Donnerstag den iZ. Wetober 1823^ Teutschlanv. Devlin den 4. October., Gin schreckliches Ercigniß hat vorgestern Abend in dem nahegelegenen Etablissement Neu-Moabit Stattgehabt. Nach n Uhr traten zwei unbekannte Männer in die Wohnung des Victualienhän^ers Gautzer daselbst und begehrten von der aNein anwesenden Ehefrau desselben eine Nachthcrbcrge, welche ihnen jedoch ver> weigert ward. Nachdem sie hicrncichst nsch Branntwein verzehrt hatten, forderte de? Gine derselben den Andern auf, die Zahlung zu leisten; alsbalv zersetzte ^eK m einem Schnupftuche eingewickelten StemeK einen Schlag auf den Kopf, daß sie Hülfe rufend zu Baden sank. Die Unbekannten, welche sich hiernä'chst entfernten, wurden von dem herbeigeeilten Ehe« manne der Gantzer und deffcm Knechte Schönberg Verfolgt, eingeholt, und mit ihnen handgemein, W9bei jedoch letztere Beide, und zwar der Ganhe» durch einen Stich ins Herz, der Schönberg aber durch mehrere Stiche ermordet wurden. Auch der im Nachbarhause wohnhafte Gärtner Schadsw, der Jenen auf ihr Geschrei zu Hülfe eilen wollte, ward von dem ihm an der Thür seines Hauses entgegentretenden Bösenncht überfallen und ihm der Leib aufgeschlitzt. Die Verbrecher sind entflohen, die verehelichte Ganher aber, und der tödilich verwundete Schadow wurden zur «Zharitö gebracht, . woselbst Letzterer gestern Mittag gestorben ist. (Prag. Z.) Königreich bewer Sicilien. Briefen aus Neapel vom 22. September zu« folge, wollte der außerordentliche Botschafter Sr. katholischen Majestät am heiligen Stuhle, D. Gs-mez Labrador, rvelcber sich bekanntlich vor e'mi-ger Zeit nach Neapel begeben hatte, um für feinen Monarchen «m die Hand der Prinzessinn Marie Christine zu werben, am 26. September witder naä? Rom zurückkehren. II. MM. derK^ mg und die Königinn beider Sicilicn waren gessn-nen, mit der durchlauchtigsten Prinzessinn Ihrer Tocbter, sm 3a. gcdacdten Monats die Reise nach Spanien, durchs südliche Frankreich anzutreten. (Oesi. B.) Oievertanve. Man liest in der offiziellen Zeitung: „Se. Majestät ber König haben gnadigst befohlen, auf dem westlichen Theile der großen Insel Ncu-Gmnca eine Niederlassung zu bilden, und hernach die ganze - Küste im Namen Sr. Maj. in Besih zu nehmen. In Vollzug dieses BefehlS hat die LolonialverwaltuNH den Triton, ein Schiff von der königlichen Marine, begleitet van der Brigg Iris, nach Neu'Guinea geschickt. Diese Expedition entdeckte dort unterm Zten Grad 42 Minuten südlicher Breite, und dcm »35' 5?' Länge von Greenwich eine Bai, welche den Namen Triton 3 bai erhielt, wo sie am 24. August 1626, dem Geburtstage des Königs, zur Gründung ,in,r Colonie daö Land feierlich in Besitz nahm." Im Pallaste der Prinzessinn von Oram'en ist durch Einbruch ein Iuwelendiebsiahl verübt worden, dessen Betrag dasIournal „der Brlge" auf 4 Miss. Gulden angibt. Mg Z.) Brüssel den sS. September. In der Nacht vom 25. auf, den 26,, wy. der große Diebstahl m 534 den Appartement I. ?. H, der Prinzessinn von Org. nien begangen worden ist, lag cm so dichter Nebel über der Stadt, daß man kaum zwei Schritte weit . tt'rpas zu unterscheiden vermochte. Die Diebe hat. ^'^tkn Vine Fensterscheibe durchschnitten, und waren auf ' bkfe Weise in den Pallast gekommen. Unter den ".'gestohlenen Kostbarkeiten befindet sich eineRose von ' farbigen Diamanten, die allein eine Million werth ist; ein Kasimir «Shawl, 5o,ooo Fr, werth, ist gleichfalls gestohlen worden. Papiere, welch? für die Prinzessinn von großem Interesse waren, fand »man zerrissen, (Prag. Z.) U Großbritannien^ W Englische Journale enthalten Folgendes: »Die ^letzten, auS sehr guter Quelle aus Rio-Ianeiro herrührenden Nachrichten sinh von einer Beschaffenheit, den treuen Portugiesen große Hoffnungen über eine Meinungsänderung unCabinette Don Pedro's i» Bezug auf