präuameralwns-prcisc: Für Laibach: °S--zjLhrig . . . 8 fl. «o Ir. -HaSiSbrig . . . 4 „ L» „ Lrertrliährig. . . 2 „ 1» » Hi-ürrüich , . . — „ 7S, Mir der Post: Zz-UäSrig . . . II fl. — Ir. L-WjUrig . . . S , 50 , Bi-r!-!jjjhrig. . . L . 75 , Äuftrllu^g !»r Hau« viertel- 25 !r., monatlich 9 kr. R r'tominei!'. 6 k. Laidach er L c d a k t i o r; ?Zahnbofgasse Nr. 13» -rvcdition und Inscralru Üurcau: Ken»reHplatz Nr. 81 (Bnchbandlunz von I. v.Kleinmayr L F. Bamberg). Inscrjionsprcise: Für die einspaltige Petitzeile kr bei zweimaliger Einschaltung L 5kr dreimal L 7 kr. ^nsertienertenipel jedesmal 30 kr. Bei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Anonime Mitteilungen werden nicht berücksichtigt: Manuskripte nicht zurückgesendet. M. -12. Freitag, 29. März 1872. — Morgen: CharsamStag. 5. Jahrgang. Womuments -Knladung. 70 kr. 95 kr. Mit 1. April 1872 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibachcr Tagblatt." Bis Ende April 1872: Für Laibach .............................. Mit der Post............................... Bis Ende Juni 1872: Für Laibach..................................... fl. 10 kr. Mit der Post....................................2 fl. 75 kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. IM- Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonnirt werden, doch muß das Abonnement immer mit Schlus; eines Monates ablaufeu. Kirche und Schule. Den Entgang der ausschließlichen Herrschaft über die Schule können unsere Obersrommen noch immer nicht verwinden: übereinstimmend in allen sic als ein natürliches 72 dl, «unich, di, Sch«», >m, ^ ubsoluic Abhäuqigkcit des Schul-in ^ Priester. Das Organ unserer hei- Ichen ,klerikalen, „Danica", kommt in seiner letzte» -llUinnier wieder einmal auf dies Thema zu spreche» und zitirt dabei mit innerem Behagen die Worte eines preußischen Junkers, des Grasen Galen, bei der letzten Herrcuhausdebalte über das Schulaussichts-gesetz. „Der Kern der Frage liegt nach meiner Auffassung — so lauten die Worte des feudalen Herrn — indem Glaube» an das ewige Lebeu. Diesen Glauben fördert die Kirche, und daher ihr Rechtsanspruch auf die Kontrole der Schule. Was will nun das uns zugemuthetc Gesetz? Deu allmächtigen Staat, diesen „Racker von Staat", wie ihn Friedrich Wilhelm IV. genannt hat." Redner wird ob dieser Auslassung vom Präsidenten unterbrochen und erinnert, nicht in dieser Weise des verstorbenen Königs zu gedenken, was „Danica" wohlweislich verschweigt. Ihr gelten die banalen Gemeinplätze und Trivialitäten der zwerghaflen Junker als daö heilige Evangelium, einer geklärten Auffassung und einer krtfligen Durchdringung des wetbewegendeu Gegensatzes zwischen der nach universeller Herrschaft strebenden römischen Kirche und dem die freie individuelle Entwicklung des Menschengeistes vertretenden deutschen Reiche ist sie gar nicht fähig, darum schließt sie auch ihre platten Bemerkungen mit dem Ausspruche: Bismarck's Stern sei osseubar im verdunkeln uud werde ganz erlöschen, feit er zur Partei der Liberalen hinüber-getreten. Die Worte und Anschauungen der „Danica" werden zwar nichts an dem Siege des Fortschrittes über die Finsterniß, des Staates über das Pfaffen-thum ändern, die hartnäckige Betonung der kirchlichen Ansprüche aus die Schule, wie sie in bischöflichen Hirtenbriefen, in Predigten, in klerikalen Or ganen zum Ekel wiederkehrt, verdient aber doch einmal eine endgiltige gründliche Abfertigung. Wollen wir uns einmal über die faktische Sachlage Rechenschaft gebe», so finde» wir allerdings, daß zu einer gewissen Zeit Kirche und Schule eins waren; aber wir finden nicht minder, daß dies Verhältnis nicht lauge gedauert, sondern daß die Schule gar bald, und zwar von oben nach unten sich vou der Kirche losgelöst und selbständig kousti-tuirt hat. Zuerst waren cs die Hochschulen, die weltlichen Fakultäten, überhaupt der gelehrte Unterricht, welcher den kirchlichen Kappzauiu abstreifte und nicht zu seinem Schaden seine eigenen Bahnen einschlug. Nicht lange dauerte eS, so folgten die Mittelschulen aus dem natürlichen Grunde, weil die Kirche, je weiter die Wissenschaft vorschritt, je glänzendere Eroberungen sie machte, sich in immer schrofferen Widerspruch mit derselben setzte, nud weil die Priester und Mönche einfach nicht mehr die ausreichenden Kenntnisse besaßen, um eine Lehrkanzel zu übernehmen. Längst sind die Zeiten vorüber, wo das bescheidene Maß von Wissen, wie e« in den Priesterseminarien oder hinter den klösterlichen Mauern gewonnen wird, für die Anforderungen des Staates an die Mittel- nnd Hochschulen ausreicht. Wenn ein Theologe noch als Lehrer an solchen Schulen verwendet werden will, muß er sich eben noch besonderen Fachstudien unterziehen. Aber noch mehr ! Seit unsere jesuitisch geschulten Klerikalen mit dem Geiste der Zeit so in Zwiespalt gerathen, sieht es in gar manchen Ländern mit ihrer allgemein menschlichen Bildung so kläglich aus, daß sie nicht einmal in den Volksschulen als Lehrer verwendet werden können. In den Volksschulen aller Staaten, die auf der Höhe der Zeit stehen, werden nunmehr