LmbllchM Leitung. Nr. 140. PläNl! merationsprei«: Im Comptoir gllnzj. N.11, dalt!, N. 5.50. yllr die^uft^llung in» Hau^ halbj.5^ lr. Äiit derPyst »,anzj. fl. 15, halbj. fi. 7.5«. Mittwoch, 23.Im,i Insertl onsgedühr bl« lo fetten: imal «o tr., ÜM. 80lt., 3m. 1 »1.! sonst pr. Hcilc nn. «l».. «m.«ll.. 3m.l0!l. u. j. w. Iiiseltionsstempel j«de«m.z<,li. H.cWW Nichtamtlicher Theil. Zum Petar>elt-Mcntllt wird der „N. Fr. Pr." aus Prag, 20, Juni, gc-schrieben: Die Haussuchung bei Kcrbcr halle als wichtigstes Resultat dic Aufsinduna. cincs chiffrirtcn Buches zur Folge, mit dessen Entläthsclung sich unsere Polizfi- bcamten vergeblich abmühten. Erst als ein Hcrr H------t aus Wien hier eintraf, wurde der Schlüssel anfgcfun-dln nnd die Dechifsrirnug mühelos beendet, deren Haupt« sächliche Eigebnisse in der bckannten Correspondcuz der „Wieucr Abcndpost" vfficiell publicist wurden. Von dem Inhalte dieses Buches nun kann ich Ihnen vor« läufig mir eines der interessantesten Stücke namhaft machen: ein? mit größter Genauigkeit über die für na-tiouale Agitationszwecke verausgabten Summen geführte Rechnung — mit Angabe der Bezugsquellen, sowie der Verwendung. Von den übrigen aufgefundenen gravircndc'i Gegenständen ziehen die galuanoplastischcn Apparate zur Münz-und Notenfülschung daS höchste Interesse auf sich durch die seltene Feinheit der Ausführung, die einen deutlichen Fingerzeig anf die Stätte ihrer Fabrication gibt. Weitere Daten vermag ich Ihnen derzeit nicht zu geben; erlauben Sie mir nur noch eine Bemerkung über den Gang der Untersuchung und einige dabei zn Tage tretende Ucbelständc. Als der frühere Polizei - Director u. Sträub in den Nnhcstand trat, war es ein öffentliches Geheimniß, daß er di«,s nicht freiwillig that; die allgemeine Aufmerksamkeit wendete fich auf feinen Nachfolger, von dem mit der größten Bestimmtheit behauptet wurde, er sn auf den Wunsch eines durch seine Verständig migsplänc bekannten maßgebenden Wiener Staatsmannes hin anf diesen Posten berufen worden, nnd ein guter TlMl scincr Mission bestehe in der Anklnivfuna neuer Verbindlnige,, mit gewissen Sliiiimführcvll dcr ültczcchischen Partei. Ol) nun ni,d inwieweit dem neuen Polizci-Dircctor diese Anfgabc gelungen, ist mir nicht bekannt; fchncll genug wurde sie jedenfalls illusorisch gemacht durch die unverhofft gerade unter seinen Fenstern platzende Bombe. Jenen bezeichneten Theil seiner Mission also dürfte der Herr Hofrath kanm wieder ans-nehmen; für den anderen eigentlichen aber dürfte ihm, so schätzenswert!) seine Kraft im allgemeinen auch sein mag, jene gerade in dem vorliegenden Falle unentbehrliche Terrain- sowie Pcrsoncnkenntniß abgehen, die nur eine Frucht langjähriger Thätigkeit auf einem Posten, wie dieser, sein kann, deren etwaiger Mangel aber in einem Falle, wie der vorliegende, sich sehr empfindlich geltend machen könnte. Seit der Aufhebung der gehe,-men Druckerei sind zwei Landesgcrichtsrnlhc mit der Sichtung des vorliegenden Materials nnd der Verfolgung der bloßgclcgtcu Spuren vollauf beschäftigt; es herrscht nicht mehr der geringste Zweifel nnd wird von maßgebender Seite offen eingestanden, daß man einem ungcmcin weit vcrzwcigtcu, nicht zu unterschätzenden Complutc auf der Spur fei; unter diesen Verhältnissen wäre es bedauerlich, wcuu der kaum erst auf feinem Posten angelangte Chef unserer Polizei durch dcu Mangel jedweder Erfahrung auf diesem ihm ganz fremden Gebiete verhindert würde, jene Umsicht, die ihm unbestritten eigen, in ausreichendem Maße zu entfalten. Bemerkenswert!) ist es. wic lebhaft die Auffordcrnng der Polizci-Direction, im Privatbesitze zurückgebliebene Geschosse abzuliefern, auf unferc Bevölkerung gewirkt hat; Tag für Tag werden Shrapnels und Bomben in beträchtlicher Anzahl abgeliefert, und mitunter laufen Gc-schosse ganz merkwürdiger Construction ein, vou denen man sich gar nicht erklären kann, wie sie in die Hände von Privaten gelangten. Dic Unruhen in Mailan>. Ueber die Mailänder Unruhen liegen nun ausführliche Berichte vor. Den Impuls zu den tumultuöscn Vorgäugcn gab die Nachricht von dem Attentate auf Lobbia. Mehrere tausend Menschen versammelten sich am 16. d. M. entrüstet anf dem Domplatzc, wo eine revolutionäre Rede gehalten wurde, die an vielen Stellen lärmende Beifallsbezeigungen hcroorrief und mit den Worten endete: „Zu den Barricade«!" Während dieser Ansprache schwang der Redner einen Stab in die ^uft, au dessen Spitze sich ein blntrothcs Tuch befand. Vom Domplatze aus begab sich die Menge unter den Rufen: „Es lebe bobbin! Tod den Mördern! Nieder mit dcr Monarchie! Nieder mit dem Ministerium! Es lebe Maz-;ini! Es lebe das revolutionäre Counts! Tod dem Kö-mgc!" znr Redaction dcr „Pcrscvcranza," wo unter dem Nnfc: „Niedrr mit dcr „Pcrsevcranzci!" Bonghi sso heißt der Chcf-Rcdactcnr) an die ,Va«cruc!" die Fenster' schcibcn eingeschlagen wnrocn. Dieser Tumult wieder' holte sich vor dcr Redaction des „Pungolo". Dann durchzogen die Demonstranten noch andere Gassen, immer unter den oben erwähnten Rufen, und gingen zuletzt auseinander. Tags daranf wurde die Ruhe neuerdings uud bedenklicher gestört. Gegen 8 Uhr Abends versammelte sich eine zahlreiche, drohende Menschenmenge auf dem Domplatze, Ein Infanterie-Piquet, aus dem Schlofft kommend, stellte sich mit aufgepflanztem Vajonnct quer auf. Diesem Vorgehen folgte aus der Menge ein wüthendes Gebrüll, Pfeifen und Drohungen, was den be fchk'ndcn Officicr bewog, die Bajounetc abstecken zu lassen nnd abzugehen. Während dessen tnmnltuirtc man auch in dcr Galerie. Unversehens erscheinen nuu auf dem Platze zwei Compagnien Infanterie und zwei Schwadronen Cavallerie. Dies war das Zeichen für die Polizcisoldatcn und Cun»' binicri, sich mit ihren kurzen Säbeln in der Hand a«ff die Menge zu stürzen, wobei Verwundungen vorkamen, denn sie hieben blindlings ein und faßten lints und rechts, wer ihnen in die Hände fiel. Die Verhafteten wnrdcn sogleich auf die Quäslur abgeführt. Die De-monftrirendcn wollten die Gefangenen befreien und mach-lcn sich daran, das dortige Steinpflaster aufzubrechen und dic sogenannten Qucsturini mit Steinen zu bcwer-fcn. Diese antworteten mit einigen Revolverschüssen unter die Menge. Eines dcr Geschosse drang in das nahe Kaffeehaus Arrigoni und verwundete einen dort sitzen-dcu Herrn, Die Menge zerstreute sich zwar, um aber neuerdings auf dem Domplatz sich zu vereinigen. Man durchzog nun den Corso Viltorio Emmanuele unter dem Rufe: ,Adw330 11 I^uu^olo ! ^.wl^o III ^orZovsrmi^! Norto Hßii ll88Ä88im!" Dic Cavalcric mit dem Säbel in dcr Hand fprcngtc uuter die Menge und vertrieb sie. Unter den Verhafteten befinden fich mehrere Verwundete durch Schießgewehre und einer durch einen Bajonnctstich. Einer derselben ist ein Garibaldischer Major, ein gewisser Chiefa, der von der Regierung eine jährliche Pension von mehr als 2000 Francs bezieht. Von dcr 10.000 Mann zahlenden Nationalgarde, die zur Herstellung der öffentlichen Ruhe berufen worden, stellten