kränumkraiions-Preise: Für Laibach: Van^jährig . . . 8 fl. 40 tr. Halbjährig . . . 4 „ 20 „ «ierteljährig. . . i „ 10 „ Monatlich . . , — „ 70 „ Lailrncher M i l der Post Tanzjahrig . Halbjährig . B1crtel>i>hrig. 11 fl. - kr. SJÜr Zustellung ins Jpau« vierteljährig M tr., monatlich <1 tr. lEingelnc Nummern ti tr. Tagbl Anonimc Mitthellungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. Nr. 178. :amstag, 5. August 1871. Morgen: Verklärung Jej». Montag: Kajetan. Redaktion tiahnhofgaffe Nr. 132. Ekpcdilio» und 3nftralrtt-ßnrcnii: Kongreßplatz Nr. 81 (Buchhandlung von I. v.KleinmadrLF. Bamberg). Ziisertiouspreise: t$iir die einspaltige Petitzeile 3 tr bei jtvcimaliger Einschaltung ä 5 tr dreimal i 7 tr. JnIertionSflemxel jedesmal .10 tr. Bei größeren Jnferaten und öfterer lLinschaltung entfrrechender Rabatt. 4. Jahrgang. Rede des Dr. Sturm um Kreistum-feste in Brünn. «Als im Jahre 1863 der Fürstentag in Frank-furt mißlungen war, der als Volkstag sicherlich gelungen wäre; als im Jahre 1866 der deutsche Bruderkrieg dynastisch auSgesochten wurde, der volkö-ihümlich nicht zu beginnen gewesen; als matt es durch die unglücklichste deutsche Politik dahin gebracht hatte, den Deutschen Oesterreich« die Ausschließung aus dein tausendjährigen deutschen NeichSverbande "ufzuerlegen; da waren es die Deutschen, die sich ichmerzeusvoll in das Unvermeidliche fügten und dem Bestaube von Oesterreich, der Existenz der nicht« deutschen Nationalitäten ihre nationale Einheit opferten. (Stürmisches Bravo!) Als im Jahre 1870 der französische Erbfeind im frechen Uebermnthe das deutsche Reich bekriegt und nach den Erfahrungen von 1859 und 1866 für den Fall des Erfolges gegen Oesterreich gewiß nichts Freundliches im Sinne führte, waren es nicht die Deutschen, die zum Kriege drängten, sie waren eö vielmehr, die, ihre Sympathien beschränkend, im Maats-Interesse Neutralität verlangten und damit abermals Oesterreichs Fortbestand sicherten (Beifall). Drangen endlich die Deutschen in Oesterreich auf ein inniges Freundschaftsbüudniß mit Deutschland, so hatten sie wieder das Wohl des Gefammt-ftaates im Ange, welches nur durch friedliche Zustände seine ungestörte Entwicklung finden kann. Allerdings fürchten die Deutschen dabei nicht fc,c angeblich reaktionären Tendenzen des neuen deutschen Reiches. Wir erinnern uns vielmehr, daß Baiern, Württemberg, Sachsen lange vor uns gut konstitu-e Staaten waren und blieben, wir erinnern uns, daß die bewunderungswürdigen Erfolge des letzten deutschen Krieges nicht nur den Imperator on der Seine, sondern auch die weltliche Macht des Papstes, als zweite Stütze der europäischen Reaktion, zu Boden warfen,^und daß gegen die von den besten Katholiken als Ketzerei bezeichneten neuesten kirchlichen Verirrungen deö Papstthums von der Regierung des deutschen 'Reiches weit energischer uud wirksamer eiugeschritten wird, als von unserer Regierung. Was also die Deutschen in Oesterreich bisher thaten, haben sie zum Besten deö Reiches gethan, wenn sie endlich den ihnen seit jeher gebührenden uud von ihnen niemals ausgegebeiteu nationalen Standpnnkt entschieden betonen, ihre knrzsichüg mißachteten nationalen Wünsche gemeinsam beratheu und geltend machen, die hervorragende und unzweifelhaft erste Bedeutung ihrer Nationalität für den Bestand und das Wohl Oesterreichs mit immer lauterer Stimme verkünden, so daß sie weder Schoß- noch Schmerzenskinder sein wollen, Handel» sic aber uud abermals nur als gute und aufrichtig österreichische Patrioten. (Bravo!) Mag unsere gegenwärtig: Ausgleichsregierung dem Föderalismus oder dem Absolutismus zusteucru, in beiden Füllen steuert sic nach einem ungewisse» bedenklichen Ziele. Daß der Föderalismus inmitten festgeschlossener nationaler Einheitsreiche zur Auflösung führen und gerade seine Anhänger der nationalen Vernichtung preisgeben, die Deutschen Oesterreichs aber dahin drängen muß, wohin zu streben man ihrem Kampf gegen den Föderalismus unterschiebt, daß an ein dauerndes, selbständiges Staats- und Kulturlebeu der statische» Nationen Oesterreichs gegenwärtig nicht mehr zu denken ist, das dürste wohl jedem unbefangenen Politiker einleuchlen, und cs verschwindet gegenüber solche» Betrachtungen alle kleinliche Misere des Augenblicks, in welcher Starrsinn auf einer und beständiges Zurückwcichcn auf der ändern Seite die Bedeutung gewisser Erscheinungen über-schützeu läßt. Wenn der weitaus stärkste Volksstamm, die acht Millionen Deutschen, welcher den größten Theil der öffentlichen Abgaben zahlt, welcher das ge- sammte Staats- und Kulturleben Oesterreichs geschaffen, der föderalistischen Gestaltung Oesterreichs niemals auch nur jene passive Assistenz leihen und sei'» vom parlamentarischen Schauplatz mit deutscher Ausdauer und ZähigkeitdieDinge erwarte» will, die da eintresseu müssen, wer wollte dann für einen „Prager Frieden einstehen, wer dann den Ausgleich mit den Deutschen garantireu?" Redner ist besorgt, daß die föderalistische Tendenz zur Reaktion führen könnte, es habe sich ja bereits derart gestaltet, „daß die Zeit nicht mehr ferne sein mag, i» welcher die ordnungsliebende Bevölkerung der beständigen Erschütterung der staatlichen Existenz, dem Zurückbleiben der legislativen und administrativen Entwicklung auf allen Gebieten der Kultur und deö Fortschritts, dem systematischen Untergraben der Autorität deö Gesetzes, gegen welches schon die Gerichtshöfe der Länder ihre Verdikte zu fällen beginnen, daß, sage ich, die große Mehrzahl der Bevölkerung diesem unerträglich gemachten Zustande eine aufgeklärte Diktatur vorziehe» könnte, welche vorerst Gesetz und Ordnung zu Gunsten des Fortbestandes verfassungsmäßiger Einrichtungen wieder herzustelleu hätte. Die Reaktion werde aber nicht mehr dauernd mitteten, obgleich daö mit so großen Hoffnungen begrüßte Bürgermiuisterium — das man zur Durch- Ieuisseton. Die Fmnen wie fit fein solle». @S ist denn doch Wohl eines der bedeutendsten Zeichen der Zeit, daß neben der männlichen Jngend auch die weibliche nicht blos erzogen, sondern vielmehr gebildet wird. Bildung ist undenkbar ohne emen bestimmte» Beruf; die Bildung bezieht sich ni'f de» Menschen im allgemeine», son-Lebenszweck; sie beginnt da, wo der "»ich beginnt, sich seine Lebensaufgabe zu for-mmtre»; das ist der Unterschied vom Unterrichte, der de» Menschen im allgemeinen zum Gegenstände y°t. In diesem Sinne war es, daß wir die Bildung des weiblichen Geschlechtes für ein so beben-etibcö Zeichen der Zeit halten mußten. Unterrichtet ! nd die jungen Mädchen schon seit Hunderten von Sr.$I ;6btct ’”crben sie erst seit sehr kurzer §!,/ ,bo* fcit kurzer Zeit tritt die Gedanke für s.Vfl f Berufes auf als leitender Gedanke für dreien so wichtigen und doch so selten nchtig verstandenen Theil der Bildung dis Volkes rf r“ J?iefr -5 'st c8> wo wir bei denen, du sich für diese Fragen interessiren, einen Gedan- ken anregen möchten, der, wie wir glanben, einer weiteren Fortentwicklung nicht uuwerth wäre. Wir halten es für ganz überflüssig, noch ein Wort über dasjenige zu verlieren, was man die Mißbildung der jungen Mädchen nennen innß. Darunter verstehen wir jene Bildung, welche vorzugsweise die geselligen Aufgaben derselben im Auge hat und alles als werthlos erscheinen läßt, was nicht damit in direktem Zusammenhänge steht. Nicht als ob wir nutzloses Französisch und schlechtes Klavierspielen gerade verdammen wollten. Es wäre das geradezu so, als wenn wir aus lauter Prüderie den Damen verbieten wollte», falsches Gold statt des echten zu tragen, wo es sich blos um augenscheinlichen Effekt handelt. Auch das hat fein gutes und wir wollen nicht mit ihm rechten. Allein wir meinen natürlich, daß alles daö am Ende wie alles andere nicht durch sich selbst, sondern durch sein Uebermaß verkehrt ist; im richtigen Maße gegeben, und genommen ist es gut und