Wstzlßi»», str AK»." Rr. ». Freitag, IS. JSnner tSSM. Jahrgang Die ^Mtirbiirger Zeitun." erscheint jeden Sonntag. Miltwoch nnd Kreitog. Pieise — für Marburg: ganzjährig 6 st., htUbjähiig 3st., vierteliiihrig Ist. 5V kri für Zustellung ins Hau» monatlich lv kr. — mit Postversendung : t^anzjährig dfl., halbjährig 4 st., vierteljährig 2 st. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Ein/chaltung mit l0, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozn filr jedesmalige Einschaltung L0 kr. Jnseraten-Stempelgebühr kommen. Zill ^Il'schichti! iie-i Heule vklsarnmelt sich das Abgeordnetenhaus lvieder. Die Anfrage dtzüglich Dalmatitns soll die Rrgiclung mit der Erklärung bcanttvortei» wollen, daß tie Stellung dirscs Landes durch die Bcrsafsung b stimmt »ei. Auch von dcr Einführung der allgemeinen bsirgerlichen Clie ist »viedcr dsc Red.'; doch herrscht l»och eine Beischiedrnhkit dcr M inungtn darüber, ob taS Minislrriuin oüer das Abgeordnetenhaus den Antltig stelle» soll. Der l^mge schon Verhrißcne Strasgesetzentlvurf ist von d.r Tagceordnung gestrichen tvorden, da noch einige gelehrte Häupter Tutachten eingesandt, die g lesen und geprüft »verde» müllen. Das Herr»nliaus iviid i»i der nächslrn Woche zusammentreten und findet auf selner Ta^^esordnung den GeseKentivurf zur Einsührung dcr Schlvur-gciichte in Preßsachrn. Die Stunte aber, in tvelcher günstigenfalls die Vlaatsnchter ihr lt>>tts „Schuldig", die Vejchlvornen ihr erstes ..Nicht-schuldig" sprechen, kann von keinem Sterblichen noch angegeben werden. Damit dem harrenden Volte Ocsteereichs doch »venigstens c i n Trost bleibe, so dars es ljoffen. dab die Steuervorlage der Regierung schncl! erledigt und das Gesek schnellstens vollzogen »verde. Die zweite Sitzung der Ilonserenz. am Dienstag. lvur>e mit Vorlegung und Annahme des Piolotolls der ersten aust,cfüllt. Der griechische Gesandte lial der ziveiten SiKung nicht beigeivohnt da er von seiner Regierung die Verlangte Weisung nicht erhalten. Griechen-land. als der eine Streittheil. ist vollkommen in seinem Rechte, tvenn es begehrt, mit dem andern, der Tülkei. aus gleichem Aub liilwndelt zu lve»dln von einer Verjammlnng. »velche das Schiedsrichteraml ausüben tvill. Der B^rtreter Oesterreichs. Fürst Metcrnich. soll in Aolge dieses Zwisch nf.'lls erklärt habe», er müsse lvegea Uebcrschreltun.l desProgramms die nähere Wejung seiner Rcaieinng einholen. Der pleuviiche Gcta » dte in Rom i>at von neuem die lStnennung eliics Nuntlus iu Verlin beim Papste beantragt. Der preußische Antrag tvurde. »vie man erfährt, vom Vatikan bisher stets abgelehnt; at,er es scheinen j ßt lvichtige Gründe vorzuliege». lvelche den h. Stuhl zur Er nennung eines Nuntius für den prolestantischcn uorddeulschen Bundesstaat beivegen dürsten A«r Abfl«»d«i»g dar B«rztsrage wird gegenlvärtig zivischen dem Abfindungsvektit» für die Verjehrungssteuer in Marburg mit der Ge« meindevertrctung zur Austragung kommen. Die Wirthe und Aleischer dcr Stadt Marburg und dcr Gemeinde Kattschovin haben »ebst l)er Verpflichtung gegen l^-is Aina^ärar. auch mit dein Stadtamte (durch das gemeinsame VcrhandlungS-Protokoll) den Vergleich geschlofse». gegen die Entrichtung des Pauschalbetrages von 460V sl. jälirlich, den lüper« zentigen Zuschlag zur Bcrzehrungssteuer. welcher ein gesetzliches Gemeinde-cinkotttmeu bildet, von dcu verzehrungssteuerpftichtigen Gelverbsparteien einHeben zu dürfen. Zur Uebcrrafchung dcr Betl^eiligtcn fordert aber nach Reujahr der fiühere Pächter von jenen gleischetn. »velche das Fleisch von auswärtigen Gemeinden einführen (worunter auch ein Mitglied des Abfindungsvereines aus dee Gemeiuve Kartschovin). sowie von den Schweütehändlern. welche am Marktplatz- verkaufen, noeh tvttder einen Ibperzentigen Zuschlag zur Verzehrungssteucr — sür die Gemeinde Marburg. Da nun die mehrfache Besteuerung des Schweinefleisches u»d Speckes schon den Gegenstand ein,r Veschlverde während der Anwesenheit des Abgeordneten des Finanzministeriums im vorigen Frühjahr bildete, so wandte sich dit Repräjentat»z dcs At»find»ngsvereinks an die hiefige k. k. Finanzbezirks-Direktion um Aufschluß über die eigentlichen Rechte des Vereins gegen dle Geiverbsplirteien. Die k. k. HinanzbezirkS Direktion theilte umgehend mit. daß für die Einfuhr von geschlachlctcm Vieh u in den Verzehiuns.ssteuerbezirk keine Gebühr eingehoben lverdcn dars, sondern daß die Versteuerung nur dann eintritt, wenn dab Fleisch nicht, von Privaten, sondern von gewerbpflich. tigen Parteien zum Weitervcrkaus erworben lvird. Da der Ibperzentige G^meindcznschlag natüilich nur dort cingehoben »verde« darf, wo die VerzchrungSüeucr selbst zu entrichten ist. so hat der Verein kcin Recht, sür die auswärts geschlachteten Mengen einen Zuschlag abzuverlangen. Der Pächter des Standrechts'.Platzsammlungs- und AbmaßgefäUs ioll aber in F»»lge eines Vertrages mit dem Äadtamte Marburg auS dem