€4rtttfrituig: K«tt«aftgafTc Nr. 5. 8 e t a t u f jjt. ,, • liillitli: Mglto (mit ■»«aaljrr b»* *«na- a. A-iki» Ugf na ll—l* itt» ootai t>u'»i6r»fbfo nn»n -U4t r atrcc.Lc'r M«. m^itaacn st», tvrri«an-.! Iillltltai M1 «lannl Mi ftcna«lta:ig »c»«' (■mau» 6t btiltgl Wj(* (uai-i «»Hijira ratpgca S» BMrttr;olEii;ro tl rtil-M4!H, »» . TnUtC« £B-c«f rrtftrtm Itkrn *?os-#tr» msM. «»(Htttf eile «t. SU tu« Verwaltung: tjflibau«qafft Wr. 5 A I t n t a f Jtr. n VrzuzSbrdtniimiNeil: t>Mit tu rwta . »»mfl)«tu . . . K ) K ötUtütti» . . , . K ti-40 •«miälrts. ... . K im ^*r 4 111 ( mt -tat c*r.t ! MnMtMi . . « ».«> Saldkildrt, . . . » «.«» . . .» *Ut« tu»i«ae «tütn U vu totr-. um »it tlUrm ;.sbun ttrTi Ctiactcic«« il»ia Klwa M« ,»> r»d,0,llaa: Nr. ^ Eilli, Samstag den 22. Februar t9l!>. 44. Jabrganq. Zmangsmahnahmen gegen deuIIcheGyinniiIialschüler. Donnerstag hat sich an unserem Gymnasium ein Ereignis abgespielt, welches in viele deutsche Familien Bestürzung, Kummer und Verzweiflung getragen hat. ES wurden an 20 Schüler der deut-schen Parallelklassen zum slowenischen Direktor Emilian Liier berufen und dort erhielten sie die trockene Weisung, vom nächsten Zage an die slowe-nischcn Klassen zu besuchen. Die überwiegende An-zahl dieser deutschen Schüler, die alle deutsche Muttersprache haben, ist der slowenischen Sprache auch nicht im bescheidensten Maße mächtig. ES ist t ganz undenkbar, daß diese Schüler mit irgend einem Erfolge dem reinslowenischen Unterrichte folgen könnten, von dem ein großer Teil nicht ein Wort ver-stehe» kann. Schon aus dieser Tatsach- ist zu entnehmen, daß bei der von der Gymnasialdircktion getroffenen Ver-sügung nicht der Schulmann und Erzieher zu Ge-vatter gestanden ist. Wer dahintersteckt, darüber gibt die Betrachtung Ausschluß, waS für Schüler von der Maßregel der Gymnasialdirektion beiloffen wurden. Da sind einige Schüler aus deutschen Fa-milien mit slowenisch klingendem Namen, von denen offenbar angenommen wird, daß ihre Borväter Slowenen waren. Bei anderen wurde die Abschie-bung in die slowenischen Klassen durch den Umstand veranlaßt, daß ihre Bäter in. südslawischem Staats-dienste behalten wurden, weil sie über die volle sprachliche Qualifikation versügen. Die Bäter ande-rer sind deiner Gemeinde oder bei öffentlichen An-stalten bedienstet und ei wurde allen diesen Schülern angedeutet, daß ihre Bäter brotlos werden, wenn sie sich dem Diktate deS Direktors nicht fügen. Aus all dem geht hervor, daß rein politisch-nationale Erwägungen maßgebend waren, um diesen in die Existenzbedingungen so vieler Familien so schicksalsschwer, einschneidenden Schritt zu rechtfertigen, Erwägungen, deren in solcher Tragweite, wie wir fest überzeugt sind, weder Herr Direkior Lilek, noch die Landesregierung in Laibach fähig sind. Man kann daher die zuversichtliche Hoffnung hegen, daß die höhere Schulbehörde einsichtsvoll Remedur schaffen werde, eine Remedur, die nicht nur einem ehr-lichen Minoritätenschutz, sondern auch pädagogischen und humanitären Grundsätzen entspricht. Man denke nur an die schrankenlosen Wirkun, gen d«r getroffenen Verfügung! Der Haler der Be-trvffenen muß für seine Familie den Unterhalt ver-dienen, er hat hier dem Staate ein ehrliches Ge-löbnis geleistet und daS Unterkommen in Deutsch, österreich ist heute schon dreifach erschwert. Er kann \ • nicht weg aus diesem Staate, seinem Sohne ist aber das Fortkommen an der hiesigen Mittelschule durch die Unverständlichkeit des Unterrichtes unmöglich ge-macht und es ist fraglich, ob er die Studien außer-halb des> Staatsgebietes fortsetzen kann, da die Koste» jür «inen Beamten unerschwinglich sind. So werden, jugendliche Existenzen vernichtet, deutsche Familien zur Auswanderung gezwungen und dabei noch das für die Chauvinisten besonders verlockende Ziel nähergebracht, daß die Schülerzahl der deutschen Gymnasialklassen unter daS Existenz-miiiimum herabgedrückt wird. WaS soll ein Schüler, dem Dankbarkeit und Bertrauen gegenüber den Lehrern in der Schule daS Heiligste sein sollen, empfinden, wenn ihm. ohne daß ihn das geringste Verschulden träfe, die Fort-setzung seiner Studien, für die die Möglichkeit hier so glatt gegeben ist, unmöglich gemacht wird? Und ist eS nötig, in dieser Uebergarigszeit ohne zwingen-genden Grund auf schuldlose Familien Härte aus Härte zu wälzen, in einer Zeit, in der, wenn auch schüchtern, daS Bedürfnis nach dem modus vivendi sich aus beiden Seiten gellend wacht, in der bei beiderseitiger Einsicht Demarkationslinien gezogen und Repressalien eingeschränkt und eingestellt werden ? Sie Wahlen in die denWMerreichische Nationalversammlung. Der 16. Februar 1919 hat dem politischen Bilde des neuen Freistaates Deutschösterreich einen rotschwarzen Untergrund geg'.ben und eS erscheint zweifellos, daß sich die ivlgenden politische« Gescheh-nisse im Zeichen deS Gegensatzes zwischen diesen Parteien entwickeln werden. Der Zusammenbruch hat der roten Flut Tür und Tor geöffnet. Sie er-reicht einen Hochstand, der jenem im Deutschen Reiche gleicht und nun an den Dämmen zu wühlen beginn«, welche die bisherigen wirischaftlichen Grund-lagen noch schützen. Bicle haben diese Gesahr tom-men gesehen und deshalb mir dem Stimmzettel un-ter den schwarzen Fittichen in der Meinung Zu-stucht gesuch!. daß der schärsste Widersacher der So> zialdemokraiie auch der beste Schützer des Alten, Ererbten sein und einen weiteren Umsturz am ehe-sten hindern werde. DaS Heer der Un^usriedenen aber wandle seine Stimme der roten Partei zu, weil es glaubt, daß nur der Sozialdemokiatie es miglich sein werde, einen Ausweg aus der fürchier« lichen Drangsal dieser Zeit zu finden, «o zieht diese Partei die Bilanz''aus dem Zu^ammenbruch und streicht schmunzelnd den Gewinn ein. Am schlechtesten ha« die dritte große Partei, die des sreihei«lichen Bürgertum«, abgeschnitten. Durch die freiheitlichen Grundsätze der Sozialdemo krau: nahestehend und mit dem wirtschaftlichen Pro« gramm sast aus einer Linie mit den Christlichsozia-len, nimmt ihr Geschick als MUtrlpartei in dem Rtngtn zweier ihr an Stärke überlegener Gegner kaum wunder. Sie erlitt die schwersten 'Einbußen und bezahlt die Zeche. Ader auch die innere Un-einigkeit trägt ein gutes Teil Schuld an der Nie-derlage. Während die Sozialdemokralen und die Christlichsozialen nach festen, unabänderlichen Grund-sätzen ihre politisch«» Ziele verfolgen, gibt eS im freiheitlichen Bürgertum eine Reihe von Spielarten der Parteien, die nur in dem einen Punkte einig sind, daß fie unbedingt uneinig fein müsse». A» diesem Schauspiel finden aber viele keinen Gefallen und gehen in dus feindliche Lager oder vermehren als Mitläufer die gegnerischen Stimmen. Die Sozialdemokraten werden mit 79 von den 162 Mandaten bei wei«em die stärkste Partei bil-den. An zweiler Stelle steht die christlichsoziale Partei mit 64 Mandaten, an dritter die deutsch, freiheitliche mit 26 Sitzen. Als Kuriositäten ziehen ein Iüd.schnationaler, der aus dem Wiener Boden gediehen ist und ein Tscheche, gleichfalls in Wvn gewählt, in die Nationalversammlung. Wissenswert