heilsam. Wir möchten nur sagen, daß das weder Bildung noch Unterricht ist, sondern weit mehr unter den Begriff der Ausbildung fällt. Wir wollen es unseren Lesern überlassen, den Unterschied zwischen diesen Worten und Begriffen genauer zu bestimmen. Allein, das ist gewiß, daß jede Ausbildung nichts ist, der nicht eine Bildung zn Grnnde liegt. Und so stehen wir vor der eigentlichen Frage, worin denn diese Bildung des weiblichen Geschlechtes bestehen sollte, wenn man sie vom Unterrichte scheidet uud als etwas Selbständiges betrachtet. Hier ni»i hat unsere Zeit ihren Charakter nicht verleugnet. Sie hat in demjenigen, was sie thut, überhaupt und speziell in Beziehung aus das weibliche Geschlecht, den sozialen Standpnnkt gefunden und iitne gehalten. Sie hat sich so sehr die Frage gestellt, wie die Bildung deö weiblichen Geschlechtes überhaupt — wohl zu unterscheiden von dem Unterrichte desselben — sondern vielmehr die Bildung der Mädchen der niederen Klasse gefördert werden könne und solle. Und die Antwort darauf wird ganz im Geiste unseres industriellen Jahrhunderts gegeben. Auch die Mädchen solle» produziren und ihrerseits Geld durch Arbeit verdienen. Daß das an sich gau; gut und richtig ist, ist wohl nicht zi» bestreiten. Aber es ist ebensowenig ein Zweifel, daß es nur richtig ist für eine ganz bestimmte Klasse der weiblichen Welt, namentlich für diejenigen, welche unverheiratet sind und für sich selber zu sorgen haben. Allein für diejenigen, welche Mann und Kinder haben, ist denn doch die Forderung eine gänzlich unpraktische. Wir wollen gar bringuug des Wehrgesetzes, der Ziusenreduktionen und Steuererhöhungen sehr geeignet fand — dieses Ministerium unserer hervorragendsten Parteimänner, auch manche Sünde der Nachgiebigkeit nach Unten und nach Obe» zu verantworten hat, so hinterließ es uns doch als unschätzbares Permächtniß eine Reihe liberaler Gesetze und verdient im Gedächtnisse der Zeitgenossen ein ewig währendes Andenken, wenn es auch nichts als die konfessionellen und Schulgesetze zu Stande gebracht hätte. (Stürmischer Beifall.) Diese Gesetze sind ein von Liberalen und Unbefangenen aller Stände Oesterreichs in Besitz genommenes Gemeingut, welches sich mit Enqueten und Predigten nicht mehr vernichten läßt und welches uns gegen einen feudal-klerikalen Absolutismus für alle Zeiten schützt und schirmt. (Zustimmung.) Eine zweite ebenso gewichtige Garantie gegen den Absolutismus besitzen wir in der sonst nicht be-neidenswerthen finanziellen Lage des Reiches. Eine dritte Garantie für den Fortbestand der Verfassung bietet uns das Wirken unserer Volksvertretung, welche in ihrer Gesammtheit nach der Natur ihrer Zusammensetzung zwar vorsichtig, zurückhaltend und bis zu einem gewissen Grade sogar nachgiebig ist, in prinzipiellen Fragen der Verfassung aber stets einmiUhig und unerschütterlich gewesen. Indem ich endlich die letzte und beste Garantie einer nationalen und freiheitlich befriedigenden Zukunft in uus selbst, in den freisinnigen Dentfchen Oesterreichs suche, so folge ich nicht nur dem guten alten Spruche: „Hilf Dir selbst," sondern meine auch, daß heute mehr als je die Deutschen Oesterreichs berufen sind, durch festgeschlosseneS gemeinsames, nationales und freiheitliches Vorgehen nicht nur ihre eigene verfassungsmäßige Berechtigung, sondern geradezu den gedeihlichen Fortbestand ihres geliebten Heimatsreiches zu retten. (Bravo!) Wir müssen es mit Millionen Stimmen stets und überall aussprechen, daß man unseren österreichischen Patriotismus wohlbewußt verdächtigt und verleumdet, um unsere nationale Einigkeit und Zusammengehörigkeit zu untergraben, daß wir fest und treu wie immer an Oesterreich halten wollen, wen» man unsere freiheitliche und nationale Existenz nicht schädigt. (Lebhafte Zustimmung.) Man muß das Gesetz achten und gegen jedermann strenge und gerecht anwenden; man darf endlich niemals vergessen, daß die Deutschen, wie ich an anderer Stelle sagte, Oesterreich haben wollen, während die Nichtdeutschen cs haben müssen! (Stürmische Zustimmung), daß wir nicht aushören wollen, Oesterreicher zn sein, daß wir aber auch nicht aus- nicht untersuchen, weshalb und wie weit letzteres der Fall ist. Jede unserer Leserinnen wird sich das selbst bei oberflächlichem Nachdenken sagen können. Diejenigen aber, welche für Mann nnd Kinder zn sorgen haben, bilden denn doch die bei weitem überwiegende Mehrzahl. Sie können weder Stroh flechten, noch zur Nähmaschine gcl)cn, noch Telegrafistinnen werde» ; sie haben andere Dinge zn thnn. Wer kennte sie nicht, diese anderen Dinge? Und wer wüßte nicht, daß die größte Arbeitsamkeit eines Weibes die Vernachlässigung dieser „anderen Dinge" nicht wieder gut machen, nicht ersetzen kan» ? — Ist das aber nicht der Fall, so ist cs kein Zweifel, daß i» diese» anderen Dingen der Berns des Weibes liegt und daß die weibliche Bildung gerade diese anderen Dinge 31,11t Gegenstände haben müßte. Welches sind NN» diese anderen Dinge, von denen wir reden möchten ? Wir wollen sic keineswegs hier erschöpfen, aber eines der wichtigsten möchten wir hervorheben. Wenn eine Frau nicht „Hanszuhalten" versteht, so ist eö schlimm um sic und die Familie bestellt. Was heißt aber Hauichnlte» ? Heißt cs Mos mit Nadel und Zwirn wirthschasten, mit Besen und Abstäuber herumfahren und einen gnte» Topf mit Suppe kochen? Das alles ist vortrefflich; aber was hören wollen, Deutsche zu sein. (Sehr richtig! So ist cs!) Daß daher die Befriedigung der Deutschen die wesentlichste Grundlage eines gedeihlichen Fortbestandes des Reiches bildet, daß es der Regierung zwar nicht gelungen ist, den Deutschen den österreichischen Gedanken abzugewöhuen, daß es ihr oder irgend einer anderen Regierung aber auch nie gelingen wird, uus das deutsche Nationalbewußtseiu und das freiheitliche Streben nach Recht und Fortschritt abzuge-gewöhnen. (Bravo! Bravo!) Lassen Sie uns, werthe Festgenossen, auch heute aus dieser nach Tausenden zählenden Versammlung freier deutscher Mätrner aus allen Ländern Oesterreichs der Regierung nicht drohend, sondern warnend und mahnend znrusen, daß sie nach unserer gewisscnhaflcn patriotischen Ueberzeuguug die höchsten Interessen des Volkes, des Reiches und der Dynastie aufs Spiel setzt (So ist es!), wenn sie daran denkt, im verfassungsfeindlichen oder auch im verfassungsmäßigen Wege eine Beherrschung der Deutschen zu erzwingen, welche selbst nicht herrschen wollen, sondern stets die Gleichberechtigung auf ihre Fahne schrieben, welche sich aber eben so wenig heute oder jemals von anderen durch sie erst der Kultur erschlossenen Nationalitäten beherrschen lassen werden, (lebhafte Zustimmung.) In dieser Lebensfrage der deutschen Oesterrei-cher werden sich gar manche Einzelbestrebungen von konservativen und demokratischen Fraktionen eiumü-thig zusammenfinden und, alle politischen und sozialen Meinungsverschiedenheiten vergessend, nur für den einen Gedanken leben und sterben: „Mchtswürdig ist das Volk, daS nicht alles setzt an seine Ehre!" (Händeklatschen nnd Bravorufe,) Indem wir Deutsche Oesterreichs entschlossen und einmüthig kämpfen, stehen wir zugleich für den Bestand Oesterreichs ein, welches wir einig, groß uud frei erhalten wollen gegen innere und äußere Feinde, welchem unser Gut und Blut gehört, welchem wir immer wie heute zurufen wollen: __________________Oesterreich hoch!" Politische Rundschau. Laibach, 5. Angnst. Inland. Die Organe der Jung- und Altezechen fallen mit gleicher Wnth über die bekannte ministerielle Flugschrift: „Die Verfafsnngspartei uud das Ministerium Hohenwart" her. Auch noch um kein Haarbreit sind die Deklaranten von ihrem Standpunkte abgewichen. „Pokrok" meint: Nur ein Unwissender könne sich einbilden, daß die staatsrechtliche Opposition nach langjährigem qualvollen Widerstande ihr gutes Recht für ein solche« Linsengericht (wie die Hohenwart'sche Autonomie) preisgeben werde. nützt es, wenn die Frau nicht rechnen kann? Wir meinen nicht addiren u»d snbtrahiren, was jedes Mädchen i» der Schule lernt, sondern wir meine» die Fähigkeit, mit einer gegebene» Summe in der Woche und im Monate auszukommen, ein kleines Ersparniß davon zurückzulegen n»d doch das Möglichste mit den erlaubten Ausgaben leisten. Glanjjt man, daß das so leicht ist und daß hier zweimal zwei vier mache»? Geht nur einmal tu den ersten besten Haushalt und vergleicht ihn mit anderen: in dem ganzen weiten Gebiete der Natur gibt eö keine so große» Verschiedenheiten, als unter de» Haushaltungen. Nirgends — sagen es ausdrücklich — sieht man den Einfluß, den die Menschen auf ihr eigenes Wohl haben, deutlich, so ernst nnd wiederum so erfreulich, als hier.