Jahre tSS6. für die Iihre 18tt7, 1868 und 1868 berechtigt scln. um de» Die Tochter des Mischers. Von K. Heigti. (6. Fortsetzung.) Reinhold schritt in bchaglichee Gemächlichkeit aus dem .. nach Hauje. Die Fürstin hatte ihm viel Verbindliches über seine Predigt gesagt. Er ipar in gehobener, sreudig-r Stimmung. Wie ruhevoll und stattlich lag hinter den Lindenbäumen daS Pfarrhaus! Dcr juttge Priester koilnte nicht Utnhin, vor seinem Eintritt einen dankbaren Blick zum H«M' mel aufzusenden, der it)n mit seltenem Glück überschüttet hat. denn eS »vard ihtn bei äußerem Wohlstand ein heiliger Vernf. dem er mit Be« geisterung anhängt, eine schöne, geliebte Braut, und alS Zeugin seines Glllcks lebt ihm noch in voller Gesundheit die Mutlct. „Glanben Sie." sprach er zu dieser, als Veide »venige Minuten nach Reinhold's Heimkehr be»m Mittagsmahl saßen, „daß ich der Vor-bereitung zu meil»cn Pred»ttten kaum bedürste. Sobald ich die Kanzel betrete nnd mein Auge aus Sie. auf Amanda fällt, bin ich von der Güte und Liebe Gott s so durchdrungen, daß die Worte stch von selbst fügen, j»,. daß mir die Ltunde nicht genügt, meiner Gemeinde das zu sageu. »vas mich im Ätlnersten so tief bewegt. Wohl glaube ich vom HiMlnel mehr als Viele begünstigt zu sein, aber auch nirgends finde ich Unglück-liche Bcrhältnisse, ohnc die Spur eineS ursprünglich lveisen PlaneS, der zum Glück führte, tvenn nicht die Menschen ihn durch eigene Schuld verwirrten!" Die Mutter schwieg. Hatte sie vorhkr die traurige Mittheilung beabsichtigt, so ivagte sie jetzt doch nicht, eine gottselige Stimmung ditrch den entsctzli.ten Mißton zu entweihen. „Ich kann nicht!" rief daS Mutter« gesühl in ihr. „ich kann eS nicht über die Lippen bringen; mag er daS Unheil von Andern erfahren!" Nach dcr Mahlzeit verabschiedete sie sich daher vom Sohn, um einige Freundinnen zu besuchen. Sie kannte die Welt und kannte die Macht der Fama. _ ltanm zivei Stunden tvareu vergange», so wußte vom Verbreche» des Rendant'n der reichste uud ärmste Vürger. In alle» Kreisen tönte die Kunde: Günther bat seine Kaffe bestohltn! und wer sie hörte, lvard erschüttert. 3n den Tälen des benachliarten Schlosses, in Wirthsstuben. Küchen nnd Ställen der Stadt flüstert man. ringt man die Hände. Auf den Straßen hält man sich an und raunt sich's zu. zweifelt eine Sekunde, um dann desto fester zu glauben. Vieler Jahre hat es bedurft, den Ruf Günther s so stolz und in aller Hcrzen zu begründen, eine Stunde ge« nügt. ihn zu stürzen. Das ist ein schwerer Schlag sür gute und ehrlithe Gemüther, das ist ein Fest sür die bösen Zungen!-- In dcr Gesellschastsstube des Gerichtsrathes sitzt ein Kreis von älteren Damen und Herren um den Kaffeetisch. Die junge Welt schäkert und plaudert in tranlichen Ecken und gensternischcn. Da »vird die Thür aust'.erissen; mit hochrothem Antlitz stürzt die fürstliche Räthin. eine ge« schlvorene Feindin der königlichen Rathsgatti»», ins Zimmer. „Wissen Sie das Neueste?" ruft sie. „Der Rendant Günther hat in sieben Iahren die Summe von achttausend Thalern unterschlageu." Alles fährt empor. .,Um Gottes ivillen. schweigen Sie!" bebt der Herr veS HauseS. ein »vürdlger, edel gesinnter Mann. Aber eS ist zu spät. Ein bleiches Mädchen tritt mit suuktlnden Augcn auf die Dame: „Das ist nicht ivahr. daS hat Mein Vater nicht gethan!" Und sie schlügt einen Blick, einen verzweiflungsvoU bittenden Blick zum Iustizrath empor. Vertheidige den Geschmähten! Wie sie die Vcrlvirrung. das rasche Errö' then und Erbleichen des Mannes sieht, wie nach einer Minule athem-loser Spannung dieser schweigend sich abwendet, da bricht sie ohnmächtig IN den Armen Reinhold'S zusammen, mit dem sie kurz vorher ln seliger Liebe geschivärmt hatte. Man bringt sie zu sich; mau bittet, beschtvört sie. man schmeichelt ihr, man tröstet das arme Kind — aber sie ist kein Kind mehr. Sie hört nicht auf das Nichts der glatten Worte, sie suhlt nur die einzige, furchtbare Wahrheit. Stumm lrhnt sie jede Hülfe, jede Beileidsbezeigung, selbst die Hand ihres Geliebten ab und Verläßt das HauS. das zum Grab ihres Glücks geworden. Pauschalbetrag von S200 fl. für alle obigen städtischen Vesälle anch serner einen Zuschlag für alles in daS Stadtgebiet Marburg eingeführte Aleisch zu erheben. Gewiß ist diese Mittheilung jedem Intercffenten ntu. da bei dits« fälligen Berpachtungstundmachungkn nur von ven übrigen Gesüllm die Rede war und man mußte glaube«, es gäbe nur eine Gattung Zuschlags M Berzehrungssteuer. nämlich de» gesetzlich zuläffigtn, welcher durch die Verpflichtung zur Satrichtung von 4600 fl. an die Tcmeindetasse dem Absindungsverein verpachtet wurde. — Die Gewerbsparteien wußten von jeher, daß sie selbst diese Gebühr befahlen und doß dieselbe von Aus« wärtigkn entrichtet wurde und hatten bel der Uebernahme der Verpflichtung auch diese Beträge in Rtchnung gebracht, während idnen irst nachträglich bekannt wird, daß rin