außer den bisherigen Ansangögründm auch Geschichte und Geografie, Geometrie nnd Naturgeschichte, die Elemente der Fisik und Chemie, oft auch noch die Landwirthfchaft gelehrt, kurz eine Reihe von Gegenständen, wovon unsere violet- nnd roth-bestrumpften Kirchenväter und Domherren keine blasse Ahnnng haben. Niemand aber auch ist so unbescheiden, derartige Kenntnisse von unseren Gottesgelehrten zu verlangen; sie mögen andere, für das irdische Dasein und das profane Menschenthum minder wichtige Diuge recht gut verstehen, ja sogar als gelehrte Rüsthäuser im kanonischen Recht und in der Dogmengeschichte gelten, nnd sind doch für das Fach eines modernen Volksfchullehrers, eines Gym- Feuilleton. Löwen und Löwenbändiger. (Schluß.) t späteren Zeiten machte Crockelt sich den größ- r Aamen als Löwenbändiger, nicht mir in England, lvndern auch j„ Frankreich, Deutschland und Ame-c ^ch erinnere mich sehr gut, wie einmal die llchö ^o,ve„ j„ Aslley's Theater zugleich los waren, der alte Balty dieses Theater hatte. Die San-»els hatten die Thiere vou Edmouton Tags zuvor .hm lieschickt. Bis hente weiß man noch nicht, >e die Thiere aus ihren Käfigen kamen; aber man 8 aubte damals, daß irgend einer der Gehülfen, bei tuen Batty wegen feiner Grobheit nie beliebt war, 1>e aus Tücke losgelafsen habe, damit sic sich an pferde machen sollten. Genng, los waren sie "u wüthend genug, sic rochen die Pferde und wollen daran. Schon hatten sie einen Mann gelobtet >>o halb anfgefrcfscn, als Crockett kam uns ohne 1>ch einen Augenblick zu bedenken mit nichts als cmer Gerte allem unter sie sprang; nnd glanbt "nr, ganz allein trieb er sie alle in ihre Käsige. Das nennt man Kourage haben. Zu der Zeit trank Crockett nie. Crockett's Geschichte war seltsam genug. Seine Mutter war Miß Croß, die Riesin von Nottinghamshire, sechs Fuß neun Zoll groß und schön dabei; sein Vater war Musikant, und die beiden machten schönes Geld. Der junge Crockett selbst spielte auch als Musikant in Sängers Zirkus ; und als vor 15 Jahren Howes und Cushing mit ihrem Zirkus aus Amerika herüberkamen, wollten die Sängers der Konkurrenz wegen etwas neues haben und legten sich einige Löwen zu. Crockett hatte von Natur wenig Schneide; da er aber mehrere Gesellen ungeschädigt in die Käfige gehen sah, entschloß er sich auch dazu und trieb das Handwerk bis zu seinem Tode. Howes und Cushiug, welche die Löwen später von Sängers kauften, nahmen ihn mit nach Amerika zu 20 L. die Woche, uud erstarb vor zwei Jahren in Chicago, gerade als er zum Zirkus gehen wollte. Er war mehrmals übel zu-gerichtet worden von seinen Löwen. Der Maccomos gab cs zwei, doch einer nur war der echte. Vor zwanzig Jahren war Gcorgc Hilton'ö Menagerie in Manchester nnd Kilty Lee war der Direktor. Ohne Kündigung verließ ihn sciu Löwenbändiger Newsome, nnd Lee wußte nicht, was er anfangen sollte. Da kam ein Mann Na- mens Jemmy Strand, der eine Pfefferkuchenbnde hatte, und erbot sich, an die Stelle zu treten; und Lee gab ihm den Namen Maccomo. Strand war Irländer wie der arme Macarty ; aber fein Erfolg verdrehte ihm so den Kopf, daß nicht mehr mit ihm ausznkommeu war. Er war unerträglich in seiner Frechheit. Eines Tages auf dem Jahrmarkle' zu Greenwich meldete sich bei Mannders, der Hilton's Menagerie übernommen hatte, ein Neger, der als Matrose gerade von der See kam und ein Stelle bei den wilden Thieren haben wollte. Mannders schloß mit ihm ab und ließ ihn sogleich in den Käfig gehen. Der Schwarze bewies eine wunderbare Herrschaft über die Bestien, so daß der Pfcf-ferknchciikönig seinc Kronc gleich verlor und der Schwarze seinen Namen Maccomo erhielt, den er trug, bis er vor fünfzehn Monaten an der Schwindsucht starb. Maccomo war der verwegenste Mensch unter Löwen und Tigern, deu ich gekannt habe. Er nahm nie ciu stärkeres Getränk zu sich als Kaffee; doch glaubte er, daß er eines gewaltthätigen Todes sterben würde. Er wurde oft fürchterlich zerfetzt, aber nie gctödtet. Für ihn war die Sache viel gefährlicher als für cincn Weißcn, wenn es wahr ist, was man sagt, daß die Bestien cincn Schwarzen im Geruch haben und nach seinem Fleische lüstern sind. nasial- oder Reallehrers ganz und gar untüchtig. Die natürliche Konsequenz zieht sich ganz von selbst. Der Wissende will nicht vom Unwissenden zensnrirt und beurtheilt werden. Ein Mensch, der wenig oder nichts von dem, was heute in der Schule gelehrt und getrieben wird, versteht, soll sich nicht anmaßen, in der Schule das große Wort zu führen. Uud dabei wird es nicht sein Bewenden haben. Dieselbe fortschreitende Entwicklung, welche jetzt schon eine unübersteigliche Mauer aufführt zwischen Schule und Kirche, nimmt stets größere Ausdehnung an, und die Kluft zwischen der Kirche, die durch Sylla-bus und Enzyklika, durch den Papstdespotismns und das Uiifehlbarkeitsdogma sich selbst zum Stillstand oder Rückschritt auf immer verdammt sicht, und der Schule, welche den stetigen Fortschritt auf ihre Fahne geschrieben hat, wird unüberbrückbar werden. Au die Schule werden naturgemäß stets höhere und höhere Ansprüche gestellt