Aibacher Nr, 105 Vl« num tla «!ou«pl« ! »: Im somploll «a»z!. ft >l, halbj st. l^5«'. Für b!« .^ustellnn«, in» Han» !>a!l>j, s« tl, Mil On ^oft «<«>»! st >b. ha»'j, 7 s><» Montag, 10. Mai. 3nseltlon«gedül! ffü» Nein« Insnal« b!» z, w<«l>«holungen p» Zeile 3 l». 1880. Amtlicher Theil. Erkenntnis. ^»kna^ ^'!' ^nndcsqcricht als Strafgericht in Prag hat aus "l ?lu,.s ,c>^ ' StncUsculwaltschaft mit dem Erlenntinssc vom nschci,,^ "' '^ lM'ii. die Wciterverbreitlilla der in London ^Nrn ?«. ^'^'lliuft „Freiheit" Nr. 12 vom 2(1. März 1880 M Zf ,?. "lrt'lels „Oeslerrcich-Ungarn" nach den §8 3^ «"d ila,tc> c^ ', baun "^ci, drr Artilcl „Wie man Revolution«. »He Mls'"."' "Was wollen die russischen Revolutionäre?" Vläi,,"'>>/"!chast lind die Revolution". „Die revolutionäre» ^ie d3 ' «?l" die nroßherzisse französische Nation". „Ein >!»d n ' ''Neueste Nachrichten", „Der spanische Attentäter" ^^s Schweden" nach 8 liUü St. G. verboten. Mchtamtliche^ Theil. Erreich und die neue englische Regierung. ncuen^ ^^'^^ ^"t-s Ministers des Aeußeren in dem !ei»e V^"' ^"biliet hat Lord Granville, ein durch Cl^, "ßlgnttg und conciliautc Formen bekannter ^litisss ' übernommen. Diese Ernennung ist in allen beariik, leisen Europas mit großer Befriedigung sH'^ worden, weil man von Lord Granvillcs Ein-^chte ^ ^'edensliebe keine Übereilung, keine unge-l'chen ^f^ü'"hme, keine Billigung vonfriedensgefähr« ts>H.i) "Ivldernngen erwartet. Speziell auch in Oester-hlH'^'llarn empfindet man beruhigende Genugthuung, li>'e»l w '^"ng des britischen auswärtigeu Amtes ^>l!t s'/ ^"'^ anvertraut wurde, der weit davon eut-WH I- ^"^ Gebiet der auswärtigen Politik etwa Niach, "mmelplatz ungezügelter Parteileideuschaft zu ll»! si^ ""^ welcher auch Selbständigkeit genuq besitzt, b»t! V tt'^^ ^"'" willeuloseu und gefügige» Werkzeug lUaZ T. ""ssc" herzugeben, die anderes anstreben, als hl>!>a<>, ^ Erhallung und Befestigung gilter Bezie-»M zwischen Großbritannien und Oesterreich für puiilt '9 ""^ "sprießlich hält. Von diesem Stand-!pon^ ^ betrachtet offenbar auch der Wieuer Corre-i„h'°"" der „Times" den Amtsautritt Granvilles, ,,»,^ ^chlbc uuler anderem schreibt: „Die Ernen-Li)^ ^ aus seiner früheren Amtszeit bekannten ^ntrauen?^ ^""^ "'^ ä^ Bernhigung und zum Garantie k?^^". Sein Name allein scheint eine Kinder ai s z!^ ^ ^"'^ ö"^ die Beziehungen beider sie tMso ! ^"' guten Fuße verbleiben, auf welchem gleich/^ 'einer frilheren Amtszeit beruhten. Ob-bet W,^,?" der Controvcrse über Oesterreich während niemand auch nur eiuen Augenblick daran dachte, dass das Resultat derselben zur Bildung eines Cabinets führen dürfte, das ein Gefühl der Feindseligkeit gegen Oesterreich zu einem Theil seines Programms machen werde, so hat der ganze Wort' streit doch nicht verfehlt, anf beiden Seiten eine ge» wisse Unsicherheit bezüglich der gegenseitigen Beziehungen hervorzurufen. Diese Uügcwi'ssheit und Zweifel erheischen cine Auseinandersetzuug. und wird dieselbe wohl auch in vollem Maße erfolgen, (is scheint, dass die ersten Schritte in dieser Richtung ticreits gechan sind nnd Erfolg versprechen. Je freier uud offener der Gedankenaustausch ist. desto früher wird es sich zeigeu, dass trotz des Cabinetswechsels keine Gründe zu einem Wechsel der Politik vorliegen. Die ganze Politik Oesterreichs seit dem Berliner Congress hat nnr ein einziges Ziel verfolgt, nämlich die strictc.Anssühruug der Berliner Vertragsbestimmungen nnd damit die rasche und möglichst gründliche Lösung dcr orientalischen Frage, wodnrch eine dcr größten Gefahren für den europäischen Frieden beseitigt würde. Dies ist die Stimmgabel der österreichischen Politik. Oesterreich kann unmöglicherweise in Opposition mit dem neuen englischrn Cabinet kommen, indem es diese Politik veifolgt, da auch nicht im Schlafe daran zu denken ist, dass das Gladston'sche Cabinet die orientalische Frage abermals zu eröffnen beabsichtige." Man darf wohl annehmen, dafs diese Auffassung der Sitnation jener Lord Granvilles vollkommen cnl. spricht. Es sind allerdings an den Vladstone'schen Ausspruch „dki!^ oss« allerlei bedenklich erscheiuende Conjccturcn bezüglich der Haltuug der neuen englischen Negierung gegenüber der von Oesterrcich.Ungarn auf Gruud des Bevliner Vertrages in Bosnien nnd der Herzegowina übernommenen Mission geknüpft wor-den. Allein dieselben erweisen sich nach den bereits erfolgten Aufklärungen als grundlose Annahmen. Lord Granville selbst hat, als er die Botschafter cmpfieng. die Versicherung ertheilt, das neue Cabinet werde die von der frühereu Regierung eingegangenen Verträge halten, also selbstverständlich in erster Linie den Be'r-lmer Vertrag,, welcher die Basis für die Position Oesterrelch-Ungarns auf der Balkan-Halbinfel bildet. Auch Lord Derby, welcher bekanntlich vor kurzem voll-staudig der nun am Staatsruder befindlichen Wigh. Partei sich angeschlossen hat, erklärte in einer Unterredung, die er mit dem Correspondenten der „Wiener Allgemeinen Zeitung" hatte, ausdrücklich, die Glad-stone'sche Regierung werde alle übernommenen Ver. träge halten. Die österreichische Sache in Bosnien stehe auf einer gesetzlichen Basis. Er wünsche, dass England auf bestem Fuße mit Oesterreich stehe: Eng« land habe ein geringes Interesse an den Balkanstaaten, welche Oesterreich und Russland mehr an-giengen. So lässt sich denn mit vollem Grund annehmen, dass die Beziehungen Großbritanniens zu Oesterreich-Ungarn anch unter dem Gladstone'schcn Regime jeuen Charakter haben werden, welcher im Interesse beider als wünschenswert erscheint. Und wenn von mancher Seite vermuthet oder eigentlich befürchtet wird, dass in dieser Beziehung, wie in anderen Fällen, die Ansichten des zum Unterstaatssecretär im englischen Ministerium des Aeuhelu ernannten Radicalen Sir Charles Dilke den Minister des Aenßern ungünstig beeinflussen dürften, so ist dies vorläufig doch uur eine Hypothese. Die Wahrscheinlichkeit spricht vielmehr dafür, dass der Radicalismus Dilkes auf dem Gebiete der praktischen Politik sich au jeneu Verhältnissen abstumpfen wird, die sich da mit zwingender Macht geltend machen. Die Discussion über das Militiirtaxgesetz. In treffender Weise illustrieren, die „Innsbrucker Nachrichten" die Art uud Weise des Vorgehens gewisser leitender Wiener Organe in Angelegenheit des Mllitärtaxgesetzez. Da« Innsbrucker Blatt ichreibt: Das „Vaterland" fand noch am 14. November v. I., dass die Militärtaxe „glücklich gewählt worden sei". Am 25. Februar o. I. erklärte das nämliche Blatt, die Rechte sei aus zwei Gründen gegen dieses Gesetz, weil erstens die ländliche Bevölkerung gegen dasselbe sei, uud zweitens das Gesetz vom Landesvertheioiguugs-Minister Horst eingebracht wurde, welchem die Rechte das Gesetz aus dem einfachen Grunde nicht bewilligen wolle nnd werde, da er ein Schützling des verhasstrn Ministers Stremayr sei. Und jetzt stimmt die Rechte ungeachtet dieser Kundgebungen ihres Partei°Organes im' schroffen Gegensatze zu der Linken einmüthig für dieses Gesetz. Die „Neue freie Presse" will jetzt wissen, dass die Vcrfasfungspartei deswegen gegen dieses Gesetz sei, weil sie dem gegenwärtigen Cabinet leine neuen Steuern bewilligen wolle. Die „Deutsche Zeitung" findet es in der Nummer vom 9. November v. I. in einem Leitartikel über die Militärtaxe ganz billig, dass die 100—I70.