ist ein Vergleich minder bislpri-gen Vertretung der Wahlkreise. Die letzten Wahlen in den ReichSrat sanden im Jahre 1911 statt. Die Wahlkreise, jetzt durch 162 Abgeordnete vertreten, wählten damals zusammen 137 Abgeordnete. Sie * teilten ttch wie solgt auf die verschiedenen Parteien auf : 28 Deutschnationale, 9 Wiener Liberale, 63 Ehristlichsoziale, 4 deutsches Zentrum (Pantzgruppe) und 83 Sozialdemokraten. iOie bürgerliche Mehrheit, die damals 104 «^timmin betrug, ist jetzt auf 2t) gesunken — eine Sprache, die jedermann ver-ständlich sein wird und Einkehr und Läuterung verlangt. Deutschnational sind 22 und zwar aus Wien 2: Adam Müller Guttenbruim. Schriftsteller und Dr. Leopold Waber. UnterstaatSsekretär Riederösterreich . Veränderungen an den Volks- und Bürgerschulen in Cilli. Der Höhere Schulrat in Laibach hat an den Cillier Schulen folgende Ver-Änderungen angeordnet: Es werden umgewandelt: 1. Die städtische fünfklafsige deutsche KnabenvolkS« schule mit fünf Parallelklassen in eine fünfklafsige Schule mit slowenischen Grundklassen und vier deutschen Parallelklassen; 2. die städtische sünsllas» sige deutsche Mädchenvolksschitte in eine fünfklafsige Schule mit slowenischen Grundklassen und vier deutschen Parallelklassen; 3. die deutsche Knaben-bürgerschule in eine Bürgerschule mit ilowenischen Grundklassen und deutschen Parallelklassen; 4. die deutsche Mädchen bürgerschule in eine Bürgerschule mit slowenischen Grundklassen und deutschen Parallel» klaffen. «Ernennungen an den Tillier Volks-und Bürgerschulen An der städtischen Knaben» volksschale in Cilli wurden ernannt: zum Ober-lehrer Herr Joses Bizjak in Wotschna, zu Lehrer» die Herren Max Wudler, Franz Dernovsek, Richard Pestevsek, zu Lehrerinnen die Fräulein Rosa Knez und Olga Sirca. An der städt»schen Mädchen-schule zu Lehrerinnen Frau Iosefine Bizja! und die Fräulein Betka Zupanek, Franziska Levstik, Fran-ziSka Pristovsek, Maria Puc. An der Knabenbürger-schule als Direktor Herr Benno Serajnik cii» Sach-fenfeld, zu Fachlehrern.die Herren Gustav Silih, Franz Hribernik und Franz Krajnc. An der Mäd-chenbürgerschule zum Direktor Herr Josef Brinar aus Adclsberg, zu Lehrern die Herren Ferdinand Sentjarc" und Milan Book, zu Lehrerinnen die Fräulein Emma Zupaucic, Mila Plohl aus Wien uns Elfe Prost. Enthebungen bei den Cillier Volks und Bürgerschulen. Enthoben wurden an der städtischen Knabenvolksschule Hepr Oberlehrer Franz Zeder und die Herren Lehrer ^erdi>>and Porsche, Josef Griendl, Max Lobenwein und Armr JanSky ; «an der städtifchen Mädchenvolksschule Herr Ober-lehrer Benedikt Groller und die Lehrerinnen FläU' lein Sophie Globotschnigg, Hermine Kremmer und Auguste Ureutz; an der Knabenbürgerschule Herr Direktor Karl Eberhard» und Herr Fachlehrer Leo Baumgartl; an der Mädchenbürgerschule Herr Direktor Otmar Praschak, die Fachlehrer in Fräulein Melanie Premschak und Herr Fachlehrer Alfred Wendler. Enthebungen im Gerichtsdienste. Ver abschiedet wurden StaalSanwaltstellvertreier Dsktor Fritz Mannitsch in Cilli, der Richter Dr. Ernst Rojchker und der Kanzlist Franz Luckmann in Rann und der BezirkSrichier Joses Toplak in St. Leon-hard. Ernennungen im Berg- und Hütten Wesen. Provisorisch wurden ernannt: Der Berg rat und Vorstand der Hüttenverwaltung in fciili Herr Jng. Karl Löwel und der Bergrat und Vor^ stand der Bergverwaltung in Buchberg Herr Jng Joses Krop'ac zu Oberbergräten, der Oberbergkom-missär und Betriebsleiter der Schwefelsaures«bri bei der Hüttenvcrwaltung in Cilli Herr Jng. Jose' Hummel zum Bergrate. Todesfall. Am l8. d. ist hier der Kohlen großhändler Julius Unger nach längcrem Leiden verschieden. Die Leiche wird nach Graz überführt Vermählung. Hauptmann Rudolf Gallinger in Brück an der Mut hat sich mit Fräulein Erna Costa Kuh», Tochter des Kabriksbesitzere Rudolf Costa-Kuhn in Cilli vermählt. Aus der evangelischen Gemeinde. Sonntag, 23. d. M., um 10 Uhr Vormittag findet im evangelischen Gcmcindesaal die Jahresversammlung >er Gemeinde statt. Zu dieser Versammlung ist jedes Gemeindemitglied, das das 21. Lebensjahr hinter ich hat, männlichen oder weiblichen Geschlechtes, »ringendst eingeladen, zu erscheinen. Wichtige Entscheidungen über die Zukunft der Gemeinde, daneben auch die Einführung dcS Frauenstimmrechtes, stehen auf der Tagesordnung. Es fehle niemand! Der gewöhnliche Gottesdienst wie auch der KindergotteS-dienst sallen an diesem Tage aus. Ernennungen in den deutschösterreichischen Staatsämtern. Das StaatsratSdirek-torium hat den Statthaliereirat im Staa!Samte für oziale Fürsorge Dr. Adam Weiß v. Schleusseudurg zum Ministerialrat, die Bauräte im StaatSamte sür >»ffentliche Arbeiten Jng. Rudolf Holenia, Jng. Rudols Pichler und Zug. Robert Jakich zu Ober-bauräten ernannt. Postverkehr mit Deutschösterreich. Vom 17. d. an sind nach Dentichösterreich im Brief« postverkehr nur gewöhnliche Briefe und Mustersen-düngen, gewöhnliche und eingeschriebene Postkarten, Postanweisungen aber nur biS 100 K zulässig. Mit 20. d. wird der Postanweisungiverkehr mit Deutschösterreich ganz eingestellt. Der letzte Annahme-tag für Postanweisungen bis 100 K nach Deutsch« österreich ist demnach der 19. d. Postanweisungen aus Deutschösterreich werden nur dann ausgezahlt, wenn sie bis zum 19. d. ausgegeben wurden. Nach diesem Tage aufgegebene Postanweisungen werden zurückgesendet. Die Freiwillige Feuerwehr hielt am 3. Februar die diesjährige Generalversammlung, die saft vollzählig besucht war, im Feuerwehrlokale ab. Nach einer kurzen Begrüßungsansprache des Wehrhauptmannes Peier Derganz erstattete der Schriftführer Adolf Hirschal einen ausjühi lichen Bericht über die Tätigkeit der Feuerwehr seit Be-ginn des Krieges. Er wieS darauf hin, daß die Mitgliederzahl, die zu Beginn dcS Jahres 1914 47 be'rug, sich im Lause de» Krieges zwar um 18 Mitglieder erhöht habe, daß jedoch wieder anderseits 15 Miiglieder durch Austritt oder durch Tod in Abfall gekommen feien, jo daß die Feuerwehr heute, wenn man noch auf die derzeit in Gefangenschaft befindlichen Mitglieder rechnen könne, 49Wrhrmä»ner zähle. Außerdem gehören der Feuerwehr noch 8 Schutzmänner an. >'i5 Mitglieder waren zum Mili-tärdienste zum Teil an der Front, zum Teil im Hinterland einge.