sich — 15, sage füufzchn Mann! Die Ver« hafteten, etwa 50, wurden sämmtlich ins Criminal» Gefängniß abgeführt. Ein Polizeisoldat soll tödllich ucrwuudet worden sein. Die Gährung unter der Be« völkerung hat den höchsten Grad erreicht, und man befürchtete für gestern ucue und blutigere Tumulte. Ueber die Lage ics Kaiserreichs wird „WarrenS Wochenschrift" auS Paris 18. Juni geschrieben: Dic Unrnhcn dcr vorigen Woche sind ein noch ungelöstes Räthsel. Niemand weiß damit etwas an« znsangcn, Niemand eine vernünftige Deutung derselben zn bieten. Mau frägt sich erstaunt, wic es kam und lom» men konnte, daß in den ersten Tagen der Bewegung die Polizei und Tnmultuanten, genau zur selben Zeit, am sclbcu Orte, dem Boulevard Montmartre, zusammentrafen, als hätten sie sich ein Rendezvous gegeben. Man hat berechnet, daß die systematischen Tumultuauten hochsteus ^- bis Z00 waren; dieselben sollen besoldet gewesen sein. Von wem? Dies ist die Hauptfrage und dieselbe muß gründlich beantwortet werden, weun die allgemein in Pa» ris ansgcsprochcnc Muthmaßung, dic Polizei habe die Unruhen zwar nicht angestiftet, aber doch länger als von« uöthcn war, genährt, um der Bourgeoisie Schrecken ein-zujagcu, widerlegt wcrdcu soll. Erfolgeu muß diese Wider. Icgung; die Stärke und das Interesse dcr Regierung Misll'lm,. Ueber den Tan.; und über Volkstänze. Von Heinrich v. Littrow. Ich wage mich heule auf ein gefährliches, schlüpf-rigcS Terrain — auf den Parquetbodcn — in die glorreiche, sicggctröntc Arena unserer Jugend uud unseres Mittclaltcrs - ich verstehe unter „Mittclalter" jcncs gewisse Alter, daS so die Mitte zwischen Jugend und Aller hält, 1u mc»)'«l ü^' — ii int'äio ovo - dns bei den Damen mit dem Untergänge ihres absoluten Domi-niums, wie in dcr Geschichte mit dem Untergänge dcS weströmischen Reiches beginnt und mit dcr Entdeckung der ncncn Welt, d. h. mit der traurigen Entdeckung endet, daß uns ciue neue, oder besser gcfagt eine j u n g c Welt umgibt — also, wic dic Franzosen rechnen, bis zur Renaissance — ciu Wort, das von rnnütrc — „wieder auf die Welt kommcu" — abgeleitet ist, ^ während Mittclaltcr bei den Hcrrcu cbcnsalls, wic in dcr Weltgeschichte, dic Epoche der Krcnzzügc, dcr Krenz-und Qucrzügc bczeichuct, eine Epoche des unsichcrn Aus-lretens mit Krcuzschmcrzcn, des Suchens. um sein Kreuz los zu werden oder ein Kreuzchcn zn finden. Jugend Und Mittclaltcr siud also bei einer Geschichte des Tanzes am meisten bethciligt — beide drehen sich ganz lustig und können noch Köpfe verdrehen. Wic man alles in dcr Mathematik logarithmisch stellen mnß, so nämlich, daß die Unbekannte als Coeffi- cient vorkommt, und wic die Praxis beinahe in allem und jedem der Theorie vorangegangen ist und daS Gc-lehrtfciu sich ans den, Wisscn, das Keuucn aus dem Können entpuppt hat, wic man schon längst auf der Hirlcnpscifc, auf dcr Schalmei uud Fiötc Lieder gespielt hat, bevor mau über das Do ro mi 1u 80i In «i ins Reine gekommen und die Noten erfunden hat; -wie man längst gestohlen, geraubt, gemordet hat. bevor dic Gesetze die juridischen Nüam-cn zwischen Mitgehenlassen, Einstecken, Stehlen, Rauben nnd Raubmorden, wie die Noten in dcr Musik, zu eiuer Galgcnscala zusammengestellt haben; — wic man Neiguug, Sympathie, ^icbc nnd unzcrtrcnnlichc Herzcnsucrbindnng längst früher praktisch gekannt hat. bevor die Mylhologcn Amor nud Hynicn zu den Großwürdcitträgcrn dieser uns angeborenen Gefühle ernannt, bcvor die Vcnctiauer die vier wNp0in: „«! 8M58inl, «1 vu. iu cnsli, «I 8' Im «pi^'ü, i X6 «1)081 0 1'0 ^,11(1^ u IN0Iit0" erfunden nnd die Kirchcngcsctzc dic, heilige Ehe eingeführt haben, -..... so wnrdc längst, bcvor es Tanzmcisler und Tanzstunden gab, die Freude wic der Schmerz durch unsere Nerven dcr Achilles - Schnc mitgetheilt, nnd während dcr Eine mit einer Brandwunde odcr mit Zahnschmerz behaftet wic toll hcrumsprana. und in dicfen Bockösprüngcn Erleichterung feines Schmerzes suchte, tobte dcr Andere m mchr oder minder rhythmischen Bewegungen scinc Freude aus, sowie das Wasser zu brodeln und zu sieden beginnt, wenn ihm die 80 " Reaumur durch die Molecule fahren. Wic abcr die Flüssigkeiten iu ungleicher Art sieden, wic kochendes Wasser sich ganz anders benimmt, als kochendes Ocl, kochende Suppe, kochender Brei, oder kochendes Pech, so war der Ausdruck der menschlichen Empfindungen auch ein anderer, je nach der Race, je nach dem Klima, ja selbst je nach dem Grade der Cultur« stufe, auf der sich dic zum Tanze Begeisterten befanden. Da abcr die Stimmung dns meiste zur Form des Tanzes beiträgt, da die Fröhlichkeit meist heitere, leichte Bewegungen veranlaßt, Schmerz und Trauer aber das Gegentheil bewirken; so wird vor Allem die Stimmung maßgebend gewesen sein, als sich die innere Unruhe den Extremitäten, den Händen und Füßen mittheilte. Ich sage den Händen und Füßen — ich sollte aber sagen dem ganzen Körper, jedem Muskel des Gesichtes — was besonders beim Pantomimischen Tanze unentbehrliche Regel wird, und abwärts steigend als Vorschrift auch bei den Salon°Täuzcn sich erhält, wo uns in der ersten Instruction dcs großen didaktischen Werkes „übcr deu Umgang mit tanzenden Menschen" besonders empfohlen wird, cm freundliches Lüchcln für die Tänzerin bereit zu haben — sie zärtlicher als gewöhnlich anzublicken — bei Rundtänzcn wenig zu sprechen, besonders wenn man schou etwas außer Athem ist, und durch ein gelindes Kcnchcn die Aspiraten unwillkürlich vor die Vokale setzt und „Hund" statt ..und" „nili" statt „ill" ^ „HauS" statt „aus" sagcn könnte, bei figurirten Tänzen fcsfclnde Conversation zu erhalten, nnd nicht jeder Tänzerin oaS-selbe zu sagcn, weil sie sich manchmal die Dialoge unter einander erzählen, die Pression dcr Hand zu mode-rircn, damit sich nicht dcr bereits erlebte Fall wiederhole daß cinc Tänzerin in Folge eines zu starken Nänoe-drucks die Angcn niederschlägt — und sanft err'öthcnd odcr erblassend, wcnu sie schon puipurroth ist, ihrem > Tänzer, im Mißverständnisse des applicirten HändedruckeS 1050 erheischt es dringend. Mit den gegen mehrere Journale angestrengten Diffamationstlagen ist die Sache wahrlich nicht abgethan. Denn was nützt es, die Journale zn > einem erzwungenen Schweigen zu bestimmen, wenn man der millionenzüngigcn Fama nicht den Mund stopfen kann? Das „Journal osficiel" hatte gemeldet, es sei der Regierung schon früher bekannt geworden, daß die Un-rnhesliftcr die Wahl wie auch die Nichtcrwühlung Roche-fort's zum Gegenstände einer Demonstration machcn wollten. Es war dies, um einen Börscnausdruck zu gebrauchen, ein Tumult auf Stellage. Wcun aber die Behörde so viel voraus wußtc, dann kann ihr anch der Mechanismus dcö Complottcs nicht unbekannt geblieben sein, dann mußte sie die Bewegung im Keime zu ersticken snchcn, was bckannllich nicht geschah. Man hatte wegen einer gcgcn die Sicherheit des Staates gerichteten Verschwörung sechs Ionrnalisten und mehrere andere Personen eingezogen; cin Theil derselben ist bereits