^ Dieselbe Summe iu der Hand zweier Frauen iit eine ganz verschiedene; derselbe Gulden ist in der Hand der einen Frau nicht mehr als zehn Kreuzer, i» der Ha»d der anderen wird er zn zweie», und wieder so, daß Mann und Kinder wohl daö erste schmerzlich merken, das zweite aber kaum sehe» und fühlen, wenn sic eS auch wissen. (Schluß folgt.) Mit einem solchen Ausgleichöplaue komme in Böh-men niemand fort, Graf Hohenwart so wenig, wie Potocti und Beust. Die „Politik" sagt: „Verlangen, daß wir eine Legislative über Kredit- und Bankwesen, Schulwesen und Verwaltungsrecht im Kon-zessionswege uns schenken lassen und dafür in Betreff der Verrichtung der übrigen Staatsangelegenheiten den Reichörath mit dem Landtage vertausche», das ist ein gewaltiges Mißverständnis, an dem unser Vertrauensmann (Rieger) keinen Antleil hat und von dem wir nicht begreifen, wie dasselbe im BureaU des Grafen Hohenwart aufkoinmen konnte." „Na-rodni listy" schreiben: „Wenn die galizische Vor- lage wirklich auch ein Regiernngsprogramin gegenüber Böhmen wäre, dann müßten wir gleich zum Grabscheit greisen und die österreichische Verfassung kaltblütig begraben." Nach der Sprache der Ministeriellen stehen wir dicht vor der Entscheidung, daher die „stillen Tage" bald alle sein werden. Ja fast wie eine Drohung spricht es aus dem ministeriellen Blatte heraus, daß Graf Hohenwart jetzt sein „Ultimatum" sprechen werde. Die Entscheidung liege nun in den Händen der Ezechen, die jetzt auf ein letztes Wort der Regierung zu antworten haben. Bekanntlich hat die „Berl. Allg. Korr." vor einiger Zeit einen sogenannten Schmerzensschrei der Deutschen aus Böhmen veröffentlicht, der sich aber gar bald als czechifcheS Machwerk erwies, zu dem Zwecke fabrizirt, um die Deutschen als Hochverräter anklagen zn können. Dasselbe Organ bringt neuerdings einen solche» Nothschrci. Für diese Leute ist das Mannöver noch immer nicht abgenützt genug. Die „Schlesische Zeitung" knüpft daran folgende treffliche Bemerknngen: „Das neue deutsche Reich kann unter keiner Bedingung seine ganze Existenz dafür auf’s Spiel fetzen, in einem neuen Kriege mit Oesterreich um die deutsche» Provinzen zu ringen. Es will Hort des europäischen Friedens sein und seinen Völkern die Segnungen desselben sichern. Wir sind nicht einmal der Ansicht, daß bei der Zusammenkunft der Kaiser und ihrer Reichskanzler in Gastein von deutscher Seite die Forderung einer Begünstigung der Deutschen gestellt werden kann. Die Hoffnungen, die sich an dieses Ereigniß knüpfen, können höchstens darauf hinauslaufen, die innigen Beziehungen beider Reiche und den Bestand des europäische» Friedens zn mehren. Wenn dann in Folge davon die Erkemttniß in der österreichischen Regierung dnrchdringen sollte, daß man andere Bahnen gegen die Deutschen einschlagen und vor allem die Hand zur Versöhnung reichen müsse, so würden wir schon dieses Resultat mit Freuden begrüßen, und eö würde sich daran die Hoffnung knüpfen, daß nun die Deutschen i» Oesterreich sich nicht fernerhin mehr von ihren pessimistische» Stim-munge» übermaum» ließen, sonder» thatkrästigst die Hand ans Werk legte», in dem großen Douaureiche deutsche Kultur und Sitte mehr und mehr zur Herrschaft zu bringe» nnd damit dem Deutschthume neue, große Siege zn erringe». Das ist es auch, was die deutschfeindlichen Blätter in Oesterreich so sehr in Harnisch bringt; sie fürchte» ebenfalls, daß de»! Kaiser Franz Joses in der Gasteiner .Z»sain-menkunst die freundliche und friedliche Gesinnung unseres Kaisers zu der Ueberzeuguug bringe» könne, daß es ganz unnöihig sei, Oesterreich zu einem slavi-schcn Reiche zu dcgradire» »»d eine Deutschenhetze dort z» organisire», daß er vielmehr ohne Gefahr für seine Streme de» berechtigten Forderungen der Deutschen nachgeben könne. Nur so sind ihre feindseligen Aeußerungen und WnthauSbrüche zu erklären. Würde die Gasteiner Zusammenkunft das Resultat haben, die innigste Verbindung der beiden Reiche zu begründen, so wird damit die Politik der Wiedergeburt des deutschen Reiches ihren endgiltige» und zufriedenstellende» Abschluß gewinnen mit der völligen Aussöhnung der so lange feindlich gesinnten Mächte. Mlff" Fortsetzung in der Beilage. "WK Beilage zum „Laibacher Tagblatt" Nr. ] Ausland. Mit der bevorstehenden Kaiser-Z u s ci m m e n I tt it f t fange» jetzt auch die norddeutschen Blätter an, sich ernstlich zu beschäftigen. Ein Berliner Brief an der Spitze der „Weser-Zeitung" sagt: „Wenn nicht alles täuscht, wird die Zusammenkunft der Kaiser von Deutschland und von Oesterreich-Ungarn, welche in Gastein ftatlsin-den soll, den Satz bestätigen helfen, daß die fast traditionelle Feindseligkeit und Eifersucht zwischen Preußen und Oesterreich nur durch die rivalisirende Stellung der beiden Staaten innerhalb des alten deutschen Bundes hervorgeruseu oder vielmehr aufrecht erhalten war, daß aber eine klare und entscheidende Lösung der deutschen nationalen Frage an die Stelle des Widerstreites die natürliche Gemeinsamkeit der Interessen Deutschlands und Oesterreichs zur Richtschnur der Politik der beiderseitigen Regierungen machen werde. Die beiden Fürsten treffen in Gastein zusammen, getreu den Freundschafts-Erklärungen, welche sie schon im Dezember v. I. durch ihre Minister ausgetauscht haben; der deutsche Kaiser/ „von dem Verlangen beseelt, die srenudschast-licheu Beziehungen Deutschlands zu dem österreichisch-ungarischen Nachbarrciche zu erhalte« und zu fördern, ans welche beide durch die ihnen gemeinsamen Interessen uud die Wechselwirkung ihres geistigen und materiellen Berkehrslebens angewiesen sind" (Depesche des Grasen Bismarck an Schweinitz vom 14. Dezember 1870); der Kaiser von Oesterreich „freien nnd hohen Sinnes die erhebende» Erinnerungen, die feine Dynastie in der glanzvollen Geschichte von Jahrhunderten mit den Geschicken des deutschen Volkes verbanden, nicht anders anfsassend, als mit der wärmsten Sympathie für die fernere Entwicklung dieses Volkes und mit dein rückhaltlose» Wunsche, daß cS i» de» neuen Formen seines staatliche» Daseins die wahre» Bürgschafte» einer glücklichen für seine eigene wie für die Wohlfahrt des ihm in geschichtlicher Tradition, in Sprache, Sitte nnd Recht so vielfach verwandte» Kaiserstaates gleich segensreichen Zukunft finden möge" (Depesche des Grasen Beiist an Wimpsfen vom 86. Dezember 1.870). Bon de» auswärtigen Nachrichten, welche heute vorliegen, kommt die wichtigste aus B u tote st. Die rumänischen Kammern haben vor kurzem ein Eiscubahngesctz votirt, durch welches die Besitzer von rumänischen Eisenbahn Obligationen (zumeist Deutsche und Oesterrcichcr) in ihren Interessen arg geschädigt werden. Fürst Karl hat sich nun ans Furcht vor den Kammern bewegen lassen, diesem Gesetze, welches mir ans Gehässigkeit gegen die in Rumänien lebenden Deutschen votirt worden ist, die Sanktion z» ertheilen. Inzwischen soll in Bukarest eine Rote Bismarck' s a»gela»gt sei», i» welcher erklärt wird, daß sich die deutsche Regicrrnig a» die souveräne Pforte gewendet hat, mit deren