Nr. 103. Freitag am 5. Mai 1865. Die „kaibach« Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Comptoir oanzjälirtg n fl., halb-lahrtg 5 fl. 50 kr., mit Kreuzband im Comptoir glwzj. 12 si., hlllbj. 6 fl. Fllr die Zustellung in's Haus sind haibj. 50 fr. mehr zu mttichten. Mit der Post portofrei gllNZl-, unter Kreuzband und gedruckter Adresse 15 fl., haibj. 7 st. 50 kr. Hnsertwnsnrblilir filr eine Garmond«Spaltmzeil», oder den Raum derselben, ist fiir ! mutige Linschal» rung Skr., fllr 2maliae8tr,, für ömalige I0lr. u. s. lo. Zu bkscn Gebühren ist noch drr Insertions, Stempel per 30 kr. für eine jedesmalige Linschaltuug hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen kosten 1 fl< 90 k. lllr 3 Mal, l fl. 40 kr. fnr « Mal und 90 kr. für l Mal lmit Inbegriff des Inserlionsstnnptl«). ^laibache? Ieitung. Richtamtlicher Theil. Vaibach, 4. Mai. Der Referent des FinanzanSfchusscS. für das Militärbudget, Dr. GiSkra, hat sciucn Bericht in zwei Sitzungen in zweistündiger und dreistündiger Rede vorgetragen und den vom Finanzausschüsse bc-anlras>ten Abstrich von 17 Millionen begriiudet. Wir sind die Allerletzten, welche wirklichen Leistungen dic Ancrkeunnng versagen wollen, schreibt der „Autsch.", und so wenig wir den ganzen Inhalt der Rede GiSkra's unterschreiben können, so wenig wollen wir verkenne», daß der Referent ganz Außerordentliches in Bewältigung eines ihm von Hans aus freindeu MaterialcS geleistet hat. Wir verkennen nuch nicht, daß einzcl-ne Schäden unserer Militärverwaltung an-haften, und wir tonnen einer unbefangenen Erörle-rung derselben nur zustimmen. Aber dagegen müssen wir uns verwahren, das, Dr. GiSlra iu allen Pnnktcn daS Äcichlige getroffen- hätte, dagegen miisseu wir uus verwahren, daß die Regierung uicht ganz auf dem-selben prinzipiellen Boden lnit dem Adgeordnctenhansc stehe, daß sie nicht entschieden und konsequent bestrebt sei, dcu Militäraufiuaud durch Beseitigung der Gc. brechen und Mängel der Militärverwaltung zu vcr. mindern uud mit der schlimincn Finanzlage in cin richtiges Verhältniß zn bringen. Der im Abgeordnetenhaus«: alö Gesetzentwurf eingebrachte Handelsvertrag mit Preußen ist Gegenstand schr lebhafter und ernster Debatten im ÄuS-schußc zur Prüfung deS ucneu Zolltarifs. Dic (5Hau» ccl, für Annahme des Vertrags sind im Steigen. In der Sitzung am 3. d. M., die volle vier Stunden dauerte, wurde über dm Grundsatz abgestimmt, daß die Annahme des Handelsvertrages nicht präjndizirlich für den Zolltarif fein lann uud daß die Rcichsucrlrctuug freie Hand behält, selbst iu Tarifpo« stcn, bei wclchcu der Vertrag dcu Zollverein begünstigt, dem übrigen Auslande gegenüber Abänderungen zu treffen. Dieser Grundsatz wurde mit Majorität an» genommen. Ein Antrag, über einzelne Tnrispostcn sachverständige Industrielle der bcthciligtcn Branchen einzuladen und anzuhören, wnrdc ans mehreren Gründen, vornehmlich aber wegen des knrzcn Termins, der znr Unterzeichnung des Vertrags gestellt ist, abgelehnt. Ueber die österreichische Depesche bezüglich der Einberufung der schlcSwig-holstcin'schcu Stände, er« fährt das „Fbtt." auö verläßlicher Quelle, daß Oesterreich in dcrscldcu die volle Wahrung der, durch den Mitbesitz begründeten, provisorischen, gemeinschaftlichen SouvcrainitätSrcchte, was die Vorlagen betrifft, welche den Ständen gemacht werden sollen, verlangt. Da die beiden deutschen Großmächte gemeinschaftlich den Sonverain der Hcrzogthnmcr rcpräsculircn, so könne natürlich nnr von Vorlagen die Rede sein, welche von beiden gemeinschaftlich nach vorangegangener VcrstäN' dignug ausgehen. Die Acrathnngcn, welche abcr in Berlin wegen der Vorlagen mit Herrn Schccl'Plcsscn gepflogen werden, können daher unmöglich cin cinsci^ ligcö Vorgehen Prcnßcnö znm Zwecke haben, an welchem eö wie in allen bisherigen Schritten auch in diesem durch das österreichische Mitbcsitzcrrccht gchin« dert wurde. 