entlassen. Dadurch wird die Verschwörung mystisch. Am auffälligsten aber ist die Thatsache, daß die demokratischesten Quartiere, wo die Wähler Roche-fort'S wohnen, an den Abenden der Bcwegnng ruhig blieben. Noch nie wnrde eine Revolution in Paris mit der Plünderung von Freudcnhänsern angefangen. Die Tumultuantcn ließen anch nicht die Republik hochleben, sondern blos „Rochcfort" und die „Laterne," was allerdings die Bürger hätte erschrecken können, wenn wir noch im Jahre 1849 lebten. Zwanzig Jahre in Erfahrung und Entbchrnng haben die Bürger besonnen gemacht. Das rothe Gespenst wird verlacht, und als die Bürger dcS Spectalels überdrüssig wnrdcn, griffen sie selbst zu Knütteln und schafften sich, so gut sie tonnten, Ruhe. Kanm war diese Tendenz der Selbsthilfe zn energischem Durchbrüche gctommeu, so beeilte man sich durch das Aufgebot starker Cavalcriemassen den Spec-takcl zu schließen. Noch ein Tag freiwilliger Bürgerjustiz, uud die Cavalerie hätte zu Hause blcibcu können. Am 12. d. war die Agitation bereits bedeutend gedämpft, sagten doch die Officiöscn mit nahezu prophetischem Blicke voraus, daß am 12. alles zu Ende sein werde. Nunmehr hört mau im bunten Chore zufammen-schrcien: Mysterien — Provocations — Täuschung — Aufgewirbelter Staub — Uebertreibung - Unfähigkeit der Polizei, brutales Verfahrcu :c. lc. Je refer« virter sich die demokratischen Blätter wegcn der auf ihnen lastenden Processe benehmen, desto resoluter sprechen sich die unabhängigen aus. Allgemein ruft man nach einer Untersuchung, nicht blos cincr gerichtlichen, sondern eiuer politischen, die im Schooßc dcr Kammer vorzunehmen wäre. Dic Opposition wird zuverlässig darauf dringen. Ein neuer schwarzer Punkt steigt auf. Die am 28. d. M. beginnende Session wird höchst stürmisch werden, vielleicht um so stürmischer, als der Kaiser dieselbe ohne Thronrede eröffnen will. Er begibt sich übrigens am ^7. d. M. nach Bcauvais, um ciuer Ausstellung beizuwohnen. Man glaubt, daß er dort eine Rede halten, eine Art ZukunftSprogramm ansstcllcn wird. Sein Brief an dcn Dcftutirtcn von Mackau, den gestern Peuplc und Public brachten, hat nichts weniger als gefallen. Es heißt darin, daß eine Regierung, die sich selbst achte, weder dcr Pression noch einer hinreißenden Strömung, noch endlich dcr Emeule nachgeben dürfe. Der Staatsminisler Nouhcr strahlt vor Freude, aber auch die Unversöhnlichen jubeln, während die Versöhnlichen , die Unabhängigen l'cdancrnd die Achsel zucken. Hoffentlich ist dies lein letztes Wort. Vielleicht wird das Staatsoberhaupt in Bcauvais wenigstens so viel zugeben, daß die Lage genau siudirt werden muss»,'. Wenn man in dcn Kreisen dcr jetzigen Regierung hofft, dic Agitation wcrdc sich bis zum November legen, so irrt man sich außerordentlich. Dennoch sind die Dinge keinesfalls angenehm. Hat doch felbst die Emeutc uichtS iu dieser Beziehung vermocht! Ist doch dcr Eindruck, den die Äoulcoardfahrt des Kaifers im offenen Wagen vorübergehend bewirkte, bcrcitS gänzlich geschwunden. Acußcrlich ruhiger, ist die Stimmung verbitterter als je. ES ist vielleicht nicht unmöglich die Bewegung durch energische Gewaltmaßregcln für einige Zeit znrückzudäm-mcn; es ist schr wahrscheinlich, daß liberale Concessionen crfolgrcichcr wirken nnd dcn Thron bcsscr sichern würden, als der erlauchte Schreiber des an Mackau gcrich-tcn Briefes meint. Aber es ist ganz uud gar unmög« lich im l^lllw« . d. Am Morgen dicscö Tagcö warcu in dcr Grube der Ondainc mchrcrc Arbeiter beschäftigt, als cmc Menge anderer Gruben-leutc sich auf sie stürzte, um sie an dcr Fortsetzung ihres Tagewerks zu hindern. Die Truppe, welche mit dcr Uebcrwachuna. dieses Schachtes bcanftragt war, schritt sogleich ein und nahm fünfzig Verhaftungen vor, befreite dcn Schacht und zerstrcnte die Anfläufc. Eine Alitheilnng von lbO Mcmn dcS 4. Regiments unter dcn Befehlen eines Capitäns sollte nun die fünfzig Gefangenen nach Saint - Eticnnc transportiren. Die Knndc davon verbreite sich in Montzct und in der Ricamaic. Sogleich machten fich von allen Seiten Banden von Arbeitern, Weibern und Kindern znr Verfolgung dcs Zuges auf. Um 3'/» Uhr war dieser in dcr Höhe von Montzct angekommen und in cine Schlucht gerückt, wclchc au seinem Wege lag, als die Verfolger in Slärte von etwa tausend Personen ihn mit Stcinwürfcn angriffen. Mehrere Soldaten wurden verletzt, zwci vou ihnen durch Schüsse mit einer Feuerwaffe verwundet. Die Gefangenen suchen sich loszumachen, die Stcinwürfe regnen fort, cin Soldat bricht, schwer verwundet, zusammen. Jetzt drängt dic Truppe in ihren Führer, daß er ihr dcn Befehl gebe, zu fcuern, widrigenfalls sie für dic Weiterbeförderung der Gefangenen nicht mehr einstehen könnten. Der Befehl erfolgt und drei Dechargen wer» dcn gelöst. Dcr Haufe ist durch das Feuer oder die Furcht wie zerstoben. Der Zug nimmt die Gefangenen, von denen indeß etwa zwanzig die Flucht ergriffen hat' ten, wieder in die Mitte, und sctzt, ohuc sich weiter um die auf dcm Platze Gebliebenen zu kümmern, sogleich seinen Marsch fort. Um halb 5 Uhr traf er in Sainl Elicnnc rin. Dic Zahl dcr Opfer wird authentisch auf 14 Todte und sicbcu bis acht Verwundete angegeben. Unlcr den Todtcn zählt man zwci Weiber und cin Kind, wclchcs seine Müller zu dieser traurigen Expedition milgcnom-mcil halte, wic denn auch die Zahl dcr Weiber, welche dcn Haufen anführten uud aufhetzten, bedeutend gcwc» sen scin soll. Dcr Schrecken, dcn die Kunde von diesem Ereignisse verbreitete, war so groß, daß noch am folgenden Tage Niemand von dcr Bevölkerung wagtc, dic Leiche» aufzuheben, so daß sich schließlich die Soldaten selbst und ohnc jeden Beistand dcr Angehörigen dicscm Geschäft nütcrzichcn mnßlcn. Die Zahl drr durch Steinwürfe, Messelstichc u»d Schüsse verwunde ttn Soldaten belauft sich auf vicrzehu. Wic dic „France" meldet, ist dic Rnhe in Saint-Eti>!N!,c hieraus »licht mehr gestört worden nnd dcr Ge-»eral Monlaubau schou ucsteru Abend wieder uachLyon znrückgckchrt, nicht ohne indeß 60 Compligilicn nnd cine Schwadron Dragoner zum Schutze der Stadt und zur Bewachung dcr Gruben zurückzulassen. Heule soll dic Veerdiguiig dcr Opfer stattfinde» und mau hofft, daß diese Feierlichkeit nicht zu neuen bctlügcnswcrthcn Auftritten Anlaß grbcn wird. Der „Eclaircur", das demolratischc Organ von Saint < Eticnnc, ist wcg,.'N seines Berichtes übcr die Unruhen mit Beschlag bclcgt worden; a!)cr anch dic gemäßigtere „Loire" kann trotz dcr sichtlichen Zurückhaltung, wclchc sie in ihrem Referat beobachtet, einmal das Wort „Gemetzel" nicht un-tcrdrückcu, und selbst das Organ dcr Präfcctur, daS „Memorial de la Loire", mnß als „Gerücht" verzeichnen, daß cinc Fran gelobtet worden wäre, die in ganz harmloser Weise auf ihrem Kaitoffclfeld gearbeitet hältc. Die Bevölkerung von Saint-Elicnnc verharrt».' nachdem Vorfalle in düsterer Passivität; dcS Abends beschränkte sie sich dürcnlf, einige Handvoll Grus und Äaumzwcige auf die Opfer zu streuen. Ueber deu Streit mit b«,« General Monlaubau, in Folge dessen dcr Maire von Saint-Elicnnc angeblich scinc Entlassung gcgcbcn hätlc, fehlt noch jede Aufklärung. Aus Montenegro. Hcrr Sundeci,.