 30. Juli. Gestern um !! Ul)r ^»ormittags erschienen über Salzburg in Staffel vier deutsche Flugzeug? unt« eine ^ijcrti'lstunde i.tiler neuerlich dre: denlschc sdN'Mugc, aus dew.'n aoecmals eint. zrv-ßere Anzahl von Flugzetteln c'bqew.)rfen wurde. den Flugzetteln wird zum Steuer streik und zum Abheben der Spareinlagen aufticfordert. Die österreichische Gesandtschtyt in Berlin wurde angewiesen, auch in diesem Falle den schärfsti'n Protest einzulegen. Extronprin» Otto i« «aniy. Pari S, .V. Juli. Der früher^' Cczher^ zog Otto von >>ab6burg ist gestern in Begleitung seiner Brüder Robert, Thomas, s^e-lix, !>iari Ludwig, )1iudo1f und seiner Schuu'-stern Adelheid, l5liarlottest Kelenföld sowie auf denl Siidbahnhof eine niehrtausendköp-fige Meitge Gümbös stürmisch begrüßte Journalisten gegenüber erklärte Gömbös: „Die Reihenfolge die Reisen nach Berlin, Wien u. Rom sst eine zufällige. Eigeittlich hät te Rom znerst kommen sollen. Die Tatsache, daß die Rom-Reise an letzter Stelle stand, hat die Bedentung jedoch nicht geschiualect. Der Biererpakt hat eine Atmosphäre geschaffen, in welcher die Lösung der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Probleme Ungarns möglich erscheint. Ungarn muß mit dem Bestatld des Biererpaktes rechnen, anderseits aber ivisscil wir, daß eine Lösung der Osteuropasrageil ohne uns undenkbar ist. Meine Romreise verfolge eigentlich keine konkrete Ziele, keinerlei Ostlocarno oder etwas ähnliches. Es war meine Aufgabe, nach Berlin und Wien die Ansicht Roms bezüglich des Biererpaltes und seiner Auswirkungen auf Ungarn kennen n lernen. Nachdem Gi^mliös die Uebereinstiinmung der Politik Italiens und Uniiarns festgestellt hatte, erklärte er noch, daß durch die Freund schaft mit Italien Ungarn ohnehin starke Lage im Donaubecken noch verstärkt worden sei, so daß jedermann die Positionelle Energie als entschiedenen Faktor der Außenpolitik zur Kenntnis nehmen müsse. Revolte in einem Lepralager. B n k a r c st, 3l>. Jnli. ^n der Lepraita-tion Tikilcsti bei Isakzea, undweit Braila, ist vorgestern eine Revolte ausgebrochen. Eine Gruppe von Leprakranken begab sich schlossen nach Jsakzea und schleppte den Ver^ Walter des Lagers, denn die Kranken im Schlafe überwältigt hatten, mit sich. Die Ein wohnerschaft flüchtete, von Panik ergriffen, vor den siranken, die sich zur Polizei b<'ga-ben und lärmend über angebliche Ausbeu" tung durch die Lel^nsmittettieferanten klagten. Die Leprakral,ken »varen anscheinend schon im allgetrunkeuen Zustand aus d. Lager aus gebrochen und besejzlten noch an, Rande der Stadt, iminer den gessselten Lagerverwalter wit sich schleppend, eine Gastwirtschaft, in der sie weiter tranken. Nur mit vieler Mühe und Not konnten die '^^eli^^rden der vollkommen belsinnungslos toln'nden Kranken Herr werden nnd sie zur Rückkehr in die Leprastation zwingen. Rooftvetts Kampf gegm dle Mrtschastsnot Bon Hoover zu RooseveU / Aktive Wirtschaftsführung / An-griff gegen die Not von der landwirtschaftlichen Seite her kklM M MI ist Illoel» »W«> 7»Sv u»6 je6erm«u» k^reuile bereit«» iviirä. 90z Der Borgänger RooseveltS, Präsident Hoover, war seiiterzeit vor allem n,it ^:r Unterstützung der Jndustriekreisc als Garant der amerikanischen Prosperity gewählt worden. ES war ein persönliches Pech, daß ausgerechnet nnter seiner Admiinstration dt,--ser für ilnerschütterlich gehaltene Wohlstaiid zusamnlenbrach. Damit sank sein Stern, und in den amerikanischen Jndustriekontoren konnte Ulan schon Ende 192V Worte bitterer Enttäuschung über das Versagen .HooverS hören. Er sollte helfen und den« über Nacht aus dem Gleis gesprungenen Lnxuszug der auterikanischen Wirtschaft wieder in Fahr: setzen. Aber Herr Hoover saß in seinem Büro, hatte die Wände tapeziert mit Statistiken und Wirtschaftskurveu, und rechnete. Hoover glaubte an die .zwangsläufige Dil» namik des wirtschaftlichen GescheheuS nnd scheute sich, mit hartem Griss in die Freiheit der Unternehmerentschießnng einzugreifen. Alles, was er nach unendlich vielen Geheimkonferenzen mit den Führern der Industrie zu sagen wußte, war: „Kauft, kaust weiter wie bisher! Busineß as asual!" Die Mahnung half nichts. Die Henimnisse ^.r ausgebrochenen Krise waren stärker als der gute Zuspruch. Die durch sie ausgelöste Dy namik trieb die Wirtschaft imlner weiter zum Tiefpunkt. R 0 0 f e v e l t, obwohl er fein Anit an^ trat in einem Augenblick, wo dieser Tiefpunkt offenbar erreicht war und die Kurve sich vielleicht schon leise zu heben began-', sieht sich doch genau den gleichen Problem nlen ^segenüber, die Hoover.lösen