ückt, 3 Mitglieder hat die Feuer-wehr durch den Krieg verloren, von den iu Grian» genschast geratenen ist ein Mitglied in Rußland gestorben, ein Mitglied aus Rußland wieder zurück-gekehrt. Ueber das Schicksal dreier Mitglieder ist noch nichts bekannt. Die- Feuerwehr hat in Cilli selbst 7 sehr verdiente Wehrmänner und Förderer du.ch Tod verloren. Der Ausschuß hielt 33 Sitzungen ab. Außerdem fanden 13 Besprechungen und gemül-liche Zusammenkünfte sämtlicher Mitglieder statt. Außer der Beteiligung bei allen sonstigen Wohl tätigkeilS - Veranstaltungen wurden noch 6 Maschi nistenvorträge, II Gesamtüdungeu und 4 Rapporte abgehalten. In der ersten «Zeit de» Krieges beiärigte sich die Feuerwehr auch bei militärischen und Wasser sahrübnngen. In 31 Fallen war die Feuerwehr zu Bränden ausgerückt, wobei der Bericht inSbeson dere auf die 10 aufeinanderfolgenden Brände in Sawodna hinwies. Schließlich erinnerte der Bericht auf die wieserholten Auszeichnungen von Feuerwehr-Mitgliedern mit den Ehrenmedaillen vom Roten Kreuze die 16 Mitgliedern der Retlungs- und Trans portkoionr»« mit der Verdienstmedaille für 25,jährige treue Feuerwehrdienste, mit welcher 4 Mitglieder geschmückt wurden. Nach dem Bericht des Schrist führers widmete der städtische Kassier Jvkef Schmiol allen verstorbenen Mitgliedern, insbesondere den im Felde gefallenen einen warmen Rachruf. der von allen Anwesenden flehend angehört würbe. — Sodann berichtete Herr Schmidt als Kommandant der Ret tungskolonne über die Tätigleit derselben, wobei er insbesondere der hervorragenden Leistungen des Kommandanten.Stellv. Herrn Adolf Klarer gedachte Bei 258 Transporten wurden vurch die Tansport-kolonne der Cillier Feuerwehr 84.207 verwundete und kranke Soldaten, darunter 10 reichSdeuifche und 159 feindliche in die hiesigen Spitäler gebracht Der Bericht deS Kolvnnenkomaiandariten wurde mit lautem Beifall aufgenommen. Herrn Schmidl wurde für seine segensreiche Tätigkeit der wärmste Dank des Vereines ausgesprochen. Der Kassier Adolf Klarer erstattete d.n Säckelbericht, der mit einem befriedr-genoen Ergebnis abschließt. Für die mustergiltige Führung der BereinSkosse wurde ihm der Dank de« Vereines ausgesprochen und die Entlastung erteilt. Hieraus wurde zur Wahl des Ausschusses geschritten, welche nachstehendes Ergebnis hatte: Hauptmann Peter Derganz, Hauptmannstellvertreter Mar Janic, 1. Brandmeister der Steiger Franz Weitermayer, 2. Brandmeister der Steiger Adolf Klarer, 1. Brand meister der Spritze Johann Jicha, 2. Brandmeister jet Spritze Johann Berna, 1. Rottfüdrer der Steiger Franz Koschier. 2. Rottführer der Steiger Eduard Bandeck, Steiger l. Klasse Johann «vrder, Steiger 1. Klaffe Gottfried Gral», l. Rottführer der Spritze Bartlmä Planko, 2. Rottführer der Spritze Julius Jicha, Maschinenmeister Heinrich Findeifen. Schriftführer Adolf Hirschal, Kassier Adolf Klarer. Da Herr Michael Altziebler infolge Krankheit feine Stelle als Obmann der «chutzmannfchast zurücklegte, wurde er in dankbarer Würdigung feiner langjährigen eisrigen Tätigkeit in der Cillier Feuerwehr zum Ehrenobmanne gewählt. Die Wahl »es neuen Obmannes der Schutzmannschajt fiel aus Herrn Franz Karbeutz. die Wahl des Odmannstellvertreter» am Herrn Friedrich Jakowitfch Der Wehrhaupimann Peter Derganz gedachte schließlich noch der 25jährigen aufopferungsvollen Tätigkeit der Wehr Mitglieder Karl Ferjen, Fritz Jako.»itsch, Julius Jtchi, Josef Kardinal und Julius Obad und beglückwünschte sie mit Rücksicht darauf, -als die Erwirkuag der Ver» dienstmebaille im Feuerwehrweien derzeit nicht mebr möglich fei, auf das herzlichste. Er sagte ihnen im Na-men bei Vereines für ihre Arbeiten den besten Dank mit dem Wunsche, sie mögen ihre Kräfte noch recht lange in den Dienst der Feuerwehr stellen. — Unter Alliälligem wurden noch eine Reihe von BrreinSan-gelegenhciten besprochen. Konzert Dr. Nasta. W>r machen noch ein-mal auf daS Konzert des bekannten und bei uns Cilliern so beliebten Opernsängers Dr. Michael Nasta aufmerksam, welches am 20. d. um 8 Uh? abends im kleine» Saale des Deutichen Hauses stattfindet. Am Flügel wird den Künstler der be-kannte Opernkapellmeister Georg Markowitz begleiten. Die VonragSvrdnung umfaßt nachstehende Lieder und Klavierstücke: Schubert, Ihr Bild ; I. Marx: Japanisches Regenlied; I. Brahms: Minnelied; Schumann: Ich grolle nicht; Burmester: Abschied; Meyerbeer: Arie a. d. Oper ..Die Afrikaner«"; Verdi: Arie a. d. Oper ver Troubadour" ; Pon-chielle: „Arie a. d. Oper „Gwcondci": Schumann: Arabeske; Meyerbeer: Arie a. d. Oper ,i)ie Hugenotten ; Puccini: Arie a. d. Oper „ToSci"; Puccini: Arie a. d. Oper „La Boheme; Mozart: Dies Bildnis ist bezaubernd schön, Arie a. d. Oper „Die Zinberflöte'; Wagner: Preislied a. d. Oper „Die Meistersinger". Da sich um die Eintrittskarten eure äußerst rege 'Nachfrage bemerkbar macht, wird gebeten, sich diese rechtzeitig zu beschaffen. Der Kartenvorverkanf findet bei Frau E. Deisinger (fia-roliriengasfe Nr. 3) stitt. Großes OvernKonzert Buccarini. Wie bereits berichtet, wird die dramatische Koloratur-sängerin Gnidia Buccarini am 6. März l/t& Uhr adends im Deutschen Hause in Cilli ein Konzert geben, für dessen Zustandekommen in den weitesten Kreisen der Stadt bereits regstes Interesse herrscht. Frau Buccarini ist gegtNwärtig eine der seltensten Erscheinungen in der Op.-rnwelt. Frau Buccarini. die wegen ihrer herrlichen Na'uranlage bereits in ihren Jugensjahren in ihrer engeren Heimat als küstenländische o»er adriatische Nachtigall bekannt war, verfügt üder die außergewöhnliche Stimm-ansdehnung von drei vollen Oltaven. Infolge die-ser merkwürdigen Anlage ist die Künstlerin bejährgt, die Koloratur der höchsten Register ebenso vollkom-men zn beherrschen wie die getragenen dramatischen Töne der tiessten Stimmlagen. Dies« Gegensätze in der Stimme befähigen die Künstlerin auch zur schwierigsten Gesangskunst, zur dramatischen Kolo-ratur. D?r Xartenvorverkauf findet bei Frau E. Deisinger (Karolinengasse Nr. statt. Die slowenische Postsparkasse hat am 15. d. in La,dach ihren Betrieb eröffnet. Für die Entfernung der deutschen Notare. Die Absevung der deutschen Staats-beamten in dem slowenischen Gebiet hat den slowe« nischen RotanatSkandldaten Anlaß gegeben, in Ver-sammlungen und in den slowenischen Zeitungen auch die Entfernung der deutschen Notare zu verlangen. Die slowenische Landesregierung hat vielem Drän-gen nachgegeben und nun die von der österreichi-scheu Regierung ernannten Notare aufgefordert, bis zum 28. d. bei der Regierung um die Genehmi- Nummer 8 guug zur Ausübung ihre« Amtes einzuschreittn. Jene Notare, die diese Genehmigung nicht erhalle», werden mit dem Tage der bezüglichen Verlautbarung ihr Amt «liieren. Die slowenischen Notariatskan-didaten haben ermittelt, daß durch die Absetzung der deutschen Notare 16 Notarstellen zur Erledigung gelangen würden. Kontrolle über die Kohlenoerteilung Wie „Slov. Narod" meldet, wir» über die Berte«--lung der Kohle aus dsn Bergwerken Sogor, Tri-sail und Hraslnigg Beschwerde geführt. Die Landes-regierung hat beschlossen, beim Amte für Ueber-gangSwirtschast einen besonderen Unterausschuß ein-zusetzen, dem die Kontrolle über die Wirtschaft mit der Kohle übertragen wird. Dieser Unterausschuß wird für jede MonatSdekade einen Ausweis über die Produktion der Kohle und deren Verteilung auf-stellen, welcher Ausweis den Kimwiffariaten für öffentliche Arbeiten, für Handel und Industrie und für Verkehr vorzulegen ist. Verschärfung des Verbotes der Le-bensmittelausfuhr aus dem südslawischen Königreiche. Wie .Clovenec" meldet, Hai der Ministerrat in Belgrad eine Verordnung hera»öge-geben, womit jede Ausfuhr von lebendem Vieh so-wie überhaupt Lebens- und Futtermittel oller Art verboten wird. Von Fall zu Fall wird die Ausfuhr in befreundete Länder bewilligt. ES ist auch den weisenden, die daS Gebiet