-, Sccretär des Fürsten von Montenegro und dessen erster Ralhgcbcr, ist von seiner ttwöchcntlichcn Mission in Belgrad, Pest ni,d Wien am 19. d. At. in Trieft eingetroffen und am nämlichen Tage nach Zara abgereist. Von der russischen Gesandtschaft in Wien wurden, wie wir hören, die Statuten und dcr Lchrplan dcS in Ecttinjc zn errichtenden Sc-minarS gutgeheißen und Rußland hat bereits die erste IahrcSbcisteucr für die genannte Anstalt im Betrage von 12.000 fi. entrichtet. Zwischen Oesterreich nnd Montenegro wurde die Convention betreffs des Stra-ßcn' nnd Tclcgraphcnbaucö von Cattaro nach Ccttinjc eine Erklärung vermuthend sagt: Sprechen Sie mit meiner Mutter! Die Grundlage dcr Tanzkunst bleibt ohnc Zweifel die Idee, innere Zustände und Reguugen durch einsprechende Bewegungen des Körpers darzustellen. Der erste Schmerz, wie die crstc Freude, werden die ersten Menschen zn dcn ersten Sprüngen bewogen habcn und Adam wird wahrscheinlich vor Freude getanzt habcu, als er die Eva erblickte, sein schönes vi»-ü-viu für die großc Lebcus-Quadrille, und da der Schmerz weit wilder und unregelmäßiger unserer Seele erschüttert, sich gleichsam in Sturzwogcn über uus ergießt, während die Freude gleichmäßiger, rhythmischer uuscr Inneres bewegt - so ist es auch klar, daß dcr Tanz dcr Lust, dcr Freude, ja selbst nur dcr Heiterkeit, in gefälligeren Formen und rhylhmifchcr sich gestalten mußte, als der Todtentanz, der Tanz dcr bösen Hexen, der Furien und Erinnyen — mit einem Worte dcr Tanz dcs Hexensabbaths. — Niemandem wird cS somit einfallen wollen, in dcr Geschichte des Tanzes dessen Ursprung zu ergründen, das Bedürfniß dicscr Luftsprüugc kommt gleichzeitig mit uns zur Welt, uud wcuu wir in dem traurigen „Alma-naquc dc Gotha" den Charles Darwin über die Menschheit herausgegeben hat — derselbe Darwin, den neulich ein Prediger in Fiumc il irmluäotto ßiokol'o l'rune080 nannte, — genealogisch crröthend zurückblättern, so finden wir, daß der stammverwandctc Affe das einzige unter allen Thieren ist, dessen Frcudesprüngc anf dcn Hinterbeinen sich dcm Tanze nähern, ohne daß er wic andere zoologische Künstler, wic z. B. Bären, Pudel. Pintsche u. s. w., meist dnrch Lehrer, durch Huugcr und Prügel mühsam dazu herangebildet wird. Bei dcn Affen kommt es sogar vor, daß sie zu zweien ziemlich regelmäßig her-l umspringen und uus dadurch wieder dcn schlagenden Beweis liefern, wic nahe sic dem Menschen auch in der Aeußerung ihrer Gefühle slchcu. Also nicht einmal das Tanzen, sondern nur Lachen und Weinen bleiben somit noch die einzigen ausschließenden Privilegien des Menschen — eigentlich nur das Weinen oder besser die Thränen, mit welcher Kunst er auf die Welt kommt, während er Lachen, Beißen und Küf-scn erst langsam lernen muß und sich während dcr Studienzeit ust sehr uugcschickt, ja hochkomisch dabei benimmt. Wic aber der Mensch daS einzige Thier ist, daö beim Gehen und Laufen kaum eine merkbare Kopfbewegung macht, fo scheint ihm auch das Tanzen als Privilegium verliehen zu scin, da er sich bei einer heftigen Kopfbc-wcgung doch gar zu possierlich ausnchmen und dcr Partner sich schwer daran gewöhnen würde, ohne in Lachträmpfe zn verfallen, scinc Gefährtin oder scin vi8-:>.-vi« mit schüttelndem Kopfe wic einen Pudel herumsftrin-gcn zu sehen. Bei uns ist gegenwärtig dcr Tanz fast ausschließlich als ein Ausdruck dcs Vergnügens, dcr Freude, der Heiterkeit, dcr Lust zu betrachten. Bci anderen Völkern und zu andern Zeiten finden wir durch scinc Bewcguugcn auch S ch m c r z und Trübsal ausgedrückt; wie z. B. in den Todtenlänzcn, die heute noch bci deu Indicrn gebräuchlich ! sind; die Frömmig teit, Auda cht und Gottcrge -bcnheit, die dcr Islamismus odcr Mohamedanismus noch heute durch die religiösen Tänze seiner Priester, dcr ImamS in dcr Türkei, der Fakire iu Arabien, dcr Derwische in Pcrsien, die ebeufallS bis zur Verzückung getrieben werden, auszudrücken sucht. Endlich sogar die! rächende Nemesis, die vomTai^zc begleitet wird, so tan--zcn die Hexen in Shakespeare's „Macbeth" und sin-gcn dazu: Um dm Kessel rundum gcht'ö, Werft hinein das Giflgclrös', Kröte du, die sicbcu Wochcu, llllter laltcm Stciu vertrocheu, Qualm uud Jauch im Schlaf gewann, Koch im Zaubcrtopf voran. So beschreibt uns Schiller in der Ballade „die Kraniche dcs Ibicus" dcn Chortanz dcr Erimiycn, dieser rcchtsgclehrtcn Furieu, die auf dem menschlichen Gewissen wic auf eiuer Harfe spielen. Und schauerlich, gedreht im Kreise, Vegiuueu sie des Hymnus Weise, Dcr durch das Herz zerreißend dringt, Die Baude um dcu Frevler schliugt; Bcsiuuuugraulicud, herzbelhüreud, Schallt dcr Criuuyeu Gesaug, Erschallt des Hörers Mart ucrzrhrcud Uud duldct uicht der Leier Klang ,c. Sc> siugcud, tauzeu sie dcu Ncigeu, Uud Stille, wic dcs Todes Schweigen, Liegt über'm gauzcu Hanse schwer, Alö od die (Tollheit ual,c wär'! Uud feierlich uach aller Sitte Umwandelnd des Theaters Nlmd Mit laugsam abgemess'uem Schritte Verschwinden sie im Hintergrund. (Fortsetzung folgt.) 1051 definitiv abgeschlossen. Oesterreich hat es zur Bedingung gestellt, einen österreichischen Amtslcitcr beim Tc-legrapheuamt in Ccttinje anzlistcllcn. Viontencgro hat in Wien 3000 Hinterlader nuch Wcrndlsystmi bcstcUt, welche binnen wcnigcn Woche» eingeliefert weiden müssen. Wir können feiner auö verläßlicher Qncllc inelden, daß die uügarnfremidlichc Politik der Serben in Ccttinjc übel aufgenommen wnrdc nnd »nan doit in Folge dessen auf die serbische Regierung nicht gut zn sprechen ist. Zwischen dem montenegrinischen nnd dem türkischen Grenzregulirungöcommissär kam es zu unangenehmer MeinnngSvcrschicdcnhcit nnd in Ccttinjc sprach man sich ülicr die vom montenegrinischen Senator dem türkischen Commissär gegenüber gethane Aeußerung sehr mißbilligend auS, Rußland habe in Belgrad wissen lassen, daß es, falls Ocsteircich bei dem orientalischen Conflicte auch nur im Geringsten intervcnirc, sofort uach Gali-zien cinnwrschircn weide. Die Interpellation MilleticS, das Amcndcmcnt Stratimirovich und die Antwort Andrassy's hc>dcn in Serbicn, Hoönicn und der Herzc^ goviua großcö Aufsehen erregt. In maßgebenden Wiener Kreisen soll man mit der Beantwortung der Inter-pellation von Seite des Grafen Andrassl) um so weniger einverstanden sein, als nach dl'r Ansicht einzelner derartige Intc:pcllationsbcanlworlungeu durchaus nicht in das Rcssort des ungarischen Premierministers, sondern in jenes dcS NcichSministcrS für auswärtige Angelegen« heilen gchorcl',. Oesterreich. Wieu, N). Juni. (Zwei Vorlagen des Uutcrrichtsministers.) Der Minister des Unterrichtes, Herr v. Hafner, wird, wie verlantct, vor den nächsten Ncichsrath sicher mit zwei wichtigen Gesetzentwürfen treten, welche wesentlich bestimmt sind. daS in-tcllcctuclle Wohl Oesterreichs dauernd zn fördern. Ein umfassendes Elaborat