Intervention znm Schutze derjenigen deutschen Staatsangehörige», welche rumänische Eisenbahn-Obligationen besitzen, herbeiznführen. Mail darf gespannt daraus sein, was die Pforte, der es nie gelungen ist, ihre eigenen Rechte zu schützen, nun zu Gunsten der Angehörigen des deutschen Reiches unternehmen wird. Eine Bukarester Korrespondenz der „Allgemein mit Zeitung" vom 28. Juli spricht sich über die Lage in Rumäni en folgendermaßen aus: „Dieselbe ist, seitdem die Kammer die gemeldeten Beschlüsse m der Eisenbahnfrage gefaßt hat, wiederum eine höchst bedenkliche geworden. Der Senat hat diese Beschlüsse, welche nichts mehr und nichts weniger als eine Beraubung der Besitzer rumänischer Eisenbahn-Obligationen bedeuten, ebenfalls angenommen. Sollte der Fürst die Sanktionirung der fraglichen Beschlüsse verweigern (was er aber bekanntlich nicht gethan hat), so würde das Ministe-rttitn Catargin abdaiike» müssen; der Fürst aber würde große Schwierigkeiten haben, ein neues Ministerium zu finden, uud wenn er eines finde» sollte, so wäre dasselbe alsbald genöthigt, die Kammern aufzulöfen und neue Kammern wählen zu lassen, denen sofort die Eisenbahn - Frage wieder vorgelegt werden müßte. Dieser unerquickliche Turnus würde 78 Vom 5. Anglist. die Stellung des Fürsten Karl vollständig unhaltbar machen. Schon heute ist sie stark erschüttert, nnd man spricht bereits von einer demnächst bevorstehenden Abdankung. Die Gegner Karl's 1. erheben immer dreister das Haupt, und in Jassy ist unter dein'Rauten „Plebejul" ein neues Journal erschienen, welches offen für den Exfürsten Cusa Propaganda macht und seine Artikel mit dem Ruse schließt: „Es lebe Alexander Johann I.!" Außerdem wird die Vage durch eine neue Finanzkleinine erschwert. Die von der Kammer votirte 78 Millionen-Anleihe ift durch die Sanktion des Fürsten zwar zum Gesetz erhoben worden, aber die Regierung findet kein Geld auf dieselbe. Das Vertrauen in rumänische StaatSverpslichtungen ist erloschen, seitdem die Kammern die Nichtbezahlung der rumänischen Eisenbahn-KouponS dekretirt haben. Seit 15 Tagen hat die Regierung die Anleihe aufgelegt; aber bis jetzt find auf die 78 Millionen nur 8 Millionen gezeichnet, und selbst diese mit der Bedingung, daß die Einzahlung in rumänischen Schatzscheinen geleistet wird, d. li. d e Staatögläubiger von 8 Millionen erklärten sich bereit, ihre alten Titel gegen neue fnndirte Titel zu vertauschen. Die allgemeinen und eindringlichen Klagen, welche in Frank reich gegen die fortwährende Verschleppung des Riesenprozesses gegen die Insurgenten der Kommune laut werden, haben endlich das „Journal Ossiciel" veranlaßt, das seitherige Verfahren der Regierung und der militärischen Gerichtsbehörden in einer sehr geschraubten und von der inneren Verlegenheit zeugende» Weise zu rechtfertigen oder wenigstens zu entschuldigen. ES läßt sich nicht leugnen, daß, wenn auch eilte nicht geringe Anzahl der Gefangenen wegen gemeiner Verbrechen und Vergehen sich zu verantworten haben wird, doch die überwiegend große Mehrzahl der nahezu 30,000 Individuen, welche nun schon seit mehr als zwei Monaten in den Kerkern von Versailles und auf den Pontons der Kriegshäfen schmachten, sich nur iit politischer Beziehung vergangen oder anscheinend kompromittirt haben. Es ist deshalb nicht nur ein schwerer politischer Mißgriff, sondern auch eine grobe Versündigung gegen die Gesetze der Menschlichkeit, viele Tansende von Unglücklichen unter den traurigsten Bedingungen ihrer Freiheit zu berauben, damit die Untersuchung »ach alle» Vorschriften des inquisitorischen Verfahrens korrekt durchgeführt werde und auch nicht ein einziger der Frevler dem strafenden Arme der Gerechtigkeit entrinne. Wenn je, so ist in diesem Falle Nachsicht geboten. Die Regierung des Herrn Thiers scheint jedoch eine alte Rechtsmaxime umgekehrt zu haben und in dem Sinne zn handeln, daß sie lieber zehn Unschuldige zu Grunde gehen, als einen Schuldigen straflos ausgehen lassen will. Voraussichtlich ivird aber, zumal nach dieser ungeschickten und inhumanen Note des „Journal Offiziel," der Druck der öffentlichen Meinung in Frankreich so stark werden, daß die Regierung, wohl oder übel, mehr dem Gebote der Menschlichkeit nnd der politischen Klugheit, als den Rachegelüsten des blinden Parteihasses und den Anforderungen einer pedantischen Jurisprudenz wird Gehör schenke» müssen. Das „UuiverS" ist bekanntlich mit dem Ergebnisse der Debatten über die weltliche Herrschaft des Papstes höchst unzufrieden. Die „Vorsicht und der Patriotismus" des Herrn Thiers, unter deren Aegide die Sache des Papst-Königs gestellt worden ist, gilt Herrn Venillot keinen Pfifferling, Bischof Dupanloup erhält durch gänzliches Schweigen über feine salbungsvolle Rede ein um so beredteres Mißtrauensvotum und der Majorität wird vorgeworfen, daß sie die römische Frage habe begraben wollen. Aber wäre sie auch todt und begraben, das „UniverS" würde sie mit feinen Nägel» wieder (nt# der Erde hcrvorscharren. Dieses Blatt bringt de» Text einer neue» Petition an die Nationalversammlung, worin es heißt, daß für das Recht des heiligen Stuhles und die Ehre Frankreichs mit dem Votum der Kammer nicht genug geschehen sei. Der Friede sei Frankreich nöthig, aber dieser Friede dürfe nicht zur Besiegelung des italienischen Attentates ausschlagen. Wäre Frankreich noch schwächer, noch verlassener als es ist, so verlangte doch seine Religion und seine Ehre, daß es sich durch einen Protest freie Hand für die Zukunft wahre. Die Petition verlangt demgemäß einen einfachen Akt der Vorsicht und des Patriotismus, nämlich die Evtlä ning, daß Frankreich niemals einen diplomatischen Vertreter bei Viktor Emanuel in Rom installiren werde. Dann könne Frankreich ruhig de» Tag er warten, wo es ihm vergönnt sein werde, den Plan der Wiederherstellung der weltlichen Macht in einer ändern Weise auszuführen. Herr Venillot wird, wie man sieht, sich nicht eher zufrieden geben, als bis der päpstliche Thron über Leichen und Trümmer wieder aufgerichtet ist. Der „Köln. Ztg." schreibt man aus Petersburg: „Die von der österreichischen Regierung Galizien zugestandene Autonomie nnd die daran sich knüpfende Ernennung des Grafen Goluchowski zum Statthalter i» Galizien wird von unserer Presse eifrig diskutirt. Die „Börsen Zeitung" gelangt dabei zn den Behauptungen, daß dieses Vorgehen der österreichischen Regierung nothwendig Preußen Veranlassung gibt, sich früher oder später der beut scheu Untcrthaneu Oesterreichs anznnchmen, und ferner die Bewohner Galiziens russischer Nationalität berechtigt, zur Erhaltung ihrer durch die den Polen Galiziens seitens der österreichischen Regierung ge jchaffciie bevorzugte Stellung bedrohte» Rechte nnd Nationalität sich nach dem Schutze der ihnen stamm verwandten Großmacht umznseheu und sich derselbe» aitztischließett, wodurch allein sie der Vergewaltigung durch das polnische Element entgehen können und wozu sie umsomehr berechtigt sind, als ja das Stre beu der Polen Galiziens in Ucbcrcinstimmnng mit den in der letzte» Broschüre des Fürsten Georg Czartoryski ausgesprochenen Ansichten offen die Ab sicht zur Schau trägt, die Autonomie Galiziens nur als Mittel zur Wiedergewinnung der übrigen pol nischen Lande und zur Wiederherstellung Polens zn betrachten." In A l b a n i e n bereiten sich sehr ernste Dinge vor. Skntari, die Provinzialhanptstadt, ist zum Schauplatz blutiger Ereignisse geworden. Seit mehreren Tagen wird Ismail Pascha in seinem Konak (Amtswohnung) belagert. Jede Regierung hat aufgehört, keine Polizei, kein Medzlis (Gericht), keine wie immer geartete öffentliche Gewalt besteht mehr. Aufrührerische Banden durchziehen die Stadt, und plündern wo sie können, namentlich aber die Christen-Häuser, da diese meist leer stehen. Die Christen, besonders die angesehenen, verließen gleich nach Ausbruch der