sollte. Nichts kennzeichnet besser die verschiedene Natur der beiden Männer — oder muß man sagen: den Wandel, der sich inzwischen in der allgemeinen Auffassung vollzogen bat? ... als di'' gänzlich gndere Methode, mit der Harr Roosevelt der Wirtschafttnot zu Leibe zieht. Er schätzt Statistiken uud Theorien gering. Höher steht ihin der Impuls eines ltnbeirrbaren Willens und die unbeküm-nierte entschlossene Tat. Bor aNeui hat er keinen übermäßigen Respekt vor der so lange angebetenen Automatik der Wirtschaft. Er glaubt au das Recht der Führung, und wenn .Hoover der Analytiker war, dann ?st Roosevelt der willensstarke Aktivist. Noch ein anderer Unterschied springt in die Augen: Hoover kam von der Jndnstrie sich überdies ja Ende Oktober l92i) einer Krise gegenüber, die ans industriellem Gebiet ausgebrocheu war, nnd die nian deshalb von dieser Seite her anpacken zu müssen glaubte. Roosevelt hat lange Jahre im stillen Albany gesessen, inmitten agrarischer Distrikte, und liat als Gouver-nener des Staates Newtiork doch schließlich auch venvaltuugsmäßig viel mit landwirtschaftlichen Dingen zu tun gehabt. Außer-denl ist inzwischen die Not des amerikani-!schen Farmertums immer mehr angestiegen, und es ist also kein Wunder, daß Roosevelt jetzt von dieser Seite her zun« entschiedenden Stoß gegen die Lähmung der wirtsrhaftlickien .^kräfte des Landes ansetzt. Das Problem, von hier aus betrachtet, sieht so auS: Der Far n» e r bekommt für seine Produkte Preise, die weit unter dem vorkriegsniveau liegen, während die Preise für Jndustrieerzeugnisse, die er kau-sen luuß, im Durchschnitt kann: niedriger geworden sind. Für ein Paar Schuhe muß er heute 1ü Bu^el Weizen hergeben. Vor dem Kriege kosteten sie ihn inir k Bushel. Die Aufgabe ist also, die Preise fiir l a n d' wirtfch aftliche Erzengnisse zu heben Daß das mit der Aufwertung des Dollars allein nicht zu machen ist, hat Roosevelt nach dem jüngsten PreiSrnclschlag an den Prfldulteizbür^ erkannt und will dem^V blem deshalb von der P r 0 d u k t i 0 n s-seite herbeikommen. Amerika erstickt im Ueberflnß seiner landwirtschaftlichen Erzeug-niffe. 455» der bisherigen Durchschnitts-Weizenernte waren im Jnlande nicht untere-zubringen und auf den Weltmärkten herrscht auch ein beängstigendes Ueberangebot. Die Anlerikauer essen zu wenig. Die Männer wol len lieber Automobil fahren und die Frauen wollen schlank bleibe,,. Auf eine starke Kon^ sumsteigerung ist also nicht zu rechnen. Deshalb hat sich Roosevelt durch ein neues Gesetz die Möglichkeit geschaffen, niit gewissen staatlichen Anfwnidungen auf eine drastische Einschränkung der Anbauflächen und der Ernten hinzuwirken. Entweder läßt der Far uler seines bisherigen Weizenlandes llnbestellt und die Regierung garantiert ihm dafür, nötigenfalls durch Barzuschüsse, für die restlichen 55 Borkriegspreise, oder die Regierung pachtet ihul das Brachland gegen Barentschädigung ab. Vom Baunlwollfarmsr verlangt inan die Zerstöruug eines Drittels seiner Saat und entschädigt ilin dann durch einen Anteil an den« Gewinn, den die Regierung durch die ertvartetei, holderen Preise beim Verlauf ihrer eigenen Baumwollvorräte erzielen wird. Großzügig gedacht. dieses System sich ganz nach Wunsch auswirken wird, muß dahingestellt bleiben. Bor allem: wie wird die Wirkung auf den Produzenten sein, »Venn die erhoffte Preissteige» rnng eintritt und daniit wieder ein A??« reiz zur Ausdehnung der Aubauflächen ge« geben wild? Und es gibt im landwirtschaftlichen Betriebe auch Produktionsvorgänge, die sich beim besten Willen nicht staatlich re-gnlieren lassen. In Washington wurde kürß lich aus einem lustigen Pressebankett eine Sau lvegen Sabotage ^^nm Tode verurteilt. Sie hatte 12 Fertel geworfen, obwobl die Regierung nur acht erlaubt hatte. Dieses latidwirtschastliche Hilfsprogrannn Roosevelts kostet Geld. Er hat jetzt in seiner Ruudfunkrede schon angekündigt, daß zur Bezahluug der Ziusen snr die crsorderlichen Anleihebeträge neue Steuern ausgeschrieben werden sollen, die uatürlich in der .^Hauptsache die industrielle Vevölkeruug treffen werden. Deshalb, und uni ihre ^^kanffraft überhaupt zu hebeu, ninß Roosevelt sich auch mit der Verbesserung il)reS ^^ebensstand ards beschäftigen. Er hat einen dringenden Appell an alle Arbeitgeber gerichtet, in dem er sie auffordert, deu EinbeitScedv der Re gieruug auzuttehmeu, der M i n i m a l-löhne und eitle Verlür^znng der A r ' beitszeit vorsieht. Also praktisch eink Erhöhung des RealeinlonlnieilS der Arbeiten schaft. Wer ihni folgt, wird niit einein sil'nop! lochabzeichen belohnt lnerden. Und noch etwas anderes, in der aulerika-'tischen Wirtschaft NnerlimteS, hat Rooseveli angekündigt: H e rabs e il n g der Z i sen. Er hat noch nicht gesagt, wie er si' erreichen will, aber nian kann sicher sei" daß er auch dabei sich nicht schellen lnird autoritativ in da? freie Spiel der wirtichai lichen Kräfte ein.