54. Sitzung des AbgcMUtcnhlluscs vom 3. Mai. General, b" Minister«: Lasscr, Hcin, Frank, Damast" N°bl>achcr, GcncralkricgSkommissär ^ "^später Schmerling, Plcncr. der Ci,M,^"^""ll dcS Protokolls und Mittheilung über das K i^^" Fortsetzung dcr Verhandlung '^obudgct geschritten. Berichterstatter Dr. GiSlra erhält daS Wort, nm den gestern abgebrochenen Bericht fortzusetzen. Er bemerkt Eingangs seiner Rede, dcr NnSschuß sei dnrch-aus nicht imperativ vorgegangen, er habe nicht gesagt, bei dieser oder jener Position müsse eine bestimmte Summe erspart werden, sondern sein Bericht sei bloß ercmplltativ und setze auseinander, welchen Abstrich °"' N"s>ch"ß für möglich halte. Deßhalb habe der Ausschuß auch vorgezogen, die Bcwillignng einer HausäMnmmc zu beantragen, Redner fährt hierauf m der Oclaillirnng dcr cmzclncu Posten des Erfor-ocrm„cö gauz in derselben Weise fort, wie diese in dem gedrucklcu Berichte enthalten ist. Redner schließt, ^l ^, k '"!/, ^'"" Vergleich zwischen dcr vom l^chnß znr Anuah.uc beantragten Ziffer und der " d" A>>dgttkounnissiou im Jahre 185<>M alö ^^.0 7^""'^3 "kannten Zisser uud zeigt, o Ausschuß beantrage um 9 Millionen mehr, als dlc da!«allgc Commission ausgesprochen. Er verliest noch cmcn «hm von dem qcwescueu Kriegsminister ^^cnscld zur Vcrfüguug gestellten allcrunterlhäuigsten <>on>ag des Fiuauzministcrs Brnck aus dem Jahre 1«.)« m welchem die ^olhwen^gteit dcr Reduktion des Kriegsbudgets ciudriuglichst bcfürworlcl wird, welcher Vortrag den Zusammentritt dcr Budget-lommlsjwu znr Folge halte. li^.«,^?^'"''"^ dcr Ncnicrnng betrug nrspriing. lichnlS^rfordern.l)'. Oldinarinm . :»I,-i7l,'i72 n. ^traordinarinm I4^'l!).'!.,l<>^ fl. 5>ln m >, , Zusammen . W5,7U7.77^ ft. Die Bedeckung war veranschlagt: Ordinarinm . . 8,!)75.227 st. Extraordinarium . <)l.()(X) fl^ m^ ^ ^ a ^Z^annnen . <>»,0<>0.227 st. 3llS Znschllß auS dcu FinauM wurde somit ac< fordert W,70I.s)^5 st. " Dcr AuSschnß beantragt dagegen dnö Erfordcruiß im Gcsammlbctragc von .... 80,982.772 fl zu bewilligen, ferner die Bedeckung mit.......... . 10 432 227 fl einzustellen, daher den Znschuß aus ' den Finanzen nur mit.....79,550.545 fl zn bewilligen. Der Abstrich am Erfordcrniß beträgt somit ^löhnng der Bcdccknn 1,600.000 fl., d,c Dlfscrcnz daher 17,151.000 st.) In dcr Generaldebatte ergreift '„^^ Us^ ^« der mau gewiß n cht dc.i ^rw f^ ^ ^'''""'^°"' „>u m, I,„«thc,,e>cl »c„mm! wc>l> „, m die ÄM I dor. I°sw. 5«,«00 'w!a>.„ m.7l^° ..7^'/.'.' Abg. Tfchabnfchuigg: N^„ « ^ le Finanzlage deS RcichcS handle^ cie a e P ^dmineiui, dakdiefelbefchrtr^rigist 3s unpatr.olM, wenn man darüber mit Schweigen )>ansgn.ge. D.c Steuern sind uucudl.ch hoch und, n iis ^ ."^? """. s° 'chr gelitten, daß der Fiuanz! mustu jungst u>n c,nc vcrhältnißmäßig llcinc Sumnic zu cUangcn, dic lurrenteslen Einnahmen verpfänden mußte, dem könne sich auch der Herr Kriegsminister nicht verschließen. Weil das Militärbudget so aroß ist, deßwegen könne man für Unterricht, Industrie und Verkehrsmittel nur das Geringste aufwenden. Wie das Bcamtcnlhum, so ist auch die Armee nicht Selbst, zweck, sondern nnr Mittel zum Zwcck. Wie dcr Einzelne nicht Noth hat, stets mit gespanntem Re« volvcr cinhcrzugchcn, so ist es für die Staaten nicht nothwendig, immer bis auf die Zähne gcwasfnct zn sein. Dcr Minister dcS Acnßeru habe gesagt, Tester-reich sei von keiner Seile bedroht, dic Großmacht-stcllnnc, l'crnhc nicht nnr auf dcr Schlagfcrtigteil dcr Armce, soudcrn anch auf dcm finanziellen Wohlstände dcr Bewohner, auf einer gesunden Rechtspflege, auf gesunden Finanzen. Die Schlagscrtigleit dcr' Armcc ist unr cin Faktur dcr Großmachtstclluun., wird er zu groß, so leiden die anderen. Der bewaffnete Friede ist eines dcr ausgelebten Schlagwörtcr cincr vcraan. gcncn Zeit. Die Armce soll nicht bloß im Jahre lK05, sondern auch in fpülcrcn Zeiten schlagfertig scin. Beginne derjenige mit der Entwaffnnna, dcr dcr klügste ist. " u, l Schlnß dcr Sitzung halb 3 Uhr. Nächste Sitznng morgen. Oesterreich. "^. ^'^''. ?