des Königreiches verlassen nicht gestattet, mehr alS für drei Tage Nahrung*. Mittel mitzunehmen. Was soll mit den Schuloereinsschulen geschehen? Ein Mitarbeiter des „Slovenec" schreibt hierüber: „Wir müssen sie — die Schul-vereinSfchulen — ganz einfach besetzen, ohne jede Entschädigung. Wie ist es möglich, das zu veiant-werten? I» diesen Schulen erlebte unser Volk die größte Beleidigung, die ärgste und heimtückischeste Verfolgung. In diesen Gebäude» kämpfte das deutsche Volk gegen unser Volt den allertraurigsten Kamps. Unsere Jugend haben sie entfremdet mit der Rücksichtslosigkeit, bereu nur der bnitale Cha-rakter des von den Deutschen an der Grenze ge-sühnen GennanisiernngskampftS fähig war. Zn diesen Schult« wurden die ärgsten Renegaten erzv gen, die verbissensten Feinde unseres NamenS, die besten Maurer der deutschen Brücke zur Adria. Daher müssen wir bei i rottamierung unserer Freiheit mit ihnen s» vorgehen, wie man mit dem Vermögen desjenigen vorgeht, der der schlimmste Feind der Freiheit ist. Nicht aber, daß wir jetzt noch er-gebenst untcthaiidclu und fragen, ob der Schulder-ein bereit ist, diese Gebäude zu verlausen. Als ich von solchen Verhandlungen hörte und einem Herrn meine Meinung jagte, gab er mir folgende. Ant-wort: Ein EnteignungSgefetz gibt es noch nicht, be. züglich der Unantastbarkeit des EigentiimS gilt noch immer das alte österreichische Gesetz. ES handelt sich doch hier nicht um den Besitz eine» ehrlichen Besitzer«. Im Gegenteil! Hier handelt es sich um den Besitz eines politischen Verbrechers, deS schlimmsten Feindes unseres Namens und des slowenischen Emp. rinden«, dem wir feine Kampfmittel wegnehmen müssen. Die Wegnahme liefet Gebäude ist unsere nationale Pflicht. Alle Gebäude, das ganze Eigen-tum deS SchulveteiueS, soll ohne Entschädigung Staatseigentum werden. Wenn die Zahl der deut-schcn Kinder dem Beschlusse des SchulrateS genügt,, dann sot in den SchulvereinSgebäuden der Unter-richt zugelassen werden. In Orten aber, wo die Zahl der deutschen Kinder die vorgeschriebene Anzahl nicht erreicht, sollen diese Gebäude der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, die darüber »ach Bedarf verfügen soll. Geradeso soll gegen die Süd-mark Vorgängen weiden." Wir haben diese», Erguß so ausführlich wiedergegeben, um zu zeige», daß auch Leute, die offenbar uichl ungebildet sind, von der Annahme, daß wir in einem Rechtsstaat? leben, nicht angekränkelt sind. Beneidenswertes Balizien Auch Galt-zien ist bekanntlich vom alten Oefttmich losgerissen worden. Auch dort gibt cS deutsche Minderheiten, die mit einer gewissen Bangigkeit in die Zukunft schauen. Aber doch hat dort der Deutsche VolkSrat in Etanislau die Gründung eines deutschen Real-gymnasinm» in Auesicht genommen und die gründ-v x Zustimmung der zuständigen Behörden hiesür bereit» erhalten. Eine Reihe deutscher Lehrkräfte wurde bereit» berufen, drei Klassen wurden auch bereit» eröffnet. NeideuSwerteL Galizien! Weinausfuhr aus Ungarn. Der ungarische Finanzminister hat die AuSsuhr von Wein jeder An in die jenseit» der Demarkationslinie gele-genen Gebiete nach Jugofluvien, Polen, Deutsch-österreich und Tschecho-SIowakien gestaltet. Deutsche Wacht Eine italienische Kommission in Mar bürg. Wie dem Laibacher .Becerni List" auS Marburg gemeldet wird, kam Mittwoch dahin eine italienische Kommission, um die Verhältnisse zu stu-dieren. Die Italiener erklärten, daß sie zu dem Zwecke nach Marburg gekommen seien, um auch da« Recht sich anzueignen, die Verhältnisse zwischen Deutschen und »Iowenen an der Nordgrenze zu kontrollieren, da sie geradeso Mitglieder der Entente seien, wie die Franzosen, Engländer und Ameri koner, die schon wiederholt Marburg und andere Orte an der Nordgrenze besucht hätten. Die italie-nischen Offiziere besuchten das deutsche Theater und traten mit den Führern der Marburger Deutschen in Verbindung. Wie da« Blatt berichtet, haben die italienischen Offiziere mit großem Eifer unsere Kaserne» und Truppen besichtigt und unseren Osfi-zieren keine besondere Freundlichkeit, und Geneigtheit gezeigt. Sie «'klärten, ständig in Marburg zn bleiben. Brohe Kommuniftenausschreitungen in Groz. Die Soldaten der VolkSwehr versam melien sich DonnerStag auf dem FieiheitSplatze in Graz, um sür ihre Forderungen zu demonstrieren. Sie sandten eine Abordnung zum Landeshauptmann. Währenddem wurden aus der Gasse und am Haupt-platzt kommunistische, aufreizende Reden gehalten. Den vorübergehenden Offizieren wurden die Dienst-abzeichen herabf,triften. Zu dem gleichen Zwecke drang die Menge in Gast, und Kaffeehäuser. Die Kommunisten besetzten das Volkswehrkommaud», wurden jedoch von der z» Hilfe geeilten «tudeiiten-fchaft vertrieben. Amt für Uebergangswirtschaft in Laibach. Die Landesregierung für Ilovenien hat ein Ami für UebergangSwinschaft in Laibach in« beben gerufen als Organ zur Regulierung der Produktion, der Ein- und Ausfuhr sowie auch der Preise im Interesse deS StaäteS und deS.allgemei» nen Nutzens. Diele« Amt hat die-Ein- und'AuS-fuhr aller Art von Ware», einschließlich der Lebe»« Mittel und dcS VieheS zu regeln und zwar im Rahmen der bezüglichen Leitsätze der Verwaltung« kommissiou. Einzig und allein das Am« für Ueber-glingewirtschast ist zur Ausgabe von Durchfuhr«-, Einfuhr«- und AuSsuhrSbeivilliguugk» berechtigt »nd kann aufsprechen, welch/ Waren von einer Ein-fchrärikiinz Irei sind. Es kaun dieses Recht sür ein zelne Fälle und sür Geschäfte von geringerem Um fange den politische» oder Militärbehörden abtreten. Die Bewilligungen zur Aus- und Durchfuhr von Siedelgut erteilen die politisct.»» Behörden erster Instanz, zur Durchfuhr von Vieh im Bereiche der Landesregierung die Viehverwci:ungSanstalt (»uovee-valni.a za 2ivuio) und sür Lebensrnittel aller Art das Euiährungsamt brzw das von diesen bevoll-mächiigte Amt. Auflösung der Bezirksvertretung Windischgraz. Da« Kommissariat für die inue-rcn Angelegenheiten hat die Bezirksvertretung Win-dischgraz aufgelöst. Zum ReglerungSkommisfär wurde der Stadtpfarrer AI»:« Cizek i» Windischgraz er-nannt. Als Beiräte wurden ihm zugeteilt: Dr. AloiS Braikovie, RechtSanwalt in Windüchgraz, Aiigust Günther, Keizengicßer in Windischgraz, Konrad Zrsic, Besitzer in Et. Zlgen, Pfarrer Po-gac in Pame'ch, Zosef Rovotnik, Besitzer in Leihen. Johann Kae. Besitzer in St. Martin bei Windischgraz und Johann Schöndorfer, Besitzer und Bür« germeister in Altenmarkt. Tagung des südslawischen Staats-rates in Belgrad. Der Ministcrrai hat beschlossen, den Siaatsrat sür de» 1. März nach Belgrad einzubenifeu. Die Regierung hat alles getan, um die entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen. Große Schwierigkeiten ergaben sich in Bezug auf die Unterkünfte und Uebernachtungeii der Reichs-boten. Diesen wird empfohlen, die iwtwendigste Bett» wäfche und eine Bettdecke mitzunehmen. Grohes Eisenbahnunglück auf der Strecke Nabrefina—Trieft. Am lst. d. abends ereignete sich in Trieft ei» Eisenbahnunglück, bei dem über 20V italienische Soldaten den Tod fanden. Ein vollbesetzter Zug mit