über die innere und äußere Reform der cislcithanischen Hochschulen, damit im Zn-sammenhangc ein definitives Regulativ der Verhältnisse der Doctoren-Collcgicn ,;n den Universttäten blldet den Inhalt des einen für die nächsten Iahrhnndcrtc Oesterreichs hochwichtigen Gesetzuorschlages. Der zweite betrifft wohl mehr specielle Verhältnisse, allein in seinem innigen Zusammenhange mit wahrer Lehr- und Lern-frcihcit ist er anch von allgemeiner Tragweite. Er regelt die Gehaltsuerhaltnissc der österreichischen Universitäts-Professoren. Wien, 19. Juni. (Die böhm. Opposition. — AuS dcm Ministerium.) In Böhmen bereitet sich eine voraussichtlich folgenreiche Scheidung der bisher verbunden gewesenen oppositionellen Elemente vor. Die Iunaczccheii hadcn in neuester Zeit die sehr zweischneidigen hussitischel, (^rimlcrungcn in einer Weise in den Vordergrund zu stellen begonnen, daß der katholische Clcrus unmöglich mehr mit ihnen Hand in Hand gehen kann: die Ankündigung einer solennen Huß-Feier scheint den Bruch vollständig gemacht zu haben. Ein Versuch von clcricalcr Seile, die Intervention der Behörden gegen eine solche Feier zu erwirken, hat noth. wendig fehlschlagen müssen, denn die Behörden find nicht da. um clcricalc oder hufsitischc Partei zn nehmen, sondern sie haben innerhalb der StaatSgcsctze jeden einzelnen nach seiner Fa^on selig werden zu lassen. Aber Cardinal Schwarzcnbcrg uud Consortcn sind zu der Erkenntniß gelangt, daß sic bisher Strcbnna.cn gefördert und gekräftigt, welche keinen Augenblick Austand nehmen würden ihren national-politischen Zielen alle anderen Rücksichten und Ueberzeugungen znm Opfer zu bringen, und daß möglicherweise demnächst d,c katholische Kirche in noch arößcrcr Gefahr fein tonnte, als daö böhmische Vaterland — Der Kriegsminister scheint daS Gewicht der Crwäanngcn, wclchc der Iustiznnnistcr betreffs der formellen Mängel der DiSciplinarvorschr.st für daS Heer geltend gemacht, vollständig zn wnrdlgcn und hat. loyal und constitutionell wie er ist, den letzteren bereits an gefordert, znnächst cinc commisstonelle Erörterung des Gegenstandes veranlassen zu wollcu, um ans Grund derselben auch mit dcm nngarischen Iu,Nzm»mlcr sich verständigen zu können. Die Vertretung des enrlanbtcn Ministers des Innern hat im S>"»c des Mmcherver-antwortlichteitsgcsetzcS der UnterrichlSmm.,ter Dr. von Hafner übernommen. Die PreßangelegenlMeu welche in Vcrtretnng dcö Dr. Verger seither Dr. Gistra bear, beitcte. führt jetzt der Iustizmini,tcr Yerbst. -(Finanzielles.) Man cisahit, da,; anch die demnächst den Neichvraths-Delcgalioncn vorzulegen-den Vora.'schläqc der gemeinsamen Nc'chSanSlagm m„ jeder nur imnnr nw.siickcn Bc>ücks.ch"gnng der stnan-ziellcn Verhältnisse der Momuchie, uud m.t 0".bl>ct auf die für eine G>oßmacht nnc'läl,llchc Bettung ocr-faßt worden si»d. Dies gilt namentlich von dcm Ki,cgs-Vudact welches bcrcitö mehrcrcn Dcleglrlcn zur vor-länfigen Prüfung vc.lranl'ch mitgetheilt wor^n scm full. Wir vcrnehmtn insbesondere, daß bei den Bedürfnissen der Landarmee die von den früheren Delegationen wic> verholt gewünschte leichtere Uebersicht und volwändigt Klarheit geliefert wird. und daß tic Manne - ^cclion, bei dercn'lchtcn daS Ordinarium und die Erhaltnngi, tostcu bctlcffendcn Anträgen bcrcitS eine ancrlcnnnngS-werthe Eoidcnz vorherrschte, nunmehr anch im Ez'tra-ordinarinm dcn strengsten Bedarf inü Auge gefaßt, und die schon früher verfaßten, unH theilweisc in Ausführung befindlichen Projcctc einer nclien Prüfung und Ein-Ichläntnug unterzogen hat. Dadurch «clang cs, das Extraordinarinm für 1^70 auf 7ti5.000 fl. herabzusetzen, wclchc Summe von den Delegationen kaum an< l'crS als durch HinauSschiebmig cinigcr minder dringlichen Werte ermäßigt werden dürfte. Das Häupter-fordcrniß der Instandsetzung deS fiz'cn Floltenstaudcs bildet freilich cinc besondere, und zwar die Haupt-Nubrit des Marine-Budgets, insofern dafür schon im Jahre 1869 cinc auf 30 Jahre zu verlhcilcnoc Gc° sammtfummc von fl. 25,320.000 in Aussicht gestellt ninrdc. Görz, 19. Juni. ^Tr. Z.j (Oberrcalschulc. — La ndwirthschaf cl iche Schule.) Der Gesetzcutwurf betreffs Ncorganisirnng der Obcrrealschnle in Görz, welcher nach langen Debatten zwischen den Italienern und Slouenen endlich vereinbart und in der Siz-zung vom 1. October u. I. vom Landtage angenonu men wurde, hat die a. h. Sanction nicht erhalten „wegen unüberwindlicher didaktischer uud finanzieller Schwierigkeiten." Der Gesetzentwurf ging bekanntermaßen dahin, daß dcr Unterricht in zwei Sprachen ertheilt werden folltc, und zwar für die Italicner durch allc Classen in italienischer, für die Slovcncn in dcn erstm 4 Classen in slovcnischcr. für die höheren Classen in deutscher Sprache. — Das Ackcrbauministerium hat für die land-wirtschaftliche Schule in Görz zu deren Förderung ein für alle Mal dic Summe von 3000 - 5000 Gulden für den Aufang und als jährliche Subvention die Summe von 1000—2000 Gulden (je nach Bedarf) bestimmt. Doch wünscht das Ministerium den Lehrplan, so wie den Umstand zu wissen, in welche Kategorie von land-wirthschaftlichen Schulen diejenige in Görz gehören soll. Zu diesem Zwecke wird eine Couferenz abgehalten. Unsland. Paris, 20. Juni. (Ernennungen.) Mittelst kaiserlichen DecrccteS vom 15. Juni werden Schneider zum Präsidenten und Lcronx, David und Dumiral zu Vicepräsidcnten des gesetzgebenden Körpers ernannt. Madrid, 19. Juni. (Finanzielles.— Das neue Ministerium.) Der Bericht dcr Fiuauzcom-mission über den Antrag Capdcbon's, 33 Percent von dcn Nentc-Conpons in Atizug zn bringen, schließt mit dcm Vorschlage der Verwcrfuug dieses Antrages nnd empfiehlt die Annahme des ministeriellen Antrages ans einen 5perc. Abzug von dcn Ncntc-Coupons nur im Inlande. — Der „Imparcial" versichert, das Ministerium sei solgendcrwcise gebildet: Prim, Präsident und Kriegsminister; Silvcla, StaatSmimstcr uud Minister dcS Aeußcrn; Herrera, Justiz; Topetc, Marine und interimistisch Colonien; Figuerola, Finanzen; Sagasta, In-ncres, und Zorilla, Handel. Hagesnemgkeiteu. — Ihre Majestät die Kaiserin haben dcm Preßburger wohlthätigen Frauenverein zur Errichtung einer dritten Cröche 200 fl. und den barmherzigen Schwestern in Oldenburg ebenfalls 200 fl. allerguädigst zn spenden geruht. — Se. Majestät dcr Kaiser Ferdinand haben znm Vaue der Pfarrkirche in der Gemeinde Pedemonte! (Süd-Tirol) 600 fl. allerguädigst zu spenden geruht. ^ — (Personal nach rich ten.) Der Minister dcö Innern Dr. Gistra ist am 18. d. M. in Eger eingetroffen und nach Franzcnsbad abgereist. Von dort begibt, er sich zum Curgcbrauche nach Maricnbad. Er wird von l dort zwischen dem 10. uud 15,. Juli zurückerwartet. Dcr Iustizminister Dr. Herbst vertritt ihn. — Die erste S chwu rgcrichtSv erHandlung beim Wiener Landcsgerichte findet am 16. Juli d. I. in dem Processe deö Gemcinderathcö gegen die „Debatte" statt. Für dcn Gemeinderath wird alö Ankläger Dr. Joseph Kopp fungircn, die Vertheidigung des Redacteurs der „Debatte" hat Dr. Nüßler überuommeu. Die Auslosuug der Geschwornen findet am 25. d. M. statt. — (Postcursbuch.) Der erste Theil des vom Post - Curöbureau des k. k. Ha ndelsministe -riums herauögegcbeuen, also völlig authentischen Postcnrö-buchcs ist soeben wieder in neuer Anflage erschienen. Dcr> selbe enthält, wie als bctannt voransgesetzt werden darf, Ruutcn- und Slaliouenvcrzeichnisse und Fahrordlluugcu dcr Eisenbahnen, Dampffchifflüncu, Malleposten, Eilfahrtcu, Persoueu- und Packpostcn iu den österreichisch-ungarischen Staaten, Nachweis der Vorspanns- und Postriltgeldöge-bnhren, dann Reiserouten zwischen Wien einerseits und den böhmischen Badeorten, Siebenbürgen, Tirol, Italien, Külu, Loudon, Paris, Frankfurt am Main, Basel, Äcrliu, Hamburg, Bremen, Petersburg, Eoustantilwpcl audcrcrscilS uud endlich eine genaue Eiseubahu,' und Postkarte dcö Kaiser-staatcs uud ciuc Eiscubahntartc von Aiiltcl Europa. . - (Sieg dcr östc rrcichischcu Flagg c.) A»n 5. nnd 7. Juni d. I. fanden auf der Themse iu der Nähe von London Eegclwcltfahrten unter zahlreicher Betheiligung vou ?)c>chtbcsitzcrn verschiedener Elnbs statt, welche sich die Pflege des nautischen Eport zur Aufgabe gemacht haben. Au beide» Tage» trug das ciuzigc, einem Ocster-reichcr gehörige uud unter österreichischer Flagge segelnde Schiff, die im Besitze des Grafen Edmund Äatthycmyi be- indlichc und vou ihm felbst geleitete Mcht „Flying Cloud" den ersten Preis im Werthe von 2l)00 fl. davon und schlug die berühmtesten cuglischeu Schiffe. Dieselbe VaA bcthciligtc sich schou im Jahre 1862 unter demselben Ve-sitzcr au ciner ähnlichen Wettfahrt, wo sie gleichfalls den ersten Preis gewann, und siegte uoch bei vielen anderen Gelegenheiten. — (Pulverexplosivu.) Am 19. d. M. 4 Uhr früh ist eine Trockenhütte bei den Pulverstampfen nächst Stöchowitz in die ^uft gegangen, wobei sämmtliche in der Hütte beschäftigten Arbeiter, acht an der Iahl, daö r'ebeu verloren. Sechs derselben blieben sogleich todt, zwei andere, schrecklich verstümmelt, starben im ^,'aufe oeS Tages. Eiuer war trotz seiner schrecklichen Wunden (es waren ihm beide Füße abgerisscu uud die Augen ausgebrannt) nuch im Staude, die Ursache dcr Explosion anzugeben. Hienach soll der Heizer durch Unvorsichtigkeit eine Kachel des OfeuS durchgestoßen haben, worauf die Explosion erfolgte. Die Detonation wurde weithin wie ein starter Donner gehört. Mittags erschien eine Commission aus Königssaal an dem Uuglücköorte. — (M a u l w n r f c.) Während man au vielen Orten noch immer nicht einsehe» gelernt hat, wie unvernünftig es sei, die Maulwürfe zn verfolgen, hat die Forstverwaltuug i» Preuße» soeben eine bedeutende Anzahl von Maulwürfen zum Zwecke dcr Vertilgung der in den Wäldern hausen dcn Varvcn schädlicher Iuscctcn anlaufen lassen. — (Zweite N ordpol cxp coiti o n.) Dr. A. Pe-tcrmciun publicirt soeben die Instruction für die zweite deutsche Nordpolfahrt, deren Anfgabe bekanntlich ist, die sogenannte Polarfrage zu löfen, Ost-Grönland zu entdecken ,c. und besonders im Frühjahr 1870 so häufig als nnr immer möglich Olctschcrfahrtcn und Vxcursioucu ins Innere von Grönland auszuführen. Das Commaudo über solche wird f. k. Obcrlieulcuaut Julius Payer habeu und erwartet man von diesen namentlich interessante Resultate, da eigentliche Gletscherfahrten von Belang in den Polargegenden bisher nicht ausgeführt worden sind. Als Mineralog begleitet die Expedition bekanntlich Dr. Gustav Laube. — (Die festliche Einweihung des Suez-canalö) ist nunmehr auf den 15. November festgestellt. Man hat die Ceremonie vertagt, weil nicht früher die gehörige Toilette für den Canal gemacht werden könnte. Die Eingeladenen verlieren nichts durch diese Vertaguug, da die schöuc Saisun für Egyptcn im November beginnt. — ^Einkünfte einiger Bürger von New-york.) Robert Donner vom „Newyort Lodger" hat 91U.000, James Gordon Bennet vom „Newyort Herald" 932.5,00, dcr Schauspieler Edwin Vooth 415.000 Francs Revenue». Das Einkommen Stewart's, ersten Secretärs im Finanzministerium, beträgt 15 Millionen und 90.000 Francs. cZ ocales. Ans dem iiandesausschusse. (Sitzung am 19. Juni.) Auf Grundlage deö vom LandcSmlSschusse iu corporß unter Zuziehung der LandcswohlthätigkcitSanstaltcn-Direction und des Irrenhaus-Vorstandes kürzlich gepflogenen Local' cmgenscheines in dem Hause Nr. 5,8 in der untern Polana-Vorstadt, welches znr provisorischen Unterbringung von ruhigen Geisteskranken bis zur Vollendung des p'rujc'ctirten Irrenhauöneubaucö gemiethet wurde, wird beschlossen, dieses Irrenhausfilialc für dreißig Kraute männlichen Gefchlechtes einzurichten. Die Herstellungen werden selbstverständlich auf den nothwendigsten Bedarf eingeschränkt. Die obern Nä'ume sollen als Schlafzimmer, die ebenerdigen Localitäten als Arbeits-, Speis- und Erhvlnngözimmer benutzt werden. Ein kleines rückwärtiges Zimmer hat flir den eintretenden Nolhfall als Isolirzelle zu dienen. Hei dieser Einthcilung und bei dem Vorhandensein eines geräumigen Gartens kann eine entsprechende Organisirung der Arbeit stattfinden, wodurch dcr Heilzweck wesentlich gefördert wird. Die Pflege und Wartung übernehmen die barmherzigen Schwestern »nter den gleichen Vcdingnisscn wie in der Hcmptanstalt, vo» wo die Speise» i» eine,» cige»s construirte», den Transport derselbcu im warmen Zustande ermöglichenden Wagerl zugeführt werden sollen. Die Anfsicht in dem Filiale werde» zwei Schwestern und vier Wärter, den ärztlichen Dienst die Herren Aerzte dcr Hauvtaustalt durch Ab-haltuug von tägliche» Vor- u»d Nachmittagsvisilcn besorgen. — Die I»ve»tarialgcgc»stä»dc werde» i» der Art beigestellt, daß sie seinerzeit auch in dem neuen Irrenhause gebraucht werden können. Die Anfertigung der Wäschestücke übernehme» die barmherzigen Schwestern nnentgeltlich. Für die neue Waldbanschule in Schuecberg wird die Anschaffung Von zwei Exemplare» dcr von Hartinger k Sohn in Wien herausgegebenen 2. Serie der landwirthschaftlichen Tafeln bewilliget. Anch die Anleitnng zur Vewirthschaftung der Waldungen von Moriz Echeyer, welche dcr Landesausschuß zunächst für dcn Gcbranch dieser Schule auflegen ließ, ist so eben ans dcm Drucke erschiene». Da dieses i» slovenischer Sprache popnlär geschriebene Haudbnchlein nicht nur fiir die Forstzöglulgc, sonder» anch für »»ser» Lcurdmann nnd unsere Gemeinden einen vortrefflichen Leitfaden zu bilden geeignet ist, so hat der Landesauöschnß eine etwas größere Anzahl von Exemplare» drncle» lasse», um es auch weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Es enthält in seiner Anleitung ciue zeitgemäße kurze Abhandlung über die Wald-servituten-Ablösung, daun im I. Abschnitte eine Anleitung 1052 über die Vertheilung der Gcmciudewaldungcn und den Forstbetrieb in denselben; im II. Abschnitte eine Beschreibung aller in unserem ^andc vorkommenden Waldbäumc »nd ihrer Behandlung, im III. Abschnitte eine Unterweisung Über die Holzvcnvendnng nnd eine thunlichst ökonomische Gebcchrung mit demselben, über