^ngreifeit ulii^ deil Wider strebeitden seinen Willen ausziizwingen. „Mariborer Zeitang" Nummer 202. Monkag, ven N. IuV !SN. Seemannsiateln Von Seeschltmgen, Meerjmgftaue« und Gespreastttschiffen Bon ErwinVüchner. HcUbe Nächte hocke ich in dieser verregne^ ten Eommer^ische mit Klans Latsen tn sei-nc«! verräucherten Fischerhütte zusammen und lasse mir von ihm seine schauerlichen Erlebnisse erzählen. Klaus ist heute 87 Jahre alti er geht nicht mehr auf See seit zwei Jahren. Aber genau 70 Jahre lang hat er die Ozeane befahren, er kennt das Polar-ineer und die Südsce, er ist ungezählte Male von Europa nach der neuen Welt gefahren, er kennt den Indischen Ozean wie seine Hosentaschen, und im Gelben, Chinesischen Meer ist er genau so zu Hause, wie an den jiUlsten von Südafrika oder bei den Feuer-lnndern. Solange er mir wahre Erlebnisse berichtet, vielleicht über chinesische Seeeräu« ber oder einem Sturm am Kap Verde, vielleicht auch über eine Kanalfahrt durch Mi ganze Spuk verfchwundev, mit ihm hatte fich der Sturm gelegt, und l>«i beginnendem Tagesgrauen setzte die „Anna Kathrin" ihren Weg fort. „Trotzdem erwischte uns daS Unglück, als wir den nächsten afrikanischen Hafen anliefen, hatten wir die Cholera an Bord," schlicht Klaus. „Ewmal ist der Fliegende Holländer mitten durch uns durchgefahren. Man hörte keinen Laut, kein Nagel und keine Planke waren von der Stelle gerückt. Am übernächsten Tag ist unser Schiff durch eine Kefselexplosion in zwei Teile gespalten worden." Als Klaus merkt, daß mich seine gruseligen Geschichten auf die Dauer doch ein w«^ nig angreifen, fängt er an, von netteren Geistern zu erzählen. Natürlich gibt es besonders in der Südsee Meerjungfrauen in nen ittl Weltkrieg, bin ich, so interessant sei- Mengen. Sie sind wunderschön, versichert ne Berichte auch lauten, nicht so ganz bei der ^ mir Klaus, und sie tun einem furchtbar leid, Sache. Aber wenn es Mitternacht geworden weil sie noch unerlöste Seelen sind, die im ist, der Wind pfeift und der Regen rauscht, wenn er bei der dritten von mir mitgebrachten Zigarre ist — ein alter Seebär muß durchaus nicht nur Pfeife rauchen — und der Grog ihn, die Zunge löst, dann wird es richtig. Dann läßt Klaus seiner Phantasie und dem ordentlichen Quantum Aberglauben, das ieder Seemann nun einmal besitzt, die Zügel schießen. Ich mache eS mir so bequem wie möglich und graule mich, so gut es geht. Und Klaus erzählt mit ganz verträumten Augen und mit dramatischem Schwnng. Den Anstoß gibt meine zitternde Frage, er wohl schon einmal dem Fliegenden .«^^olländer begegnet sei. „Einmal?", hohnlächelt Klaus, und er zählt an den Fingern ab: t, 5», 7, 8-nlal! Und nun will ich Ge-nnueres wissen. Der gespenstische Holländer, belehrt nnch Klaus, ist in allen Meeren an-.^ntresfeil. Sein Erscheinen bringt immer Meer umherirren; aber man soll sich lieber nicht mit ihnen einlassen. Auch der Klabautermann meint eS nicht böse mit den Teerjacken. ES hat es lediglich auf faule Matrosen abgesehen, die er aufs Schändlichste zwickt. Nur in allerletzter höchster Not verläßt er das Schiff. Dann ist der Unt«egU»g nahe. Mann kann ihn im Däm-merschein, wenn man die Wache auf Deck hat, vorn ckn Bug des Schiffes fitzen sehen, er steht «wS wie ein HauSkobold, nur trägt er GeeuumnSkleiduug. Daß ich Hauslobolde in mewem Bekanntenkreise habe, ist für KlaS ganz selbstverständlich. In früherer Zeit haben anständige und vernünftige ÄPitäne immer denl Äavautermann ein Eßnäpfchen hinstellen lassen. Jetzt ist diese Sitte ganz ausgestorben, aber er, Klaus, hat stets in seiner Schlafecke ein Schüfselc!