(XX) jungen Männer, welche bis jetzt von der „allgemeinen Wehrpflicht" jährlich befreit wer» den, als „neues Steuerobject" herausgezogen werden; nach mehr als fünf Monaten aber sieht sie in der Feuilleton. Wiener Skizzen. Die «-4 7- Mai. ?'ch lens^ll' " Tage h^ses .Wonnemonates" haben 7ler ^"lt an die fächsische Schweiz erinnert. In , 9e»d ,?!. 'hrer malerischen Reize hochgepriesenen > dann ,' ?! "" berühmter Wasserfall.' der aber ?ttdois l ' .^" 'st' wenn in dem dazu gehörigen V"alt „', ^ W"ss^ angesammelt ist, dass der « erst '"' Erfolg in Scene gefetzt werden kann. ^acht k - tage haben uns nun all' das Wasser ^rvoi'r Nr Ehrend des April in dem himmlischen 7»icz ae,-,^/,"aes""""ctt hat. Und da es im April »^ Met hat. so war der Mai-Wasserfall um so zb Mai-Praterfahrt fiel des- s, ''l'r. t»,i?I ",/lllclllch aus, uud zu verwundern war N' in orin )"V ""l"^ """t"' eme solche zu-3>"' ', "^'. Die durchaus dabei sein wollten, V"'. und ^chlossenen Wagen, in Winterröcken und in welcher vier Damen in F^ln^nn' fröre,., ""gte förmlich ein mitleidiges ^" dies r s)..cl" sprich erschienenen Zuschmiern. 3 Weh ,.. 6.M"'u>r wendete sich mit den Worten , ^ ^'"" 'st für die Zu. >>2''l°>>."'wN "'" Zimmer ergieng es der Wiener « >«de vm^ >!"" ^ d' 2". 5" der großen Früh- »l w« "" den. Kaiser anf der Schmelz ans. U?"r»ct/ b """ den« ohne Mäntel, im Parade- !'H>""' 'hre An" li"""' die T.npven. etwa 15,(XX) Near' s Bungen eingenommen, so goss neuer- Müb, u»d in weniger als einer Viertel» stunde war alles, was sich auf dem großen durchweichten Manövrierfelde befand, bis auf die Haut durchnässt. „Nässer als bis anf die Haut können wir doch nicht werden", dachten Officiere und Mannschaft während der Parade, die unter strömendem Regen programmäßig dastand, und was einigermaßen tröstete, war, dass auch der Kaiser sammt seiner ans etwa 300 Personen bestehenden Begleitnng dasselbe Schicksal über sich ergehen ließ. Tagsdaranf gewährten die ver-schiedenen Kasernen Wiens einen gar seltsamen Anblick, ans allen Fenstern hiengen die Monturcn zum Trockuen, die nächste Umgebung der Kasernen glich einem un< gehenern Taudelmarkte, so massenhaft waren da Waffen« rocke. Hosen. Wäsche aufgehängt, und ein witziger Cadet meinte: Die Wiener Garnison habe einmal Generalwäsche gehabt. Allerdings waren die Generäle auch am schlimmsten mitgenommen worden, die gelben Schärpen waren ansgewaschen und die grünen Feder-büschc alls den Generalshülen ließen die Farbe, welche in breiten Strahlen über die Uniform sioss. Die Officiere können die so gründlich durchnässten Uniformen schwerlich wieder bei einer Parade tragen und sind genöthigt, sich eine neue Parade-Uniform machen zu lassen. Und das hat mit seinem Regen der schöne Mai gethan! Viel hätte nicht gefehlt, und auch die Enthttllnngs-feier des Beethoven-Denkmals wäre zu Wasser geworden, indes hatte der Himmel ein Einsehen und stellte für den Vormittag des ersten Mai den kalten Schnürlregen ein. Die Enlhüllnngsfeier war einfach »nd würdig. Die deu Platz uach drei Seiten ein» schließenden Gebäude, das akademische Gymnasium und drei Plivatpaläste. waren festlich mit Fahne.'. Teppichen nnd Guirlanden decoriert. der Platz selbst war umgeben von Flaggenstangen, auf dem Parterre vor dem verhüllten Denkmal war ein offenes Zelt für die Ehrengäste errichtet, eine Reihe Stühle war für die Damen aufgestellt. Unter den Ehrengästen befand sich anch Beethovens Nichte, die Witwe Carl v. Beetho-vens mit ihren vier Töchtern. Beim Erscheinen de« Erzherzogs Carl Ludwig, welcher den Kaiser vertrat, intonierte die Musik die Volkshymne. die Hülle fiel und das Denkmal präsentierte sich in seiner vollen Schönheit. Nun überreichte der Obmann des Comites dem Bürgermeister die Schenkungsurkunde, die derselbe dankend entgegennahm, die Gesangsvereine stimmten den Bekchoven'schen Chor „Die Ehre Gottes" an und mit dem Verklingen dieser prächtigen Tondichtung war auch die Feier zu Ende. Das von Professor Zumbusch entworfene und modellierte, vom Erzgießer Turban, gegossene Denkmal erinnert insofeine an das Denkmal Franz Schuberts i,n Stadtparke, als auch Beethoven sitzend dargestellt ist. Der Sockel und der dleistaffelige Unterbau sind von dunklem Tiroler Marmor und vom Steinmetz Ganzwohl ausgeführt. Auf der obersten Staffel vor dem Sockel sind zwei überlebensgroße Figuren, der gefesselte Prometheus nnd die kranzreichende Nike (Victoria), die Verbindung zwischen beiden stellen neun Genien her. allerliebste Kindergestalten. Es heißt, dieselben sollen die hervorragendsten Orchesterwerte Beethovens andeuten, allein ich glaube nicht, dass dies im Sinne des Künstlers lag. Das Denkmal ist sowohl im ganzen als anch im einzelnen ein wirklich schönes Kunstwerk, das vor den, Schiller-Denkmal das voraus hat, dass es im richtigeren Verhältnis zu dem Auf» stellnngsplatze steht. Nnr mit der Aufstellung selbst bin ich und sind viele nicht einverstanden. Äeelhlwe,, wendet nämlich der offenen Seite des Platzes den Rücken, die Fafade des Denkmals ist den Häusern 882 Militärtaxe eigentlich nur eine Art Strafe für die Krüppel. Das „N. Wr. Tagbl." nennt jetzt die Militärtaxe in höhnischem Tone eine „Krüppelsteuer" und ruft dem Volke in großer Entrüstung zu: „Das ist dein Geschick! Entweder musst du zahlen.oder bluten!" Das demokratische Blatt argumentiert zur Rechtfertigung seines Spottes also: Der gesunde Mann zahlt dem Staate die Blutsteuer, und das ist in der Ordnung; aber wie kommt denn ein Mensch dazu, dass er, wenn er ohnehin schon köaperlich unglücklich ist, jetzt auch noch für seine Krüppelhaftigkiit Steuer zahlen soll? Am 18. Oktober v. I. zählte aber das gleiche Blatt mit voller Anerkennung und Zustimmung die Erwägungen auf. durch welche der Gedanke der Einführung des Wehrgeldes entstanden ist, und hebt dabei beson« ders das „Princip der Gleichheit" hervor, welches ein ^equivalent für die Blutsteuer fordere, das eben in der Militärtaxe gefunden werde. Man sieht aus diesen wenigen Beispielen, welchen Wandlungen die Ansichten unserer maßgebend sein wollenden Residenzblätter im kurzen Zeitraume vom Herbste bis zum Frühjahre unterworfen sind. Oefterreichischer Reichsrath. 