werden, und stets verbesserte Methoden werden ausgedacht und erprobt werden müssen, um ihren Anforderungen zu genügen. Schon jetzt haben sich die Lehrmethoden so vervollkommt, daß ein Kind in eben so viel Monaten dasjenige erlernt, wozu es früher Jahre bedurfte; im Rechnen, in der Mathematik, in den Sprachen hat sich der Unterricht durch die Ergebnisse der neueren Forschungen, sowie durch verständigere Lehrmethoden gegen früher bedeutend verkürzt, und man wird auf der einmal eroberten Stufe nicht stehen bleiben; die Kunst des Unterrichtes ist nicht minder einer Vervollkommnung fähig, als andere technischen Handgriffe; nur folgt daraus mit Notwendigkeit, daß auch die Geister des Unterrichtes, die Lehrer, einen größer» umfang von Kenntnissen und größere technische Fer-u gleiten sich erwerben müssen. Es wird also auch materiell unmöglich, daß ein Priester, der sich zu seinem besonderen Berufe durch eingehende Studien vorbereiten muß, auch noch Zeit gewänne, allen diesen erhöhten Anforderungen auch nur im bescheidensten Maße zu entsprechen. Das große Gesetz der Gegenwart und noch mehr der Zukunft wird bleiben: Theilung der Arbeit! Nur dadurch, daß jeder innerhalb seines Bernfskreifes vorzügliches leistet, ist der allgemeine Fortschritt möglich, wie ja auch in der ganzen organischen Well davon jegliche Art der Entwicklung bedingt ist. Kurz und gut, die Zeiten sind vorüber, und hoffentlich für immer, wo zum Lehrerberuf der Glaube, die „heilige Einfalt" uud Unterwürfigkeit unter die Kirche, und nebenbei ein höchst bescheidenes Maß von Kenntnissen und Fertigkeiten ausreichte. ferner ist es ein nothwendiges Gesetz der menschlichen Gesellschaft, daß Arbeit um so höher entlohnt werden muß, als ihre Ausführung Zeit nnd Kapitalanlage in Anspruch nimmt. Hat der Lehrer, um E»>. > — Das sind ungefähr die berühmtesten Löwenkönige. Meist ist es der Trunk, der sie inS Verderben bringt, und das ist nicht zu verwundern. Doch Ihr habt auch wohl von Löwenköniginnen gehört? Die erste trat auf in Joe Hilton's Zirkus auf Kitty Lee's Rath, um dem Löwenkönige Erockett den Rang abzulanfen. Es war Hilton's eigene Tochter, unter dem Namen „NackLE ?aulin6 äs Vero die Löwendame" (tlw ok I^ioii8 mit Anspielung auf Bulwer's Drama ttw ok I^ons.) Sie war schon vorher bei den Löwen iin Käfig gewesen. Daun erschien in Wombwell's Menagerie als Rivalin Miss Helene Ehapina», jetzt Fran George Sänger, welche auch vor dem Hofe in Windsor auftrat. Helene Blight, eine drille, wurde bald nach ihrem ersten Auftreten von einem Tiger zerrissen. Es war in Greenwich. Als Miss Blight sich von dem ältesten Tiger abwandtc, um ihre Kunststücke mit dem anderen zu beginnen, sprang der alte Satan brüllend und den Schweis schlagend auf sie zu und biß sie in die Kehle, daß sie todt war, ehe sie aus dein Käfig gebracht werden konnte. Nach diesem fürchterlichen Unglücke wurden Löwenköniginnen vom Ober-Kammerherrn verboten; und das war für die Kasse ein schlimmer Schlag, denn die Löwenköni- den höheren Anforderungen an seine BerufSthätig. keit zu entsprechen, mehr Kapital aufgewendet, so fordert er auch höhere Verzinsung dieses Kapitals, oder bessere Bezahlung. Und wenn ein Staat oder ein Gemeinwesen es versäumt, die Gehalte der Lehrer entsprechend zn regeln, so tritt jene traurige Erscheinung hervor, die wir in unserm Heimatlande so bitter beklagen müssen: Mangel an tüchtigen Lehrern. Der Entgelt, den ein Geschäft, ein Beruf zu bieten vermag, muß in richtigem Verhältnisse zu dem aufgewendeten Kapitale an Zeit und Geld stehen, so wie umgekehrt auch zu der im Berufe geleisteten Arbeit. Nun wird niemand leugnen, daß die Arbeit des Lehrers eine weit umfangreichere und auftren-gendere ist als die der Geistlichen; ja wenn man die mäßige Arbeit der letztern mir der anderer Berufsklassen vergleicht, so kommt man zum Schluffe, daß sie in ihrer großen Mehrzahl nich», mit Unrecht die privilegirten Müssiggünger der Gesellschaft genannt zu werden verdienen. Eine nicht ferne Zu« kuuft wird also die Rollen auch in dieser Beziehung umkehren müssen. Der Lehr r, der bei weitem mehr arbeitet, wird vom Staate oder von der Gemeinde besser bezahlt, höher gestellt werden müssen, als der Geistliche, Schularbeit höher geschätzt werden müssen, als Kirchenarbeit. Auch daraus ergibt sich mit Nothwendigkeit, daß die werthvollere, höher geschätzte Arbeit nicht von der niedriger angeschlagenen abhängig gemacht werden kann. Und vielfach erkennt die Kirche auch schon diese Vertauschung der Rollen; sie klagt unablässig über Gleichgiltigkeit der Massen, das heißt wohl über Geringschätzung der Leistungen der Mutter Kirche von Seite der Menschen, während alle Welt die Schule hoch hält, nach Verbesserung und Hebung des Unterrichtes, nach Gründung neuer Schulen und Erweiterung der alten schreit. Es ist also vergebliches Bemühen; die Kirche wird die Herrschaft über die Schule» wie sie selbe einst besessen, nie mehr znrückerobern, die Schule wird ihr nie mehr als Magd dienen ;sie hat sich befreit aus dem unwürdigen Abhängigkeitsvcrhältniß, sie ist selbständige