^n für den Klabautermann bereitgel^bt, daS dieser auch immer mit Appetit geleert hat. So felsenfest ist Klaus davon überzeugt, dasz ich gar nicht lange nach Ratten oder Katzen frage. Zum Schluß folgt noch da« Kapitel von der Seeschlange. Kleinere Schiffe bringt sie glatt zum Kentern, sie macht solche Wellen, daß auch große Dampfer es spüren. Die größte, die KlauS erlebte, war anderthalb Mal so groß wie das ganze Schiff. Hier kann ich nun meinerseits dem Klaus ein Paar phantastische Geschichten auftischen, die sogar wissenschaftlich begründet sind. Es gibt in großen Meerestiefen sicherlich Seeungeheuer, von denen wir keine Ahnung haben: Schlangen und Polypen und andere Untiere, deren Maße wir uns nur denken, die aber wohl gewaltig sein müssen. Und Klaus nickt zu meinen Ausführungen sehr sachverständig und nleint, „natürlich gibt es Seeschlangen, und die leben gar nicht in un-erforschlichen Tiefen, die schwimmen herum, ich habe sie doch selbst gesehen!" Im Feueilempel der parftn Die Türme des Schweigens / Ein lebenskefädrltcher Opfer-gang / Die Feueranbeter Indiens Bon C. W a u e r. Ich weilte schon lange genug in Indien, unt allerhand Interessantes vom Leben unt> von den Gebräuchen der Parsen ersahren . . zu haben. Noch aber wußte ich nichts von Unheil über das Schiff. Einmal war Klaus geheimen Gottesdiensten, bei denen der einzig Neberlebende eines kleinen Fisch- jedem Europäer unter allen Uniständen die dampsers, nachdem man vorher den „Flie- Teilnahme verwehrt ist. Man hatte mir ein genden" gesichtet hatte. Aber das Gransig-- ^vahres Märchen erzählt von ein paar jun-ste war doch, als .Klaus den .Holländer anl Amerikanem, die vor Jahren in Ber-.^sap der gllteu .Hoffnung sichtete. Klaus wird fleidung in einen parsischen Feuertempel ssnnz aufgeregt, als er berichtet. Das Kap der guten .s'^offnung ist die Stelle, wo den l?olländischen Kapitän sein Schicksal erreichte. Pvr niehr als dreihundert Jahren hat er mit seinen! großen Segelschiff bei der Südspitze Afrikas gekreuzt und tagelang versucht, bei einem Hundewetter das Kap zu umschiffen. Unljonst, es gelang ihm nicht. Immer wieder trieben ihn der Sturm und die Wut und er tat den sündhaften Schwur, daß er trotz Wetter und Wind, trotz Gott, Tod Mannschaft zu empören, da Packte ihn die mittende See ab. Schon begann sich die und Teufel das Kop umschiffen wolle, und wenn er bis zum jüngsten Tage segeln müßte. Und nnn segelt er wirklich schon seit vielen hundert Jahren in, Weltmeer umher, und bis er erlöst wird, bringt er vielen Schif fen den Tod. Maus weisz jetzt ganz genau den Tag, an deni das passierte. Am 23. Sep« tember niimlich, in einer wahnsinnig stürmischen Nacht, als KlauS' Schiff selbst schwer init den Elementen kämpfte und sich mühsam seinen Weg um das Kap suchte, ist ihm t^er Fliegende Holländer begegnet. Im Ge-gensatz zu seiner sonstigen, gespenstischen Lautlosigkeit und der leichenhakten Ruhe, eingedrungen waren. Neben den offiziellen Unannehmlichkeiten, die ihr unvorsichtiger Schritt zur Folge hatte, soll es ihnen an Ort und Stelle sehr übel ergangen sein. Trotzdem oder gerade deswegen kannte meine Neugier keine Grenzen, und ich setzte alle Hebel in Bewegung, um tne Feueranbeter einmal bei ihrem Gottesdienst zu belauschen. Auf mein inständiges Bitten erklärte sich endlich ein Bekannter, selbst ein Parse, dazu bereit, mich in den Fenertempel mitzunehmen. Jeder Europäer weiß von den Parsen — sie sind ursprlmgttch Perser, die um ihre Religion, der Lehre Zoroasters willen aus der .Heimat vertrieben wurden und sich an den Küsten Indiens ansiedelten — daß sie ihre Toten weder verbrennen noch begraben, sondern wilden Raubvögel« zum Fraß über lassen. In einem heiligen Park in Bombay stehen die unheimlichen Bauten, die Türme des Schweigens — übrigens^ soweit man bei der merkwürdigen Sitte davon sprechen kann, nach modernen hygienischen Methoden errichtet — dort hocken gespenstisch die „Totengräber" und warte», bis man ihnen ein neues Opfer bringt. Für uns hat diese Be- die auf dem Gisterschiff herrscht, ging es dies, gräbnisweise etwas Grausiges. Ich kannte inal laut zu. Man sah Gestalten auf Deck längst den großen Park auf der Halbinsel und hörte laute Kommandorufe. Auch war das Schiff durchaus nicht mit den schwarzen oder blutroten Segeln ausgestattet wie sonst. Es sah ganz normal aus, aber die erfahrenen Seeleute merkten doch gleich, daß irgend etwas nicht stimmte. Sie spürten es an dem Grauen, das ihnen die .Haare zu Berge trieb, an der eiskalten Luft, die von dem Segler herüberwehte. Anßerdem sah«, sie es an der altmodischen Bauart und daran, daß ihre Signale und Rufe ganz ohne Erwiderung blieben. Eine hanShohe Welle warf sie Seite an Seite mit dem fremden Segelschiff, und nun erlebten sie voll Grauen die ganze Szene. Schreckgebannt folgten sie den vergeblichen Versuchen des .Holländers, vorwärts zu kommen, vergaßen dabei ihr eigmes Schiff, bis sie eine Sturzwelle, die drei Man:? nber Bord schwemmte, wieder i>arml erinnerte. Als sie sich nach dem nn-su'imlichen Schif/ wieder umsahen, war der Malabar Hill, der die Türine des Schwei gens birgt. Im gleichen Park befindet sich auch eiue Kultstätte der Parsen, ein