Theil des bisher bezahlten Zuschlagks demselben Pächter in zwei verschiedenen Eigenschaften entrichtet wurde. Der Adfindungsverein muh daher vor Erhalt weiterer Rachweise dle Berechtigung des Stadtamtes zur Einhebung eines Zuschlages zur Ber« zehrungssteuer in solchen Fällen, wo dcr Berein weder die Steuer, noch den Zuschlag einheben darf, bezweifeln, und hat in einer Zuschrift an dasselbe die Einstellung der Abfuhr writerer Quoten der 4SV0 fl. ange-kündigt, in so lange der Streit »iber die Rechte und Pflichten des Bereines in Bezug des Gemeindezuschlajjes nicht ausaetragen ist. Eben so sonderbar bleibt, daß in Kartschovin von Seite des Päch-ters, trotz der Ausscheidung dieser Gemeinde aus dem Stadlverbande. dennoch bis Neujahr von jedem Stück Schlachtvieh nach der II. Tarif-klaffe wie in Marburg 3 fl. 1b kr. (ohne den 20»/. Zuschlag) eiuge. hoben wurden, während daselbst nach der lll. laristlasse nur 2 f». 10kr. gebührten und doch vorausgesetzt werden muß. daß es Sache des Päch-ters gewesen wäre, eine ihm bekannte Aenderung in der Gebührenbemeffuug behördlich austragen zu laflen. was von Seite der k. k. Finanz. BezirksDirektion bei der Abfindung mit dem Vereine seit Reujahr auch in ordnungsmäßiger Weise geschehen ist. Unbeliingt führt die gründliche Behandlung dieses Gegenstandes zur Ueberzeuguna, daß eine gesetzliche Aenderung der Einhebung der Berz^h« rungssteuer für Fleisch eben so im Interesse der Staotsflnanzen als der Gemeindeverwaltungen und gewerbepflichtigen Parteien liegt. Wird die Steuer am Orte der Schlachtung vorgenommeu und bei der Einfuhr in fremde Bezirke keine neuerliche Besteuerung des einge« führten Quantums gestattet, nachdem der Gewerbspartei am erfteren Orte der Rückersatz im getiörigen Bezirke für das nicht daselbst Verzehrte ge« leistet wnrde. so ist nicht abzusehen, warum in Marburg (als einer Stadt mit mehr als l0.000 Einwohnern) nach der II. Tarisklaffe. also z. B. für ein Stück Rindvieh 3 fl. zv kr. gezahlt tverden müffen. wäh« read das eben daselbst verbrauchte Fleisch nur mit 2 fl. 10 kr. besteuert wird, wenn das betreffende Stück Vieh in einer Gemeinde der Umgebung gefchlalbtet wurde. Läßt stch auch der Verbrauch des Fleisches im Ganzen annähernngs-weise genau berechnen, so ist es unmöglich, für die Dauer einer Pacht-oder Abflndnngsperiode die Menge des steuerfrei eingeführten Fleisches zu schätzen; die Angebote von Seite der Pächttr oder Adflndungsvereine werden daher trotz der Versetzung in die höhere Tarifklasse immer ad« nehmen, die im Berbrauchsorte ansässigen Gewerbsleute werdcn ungerecht fertigt hoch besteuert und die Gemeinden verlieren an den ihnen gebüh« renden geldlichen Zuschlägen zur Verzehrungssteuer. Der Abfindungsvertin ivird sich daher mit einer Petition an die Reichsvertretung wenden, damit wenn das gegenwärtige Verzehrnngs« steuersystem überhaupt m weiterer Uebnng bleibt — wenigstens für den Verbrauch des Fleisches, wie beim Weine, die Steuer nur für die wirklich W»e sie nach Hause kam. wußte ste nicht. Was sie den Vater ^rt fragte und sagte, wußte sie nicht. Aber dieser schreit gegen die Tochter, wie gegen eine Gespenstererscheinung, die zur Gruft winkt Und als stch gleich darauf die ^hür des Krankenzimmers öffnete und der Justizrath mit fahlem, unglücksweiffagendem Antlitz auf der SchtveUe sich tkigte. da war's dem kranken Mann zu viel — er schlug krampshast die Hände in die Lust — aus der Brust riß sich der Strom des ge-peitschten Blutes — er röchelte — er sank zurück — wollte noch spre-chen — verstummte, verstummte für die Ewigkeit Und als die schöne, friedselige Rächt mit Mond, und Stcrncn. licht heraufgezogen war. ging das neue Gerücht durch Häuser und Hütien: der Rendant Günther ist gestorben. e. Im Haus, das eine Leiche beherbergt, herrscht ljeilige Schen. An seiner Thür lagert eine ernste Sphinxgestalt. unlösbare Fragen auf den Lippen. Stumm und gedemüthigt treten wir an ihr vorüber zum Sarg. Hätte Günther seine Schande überlebt, wären fürderhin die Frlunde von ehedem ihm aus dem Wrg gewichen und Aller Augen würden ihn gemieden haben. Da er aber in seinem Zimmrr lag. starr, kalt und fahl, schaarten sich Freunde und Bekannte um ihn. und das tiefere Räthsel des Todes drängte die Frage: Wie konnte dieser Mann so handeln? zurück. Es war ein lichter Rachmittag, an dem man sich zu Günther'S Begräbniß versammelte. Die Sonne begonn den Hartz;«srornen Boden zu erweichen, und von den Dächern sprühte der geschmolzene Schnee. In duukler Hleidung. mit gemeßenem Schritt und ernstem Antlitz kamen nach und die Städter, die Amtmänner und Landleute der Rachbarschaft vor Hm Trauerhause an. Garten und Thören standen Zedermann offen. Um ein jchtveigsames Aus- und Eingehen begann. Jeder drängte sich in des Beritorbenen Zimmer, um jenen letzten, scheuen Blick, womit wir fremde Leichen betrachten, auf die regungslos hinge- h im Orte ve^hrten Mengen