Arbeiterin geworden und wird es bleiben. Jener Staatsmann aber beginge einen Ver-rath an seinem Lande und an der Zukunft desselben, der so thöricht wäre, das unveräußerlichste aller staatlichen Hoheitsrechte, die Aufsicht über die Schule und die Bestimmungen über die Befähigung zum Lehramte, einer Gesellschaft anheim zu geben, die am wenigsten Geschick und guten Willen dazu bekundet hat. Der Staat muß die Möglichkeit schaffen, daß jedem angehenden Staatsbürger ein gewisses Maß von Kenntnissen auf feinem LebenSgange mitgegebeu werde, das Gegentheil wäre die schwerste Versündigung am Volkswohl wie am Genius der Menschheit. Unwissenheit richtet in unserem Zeitalter weit ginnen brachten Geld ein wie Niemand ander«. Aber es war Zeit. Helene Blight war getödtetet uud Madame de Vere sowie Miss Ehapman schon mehr als einmal gehörig zerfleischt worden. Löwen sind gerade wie Menschen; jeder hat sein Temperament. Manchen kann man auf immer vertranen, bis sic Blut geschmeckt haben; andere kann mau nicht vorsichtig genug im Auge halten; denn sie werden zubeißen, wenn sie nur können. Und dann werden sie in der Gefangenschaft an den menschlichen Blick gewöhnt und er verliert seine Macht bei ihnen. Das schlimmste aber ist, wie gesagt, wenn die Löwen und eine Löwin zu einer Zeit znsammeu sind, wovon ich schon gesprochen habe. Was eine Schlacht war das einmal in Wey--mouth unter Sanger's Löwen! Es waren fünf Löwen und eine Löwin. Einer von den Löwen wnrde jeden Morgen anf einem Wagen um die Stadt gefahren. neben ihin eine Dame sitzend; welches Paar Brilania und den britischen Löwen darstellte. Eines Morgens, als wir hingingen, um den Löwen her-auszuholen, fanden wir de» Käfig als eine Blutlache und die Löwen im wüthendsten Kampfe mit einander, die Mähnen gesträubt, die Klauen hervorgestreckt und das Auge blitzend. Uns alle überlief eher Völker und Staaten zu Grunde, als es schwere Unfälle, Huiigersnoth, Pest und Kriegsnoth im Stande sind. Politische Rundschau. Laibach, 29. März. Inland. Wäre nicht das Wahltreiben in Böhmen, die Stille der Eharwoche würde sich bereits fühlbar machen. Die Regierung hat alle ihre Aufmerksamkeit deu Vorgängen im Lande der „staatsrechtlichen" Opposition zngewendet, und wer cs nicht wüßte, würde es kaum ahnen, daß von Wien aus der Anstoß zur Bewegung der ganzen Staatsmaschine ausgeht. Auch die Blätter beschäftigen sich fast ausschließlich mit den Vorgängen in Böhmen, vor allen natürlich die Prager Blätter selbst. So läßt der „Tagesbote" die Gegner der Verfassung anfmarschiren, um den iunern Widerspruch und die Heuchelei zu brandmarken, welche zwischen ihren Namen und politischen Grundsätzen obwalten, und um dadurch die innere Hohlheit dieser ganzen Opposition darzulegen. So sagt er von den angeblichen „Konservativen" : „Was gedenken diese Herren eigentlich zn konserviren? Der Rechtsboden, anf dem sie stehen, die politische Luft, die sie athmen, die Waffe selbst, die sie führen, wird von ihnen im frivolen Nihilismus hinwcggclengnet. Die Befngniß, kraft deren sie wählen, die Freiheit, mit der sie agitiren, die Gelegenheit, im parlamentarischen Staatswesen ihre eigenen Interessen zu vertreten, all das bekämpfen sie selbst mit ihrem ganzen sozialen und politischen Einflüsse. Was geschichtlich geworden und gesetzlich geheiligt ist, was zu Recht und Kraft besteht, die fanktionirte Verfassung, die Organisation des Staates, die Grundlagen der Reichseinheit — ist für sic der Gegenstand der heftigsten und vermessensten Angriffe. Wenn eine solche Fraktion sich den Namen „konservativ" beilegt, so kann man das getrost als ein Meisterstück der Heuchelei, als eine kühne, anf Täuschung der Unwissenden berechnete Unwahrheit bezeichnen." Die „Prager Zeitung" bringt dt« Wählerliste des Großgundbesitzes unter Osscnlassung einer vitt-zehntägigen Reklamationsfrist. Die Lokalität zur Vornahme der Wahl uud die Dauer der Stimm« abgabe wird später bekanntgegeben werden. Der aus Kolin eingelangten Deputation, welche eine Beschwerdeschrift an den Statthalter wegen der Militärciiiqnartiernng überbrachte, erklärte der Statthalter, daß dem Gesuche um Aufhebung der Einquartierung nicht entsprochen werden könne; es sei seine Pflicht, die Wähler vor Terrorifirung zu schützen. Die „Politik" erhebt Geschrei über den ungnädigen Empfang der Koliner Deputation beim die Gänsehaut — uns Löwenkönige. Da waren außer mir Erockett, Bill PhnbbS, Bill Strand, der „Pfefferkuchenkönig", Nosey Joe (Nasenhannes), ein wohlbekannter Bändiger, so genannt, weil seine Nase von einer Leopardentatze aus einander gerissen war; aber Niemand wollte dran. Da kam aber George Sangcr uud sprang mit seiner Hetzpeitsche von dem Rade des Wagens in die Löwengrnbe, schoß unter die Bestie», peitschte die Löwe» nach der einen Seile uud die Löwin nach der ändern und machte eine Barriere zwischen ihnen mit den Bretter», die wir ihm hinschoben. Da fand anch Erockett feine Kourage wieder, und nach der Beendigung der Reiterkunststücke brachte er die fünf Löwen in den Zirkus uud inachte mit ihnen seine gewöhnlichen