/"' ""erm 24. April d. I. von bcn nach St. Petersburg znm Studium dcr dortiarn Evi< dem.c cnliendctcn Aerzten Dr. ssarl Berti, ? ^! gen übcrcin, nnd stcllt sich dic K, ft?a?^ /'!' z n dcS Schncc ö n.chl gehörig vergrabene ode? von Wölfen ausaescharrte Eadaver von dcm im voria Jahre ycsallcuen Vieh sichtbar werdcn solltcn diele wlcdcr vergraben zn lassen und überhaupt alle Mak rcgcln zu trcncn, um essen Verdre.tuug vorzubeugen. Was das E? a . von Mcnschcn an d.cser Gauche betrifft, so hat d « nnr in emzelnen Fällen und nnr bei o chcn Person n taltgefundcn, welche mit dem erlrai.l en V el, änf° 'n Berührung kamen oder dasselbe stat 's Ä'ch zu verscharren, zuvor abhäuteten. Von iner möf rcn Ver rcit.iug dcr ^,dn« roour^ außer b S Pe terSbnrg .st nich)S bekannt, dagegen hencht ^^^^ <7,'f m> 7^.!" ^n Gouvernements Astralan Wi-lebSk MmSt, Volhynicn, Wladimir, Kalnga, llicw, Kursk nnd ^ula noch immer bedeutend. Eine Quarantainc halten wir mcht für angedeu-tet, da diese weder dcn Typhus, noch die I^ri« ^_ ^illW8 abzngrcuzcn im Stande wäre, beide Krank, hc.lcn von uuscrcu Grcnzcn cntfcrnl herrschen und die stbm,chc Scnche fett dem Herbste 1804 erloschen is Anch ,n St. Petersburg lommcu jetzt schon laa- 4R2 Die Epidemic ist bereits in der Abnahme be« griffen, so daß in den hiesigen Spitälern, zu welchen seit Februar d. I. als der Zeit dcS HiihcpnnttcS der Epidemie und dcr Ucbcrfüllung der Petersburger Hospitäler auch die zu einem Sftitale mit 1200 Äcttcu eingerichtete Ismailow'Kaserne gehört, im Ganzen bereits bei 400 Bcttcn lccr stehen. Wir tonnen nicht unterlassen zu bemerken, daß wir sowohl von Seite dcS kaiserlich russischen Mini« stcriums dcö Innern und von dem Chef dcS Dcpar-tcmcnts für Mcdizinalangclcgcuhcitcn, als auch von allen Direktoren uud Ordinarien der Hospitäler mit der größten Zuvorkommenheit empfangen und in der Erfüllung unserer Aufgabe auf daö Bereitwilligste unterstützt worden sind." Seit dem 17. April d. I. befindet sich auch ein englischer Arzt in St. Petersburg, von sciuer Regierung zur .Berichterstattung über die Epidemie hichcr« gesendet. — 3. Mai. Der Rektor Magnifikus der Wiener Universität, Professor Hyrtl, hielt gestern vor Beginn seiner Vorlesung eine Ansprache an seine Hörer, in wclchcr er die Studirendcn zur Betheiligung an der Uniucrsiläts-Jubelfeier eiulud und zugleich mehrere interessante Bemerkungen über diese Angelegenheit machte. Bor Allem sprach Hyrtl seine Ansicht auS, die Bezeichnung „Universität" entspreche jetzt nicht mehr ihrem Inhalte; viele Zweige der Wissenschaften habcu sich von der eigentlichen Universität losgerissen, viele gelehrte Körperschaften, Akademien n. dgl. bc> stehen für sich; Universität entspreche daher jetzt dem Begriffe cincr Gemeinde von kehrenden uud kernen» dcu, Ebcu als die Lerncudcn solleu sich daher die Studircndcn au deu Festlichkeiten im vollsten Maße beteiligen, nnd er müsse auch zugleich das Gerücht, „man wolle dieselbe» nur als Fackelträger verwenden", entschieden zurückweisen. Hyrtl glaubt vielmehr, daß auch Rcpiäscntautcn der Etudcutcuschaft als Redner anstrclcu müssen, und zu diesem Behufe sollte daS aus derselben zu wählcudc Comite mit dem Fcstco-nute sich in Vcrbindnng setzen. Der Rektor führte dcu Studenten zu Gemüthe, daß sie der Universität, die heuer ihr erstes Jubiläum feiere, durch Nichlbcthcili-guug au dem Feste, wie cö seinerzeit in der Hütlcl-dorfcr Zusammenkunft ausgesprochen wurde, ciuc große Kräutuug znfügcu würden; im Monat Äiärz tonnte mau die Feier uicht begehen, da bei deu Umfragen, die fchon vor zwei Jahren bei mehreren Universitäten angestellt wurdcu, sich Alles wegen Störung der Kol-lcgicii dagegen ausgesprochen hatte. Da nur noch drei Monate Zeit seien, so sollte sich das Festcomitc der Studirendcn recht bald lonstituircn, weil ma» ohne dasselbe leine Maßregeln ergreifen könne. Als zu cincr solchen Festlichkeit geeignete Lokalitäten be» zeichnet Ncdncr drei: dic Anla, die gegen 600 Mcn-schcu faßt, den kaiserlichen Rcdouteusaal, der 