bemeffen werde. — Es steht damit keine - drückeadere Maßregel für die Gewerbsleute, sowie für das konsumirende Publikum in Aussicht. Dan« läßt sich der wirkliche Verbrauch im Orte - richtiger abschätzen und entsprechend geleitete Abflndungsverhaudlungeu e werden dem Finanzärar die entsprechenden Steuerbeträge liefern, während s auch der Gemeinde der gesetzlich zugestandene Zuschlag von der gesammten e Verbrauchsmenge zufällt. >» Bleibt aber das bisherige System, so wird stch die Schlachtung in Ii Marburg nach der II. Tarifktasie immer mehr verminder«, die gegen» ' wärtig zugesicherten 4S00 fl. Gemeindezuschlag werden von keinem spä' a teren Vereine mehr geleistet werden können; dafür wird ober der Platz, o sammlung«'. Standrechts- und Abmaßgefälls Pächter um 6200 fl auch II nebenher den lö"/« Gemeindezuschlag für alles in das Stadtgebiet stemr. frei eingeführte Fleisch einheben. Ob damit dem Gemeindeintereffe mehr r genützt wird, als durch Schaffung wirklich gesetzlicher uud gesunder Zu- ' stünde, wird der öffentlichen Beurtheilung anheimgestellt uud wird stch ^ bei der gegenwärtig anhängigen Austragung des Gegenstandes zeigen. , vermischte Nachrichten. (Spanien.) Die republikanischen Führer haben an das Volk 'leinen Ausrus erlassen, dessen Schluß wir hier mittheilen; derselbe lautet» ,.V!s heute haben wir auf die Verleumduirgen und Verunglimpfungen - nur damit geoutwortet. daß wir unseren politischen Glaubensgenoffen ' nnabläßiich den Fritden. die Ordnung und die Achtung vor der Gesetz-licbkeit anempfohlen. Heute, angesichts del Angriff, der rohen Gewalt. ' beschwören wir ste mit allem Feuer unserer Ueberzeugung. auf dieselben » nur mit ihren Stimmen bei den Wahlen zu antworten. Keine eitlen ' Kundgebungen, aber auch keine Riedergelchlagenheit; solgen wir dem » Beispiele von Kadiz. welches vielleicht heroischer handelte, als es mit Entjchloffenheit vor die Wahlurne hintrat trotz des Schreckens, durch k lvelcheu seine Protonsuln es einzuschüchtern suchten, als in dem Momente. ' wo es mnthvoll und energisch den barbarischen Angriffen der „liberalen ^ Union^ Widerstand leistete. Ohne uns also über die provisorische Re« gierung zu brunruhigen. schreiten wir mit Vertrauen und Entschiedenheit i in gtschloffener Phalanz unler dem republikanischen V.'NNtr vorwärts . und üben wir das Recht der Abstimmung, das wir nach unendlicher k SelbNverlängnung und Ausdauer errungen haben, in einer Welse, daß die Republik aus der Wahlurne hevorgeht; die Republik, welche bestimmt ' ist. die Freiheit und die Gerechtigkeit uud mit lstzterer das strenge und ' unparteiische Urtheil über die traurigen Ereignisse von Kadix und Malaga zu verewigen. Einigkeit l Zur Wahlurne! Es lebe die Republik!" - (Eine Frömmle rin.) DaS Pariser Blatt „Die Glocke" schildert die vornehmste und frömmste Dame Frankreichs in folgender Weise: ..Die strenge, grausame, eiskalte Frömmlerin. welche Sardou in seiner „Seraphine^- gezeichnet, ist nicht die wahrhast zu Fürchtende. Die große Dame, die noiv univiffend und stolz unbesonnen den Ton der Mode und der Meinungen aNttibt. ivelche Politik macht, tvie die deutschen Frauen Strümpse stricken, ohne aus die Radeln zn sehen, bloß nm stch eine Be» wegung zu machen, tvelche pästliche Zuaven und Tänzer mit gleiche« Eiser engagirt. welche aus einem Kotillon eine ebenso wichtige Angelegenheit macht, als aus der römischen EMeditiou und welch« mit unversöhnlicher Eleganz, mit einem prächtigen Staarsinne das Toil.ttenbudget in den Haushaltungen uud das Kriegsbudget im Staate erhöht, indem sie ihre schultern dem Feuer der Viamauten, die Freideuker dem Feuer der Hölle und alle Italiener dem Feuer der Ehassepots weiht, diese Ftömm« streckte Gestalt zu Wersen. Durchs Fenster scheint freundlich die Sonne herein; trotzdem brennen Kerzen rings um den Sarg. Der Mann auf dem Schrägen, der weiland Allbel edte. ist inmitten der Lebendigen wie das Kerzenlicht am Tage. Was dann in Günthers Zimmer ersolgte.... im Palast and in der Hütte ist es dasselbe düstre, jammervolle, hoffnungslose Bild. Wieder, holt warf sich Amanda über den Entseelten; unbekümmert um die Gegeuwart so vieler Fremden, dem Schmerz ganz hingegeben, weinte ste laut, rief mit gebrochenen Tönen den Theuern und küßte sein Antlitz, als müßten ihre warmen Lippen diesem marmorgewordenen Vaterbild Athe« und Leben einhauchen. Immer noch verzögerte sie den letzten Abschieds-blick, immer noch hoffte sie auf ein Wunder, auf ein plötzliches Erwachen nnd Anferstehen des Todten. bis man ste mit sanfter Gewalt entftrnt, und die Hammelschläge, welche aus den Sargdeckel niederfallen, ihr das Bewußtsein rauben.