Unruhen die Stadt, wohl wissend daß, wie immer der Wasfentan; endigen möge, sie gewiß die Zeche dafür zu zahlen haben würden. Der Gc-neralgonverneiir ist von allen Verkehrsmitteln abgeschnitten, da die Rebellen alte Telegrafeudrähte durchschnitten nnd alle sonstigen Anstalten besetzt haben. Indessen ist schon die Nachricht ringetrosfen, daß 10.000 Mann Truppen von Konstantinopel zn Schiss nach Antivari expedirt sind. Einstweilen hält sich Ismail Pascha in seinem Hause, das von einer kleinen Garnison mit 2 Kanonen vertheidigt wird. Die unteren Regierungsbeamten sielen aber bereits zahlreich der Volkswuth zum Opfer. Während diese Vorgänge sich in Skntari zutragen und dort Schrecken und Augst verbreiten, geht es auch im Innern des Landes lebhaft zn. Die Schoschaö, ein nttgemeitt tapferer, fast tollkühner Stamm, wuthcit entsetzlich und überliefern jeden, der im Geruch der Anhänglichkeit an den Sultan steht, einem martervollen Tode. Die Albanesen sind wilde rauflustige Gesellen, nnd fühlen sie nicht mehr den Druck der Macht, so find sie zu den größten Ausschreitungen bereit. In der Herzegovina ist es vorläufig »och ruhig, aber trügen nicht alle Anzeichen, so dürste der albaitesische Aufstand, falls er nicht rasch unterdrückt werden sollte, die Dinge auch da in Fluß bringen. Die Grenz* stamme benehmen sich schon mit einer gewissen „Freiheit", die gewöhnlich einer Erhebung hier vorauszugehen pflegt. Wahrscheinlich deshalb eilte Akif Pascha sammt zwei Regimentern Infanterie nach der Herzegowina, wo er längere Zeit verbleiben wird. Zur Tagesgeschichte. — Wir lesen in einem Brlinner Blatte vom 3. August: Einer der ultramontanen Schwarzen, welchem das deutsche Kreisturnfest ein Gräuel war, sprach vor einer czechischen Hausfrau die Erwartung aus, das Fest werde wegen schlechten Wetters nicht stattfinden. Sie möge nur fleißig beten, es werde sich dann schon zeigen, ob unser Herrgott mit den Czechen oder Deutschen halte. — Diese Prosezeiung wurde aber zu Schanden und der ultramontane Schwarze scheint wie MefeleS in der gewissen Parodie den falschen Paragraf erwischt zu haben; denn statt schlechtem herrschte das schönste Wetter. — Aus Dalmatien wird der „9t. Fr. Pr." geschrieben : „Der dalmatinische Wein könnte, wie das Beispiel Lakroma'S und einiger von der Weinkultur beleckter Oasen, z. B. Sebenico'S zeigt, der meistberühmte, meistgesuchte Wein der Erde sei». Die Behandlung des edlen SafteS ist fast überall die denkbar ungeschickteste. Die Trauben werden von den Stöcken gerissen, mit den Füßen zerstampft und dann wird das Gemisch in Ziegenfette gefüllt und aus diesen in Fässer gegossen, in welchen sich die sauer gewordenen Rückstände früherer Jahre befinden. Wer ein Faß besitzt, ist Wcinschänker. Aus den schmutzigsten Thongesäßen trinken die Eingebornen da« überaus starke Zeug, bis sie zu Berserkern werden oder auf den Lehmboden der Hütte fallen. Der Wein ist oft billiger als Waffer und bei dem Mangel an letzterem geradezu unentbehrlich. Im August wird er sauer, was seinen Konsum wenig hindert. Die Versuche zu eiuer besseren Behandlung der GotteSgabe scheitern an der brutalen Rohheit der flavischen Bevölkerung. Deutsche, nach Dalmatien berufene Winzer wichen bald der bäuerlichen Bestialität ; Grundherren, welche den Wein vernünftig behandeln wollten, wurden mit Ermordung odcr doch mit Ausreißen der Stöcke und Zerstörung der Kellereien heinigesucht. In Berücksichtigung der nur dem Nahestehenden glaublichen Bigotterie nnd in ganz richtiger Würdigung des Kulturzustandes der sla> vischen Massen berief man vor einige» Jahren Mitglieder eines französischen Mönchsorden- , der den Wilden Asrika's Unterweisung im Ackerbau giebt. Aber stärker, als der Respekt vor der Kutte, erwies sich der Haß gegen die Kultur. Den Mönchen wurden die Weingärten von Grund ans zerstört und die Häuser Uber den Köpfen angezündet. So bestialisch hatten sie selbst die Kafsern nicht gefunden, meinten die Patres beim Verlassen des Landes. Wer von den Szenen des Krieges an der Bocca gehört hat, wird den Ausspruch begreiflich finden. So ist denn die rationelle Wein-kultur einzig in der Nähe einiger Städte und auf einige» Skoglien (Jnselchen) möglich. In Sebenico bereitet ein Kanonikus den köstlichsten Nektar. Ein dortiger liebenswürdiger Advokat widmete mir einige Flaschen Maraschino (nicht zu verwechseln mit dem Liqueur: Maraschino di Zara). Es ist das derselbe Wein, den wir nm schweres Geld, als Dry-Madeira, so da „die Linie pafsirt hat," in ganz Oesterreich trinken — auf Madeira ist bekanntlich in Folge der Traubenkrankheit der Weinbau längst durch den Tabakbau ersetzt worden. Das köstlichste Produkt aber liefert Lacroma, wo Kaifer Max sechsundvierzig Trauben-gattungen eingesetzt hat, darunter die feinsten Sorten, wie RiSling, Lacrymae Christi, Ananas, Muskat, Burgunder, Madeira. Malaga, Bugava, Malvasier, Syrmier, Menescher, Tartaro, Sultania u. s. w. Von deutschen Händen bearbeitet, verliert der Wein die ekelhaste übermäßige Süße, behält aber sein unvergleich-liches Feuer — selbst Sherry und der beste Mediascher kommen ihm darin nicht gleich — und darf sich an Wohlgeschmack neben jeden Rheinwein stellen. WaS aber den — natürlich nur den sorgsam hehandelten — dalmatinischen Wein vornehmlich auSzeichnet, ist seine Heilwirkung, namentlich bei Magen- und Nervenschwäche, auch bei Darmkolik. Oppolzer besonder« hat, wie ich aus einem Schreiben des Verstorbenen ersehen, diese sanitäre Wirkung guter dalmatinischer Weine erkannt und benützt. Alle Aerzte, mit denen ich hier gesprochen, — und sie sind, wenn auch Italiener, so doch nicht vom Schlage der italienischen Aerzte, sondern meist in Wien gebildet — alle bestätigten mir das Urtheil Oppolzer's. Wie ich höre, wird jetzt in Wien der Besitzer von Lacroma eine Weinstube eröffnen, die ausschließlich gute dalmatinische, namentlich Laeromenser Weine, bieten soll. — In Tommaso Gar, der am 28. Juli auf der Durchreise von Deutschland in Desenzano verschied, hat Italien einen seiner bedeutendsten Gelehrten der Gegenwart verloren und zugleich einen der wenigen, welche mit der deutschen Literatur und Sprache näher bekannt sind. Tommaso Gar wurde am 22ten Februar 1808 armen Eltern in Trient geboren, studirte an dem Gymnasium und Lycenm seiner Vaterstadt, bezog dann die Universität Padua und hielt sich von 1835 längere Zeit in Wien auf, theils um sich dort mit deutscher Sprache und Literatur an Ort und Stelle vertraut zu machen, theils um die Archive nach den auf den Dogen Foscarini bezüglichen Manuskripten zu durchforschen. Von Wien ging Gar nach Florenz und arbeitete viel für das italienische historische Archiv von Vieusseux und ward 1847 Bibliothekar an der Universität Padua. Als 1848 die Republik Venedig wieder erstand, war er deren Vertreter zuerst in Paris, dann in Florenz, was ihm nach der Rückkehr Oesterreichs nach Venedig feine Stelle kostete und die Kon-sinirnng nach feiner Vaterstadt Trient eintrug, ' welche ihn ihrerseits dadurch ehrte, daß sie ihm die Leitung ihrer Bibliothek und ihres Museums übertrug. Nach zwölfjährigen! Aufenthalte in Trient wanderte er mit österreichischer Bewilligung nach Piemont aus und erhielt zunächst die bescheidene Stelle des Direktors des Nalional-SeminarS an der Porta Nuova in Mailand, wurde aber 1863 als Universitäts-Bibliothekar nach Neapel versetzt, vu» wo er 1867 zum Direktor de« General-Archiv» nach Venedig befördert und 1868 zum Präsidenten der dortigen Akademie ernannt wurde, in welchen Stellungen er bis zu seinem Tode verblieb. Gemeinsam mit Eibrario vertrat er die italienische Regierung in Sachen der venetianischen Archive und verschaffte feinem Vaterlande zahlreiche werthvolle, bereits verloren gegebene Urkunden. Auch an der Rivista degli Archivi veneti von Bartoli und Fulin betheiligte er sich lebhaft, schrieb