sogenann ter Feuertempel, zu denr die Mitglieder der Gemeinde besonders in den Abendstunden gehen, um ihr tägliches Gebet zn verrichten. An dem verabredeten Abend wurde ich von dem mir befreundeten Parsen zunächst entsprechend ausstaffiert. Zu weißer, langer Hose bekam ich eine vis zu den Knien reichende weiße, hochgeschlossene Jacke, als Kopfbedeckung ein Samtkäppchen ohne Rand, wie es von den Parsen an Wochentagen viel getragen wird. An Festtagen setzen sie meist ein kunstvoll aus Pappe und Papier zusammengeklebtes Gebilde auf. Sicherheitshalber band ich ulir auch die dreifache Schnur um den Leib, die die Parsen stetS unter der Kleidung zu tragen Pflegen, als Symbol ihrer Gebundenheit an den Allgott. Um die Güte der Verkleidung zu erpro- ben, entschlossen wir uns, den Weg durch die Stadt bis zum Feuertempel zu Fuß zurückzulegen. Befriedigt konnten wir dabei feststellen, daß wir keinerlei Aufmerksamkeit erregten, auch nicht bei vorübergehenden Parsen. .Hier muß allerdings gesagt werden, daß es in dieser kleineil Volksgruppe hiu und wieder recht hellhiiutige Menschen gibt, während die Mehrzahl eine gelb-braune Hautfar be hat. In einem Hausflur kauften wir unS jeder ein Stück Sandeholz, dann empfing ich die Jnstruktton, mich dicht hinter meinem Führer zu halten und alles zu tun, was er mir vormachen würde. Im uächsten Augenblick standen wir schon, ehe ich mich noch innerlich vorbereiten konnte, im Borraum des Tempels, wo wir inmitten einer wartenden Menge unsere Schuhe ablegten. Mir klopfte das Herz. Durch eine offene Tür-öffnuug trat mein Bekannter vor mir in das Innere des eigentlichen Tempelraumes, in dem ich außer dem brennenden Feuer im .Hintergrunde zunächst nur eine Anzahl von Gestalten erkennen konnte, auf die mein Führer zuschritt. Ich blieb, wie verabredet, dicht hinter ihm. In dem kleinen Saal, an dessen einer Längsseite wir eingetreten waren, war ein c^uadratischer Raum durch drei Wände geteilt, während die vierte Seite durch den Mittelteil der dem Eingang gegenüberliegenden Wand gebildet wurde Der übrige Teil der Haupthalle bildete also ein Hufei-seu um den kleineren Raum, in dessen Front seite sich ein TürauSschnitt befant». Hiervor stand eine Gruppe Menschen Auf einem Marmorsockel innerhalb des kleineren Raumes, des ANerheiligsten, sah ich ein mehr als meterhohes, pokalartiges Gefäß, in dessen Oeffnung das heilige Feuer brannte. Aus dem Dämmer der teppichbelegten Halle sah ich nun einen nach dem anderen aus der wartenden Gruppe an die Türöffnung herantreten, daß der Schein der Flammen in dem Antlitz des Betenden wi-derleuchtete. Feierlich breitet ein jeder ein weißes Tuch auf die Schwelle und legt daS mitgebrachte Stück Sandelholz zu den übrigen dem als Opfer da'gebrachten Stücken. Dann kniet er nieder «nd neigt die Stirne gebetemurnlelnd bis auf den Boden, flüchtig und wie scheu der eine, in minntenlanger Andacht der andere. Ich tat wie mein Führer, kniete nieder, bewegte die Lippen; erhob mich und — stieß ziemlich unsanft gegen eine ältere Parsin, die inzwischen hinter wich getreten nmr. „Sorry" sagte ich leise, den englischen Aus-ruf für das deutsche „Verzeihung". In, nähten Augenblick war ich mir meines Feh lerS schon hewußt, denn ich hätte meine Entschuldigung natürlich in Gujrati, der von den Parsen benutzten Sprache, vorbringen müssen. Daran hatte ich in meiner Berwir-rung nicht gleich gedacht. Jedenfalls zog ich es vor, der Dame nicht erst inS Gesicht zu sehen, um festzustellen, ob mein Fehler ir-gendwe^en Eindruck gemacht habe, sondern zog mich mit schneller Wendung in die Du,l-kelheit des übrigm Raumes zurück. Während wir weiter gebetemurmelnd dem Flammenspiel zusahen, betrat ein weißgekleideter Priester das Gemach, der mit monotoner Stimme uralte Gesänge anstimmte und währenddessen mit einem .Haken das Feuer von Asche und Schlacken reinigte. Die untere Gesichtshälfte war durch ein Tuch verhüllt, um j^e Berunreiniguilg des heiligen Feuers durch den Atem zu verhindern. Danach gab er der Flamme neue Nahrung, indem er mit der einen Hand frische Holzstückchen hinzulegte. Gleichzeitig bewegte er mit der anderen Hand den Strang einer dicht dabei aufgehängten Glocke, um die Aufmerksamkeit der Anbetenden auf die heilige Handlung zu ziehen. Feierlich durchhallten die Schläge den Tempel und verklangen. Damit war die Zeremonie, die mehrmals während eines Tages wiederholt wird, beendet. Die inzwischen Eingetretenen neigten sich wieder auf die Schwelle des Allerheilig-sten, was während der heiligen Handlung unterblieben war. Die Zahl der um uns