2000, und dic Reitschule, welche gcgcu 5)000 Pcrsoucn faßt. Professor Hyrtl gibt sich der Hoffuung hiu, daß Se. Majestät eine der beiden letzteren Lokalitäten zu dem Feste gnädigst einräumen werde. Die Hauptpunkte des Festprogramms scicn nun folgende: Am ersten Festabend Fackclzug vom Uuiucrsitätsplatz durch die Burg, wo Se. Majestät der Kaiser begrüßt werdcu soll, zum Exerzierplatz, auf dem eiu Staudbild Kaifcr Rudolphs aufgestellt sein wird. Die Rcdeu fclbst sollen, wie Hyrtl glaubt, uicht im Freien gchaltcu werden, uud zwar aus dem Gruudc, weil es uur der dem Sprecher nächsten Umgebung gegönnt ist, dieselben zu hörcu; es wäre daher der UnivcrsitätSplatz als ein von allen Scitm mit Maucru nmgcbcncr Ort zu diesem Zwecke anzuralhcu; die Fackeln würden in diesem Falle gleichsam als Ehrcnscucr vor dem Stand» bilde Rudolphs verbrannt werden und auf dem Platze vor dcr Aula, wo sehr viclc Menschen zusammcugc-drängt sein werden, wäre mit etwa 200 Flambeaux ein Kreis um die Redner zu bilden. Wie Professor Hyrll noch mittheilte, werden bei dcr Inbclfeicr nicht nur inländische, sondern auch ausländische Universitäten (unter Andcrm England«, Frankreichs und Italiens) vertreten sein. Wie man einem Mailänder Blatte anö Venedia. schreibt, hat die Gesellschaft deö Fcuice - Theaters mit 60 Stimmen gegen 17 beschlossen, dasselbe auch dieses Jahr geschlossen zu halten. Dcr Beginn dcr Schlußverhandlung in dein Prozesse gcgcn die Thcilnehmcr des Friauler Putsches ist nun definitiv für den 8. Mai d. I. in dcr Fc-stung Palmauuova anbcranmt. Drei Personen, welche bci dcr ganzcn Geschichte eine hervorragende Rollc gespielt hättcu, ist cs jedoch gelungen, sich der ihnen drohender Strafe durch dic Flucht zu entziehen. Zwci Führer von Frcischaarcn, Eallegaric und Rossi, mcl-dctcn sich krank, uud wurden iu das Zivilspital vou Palmauuoua gebracht, wo sie sich aus dcm Spitalc cutftrntcn und übcr dic Grenze flüchteten. Italienische Blätter mcldctcu bereits deren Eintreffen iu Mailand. Dcr dritte Entwiche ist ciu sehr rcich begüterter Edelmann auö Fnaul, wclchcr als Untcrstaudögcber uud wegcu Uiltcrstutzuug dcr Putschlnstigcn iu Untersuchung gczogcn, gcgcu Erlag einer Kautiou vou 500 si. abcr auf frcicm Fuße bclasscu wurde. Er ließ dic Kautiou im Stiche, flüchtete uud ist wohlbehalten in Fcrrara cin-getroffen, wo er mit dcu ebenfalls cutlommcucu Füh-rcru dcs Friauler Putsches, Audrcuzzi und Tolazzi, zusammentraf. Pest, 2. Mai. Von dem Prcßburger Welt« rennen schreibt mau dcm „Pcsti Naplo": Nicht uou dcm Wcltrcuncn will ich Ihncn berichten, sondern von was ganz Anderem, was bci dieser Gelegenheit die Herzen dcr hiesigen Beuöllcrung mit Freuden er-füllt uud sicherlich auf jcdcn U»gar herzelhcbcnd wir« ten wird. Se. Majestät war zn dem Wettrennen in Bcgleituug Sr. l. Hohcit dcS Erzherzogs Wilhelm erschienen. Se. Majestät erschien unter uns, bloß von cini-gcn Stabsoffizieren begleitet, wic ein Fürst, dcr uulcr fcincm Volte scinc bcstc Garde wciß, nnd dcr cs verschmäht, sich mit eincr Schaar vou Wacheu zu umgcbcu, wcnu cr sich unter dasselbe begibt. — Mit dcr huldvollsten Lentseligkcit verkehrte Se. Majestät mit deu zahlreich auwcscudcu Mitgliedern unserer Aristokratie, uud bcwcglc sich ohne jcdc Beglcituug hin uud her uutcr dcr dicht gcdräugtcu Mcugc. Es war dicß nicht allein dic Bevölkerung vou Prcßburg, welche Se. Majestät durch sciu Vertraueu auSgczeich« net; nciu, cs war daS Voll vou ganz Ungarn! — Und dicscs Volt wird das V.'rtraucu seines Monarchen nicht mißkcnnen! — Dcr Korrespondent zitirt hier aus dcm bekannten OstcrsountagSavlikcl deS „Naplo" jene Stelle, wo Dcat cbcufalls das Vertrauen und dic Hoffnung dcr Nation iu die Person dcs Monarchen fetzt. Se. Majestät, schlißt Korrespondent, verließ untcr den Jubclrufcu der Mcugc Prcßbnrg, cin unvergängliches Andenken iu unser Aller Herzen zurücklassend. Ausland. Aus Paris, 29. April, wird geschrieben.