eine Reihe kleinerer Aussätze für Journale, wie z. B. für den „CrepnS-culo" in Mailand und gab mehrere größere Werke heraus, z. B.: Storia aveana ed altri scritti ine-diti di Marco Foscarini, Relazioni degli ambascia-tori veneti presso la corte di Roma, Statuti delle cittä di Trento e di Rovereto. — Einem längst gefühlten Bedürfniß abzuhelfen, ist endlich zum Wohle der Menschheit auch ein poetisches Kochbuch erschienen. Die folgende schöne Arie von der „Gerösteten Kalbsleber" diene als Probe: Mel.: Wir sitzen so fröhlich beisammen." Damit Die Begierde der Gäste Im Anfang nicht werde z» laut, Entsckälc geschwind, meine Beste, Der Leber des Kalbes die Haut. Zerschneide fci; Leber in Stücke, So breit nnd so dünn eS kann sein. Und schneide mit trockenem Blicke Hernach eine Zwiebel sehr fein. Jetzt nehme vom Schmalze, dem schönste», Ein Stück wie ein Hühnerei groß, Und lasse die Zwiebel gelb rösten In der Pfanne erglühendem Schoß. Nun schütte eie Leber zu diesen, Und säe noch Mehl d'ranf herum, Und wende sie ohne Verdrießen Mit fleißiger Hand um und um. So läffest dieselbe Du braten, Nicht hart, dock genugsam: dann thu' Born Salze nach eig'nem Berathen Und Essig ein wenig dazu. Berühre ein paar mal Besagtes Und richt' auf der Platte es au, Dann streu nock ein wenig zerhacktes Zitronengeschälr daran. — In Italien sind seit 1859 nicht weniger als 89 Bischofsitze erledigt, und Papst PiuS IX. weigert sich, für dieselben neue Oberhirten zu ernennen, weil angeblich die sämmtlichen Kirchengüter vom Staate mit Beschlag belegt worden seien und die Bischöfe sich im Kampfe mit der Noth befinden, und weil diese Bischöfe vom König Viktor Emannel bestätigt werden müßten, den sie als solchen nicht anerkennen. Da die noch lebenden Bischöfe in Italien alt, dürften sic in einigen Jahren ganz aussterben. — Ans einem Berliner Konzert. Schulze: Wat steht denn hier in bet Blatt von „ Bismarck -Konzerte?" Js denn Bismarck ooch 'n Musikus? Müller: Natürlich, un wat for Eener! uf alle Instrumente jeübt! Benedetti'n hat er heimjejeigt, die Grande Nation jepaukt, den Louis nanSjetrommelt, dem ThierS vorjeklimmpert, den Engländers wat jepfiffen und zuletzt noch Favre un Company jehorig den Marsch jeblasen. Schulze: Del is wirklich ’n vielseitige- Talent. Un wat macht er jetzt? Müller: Jetzt macht er 'ne kleene Pause, wird aber bald mtt’8 janze Orchester wieder infallen ! — Brüssel ein Seehafen. Unter diesem verführerischen Tilel wurde der Munizipalität von Brüssel ein umfangreiches Memoire überreicht, das die Errichtung eines Seehafens vor Brüssel projektirt. Dieser Hasen wäre auf die Weife herzustellen, daß durch Abtragung der Dämme das Niveau des Kanals von Willebrock von Brüssel bis Thlffelt erhöht und eine Kanalverbindung von Thisselt bis an die Schelde bei Rllpelmonde hergestellt würde. Nach dem Projekte wäre dem Wafferlauf ein solcher Fall zu geben, daß Seeschiffe bis zu 600 Tonnen Last ans dem Meere bis vor Brüssel fahren, dort landen und ausgcladcn werden könnten. Die Kosten für den projekiirten Kanal sind auf 28 Millionen Franken veranschlagt, von denen die Hälfte in Aktien, die Hälfte in Obligationen aufgebracht werden soll, und zwar die letzteren im Wege der öffentlichen Subskription, während die erstem, vom Staate übernommen werden sollen, für welche die Un ternehmer, wenn ihnen die Konzession für den Kanal auf 50 Jahre verliehen würde, dem Staate eine sichere Verzinsung von 2Perzent garantiren wolle». Nach Ablauf der Konzessionsdauer verpflichten sich die Unternehmer, der Stadt Brüssel, von der jetzt gar kein materielle- Opfer, sondern nur ihre moralische Unterstützung verlangt wird — und dem Staate, beiden zu gleichen 2heilen, das EigenthninSrecht auf den Kanal ohne alle weitere Entschädigung unentgeltlich abzutreten. — Die Pflichten eineS amerikanischen Spe-zialkorrespondenten schildert die „New?)ork-TimeS" in folgender Weife: „Der Spezialkorrespondent mag verheiratet oder Junggeselle sein, er muß immer, unter allen Umständen, seine Pflicht erfüllen; diese Pflichten ihn zu lehren, ist eine schwere, sehr kostspielige Arbeit, eine Arbeit voll Aerger und Verdruß. Es ist gut, wenn er ein halbes Dutzend Sprachen ziemlich fließend spricht, wenn er in allen möglichen, nur bewohnbare» Gegenden gelebt hat und die Rocky Mountains ebenso gut wie das Innere Afrika'- kennt. Er muß ein guter Koch, ein Musikkenner, ein Whistspieler erster Klasse, ein SportSman, ein guter Schütze, ein guter Redner, ein Freimaurer, ein Filosof, ein Raucher — denn Tabak ist ein gute« Palliativmiltel gegen Hunger — und ein Packmeister der vollkommensten Art sein, denn er muß im Stande sein, ein Schreibzeug, eine Depe-fchenbüchse, einen Stiefelknecht, eine Bibel, ein Faß* chen Brandy, einige Hemden, einen Regenmantel, eine Blendlaterne und einen Bratrost in den Sattelranzen zu packen. Der erfahrene Spezialkorrespondent ist nie ohne Paß, ohne große Zahl von Visitenkarten mit Namen und genauer Adresse, ohne Revolver — dessen Besitz er übrigens so viel als möglich verheimlichen soll — nie ohne Nähkästchen, das mit Nadeln, Fingerhut, Knöpfen und Zwirn wohl gefüllt ist; ein Regenschirm, Korkzieher und ein paar gute Wasserstiefel» dürfen natürlich nicht fehlen. Er muß einen Paradeanzug haben, denn er kann nicht wissen, wann er zu fürstlichen Tafeln gezogen wird. Dann erst, wenn es mit all diesen Dingen umzugehsn versteht, dann, wenis er zweimal die Cholera und diverse Tropenfieber gehabt, dann erst, wenn er Pulverdampf in gehöriger Menge gerochen, kann er sagen: er ist ein fertiger Spezialkorrespondent! — Die Verehrer Walter Scotl's in London werden den auf den 15. August fallenden hundertjährigen Geburtstag des berühmten Romanschriftstellers durch ein Banket in der großen Halle des Cannon-street Hotels festlich begehen, bei welchem Hepworth Dixon den Vorsitz führen wird und der Herzog von Manchester, Lord Lytton-Bulwcr und Dr. Ramfay als Vize-Präsidenten fungiren werde». — Dem „Athenäum" zufolge dürften wir im Laufe des Herbstes eine Geschichte der „Times von ihrer Gründung bis zur Annahme der Reformbill erwarten. Daß diese Gründung in das Jahr 1785 fällt, ist ziemlich allgemein bekannt,. weniger bekannt dagegen ist die Thalsache, daß das Weltblatt die ersten drei Jahre seines Daseins recht kümmerlich unter dem Namen „Daily Universal Register" fristete, dann am Neujahrstage 1788 den Titel „Times" deshalb an-«ahm, weil das einsilbige Wort vor Sprachverhun- ,jungen sicher sei, und daß selbst fünf Jahre nach dieser Umtaufung das jetzige leitende Blatt eine Anfrage von nur tausend Exemplaren hatte. — Jndianersage. (Die Theilung der Welt.) 'Als der große Geist die Flüsse, die Lust und den Wald geschaffen und sie mit allerlei Thieren belebt hatte, befried er den rothen Mann und seinen jüngeren Bruder, 'den weißen, zu sich in feine Wohnung und zeigte ihnen 'die vielen Büffel, Bären, Ottern, Biber u. s. w. »Seht," sagte er, „diese meine Geschöpfe gebe ich euch zum Eigenlhum, ihr sollt über sie herrschen und sie sollen euch zur Nahrung dienen." Darauf begann er sie zu vertheilen. Der rothe Mann, den er am meisten liebte, weil er ein munterer, kräftiger und furchtloser Bursche war, erhielt die stärksten und wildesten Thiere: den Panther, Büffel, Bison und Hirsch; und von Vögeln : den Adler, Habicht, Truthahn, die Eule u. s. w. Dem weißen Manne wurde das Schaf, Schwein, die Kuh, die Ente und die Gans zugetheilt und von den Fischen erhielt er nur die dünnen und leichten, die man bequem mit der Angel herausziehen kann, während die des rothen Mannes so dick und lang waren, daß er große Speere brauchte, um sie zu fangen. Darauf nahm der weiße Mann die ihm zugetheilten Thiere und trieb' sie auf eine freundliche Ebene mit fettem Boden und üppigem Grafe. Dort zähmte er sie und band Pferde und Ochsen zum Fahren