Soldaten, die nach Italic» nuf Urlaub fuhren, mußte, nachdem er Trieft ver^ lassen hatte, in Nabresiua länge,« Zeit halten. Als er gegen l Uhr nachiS die Fahrt sorlsetzen sollte, bliebt» au» bisher unaufgeklärte» Gründen die letz-ten zeh» Wage» von dem vordere» Teile deS ZugeS getrennt, der sich schon in Bewegung setzte. Die zehn Waggons begänne» sich nach rückwärt» zu be-wegen uud fuhren auf der abschüssige» Strecke in immer schnellerem Tempo gegen Trieft. Infolge telephonischer Verständigung wurde» in Triesl Vorkehrungen ^troffen, um d«n heransausenden Zug«, teil aus ein totes Geleise zu leiten, wodurch wenig. Eett« 3 stenS auf dem Triester Bahnhose ei» größere« Un-glück verhütet wurde. In den zehn Waggons waren rund 450 Soldaten. Die vorderen Waggons wur-dtn bei dem Anprall in Trieft vollständig zertrüm-mert. Unter ihnen lagen m»ht als die Hälfte der Soldaten tot oder schwer verwundet. Au« den rück-wärtigen Wagen ist ein Teil mit dem Leben davon gekommen. Schon unterwegs, alS die Waggon« gegen Trieft rollten, versuchten mehrere Soldaten au« den Waggons hernuSzuspnngen. AIS sich in Nabre-sina die Waggons nach abwäris bewegten, kletterte ein Soldat au« dem Wagen auf das Dach und von dort zur Bremse. Er konnte aber die Wagen in ihrem furchtbaren Laus« nicht aufhalten. Slowenische Hochschüler an deutschen Hochschulen. Wie au« Wien gemeldet wird, sprachen am 14. d. die Vertretungen der slowenischen Studenteuverein« fowi« die Vertreter.deS Voll-zugSauSschusses der tschtchoslowakischen, südslawischen uud jüdischen Studenten beim Staatssekretär Pacher »nd dem Etaatskanzler Dr. Renner vor und balcu um Bescheid über die am 12. d. über-reichte Denkschrift wegt» deS Ausschlusses nichtdeut-fcher Studenten von den Universitäten und technischen Hochschulen. Dr. Renner soll den Studenten bekanntgegeben haben, daß die Wiener Regierung die Entscheidung, wonach alle nichtdeutschen P-ch-schlller ausgeschlossen werden sollen, in vollem Um-fange oußer Kraft gesetzt hat. Alle Studenten köu-neu ihie Studien fortsetzen uud alle, die jetzt mskri-bi.rt sind, lönucu sich Im Stmmersemester wieder inskribieren icffcn. Es soll ein gemeinsamer Hoch-schulouSschuß errichtet werden. Dr. Renner und Pacher haben den slawischen Studenten gegenüber den Wunsch auSge'prochen, dab die slawische Siu-denteuschast bei der Ernennung Deutschösterreichs und seiner Hochschulen mitwirke. Sie baten auch die sla-wische ^tudeuteuschast, in ihrer Heimat Einfluß zu üben, daß dort keine Härten gegen die deutschen Studierenden ausgeübt werden. Adaptierüng von Baracken für Woh nungen. Das städ.tsche Bauamt in Laibach bat einen Bericht erstattet, aus dem hervrrgeht, daß in den Militärbarackeu i» Laibach uud Bresowitz mit kleinen Abäiiderunge» gegen 1 Privatwohnunzeu hergerichtet werden können. Die Landesregierung Hai da« Kommissariat für öffentliche Arbeiten und Ge-werbe deaufitagl, diese Adaptieruugen »orzuuehmeu. Ueber diese Wohnungen wird der WohnungSbriral in i^aibach verfüge», der sie zu billigen Preisen ver-mieten wird. Bolschewismus in Unterkrain. In der Zeitschrift „Da« Neue Reich" (30. Jänner) lesen wir: „Die Ru5»Ifs«erter "Dolenjsle Novice' be-grüßten die dort eingetroffenen serbischen Truppen geradezu als Besreier und Beschütz'! der Gesellschaft-lichen Ordnung, denn zahlreiche au» Rußland he m-gekehite S»ldaicu »erdreiien auf dem Lande ihre bolschewistische Lehre». E» kam so weit, daß der Versuch gemacht wurde, das BerichtSgtbiiide in Ru doljswert zu stürmen." geitweiser Ausfall von gügen der Südbahn. Seite,'? der Direktion der Südbahn wird darauf aufmerksam gemacht, daß sie infolge de« unregelmäßigen und unzureichenden, zeitweise »ollständig aussetzenden Kohleuzuschudes bis auf weiter«» für die fahrplanmäßige Ausführung des Verkehr« keine Geweiht leisten könne. Die Fahrgäste der Süddahn werden also damit zu rechnen haben, daß in nächster Z«st sallnxif« der «ine oder andere — unter befindet« schwierigen Verhältnissen auch eine ganze Reihe — der im Fahrplane »orgesthenm Züge gänzlich entfallen werden. Die Nationalisierung der Industrie in Krain. Nach einer Mitteilung des „Slsvenec" liehe» die «gramer Handelsbank und die Laibacher Kreditbank mit der Kreinischen Industritgefellfchaft in Aßling-Hütte in Unterhandlungen, um deren Anla-gen in Aßling und Jauerburg zu erwerben. Die Hochofenanlagen d.i Gesellschaft in Servola bei Trieft beabsichtigt angeblich ei» französisch englische« Konsortium zu erwerben. Die Italiener in Iftrien. Dem Agramer Tagblatt wild au« Abbazia gemeldet: Dieser Tage übertünchten hiesige einheimische Italiener alle Häuser der Südslaweu, all« Kandelaber und Jafchristen mit italienischen Farben, oder mit schwarzer Tünche. Ihr Bargehe» macht bt» Eindruck als seien sie wegen ihrer Zukunft besorgt, und unternehmen jetzt Ver. zweiflungSiateu. In C.istua wurde an der Lehrer-präparandie, die durch zehn J»hre Vladimir Nizar gtleittt hatte, der entnatianaltsierte öüdslawe au« der Umgebung Z.ira«, Cinbelich. ein Zögling der »Lega Nationale", zum Direktor «rnannt. Zn Ma-tulje würd« v»n den Italienern der StationSchef ®eite 4 Cwek entlassen. Dasselbe Schicksal ercilif den Sla-tionsches in Bistrica, die Italiener gaben als Vor, wand an, sie seien mit den streikenden Eisenbahnern im Einvernehmen gewesen. Zm reinkcoatischen Dorfe Martinsiica, auf der Insel CreS, sühne die Lehrerin Bone die italienische Unterrichtssprache ein. die Schule, die früher 100 kroatische Kinder besuchten, wird jetzt nur von 5 Kindern besucht. Die Aufhebung der Konfinierungen in Laibach und Graz. Das Laibacher Kor> respondenzbureau berichtet unter dem 19. d. amt-lich z Während die Laibacher Landesregierung schon wiederholt und namentlich anläßlich der Marburger Berhandlungen erklärt hatte, daß die Konfinicrung von Laibachtr Deutschen nur die Antwort auf die Konfiniernng von in Graz wohnenden Slowenen ist und daß sie jederzeit bereit sei, diese Konfinierungen zu widerrufen, wenn das Gleiche in Graz geschieht, hat heltte die jteirische Landesregierung der Landes« regierung für Slovenien bekanntgegeben, baß sie bereit sei, die Freilassung aller in Graz konsinierten Slowenen anzuordnen, wenn die Laibacher sstegie rung daS Gleiche mit den konfinielten Teutschen tue. Aus dieser Grundlage sind heute in Gra; und Laiboch um 8 Uhr abends alle Koi finieiungen widennsen worden. Unterschlagung eines dem versterbe nen Kaiser gemachten Vermögens. Aus Trieft wird gemeldet' Großes Aussehen erregt die Verhaftung des Advokaten Dr. Karl August Neu-schäler, der TeftamentSexekutor des verstorbene» Barons Reinelt. war. Baron Reinelt hatte dem Kaiser Franz Joses zum Erden seines großen Ber-mögenS mit der Bestimmung eingefetz«, eS wohl tätigen Zwecken zuzuwenden. Nach ver Besetzung Trusts durch die Italiener wurden, um die Rechte Trieft« bezüglich der Erbschaft sicherzustellen. Erhe-bringen eingeleitet; die unter anderem ergaben, duft Dr. Neuschäler mehrere kostbare Wandteppiche, so-wie da« ganze Mobilar des Palastes deS verstorbenen Barons Reinelt ver kaust und den Erlös