90. Sitzung des Abgeordnetenhauses. Wien, 7. Mai. Präsident Cor on ini eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Der Finanzminister übersendet einen Gesetz' entwurf, betreffend die Bedeckung des Abganges im Jahre /880. Die Budgetdebatte wird fortgesetzt. Abgeord« neter Proskowetz weist auf den Rückgang namentlich der Bierconsumtion hin und befürwortet die Ein-führnng der Malzsteuer, wie sie in Deutschland besteht. Abg. Siegl bemerkt, dass das neue Brant« wcinsteuergesch den kleinen landwirtschaftlichen Brennereien das Bestehen unmöglich mache. Specialreferent Wolfrum befürwortet die Einführung einer Pro« ductensteuer für Brantwein und bemerkt, dass die Zuckersteuer nicht in der Weise reformiert werden dürfe, dass das ftscalische Interesse ohne Vortheil für die Fabrikanten zum Schaden für die Consumenten preisgegeben wird. Beim Capitel „Salz" unterstützt Abg. Tausche die vom Vudgetausschusse beantragte Resolution, in welcher die Regierung aufgefordert wird, durch Er-MMilg cines im Preise ermäßigten Viehsalzes den Gebrauch desselben für die Viehzucht zu ermöglichen. Abg. Grün wald empfiehlt, dass Salz aus Tirol in die benachbarten Länder gebracht werde, da in der Saline Hall große Salzvorräthe vorhanden sind. Abg. Proskowetz spricht gegen die Ermäßigung des Viehsalzpreises, weil dieselbe zwecklos sei und dem Nerar nur Nachtheil bringe. Die obige Resolution wird angenommen. Znm Capitel „Tabak" spricht Abg. Dr. Roser. Er beantragt eine Resolution, betreffend die Erhöhung des Preises für feinere Rauch« und Schnupftabaksörten. Abg. Hevera bespricht die Mittel, durch welche der Tabakbau befördert, der Export gehoben und der Im» Port vermindert werden könnte. Specialberichterstatter Abg. Hausner bespricht eingehend die vom Ausschusse vorgeschlagene Resolution, betreffend eine angemessene Steigerung des Preises gewisser Tabaksorten. Redner betont, dass das Tabaks-gefälle das einzige Object sei, bei welchem nach rich, tigen volkswirtschaftlichen und staatsfinanziellen Grund« sätzen eine Steigerung des Ertrages stattfinden könne. Der Besitz, die Production und die nothwendigen Lebensmittel seien ohnehin bis an die äußerste Grenze belastet, während eine Preissteigerung bei einen Genussmittel wie Tabak wohl einen momentanen Rückschlag im Erfolge, aber erfahrungsgemäß immer eine Steigerung der Einnahmen im Gefolge habe. Redner beleuch« tet an statistischen Daten die enormen Einnahmen anderer Länder an dem Tabaksgefälle und hofft, dass auch in Oesterreich mit Rücksicht auf das Deficit zu diesem rationellen Mittel gegriffen werden wird. Die Resolution wird angenommen. Beim Capitel „Stempel" beantragt Abg. Dworski eine Resolution, betreffend die Vorlage eines neuen Gebürengesetzes, welche an den Budget-Ausschuss gewiesen wird. Beim Capitel „Lotto" beantragt Abg. Roser eine die Aufhebung des kleinen Lotto bezweckende Resolution, welche vom Abg. Löblich unterstützt und dem Audgetausschusse zugewiesen wird. Die vom Ausschusse beantragte Resolution, betreffend die Einschränkung des Lottos, wird angenommen. Abg. Kronawetter spricht sich gegen jene Resolution aus, welche die Aufhebung der Dicasterial-gebä'ude.Direction verlangt, weil diese Maßregel ohne Vortheile für das Aerar wäre. Abg. Graf Clam befürwortet die Resolution als praktisch, worauf dieselbe angenommen wird. Die Capitel „Oberster Rechnungshof" und „Pen« sionsetat" werden ohne Debatte eingestellt. Beim Ca-pitel „Subventionen an Eisenbahnen" macht Abg. Hausner auf den Uebelstand aufmerksam, welcher dadurch entsteht, dass die Directionen aller Eisenbahnen ihren Sitz in Wien haben, auch diejenigen, die ihre Linien bloß in der Provinz haben. Dadurch werden die Kosten der Centralleitung und naturgemäß die Garantiezuschüsse des Staates erhöht. Er beantragt eine Resolution wegen Verlegung der Direction der Albrechtbahn von Wien nach Lemberg und wegen Verlegung mindestens der Centralbehörden und Material« Verwaltungen der anderen Vahngesellschaften nach dem Sitze ihres Betriebes. Abg. Kronawetter beantragt eine Nesolntion, wonach den garantierten Eisenbahnen die Ausgabe und allen Staatsbeamten die Annahme von Freikarten zu untersagen ist. Abg. Ruß polemisiert gegen den Abg. Hausner und bemerkt, er sehe nicht ein, welcher Zusammenhang zwischen den Einnahmen und dem Sitze der Direction besteht. — Nächste Sitzung morgen N Uhr. Ungarischer Staatshaushalt. Die Brutto-Einnahmen der ungarischen Staats« lassen in der Zeit vom 1. Jänner bis Ende März d. I. belanfen sich auf 4ti.tt53.444 fl. und betragen somit um 3.339.088 fl. weniger, als in derselben Periode des Vorjahres. Sie stellen sich im Vergleiche mit jenen des gleichen Quartals von 187!) günstiger: bei dem Stempelgefälle mit 36,613 fl. 24'/, kr., bei den Rechts-gebüren mit 102.490 fl. 80 kr., bei dem Tabakgefälle mit 247,750 fl. 58'/, kr., bei dem Salzgefälle mit 72,207 fl. 19'/, kr., bei der Staatsdrnckerei mit zugewendet, und dadurch hat das Denkmal keinen Hintergrund. Man sagt, diese Aufstellung sei deshalb erfolgt, weil einer der Besitzer der Priuatpaläste es gewünscht. Die drei Besitzer der angrenzenden Privat« Däuser haben nämlich zusammen 20,000 fl. für das Denkmal gespendet, und dafür soll sich der eherne Beethoven nun dankbar zeigen. Unglaublich, aber wahr! Wenn übrigens einmal ein Fremder kommen und von einem „Hir'schauerstückl" sprechen sollte, so möge ihm bedeutet werden, ,dass diesmal den Gcmeinderath keine Schuld trifft. Diese hochachtbare Körperschaft sorgt schon dafür, dass man dies nicht immer vor ihr sagen kann. Vor kurzem hieß es, der Bürgermeister wolle zur Feier der Versöhnung der Parteien im Ge-meinderathe diesem ein Bankett im Cursalon heben. Ich weiß nicht, welcher Spassvogel diese Notiz m ein Blatt geschmuggelt hat; einige Tage später war wieder von einem kleinen Scandale zu lesen, der im Schoße der Communalvertretung stattgefunden und obige Notiz in eigenthümlicher Weise illustrierte. Ein Gemeinderath hatte einen abwesenden Collegen beschuldigt, gelogeu zu haben, worauf ein anderer Stadlvater replicierte, dass es nichts Gemeineres gebe, als einen Abwesenden, der sich nicht vertheidigen kann, zu verdächtigen. Hierauf erhobsich ein allgemeiner „Sturm das Unwillens", wie er in unserer Rathsstube öfter vorkommt. Dass diese Scene sich wenige Tage nach Einführung der neuen Gemeinderäthe abspielte, eröffnet eine recht interessante Perspective in die Zukunft. Wenn einmal da« enlant torridle des Gemeinderathes wieder warm geworden sein wird, dann können wir auch wieder recht nette Sachen erleben. Zwei Krisen, welche die letzte Zeit her den allgemeinen Gesprächsstoff bildeten, die Krise des Stadt« theaters und