Herumstehenden hatte fich^un so vergrößert, daß wir eS vorzogen, uns zurückzuziehen, ehe irgendein Bekannter meinen Führer ansprach. Schon ganz sicher geworden, hielt ich auch draußen im Licht wieder allen Blicken stand, bis wir uns rasch unsere Schuhe angezogen hatten und sinnend unsere ^i^tte heimwärts lenkten. Die Lmmm eines Nabob< Der Maharadscha von Alwar hat kürzlich mit seinem großen Gefolge in einen, Mai. länber Hotel zahlreiche Appartements bezogen. So stolz die .Hotelverwaltung auf den illustren Gast war, so große Opfer mußte sie bringen, um den eigenartigen Wüns4ien und Borurteilen ihres hohen Kastes gerecht zu »Verden und zu vechindern, daß er ein nnideres Hotel zu feiner Residenz auser-ivähle. Als sich nämlich der Nabo^ von Alwar mit seinem Troß von Aerzten, Sekretären uni» Dienern und der Kleinigkeit von läl) Koffern in dem Hotel einfand, lvar der erste Weg seines Haushofmeisters zu denl Direktor des Hotels, dem er die Weisnngeik seines hohen Herrn überbrachte. U-ni den Wünschen des Maharadscha zu vntspreö^n, mußten vor allem aus den zahlreichen Zimmern des Flü gels, den der Prinz mit seinem Gefolge in dem Hotel bewohnte, alle Nachtkästc!^n aus den Schlafzimmern entfernt iverden. Ihnen folgten sogleich alle Sofas und Stühle, die mit Leder überzogen waren, denn der Maharadscha würde es um keinen Preis der Welt g^tatten, daß ein Mitglied feines Gefolges auf den irdischen Resten eines unschul digen BierfüßlerS Platz nimmt, an» aller-ivenigsten würde aber er selbst eine d<'rart Profane SchSn«dung der unsch-uldiqen ^reak;k3, „Vojvodina". „Slavisa" (Za-mfevo) und „Slavisa" (Ösijell. In Osije? kam es zu tranrigen Zwischenfässen, so daß schliefillch die Polizei das Spielfeld räumen mu^te. Das Spiel wurde beim Stand l : 0 zugunsten „Slavifas" abgebrochen. L j u b l j a n a, Zjl). Inli Das von der ganzen Sportgemeinde mit gröfjten? Interesse erwartete Sviel „P r i -mors e"—„G r a d j a n s k i" nahm einen recht eigenti'nnlichen Verlnuf. ,^nnäM dominierten die Zagreber, die auch alsbald mit I:tt in ^nbrung lagen. Erst nach der Pause fanden si5) die ,.Prjmoric"-Stürnt«'r zusannnen. die dann irberraschend energisch loslegten. Mihelöii; nmchte verz^veifelte?sn-strengnngen, doch konnte er eine I:4-Nieder« läge seiner Mannschaft n^cht ^»erl^iiten. Die Treffer erzielten Bertonrelj, Erman. Zem-lji," und Slapar. Den Kampf, der endlich wieder cimnal ein poisitives Ergebnis der Kraftprobe zwischen Liublsana und Zagreb brachte, leitete recht gut der Boograder Schiedsrichter Jnfl. P o P o v i L. Z a g r e b, iitt. Juli. Staatsmeister „C oncordi a" mus;te aNe Register seines Ki^nuens aufziehen, uin noch gegen die Beograder „M a t e u r e" mit !Z:1 (l:1) die Oberhand zn behalten. Schiedsrichter war der Beograder A nt e s. Ofiier. M Juli. (?inen aufregenden Verlauf nahm der Kanipf zwischen „H a j d u k" aus Split und der hiesigen „S l a v i j a". „Hajduk" war in der ersten halben Stunde klar überlegen, doch konnte er keinen Treffer buchen. Dage-« gen gelang'es „Slavija" durch einen Durchbruch einen Erfolg zu erzielen. Nach diesem Goal wurde die Gangart immer härter, wobei beiderseits schlimm verletzte Spieler ausscheiden muhten. Schließlich unterbrach der Polizeibeamte den Kampf und forderte den Schiedsrichter Rosenfeld aus Zagreb auf, jede ^nvalttätigkeit zu verhindern. Ro-fenfeld versuchte alles, doch vergeblich. Schon in der zweiten Minute nach Wiederbeginn schloß er einen „Hajduk"-Spieler lvegen un« erlaubten Starts aus, der aber nicht das Feld verlassen wollte. Es kam zu eineni erregten Exzes^, lvobei sich mehrere Spieler auf Rosenfeld stiirzten und ihn verprügelten. Ro-senseld Pfiff das Spiel noch ab und verließ dann fluchtartig das Feld. Beograd, 30. Juli. Der VSik, das jugoslawische Wunderteam, konnte heute einen überlegenen Sieg von 8:1 (6:1) landen. Der Gegner war die Sa--rajevoer „S l a v i j a", die heute wohl gar nichts zeigte, sodaß die Aufgabe für die Beograder nicht einmal so schwer war. suc^i.l'^X Der Davls-Sup gcht^tt England (England siegt mit 3:2/Borotra und Brugnon gewimen das Doppel / Cochet schlägt Austin / Perry erringt den siegreichen Punkt P a r i s, 30. Juli. Nach der S:0-Führung im Herausforde-rungskainpf um den Davis-Cup unterlagen die Engländer tagsdarauf im Doppel. Lee, der anstatt Perry eingestellt wurde, und H ughes gefährdeten die Franzosen B o-rotra und Brugnon nur in: zweiten Set, sonst war die Ueberlegenheit der Franzosen offensichtlich. Mit 6:3, 8:6, 6:2 beschlossen Borotra, der der beste Mann am Platz war, und Brugnon den Kampf. Es stand also 2:1 für England. Als dann heute Cochet zum Kampf gegen A u st i n antrat, erreichte der Kampf seine Kulmination. Austill wehrte sich ausgezeichnet, sodass Cochet wohl ganz den Weltmeister aus sich hervorkehren mußte, um in fünf aufregenden Sätzen den Punkt für Frankreich zu gewinnen. Der Einstand von 2:2 war damit erzielt. Alles glaubte bereits, daß nun doch der fliegende Baske B o r o t r a in die Bresche springen werde. Aber Borotra kam wieder niÄit. Merlin mnßte den aussichtslosen .