- „Im Quartier Latin herrscht heute wieder einmal große Aufregung. Ungefähr viel' bis füujhundert Studenten hatten sich auf dcr Place de la Sorbonne vcrsam-mclt, um nach dcr auicritanischeu Gesandtschaft zu gehen nnd dcm Minister dcr Vereinigten Staaten den Ausdruck dcr Gefühle, die das scheußliche Attentat uou Washington nutcr denselben erregt hat, zn überbringen. An dcr St. Michaclü.Brücke ai:acio!umcn, die der Polizeipräfettur gegenüberliegt, sticßcn dic Studenten auf zahlrcichc Haufen Poli^idicucr, die fie ailseinander tricbcu und mchrcrc derselben verhafteten. Widerstand Seitens dcr Studenten fand nicht Stall. Dicsclbcn zerstreuten sich schnell nnd bcgabcn sich in tlcinen Gruppen dcu Ehamps Elysccs entlang nach dcr amcrikanischeu Botschaft. Dort war abcr auch bewaffnete Polizeimacht aufgestellt, und zu ciucr cigcüt« lichcu Demonstration lain cs nicht. Die Aufregung, welche das Anftrctcn dcr Polizei crrcgt, ist groß, be-soudcrö im Quartier Latin. Kopenhagen, 2. Mai. Es hcißt nnnuichr bestimmt, dcr Rcichsralh wcrdc im Inli einberufen wcrden, ohne daß Ncuwahleu vorgenommen würden. Velssrad, 20. April. Dic Nachricht, daß die Montenegriner Feindseligkeiten gegen die Türlei bc< gonucu, ist vollständig falsch, uud dürfte dcr betreffende Korrespondent durch ein Exerzitium, welches die moutcucgrinische Garde auf eiucm Brachfelde bci Ectlinjc uoracnommcn, zu dicscr alarmirendcn Mel> dung veranlaßt worden sciu. Das Exerzitium dcr Garde wnrdc vorgenommen, um die ucncu prächtigen Stutzen zu probi, cn, welche Sc. Majestät dcr Kaiser von Oesterreich aus dcm Wiener Arsenale zum Gc-schenke geinacht hat. Diese Stutzcu habcu bereits die dcstc Propaganda für Oesterreich gemacht; der mon< tcncgrinische Gardist, dcr dcn schönen blanken Stutzen schnllcrl, spricht mit wahrlmftcr Äcgeistcrnug vom österreichischen Kaiser. Die crste Salve, welche bei dem gedachtem Exerzitium abgefeuert wurde, galt dcm Kaiser von Oesterreich. — Dcr aus Oesterreich nach Ecttiujc bcrufcuc Literal Sundccic ist mit dcu Ein» lcitungcu zur Herausgabe sciucr Zeitung noch immer uicht zu Ende. Er ist ganz kürzlich auS Prag zurück, gclommcu, wo er sich einige Zeit aufgehalten , um sich die erforderlichen Leltcrn in dcr bci deu Montenegrinern beliebten Schrift und Weise eigeuS erst gießen zu lassen. Aus Velssrad, ^tt. April, schreibt man dcr „O. D. P.": Im Ostcn Europa's beginnt cs sich wieder zu regen. Die Türkei hat zwar seit vicr Jahren nicht aufgehört, sich auf mögliche Eucntualitütcu vor-zubcreitcu, abcr jetzt schcinl ihr die Zeit zum Handcln wieder gekommen. Die Festnngcn Bosniens und dcr Herzegowina sind mit Massen von Kriegsmaterial allerlei Art vcrschcn worden; in dcn letzten Tagen sind große Transporte von Zwicback und Munition von Surajcwo nach Trawnit, Mostar uud Niksic, wic in alle fcstcn Plätze dcr Hcrzcgowiua geschickt wordcu. Schaarcn von Freiwilligen werden angeworden und mit Waffen ucrschcn. Täglich kommen die Mudirs aus dcu verschiedenen Gegcndcn Bosniens nach Sarajewo, wo Verhandlungen gepflogen, In- strullloncu ertheilt nnd künftige Feldzugspläne festgestellt wcrdc». Nebcn diesen Vorgängen ist noch die Thalsachc zn erwähnen, daß in Bijclina Ballten zum Bchnf dcr Befestigung der Stadt und Eiuquartierung vou 7000 Mann Militär in Angriff genommen sind. WaS ist das nächste Zicl dicscr Rüstungen? Die Türkcu meinen, cS gelte, Montenegro zu besetzen, wcil Luca Vucalowic, dcr die Stämme Piva, Drob« ftjaci und viclc Tansendc anS dcn anderen Gaucn der Herzegowina definitiv auf fcinc Sritc gezogen hat, sich mit Montenegro zu ucrciuigcu beabsichtigt. I<« scrbischcu Rcgicruugslrciscu glaubt lnan jcdoch, cs wird sehr bald zu ciuem größeren Kriege komme« und dcrsclbc vielleicht cudlich dic Lösling dcr oricn< talischcn Frage herbeiführn. Die Rajahs habcn jede Hoffnung aus cinc gefctzlichc, biirgcrlichc Stclluug im ottoiuanischcn Rcichc aufgegebcu uud werden sich nicht lauge mchr haltcu lasscn. Mal- und ProvinM-Vachrichten. Laibach, 5). Mai. Die „Mittheilungen des historischen