die Hofopern Krise, werden jetzt endlich ihr Ende erreichen. Am 14. Mai findet die außerordentliche Generalversammlung der Gründer des Stadt« theaters statt, in welcher über das künftige Schicksal dieses Kunsttempels entschieden wird. Es ist lein Zweifel, dass es zur Verpachtung kommt, und es ist wahrscheinlich, dass Herr Tewele vom Carltheater den Pacht übernehmen wird. Es sind übrigens eine Menge von Offerten eingelaufen, ein Beweis, dass es Leute genug gibt, welche der Meinnng find, man könne im Stadttheater Geld verdienen. Auch die Besitzerin einer Theaterschule, Frau Grey, befindet sich unter den Be-Werbern; dieselbe bildet sich ei», dass sie allein imstande sei. aus dem Stadttheater „etwas zu machen"; was es aber sein wird. darüber ist sie sich selbst noch nicht klar. Unmöglich ist es nicht, dass Herr Jänner in Gemeinschaft mit Tewele den Pacht übernimmt, denn derselbe hat gethan, was er unter den jetzigen Verhältnissen thun musste — er hat seine Demission gegeben. Vorgestern nachmittags sollte eine Conferenz des neuen Intendanten mit dem Director der Oper stattfinden, anstatt des letzteren aber lief ein geschriebener Schreibebrief ein, in welchem gesagt war, der Schreiber lege seine Stelle nieder und bitte, dies dem obersten Chef, dem Obersthofincister Fürsten Hohen« lohe, mitzutheilen. Der Schritt maq Herrn Jauner etwas schwer geworden sein, denn eine Stelle, mit welcher 6000 fl. Gage, 6000 fl. Functionszulage und 3000 fl. Wagengeld verbunden sind, gibt man nicht so leichten Herzens auf. Das einzige, was Herrn Iauner trösten kann, ist das große Deficit, das er hinterlässt und mit dessen Bewältigung sich Freiherr v. Hofmann ebenfalls eine fchwere Aufgabe gestellt hat. Lewis. 64.850 fl. 47 kr., bei den transitorischen A"H'n und aus dem Verkaufe der Staatsgüter ,mt ^v^ ^ 34'/, kr. und bei dem Postgefälle nut 60,,4u >-47'/, kr., im ganzen aber günstiger nnt U"^ ', 82 kr. Bei den übrigen Empfangstlteln iw '^ hingegen eine Mindereinnahme von 4.269.00U p. ^ weshalb im ganzen eine Mindereinnahme per 5"'^ Gulden 60 kr. resultiert. Von dieser Summe en^ auf die directen Steuern 2.551,684 st. 1 lr. Mindereinnahme findet ihre Erklärung " ""s . Jahres 1878 den Absatz der Product« sehr e ^ hat und viele Steuerpflichtige ihre Schuld I« ,^ vierte Quartal 1878 demzufolge erst in den er^" Monaten 1879 abgestattet haben. ^ M Auf die Verzehnlngsstener entfällt r^n ocl ^ ausgewiesenen Mindereinnahme ein "v/ A,.f die 480.562 fl. 12 kr., und zwar ein Theil ""'^ Arantweinsteucr und ein Theil auf dle 0«^, ^ Der auf die erstere Stenergattung entfallende "»^ von ungefähr 324.000 fl. findet seinen GrMw ^ ungewöhnlich schlechten Erdäpfelfechsung, mM«- ^„ der größte Theil der Erdäpfelbrennereien u" ^, Vierteljahre 1880 fchon den Betrieb emgejN" ,,„e Die auf die Zuckersteuer entfallende Mlndercu ^ per 147,000 fl. muss auch der schwachen M^ ^ im Jahre 1879 zugeschrieben werden, "'WaM >>" die Dauer der Zuckererzengung im Jahre 1»< / ^ch Vergleiche des Vorjahres sehr kurz ""d ^Os' die Steuergebür viel kleiner war. Dieser ^v, .sieB' fall belastet übrigens nicht das StenergeM, " ^» Theil des in dem Zuckersteuergesetze festgestc^' ^ Erträgnisses, welcher in der Steuervorschrcw ^^' Bedeckung findet, dnrch die Erzenger mitte ^^ tragszahlungen gedeckt wird. Die MlNd",'^ bei den Staatseisenbahnen und Fabriken ruy ^r weil infolge der Missernte des Jahres 1?/^^ Getreide zur Verfrachtung kam. Das ungmw'^6 st' trägnis bei der Wemzchent-Ablösung mtt > ^hB" 2'/, kr. mnss dem bei den directen Steuern "^i' Grunde zugeschrieben werden, dass '"'!- s!hM ^ bung dieser letzteren auch die executive ^"^ ° ^K^ Zeheutablösimgsgebürcn im größten Theile oe eingestellt werden mnsste. . <7o58^' Die Ausgaben sind im ganzen ""l i< ' M' 42 kr. ungünstiger. Indem jedoch die ""^.F st' auslagen im ersten Quartal 1880 um ^"H^ v"" 4 kr.'kleiner sind, als jene in derselben ^,zM 1879, so zeigt sich bei den übrigen Titeln e"'^" ausgäbe von 4.171,788 fl. 46 kr., welcye ^» gänzlich auf die Zinsen der Goldrente ent^ ^ ll. die Mehrausgabe dieses Titels 6.746,37V I^M beträgt, hievon abgerechnet die infolge ^"' ,c^ p" der 153-Millionen.Anlcihe wegfallenden ^sel, p" 2.612,647 fl. 47 kr., ferner abgerechnet d>e" hF 364.281 fl. 39 kr. der ans der Goldrente "M schwebenden Staatsschuld, zeigt sich die facM^l/, ^ ausgäbe der Goldrente per 3.771,450 i^'MM Die hier angeführten Ziffern laffen den " „H Verlauf der Finanzgebarung Ungarns ""Ae ^ Jahre als einen ganz normalen erscheinen- ^, W gange aus den directen Steuern entsprechen ^ ^ sächlichen Verhältnissen, nnd die AnöMe "" ^Zg zehrungKsteuer sind derartig, dass sichln H chnng in den folgenden Quartalen "'.,Mtlch ^ Erfüllen sich die Hoffnungen, welche man '" BH diesjährigen Ernte hegt,'dann darf Ung"" M^ Fng nnd Recht auf eine sehr zllfrledenstellei' «^^' tung seines Etats für die laufende Verwalk u rechnen. Zur Situation in Deutscht«"^ ^^ Der Conflict zwischen dem Fürste« ^9^ und Hamburg beginnt seiner 3^9 ss.^i,. >l Oesterreich nachgerade direct ZU'"^>>.t is^M nur, dass 8 4 der Elbeschiffahrtsacte bedr^ W^ die Reichsregierung die Zollgrenze "."',,f«^ unterhalb Hamburgs verlegen und daum . c^stt" „ eine Pression zur Aufgabe seiner F"^^.^ ausüben will. Die Neichstagscominlsston ' ^l ^,. auf Antrag Delbrncks, dass die Ael'dclm^t.'^,,,, grenze nur in Vereinbarung mit dem ^ ^ M^,, folgen lönne, eine Entscheionna, d'e V" s het ^, als gleichbedeutend mit der den Artikels erklärte. Der Präsident des ^,,1!^ ge amtes fügte denn anch weiter be>, " WH ^ würde dann eventnell auch den aus ^.Nlre'AM zurückgelangenden Haildclsvertraa nm glc'^A,.' lehnen. Äamwa.cr erklärte, letzteres "^h"'" tF da der Vertrag ohnehin inhaltlos !", ^ZoU ,^,,,l. Udo Stollberq doch namentlich »^ ^kanz'"'st < auf den Vertrag Wert legte. Der A ^l)r eHlF dem Vernehmen nach, diesen soll erklärt haben, dass er den vorewa^ches als Eingriff in die Rechte des Btt>'" 883 dub^ Hansestädte sil,d angesichts der ihnen Ein «n »> "Ä^amkeiten ü» kolossaler Aufregung, dien«?' ,^""desrath gerichteter Protest gegen "i 5°0m'l"bung hat in Hamburg nichts'weniger Von Kl m Unterschriften erhalten. 6000 Bewohner Cenat . s s ^bst haben einen „Nothschrei" an den sich de . ,^'I^ h°'"bnrgische Bürgerschaft schließt Ln ! udthardt stattfand, und von dem in sp^'uanschen und diplomatischen Kreisen viel ge-^lchl^' derselbe bezog sich anf Aeußerungen, Äebm.