ein« zustoßen. Die Partei, die in den Kammern so feind» selig gegen den Kalser gestimmt schien, verliert täg-Kch von ihrem Ansehen. Die portugiesischen Flucht« linge, die zu Rio ttme andern Hülfsquellen hatten, als PrwatsubscripUonen^ sollen nun regelmäßige Unterstützung vom Kalser erhalten, dessen. Finanzen anfangen, sich fester zu bilden. Die in England sich aufhaltenden portugiesischen Noyalisten meinen, die Ankunft der Kaiserinn und die Anwesenheit oer jungen Königmn, so wie die angenehme Nachricht von dem glänzenden Siege Billastors auf Terceira würden Don Pedro veranlassen, entscheidende Maß« regeln zu Gunsten seiner Tochter zu ergreifen. Mau vermuthet, einige Kriegsschiffe dürften hinreichen, um die Wagscdale zu Gunsten der legmmen Sou' veraininn zu senken. Die Sun bemerkt, es sei sehr zu bedauern, daß die iunge Königinn von Portugal England schsn verlassen habe; denn so eben seien zu London Instructions von Don Pedro eingegangen, nach welchen sie länge? in (Zuropa verweilen sollte> M GinemSchreiben aus Guatimala vom 6. Juli zufolge hatte her Lsngreß dieser Republik den Don> I,se Francisco Barandia einstimmig zum proviso-» rischen Präsidenten ernannt. (Allg. Z.) W N u ß I a n v. M Der Oberst Tschefkin, Adjutant Tr. Ma« M jesiät des Kaisers von Rußland, ist als Nberbrin^ ger des am »4. September zu Adrianopel, un. terzeichneten Friedens ^Instrumentes in dec Nacht vom 23, auf den 2g, September zu Tsarskoe» Sejo eingetroffen. Am 5c>, Mittags haben Artillerie? Salven der Festung das Erfreuliche Ereign nih den Bewohnern von St. Petersburg Verkündiget, Se. Majestät der Kaiser haben dem General. Adjutanten Grafen Diehitsch ^ Sa dalkansky, Oberbefehlshaber oer zweiten Armee, den St. Georgs^ Orden erster blasse zu verleihen, und bei diesem Anfasse folgendes Rescript an ihn zu erlassen geruhet? »Seit der Eröffnung kes gegenwärtigen Feld? zuges hat sich die siegreiche Ihrem (Zommando an< vertraute Armee ahne Unterlaß durch die glänzendsten Wassenthaten ausgezeichnet. Der vollständige bei Kuleftscha ühcr die Hauptmacht des Groß-wessiers,errungene Sieg, die Eroberungen der Festung Silistria, der ewig denkwürdige Übergang über die Balkans, die Ginnahme aller festen Plätze am Golf von Aurgas und die Besitznahme von Adrian opel, der zweiten Hauptstadt >er Türkei — dieß sind die Operationen, welche diese Armee mit unvergänglichem Ruhme bedeckt haben. Allein weit entfernt. Sich mit diesen Suc« cessen zu begnügen, haben Ihre großen militärischen Talente die Welt durch ein Oreigniß in Erstaunen gesetzt-, welches alle Erwartung übertrof» fen hat. Siehaden ohne Zeitverlust, unsere sieg» reichen Fahnen bis unter die Mauern der Haupt« stadt des Feindes getragen, und indem Sie Ihren rechten Flügel an Unsere im Archipelagus stationir, te Seemacht und Ihren linken Flügel an unsers Flotte des schwarzen Meeres lehnten, dir ottoman« Nische Pforte genöthiget, endlich Ihre Ohnmacht, den russischen Waffen Widerstand zu leisten, feierlich anzuerkennen, und sich ganz der Milde deK Siegers zu überlassen." „Durch die glänzenden und ausgezeichneten Dienste welche Sie solchergestalt Uns und dem 23a-terlande leisteten, haben Sie Sich Unsere Dankbarkeit und Unser besonderes Wohlwollen erworben, zum Zeugniß deren Wir Sie zum Ättter des St. Georgs. Ordens erster iZlasse ernennen, dessen In-signisn Wir Ihnen bcigehend mit dem Befehle übermachen. Sich damü zu bekleiden, und selbe den Statuten gemäß HU tragen." „Nberzeugt, daß diese Belohnung, auf die Sie Sich s . hcn um sie versammelten Großen des Hofs be- findet sich Vmna Ba^ri, eriier (Zommis des Scha. tks ein Vertrauter Sr. Hohctt. Man hält ein ^nseil nach dem andern, und prüft darin die seit Monaten über eme allgemclne Reform der Ü"ge aufs Grundlich. k"M rerc "msiußrciche Personen haben