sür sich verwendet hatte. Gegen das deutsche Schulwesen in Krain. Man meldet der Tagespost aus Laibach vom 16. d.: Ungeachtet der Verordnung der slowe« nischen Nationalreqierung vom 16. November, womit erklärt wurde, daß anderssprachige private Volks-schulen zulässig sind, hat der Laibacher Stadtschulrat die Schließung der hiesigen Knabenvolksschule deS Deutschen Schulvereines und der MädchenvslkSschule des Laibacher schulknratonumS mit 15. d. au geordnet. Für die Schüler dieser Anstalten werden städtische MinderheitSschulen mit slowenischen Lehrkräften er» richte«, die a» bereit« bestehende slowenische städtische Schulen als Nebenklafstn angegliedert werden. Bis-her hatten die Deutschen LaichachS drei Privatschulen und zwei vor drei Monaten aufgehobene städtische MinderheitSschulen zur Verfügung. — Dem vierten Johrgange der deutschen Privallehrerinnenbildung«-anftalt in Laibach wurde das OeflentlichkeitSrecht entzogen. . Der gwist zwischen Italien und 3u goslawien Die italienische Presse lißt immer deutlicher den offenen Zwiespalt zwischen den italienischen Forderungen und jenen der Südslawen an _Deutsche Macht | der Adria erkennen. Die italienischen Meldungen bezeugen, mit welcher geradezu ängstlichen Eifersucht die Italiener die Südslawen beobachten. So meldet «Zl Tempo", daß die Jug»slawcn ihre Propaganda in Paris verviel ältigt und Terrain gewonnen haben. Es sei ihnen gelungen, in der Umgebung Wilsons Eindruck zu machen. Angeblich bereitet sich ein Manöver vor, daS daraus ausgehe, Fiume von der „Gesevschast der Nationen" verwalten zu lassen, wenn es nicht direkt zu Jugoslawien gehören könne. Die Meldung schließt mit der Aufforderung an die Italiener, sich in Disziplin aneinander zu schließen, damit diejenigen, die Italien Paris vertreten, darauf hinweisen können, daß d-S gauFe Land geschlossen hinter ihnen steht. Forderung der Entente nach Wie derinftandsetzung der Karowankenbahn. Das Mitglied der amerikanischen Ernährnngskom-Mission, Eolonel Eausey, hat die Forderung erhoben, d«3 für die Zwecke der Lcbensmitteisendung nach dem jugoslawischen »nd dem deutschösterreichischen Gebiete der zerstörte Rosenbachtunnel der Karawan-kenbahn wieder hergestellt werde. Deutsche und Jugo-slawe» schieben einander die Schuld an der Zerstörung zu. Demgegenüber nimmt Oberst Eausey den Standpunkt ein, daß die rasch- Herstellung deS Tunnels unerläßlich sei und die Kosten des BaueS demjenigen Teil zu Lasten sollen werden, dessen Schuld an der Zerstörung deS Tunnels durch spa teie Untersuchung erwiesen werden wird. Vermischtes. An Wöllan. Ich weiß ein kleines Oeltchen, wo einst ich zluckl ch war. Und das nur durch ein Wörlcheiy so klein «nd unscheinbar. Und dieses kleine Wörtchen, das sprach die Liebste wein. Sie sprach: „Ich will dich lieben und dein sür immer sein." # Doch ach! Das Sch'cksal gönnte mir nicht mein volles Glück. Raubt mir die treue Liebste, ließ mich allein zurück. Mich trieb eö in die Fremde un» gab als einz'ge Hab' Mir mit alS Angedenken, daS Bild von Ihrem Grab. * Wenn auch das hart» Schicksal mich ganz ver» stoße» wollt, Wenn auch zu allemZ Trübsal noch Schwer'es kommen sollt; Doch einS kann eS nicht ranbey, das ich im Oert- chen hab: An Lieb und Treu den Glauben, den sür mich birgt dies Grab. I. O. Dworschak. Unsere Totenverluste. Im liquidieren» den »riegsministerium bis Ende November 1918 (Stand ungcsähr Ende Siptember 1918) für die Nummer 8 öi'terreichiich - ungarische Monarchie ausgewiesen: Tote 687.534. Bei mißte 855.283, Kriegsgefangene 1,229.289. — Diese Zahlen sind keine endgiltigen, da der Posten „Vermißte" noch der Aufklärung bedarf. Nach einer bis 31. Dezember 1917 reichen» den Auszählung entfallen in Oesterreich ans ,e 1000 der Bevölkerung Tote: rein deutsche Gedielt........29-1 rein slowenische Gebiete.......27 5 rein mähr.-slowak.Gebiete.Tschechen in Mähren 26 7 rein tschechische Gebiete (Tschechen in Böhmen) 22-5 rein ukrainische Gebiete.......21 5 überwiegend rumänische Gebiete .... 19'2 rein italienisch.latinische Gebiete .... 18 8 rein serbo kroatische G-bieie.....17 0 »ein polnische Gebiete.......16 2 Durchschnitt sür Oesterreich . . 23 3 In Ungarn aus je 100t) der Bevölkerung Tote: rein magyarische u. magyarisch-deutsche Gebiete 28-0 rein slowakische Gebiete.........2H-7 rein rumänische Gebiete.......23 0 gemischt serbische Gebiete.......22*2 gemischlnkrainische G-bitte......113 Durchschnitt s.Ungarn ohneKroatien u Slawon. 25 1 Durchschnitt für Kroatien und Slawonien . 2')°2 . Durchschnitt liir Bosnien-Herzegowina . . 19 1 In Oesterreich hatten verhältnismäßig gerin-ge> e Verluste als die Deutschen: Die Slowenen (nm 16 aus 1000 2055 Mann), die Mihrkr-Slo» waten (um 2'4 aus 1000 = 5270 Mann), die Tschechen in Bkhmea -um 6-6 aus 1000 = 32*584 Mann), die Ukrainer' (um 7-6 aus 1000 — 34.574 Mann), die Rumänen (um 9-9 auf 1000 --- 2702 Mann), die Italiener (um 10'8 ans 1000 --- 7761 Mann), die Serbo Kroaten (um 12 1 auf 1000 — 9308 Mann) und die Polen - um 12 9 auf 1000 — 53.671 Man»). Es ist daraus ersichtlich, daß die anderen Nationalitäten Oesterreichs durch ihre geringeren Blutverluste Regimenter, ja Armeekorps erspart dabeu. - Eingesendet. Das Tragen der Uniform. Auszug aus Op.>Nr. 1375/19 — Kr. SH3. Komauda. Dravske divizijike ablast! Ljubljana: DaS Armee - Ober - Kommando hat angeordnet: Allen Offizieren und Mannschaften des Aktiv standeS feindlicher Staaten ist der Ausenthalt im Territorium, welches von unseren Truppen besetzt ist, untersagt; ausgenommen sind solche, welche die vor-herige Genehmigung unserer kompetenten militäri schen Behörde besitzen. Demobilisierten Militiipersonen wirb anbefohlen die Uniform sofort abzulegen. Kr. SHS ätacijsko poveljstvo, Celje. Um den halben Preis! 50 Gegenstände nur 25 Kronen. Dia für den Export bestimmten, infolge der Unterbindung des Verkehrs zurückgebliebenen grossen WaretiTorriUe werden um den halben Preis abgegeben. — Nachstehende 60 Artikel kosten zusammen nur 2"i Kronen : 1 Rasiermesser aus Solingerstabl I Taschenmesser mit 2 Klingen 1 Schere zusammenlegbar 1 Geldbörse aus imit. Leder 1 Feuerzeug, brennt ohne ßeniin 1 Zigarrenspitze aus Bernstein-Ers. 1 Halskette, vergoklet m. Anhänger 1 Paar Ohrgehänge mit Steinen 1 Brosche, moderne Fasson 1 Ring, Double-Gold 1 Krawattennadel mit Similistein 1 Paar Manschettenkröpfe, Doubel 12 StQck gute Schuhbänder 16 StQck Ledersohlen-Scboner 10 StQck Schreibwarenartikel Versand gegen Nachnahme durch Jakob König Wien 111/306, Löwengasse Nr. 37 A Drucksorten J^pt Vereinsbuclidruckerei Celeja, Cilli. . Ausweis über die im städt. Schlachthaus» m der Woche vom 10. bis 16. Februar 1919 vorgenommenen Schlachtungen sowie die Menge und Gattung des eingesührten Fleisches. Sellat uarj . . . Coch Siejan . . . Friedrich Johann . Janschek Martin . Ztniftkr Ludwig . . «vssär Ludwig . . PauUnz Frarij . Ptevtschat Franz . Redeuichegg Franz . ioioobniij Andrea» Senic Franz . . . Suppon Johann . PItSNlt Frar>j . . Zany Bitior . . . Prvviantur.... töll}tK>UtC .... Privat« ..... Name