^ "^^ "" Vundesralhe über die formelle Wen Z ^" Frage gethan hatte; er soll erklärt üoch j." habe bezüglich des Hamburg'schen Antrages lvas a? Instruction, würde aber, falls statt dessen, ^illioi, ^" anderer Seite angeregt war, eine bloße «>'d v m?, ^ Verfassungs-Ausschnsses zuni dritten "leu la' Ausschüsse beschlossen würde, dem zustim-staat s?"' ^ "' glaube, dass, wenn ein Vundes-'h>n di "Isemem Verfassungsrccht tangiert fühle, ,nan bilrfe ^5 ^"ssion ^eser Frage nicht verschließen dein K ? S"^'^ ""^e Nudthardt deshalb von l>M ""'zler hart angelassen, der ihm sogar vorwarf, b°r vips^^" chn conspiricre. Der Vorgang spielte sich hllrdt ^'lZeugeu "b' und man glaubt, dass Nudt-belmw^? ^'"en Posten aufgeben werde, zu dem er ^ann i "^ ^o^on^ ß^Uii des Kanzlers und als ' von anerkannter Rcichstreue berufen worden war. Dieim Neichstagsfchluss wird Montag oder . >» ag erwartet. Sodann wird der preußische Land-Mpil«/'"er Nachsession zusammentreten. Was das Hai» ^"'"'" für denselben betrifft, so scheint eine ^MaufgM die kirchenpolitische Vorlage zu s'ht n s, ^ der Kanzler auf seiner Soirce in Aus-6>n2' ^"^' ^ ."!"de sich dabei um gesetzliche bkr «F.^"s Zur Sistierung gewisser Bestimmungen lich "."'^efetze handeln. Die Session, die ursprüng. eiilben.f ^"^ Erledigung der Verwaltungsorganisatiön t'onn ,? "erden sollte, würde damit, wie die „Na« vtdem's- ale Korrespondenz" bemerkt, eine außer, sich.., llch erweiterte Bedeutung gewinnen und voraus-"ehin ""H ^^ ""ähnliche Zeitdauer in Anspruch ^chlWl ^^ kirchliche Frage involoiert eben den lvar? a ber ganzen politischen Situation. Es Und den^licklich, wo über den eigentlichen Charakter die dürft s^l^ ^er beanspruchten Ermächtigung kaum daz beM^^n Unirisse vorliegen, voreilig, sich über rung ei», l^'a.te gesetzgeberische Vorgehen der Negie-libel'^ abschließendes Urtheil bilden zu wollen. Die bisher a hl wie die ultramontane Presse hat sich lehnend"^? ^" Vorschlag ziemlich kühl und ab-die Ans^s/^lten, denn es fehlen heute noch zu fehr der kirck^p""kt.e für die Antwort auf die Frage, ob hat. ein sf^ Friede, wie ihn die Regierung im Auge ^stimnl. 5 'll' dem auch von liberaler Seite zu-den Sck»s. "' kann, oder ein folcher, der nur auf tttichi^, .s^rn "°n Confervativen und Centrum zu As. «r» leine E^^'Lothringen hat bekanntlich ebenfalls ^ aufs«m"?enfrage. Deutsche Blätter hatteu es Z^n2.^^^)oben. dass in der letzten Session l'ch der fr ""N"sses d'e meisten Mitglieder desselben ^lsllss.9^M''lch"l Sprache bedienten. Die officiöse ? Stat^?/"'ger Zeitung" sucht nun diese Nachsicht ^ osfic,n s zu rechtfertigen, indem sie hervorhebt, MW ' Sprache der Landesvertrelung fei die l'bu?a'ss,°'^ sicher auch alle Vorlagen und die lanzösis^uchte verfasst werden. Der Gebrauch der "lse sickVl ^^^e werde mit der Zeit abnehmen, ^dnete.. '"^l verbieten, da die derzeitigen Ab-"^ 'nackig? ^"bten theile der deutschen Sprache >^brn ^m)""'- 6'" Zwang lasse sich daher nicht ?3 Mund. ^ """' erheblichen Theil der Versammln»" ln3s.^ "1^'"' D'e „Elsass-Lolhringische ^che fil^'^t' ob eine derartige Vehandluug der V'ch Wärp ^'tische Entwicklung im Reichslande ^^' Un,sl ' >!"'^ "'^l "U"der daran, ob eine unter ^"t>e A I "^" vorgenommene Nenwahl nur deutsch ?"ri)e. 3,,^"dncte in den Landesansschuss bringen ^beste Ztv^chen Fragen sei die wachsende Einsicht Ngesnmisskeiten. ^"Wil^/Hnis der „Vindob.na".) Eine ^riiis ,s ^ Wiener Iourilalisten- mid Schriftstellcr- ^"Hl7'^ ""gestern dem Präsidenten ^eincr r« 'c?"s"' b"""s Wilczek, als erste Rate "ragmsses, welches „lit dem Fcstblattc „Vin- dobona" erzielt wurde, die Summe von 10.000 sl. über-bracht. Der Graf dankte herzlichst im Namen der Armen Oesterreichs, denen bekanntlich sowohl das Ergebnis des Carruussels wie der ..Vindobona" zustießt, und nahm mit Freude die Mittheilung entgegen, dass die „Con-cordia" schon in der allernächsten Zeit abermals einen größeren Betrag abzuliefern in der Lage sein werde. — (Eine bürgerliche Trauung por proeul-a.) Am 1. Mai hat sich in Wien der gewiss höchst seltene Fall ereignet, dass eine bürgerliche Trauung per procure stattgefunden hat. Der Bräutigam ist Militärintendant in Serajewo. Namens Victor Damisch, die Braut ist die 24jährigc Bürgerstochter Ottilie Franz. Der Bräutigam ist nicht in der Lage. von Sarajewo nach Wien zu kommen; die Braut kann wieder nicht dorthin reisen, weil angeblich in ganz Serajewo keine entsprechende Wohnung aufzutreiben ist, Sie bleibt daher ill der elterlichen Wohnung, bis in der einen oder anderen Beziehung diesfalls Ordnung geschaffen wird. Der Bräutigam erhielt die Erlaubnis sowohl von der Militär geistlichkcit als vom l. k. Generalcommando in Serajewo ohne Schwierigkeit. Auch in Wien gieng es viel leichter, als man vermuthet hatte. Pfarrer Urban am Schotten-fcld war zwar bei drm ersten Ansuchen überrascht, da ihm während seiner langjährigen Praxis — cr ist bereits fül'fzi'g Jahre Priester — noch nie ein solcher Fall vor-gekommen wnr. trotzdem er schon mehr als 9600 P^are getraut hatte. Er wendete sich an das fürsterzbischöfliche Consistoriuln. und dieses, um ganz sicher zu gehen, legte das Ansuchen der mcderösterreichischen Statthalterei zur Entscheidung vor. die auch bald erfolgte. Als Bräutigam lier iiroouln fungierte der Secretär des Wiener Ma-gistrates und Schwager der Braut, Josef Silberbauer. Gleich nach der Trauung wurde der Trauungsschein. auf Victor Damisch nnd Ottilie Franz lautend, nach Serajewo abgesendet. Wann sich das junge Ehepaar zusnmmensiudcn wird, ist „och unbestimmt. — (Geflügel- und Vogelausstellung in G raz.) Am 6. d. M. wurde die vom Ersten steiermärki-schen Geflilaelznchwcrcine in Graz veranstaltete erste Ansstcllnng geschlossen. Als erster Versuch firl dieselbe befriedigend ans. obgleich viele Mitglieder, welche mit-unter ganz stattliche Geflügelhöfe besitzen, sich an derselben nicht betheiligten. Am meisten trug zu dem Ge. lingen des Unternehmens der Ehrenpräsident Max Freiherr v. Washington bei. der nicht weniger als 30 Hähne und ül; Hiihner verschiedener Sorte, cin sehr schönes Paar blauer Truthühner. 2 Niesengimse. 