-- Als Amanda wieder die Augen ausschlug, war Niemand anßer der Todtenfrau im Zimmer. Die ausgelöschten Kerzen rauchten noch, aber der Raum zwischen den Leuchterpaaren war leer. Die Leicheuwärterin. durch die Gewohnheit abgestumps». öffnete die Fenster und legte alle Stühle um. tveil sonst nach dem Aberglauben jener Gegend — „der Leiche im Hause bald eine andere nachfolge". Dann packte ste das Kirchengeräth zusammen und ging. Amanda wars einen wirren Blick um stch. Nur zu bald ward ste an die Wirklichkeit gemahnt. Das Glockengeläute, das durchs Fenster dringt, begleitet ihren Bater c»uf dem letzten Wege! Athemlos lauschte ste. Ihre Gedanken gingen mit dem Zng hinter dem schwankenden Sarge her. . . . Jetzt lenkt man von der Heerstraße rechtsab. wo der kurze, gerade Weg zum neuen Kirchhos führt. ... Die Glocken verstummen; man steht vor dem offnen Grab. Die Rede des Pastors tönt nicht bis zu ihr — es ist ja nicht Reinhold l Ein fremder Prediger gab ihrem Bater das letzte Geleite. Rings still! Rings still! In diesen stummen Minuten überdenkt sie zum eisten» mal seit dem Unglücksabend ihre trostlose Lage; zum erstenmal ruft ste lerin macht fich auch mit der inneren Moral zu schaffen und eben da- si durch wird ilir Einftuß verhänANißvolk. Sie braucht nur die Unverdrüch« f< lichteit dts Eides un^ die gr'iheit in die Mode zu bringen und die hohe ^ Gesellschaft, welche ihr in allen Stücken nachahmt, würde äußerst ge. Z wissenhaft und freisinni,; werden. Aber es liegt iljr w.nig daran, daß s< es in allen Ecken ihr,s Salons von Abtrünnigen wimmelt, wenn nur b deren letzter Abfall zu Gunsten dt» Peterspfennigs stattgefunden. Kokett si gegenüber dem Himme! und kokett gegenüber der Erde, ändert sie ein L wenig den Wunsch des römischen Tyrannen nnd wünscht, daß die ganze b Menschheit nur Ein Herz habe, um s»e reizen und verführen zu können, f )m Grunde ist dieser Wunsch ebenso grausam, da es sich nur darum liandelt. zu verdummen, anst.'tt zu tödten." s (Rangabk.) Bon allen Mit^^liek'ern der Konferenz erregt eii^ent- ^ lich nur der griechische Minister Rizos Rangabe persönlich die öffentliche Aufmerksamkeit. Es ist ein Neiner magerer Herr mit wc'ßem Haar, mit l ausdrucksvollem Gesicht, sanften Augen und ruhigem Auftreten. Nangabe b ist 1S10 zu Konstantmopel geboren, studirte in Deutschland und lernte auch den Militüldienft in der bairischen Armee, bevor er in die griechische ^ trat. Bon 1841 bis 18bL war er Ptofeffoe der Alterthnmstunde an ( der Hochschule zu Athen, dann »vurde er Minister des königlichen Hauses. ? auch der auswärtigen Angelegenheiten, sulir aber fort, seine Voilesungen t zu halten. Bon 186ö bis 18S7 tvar er griechischer Gesandter in Ame« z rifa. Nangabe ist ein geachtkter Schustfteller und trefflicher Redner. ( Gesetze ohne Durchführungsvorschriften. — Die Nothzivilehe sammt geist- ! lichen Hindernlfftn. — Die Flüffigmachung der unerschöpflichcu Quellen ^ von — Wielitzka. — Das neue Wehrgesetz per Lxprsn». sammt Kabinets« l frage. — Bltschiedene loyale Ohnplachteu im Abgeoidnetenhause. — Die schlaslosen Rächte d.s Grasen Bismarck. — Das neue Bereiusgesetz ^ sammt poUzeilicher Ueberwachung. — Das Werndlsyslem. — Die z spanischen Jesuiten. — Frl. Antoinette und gll. Hornischer. — Einen ^ GraskNtitel. — Zwei eiserne Kronorden. — Und außerdem noch die Be« I rcchtigung. die Hoffnung hege» zu dürfen, daß die Möglichkeit nicht aus-geschloffen sei. daß nut der Zeit noch manche unserer Wünsche in Erfüllung gehen können — w»nn nichts dazwischen kommt Murburger Berichte. (Diebs bände) Der Winzer des Herrn Böhm in Roßbach Johann Wresnik — vernahm kürzlich des Rachts ein Geräusch; erweckte seinen Bater und gingen beide, mit elnem Hüterstocke und einer Axt ver» sich auch die Eeeigniffe vor Günthers Tod ins Gedächtniß, und mit sei« nem ganzen Jammer überfällt sie der Gedanke, daß ihr Bater entehrt jzestorben ist! Sticht mit reiner Anerkennung und ungethkiltem Lob wird z^t an srincm Grab gesprochen, fondern in der vi-ldentigen Sprache des Mitleids und der Nachsicht. Das Blut schießt Amanda in s Gesicht: zum erstenmal sühlt sie außer dem Schmerz um dcn Verlorenen die Last seiner Schuld und seiner Schande. Welch ein trostloser Blick in die Zukunft! Wohl stimmt heute noch das Schauspiel des Todes die Herzen tveiäi und rücksichtsvoll, allein tvenn stch erst die Erde über dem Sarg geschloffen habeu tvird. werden Unwille und Lästerung aufs Reue lant werden. Man tvird das Kind fühlen und entgettcn lassen. waS der Bater veibrach. Und selbst ivenn gegen alle Menschrnart Keiner ihr Herz verletzen. Niemand sie geringer achten würde, so kann sie doch selber nie mehr lächeln unter Menschen, welche ihr Bater belog und bestahl. Und nnn sammelt sie die Erinnerungen der letzten zwei Tage. Die Fürstin^ der Gcrichtsrath und Viele kamen; Doktor Michaelis war Mor-aens und Abends bei ihr, aber Reinhold'S Stimme hatte sie nicht gehört, v tvenn Einer sie trösten konnte, war's Reinhold, aber er. er allein tvar nicht erschienen! „Das ist mein Urtheil." sagte sie und weinte ans's Reue. „Horcht die Glocken tönen wieder, uud Knabenstimmen singen ein schmermüthig Lied. Jetzt rollt