^an^pf gegen Perry aufnehmen. Der Engländer spielte üerragend, sodaß die gro- Tep. inöl'l. Zimmer i. Zentrum ev. mit VerpflcgttNs, kür l od. L Personen. Bad. Televlion ab^ I. August zu vergeben, ^lnfra-ge Verw. Mödl. Zimmer mit jep. Eingang zu vermieten. Cvelliöua ul. 2Z/Z. MuLio. 01^.4 modernem HauS momK^Iich '^rknähe wird 1- »der S-bet-tiges Zimmer mit Bad gesucht. 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Da „Viktoria" iin ersten Spiel nur eine 1:1 erzielte, scl)eiden somit die Zagreber aus, N'ähreud der SK. Split mit deni SIvg<.'r aus der Ost-Zone zusammentrifft. Die Pa-Pierform steht Kopf. lriteresssrite I^ek 'lif-t« i-eictilik' iiLes »?ct,nl»ct,es Iv« K«u»nleltus, TI'N Kuf?.»- l s>nfllm ?0fvcdl hoffentlich bei uns nicht geben!" ^ „Nein, nein, be slnnint nickit." ^ „Mama hat <»uch gesagt, du wärejt leichter untlu^^kriegen als Pa^a.' Maribvttr liumm« 20ö. Montag, Sen IuN Var»>«I»v5unss»umm« «In« k^IIIloe» Ittman vo> Lola Stein ium nicht zu Ende führen zu wollen, sondern schon jetzt, bei ihrer Großjährigkeit, in die väterltn eingeborenen Mittelsmäimern, die sich :tt den Dörsern ani Rande der Dschungel mit einem Abgesandten der Schlangen-jäger irefsen, selten aber in das gefahrvolle (Gebiet dieses !?tantttttS nordringen. Ein Europäer kann sich nur nnter der Führung eine? lundigen Eina^borenen in das Gebiet de'Z „l^roßcn S»:ndechundes" wagen, das aus einer a»isgedehnten, äußerst ungesunden ?umpflandschaft nrit unzähligen kleinen und großen Fußläl,fen nnd Inseln besteht. Hier haust der Stanim der Schlangenbeschwörer, der zu 80 ?S aus Frauen besteht, d^ mit Niftpfeil und Lanze ebenso gut um-zllgehen wisien, wie die Männer. Bon allen Seiten schieben kleine, n>endige Boote herbei und nniring^^l den Europäer, der neugierig in dieses Sciilanqenreich eindringt. Mit gelindem (brauen steht er, daß in den Booten riesige Giftscl»langen in flachen Wrben zusammengerollt liegen, die die Frauen nrit einer Selbstverständli6?keit zum Kauf anbieten, als handle es sich nm bunte Perlenketten. Auch di^ verschiedensten Gifte, flüssig und in Pulverform, kann man für einen Beutel Salz, das hier als Leckerei gilt, oder siir eiil paar wertlose Glasketten erstehen. Die pfeilbewehrten Amazonen der Dschun-nel haben nichts dagegen, wenn der Euro-j'äer sie und ihre Männer ans den, Schlan-l^enfanff begleitet. Die Mäimer sind von verhällnismätzig kfektzem K^örperbau lmd zeichnen sich durch ssnen eigenti'lmlich starren Blick aus, eine "iilge des Schlangebeschwkrens. Mit flinken »iuderschlägen fiihren zwei Fraum das Boot mit dm Schladeniügern durch die nntiber- sichtlichen Flußläitfe, zwei oder drei andere geben auf die Krokodile acht, die man auf den Sandbänken antreffen kann. Ungefähr zwanzig kleinere Booten folgen dicht dahinter, um etwa angreisende Krokodile nn» schädlich zu machen. Zu diesen» Zweck haben sie keine anderen Waffen als tnrze Lalrzen und ein paar vorsintflutliche Gewehre, die selbstverständlich auch den Frauen bedient werden. In einen: sumsigen Gebiet steigt nmil aus. Der Schlangenbeschwörer hockt sich auf den Boden nieder, stellt einen flachen, gut schließenden Korb neben sich nnd beginnt auf einer Flöte eine eintönige Melodie zu spie- len. Den Anfang bilden langgezogene, klagende und »vimmernde Töne, die fi>r das Ohr des Europäers geradezu unerträglich sind. Dann gehen die Töne in eine Art Walzermelodie über, deren Rhythmus immer betonter und aufreizender wird. Dazwischen schieben sich eigenartige Tonskalen, die jedoch stets bestimmte Töne vermeiden und dadurch merkwürdig sprunghaft erscheinen. ?!ach ungefähr einer Biertelstunde macht fick iin hohen Grase ein eigentümliches Ra-j schein bemerkbar, dem Europäer, der von i sicherem Bersteck aus die unheimliche Szene verfolgt, läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Sogar die Frauen ducken sich in atemloser Spannung auf den Boden nieder, nnd das herankriechende Reptil — ein besonders großes Exemplar der gefährlichen ?