4 Paar Enten und 14 Paar Tauben ausgestellt hat. Im ganzen waren ausgestellt: an Hühnern verschiedener Sorten 100 Hähne und 188 Hühner, an Truthühnern nur 1 Paar. an Gänsen 4 Paare, an Enten 10 Männchen und 18 Weib. chen. an Tcmben 2IU Paare, dann verschiedene Sing-undIlervögel. eine Sammlnng von Lehrmitteln für Geflügel, und Vogelzucht. Tränte» für Vögel. Tanlien und anderes Geflügel. Käfige. Nistkästen. Futtersorten. Brutlörbe u. dyl. Sehr schwach haben sich an der Aus-stellung die adeligen Gutsbesitzer in Stciermark belheiligt. Außer dem Baron Washington haben nur die Fürstin Teck in Nheinthal. Graf Edmnnd Maldegheu, und Baron Oscar Wahberg zu Packenstein Geflügel ausgestellt. Dagegen haben sich ziemlich viele auswärtige Händler bethciligt. — (Fürchterliches Hagelwetter in Press, bürg.) Freitag gegen 0 Uhr abends gieng in Pressburg ein seit Menschengedenlen nicht erlebtes Hngrl-wetter nieder, Schloßen in der Größe von Hühnereiern fielen dnrch eine Viertelstunde. Mr Fensterscheiben an der Nord- und Westseite wurden zertrümmert. Zicgrl-»no Schindeldächer wurden durchlöchert und abgedeckt. Eine Menge Vögel wurden erschlagen. Bäume kahl ge. macht. Zweige abgeschlagen. Das Obst und die Wein« ernte sind gänzlich vernichtet. Locales. Aus der Handels- und Gewerbekammer für Kram. (Forts,) III. Der Secretär berichtet über die Verwendung der vom Filialcomltc der Pariser Weltausstcl. lung zum Ankaufe von Mustern, Modellen :c. gcsam. niclten Beiträge: Zur würdigen Durchführung der officiellen Betheiligung der im Neichsrathe vertretenen Königreiche uud Läudcr an der im Jahre !878 in Paris stattgefundenen internationalen Ausstellung wur-den die nöthigen Geldmittel von beiden Häusern des hohen Reichsräthes bewilligst, und es hat im weiteren die k. k. Ccntralcommission in Wien den Wunsch ausgesprochen, dass, nm die Pariser Weltausstellung für unsere Indnstrie möglichst nutzbar zu machen, einer Anzahl von Arbeitern und kleineren Gewerbetreibenden smvie Fachlehrern, dann einigen Angehörigen dcs Hau-delsstandcs Gelegenheit zum Besuche der Ausstellung geboten werde, und dass ein Anlauf von Mustern neuer, wichtiger Nohstoffr. Erzeugnisse. Werkzeuge und Maschinen stattfinde. Gleichzeitig fand sich dieselbe veranlasst, zu bemerken, dass sie bereit ist, jenen V» zilken. in welchen die Kammer entweder aus eigenen 'Mitteln oder durch Subscrifttioncn Fonds für diesen Zweck aufbringe, einen Betrag aus dem AusstellungS-rredite zuzuwenden. Das Filialcomite hatte diesen Gegenstand in Erwägung gezogen und den Beschluss gefasst, eine Subscription unter den Gönnern und Freunden des Gewerbestandes, dem Landesausschufse. dem Gemeinde-rathe, der krainischen Sparlasse :c. zu eröffnen, um mit den gefummelten Beiträgen und den von der k. k. Centralcommission in Wien für Krain bestimmten Mitteln den Ankauf von Mustern, Modellen lc. für die hiesige gewerbliche Fortbildungsschule bewerkstelligen zn können. Die weitere Frage wegen Entsendung von Arbeitern ?c. nach Paris konnte jedoch — in Erwägung des Kostenpunktes für die Sendlinge und in weiterer Erwäguilg, dafs die geriugen Mittel, welche auf dem Wege der Subscription aufgebracht werden dürften, nur zum besagten Ankaufe von Lehrmitteln ausreichend fein könnten — nicht die wünfchenswerte Lösung finden. Aus dem gesammelten Fonde von 865 st. wurden folgende Gegenstände angekauft: u) Bohrmaschine mit Handbetrieb und selbstthätiger Steuerung; d) Handhobelmaschine, ganz von Eisen, mit selbstthätiger Steuerung; (.') Dachstllhl; (l) elliptische Treppe; e) freitragende gewundene Treppe; i") Sellers Kuppelung; 3) Pfotten-dach mit zweifach liegenden Stuhlsäulen nnd mit Hänge-werksnntcrstützung der Firstpfotte; d) Pfottendach mit vcrschiedenln Dachneigungen, zweifach stehenden Stuhlsäulen und Fustpfutten-Unterstützung; i) Deckenconstruc« tion für Auvwechslung von Dippcldecken; ^Auswechslung von Tramdecken und k) Traversenvrrbindung. Diese Lehrmittel wurden der Direction der k. l. Obcr-realschule in Laibach für die mit dieser verbundene gewerbliche Fortbildungsschule übergeben. Der Bericht wurde von der Kammer zur genehmigenden Kenntnis genommen und beschlossen, den Spendern der Beiträge für den gedachten Fond über die Vmvendnng desselben Bericht zu erstatten. lFortscßunu solat.) — (Nohrschützrngcsellschaft.) Das am Schießstande der hiesigen Nuhrschühengesellschaft am i». d, M. staltgefnildene Kranzclschießrn beehrte auch der Herr Landespräsident Winklrr mit seinem Besuche. Derselbe wndrc vom Oberschützenmeister Herrn Dr, Ritter v, Stückl mit einer Ansprache begrüßt, die der Herr Landesfträsidcnt donlend erwiderte, indem er gleichzeitig die von den anwesenden Schützen freudigst aufgenom» mene Erklärung hinzufügte, dass er der Gesellschaft als deren Mitglied beitreten wolle, — (Iur Landtagswahl.) Für die am 14ten d, M, in den unterlrainischen Landgemeinden stattfindende Ergänzungswahl eines Abgeordneten des lrainischen Landtages an Stelle des verstorbenen Grafen Barbo» Waxrnstein beabsichtigt die nationale Partei Herrn Peter Grasseli als ihren Candidate« auszustellen — (Militär-Personalveränderungen.) Der Oberarzt i» der Reserve des Infanterieregiments Freiherr v. Kühn Nr. 17. Dr. Gnstab Fischer, wurde in den Actiustand des l. l, Heeres als Berufs. Militärarzt übersetzt und gleichzeitig zum Uhlanenregimente Kaiser Franz Josef Nr, 1 eingetheilt. — Der Hauptmann erster Klasse vom Activstande der k. ungarischen Landwehr Sigismund Wacht! wurde zum Major und Commandanten drtz 77, Hoi'vedbataillons befördert. — (Die Beethoven.Denkmal-Medaille), welche, wie wir vorgestern berichteten, vom Neethoven-Dcntmal-Comitc in Wien der philharmonischen Gesell-schast in Laibach zugeschickt wurde, liegt nebst der Monu-mentpholographie in der Handlung des Herrn Varl Till durch einige Tage zur Besichtigung auf. — (Kindesm 0 r 0.) Die 27jährige ledige Grund-besiherstochler Katharina Logar aus Sleindorf bei Rado» wiza im Gerichtsbezirle Mottling hatte am 15. v. M. ein nach der gepflogenen gerichtsärzlichen Untersuchung lebend zur Welt gekommenes Kind geboren, welches jedoch kurze Zeit darauf auf eine bisher noch nicht festgestellte Weise infolge Erstickung gestorben ist, worauf die Mutter die Leiche des Kindes in dem neben ihrem elterlichen Hause befindlichen Garten begrub. Die Gendarmerie., welche von diesen« Vorfalle Kenntniß erlangt hatte, erstattete hievon die gerichtliche Anzeige, infolge dessen das gemmnle Mädchen wegen Verdachts des Kindesmordes in Haft genuinmen wurde. Ob hier nur ein Fall strafbarer Geburtsverheimlichung oder ein wirtlich verübter Kindesmord vorliegt, wird von dem Ergebnisse der eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung abhängen. — (Wald brand.) In der Nähe der Ortschaft St, Ulrich im Littaier Bezirle. woselbst am Sonntag, den 25. v. M.. das Kirchwrihfest abgehalten wurde, ent» stand an diesem Tage in den Nachmittagsstunden. wahrscheinlich durch die Unvorsichtigkeit eines Passanten, ein Waldbrand, der bei dem herrschenden Winde leicht bedrohliche Dimensionen hätte annehmen tonnen, jedoch durch die rasche Hilfeleistung der Ortsbewohner und die Intervention zweier anwesenden Gendarmen bis gegen 5) Uhr abends unterdrückt wurde, ohne eine brdrnteude Vernichtung des Walddestandes verursacht zu haben. Beschädigt wurde» durch den Brand die Waldcmlhcile zweier Grundbesitzer aus PutoschlawaS und eines Besitzers aus Leslouz. 