der Sarg---Plötzlich erhebt sich Amanda; eine goldne Kette, das Geschenk ihres Baters, nimmt sie sich vom Hals, einen Ring vom Finger und legt sie weg. „Ich habe kein Recht auf dieses Gold. Fürderhin schmuck« und freudelos, arm und elend!" Ein Entschluß reifte in ihr. fte eilte hinans in ihre Kommer nnd schrieb dort. Als fle damit fertig war. schnürte sie in piegender Eile das Rothtvendigste ihrer Habseligkeiten in ein Päckchen; dte seidenen Kleider und hübschen Hüte, ehedem ihr Stolz und ihre Lust, ließ sie unberührt. Den Brief, welchen sie grschrieben. nahm sie hinab in die Wohnstube, um ihn zu Ring. Ket e und anderen Schmucksacheu auf den Tisch zu legen. Dann trat sie in s Freie. sehen, nach dem Herrenhanse. wo sie vier Diebe verscheuchten. Die Ver-solgnng derselben mnßte wegen d^er Dunkelheit bald aufgegeben werden. Auf dem Rückwe,»? fand Johann Wresnik zwei Filzhüte, welche die Thätkl verloren. Diese hatten im Herrenhause bereits verschiedene Gegen-stände zusammengepackt und die Thüre des ziveiren Wohnzimmers er« brochen. als sie verjagt wnrde». Der Gemeindedicnrr von Gams ver-sichert, die „efnndenen Hüte seien Eigenthum der Brüder Geo^ und Anton S.. die nenlich wegen lebensgefährlicher Bedrohung des Grundbesitzers Mathias Dodai in Roßbach verhaftet, jedoch bald wieder aus freien Fuß gesetzt worden. (Kasino.) Das erste Tanzkränzchen (12. Jänner) war nicht nur sehr zahlreich besucht — es war auch die Bewegung sehr lebhast, die Stimmung entsprechend. Die reizenden Franengestaltcn. die blühende Mädchrnwelt. die eifrig?n Tänzer scheinen die kurze Dauer der Faschings-lnit beherzigt zu haben. Die neue Tanzordnung hat sich aus'S trefflichste beivährt (Berein „Fortschritt.") Der politisch'volkswirthschaftliche Berrin hält heute Abgrub eine Sitzung im Gasthofe zum Erzherzog Johann; Gegenstände der Berhandlung sind: Aufstellung öffentlicher Wagen und Milchmesser — Drucklegung und Verbreitung der Gemeinderechnuug nach dem Beispiele der Pettauer — die Stark'sche Augelegenheit — Nachtrag zur Abfindung der BeizehruNj^ssteuer. (Otff entliche Bor trüge.) Herr Professor Dr. Ludwig Eckardt, dessen Vorträge heute und morgen Abends im Kasino statt» finden, ist ein geborner Wiener und bat sich in der Revolutionszeit, besonders jm Oktober 1848. einen Namen von gutem Klange gemacht. Nach dem Falle Wiens flüchtete fich Htrr Eckardt in die Schiveiz. wo er in den größeren Städten, zuletzt an der Hochschule zu Bern. Borträge über Aesthetik hielt. Bon der liicgierung des Kantons Luzern als Prosessor der deutschen Literc.tur an das dortige Lyeeum berufen, mußte er baid ter Pfaffenpartei geopfert werden. Als Bibliothekar und Professor der Knnstgesthichte in Karlsruhe ivard er gleichfalls ein Opfer seiner Ueber-zeugung. Im verflossenen Jahr kehrte Herr Eckardt nach Oesterreich zurück. Seine Borträge über Aesthelit und Kulturgefchichte (in Wie»-Graz u. a. O.) erfreuten sich der beifälligsten Aufnahme. Die öffent-lichen Blätter liaben bei dieser Gelegenheit auch der ästhetischen und dra-matischen Werte, die Herr Eckhardt geschrieben. Erwähnung gethan. Herr Eckardt spricht schön, ja schwungvoll. Der Landsmann, ver bewährte Freiheitskämpfer, der Aefthetiker und Redner verdient wohl gehört zu werden und wie fein heutiger Bortrag über „Heine und Börne, ein Zeitbild" besonders sür Männer berechnet ist, so dürste der Bortrag über „George Sand, ein Frauenleben der Gegenwart", den Herr Eckardt morgen halten wird, vor Allem nnsere Damenwelt anziehen. (Verein zur Förderung des Weinverkehrs.) Die allgemeine Versammlung, betreffend Gründung eines Bereines zur Förderung des Weinverkehrs findet am nächsten Sonnlag den T7 Jänner Vormittag 10 Uhr im Gasthofe zum Erzherzog Johann statt und ist bei der Wichtigkeit der Sache ein sehr zahlreicher Besuch zn ivünschen. Letzte Post. VisMarck soll die Enthebnna des Grase« «e«ft »o« seine« Aemter« als et«e StothwendigVeit fAr Vre«ße« bezeichmet habe«. We«« «rieche«land sei«e ietzige H«lt««g nicht a«d,r», f» will Ach die Ksnferenz a«f ««befttMMte Zeit »ertag»« »«d beide Otreittheile sich seU»st überlaffe«. „Dies Hans meiden Diede!" sagte fie bitter, als sie den Schlüssel in d.r Thüre stecken ließ. Hastig schritt sie nun nach dem Marktplatz. Er lag still und nun schenleer; Alle waren auf dem Kirchhof. Nur der Posten vor der Wache bewegte sich hin uud her. wie ein Pendel. Am Fenster der Wachstube saß ein Offizier, mit dem Amanda aus dem Fürsienschloß ost gttauzi hatte, und las. Sie aber warf nnr einen Blick hinüber nach dem Psarr-Hanse. Die Gardinen »varen herabgelassen. „Fahrwohl! Fahrwohl!" flüsterte das Mädchen unter Thränen und »vinkte mit der Hand. Bald befand sie sich auf der Landstraße. Beheud wie eiu flüchtiges Reh eilte sie auf deu nassen, glatten Weg dahin. Hügel auf, Hügel ab. durch einsamen, schneebelasteten Forst, an traulichen Dörfern vorüber. Der Tag verglühte, und dichte