und Pflügen zusammen, aß das Fleisch des trägen Schweines und machte sich aus der Wolle des geduldigen Schafes Kleider. Der rothe Mann wickelte feine Thiere in eine große Decke, bie er zufällig bei sich hatte, und legte sich dann Wasen. Nach einigen Tagen erwachte er wieder, doch ols er sich nad) feinen Thieren um sah, waren sie alle verschwunden. Sie waren während seines Schlafes herausgekrochen und hatten sich in Wald und Feld einen angenehmeren Aufenthaltsort gesucht. Um sie miedet einzufangen mußte er nun das Geschäft des Jagens betreiben, das ihm so viel Vergnügen machte, daß er eS später nie bereute, zu jener Zeit geschlafen zu haben. Auch seine Nachkommen haben ihm deshalb nie einen Vorwurf gemacht. Lokal- und Provinzial-Angelegenheilen. Original-Korrespoitdeuz. o-o. Cilli, 4. August. Wie aus floventfcher puelle verlautet, beabsichtigen die Mitglieder des „Sokol" in Laibach einen Ausflug nach Cilli, und es hätten sich außer dem Vereine „Sokol" noch wenigstens 400 Slovenen bereit erklärt, an diesem Ausfluge theilzn-nehrnen. Die deutsche Stadt Cilli hat die Slowenen nicht eingeladen, auch haben sich diese gar nicht angefragt, ob sie willkommen feien; von der deutschen Stadt Cilli werden daher die „Sokolei," falls sie korporativ nuftreien wollen, lediglich als zudringliche Gäste ausgenommen, die man deshalb nicht zurück-weist, weil die Deutschen mehr Takt besitzen, als die „Jamschberger Bauern" und .deren national-klerikale Hetzer. Wenn man nach der Quelle forscht, aus welcher die Einladung an die Slovenen Laibachs floß, so wird man auf einen sehr unlauter« Grund stoßen. Es gerirett sich nämlich hier in Cilli ein paar Individuen als Repräsentanten der slovenischen Nation, welche, wenn wir es mit einer honnetten Gegenpartei zu thun hätten, schon längst von den Nationalen wären perhor-reszirt worden. Diese Individuen haben eben keinen anderen Erwerbszweig, als den, die Slovenen zu Gunsten ihres eigenen Säckels auSzubeuten. So viel können sie für gewiß annehmen, daß die Stadt Cilli und die ungeheuere Mehrheit ihrer Bewohner die in Masse nach Cilli kommenden Slovenen und deren Nothhemdler nur als Aufdringlinge betrachtet. Sapienti sat. Lokal-Chronik. — (Herrn Karl Zappe) ist von den Mitgliedern des Männerchores der filharmonifchen Gesellschaft ein werthvoller Siegelring und ein prachtvolles Fotograsiealbum als Andenken verehrt worden und beides gestern nach Linz abgegangen. — (Arbeiterbildung sverein.) Sonntag den 6. August, Nachmittags 2 Uhr, findet im Vereinslokale eine Monatsversammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechenschaftsbericht; 2. Wahl eines Schriftführer«; 3. Besprechung und Beschlußfassung über Vereinsangelegenheiten; 4. Ein Vortrag: „Ueber die Arbeiterfrage." — (Die Laibacher Turner „Verräther SlovenienS.") Es ist charakteristisch für die Aera Hohenwart, daß in ihr wieder allerhand niedriges lichtscheues Gewürm sich ans Tageslicht wagt, daß wie in der verrufensten Zeit Metternich'S, Bach's und Kempens, Spitzel aller Sorten die obern Behörden und die Minister umschwärmen, ja, daß das abscheulichste Denunziantenthum so sehr alle Scham von sich weist, daß es offen in den verfassnngSfeindlichen Tagesblättern sich breit macht. Ohne je auch nur den geringsten Beweis zu erbringen, fährt das Gelichter fort, jedes Lied, jedes Fest, jede Rede als Hoch- und Lan-desverrath zu denunziren, aus keinem ändern Grund, als weil sie deutsch sind, die verfafsktngSlreuen Blätter als an Bismarck verkauft anSzuschreien, weil sie in deutscher Sprache erscheinen. Während andere Stämme schon feit Jahren einzig nur die nationale Farbe hervorkehren und kein Bedenken tragen, ihren Sondergelüsten das Interesse und die Einheit des Staates zu opfern, klagt man die Deutschen des Hochverrates an, wenn sie ein Turnerfest feiern und auch einmal den deutsch-nationalen Standpunkt in einer Weise betonen, woran selbst das Ministerium Hohenwart und das offiziöse Söldnerheer nichts zu mäkeln findet. Um so mehr muß es auffallen, daß unfere' slovenischen De-nunziantenmoniteure mit ihren pöbelhaften Amuiirfeit nicht aufhören, Jahr aus Jahr ein ihren abgestandenen Lügenkohl Wiederkauen und vom Verrath des S l o -venifchen Volkes an das preußische Deutschland sprechen, weil aus Laibach und llntersteier einige Turner nach Brünn gegangen sind. Wenn die geistesarmen Patrone doch einmal ein anderes Argument zu entdecken vermöchten. Es wird nachgerade langweilig, wenn auf alles und jedes Jahr aus Jahrein aus dem Geistesarsenale mir das Wort „Verrath" hervorgeholt wird. — (Zum A gramer Sehr er tage.) Die Anmeldungszahl der Theilnehmer an der kroatischen Lehrerversammlung übersteigt bereits die Zahl 500. Unter den angemeldeten Teilnehmern befinden sich eine bedeutende Zahl Dalmatiner, Slovenen und Böhmen. — (Zur 91 eor g ani f ir u tt g der Steuerämter) ist verläßlichen Quellen zu entnehmen, daß die Negierung bei der Berathung des Budgets pro 1871 eine diesbezügliche Vorlage eingebracht habe, in welcher es wörtlich heißt: „Der Beschluß des Abgeordnetenhauses vom 11. Mai 1869 forderte die Regierung auf, die Gehalte der Steuerbeamten unterer Kategorie entsprechend zu erhöhen. Diese Erhöhung stellt sich der Regierung auch betreffs der höheren Kategorien, überhaupt eine Reorgaitisitung der Steuerämter als höchst noth- wendig dar." Um diese Regelung sämmtlicher Dienst-bezüge vornehmen zu können, beanspruchte die Regierung die Summe von 2,635.969 fl., also um 32.180 fl. mehr als im Vorjahre. Es wird in den Ausführungen der Regierung mitgetheilt, daß dieses Mehrerforderniß dem fertigen Entwürfe der sofort im laufenden Jahre durchführbaren Reorganisirung entspreche. Diese Vor» läge wurde von beiden Häusern des Reichsrathes angenommen. Es stehen demnach zwei Thatsachen fest: erstens, daß der Entwurf der Reorganisirung fertig ist, und zweitens, daß deren Durchführung im laufenden Jahre kein Hinderniß entgegensteht. — (Missionär P i r z.) Es wird uns freundlichst folgendes Schreiben eines ehrwürdigen kraini-s ch e n Priesters und apostolischen MisiivnärS in Amerika, Herrn Franz Pitz, zur Verfügung gestellt, da« viele unserer Leser interesfiren dürfte. Selbes ist darin ans Rich-Prairie (im Staate Minnesota), 3. Juli 1871, und lautet im wesentlichen: „Geliebter, unvergeßlicher Herr Landsmann! Zu meinem größten Vergnügen erhielt ich unlängst von Deiner Hand aus Laibach über New-Aork und Bremen aus dem „Express post office“ Crow ffiing in Nordamerika eine Schachtel der edelsten Obstkerne und Aepselspalten, alle» in bestem Zustande, wofür ich Dir den verbindlichsten Dank erstatte. Nie hat mir noch eine Sendung aus Europa größeres Vergnügen bereitet, als diese porno-logische Bescherung, die mir in meinem hohen Alter noch manche Unterhaltung gewähren wird. Im 86tm Lebensjahre, abgenützt und gebeugt, konnte ich nicht mehr alle meine 12 Missionen in weiten Entfernungen ohne Lebensgefahr ordentlich besorgen, darum habe ich sie auf Anrathen meines hochwürdigen Bischöfe« an andere jüngere Priester zur Besorgung überlassen. Für mich habe ich nur die neuerrichtete deutsche Mission«-psarre Rich-Prairie behalten. Ich fand aber in dieser meiner Pfarre keinen einzigen Obstbaum, obwohl hier das fruchtbarste Erdreich, für alle Obstarten geeignet, ‘ wenn jemand die Bäume zu erziehen verstünde. Auf Antrag unseres Gubernialsenators, meines Freunde« Herrn Remsey, habe ich daher meinen „Krajnski vertnar“ sogleich ins Deutsche übersetzt und darin das Volk belehrt, wie man aus Obstkernen Bäumchen erziehen und in den drei ersten Jahren vor Frost bewahren soll. Da kamen mir gerade die mannigfaltigen Sorten Obstkerne zu gelegener Zeit, womit ich eine Baumschule edelsten Obstes antegen kann. So hast Du denn mit Deiner Kernsendung den ersten Grund zur Obstbaumzucht im nördlichen Theile de« Staates Minnesota