884 — (Für Eltern.) An der l. l. Militär-Unter-realfchule in Eisenstadt wird mit Beginn des nächsten Schuljahres eine Parallelklasse des dritten Jahrganges eröffnet, in welcher 30 Zöglinge Aufnahme finden können. Von denselben wird außer der nöthigen körperlichen und sittlichen Eignung ein Maximalalter von 14 Jahren und der Nachweis über die mit gutem Erfolge absol« vierte zweite Klasse einer Mittelschule gefordert. Die Aufnahmsprüfung wird in deutscher Sprache abgelegt. Die näheren Bedingungen können beim k. l. Platzcommando in Laibach eingesehen werden, woselbst auch die an das Reichs-Kriegsministerium zu richtenden Gesuche bis 31. Mai d. I. zu überreichen sind. — (Süd« und Rudolf bahn.) Dem Betriebsausweise der österreichischen Eisenbahnen für den Monat März d. I. entnehmen wir hinsichtlich der beiden, unser engeres Heimatland durchziehenden Verkehrsadern folgende Daten : Süd bahn: Befördert wurden in diesem Monate 451.762Perfonen und 344.917 Tonnen Frachten; die Einnahmen betrugen 2.638.784 st. und waren etwas niedriger als im März 1879; — Rudolfbahn: Befördert wurden 82.854 Personen und 109.948 Tonnen Frachten, die Einnahmen betrugen 362,152 st. und waren um circa 50,000 si. höher als im März des Vorjahres. Neueste Post. Original'Telegramme der „Laib.Zeitung." Budapest, 9. Mai. Der Kronprinz empfieng heute vormittags die Glückwunschdeputationen des Reichstages, des Ministeriums, des Episkopats, des Gewerbe-vereins, des Frauenvereins vom Rothen Kreuze und der ungarischen Eisenbahnen. Allen erwiderte er mit herzlichen Dankesworten, welche seiner Freude und Befriedigung über die Theilnahmskundgebungen aller Kreise des Landes wärmsten Ausdruck verliehen. Paris, 9. Mai. Nach einer Privatnachricht aus Constantinopel erbat sich der Sultan die Zustimmung des Zaren zur Begnadigung des zum Tode verurtheilten Mörders des rnssischen Obersten Kummerau. Wien, 8. Mai. Der Fortschrittsclub und der Club der Liberalen beschlossen, die Vertreter des ober« österreichischen Großgrundbesitzes aufzufordern, bei der Abstimmung über die Giltigkeit ihrer Wahl mitzu« stimmen. Der Antrag Wurmbrand über die deutsche Sprache als Staatssprache wird morgen im Hause eingebracht. Wien, 8. Mai. Das Nba/ordnetenhaus been. digte die Budgetdebatte, nahm die Arlbergbahnvorlage, die serbische Eisenbahnconvention. die Begünstigungen für die Etschregulierungsgenofsenschaften und die Ge« Währung eines Staatsdarlehens für die Dux.Ossegger Koylenwerksbesitzer an. Wien. 9. Mai. (Mont.«Reo.) Die Landtage dürften für die ersten Tage des Monates Juni ein« berufen werden. Die Dauer ihres Beisammenseins wird natürlich von der Arbeit abhängen, die sie zu erledigen haben. Klagenfurt, 8. Mai. (Presse). Mehrere hundert Arbeiterinnen drohen der Bergwerksdirection im Werksorte Bleiberg mit einem Strike und wollen wegen der Verlängerung der Arbeitszeit ohne Erhöhung des Tag-lohnes die Arbeit einstellen. Prag, 8. Mai. Der „Politik" zufolge werden etwa 15 czechische Abgeordnete, darunter die beiden Adämek, Roth und Vregr, demnächst ihre Mandate niederlegen. Prag, 8. Mai. In den Kreisen der deutschen Landtagsabgeoroneten wird die Frage der Einberufung eines deutsch-böhmischen Parteitages ventiliert, der un« mittelbar nach dem Reichsrathsschlusse in einer deutsch-böhmischen Stadt zusammentreten soll. Berlin, 8. Mai. Der Reichstag nahm in zweiter Lesung die Elbeschiffahrtsacte an. Delbrück em- vfiehlt, der Vorlage mit dem Vorbehalte zuzustimmen, oass die derzeitige Elbezollgreuze nur durch ein Gesetz verlegt werden könne. Bismarck erklärte, in einem Vorbehalte eine Pression auf die Regierung zu erblicken. Man dürfe das verfassungsmäßige Recht des Bundesrathes nicht schmälern, deshalb sei der von der Com« mission empfohlene Vorbehalt unannehmbar. Dem Bundesrathe stehe das Recht der Begrenzung des Freihafengebietes von Hamburg zu. Bismarck bedauert das verstärkte Auftreten des Particularismus. Er hoffte, das Centrum für sich zu haben, und war deshalb zu Zugeständnissen bereit, welche im preußischen Landtge zur Sprache kommen sollen. Das einzige, was ihn in seiner Stellung hält, sei der Wille des Kaisers. Angesichts aller Hindernisse liege ihm der Wunsch nach Ruhe nahe. Hält man die Macht des Centrums für unüberwindlich, so würde er im Friedensinteresse rathen, bei seinem Rücktritte ein Ministerium zu wählen, das den Wünschen des Centrums und der Conservative» nachkommt. Er sei todtmüde, wenn er seine Bestrebungen dauernd durchkreuzt sieht. Wolffson bekämpfte die Ausführungen Bismarcks. Windhorst hob hervor, das Centrum opponiere nicht aus Oppositionslust. Wenn der Reichskanzler den kirchlichen Frieden herstellt, werde er vieles erreichen, was jetzt unerreichbar sei. Fortsetzung der Debatte Montags. Berlin, 7. Mai. Der „Reichsanzeiger" enthält einen Erlass des Fürsten Bismarck an die preußischen Gesandten bei den Bundesstaaten, betreffend die Ham« burger Frage. Derselbe constatiert den einstimmigen Beschluss der Bundesrath < Ausschüsse, nur über die technische, nicht über die verfassungsrechtliche Seite der Frage dem Vundesrathe Bericht zu erstatten. Die Ausscheidung der preußischen Gebietstheile aus dem Hamburger Freihafenbezirk sei ein unbestrittenes Recht Preußens. Die beabsichtigte Ausscheidung St. Panlis sei kein preußisches Interesse, da im Interesse Altonas das Verbleiben St. Paulis außerhalb des Zollvereins wünschenswert ist; mehr iin Interesse Hamburgs sei jene Zollinie vorgeschlagen. Der Vundesralh könne die Zollinie beschließen, ohne die Interpretation der Verfassung bis zu einem Conflict zu schärfen. Die Regierungen, welche durch die Abtrennung St. Paulis das Verfassungsrecht verletzt oder berührt glauben, können gegen den Antrag stimmen. Die Zollinie fällt alsdann, wenn die Majorität dafür ist, mit der Preußisch-Hamburger Landesgrenze zusammen. Der Erlass betont die Nothwendigkeit der ungetrübten Erhaltung der Einigkeit der Regierungen und hofft auf die Erledigung der Anträge Preußens und Hamburgs im Bundesrathe durch eine Verständigung ohne die Enlschriduug durch Majoritäten oder Minoritäten. Preußen werde jeden innerhalb der Reichsverfassung sich bewegenden Antrag gern erwägen, vorausgesetzt, dass die Bundesregierungen darüber einig sind, den Versuchen einiger Neichstagsmitglieder zur Beschränkung der verfassungs« mähigen Autorität des Bundesraths einmüthig ent« gegenzutreten. Brüssel, 8. Mai. In der Kammer erklärte gelegentlich der Berathung der Verlängerung des Frem-dengesetzcH der Justizminister, die Regierung werde das Gesetz anwenden, wenn die vertriebenen französichen Congregationen in Belgien sich niederzulassen versuchen würden. London, 9. Mai. Infolge Berufung Harcourts in das Ministerium fand in Oxford eine Nachwahl statt, bei welcher Hall 2735 und Harcourt 2681 Stimmen erhielt. Hcncourt verliert demnach seinen Sitz. Madeira, 8. Mai. Der der Union-Company angehörige Postdampfer „American" ist auf dem Wege nach oem Cap am 23. April in der Nähe des Aequa-tors untergegangen. Sämmtliche Passagiere und die Mannschaft schifften sich glücklich in acht Booten ein, von welchen drei von Schiffen aufgenommen, die übrigen fünf nach dem Cap Palmas gehend gesehen wurden. ______________________________.