Fleischers «leiht ia &iK|ca Stlltfcit Eingeführtes Fleisch in Kilogramm ,g c 1 ■§ iS Q s 1 ^ = t: * B ^ ° « a o 'S "ff i « ,« J? ty et) — i sie ü .S l A 5 «5 | ü « « £ .5 iii IO >0 35 i » 140 :i s« l SS «ummrr K Senile - Die Erben von Griinau. Originalroman von Aar! Ld. Rlopfer. (l. Fortsetzung.) Sckönhag hatte kaum die erste» Sätze der Schrift überflogen, da sanken ihm die Arme, und das Pap er fiel zu Boden. Roben hob es nich: ohne Mühe aus and legte es auf den Tisch zwischen ihnen. Einx Weile blieben beide stumm. ..Woher hast du da«?" fragte mit seltsam veränderter Stimme, den 3H«f in den Teppich zu seinen Füßen bohrend. Robert schien die Aage zu überhören, stanr mit qualvollem Seufzer auf und machte ein paad Schritte durch da» Zimmer. Er hatte viel in sich niederzuhalten. Endlich erhob sich auch der andere' zu feiner vollen Höhe. Seine Stimme halte wieder den allen Klang. „Wie du ;u dieser Handschrift kommst, will ich wissen!" Robert kehrte zu seinem Fauleuil zurück, stützte die Fäuste auf die ^ehne und sah dem Vater vor-geneigien Körpers ioS Gesicht. „Nicht wahr, ich brauche nicht ztt fragen, ob du von der Existenz des Dinges eine Ahnung ge« habt hast? Es wäic ein unwürdiger Verdacht. Ich habe ihn auch nicht einen Augenblick gehegt. Aber — wenn du diese Krage auch deinem Vater hättest vorlegen können . . . ?" .Ich versteh' dich nicht. Uud sragen, daS möchte ich. Noch einmal: wie unv wo ist daS in deine Hände gekommen? Auf Grüuau?" Robert nickte, dann berichtete er kurz, wie der Baumeister heute morgens eine Mauer durchschlagen ließ, um -zwischen zwei Zimmern eine VerbinbungS-tür anzubringen. Da halte man einen verborpenen Wandschrank entdeckt und tn diesem die Handschrift, r lose, in einem offenen Umschlag ohne Aufschrift, so daß Robert, dem man sie alS dem künftigen Schloß-Herrn einhändigte, sich ^ohneweilerS den Inhalt an-eignen durfte. „Daß d.r Umschlag nicht versiegelt, nicht ein-mal zugeklebt und auch nicht adressiert war, ist umso merkwürdiger, als aus dem Datum bei der Unter-schrift hervorgeht, daß dieses Testament ein Jahr vor dem Tode des Erblassers niedergeschrieben wurde. AuS den einlellenden Sätzen ist zu entneh-men, daß es bei der zuständigen BczirkShauplmann-jchaft hinterlegt werden follte. Ist eS darum nicht geschehen, weil sich der Testator Abänderungen vor» behalten wollte? Gewiß ist leider nur daS Eine:' daß es in Ermangelung eint# anderen Testamentes volle Hiltigkeit hat und — uns ruiniert." „Außer dir hat niemand Einsicht darein be-kommen?" Robert verneinte, ohne dem Sinn der Frage nachzugehen: seine Gedanken drängten in eine an-dere Richtung. „Ich erinnere mich an mancherlei, was du mir vom Großvater erzählt hast, und möchte dich um einige Ergänzungen bitten. Da haft mir nie gesagt, daß zwischen ihm und feinem Vetter Pepi ausgesprochene Feindschaft geherrscht hat." „So arg war'S auch nicht. Sind nur auf ge-ipanntem Fuß miteinander geftauden. Kommt i» jeder Familie vor, w» einer alles hat und der an-dere mchis." „Aber Großvater AloiS dürste mit der Mög-lichkeil gerechnet haben, daß ihm der Pepi auf Gcitnau einen boshaften Streich spielt." »Wer sagt dir daS?" Robert >altetr die Stirn, wie einer, der sein Gedächtnis anstrengt. „Wenn ich an gewisse Absonderlichkeiten meines Großvaters denke, an die Einbildungen, an denen er in letzter Zeit gelitten hat . . .* „Wie er schon unter Kuratel gestanden ist. Wer wird an so wa« ,ührcn? Derlei Erörterungen ver-meidet man auS Pietät." „Wenn e» jetzt aber die Notwendigkeit er-fordert —" .Ich sehe sie nicht ein." .So muß ich dir gestehen, je gründlicher ich alle» überlege, desto mehr befestigt sich in mir die betrübliche Vermutung: Alois hat gewußi, daß Pepi Schönhag die Absicht baite, ihn und seine Nachkommen zu enterben, und seine sogenannten Wahnideen sind der Furcht entsprungen, »aß eines Tages ein irgendwo »ei steckte« Testament des VetterS auftauchen kinnte." ..Was du dir nicht alles zusammenreimen willst !" Robert legte seine Hand auf die gewichtige Grünauer Schrift. Jedenfalls haben wir hier das Testament." " „Gott sei Dank!" entschlüpfte es dem andern. „Wie sagst du?" , .Ich will sagendes ist immerhin ein Glück, daß der Wisch auch heute nicht in fremde Hände gefallen ist. Es ist ja nichts weiter als «in veralte» kr Entwurf — Spielerei in einer Stunde gehässi, ger Anwandlungen - aber es hätte zu unnützem Gerede Anlaß geben können, wenn ein Unberufener—" .Du glaubst, daß es nicht heute noch Giltig-feit hat?" .Weder beute, ffoch jemals." „Ah!" Robert rückte ihm daS Tischchen mit der Handschrift zurecht. „Prüfe es genauer! — AIS Jurist kann ich dir sagen: eS entspricht alle» Anforderungen des Gesetzes. Es ist nicht daran zu rütteln." Da stürzte der Baron vor, als wolle er daS Papier zerreiße». Robert konnte kaum rasch genug die schützenden Hände darüberbreiten. „Vater!! Ein Dokument vernichten..... Weißt du. wessen du dich damit schuldig machen würdest?" Schönhag trat mit einem ärgerlichen Auflachen zurück. »ES ist gvt, wenn man in allen Lebenslagen einen Doklor juriS bei der Hand hat, der einem die Paragraphen vorzureilen versteht." „Wenn die erste Aufwallung vorbei ist, wird eS dir auch ohne juristischen Berater klar sein, daß wir uns füge« müssen." „Einem Fetzen Papier?" brauste der andere gleich auf. »Dem letzten Willen deS Freiherr» v. Schön-hag," war die wuchtige Antwort. „Das ist ja Unsinn, komplette Narretei!" „Die Behörde und — die wirklichen Erben werden anderer Meinung fein. Das ganze ist iu einem Zng geschrieben und mit einer Klarheit, die an der geistigen Gesundheit drS TestatorS keinen Zweifel zuläßt. — Nimm dir die Mühe, es ganz zu lesen! ES enthält eine ausführliche Erklärung über die Erbunwürdigkelt des Vetters Alois und gibt auch sonst allerlei interessante Ausschlüsse." Schönhag wollte abermals heftig entgegnen, be'wang sich aber und schielte nur mit einem bösen Blick auf daS unangenehme Dokument. Dann zog er sich einen Stuhl heran und bequemte sich. eS Zeile um Zeile zu lese». Robert wandelte indessen wieder aus und nieder, mit gesenkter Stirn, die Hände aus dem Rücken, als wären sie ihm zusam-meugebunde». Als der Baron die peinvolle Leklüre beendet hatte, lehnte er sich mit einem dumpsen Laut ans beengter Kehle in den Sessel zurück. Da ging Ro-bert schnell auf ihn zu, legte ihm den Arm um den Nacken und suchte seine Ha«d zu ergreifen. Die auf-quellende Bewegung benahm ihm fast die Stimme. »Nur beinelwegen, nur deinetwegen trifft eS mich so hart. WaS ich auch auszugeben habe. eS kommt gegenüber deiner Lage nicht in Betracht. Mizzi — du kannst dir denken, daß ich da am ver-wundbartten bin, aber das schmettert mich noch nicht so nieder, wie der Gedanke an dich." Schönhag verbog das Gesichl und suchte den Teilnahmsvollen abzudrängen. »ES ist bei dir also ichoa rein ausgemacht, daß wir den hier einzc'etzien Erbe» ganz still und autlo» den Platz zu räumen hiben?" Robert ,og sich wieder m seine ansän gliche Haltung zurück. Die halte Selbstzucht gab seinem Ton etwa» UnerditllicheS. „Je lautloser, desto