gelegt. Ucbrigens kann ich Dir von mir berichten, daß ich vor zwei Jahren eine gefährliche Krankheit mit Hilfe Gottes glücklich Überstunden, desgleichen in der vergangenen Charwoche auf einer beschwerlichen Missionsreise einen Schlaganfall glücklich verwunden habe. So lebe ich denn hier in Rich-Prairie noch ziemlich munter und verrichte meine Psarrgeschäste noch leicht, und meine Pfarrkinder sind mit mir zufrieden. Religion und wahre Andacht ist hier in erfreulicher Zunahme" u. s. w. Landwirthschaftliches. Die Ernte in Ungarn. Der „Ungarische Lloyd" schreibt: „Wohl selten haben in einem Jahre die Hoffnungen und Befürchtungen für die Getreideernte so oft gewechselt, als in dem heurigen; der ungünstige Witterungsverlauf im vergangenen Herbst und Winter, die einen nicht unbedeutenden und zwar gerade den fruchtbarsten Thcil des Landes heimsuchenden lieber-schwemniuugen, die weit in das Frühjahr hineinreichen-tien Nachtfröste hatten die Hoffnungen auf die diesjährige Ernte besonders in Wintersaaten sehr weit herabgedtücfl; die später cimrctenbe warme Witterung brachte aber einen gänzlichen Umschwung in dieser Meinung hervor. Die nicht durch Ueberschwemmnng oder Frost beschädigten Saaten gewannen rasch ein gutes Aussehen, und obwohl auch noch im Juni ausnahmsweise kühle Witterung die Reise aushielt, erwartete man doch ziemlich allgemein in Wintergetreide eine gute Mittelernte und ließ sich durch .bie Nachricht, daß der Weizen in manchen Gegenden durch Rost gelitten habe, nicht wesentlich in dieser Meinung be- irren. Die Ernte ist jetzt in den meisten Fruchlgat-lungen bereits ihrem Ende nahegerückt, und wir müssen leider die Wahrnehmung machen, daß das thalsächliche Ergebniß, wenigstens was unseren Hauplartikel — Weizen — anbelangt, die gehegten Erwartungen nicht ganz gerechtfertigt hat. Nach unseren eigenen und den von einem hiesigen Handelshause uns gütigst zur Verfügung gestellten Korrespondenzen läßt sich mit ziemlicher Sicherheit das Ergebniß beurtheilen, und kann man darnach die Ernte von Weizen quantitiv nur als «ine ziemlich schwache M i t t e l e r n t e bezeichnen. Was die Qualität anbelangt, so ist dieselbe eine sehr verschiedene; während in manchen Gegenden das Korn wohl ausgebildet ist und sich ein Oualitätsgewicht bis zu 89 Pfund ergibt, ist an sehr vielen Stellen das Korn gedrückt und auch sonst von geringer Beschaffenheit, und Qualitäten bis unter 80 Pfund dürsten daher keineswegs zu den Seltenheiten gehören. Die eine Zeit lang sehr hochfligenden Hoffnungen auf einen starken Weizenexport werden dadurch wesentlich herabgestimmt. Weit günstiger als in Weizen, stellt sich das Ernteresultat in Roggen, Gerste, Haser und Hirse. In alle» diesen Fruchtgattungen ist die Ernte ebenfalls in kurzer Zeit beendet, und das Resuliat wird, obgleich lokale Beschädigungen natürlich auch hier vorgekommen, doch im allgemeinen als ein befriedigendes bezeichnet." Torf als Düngemittel. Julius Kriz-lowSky macht in der „Allg. ill. Ztschr. f. Land- n. Forstw." auf den Werth des Torfes als Düngemittel aufmerksam. Durch Tränkung und Berarbeitung desselben mit Mistjauche erhalle man in kürzester Zeit den besten HnmuS. Die Jauche gebe ihr Ammoniak an die im Torse vorhandene Humussäure in reichlicher Menge ab, so daß nicht das Geringste von ersterem verloren gehe. Eine weitere Art, Den Torf zu Zwecken der Düngung zu präpariren, bestehe darin, denselben , in gepulvertem Zustande als Streumittel in den Ställen zu verwenden, wodurch ebenfalls der Verflüchtigung des Ammoniaks vorgebeugt und die Luft der Ställe gesund erhalten werde. Die Güte der Torfafche werde durch Vermengung derselben mit Kalkpulver wesentlich erhöht. Die Kohlensäure des Kalkes bilde mit alkali-nischen Salzen der Torfasche mannigfache leicht lösliche Verbindungen, durch welche dem Boden wichtige Pflanzennährstoffe zugeführt werden. Für saure, vermooste Wiesen dürste cs kaum ein besseres Düngemittel geben als Torsasche. Dieselbe zerstör- die Moosdecke, der saure Humus werde durch sie neutralisirt und das sogenannte Untergras, wie Klee-, Lotus- und Wickenarten, finde die kräftigste Nahrung. Die beste Zeit zum Ausstreuen der Asche sei ein seuchtwarmer und windstiller Tag im April, entweder Morgens oder Abends. Der mit Jauche präparirte Torf fei ein ganz vorzüglicher Dünger für Aecker, aus welchen Kraut, Rüben oder Hülfenfrüchte gebaut werden sollen. Durch AuSstreuen von Torfasche erreiche man die Vertilgung der Erdflöhe und Schnecken. Witterung. Laibach, 5. August. Gestern Abends Aufheiterung, sternenhelle Nacht, Wetterleuchten im SO. Heute Morgens stark nässender Nebel, sp-ilcr zunehmende Bewölkung, gegen Mittag schwacher Regen. Wärme: Morgens 6 Uhr + 10.7", Nachmittags 2 Ubi+ 10.2° C. (1870 + 26.6"; 1869 + 23.9*). Barometer 783.38 Millimeter Das gestrige Tagesmittel der Wärme -1- 17.0” C., um 2.8" unter dem Normale. Der gestrige Nieder^chlag 1.75 Millimeter. Angekommene Fremde. Am 4. August. Elefant. Kordes, Siofok. --- Dr. Gelußig, Triest. Stecher, Triest. — Deutschsöhne, Warasdin. — Sanisa, Jnnerkrain. — Moset, Siosol. — IHaler, Triest — Sorre, Mippach. — Grün, Triest. — Baronin Taufsrer, Weixelburg. — Pelikan, Forstmeister. Einöd. — Lekovic, Postmeister, Jdria. - Graf Lichtenberg, Unterkrain. Stndt Wien. Deisinger, Lack. — P'sler, Kaufmann, Leipzig. — Rupani, Triest. — Schrolter, Miinzdirektor, Wien — Lehmann, München. — Giiterniann, Kausm., Bamberg. — Pirter, GewerkSbesitzer, Billach. _ Äalerleelier Itol*. Klemm, Ungarn. — Schlagen-Hansen, Tarvis. — Depperer, Triest. Mohren. Schorm, Fotogras, Krainburg. — Streicher, k. k. Finanzwach-Komniissär, Bescanova. Gedenktafel über die am 8. A u g u st 18 7 1 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Eernivc'sche Real., DragovKek, BG. Littai. -• 3. Feilb , Cvetan'sche Real., Tschele, LG. Feistriz. — 3. Feilb., Frank'sche Real., Tschele, BG Feistriz. —3. Feilb., Dovgan'sche Real., Alldirnbach, BG. Adelsberg. — 2. Feilb., Meglic'sche Real., Kaier, BG. Nenmarktl. Bergheers Theater mit Geister- & Gchtustcrerscheinuligen. Morgen Sonntag; «len O. August *£ große Vorstellungen. ihifniw Der erste» uni 5 Uhr, der zweite» um 8 Uhr. I. A 6 t fj-e i I u ii g. Thöätre pittoresque. Der Lago maggiore mit den borromäijchen Inseln. Reiter, Fußgänger, Marklschisse, Segelschiffe, Dampsschiffe und Badende beleben die User und den See. II. A b t h e i l n II g. Magie, Physik, Illusion mit mannigfaltiger Abwechslung. Il'l. A btheilun g. (Geister- und Gespenster-erscheiuuntten unter dem Titel: „Der Höllenrachen." IV. Abtheilnng. a) 9 45 1-9 60L 94.75I »j.-p’rlorlt&ta-Obll». 101 in 101 20 @übb.*@ef. ja 500 »r. m 75 n.1 — bto. Bons 6 »Lt. 136.40 135.60 Viotbb. (100 ft. 163)1.) Sieb.>8.(1100 R. 8.®.) Staat»bahn Pr. Stück 94.— Staal-lb. pr. St. 1867 Rubols«b.(30üfl.ö.ro.) grana»Oo(.(*00R.6.) 98.— 85 75 79.60 l>6.>5 80. 86 iO 76 76 50 766 — 767 167.— 867.60 lh7 20 SB7.40 931.- »S&.— >»».— »es.— 77, 58 80 im - 7».— IS5.— 110.— 140.40 1145! 81E0 1H —ilSl.80 128 76;ixS 2 160.—[lf5 iiO 171 75 l'.2 15 4t4.—|4i5.-20» 50 2t 4.— 175.— 175.60 176.75 1.7 11.10 98 10 8i).86| 89.60 106. —I106.S0 87.- 87.86 Los». Srebit 100 ft. 8. A>. . Don.-Dampssch.-Ges. ,u 100 fl. CM. . . Trieftet 100 fl. CM. . bto. 50 ft. 8.M. . Oleiiet . 40 ft. 8.w. Salm . » 40 , Palfly . „ 40 „ (SlatO . „ 40 „ et.@cnoi»„ 40 . Windischgrätz 80 . Waldflein . 80 „ Reglest* . 10 „ «uboifsmft. io6.ro. Wechsel (S$ion.) «ngSb.lOvfl. fiibb.ro. Branff. 100 fl. , „ London 10 Ps. Sterl. Pari» 100 Franc» Ätlnsen. «all. Münz-Ducatill. M-FrancoKück . . BereinSthaler . . Silber . . »elb Oie-» 96.- 95 6tf' 109 60 lOif.BO-838.- 23».— 106 8U 116.— 69 «0 90.10 140.15 141 ?* 138.15 188.60 91 10 91 30 >■7 C J 97 80 178.5, 179.— -.- 101.-119.— 181.— 59.— .14.— 43 60 88.(0 38.-81. 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