VercinS" pro Mai 1K65 cuthalteu: Zur Frage übcr die Lagt uud AuSdchnuug der wiudischen Mark im Mittelaltel, vom Direktor Dr. H. Eosta; Monatsucrsammluugen im März imd April, endlich Vcrzeichuiß dcr Erwer-bnngcu. — Mit Bezug auf deu Schluß unseres gestriges Artikels über die Vichucrsichcruugöbanl „Apis" lhci« lcu wir mit, daß dic erforderliche Mimmalsnmme von 400.000 fl. bereits erreicht, dic Bank ihre Tha'< liglcit am l^. April schon bcgonncu nnd Hcrr» Ednard Ponr hicr zu ihrem Hauptrcpräscntantcll für Krain bestellt hat. — Das gestrige Mai-Fcst im Easinogartcn war ziemlich zahlreich bcsncht; dcr Abend war warm genug, um dcn Aufenthalt im Freicu angenehm z» mache». — Vom !». d. Äc. an werden bis anf-WcitcrcS zwischen Wicu uud Tricst dic touzcssiouslnäßigcu Eil' zugsgcbühren ohne Agiozuschlag ciugchobcn wcrdc». Wicncr Nachrichten. Ttticu. 4. Mai. In Abgeordnclcullcistn war das Gcrilcht ^'"" breitet, daß die Regierung bei dcm Militärb»d^ cincu Abstrich vou 14 Millionen Gulden zugestehe" wcrde. Dcr Abstrich, dcu dcr Ausschuß bcantnigv, l>e< ziffrrt sich mit 17Millioncn Gnldcu. (SirhcTclcssrannn.) — Nach einer statist!fchcn Uebersicht bclicfcn sul) im verflossenen Iahrc dic Spczial'Einsätzc in dic llcinc Lotterie im ganzen Rcichc auf circa 20 Millicme" Gulden. Die behobenen Gcwinne waren bei !>'/, Millionen Gnldcn, dic Regiekosten waren bcilänfiii 4 Millionen Gnldcn, und der Rcincrttag dürftc etwas über 6 Millionen Gulden sein. — Dcr bisherige Baudircktor dcr l. k. P>'''' Südbahngcfcllfchaft, t. wnrtlcmbcrgischc Obcrba»^ Karl v. Etzcl ist auf dcr Rcisc nach Stuttgart, vl>". ciucm ncucn Schlaganfallc betroffen, am 2. Ä^' Abcud 7 Uhr iu Kcmmclbach vcrschicdcn. Vermischte Nachrichten. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich währet dcr Eröffnungsfeier der Ringstraße iu Wien. D>c ZiuimcrmauuSgattin Auna ^itcsch war nämlich ebe>^ falls mit cincm 12jährigcn Knabcn uud cincin la»"' 6 Monate alten Kinde zur Besichtigung dcr Fe>e^ lichlcitcn anSgcgangcn, nnd lain vor dcm ehemalig^ Schottcnthore derart in's Gedränge, daß ihr iu de^ Augenblicke, als die Equipagen vorübcrfuh>en, l«>" Kind von dcu Armen hcrabgcrisscu und vou Mensch^ masscu mit fortgerissen wurde. Erst nach einiger ^ fand die unglückliche Mutter ihr Kind, lmchstäb^ zertreten, als Leiche am Bodcn liegend. ^ — Vor kurzer Zeit wurde die spekulative M in Oil Eity, Pcunsylvcmicn, durch die Äiachricht iibel rascht, daß dcr dort wohnende Neu Trench al"^ Eigeuthümer dcr wcrthvollstm Oel-Ländcrcicn ü'PeN sylvanien, bcim Ausgraben cines BrunucnS auf cll' Felsen gekommen sei, der einen Ton von sich ^ Nachdem man deu Felsen weggeräumt halle, jt>s sich dcn Augcu dcr erstauutcn Anwesenden cine "ll^ heuere Höhle. — Schnell wurden Leiter und 3"" ^ hcrbcigcbracht uud Herr Trcuchaid stieg '"'^ , Arbcitcru hinab, um die Höhle zu milcrsuchcu, "" ^ waren sie einige Schritte weit gekommen, als ^.^ Trenchard auf dcm Boden einige mexikanische ^,, bcr-Dollars fand und in kurzer Zcit tamcn ste ^ eine große eiserne, verrostete Kiste, ans dcrcn >l. , die noch kaum lcscrliche Jahreszahl U!'>)5> stand;'c dcrselbcu lagcn drei uud in dcr Ecke vicr """!",., Skclctlc. Die Höhle war so groß als daS >" , einer Schcner nnd mußte nach allcn Anzeichen " früheren ^citcn Räubern odcr Schmugglern i Schlupfwinkel gedient habcu. Bei fernere» Nacyl 4R5 chungcn fandcn sic weitere Kisten. Eine derselben war osfcn. In derselben befanden sich 5)000 Dollars in mexikanischen, brittischen nnd französischen Miinzen, das Tagebuch dcö Schiffes „Sally Ann", ein Schiffs« Chronometer, ein 'paar Pistolen nnd einige Matro« sentleidcr. Vüs Herr Trenchard nach dem ursprüng. lichen C'ingm^c der Höhle forschte, fand er, daß der-selbe durch einen ungchcueren Erdcinfall verschüttet war nnd dic Bewohner der Höhle lebendig begraben wnrdcn. Die Skelette waren thcilwcisc „och mit vermoderten Lumpen bedeckt. An einer Wand der Höhle fand man Schicßwaffcn, Enterhaken, Teppiche