----------------------- Telegraphischer Wechselkurs vom 8. Mai. „„ .„ O,ll>-Papier-Rente 72 85. - Silber-Rente N'btt- . M Rente 89 25. — 1860er Staats.Anlehen 130— - A'.„ ^. 838. — Creditactien 27610. — London U9 15.-7 «"",« ^ — K. l. Münz.Ducaten 5 62. — 20-Franlen.Stucle ? lOO.Reichsmark 58 65. ____________' Handel und MkswiltschaM^ liaibllch, ». Mai. Auf dem heutigen Marlte s" ^ schienen: 9 Wagen mit Getreide. 2 Wagen mltV Stroh. 1« Wagen und 3 Schiffe mit Holz (32 Cub'tmctM Durchschnitts. Preise. ^^^5 st.,lr, f>. lr. -^?«?'' Weizen pr. Heltolit, 10 24 HM Nutter pr. Kilo . ,, ^ Korn .. 6 99 6 80 Eier pr. Stück. - ^ «^ Gerste (neu) ., 5 53 5!43>lMilch pr. Liter - ^ 5? ^ Hafer „ 3,56 3 73^Rindfleisch pr.Klw ^??^ Halbfrucht „ ------8 IMlalbfleifch „ 5^ ^ Helden ., 539 6 3^ Schweinefleisch „ ^««^ Hirse „ 5 39 5 77> Schöpsenfleisch ,, qn ^ Kukuruz ., 6 50 7 17,Hähndel pr. Stucl ^"g^ Erdäpfel 100 Kilo 3 30-------Tauben „ "I ^7 _ ^ Linsen pr. Hektollt 8----------Heu 100 Kilo . - s U ^ Erbsen „ 8 50------Stroh ., - - ^ Fisolen „ 9----------Holz. hart., pr. vier ^ g A Nindsschmalz Kilo — 82------ Q.'Metcr ^ ^ 450 Schweineschmalz „ — 70------— weiches, „ " ^. A ^ Speck, frisch „ — 60-------Wein, roth.. 10«Lit. ^ ^, g^ — geräuchert., — 64 — - — wciszcr „ ^^^ Anstekommene Fremde. Am 8. Mai. HM Hotel Stadt Wien. Arlt. Bcrner, Kaufleute, ""v ^ft«' Wien. — Schmcltcr. Km.. Ncichcnbcrg. - Vusch, ^l.'^ führer. Alfeld. - Ierot, Erlcndorf. - Fraull. I« ' H, — Kren. Kfm., Gottschce. — Malli s. Tochter. Ncm>'"^W, Hotel Elephant. Nessel, Ingenieur. Zcltweg. — Veron",^tt, — Ehrig, Dresden. — Vidmar. Pfarrer. Sairach. -" Beamter. Idria. ^, ^"' Mohren. Hovmli. Tischler. Trieft. - Vartran. GH ^e«. Münster. — .hübuer. Olmich. — Tuschek, Nels.. ""^ficl, — Sanzou Maria, Nttlimmgsralhz-Onttill, Zara. "^HM, Ncis.. Overtrain. — «alaja, Wcinagent, St. Peter. Lederer, haideuschast. Pusch'"' Vaierischer Hof. Vatouac. Kuhhändler. Trieft. -" Pferdehändler, Monza, Kaiser vs» Oesterreich. Knafliö, St. Marcin. ^^^—^ Verstorbene. ^ Den 8. Mai. Paula Sibtt. Arbeitcrstochtcr, ^ Hradeczlydorf Nr. 12. Atrophie. — Olga Malliicr, ""'«u»^' ruusss-Officialstochter. 3 Mon.. Nömcrstrahe ?"-", A,el' lähmuug. — Mariana Ierovsel. Vrolverläufcrili, «" ^' gasse Nr. 2, Tuberculosc. .. , , O^ D e n 9, M a i. Eduard »iaisp Edler v. Eallga. l. auhcr Dienst, Nahnhosgasse Nr. 39, Lungcnlähmung Im Garnis 0 nssPitalc: , 4? I' Den 7. Mai. Josef Dürich. Verpflegsscldwcw, ^chc Scorbut, — MathiaS Petlovsel, Infanterist, 24 ^, " Dicldarmvcrschwürung. — ilottoziehungen vom 8. Mai: Wien: 78 53 77 10 39. Graz: 61 25 8 27 20^^-- Meteorologische ff 3^ 2« «- H 7U.M«. 725 22 -s-116 SW. schwach bew^M l? 8. 2,N 725 77 --13 9 SO. mäßig bewM M^ 9 . Ab. 72636 -j-110 SO. schwach bewM" ^ 7U.Mg. 726 70 >11-2 O. schwach bewö " "^ 9. 2 „ N." 7282? fl4 2 SSÖ" schw. bew 3t« 9 ., Ab. 730 3? -i-10-0 SO. schwach bew"" ^lH' Deu 8. gegen halb 12 Uhr Gewitter auS SA^ ^ M regen, nachmittags windig, unfreundlich. Regen. ^ l2'2',"l> regnerisch. Das Tagcsmittel an beiden Tagen -^ ^ 'M »- 11 8". beziehungsweise um 0 4' und 10' UNl" male. ^—-^^ Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Va^^s^ <1l)liel)ellc!)^ Wien, 6. Mai. (1 Uhr.) Die Vörse verkehrte bei sehr mäßigem Geschäfte in ziemlich freundlicher Haltung. »elb lva« Paplerrente........7280 7290 Ellberrente........7345 7355 Voldrente.........89 20 89 30 Lose, 1854........123— 12350 » I860........130- 13050 . I860 (zu 100 st.) ... 132 50 183 - . 1864........17425 17475 Un«. Pr«mlen««nl.....112 25 11250 «redit-L..........177 25 177 75 «udolfs.L.........17 50 1775 Prämienanl. der Stabl Wien 118 50 118 75 Donau.Rtgulieruna>Lose . . 112 50 113 — Domänen. Pfandbrief« . . . 147 25 147 H0 Oesterr. Schatzscheine 1881 rück« zahlbar.........101 — 101 25 Oesterr. Schatzscheine 1882 rück» zahlbar........101 75 10225 Ungarische Oolbrente .... 106 10« 10 Ungarische Elsenbahn-Nnleihe . 125 90 126 20 Ungarische Eisenbahn-Anleihe. Cumulativstücke......12590 12620 slnlehen der Staotgemeind« Wien in V. V......102 102 50 V«lb Wal« «r«nden»l«ftnn,sDbllg«t!onen. Vöhmen.........103 — l04 - Nieberösterreich......105 - ^05 50 Gallzlen......... 9850 9880 Siebenbürgen.......93— 9340 Temeser Vanat......937b 94 üO Ungarn..........94 75 05 25 Uetie» »«» V«»»len. «»i'l», war, Nnglo.gfterr. Vanl..... 142 40 142 60 Kreditanstalt ....... 27550 276 - Depositenbank....... 214 - 2l5 — Creditanslalt. ungar..... 265 50 266' Oesterreichisch. ungarische Bank 635^ 840 — Unionbanl ........ 10840 10860 Verlehrsbanl....... 12950 130' - Wiener «antvereln..... 135-- 135 50 Netten y«n Transpprt Nnteruey. «unge». ««ld V«l Nlföld.Vahn .......155 25 155 75 Donau.Dampfschiff.-Gesellschafl 585- 587 — Elisabeth.Westbahn.....18850 189 — Ferdinands-Norbbahn. . . .2445-2450 — Gelb war« Franz.Iosevh'Vahn .... 16950 170-Galiiische Carl«Ludwig «Nahn 263 50 264-Kaschau-Oderberger Nahn . . 127-- 127 50 Lemberg.Czernowiher Nahn . 169 50 170 — Lloyd » «esekschaft.....662—664 — Oesterr. Norbwestbahn . . . . 160 50 160 75 „ „ Ht. L. . 163 50 164 - Rudolfs-Bahn.......1595!) 15^75 Staatsbahn........2792,^ 27375 Südbahn.........8350 84 - Theih.Bahn........24650 247 Ungar.-galiz^ Verbindungsbahn 136 25 136 75 Ungarische Nordostbahn . . . 146— l4650 Ungarische Wcstbahn .... 14750 148 -Wiener Tramway-Gesellschast . 267— 23750 Pfandbriefe. «llg.öst.Vod«ncreditanst.(i.Vd.) 120 -- 120 25 « ^ . li,V..V.j l<»2 - 102 25 Oesterreichisch' ungarische Bank 102 10 102 ii> Ung. Äooencredit.Inst. (Ä.«V.) 101 70 102 10 Prlsritatsvbligstlsnen. «lisabeth.V. 1. Cm.....99'40 9380 Ferb.'Norbb. in Silber . . . 107 50 103 — _____--"!< 100 ?b ^ " Franz.Ioseph-Nahn - - ' ' zo?^,^ lilal. Carl-Ludwig.«,, 1- Em. '" ^ 1",,^b Oesterr. Nordwest'Vahn - - ^^2b ^?li Slebenbiirger Vahn . » - ' ,7?25 ^gfb Staatsbahn 1. «m. - - > ' <26^ as^ Südbahn z 3°/......' ,08^ ^ . ^5«/......' ' «"""' 53loFs> Auf deutsche Plätze . > - ' ' ,19'^ ,s^ London, kurze Sicht - - ' ' n»^ 4?^' London, lange Eicht . - ' 4?M Pari«.......- ' Veldssrte«. «,»<« ^. Napoleonsb'or . » . ^ 7ß - Deutsche Reichs- 65 - ^ " ^ ' Noten .... b3 ^ ^ ^ ^ - Gilbergulden . . —' » "^^«,0blig°^' Krainische Grundentlastuna' ^.^ ^z weld ioo-. ^"^'^ Credit 276 10 b«« 276 30. «"" «achtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 72 80 bi» 72 90 Eilberrente 73 50 bis 73 60 »oldr-nt« 8915 bi« 89 25 14250 London 110 20 bt« 11330. Napvleons 9 49 bis 9 49'/,.