Stücke. Nnn lebt wohl; ich sehe, Ihr habt keine Zeit mehr. Aber das Eine möchte ich noch sagen, daß ich es fürs beste hielte, wenn der Ober-Kammer« Herr auch die Löwenkönige abschaffte, wie er eS den Löwenköniginnen gethan hat. Sie riskiren ihr Leben mehrmals täglich, und das zu keinem nützlichen Zwecke." Statthalter und droht demselben, das Volk der Sechen werde kein Opfer scheuen, um an das Hof-^ger nach Pest-Ofen zu eilen und an den Thrones-stufen des Kaisers und Königs Schutz und Schirm gegen solche Maßregeln zu erflehen. Die „Politik" gibt ferner bekannt, daß ein feudales Konsortium sich gebildet habe, um Noth-verkäusen von Gütern an die Vcrfassuiigspartei entgegeuzuwirken. Ausland. Die „Köln. Ztg." enthält folgende bedeutsame offiziöse Korrespondenz aus Berlin: „Von dem Abschluß eines italienisch-deutschen Bündnisses ist in bestunterrichleten Kreisen nichts bekannt. Alle darauf bezüglichen Nachrichten find verfrüht. Sollte "'dessen Italien von Frankreich bedroht werden, so An^ Wege, daß der Vertrag vom 8ten Sinne erneuert würde, daß I att „Oesterreich" Frankreich gesetzt würde. Der -Vertrag war eventuell und hypothetisch gefaßt, fetzte nämlich voraus, daß Italien angegriffen wäre, was auch jetzt zur Folge haben würde, daß sich Deutschland als mit dem Feinde Italiens im Kriege begriffen anfehen müßte. Das ist ganz selbstverständ-uch, alles andere ist ultramontane Erfindung oder übereifrige, verfrühte Konjektur." Der Kampf der preußischen Regierung gegen dre Uebergriffe des Ullramontanismus ist nun auch aus das militärische Gebiet ausgedehnt worden. Bekanntlich hat es der Feldbischof der preußischen Armee, Herr Namszanowfki, für gut befunden, den Mili-° ^geistlichen Pfarrer Grunert wegen Nichtanerkennung des Unfehlbarkeitsdogmas eigenmächtig von ^lnein Amte zu suSpendiren. Nun untersteht aber Herr Namszanowski so gut wie jeder preußische Füsilier dcn Kriegsgesetzen, uns Herr von Roon der Mann, sich Eingriffe in sein Ressort, >en sie selbst von geweihten Händen aus, an d°nFEsch"f', w^rin sich darüber ->7 ^ " die,er ansgesordert wurde, stimmunqen e>- ^ gcictzlichen Be- folgen gedenke Und^ - .. . ^ da Sc. Hochwürden mit der sn zleinlich lange gezögert zu haben scheint, > machte das Königsbcrger Generalkommando kurzen Prozeß und verfügte die Wiedereinsetzung des luspendirten Militär-Seelsorgers. Die Kündigung des cngli sch-fr anz öfi -iche n HandeSvclträges droht Frankreich zn isoliren. Die in Aussicht gestellten Reklamationen der ändern Mächte bezüglich der genauen Ausführung der Handelsverträge innerhalb der flipulirten Fristen lick ^ durchaus keine friedensgefähr- Bedeutung; aber sie könnten dennoch eine wc-Erkältung der Beziehungen Frankreichs nach Oiichtungen hin zur Folge haben, de,, s französische Assemblee beschäftigte sich in der Tagen mit der gesetzlichen Normiruug den , ^."rtation der Communards nach ,-i- ^chiedenen anßercuropäischeu Kolonien. Sehr kanisL Angriff, den die enischieden rcpubli- De>,n .^l'gane gegen die Assemblee wegen des bxttg's^°"^esetzes richten. Ein Artikel der Gam-aus > ^ - "^epubliqne fran^aife" wirft die Frage und n / s^"^en die Männer, welche so seelcnruhig an di? Ä furchtbare Strafe verhängen, d°n m ^rwnnschungen und Flüche gedacht, die sich von . , ^edonien gegen sie erhebe» werden, wie ^ Anjnan jener sterbende Derportirte aller ^ ^^"chtc? Sie wissen nicht, daß trotz der "ud Reglements die Deportirten stets ^eibe>,."^> Willkür ihrer Wächter ansgesetzt ^cherwissen nicht, daß das Heimweh ebenso wie das gelbe Fieber!" ^ Zur Taqesqeschichte. ^cfflichc Antwort erhiellen einige Wellie,, sinken» in Pest dieser Tage, als diese», ^ ^ d^'chl-gefUhl Deals appellirien, indem "orlegten, °d sie sUr ihr- Todt-^^lenen " "^"'Mg auch >„,r den leisesten Lonvnrf - "veak erzählte darauf, wie der „Ung. Loyd" wissen will, er (Deak) habe einmal eine Reise gemacht und in einem Dorfe die Pferde gewechselt; vor der Weiiersahrt stöpsle er die Pfeife, und als er schon im Begriffe war, sie anzuzünden, fragte er den Octsrichter, ob es erlaubt sei, in diesem Dorfe auf der Gasse zu rauchen; der Richter erwiderte: Verboten ist es nicht, aber ein anständiger Mensch thnt es doch nicht! Darauf steckte Deak natürlich die Pfeife wieder ein. Die Interpellanten dürften wohl auch diese Antwort eingesteckt haben. — Der Sohn eines Gastwirths in der Stadt Grabow (Mecklenburg), ein eilsjähriger Knabe, wollte seine Briefmarkensammlung durch Marken von Pariser B^>llonbriefen vervollständigen und verfiel auf den Gedanken, sich direkt an Moltke zu wenden. Er that es und wartete mit Spannung die Erfüllung seines Wunsches. Am 19. Jänner kam ein großer Feldpostbrief bei obigem Gastwirth an unter her Adresse: An den Realschüler Ernst Schulz in Grabow. Der Brief enthielt Ballonmarken und Konverts, und lautete: An meinen kleinen Landsmann Ernst Schulz die letzten vorräihigen Pariser Ballonmarken mit bestem Gruß. General v. Moltke. — Die Frauenbewegung in Rußland ist viel allgemeiner und vielseitiger, als man nach den von dort kommenden Zeitungsberichten gewöhnlich annimmt. Die