n. f. w. und ein prachtvolle»?, goldenes Crucifix, ssciner fand man in der Hand eines Skelettes die Schlüssel zu den anderen 5listcu, die sofort nach vieler Mühe nnd Anstrcngnng geöffnet wnrdcn. Iu der einen befand fich cinc Qnanlilät Juwelen und andere theuere Ar-tilcl, auö der zweite»^ lachte ein Haufen Gold den glücklichen Findern entgegen. Es waren nicht we« uigcr als 14.000 Dollars in englischen Goldmünzen; in dcn übrigen Kisten befanden sich Papiere nnd Ma» troscnllcidcr. Einen Brief, der fo alt war, daß cr kaum noch gelesen werden konnte, fand man ebenfalls unter den Papieren. Aus demselben konnte Folgendes entziffert werden: „William ist hingerichtet worden, paßt deßhalb auf, soust kommt die Ntihc an Euch." — Der Brief war 1701 datirt nnd da William Kidd, der berüchtigte Seeräuber, in diesem Jahre hingcrich» tet worden war, so glaubt man, daß ein Thril seiner Bande dic Höhle bcwuhut hat. Die Höhle wird jetzt von Tauscndcn besucht, dic immer noch weitere Eut» dcckungcn machen wollen. Aus >em Vcrichtösaalr. Laibach, 3. Mai. (Mord und Brand- legung.) Dic heule stattgehabte Schlußucrhaudlnng führte uuö wieder ein grelles Bild sittlicher Vcrdcrbt« hcit nnd größter Nohhcit vor. Vor einem Füufrich-tcrlollcgium hatte sich der 27. Jahre alle Frauz Himnovc wcgen Verbrechens deS gemeinen Mordes und der Vrandlcgnng zn verantworten. Der Anklage liegt folgender Sachvcrhalt zu Grunde: Am 7. November 1864 hattc sich der verehelichte Grnndbcsitzcr Josef Hladc von Kreuz in Ge« schuften entfernt uud lehrte bis in die späte Nacht nicht nach Hause. Das besorgte Chewcib begab sich zur Ruhe, auö welcher sie durch dcn Ruf einer nn> vclcmutcn Stimme, sie möac hmanöcilcn, da ihr Maun uutcn im Duisc ndacprüaclt li»d dem Stcrlicu nnhc licgc, gcn'cckt wnrdc. Dcin Rufe sogleich Folac lcislcud fand fic allf der Straße dcn nubclcumtcu i)tnfcr nicht, wohl aber in der Nahe dcö Autou Mornit'schen Hauscs ihren Ehegatten am Boden mit Blut überströmt nnd schwach röchelnd. Sie ricf um Hilfe und der Halbcnlsceltc wurde in daS Haus dcö Mo,tcudc Kops« verletzuugcil mit Kuochciisprnng uud Blutej,'travasat, Bruch der !)., 11., 12. nnd doppelten Brnch der 10. Nippe uud ging dahin, daß dcr Verstorbene am Hirnschlagfluß uud Gchirncrschüttcruug iu Folge Ein» druck nnd Sprnng des Schädels durch kräftige Ciu» wirkuug eines schweren stumpfarligcn Werkzeuges ver» storbcu, da dicsc Vcilchung nbsollit lödtlich sei. Die übrigen Verletzungen scicu au sich schwer, llcbrigcns sei dcr Thäter mit besonderer Grcmsamlcit vorgcgan» gen. Gegen Franz ^imnovc, dcr sogleich als Thäter bezeichnet worden, liegt nnn Folgendes vor: Cr sei am fraglichen Abende im Occpcl'schen Wirthshausc, wo sich auch Josef Hladc befunden, gewesen, nnd habe mit demselben, wie Ursula Occpek von Hladc gehört zuhaben angibt, wegen einer Woh» uung unterhandelt. Eine Gereiztheit sei an Franz Üimnovc nicht zn sehen gewesen, nur einmal habe er dic Worte auSgcstoßen, cS sci ihm glcichgiltig, ob er noch am sclbcn Abende oder ciuandcrsmal sterbe. Es habe sich sodann Üimnovc und nach einiger Zcil anch Hladc entfernt, letzterer habe, nach Angabc dcr Maria Moönil, seiner Gewohnheit gemäß, noch beim Bürgermeister Anton Moöuil gefragt, ob cr schon schlafe. Bald daranf habe Maria Moöuik ein Schlagen gegen die Bretter an dcr Ecke des HanseS gehört. Marianne Hladc, in der Nähe des HanscS des Moönil wohnend, habe zur nämlichen Zeit bei der Drcsch. tcuue ein Stöhnen nnd dcn Ruf: verfluchter Räuber, '""st du nicht schlafen gehen, und einen auf die Bret-g" acfühvtcn Schlag gehört. Dieselbe über diesen ^orfall erschvcckt, sei in daS Hans geeilt, habe ihren y t " Lranz Hladc geweckt, welcher an dcn That-b f^Mlcichcud'ciucn mit einem langen grancn Rocke uacl z!" ^""',, in welchem cr auch, dcr Gestalt am ^> U'mnooc zn erkennen glaubte, auf einen DcMbc s/'^"w' Menschen schlagend erblickte, nach sicl, s^l^^ "ncr Weile, einen langen Prügel gegen das Haus des Ianc^i eaauaen, er aber bald