den geeignetsten Zeitpunkt der Holz^Fällung, Über die Streugewinnung, über das Weiden im Walde und zum Schluß emeu Unterricht über die Anleguug von Waldbaumschulen. Dieses nützliche Büchlein, welches jedem Grundbesitzer bestens empfohlen zu werden verdient, ist in der ^andeskanzlci nm den äußerst billigen Preis von 12 Kreuzern zu haben. Ueber das vom Landcsausschussc im Auftrage des h. Landtages au das h. Justizministerium gemachte lHin-schreiten um Anweisung der Gerichte zur genauen Befolgung der bcsieheuden Vorschriften über den Gebrauch der slovenischen Sprache bei Gericht hat das h. Instizministc-riuni eröffnet, daß es sich nicht veranlaßt finde, eine solche Erinnerung zn erlasse», da bisher von keiner Seite eine Beschwerde vorgekommen sei, daß irgend ein Gericht die betreffende Vorschrift außer Acht lasse. Auch die gewünschte Anordnung, daß bei den Schlußverhandlungen, wenn der Angeklagte nur der slovenischcn Sprache mächtig ist, die Vertheidigung ebeufalls nur in slovcnischcr Sprache geführt werde, könne das h. Justizministerium nicht treffen, weil nach den Bestimmungen der Strafproccßordnuug dem Ange klagten die Wahl seines Vertheidigers frei steht nud nicht von der Bedingung abhangig ist, daß der Vertheidiger der Sprache des Angeklagten kuudig sein müsse. Dazu komme noch, daß die jährlich anzulegende Verthcidigerliste alle Adoocalen des oberlandeögerichllichen Sprengels ohne Nück-sicht auf ihre Sprachkenntnisse zu umfasseu hat, und die Befuguiß der Advocatcn zur Vcrtrctuug sich uach der Ad vocatcnordnung auf alle im Neichsrathe vertretenen Königreiche und Bänder erstreckt. Eine solche Anordnung ware daher eine Beeinträchtigung sowohl der Clienten in der freien Wahl ihrer Vertheidiger als auch der Advocatcn iu der Ausübung ihrer Bcfuguisse. Dagegen findet das hohe Justizministerium auzuordnen, daß die Gerichte in Kram bei der Wahl der von Amlöwcgen zu bestellenden Berthes diger darauf Bedacht nehmen, daß der Vertheidiger der Sprache des Angeklagten mächtig sei, um auch die Vertheidiguug bei der Echlußvcrhandlung in der Sprache des Angeklagten führen zn können. Vine am verflossenen Dienstage gepflogene unver-nluthete Inspiciruug der Zwangs - Arbeitsanstalt constatirte das Walten der besten Ordnung daselbst. Die Trennung der männlichen von der kürzlich neu errichteten weiblichen Abtheilung ist in sehr praktischer Weise vollständig durchgeführt, und der Aufsichtsdienst auf beiden Abtheilungen sehr gut geregelt. Das Ergebniß dieser Revision wird mit Befriedigung zur Wissenschaft genommen; writers werden die Anträge auf Herstellung eines entsprechenden Wasch- und Bade-?lppa-rates in der Anstalt, dann auf Einführung der Torfhcizung, lvelche nach den gemachten Verfuchcn ohne die mindeste Gefährdung der Sanität namhafte Ersparnisse erwarten läßt — einhellig genehmiget. — (Die Stelle des St adting cnieu rs), mit welcher uach dem letzten Gemcinderathsbeschlussc eiu jährlicher Gehalt vou 1200 st. verbunden ist, wird bereits vom hiesigen Magistrate ausgeschrieben. Bewerbungen sind bis längstens 25,. Juli einzubringen. — (Die neucreirtcn städtischen Beamtenstelle u) werden bereits zur Besetzung ausgeschrieben. Es sind zu besetze» : 1. Die Stelle eines dritten Magistratsrathes mit dem jährlichen Gehalte von 1000 fl.; 2. eine Kanzlistenstellc mit dem jährlichen Gehalte von 550 fl.; 3. die Stelle eines Casseofficials mit dem jährlichen Gehalte von 500 fl.; 4. zwei Dienerstellcn mit einer jährlichen Löhnung von je A00 fl., uud 5. zwei Dicuerstellen mit einer jährlichen Löhnung von je 250 fl. Bewerber haben ihre Gesuche bis «. Juli 1869 eiuzubriugen. — (Zur Mithilfe bei den Erutearbciten) können laut einer Kuudmachnng des hohcu Laudcspräsidiums die Grundbesitzer über Ansuchen Mannschaften der Lai- bacher und der Rudolfswerther Garnison erhalten. Die Commandos diefer Truppen sind ermächtigt, zu obigem Zweck Beurlaubungen vom Anfang nächsten Monates an auf die Dauer von drei Woche» eintreten zu lassen. Die Entlohnung für diese Hilfeleistung ist dem freien Ucbcreiutommen zwischen den Grundbesitzern und der Mannschaft überlassen. Neuclle Past. Die „Wiener Ztg." enthält die Gesetze liber die Auflösung des Lchcnliandcs in Mahreu, Oesterreich unter der Enus und ob der Euus, Böhmen, Schlesien, Tirol nud Vorarlberg, Görz und GradiSca, Ismen, Tricst, Dalmaticu, Kärnten, Krain; und daö Gesetz über die Kundmachllug von Gesetzen und Verordnungen durch das RcichögcselMatt. Gestern hat die erste coustituirende Sitzung des Reichsgerichtes unter den, Boisitze des Präsidenten Herrn Baron o. Krauß stattgefunden. Graz, 21. Juni. Soeben sand die Uclicrführnng der Vciche Erzherzog Iohauuö auf dem Bahnhöfe statt. Graf Mcrau wohnte derselben bei; cr hat für den Äür-gerspitalfond 10.000 fl. gestiftet. Die Straßen in der Nahe des Mausoleums waren abgesperrt. Prag. 21. Juni. (Pr.) Gestern couslituirte sich hier ein jungczcchischcr „Oul." Die Betheiligung der Arbeiter daran war sehr zahlreich. Nach der Vcreins-Constituirung wurde sofort beschlossen, eine Dcnkschiift auszuarocitcii, welche den Mißbrauch, zu welchem Dr. Ehlcborad seiue Stellung benutzt, sowie dieVcrwaltungö» Ungeliührlichteitcu dcö „Oul" verdammt. Die Grafen Leo und Friedrich Thun, fowic Graf Clam-Marlinitz find gleichzeitig gestern hier eingetroffen, Fürst Karl Schwarzrnbcrg kommt morgen. Prag, 2l. Juni. (Pr.) Die an die Adresse Skrcjschowöly's gerichtete Mißtrauens - Adresse der Arbeiter wirft demselben vor, cr habe dem „Oul" l0.000 Gulden versprochen, wenn dcr „Oul" die jungczcchischc Führung verlassen uud zu Adcl uud ClcruS halten wolle. Pest, 2l. Juni. (Pr.) Der Reichstag wird dcfi nitiv am 30. Juni seine letzte Sitzung vor Zusammentritt der Delegationen abhalten. Berlin, 2l. Juni. Dcr König schließt morgen Nachmittags das Zollparlamcut und den Reichstag. Florenz, 21. Juni. Die Herzogin Aosla ist schwer erkrankt. Dic „Gazzetta lifficialc" meldet, daß gestern Meudö in Mailand, Turi», Ncapcl, Bcraamo uud Nca.gio Dcmonslratioucn ucm gcrmgcrcm Vclangc slultsandcn. In Mailand zerstreute das Publicum sclbst die Demonstranten. Sonst wurdcu die Ansammluligeii überall ohlic Anwendung dcr Waffen zerstreut. Die uon den dcüwüstriiclidcn Individuen auSgestoßencu Nufe beweisen , daß dicfelbcn von geheimen Ag/uten bearbeitet sind. Dasselbe Blatt sagt anläßlich der von der Regierung zurückgezogeueli Fiuanzconvcnlionen: Der Finanz' plan der Regierung hat sich »icht geändert. Die Con-ucutiouen sollen der NcMilmg 400 Millionen verschaffen, womit dic ersten Deficits gedeckt w^deu sollen. Die Regierung wird diese Eoiwelilioucn in der nächsten Session der Kammer wieder vorlegen, jedoch mit Abänderungen, welche eine Majorilül für dieselben erhoffen lassen. Das Ziel dn- Rcaicruug gcht noch immer dahin, den ZwangScurs aufzrchcbcu uud c>as Gleichgewicht herzustellen. Gestützt auf das Laud und die Majorität der Kammer wird die Regierung die Um zu uerhiudcrn wissen, die darauf