im Son. c 'l die Meinung geäußert, die Regierung möge in ^ t ft kein Product auf ihre Rechnung mehr ab. T' d , und die Ausfuhr ganz dem Hand«! über. !s ^. ^^. ^^ MUtailorgamsattou gehn grotze Änderungen ror. Sle ist letzt ganz in den Händen Ibrch'" P^'s, da sich der Vicetönig nur cb einen llcinen Theil der Verwaltung, besonders > Ackerbau, vorbehalten zu haben scheint. Sein Sehn, der von Jugend auf großen Geschmack für 5gK wNimirische Fach gezeigt hat, wirb wahrschem« Uch den MMcnretat von Aegypten ss hoch treiben, a^z nur immer bei der Bevölterung und den Finanzen möglich ist. Eö läßt sich annehmen, dah die Armee w wenigen Jahren nicht nur bedeutend ver-ssärtt sondern auch auf sehr achlungswenhem Fuhe seyn werde. Ibrahim hat sich z-.un System gemacht, ^ic Soldaten, so wie sie gebildet sind, zu Arbeiten für dcn öffentlichen Nutzen zu verwenden. Bucharest, ". September. Während man unö von AW.mopcl die Einnahme dieser Stadt und die Ankunft der türktschen Bevollmächtigten im scn feschen Hauptquartiere meldet, hören n),/von eiM großen Bewegung, die in den Für« sicntdümern vorgeht. Der General Kisftleff, Ad. utant Sr. Majestät des Kcusers, Oberbefehls d^bcr der Truppen auf dem linken Donau-Ufer, hat schnell Bucharest verlassen, um sein ArmcecorpK zu versammeln, und wie man sagt, nach Tunukay orcr Rachova zu marschiren. Der Generalsiad die. scs Oorps verlieh heute unsere Stadt ebenfalls, in Begleitung emeä großen Transports von Kriegs« munition und Lcbcn?mittcln. DZcsc Bewegung soll durch den Pascda von Scutari veranlaßt worden seyn, der plötzlich nut 55,ooo Mann Widdin verlasse« hat, um sich entweder nach Scdumla oder nach Adrianopel zu wenden. (Mg. Z.) Oriechenlanv. Nachrichten aus Preoesa zufolge sott General Dentztl, der bekanntlich den General Church un Obercommando der griechischen Truppen ablosete, am i5. September zu Bonitza an einem heftlgen Fieber gestorben scon. Privatbriefe fügen noch hinzu, daß man am 16. September Kanonendonner aui der Gegend von Voniha her vernommen habe, dcr vermuthlich bei Gelegenheit des feierlichen Leicheudegangmsses ertönte. (O- ^') Marokko. Nach Gibraltar Zeitungen hatte eine österreichische Fregatte Tetuan bombardirt, und war hier» auf am 29. August in die Bai von Gibraltar zurückgekehrt. (Korresp. v. u. f. D.) Spanisches Amerika. DaS Journal du Havre enthält Nachrich« ten aus Gampeche vom ü. 2lugust, welche das französische Schiff „Amörique" mitgebracht hat. Man war jeden Lag auf den Angriff der spanischen Flotte gefaßt, welche schon auf hoher See signa-lisirt worden war. Man wußte noch nicht, an welchem Puncte dcr Küste lie Landung bewirkt werden sollte; 5 Puncte boten den Angreifenden einige Wahrscheinlichkeit dcö Erfolgö dar. Man befürchtete aber allgemein, daß sie, statt direct nach Tam-pico zu gehen, sich nach dem Fort Sisal und dann nach MeviLa wenden möchten, wo sie von dem Gouverneur der Provinz cher als Verbündete, wie aI5 Feinde aufgenommen werden dürften. Dcr Mittelpunct der den Spaniern günstigen Partei ist m dieser Stadt, deren Anwohner dcr Expedition den besten Erfolg wünschen. Dagegen rüsten sich die Bewohner der übrigen Üandeötheile eifrig gegen den Feind, der ihre Freiheit bedroht. Der Befehlshaber von Sisal hat das Schloß befestigen lassen und allen denen, welche unfähig sind, Ne Massen zu tragen, befohlen, sich ms Innere, zurückzuziehen. Alle Campte beherrschende Stellungen ,md rmt 326 net, welckie zu ihrer Vertheidigung dienen können, und ihren Arm qcqen die Feinde angeboten. Die kleinsten Barken sind requinrtund mit leichtem Geschütz bewaffnet worden, um gegen die Landungs. Truppen im Notkfasse zu feuern. Vier Kanonier-Schaluppen vertheidigen den Zugang zum Ufer. M , (Oest. B.) M ^erschienenes. ^ Göthe'3 Schriften werden gegenwärtig in's Polnische