besser für nnS. Könntest du dir einen anderen AuSweg denken?" Schönhag sann nach. „Wenn diese Erbe» — zum Beispiel nicht aufzufinden sind?" „Aber Papa! Großonkel P»pi gibl alle Finger-zeige dazu und spricht von vier Merxwckldischen Kindern. Die dürsten heute schon alle Enkel haben — wer weiß, wieviel. Und selbst wenn eS Schwierigkeiten machen sollte, sie auszuforschen — was nützt daS uns? Wir haben das gesamte Erbe in gemessener Frist herauszugeben, gleichviel, für wen eS hirterlegt werden müßte." „Das ganze?" „Die Rechnung ist leider bald gemacht. Dein Vater war beim Tode deines Vetters über den Kopf ver>chuldet, das ist uubestreilbar. Durch die Ansprüche seiner überall auftauchende» Gläubiger wurde das Grünauer Erbe sofort bedeutend geschmä-Utt und dürfte selbst heute noch nicht aus den ur-sprünglichen Stand gebracht worden sein. Als Groß-valer so zu Vermögen kam, hast du erst die Mög- lichkeit gesehen, die Erkorene heimzuführen, deren Mittellosigkeit so lang das Hindernis euerer Ber-binbung war. Wir haben als« alles, was hier und in Grünau ist. nur vom Joses Schönhag und kön» nen von rechlSwegen nicht einen roten Heller, keinen Stein und keinen Faden behalten." Ferdinand suchte nach Worten. ..Und wenn wir das Testament anfechten?" „Ganz aussichtslos. Wir würden damit nicht? anderes erreichen, als daß die schmachvolle Begrün-dung von AloiS' Enterbung an die große Glocke gehängt wird. Möchtest du das verantworten? Ich nicht." „Können wir dadurch nicht wenigstens Zeit gewinnen?" »Spiegelfechterei treiben, um einstweilen noch im unrechtmäßigen Besitz zu bleiben? Nein, Vater, das tätest auch du nicht. So läßt dich nur die Ver» zagthe t der ersten Stunde denken.. Ein offenes Ua-recht stützen, dich an eine Luge klammern, von ihr leben, haS widerstrebt dir im Grunde ebenso wie mir. Die Handschrift müßte für unS Geltung haben, selbst wenn sie sie vor Gericht nicht hätte. Wir sitzen in fremdem Gut. essen erschlichene» Brot. daS ist unS aus diesem Testament meine» Großonkels klar geworden, und da gibt eS keinen andern Weg für uaS, als den gerade» und natürlichen: zurück-zugeben, waS wir nicht mehr als unser Eigentum ansehe» können. Würde dieS nicht schon das Gesetz fordern, wär'S doch ein Gebot der Ehre. Wozu ist man denn Kavalier?" Ferdinand maß den Sohn mit einem langen ' Blick, auS dem aber ein, wenn auch widerwillig«: Respekt sprach. Merkwürdig, daß ihm der bisher inSgeh?im doch nur als Knabe Geltende mit einem Male vollkommen erwachsen vorkam? Und als ein Anderer, zu dem ihm j-tzt manche innere Brücke , fehlte. „Ich staune nur," flüsterte er dann mit aus-getrockneten Lippen, „ich staune nur. wie leicht du dich darein gefunden hast, haß wir als Bettler auS-ziehen sollen." »Wer sagt dir, daß eS mir leicht geworden ist? Ich hab' seit heute früh . . . doch reden wir nicht mehr davon! Es ist ja schon vorbei. Geschwankt hab' ich allerdings keinen Augenblick." „WaS sind also deine Entschlüsse?" „Morgen vor allem.das Testament bei Amt hinterlegen ^ind dann ..." „Dann —?• .Mit Breuberg sprechen und seiner Toch'er." „So eilig hast du's, die Schiffe hinter dir zu verbrennen?" „DaS Schwerste zuerst, dann schließt sich alles Uebrige folgerichtig daran. Mit meiner diplomati« fchen Laufbahn ist es natürlich vorbei. Ich lasse mich i»S Ministerium versetzen ; da sind mir aus gleicher Gehaltsstufe die Repräsentativ»«» pflichten erspart und wir können bei vernüpftiger Einteilung miteinander schon durchkommen." „Du und die Mizzi?" „Komteß Marie? Aber ich sage dir ja, die Hochzeit wird selbstverständlich nicht staltfinden. Wie könnte ich an eine Heirat denken, wo meine Ein-künste jetzt für dich und mich reichen müssen!" „Ach, so hast du dir'S zurechlgelegt? Du willst mit deinem Beaattengehalt auch mich ernähren?' — Der Baron brach in ein krampfhaftes Lach?« aus. .Wacker, sehr wacker! Da bin ich freilich versorgt." „Du wirst seben. wie ich mich einschränken kann, um dir die geringere Hälfte der Eatdehrun-gen ouizubürden. Heiter wird es allerdings werden. Aber schließlich leben die meisten Beamten mit noch Wenigerem — du weißt eS auS eigener Erfahrung — und allmählich muß ich doch auch vorrücken." „So könnt' es noch kommen, daß wir mitein-ander bis zu — achttausend Krone» zu verzehren haben! So viel hast du bisher für deinen Fiaker und deine Zigaretten anSgegeden." „Mach' mich nicht mutlos, Vater! Ich hab' einen dornigen Weg vor mir und brauche Kraft." „Die findest du jawohl in dem Bewußtsein » deines erhabenes Tuns. Edle Seelen tragen den Lohn ihres Handelns in sich selbst." Robert fuhr neroüS aus. »Ich weiß nur soviel, daß ich anders »icht einen Tag existiere« könnte. Lieber erhobenen Haupte« zugrunde gehen, als einen Bissen von gestohlenem Gute genießen." „Du beliebst dich recht drastisch auszudrücken, mein Teurer." „Heraus aus dieser unwürdigen Lage! Um jeden Preis." (Fortsetzung folgt.) e*itr c; Deutsche Zvach? Kummer 8 Schönefc, gassenseitiges möbliertes Zimmer tu vermieten. Adresse in der Verwaltung lies Blattes. 245SV Schönes leeres Zimmer (aacb fstr ein« Kanzlei geeignet) zu vermieden. Adresse in der Verwaltung des Blattes. 24646 Lehrerin erteilt Unterricht in slowenischer Sprach« Anzufragen in der Verwaltung des Plattes. S4S»» Kostplatz für eine Schülerin oder Fräulein zu vergeben. Adresse in der Verwaltung des Blattes._24«K2 Kinderbett samt Stiohsack und Kindersessel, eine goldeqe alte Cbrkette zu verkaufen. Adresse iu der Verwaltung des Blattes. «4687 Jüngere Wirtschafterin mit eigener Wohnung, ehrlich und rein, wird von alleinstehendem Herrn gesucht. Gefl. 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Die Eigentümer und Besitzer von Pferden werden bei Vermeidung strenger Strafe aufgefordert, in der bezeichneten nicht überschreitbaren Frist ihre Pferde und andere Einhufer (Esel und Maultiere) bei der Kommission heim Stadtmagistrate anzumelden, die am 22. Februar von 8 I hr früh bis 6 Ihr abends und am '23. Februar von S Uhr früh bis 12 Uhr mittags amtieren wird. ' ' S t a d t m a g i s t r a t Cilli, am 21. Februar lV'l'J. • Für den lCegierungskommissir: Pol aneo.» Schönes, trockenes Buchen-Scheitholz wird um K 350.— per Meterklaftef ins Haus gestellt. Um Fuhrlohn r.u ersparen, werden 1V* Klafter uui K 40Ö.— geliefert. Bestellungen übernimmt aus Gefälligkeit Josef Kweder, Hugo Wolf-Gasse 2 t Jfamilie HlUlCV gibt uoiu tiefstem Weh gebeugt, die ticfevfcfiitttcrubc Worbricht von deut Ableben des Herrn Grufzksufinann welcher am 1^. Februar um '/*2 Uhr tiachtnittagS unerwartet als treudeutscher, stets pflichtgetreuer, her^ensgllter Mann, vott nnerntndlichent Fleiße durchseelt fnr immer die lieben Angen schlvsz. Der Verblichene wird am Freitag den 21. Februar vortnitta^s l/«ll Uhr vom Trauerhause. (Leisberg Str. ',2) zur Bahn geleitet, nach ^rnz überfuhrt, woselbst die Beisetzung ans dein Zentralfriedhofe erfolgt. Cilli. um TK. Februar 1 }>!{♦. \V, echristleitun,,. SBetacÜuna, Druck und Perlaa: BcicinSbuchdruckn« Fei «ja- in UiUi. RaihauSqass« Nr. #. - ^rantcortlii« Seite«: Ämdo Schidlo.