gerichtet siud ,hre Absichten zu durchkreuzen. Paris, 2l. Imii. Dcr Kaiser ist ins Lager von (Mlous abgereist. Oerüchlweise verlautet, daß dcr Dcputirtc Iolwcnccl iu cinenl Duelle gctodtcl wenden sci, Brest, 2l. Juni. Gestern Abends fand hier anläßlich der Vollendung deö atlantischen Kabels cm Bau- tet statt. Admiral ?acapellc brachte einen Toast auf den Kaiser, Baron Bourgoiug einen solchen ans die Königin Victoria auö, in ccm cr von dcr Verbindung Fraulrcichi«, Englands und Amerikas sprach. Beanmont brachte ciucn Toast auf den Präsidenten Grant auö. Dcr Telcgraphendircctor Vongy sprach scin Bedauern aus, daß der Minister des Innern dem Feste nicht bei« wohnen könne, cr lobte die Mäuner dcr Initiative, welche d!e Gesellschaft gründeten, und constatirte, daß die Gesellschaft vor dcm vertragsmäßig festgesetzten Zeitpunkte die Kabrllegung beendigte, cr l>: achte einen Toast auf die Gesellschaft und das gelungene Werk aus. Cr-langrr dankte iu warmen Worte», erzählte die Art und Weise, wie sich die Gesellschaft gebildet, nnd brachte ciuen Toast auf die KabelaiiferliguuMcscllschaft iu Brest aus. Montag wird die ^ölhung des Kabels bc, endigt scin. Dcr „Great Eastern" ist heute früh abgc. fahren. Madrid, 21. Juni. Eine aus 60 Karlisten bestehende Bande ist in Navarra eingedrungen, dieser Vorfall wird als vereinzelt nnd bedeutungslos betrachtet. Teleftraphisclie Wcchsclcourse vom 22 Juni. 5pcrc. Metallenes 62.55. — 5perc. M.talliqucs mit Mai. nnd Novcmder-Zinseu 62,55, — 5verc,!1iatio»al-Nulehci! 70.60.— 186»cr StaalSmilehen 104, . — Vankacticn 740. — Lreditaclicu 308,70. — i'ondou !24.85. — Silber 122.85. — K. l Dncalcn 5,91 Handel nnd Golkswirthschastliches. Die neuen Tüddaliu Prioritäten, von denen cuu 2!. d. M. acht Millionen Onldsn zur öffentlichen Subscript icii gelaugten, werden, wie cö den Auscheiu hat, sehr stark übcrzcich »et wcrden. Es erklärt sich diese Vorliebe des Capital? filr das oMirte Papier, die sich iu dkscm Uuistcuidü aufspricht, nicht liloö an>< drin ^Illfgrlde, das dir Vürsc dnusclbeu Saüit«tllci schon ln" ivilligt, sondrru iu^lirsoudcrc daraus, daß dir muru Plioritäten dic auön.irliia,st«.' Garautic liud die linlirdiiigtostc! Stcuerfrcihcil cic-nicszcii. Wa<< dic Garautic uildclau^t, so ljaste» fiir die richtige imd uilgrschmälcrtc Verzinsung zunächst die Liuieu St. Pcter-Finuic nnd Villach'Vri^en, ,;n deren Ban das neue Slldlicchll-Anlehcn aufgenommen wnroc. In zweiter Liuic steht die Sild-Iiahn nnd endlich linstet dcr Staat mit einer Speeialgarantie, dcr zufolge die Ansprüche dieser Prioritäten vor allen anderen befriedigt werden müsscn. Die Steuerfreiheit erstreckt sich ans dic ganze Zeit der Daner des Anlrhcns, so daß ans die Eonpons der iu Rede stehenden Obligationen ciur Slcucr niemals gelegt werdeil darf. Dcr Prciö der auf Ä«> fl, in Silber lautenden Obligation stellt sich auf IAO fl in Bank- oder Staatsnotrn. Die Verzinsung nfolgt gleichfalls iu Silber. Nudolfswertl), 21, Juni. Dic DnrchschmttS-Preise stellten sich auf dem heutigen Markte, wie folgt: st. . »r. ! «l. , ll7 Weizen per Metzen 4 ! 70 ^ Butter pr. Pfuud . — 4« Koru „ 3 70 Eier pr. Stilck . . -- !^ Gerste „ 2' 70 ' Milch pr. Maß . - U> Hafer „ l 90 Rindfleisch pr. Pfd, - 22 Halbfrucht „ 4 10 Kalbfleisch „ — 2 ^teleornloqischo Neol)üchtlingell ül Lailiach. <; n. Mg. 325.« 4-N.o windstill grüßtl). bew^ ^ ii2. 2 „ N. 325.7? -^1U? W. mNßig z.Hälflcbew/ 0,(>u 10 „ Ab. ^ 32U.«„ -s-1 l.z j W. schwach halbhcitcr l Tngüber wcchsctnde V'ivijltung, Souucuschciu, Abends fast gcmz heiler, Mondhof. Das Tagcsmittcl dcr Wärme ~>- 1Z,0", lim 2" unter dcm Normale, Verantwortlicher Rcdactcnr: Ignaz u. K l e i n m a tj r. N^^^«U««.z^^ Wien, 21 Juni. Die Stimmnug war günstig, der Umsatz jedoch nicht schr brdentcud, der Verkehr nur in iiingercn Papieren von rimger Lebhaftigkeit. Im Ganzen war MlllstnVlllUjl. dic Coursbcwcgung cinc steigende nnd sind hier besonders Vcrcinsbanlacticn zu ucnucn. Was an Rmtc Iirider Gallungcu auf dm Markt gebracht wurde, fand willige Neh-mer In Pfaudbricfen nnd Prioritäten veränderte sich wenig, Neuc Sildbahn-Prioritäteu waren mit 2'/. sl- Agio grsncht. Valuten und Devisen stiegen um circa "/, pEt. ^U. Allflenlriue Staatsschuld. Für 100 fl. Geld «Laarc Einheitliche Staatsschuld zu 5 pCt.: iu Notrn t'crziusl Mai^.>iot'embcr »,2. „ „ „ April-October. 70.50 70.60 Stcueraulchcu rückzahlbar (^) . 9«.25 ^.50 l»ose v,1.1«3l)......248.50 249.50 ,. „ 1854 (4 °/„) zu 250 fl. l>5.75 96.25 „ .. 1860 zu 500 fl. . . 104.30 104,50 „ I860 zu 100 ss. . . 106.— 106,50 „ ,. 1864 zn 100 si. . . 125.30 125.50 Staats-Domnncu-Pfandbriefe zu 120 fl. o W. iu Silber . . 117.75 118.25 ». (hrundentlastunssH-vbligationcn. Für 100 si. Geld Waare Mhmen .... „ 5M. 9250 93. - Galizien .... „5 „ 73.50 74.20 Meder-Ocslcrrcich. . „5„ 93. 93.50 Obcr-Ocstrrrcich . . „ 5 „ 93.— 94.- Siebenbürgen ... „ 5 „ 7750 78.-- Stciermarl . . . „ 5 „ 92.75 93 25 Ungarn .... „ 5 „ 81.80 82,30 > t?. Actien vou Baukinstitute». Geld Waare Anglo-iistcrr. Bank.....343,50 344. Anglo-migar. Vank .... 116,— 116.50 Boden-Crcditanstalt .... 2?!».-- 2«1.— Ereditaustalt s, Handel u. Gcw, . 3l0.40 310.60 Crcdilanstalt, allgcm. uugar. . . 101,- 10'..50 VscomPtcrOcscllschaft, u'ö. . . 834.- 836,.,. Franco-iistcrr. Bank . . . . 126 — 126.50 Gcucralbank.......74.- 74,50 ytationalbllnl.......747.— 748 — Vcreinsbnnl.......123, 123.50 Vcrtchrsbank.......139.85 139.75 «t. Actien von Transportuuterneh-nlllNsteu. Geld Waare Alfold-Fiumaucr Vahu , . . 171.50 172.— B5hm, Wcstbahu.....196.— 196,50 Larl^udwig-Bahn.....233.5.0 234.— DouawDampfschisff. Gcscllsch. . 597.— 599,— Elisabeth-Wrstbahu.....190.75 191.25 sscrdiuands-Noldbahu . . . 2285,-2290.^ ssünfklrcheu.Varcscr-Vahn . . 1"?.- 187.f>0 Frauz-Ioscphs-Bahn .... 190.75 191,^5 i!cmbcrg-EzcNl.-Iassycr-Vahu . 193.— 193.5) I i!loyd. österr........323.- 32b.- ! Geld Waare j Omnibus (erste Emission). . . 2?1.— 273,— ! RndolfS-Allhn...... 169.50 170.., Sicbcnbürgcr Vahn .... 173.25 173.75 StaatSbahil....... 377.50 378. ~ Südbahn........ 254.— 254.20 Süd uordd, Vcrbiud. Bahu , . 167.75 168.25 Theiß Vahu....... 208- 208.50 Tramway........ 203. - 203,50 «5. Pfandbriefe (für 100 fl) Mg. öst, Boben-Credit-Anstalt Geld Waare vcrloSbar zu 5 pCt. iu Silber 108. - 108 50 dto.in33I.rückz.zu5pCt.iuü.W. 91.30 91,70 Naüanalb. auf il. W. verloöb. zu 5 p(5t........95.10 95,20 Orst, Hypb. zn 5'/, pCt. rückz, 1878 9l». - 99.50 Uug. Bud.-Cred.-Aust. zu 5'/, pCt. 92.— 92.50 «?. Prioritätsobliqationen. i, 103 fl. ö. W. Geld Waare Elis,-Westl>, iu S. vcrz. (!. Ciuiss.) 91, - 91 25 Fcrdiuands^Nordb, in Silb. vcrz. 108.25 108,50 Frauz-Iosephs-Vahn .... 92.— 92.25 G.EaU-Ludw.B.i.S.verz.I.Em. 101.— 101.50 > Gelt, Waare , Ocstcrr. Nordwcstbahn .... 91.80 92.20 , Sicbcnb. Bahn iu Silber vcrz. . ^,75» ^'^5 Staatöb. G. 3"/„ä500Fr. „l,Em. 136- 137'.-Südb. G, 3'/..-. 500 Frc. „ . .116.25 116.50 Sildb.-Bous 6 °/„ (1870-74) i. 500 Frcö......242.— 243.— «. Privatlose