meisten derselben wußten nur von den .Nihilistinnen" zu sagen, welche atheistischen und materialistischen Grundsätzen huldigen und die Gewohnheiten der Männer nachzuahmen suchen. Aber nicht allein, daß viele von ihnen auch eifrige Politikerinnen sind, Versammlungen veranstalteten, in denen sie außer der Fraueufrage auch politische und soziale Tagessragen diskutirteu und Reden hielten, welche ihnen alle mögliche politische Verfolgung und Verbannung nach Sibirien eintrugen — sondern überhaupt ist ein großer Thetl der gebildeten weiblichen Jugend begeistert für erweitertes Wissen und Wirken, und bethätigt das unter den größten Entbehrungen und Gefahren. Viele junge Mädchen, die Töchter von Landedelleuten, ließen es sich angelegen fein, die Kinder ihrer freigelafsenen Bauern selbst zu unterrichten, um sich dadurch nützlich zu machen, — aber besonders im vorigen Winter, als man Überall hochverrätherische Tendenzen witterte, wurden viele dieser jmigen Dameu, darunter 17- und 18jährige, eingezogen und in Festungsgewahrsam als Hochverrälhcrinne» gebracht. — Bekannt ist, , daß viele junge Russinnen im Ausland, in Zürich und Heidelberg studieren, namentlich Medizin, ein Ziel, das die meisten von ihnen nur durch große Kämpfe und Energie erringen konnten. Um die wissenschaftsdurstigen jungen Damen an das Land zu fesseln, hat man sie nun auch zum Studium der Medizin auf der Petersburger Universität zugelassen. Mal- und Provinzial-Angelegenheiten. Original-Korrespondenz. Dom Jungfernsprung in Gurkfeld, am 27ten März. Nach zweitägiger Entbehrung ist mir ihr geschätztes Blalt wieder in die Hand gekommen. Mit herzlichster Freude hat es mich erfüllt, aus dem ersten Absätze der Lokalchronik zu entnehmen, daß unser all-verehner Landeshauptmann, Alexander Graf Auersperg, berufen sein soll, den Sluhl des Landespräsidenten von Krain nächstens einzunehmen. Ich, der ich am Jungfernsprung wohne, und mit mir eine zahlreiche Schaar, um nicht zu sagen alle Bewohner Gurkfelds, sind durch diese Mittheilung in der angenehmsten Weise berührt worden. Der Name Auersperg, seit Jahrhunderten klang er gut in den Ohren unserer Vorfahren und klingt in unserer Zeit wenn möglich um so mächtiger, als er an maßgebendster Stelle durch drei Persönlichkeilen verlrelen ist, die neben den lebhaftesten Sympathien der Gesinnungsgenossen sich der ungelheilten und unbestrittenen Hochachtung auch der entschiedensten politischen Gegner berühmen dürfen. Oder kennt man denn nicht dcn Fürsten KarloS, den vielgenannten ersten österreichischen Kavalier, der treu dem Throne, lreu der Krone, treu dem BolkeSwohle da steht; kennt man ihn nicht, den nicht mehr Europa- sondern welt- berühmten Poeten Anastasius Grün, der zu einer Zeit, wo freiheitliche Ideen, statt mit goldenen Ketten, mit eisernen Banden gelohnt wurden, mit echtem Mannes-muthe das Banner der Freiheit ebenso begeistert geschwungen, wie er es heute noch hoch hält; kennt man denn nicht unsern jetzigen Ministerpräsidenten, dessen offenes, biederes, entschieden verfassungsfreundliches Benehmen in jedem seiner Worte, in jeder seiner Ver-sügungcn sich von Tag zu Tag in ebenso entschiedener als konsequenter Weise offenbart? Der Hinblick auf derlei Männer rückt einem die Vermuthuung nur zu nahe, daß der Apfel beim Stamme geblieben, eine Vermuthung, welche im Hinblick auf die bisherige öffentliche Thätigkeit unseres anzuhoffenden Landespräsidenten die Grenzen des Gebietes zuversichtvoller Ueber-zeugung bereits erreicht hat. Ehre, dem Ehre gebührt, Ehre dem dreiblättrigen Keeblatte, dem wir den bevorstehenden ersehnten Zuwachs des vierten Blatte» aus vollster Seele wünschen! Nicht weil der Jungfernsprung der Anersperge alter Wohnsitz ist, habe ich diese Worte niedergeschrieben, ich that es nur aus dem Grunde, um Ihnen, weil ich meine bisherigen Korrespondenzen mit Wetternachrichten geschloffen, mitzutheilen, welcher Wind bei uns weht. Lokal-Chronik. Konstitutioneller Herein in Laibach. Der Ausschuß beehrt sich hiermit, die Vereinsmitglieder zur 39. Versammlung einzuladen, welche Dienstag den 2. April l. I., Abends halb 8 Uhr, im Kasino-Glassalon stattfindet. Tagesordnung: 1. Die jüngsten Verhandlungen über die galizische Frage. (Fortsetzung der Debatte) 2. Gründung eines krainifchen SchulpsennigS. Morgen wird das „Laibacher Tagblatt" um 3 Uhr ausgegeben. — (Zum Vortheile der Nothleiden-den in Krain) wird im Laufe des nächsten Monat» im hiesigen landschaftlichen Theater die neue preisgekrönte Operette „6or6llski slLvösk (die oberkrai-nifche Nachtigall) zur Aufführung kommen. Der slo-venische Text ist von Frau Louise Pessiak und der mu-sikalische Theil vom Domorganisten Herrn Förster. — (Landwehrübnngen.) Im Grunde des Z 15 des Landwehrgesetzes werden im laufenden Jahre Bataillonsübungen der Landwehr abgehalten werden, zu welchen »ach dem dermalen in Aussicht genommenen Programme außer den erforderlichen Chargen aller Grade die Landwehrmänner der Assentjahre 1869, 1870, 1871 einberufen werden dürften, weshalb die Erthei-lung von Reiseurkunden an Personen dieser