Nebel hüllten die Landschaft ein. Da und dort stahl sich das Heerdfeuer eines stillen Weilers hindurch. Die Straße selbst war wenig belebt, arme Franen trugen ihre Reiftg-bündel heimwärts, zuweilen schlich ein Fnhrwerk tiäg vorbei, oder ein Stück Wild sprang über den Weg waldeinlvärts. Amanda schritt ohne Aufenthalt vorwärts, bis endlich bei sinkender Nacht die grünen Laternm und die erlruchtele Halle der Bahnstation K. . . . ihr entgegeuglänzten Ein Stationshaus ist kein gastlich Haus. Wer drinnen Einkehr hält, legt nicht Hut «nd Wanderftab bei Seite, sondern drückt in Mienen nnd Gebahren Eile nnd Fortverlangen aus. Die Gäste kennen fich nicht; sie schreiten verdrießlich ans nnd nieder oder brüten, von Handkoffern nnd zugeschnürten Schachteln eingeengt, über dem Fahrplan. Draußen rufen nnd lärmen die Packknechte, knarren die Rollwagen; die Thüren gehen von Hand iit Hand und die Winterlnft bläst herein. Doch gerade dies fremde, nüchterne Getriebe llzat Amanda wohl. Sie athmete nach ihrer Ankunft freier. Niemand hier kannte sie. kannte ihren unglücklichen Bater. Und als. wenige Minuten später. Amanda im brausenden Eilzug die nächtliche Landschaft durchflog, sank sie in der kahlen, kalieu Wagenecke nach zwei durchwachten Nächten zum ersteu Mal wieder in ruhigen, traumtosen Schlaf. (Fortsetzung folgt.) G MungestiMm» MMrz. Samstag de« JSnner 1869 um 8 Uhr Abends in Kartins __Restaurations'Lokalitäten; VanzelLrÄ»»«!»«» Die?. 1. unterstützenden Mitglieder wollen beim Eintritte die Jahreskarten vorweisen, da nur Mitglieder und deren Familien Zlltritt haben. Beitrittserklärungen werden in den GeschäftSlokalen der Herren Edltard Janschij». Anton Hohl und Joses Kokoschinegg entgegengenommen. Das nächste Tanzkrünzchen findet am 30. Jänner und die KaschingS-Liedertasel am 6. Aebruar 1S69 statt. (22 äer wiener Ovutllvr mit 3 A. SO kr. igt eu d»den dvi In MarwurK. Pros. Dr. Ludwig Eckhardt's finden im Cafino Speisesaale Nachmittags halb 6 Uhr statt. Freitag den 15. Jänner: Borne und Heine, cin Zeitbild. Gamstag den 1K.: George Sand, ein Frauenleben der Gegenwart. Eintrittstarten zu 40 kr. sind im Comptoir dieses BlatteS und an der 46 Kasse zu haben. Eivladmg M ilffentlichen Versammliulg, welche Sonntag den 17. Zänner 1869 Vormittags 10 Uhr im Saale des. Gasthofes „zum Erzherzog Johann" stattfindet. Gegenstand: Gründung eines Vereins zur Förderung des WeinverkehrS. 40 Die Herrev Aleraild. u. Adolf K«pserschmil»t wollen gefälligst ihren Aufenthaltsort mir besannt geben. 4S l,. Marburg. Zwei Wägen: 1 Broom ganz geschloffen mit GlaS und ein halbgedeckter Kalesch find billig zu verkaufen im Hotel zur „Stadt Wien" in Marburg; auch ist die,,Preise" und die ,,Tagespost" zu überlassen. Anfrage beim Sigenthümer daselbst. (4l Welt Geschäfts Blatt. Höchst wichtig für alle gewerblichen Gesellschaften, Geldinstitute, Assekuranzen, Aktiengesellschaften, Eisenbahn- und Bank-llnternehmuugen, für alle Aktionäre und Kapitalisten, überhaupt für jeden Besitzer von Werthpapiereu, für Handelskammern, für daß gesammte Verkehrswesen, ist daS ain lS. JSnner in Wien erscheinende großartige Welt-GeschAsts-Blatt. Auf die Frage: Wie geh'n die Geschäfte? sin-deo in diesem Welt-GeschäftS-Blatte besonder» alle Geschäfts« nnd Handelsleute, alle GewerbS- und Aaufleute, KabrikSbefitzer, Groß- und Klein-Grnndbefitzer, Getreide-, Früchten- uud Vittualienhändler, Weiuhändler, Wirthe, Krämer, Fragner, Müller, Väcker u. s. w. die genaueste Antwort, sowie die allein richtige Auskunft über den Gang der Geschäfte uud zwar vom gesammten Groß» uud Kleiuhaudel aller Geschäfts-, Gewerbe- und HaudelSzweige in allen Ländern — genau detaillirt in den verläßigsten Berichten und mit vielen praktischen Winken. Das 48 Vvlt-KviieliMij-klatt M äe» Krvijjj- u. klvinllsnäe! erscheint achttäglich und zwar mit ZK. JAnner, in Groß-Quart 8 volle Seiten stark, zeitweilig je nach Erforveruiß mit Eztra-Beilagen, jeden SamStag. Preis pr. Quartal 2 fl. S. W. Sehr billig im Verhältniß zu dem hundertfachen Nutzen, den die darin enthaltenen Winke jedem Käufer und Verkäufer im Groß- und Kleingeschafte bringen müssen. Bestellungsbriefe find kurz zu richten: An die Expedition des Welt-GefchSftS-Blatt, Wien, Schulerstraße 14. Turmerein zx Marburg. Für diejenigen ?. I. Frennde und Förderer des TurnwesenS, welche dem Marburger Turnvereine noch als nnterstützende Mitglieder beizntreten wünschen, liegt der Subskriptionsbogen im Comptoir des Herrn Ed. Janschitz auf und können Mitgliederkarten daselbst gelöst werden. ^2? Der Turnrath. Ew PrMkant, welcher der slovenischen Sprache mächtig sein muh, findet Aufnahme bei K. KoUetnig in Marburg. 