überseht. In Warschau erscheint eine wahrhafte Prachtausgabe. Sie wurde einem erhabenen Herrn gewidmet, und derselbe schickte 5o,o^si. nickt an den Übersetzer, sondern an Göthe selbst, nebst einem außerordentlich verbindlichen Schreiben. Göthe hat das Geld nicht angenommen, son« dern dasselbe zu Gunsten des Übersehers zurückge« schickt, das Schreiben aber mit den verbindlichsten Worten beantwortet. Der Tunnel unter der Themse wird noch im» mer sehr stark, namentlich aber von Fremden, be» sucht; man hat am äußersten Ende desselben einst» weilen eine Wand aufgeführt, und vor derselben große Spiegel mit Gaslichtern angebracht, so daß es den Anschein, hat, alK wäre der Tunnel wirklich schon so weit durchgeführt, als man ihn beabsich« «igt. Man will sich in der nächsten Session an das Parlament wenden, und hofft, daß dasselbe dem großartigen Unternehmen eine Unterstützung be« willigen werde. Italienische Oper im Serail. Se.Hs« heit, Sultan Mahmud, sind in neuester Zeit von Melancholie heimgesucht. Der Ocremonienmeifier, dem bei Verlust seines Kopfs befohlen war, besag« te Schwermuth zu vertreiben, ist auf den Gedanken verfallen, vor seinem Gebieter eine italienische Oper aufführen zu lassen. Rossini's „^urco in ItaUü« soN dem,Bcherrscder'dcr Gläubigen das lebhafteste Vergnügen gemacht, haben. Man glaubt allgemein bei Hofe, der Compositeur werde die große Decoration des Sennen- odcrMondordens erhalten, wenn er es nickt etwa vorzöge, den Posten eines Kl2Nr«z, 6«5 plül5iL55 in der nächsten Umgebung Sr.Hoheit zu bekleiden. Die nächste Oper, die der Sultan zu sebcn wünscht, ist „König Theodor" »ou Paesiello. Der Sultan war nebenbei neugierig cme große Musil'messö zu hören. Der Pcrsuch fiel be- friedigend ans. Besonder', sollen die Fugen dem Monarchen gefallen haben. In Paris ist em neues Schauspiel unter dem Namen Peristrephorama zum Vorschein gekommen. Es ist ein bewegliches Panorama, dessen Gemälde vor den Augen des Beschauers eines nach dem an, dern vorüberfchweben, und sich ihm beiläufig wi.» in Diorama darstellen. Es sind 6 Ansichten, welche das Thal und die Stadt Ianina /die Residenz des berüchtigten Ali Pascha) und die Schlacht voti Navarin, in fünf verschiedenen Momenten aufgefaßt, darstellen. Dieß Pcristrephorama »st von London, wo es vielen Beifall fand, erst kürzlich in Paris angelangt. Das größte bisher bekannte Glashaus hat der Herzog von Northumberland auf seinem Landhause Sion-House errichtet; es folk gegen 4o,nao Pf. Stcrl. gekostet haben, und seine gläserne Kuppel, von den schönsten Krystallfcheidcn mißt allein 7a -Fuß Höhe. Wer in Paris auf emem Basse recht glänzen ' wM, der zieht Kleider aus Fischschuppen gemacht an. Bei einem Feste, das der Herzog von Roche« foucaultgab, erschienen sechs Damcn mitKleidern aus Fischschuppen» die Herren hatten derlei Westen und PaiUalonZ. Dle „(^eus <^5 6«m^" be< hauptet, man habe nach me eme größere Pracht gesehen. Hr. Malzel m Boston hat schon wlede? eine neue menschliche Figur gemacht. Einen hölzernen Bedienten, 0er Stiefel und Kleider putzt; die Sm-den fcgt und das Bett macht, auch die Pfeife stopfe und die Fliegen aus den Wohnungen jagt. C1n sol-' chcr hölzerner Bedienter kostet zwar 5o« Dollar?, Er ist aber auf Lebenszeit und noch bei den Erben dienstbar; ißt nichts, trinkt nichts, benimmt sich nie grob, verrichtet seine Aufgaben pünctlich^ begehrt keinen Lohn, hat keine Licbeshändcl, uns stiehlt nicht, wenn auch die reichsten Geldcassen 0 ffe n vor ihm stehen. ??? Theater. H,u»e den >H Ort.: Zur Z««r. der Erossmmg des Land-tagüs, bei Vvlel, Sckauplatzes/ zum «rsicn Via!! '»Das Haus N«,t-Al»a," großes Drama in drci Al>c>xilun2!!!i, f^r d«z t, t, Hosthtater «liichst der N«rg m Wien NeVatteur: F-r. 5av. Ueinrich. Verleger: Kllnat Al. EZler v. Aleinmayr.