Kategorien mit der Gültigkeitsdauer über den 15. August d. I. hinaus in der Regel nicht stattfinden wird. Ueber die ausnahmsweise Betheilung von Landwehrmännern der gedachten Kategorien mit Reiseurkunden Uber den 'l5. August hinaus, in Fällen der Enthebung von der Waffenübung nach § 27 des Landwehrstatutes, wird die politische Behörde erster Instanz mit der betreffenden Landwehr-Evidenzhaltung da« Einvernehmen pflegen. — (Zum Landstraßer Konflikte) erfahren wir aus einem vom 26. d. M. datirten Briefe noch Folgendes: Kaufmann Galfch soll nämlich auf das unsern Lesern bereits bekannte Befehlschreiben dem Hauptmanne Kallin erklärt haben, daß er — in Ueber-eiustimmung mit dem Willen der Bürgerkorpsmehrheit — zur AuferstchungSfeier ausrücken werde. Während sich nun gleichzeitig die Parlci Gatsch unter Darstellung des bekannten Sachverhaltes an den k. k. BezirkS-hauptmann Herrn Grafen Chorinsky in Gurkfeld verwendete, damit dem beabsichtigten und bei der Gereiztheit der Stimmung leicht zu üblcrn Folgen führenden Skandale in entsprechender Weise vorgebeugt werde, berief Hauplmann Kallin am 25. die Mitglieder des BUrgerkorpS eiligst zu dem Behufe zusammen, um wo möglich die Kassation des OderlieutexantS beschließen zu lassen, «ber siehe da! es schlug fehl; es waren über 30 Gardisten erschienen, von denen nur 6 siir die beantragte Kassirnng stimmten, während 25 für das Verbleiben des Herrn Gatsch und somit gegen jenen Korpsbefehl sich aussprachen. Mehrer- Mitglie. der des Korps hielten sich von der Abstimmung ferne, während andere, die entschieden mit dm 25 gestimmt haben würden, am Erscheinen verhindert waren. — Hauptmann Kallin wird also abdanken, wenn er den Wink versteht, den ihm seine „Truppen" erlheilt haben. Die Spannung in Landstroß ist groß, man spricht nur von dem Ausgange, den die Sache so oder so nehmen wird. Die Charwoche hat durch diese Ereignisse an der Weihe, dem Ernst und der Ruhe, womit sic bei dem strengkatholischen Smne der Bevölkerung sonst hier vorüber ;u gehen pflegt, sehr viel verloren. So leiden die Würde und das Ansehen des katholischen Kultus dort, wo politischer Fanatismus die Diener der Kirche gefangen hält. Die Feier des göttlichen Versöhnungsfestes brachte der friedlichen Gurkinfel die Drachensaat des Hasses und der Zwietracht! — (Aus dem diesjährigen Finanz-gesetze) entnehmen wir folgende Einzelnheiten: Unter dem Titel „Straßenbau" wurden eingestellt für Krain 149.000 Gulden; für Vollendung des Umlegungbaues der Kankerstraße am Leobelzaberge und für die Vollendung des Krain-Jstrianer Straßenbaues von der küstenländifchen Grenze bis zur Ausmündung in die Triester Aeranalstraße 18.000 fl. Ferner wurden eingestellt unter dem Titel „Wasserbau" für Krain 10.000 fl. Unter dem Titel „Kultus" fallen auf Krain 712 fl. Die Patronatsauslagen für Kultuszwecke" betragen für Krain 100 fl. Staatszuschüsse zu Studiensonds erhält Krain 63.500 fl. Für Stiftungen und Beiträge zu Unterrichlszwecken erhält Krain 1417 fl. — (Refultate der Iefu itenmi ff ionen.) AuS TarviS schreibt man der „Grazer Tgp." Am 19. d. M. fand zu Saifnitz in Kärnten der Schluß der neuntägigen Jesuitenmission statt, und eS ist dieselbe nicht ohne traurige Folgen geblieben. Am 20ten Morgens sand der Meßner, als er zum Ave-Maria-Länten in die Kirche kam. auf dem Friedhofe eine ganz nackte und halberstarrte Bauernwitwe, Mutier von zwei unmündigen Kindern, in gänzlicher Geistesverwirrung. Der herbeigeholte Arzt konstatirte religiösen Wahnsinn hohen Grade» und gibt wenig Hoffnung auf Wiedergenesung. Ein zweites ähnliches Unglück, nur iu etwai minderem Grade, soll ebenfalls einer dortigen Bäuerin in Folge der Mission zugestoßen sein, und soll diese von ihrem Bruder, der dort die Stelle eines Kirchen-käwmerers vertritt, unter sehr bedenklichen Aeußernugen die sofortige Wegräumung des Missionskreuzes aus der Kirche gefordert haben. Hier wurde der Arzt nicht beigezogen, wahrscheinlich, um deu ganzen Fall zu vertuschen. Aehnliche traurige Fälle erlebten wir auch durch die im März v. I. zu Kronau (Krain) stattgehabte Jesuitenmission, welche drei Opfer von religiösem Wahnsinn lieferte. Die Jesuitenmission zu Lengenseld tKrain) im Anfänge dieses MonatS endete ebenfalls damit, daß zwei Bauern vom religiösen Wahnsinn befallen wurden. Wir enthalten uns aller Reflexionen über diese Thatsacheu und möchten nur die Frage stellen: „Wird derjenige, welcher die Mission anregte, das schwere Unglück, das er damit angerichtet, verantworten, wird er eS durch den Jesuiten-wahn, daß abermals einige hundert dem Teufel ver-sallene Schäflein gerettet wurden, vielleicht wieder gut machen können?" Eine weitere Frage möchten wir in dieser Richtung an die Regierung stellen, ob es denn nicht schon hoch an der Zeit sei, daß diesem Missionsschwindel, der nur auf Perdummung und Ausbeutung des Volkes, sowie Aufreizung gegen alle liberalen Institutionen abzielt, endlich ein Damm gesetzt werde? Kliiiiiitcil aus dri» Publikum. In der Domkirckie zu Marburg wird heute das Oratorium „Am Grabe Christi" ausgesilhrt. Was hören wir hente in unserer Domkirche? 