18 Der 5i». Jahrgang uusere« VerzeichuisseS über die bewährtesteu älteru und ans-gezeichnetsteu neuen Vtmüsl-, /tld-, Wald-«lld Uumril Sümmit«, Mayta, Zin-Mchtstrüuchtr, Lofea, Veorgiar» etc. liegt bei Herrn I. Vox, Gärtner in der Magdalenavorstadt Nr. 8 zur gefälligen »mentgeltlichen Abnahme bereit und befördert der Genannte gütige Aufträge an uns, deren promteste Ausführung unsere besondere Sorge sein wird. ' 16 Erfurt, im Jänner 1869. ^ Hoflieferanten Sr. Maj. des Königs von Preußen. W «SvI»I»MlLr«pr«N täAlieli vwpüeklt 822) (Zoväitvr vi8-s.»vi3 Hotel Kodr. 5eäoii Sonn- uuä Z. 14202. (39 Exekutive Realitüten-Versteigemkg. Vom k. k. BezirkS-Gertchte Marburg wird bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen de» Anton Straschill durch Dr. Duchatsch die erekutive Versteigerung der den Eheleuten Josef und Amalie Schneebacher gehörige», gerichtlich auf l3500 fl. geschätzten Realität E.-Nr. 232 »ä Marburg bewilliget und hiezu drei FetlbietungStagsatzungen, u. z. die erste auf den 2K. Jänner, die zweite auf den 27. Aebruar, die dritte auf den 30. März 18K9 jedesmal Vormittags von l1 bis i2 Uhr in der dieSgerichtlichen AmtSkanzlei mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealität bei der ersten uud zweiten Zeilbietung nur um oder über den Schätzungswerth, bei der dritten Feibletnng aber auch unter dein selben hintangegeben werden wird Die Litationsbedingnisse, wornach insbesondere jeder Lizitant vor ge,«achtem Anbote ein Vadium von 1300 fl. zu Händen der Lizitations-Komluiffion zu erlegen hat, so wie das Schätzungsprotokoll und der Grnndbuchs-Ertrakt können in der dieSgerichtlichen Registratur eingesehen werden. Marburg am 26. November 1868. Grazervorstadt, Marburg dankt einem verehrten P. T. Publikum für das ihm bisher geschenkte Vertrauen und enipfiehlt gleichzeitig sein bestsortirtes Lager von Brief«, Kanzlei-, Konzept», Pack-, Saetl- und Fließpapieren zn allerbilligsten Preisen zu geueigter Abnahme. Hält stets ein große» Lager von Pappendeekeln für Buchbinder und Schuhmacher, Makulatur, allen Gattungen Luxuspapieren, Siegellack, Siegelmarke«, 8 Stahlfedern, Äneals, Bleistifte, Kederhälter zc. ze. Marburg, Herrengaffe Nr. 1V8, gibt dem geehrteu P. T. Publikum achtungsvoll bekannt, daß bei ihr Volants fiir Röcke coeffrirt, auch ohne vou den Röcken getrennt zu sein, ferner Streifen a»4geha«kt werden. empfiehlt M zu schöner nud billiger Besorgung vou feinster wie auch einfach« ster Hand- uud NSl^maschinarbeit, Wäsche, Kleider,t.ertheilt auch Unterricht im Masehinnähen auf Wheeler » Wilson-Maschinen, und bittet um recht zahlreiche Aufträge. Warnung. Es wird Jedermann ersucht, auf meinen Namen weder Geld noch Waaren ohne meine Aniveisung und eigene Unterschrist zu borgcn oder auszufolgen, weil ich für Niemanden hafte und auch nichts zahlen lverdr. 20) Franz Ttraschill. Gin Haus in der Grazervorstadt auf einem sehr frequenten Posten in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes und deßhalb für einen Geschäftsmann besonders anplissend, ist wegen Familienverhältnissen allsogieich aus freier Hand zu verkaufen. Anzufragen im Comptoir dieses BlatteS. ^42 Zahl 112ö3. (13 Den bereits über 30 Jahre abwesenden Bauernsöhnen Josef nnd Georg Pototschnig von Pachern wird hiemit erinnert, daß wenn dieselben binnen Einem Jahre nicht erscheinen, oder binnen dieser Frist auf eine andere Art das Gericht oder den für sie bestellten Kurator Franz Koren, Grundbesitzer in Polana. in die Krnntniß ihres Lebens setzen, zu ihrer Todeserklärung geschritten werden wird. K. k. Bezirksgericht Marburg am 2. Dezember 1868. Z. 13209. Exekuttve Realitäten-Versteigerung. Vom k. k. Äezirks-Gerichte Marburg wird bekannt gemacht: Es sei über Ansuchen der Sparkasse Marburg die erekutive Versteigerung der dem Herrn Josef Wretzl in Ober-Pobersch gehörigen, gerichtlich auf 7305 fl. geschätzten Realitäten Urb.-Nr. 646 und 648» aü Burg Marburg bewilliget und hiezu drei FeilbietltngStagsatzungeu, u. z. die erste auf den 6. Februar, die zweit» auf den 6. März, die dritte auf den 5. April 1869 jedesmal Vormittags von l1 bis 12 Uhr, die beiden ersten bei Gericht, die dritte am Orte der Realität in Pobersch mit dem Anhange angeordnet worden, daß die Pfandrealität bei der ersten und zweiten Feilbietung nur um oder über de» Schätznngswerth, bei der dritten aber auch unter demselben hintangegeben wird. Die Lizitationsbedingnisse, wornach insbesondere jeder Lizitant vor gemachtem Anbote ein Vadium von 730 fl. ö.W. zu Händen der Lizi-tationS'Kommission zu erlegen hat. so wie das Schätzungsprotokoll und der GrundbuchSertrakt können in der dieSgerichtlichen Registratur eingesehen werden. Marburg am 2. Dezember 1668. Eisenbahn-Fahrordnung fllr Marburg. Nach Wien: Nach Triest: Abfuhrt: 6 Uhr 2S Min Früh. Abfahrt: 8 Uhr 14 Min. Krüh. 7 Uhr v Min Abend». 8 Uhr 43 Min. Abends. Nach Villach: Abfahrt: 9 Ul,r Mh. Die Eilzüge verkehren täglich zwischen Wien uud Triest. Nach Wien: Nach Triest: Absahrt: 2 Uhr 46 Miu. Mittags._Abjahrt: 1 Uhr 52 Min. Mittags^ Verantwortlicher Redakteur: Kranz Wiesthaler. S. N. St. G. Druck und Verlag von Eduard Janschitz in Marburg.