>rillenschlange — nicht durch eine Bewegung zn verscheuchen. Unter dem geheimnis-vollen Bann der Flötenmusik, die seht in einem wahnsinlligen Rhythmus ertönt, windet sich die Schlange bis auf wenige Schritte skntfernung zu dem Flötenspieler heran, rollt sich dann zusammen und hebt langsam den Kopf, die Augen starr wie unter dem Einfluß einer unerklärlichen Hypnose. Der Rhythmus der Musik geht schließlich Äm zoologischen Satte« »/,n, vv hat sich zuviel Erbltterüng nnd Kummer iit mir gesammelt. Alle Bitten und Vorstellungen haben nichts genügt. Du bist deine eigenen Wege gegangen, die außerhalb des Geschäftes lagen. Du liast dich imiisiert! Du bist ein leidenschaftli-cher Sportflieger, ein vorzüglicher Tänzer, ein begeisterter Tennis fpieler, ein verwöhnter Liebling in deinen Kreisen. Nur das, worauf eS ankommt, bist du nicht und wirst es niemals sein: ein guter Kaufmann." „Ich werde m ch bessern. Papa' „Dazu dürfte «'S zu spät sein, mein Junge. Ich will nt.A .ehoupt-n. daß :r'r l-.eute aiü»ers dastünden, wenn d^ fleißiger und in teressierter ge>r>esen wärest. So ist es liicht. An dem Lauf der Ereignisse hättest du auch nichts ändern könmn. Aber es tat doch sehr weh, in'dieser letzten schweren Zeit allein z« sein. Und wenn ich Jngeborg nicht zur Seite gehabt hätte. . " Das Mädchen machte eine bittende Bewegung. „ES hat keinen Zweck mehr, Onkel, über alle die^ Dinge zu sprechen." „Bielleicht nicht! Aber laß mich auch eiW mal etwas Aweckloses wn, mein Kind! Wir beide haben uns ja oft genug über Carlo »»n terhalten. Ich weiß, wieviel Mühe du dir gegeben hast, ihn zu beeinflussen. Ts war utnsonst." „Ich bin eben nicht tüchtig", sagte der junge Mann gereizt. „Gegen deine Erfahrung und dein Wisien und gegen Inges fabelhafte Leistungen komme ich ni.M auf. Ihr beide habt mich erdrückt." „Du hättest dich bemühen können, es Jngeborg gleichzutun, mein Junge. Schliesslich ist sie eine Frau, deine zMnftige Frau, Carlo, und nicht dazu geboren, den Platz hier im Kontor auSzufüll^, den du beklei-den sollst. „Zag Bater, ist das Zebra eigentlich ein weißes Tier mir schwarzen Streifen oder schwarzes Tier mit weißen Streifen?" in einen bösartig klingenden Tanz iibe^ Fast uumerklich wiegt sich Schlangenbeschwörers im Takt der Meloine, und der steil aufgerichtete Schlangenleib bewegt sich gleichfalls zu den, mlheimlichen Rhythmus. Wenn der Schlangentanz auf dem Höhepunkt angelangt ist, bricht der Flöte»rspieler Plötzlich aus dem höchsten und schrillsten Ton ab. Eine Sekunde lang vcr« harrt daS Reptil wie erstarrt, und diesen Augenblick muß der Schlangenjäger zum Zu-packen benutzen. Mit einem blitzschnellen Griff packt er die Schlange dicht unterhalb des Kopfes und wirft sie in den von der Frau bcreitgehaltenen Korb, der dara,lf fest verschlosftn wird. WaS aln nleisten über-rascht, ist das .Handwerksmäßige dieser gefahrvollen Beschäftigung, die den Schlangenbeschwörer nicht einen Augenblick auS der Fassung bringt. Das Volk der Schlangenjäger wird von den übrigen Villgeborenen der indische« Wildnis mit fast abergläubischer Scheu betrachtet, denn man sagt ihm vollkommene Immunität gegen Schlangenbisse ,lach. Be-sonders die Stammesälteste, ein verhutzel» tes Weibleill von abstoßender .Häßlichkeit, gilt beinahe als heilig, weil das stärkste Schlangengift ihr nichts anhaben kann. Sie geht und pflegt riesige Gistschlangen al» .HauSgenosseil nnd scheut sich auch nicht, ihre gistigen Lieblinge mit ihren wulstigen Li^ Pen zu küssen. Wenn einmal der seltene Fall eintritt, daß bei einem ihrer Stanlmesge-nofsen ein Schlangenbiß gefährlich zl» wer-den droht, so heilt sie die Wunde nlit ihrem Speil!^l. Diese Immunität der Schlangen-sänger ist seltsam. Man kann eiile Erklärung darin finden, daß im Blut dieser Menschen vielleicht durch frühere nicht tödlich verlaufene Schlangenbisse allmählich genügend Ge-gengifte erzeugt wurden. Der Bertrieb des „lebenden Giftes" ist .feine sehr einträgliche Beschäftigung. DaS nieiste verdienen dabei die Zwischenhändler, die aus Kalkutta und anderen großen Städten kommen und sich in einem Marktflecken, der vom Gebiet der „Großen SnnderbundS" aus zu erreichen ist, mit d. Schlangenfängern treffen. Um den Lebensunterhalt für sich u. ihre vier oder fünf Frauen zu bestreiten, ziehen die Schlangelljäger oft mit ihren flachen Körbell in den nächsten Ort, wo sie auf dem Marktplatz die Schlangen, denen sie zu diesem Zweck aber vorsichtigerweise die Gift-zähne ausgebrochen haben, nach der Melodie der Flöte tanzen zu lassen. Für die gesam-nielten Almosen erlverben sie dann die ns-tigsten Lebensmittel. 6» »»6 6«» 0n»«k »«»»»»oetlt«!», 0t»»k»o»