'Wohl nichts als Lamen-tationen? X. Mngescndet. All alle Theaterfreunde. Von Seite des Herrn Direktors Carlo Bnrlini, der gegenwärtig mit seiner kompletten Gesellschaft in Görz Vorstellungen gibt, ist an Las gefertigte Komitee die Mit theilung gelangt, daß derselbe bereit wäre, in den ersten Tagen nach Ostern gegen eine Subvention von 500 fl. sechs italienische Lper»t>orstcll»ngcn zu veranstalten Angesichts der Kürze der Zeit wäre dieser Vorschlag nur bei großer Theilnahme seitens sämmtlicher Theaterfreunde realisirbar. Die letzter» werden deshalb zum recht zahlreichem Besuche einer Versammlung eingeladen, die zum Zwecke der Besprechung dieser Angelegenheit am O st e r -sonntag, den 31. März l. I., Vormittags 11 Uhr lin Kasinoglassalon stattfindet. Das Theater-Komitee. Witterung. Laibach, 29. März. Wechselnde Bewölkung, ziemlich heftiger Westwind. Wärme: Morgens 6 Uhr > 7.4", Nachm. ^ Uü-j- 15 7 6. (1871 -j- 2.3"; 1870 -j- 4.9".) Barometer im Fallen 736.22 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 8.0", um 1.9° über dem Normales Angekommene Fremde. Am 28. März. Bar, Althammer. — Peier, Kfm., Paris. — Mayer, Kfm.. Wien. — Lerne, Wirth, Rann. — Caroli, Kfm., Triest. — Krauthoffer, Steiermark. — Saringer, Steiermark. — Treutler, Steiermark. 8tr»»It Socholler, Kfm., Wien. — Sellig, Kfm., Wien. — Doller, Reisender, Wien. — Kosmalsch, Privat, Oberkrain. — Kappus, Privat, Oberkrain. — Schütter, Privat, Oberkrain. — Lichtenstern, Kfm., Wien. — Globocnig, Eisnern. — Frau Caramelt, Triest. Iloi'. Ajte, Kfm, Triest. Praprotnik, Lehrer, Urem. — Theodoric, Civizzano —^Cromel, Amerikanischer Bürger, New-Vork. — Pampe, Schweiz. — Ansa, Niederdorf. — Cehovin, Niederdorf. — Mahorcic, Senosetsch. — Robii, Lichtenwald — Frau Gornik, Lichtenwald. . Verstorbene. Den 28, März. Der Frau Franziska Graul, Tabak-trafikanlin, ihre Tochicr, alt 19 Jahre, in der Stadt Nr. 26'« am Bauchtisus. — Dem Anton Morgntti, Parleifiihrer, sein Kind Antonia, alt 4? Jahre, in der Polanavoisludt, Nr. 61 an der Lnngeulühmung. Silk I'chöllt Vchillllg, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Speisekanier rc., im 1. Stock, mit der Aussicht iu die Sternallee, ist für konimenden Georgi zu vergeben. (174) Näheres daselbst, Kongreßplatz Nr. 8l, Fjscher'sches Haus, 1. Stock links. Wiener Börse vom 28. März. jperc.rlieme, ost.P?.^-. ^ dto. öft.in«->:lb. ss-: von 1854 . . von 1860, '-.sc ^äunens«-. v. 12ÜL »irrrermark zu6p:oat. u. Slav. 5 ^iebeubürg. ^ 5 Geld 64 70 70.7.) :'4.50 103.20 126.— 148.75 . 90.— 85.75 81.50 83. 78.^5 Ware Geld 95.50 70.80 95.-l 103.40 nr 50 ) ^ 127.— ! dl.-;. Bo^2 6prZt. 14^.25 's '.-Pb. f.. ) !Gi«:^.-B.(300 K. ö.W ''Ätaarsbahn pr. Stück 91.—,Staatsb. pr. St. 186'< tttudolfSb.(300st.ö.W.) 86. - Hcan,-Ios. (200 ii.S.) 81.75 84. -79.- 112.50 '/30.-102. 93.3c 132.50 131. 94.25 99.75 Ware 96.- I13.5S 232. -102.25 94.--133-131.50 94.50 100.— ^at'.onaldanl . . Inion - Bank . . . -vrev: ranftall . »i. ö. -LScolNprl:-'^. Luglo-österr. Ban!' Oeft. Bodencred.-rl Hyporh. -Bani Hteisr. )ranko - Austria . kari. ^«rd. Nordd iFrrdbaha'^cseÜst'-. lars. Lliiab^tö' KtLd.7nb. Eisenv^y^ LtaatSbahn. . . ^-.nk.-Äarcser E. Lrfüld-Fium. -iäticn. ö.W. ver-LsSc Ood.^.-210. -197. 183.75 HreoU 100 fi. Z. 2'^. Doll.-Da2rpssL.-Ve?. zu 100 si. CM. . 'ä ri.2j'.?r 100 si. CM. d:v. 50st. o.SL. iener . 10 ll. ö.W Salm . , 40 „ Palfty . ^ 40 . ^lary ^>t. «SenorS ^ '-'.üindrschgray - 190.50 191.50 91.70 92. -90.50j 91. -106. I —. 8».25 89.50 4V 40 80 80 10S.L; ,T>s!rs«rL-3 Mon. ^lSSd.iovrr.s:idd.L5» io«) .. ^ r.idon 10 Pf. S'.7-Paris u>0 ,^cus. Mün- Durar^-. !iO-KrancS.^ü2 . . !ZcrLinStharrc . 99.50 120.50 58. 31.50 28.50 36— 29.— 24. -22 50 16. 14.50 100.50 121.50 59.-33 - 29 -38-30.-25.-23 -17.-15 - 93.—> 93.10 110.35 43.40, 93.10 93.20 110.50 43.45 5.27 j 5.29 8.82 I 8.82 1.64 1 65 108.35,108.-0 Des Charfreitagcs wegen keine Börse in Wien. Danksagung. Für die zahlreiche Betheiligung bei dem Leichenbegängnisse des Herrn Anlon Imker, k. k. Ingenieur iu Pension, Hans- nnd Realitätenbesitzers, spricht alle» Freunden, Bekannten und Ver-wandten deu wärmsten Dank ans Familie Jeuniker. Laibach, 26. März 1872. (176) Im Orte >» der Nähe der Kirche im Hanse des >>'>'«.*»«>!,»>s»ü in, rvots iVrsS:««?, sind Lokalitäten silr Waarenhanvlnnq nnd Gastbans auf mehrere Jahre zn verpachten. Die Nähe der großarliqen Gewerkschaft Nnd Fabriken nnd der Bahn machen den Ort äußerst belebt; ancb existirt bic-ber »nr eine Waarenbandlnng i>» Orte. Anz»frac,cn beim Eigenthilmer Franz Tchnstcrschik- Beim e°i ^i8e!iöi' l-sidscli: Institute werden a»sU»v»»»eii. Ausgediente Militärs und Verheiratete werden besonders berücksichtiget. (173) Dis Direktion. Xropp-Hüto, : i ^ OUL8QOQ8, ' X ? Sörreii- uuä M Oamori- M Heniäkv, W Hsrrorr- uuä / s vamolllioLIv, M Dalli6Q-UL6lit1ror86t8, (Ilimi 8g,INN16t-^k>,0k6H von 10 — 30 tl. M un>1 1?rioIi-^aok6r>. von ll. 3.50—10 » (170-2) M DroS >-ou Jgn. v. Kleikwahr L Fed. «ambtrg in Laibach- Verleger und sür die Redaktion vkramwortliL' Oktoniar UamV erst