daranf von der Ehegattin. Had gerufen worden. Die Ehelente Johann uud Maria Tcrau, dem Hanse des An on Mo. gegenüber wohnend, seien in Folge dcö La « zum Fenster geeilt und sahen bei der Dreschtenne es Moönik einen mit einem langen granen Nock be deten Mann mit einem und ans einen an. Boden Stöhnenden Schlage h ren und sich sodann gegen die Ka> che s H. Vogel ent ernen, bald jedoch von " dcsa^ zurückkehren und anf den immerwährend sammelnd losschlagen. Der Thäter sci s°d°>" w'cder g gc, . das Occpcl'sche Haus gcgangcn, lcdoch bald ,mna gekehrt nnd habe nnn unter dem spölt.schcu Morn^. du vcrfluchlcr Slautar (Vulgarname des Io,cs .V)llloe) wirst doch einmal lrcpircn, auf'S Neue aus drn am Boden licgcndcn und stöhnenden MnsäM loSgc,chla' gen. Dcr Thäler, dcr zn drcimalen d,c Schlage wiederholt hattc, sei unu gegen ihre Bchausuug gc« lomlnen und habe zuerst das Wcib nnd als Johann Tcran antwortete, ihn gerufeu und ersucht, Leute zn holen, nm dcn Joscf Hladc nach Hausc z" tragen. Der Thäler, dcn er schon früher nach Gellalt und Nlcidnng zn erkennen geglaubt hatte, sei auch wirklich dcr vermuthete Frauz 8imnovc gewesen. Zeuge habe uun dem Kimnovc gerathen, den Bürgermeister zu rufcu, was derselbe jedoch mit dem ablehnte, er könnte erkannt werden, ans dcn zweiten Vorschlag jcdoch, das Wcib des Vcrlctzlcn die Helena Hladc rufcu zn gehen, sci er sogleich und insbesondere als < Maria Tcran ihm dcn Rath cilhcilte, dic Stimme zn verstellen, eingegangen, habe jcdoch beigefügt: Er müssc ihm noch zwei gcbcu, damit ihn der Tcnfcl. holen werde, und trotz dcr Bitten ocS Johann Tcran dcn Worten foglcich die That folgen lasfcn. Als der Verletzte in's Hans des Bürgermeisters nnd fodann in scin cigcncs gebracht wurde, sci jedesmal Franz ttimnovc zn ihrem Fenster gekommen nnd um Still-schweigen mit dem ersucht, daß sie sich dadurch uur^ Wege ersparen würden. Lvrcuz Ocepcl und Johann Icrcb bestätigen, daß, als sie dnrch den Lärm aufmerksam gemacht ans dem Hanse traten, ein Mensch in dcr Richtung vom Ha.:sc dcs Bürgermeisters mit einem Prügel bewaffnet gc« kommen, uud anch den ihm folgenden Johann Icrcl) I fchlngcn gewollt habe, bei welcher Gelegenheit derselbe in ihm dcn Franz 8imnovc crlannlc. — Weiter habe am Tage nach dcr That sich 6>mnovc, als cr von Andreas und Mathias Janc/ic- erfahren hatte, daß Joscf Hlade gestorben sri, aeälißcit, das; um ihn tcin Schadc sci, »nid „ach AlnMic dcS AndicaS Ia-nc/,il'' auf den Aiüvinf dcr Thätclschlisl acaulworlc«, daß cS wahr sei, sowic cr auch n^ch Ängadc dcS Gcndanncn Dorincl, wclchcr ih» iu Vl'diz, wohin cr nach dcr That sich bcgcbcn haltc, anctirtc, zn ihm gesagt habe, was geschehen sci, sei geschehen, mau möge ihn hängen oder erschießen. — Am 14. Auglist 1804 brach iu dcr Schupfe des 'Wirthes Occpck cin Feuer aus, wclchcS scinc sämmtlichen Wohn« nnd Wirlhschaflsgcbändc und sein gc. sammlcs Mobilarc einäscherte uud ihm einen Schaden von 1200 fl. zufügte. Da die Schupfe gauz mit Stroh gefüllt war, kein Mcnsch mit einem Vichte dort zn thun gehabt hatlc, das Fcucr zuerst bei ciium klci-ncn, in dcr Schupfcnthürc angebrachten Fenster zu sehen war, so ist zweifellos eine absichtliche Lcgnng vcrmnlhct nnd der Rnf sogleich laut geworden, daß Üimnovc der Thäter sci. Bezüglich dicscr That liegt Mchrcrcs gegen «im« nove vor. Vor Allem sci derselbe gcgcn die Occpcl'schcn Ehelcutc fcnidsclig gcwcscn, und habe bei Gelcacnhcit ciucs bcim Occpcl'schc» Wirthshanse entstandenen Brettes nach Angabe dcr Barbara Iuhant geäußert, daß die ganze Oecpct'schc Wirthschaft in die Luft gchcn müsfc, welche Aeußerung Maiia Korar mit den» Bei. satzc bestätigt, daß kimnovc noch hinzufügte, daß sie dcn rothen Hahn auf den Dächern hcrnmlauscn sehen würden. Am Tage dcS Brandes sci äimnovc in das Occpct'schc WirlhShans gclomincn und sci dort, ohne etwas zn bcgchrcn, grübelnd gesessen, habe sich sodann cnlfrrnt uud uach einer halben Viertelstunde sei das Fcucr anSgcbrochcn. Nach Angabc dcr Maria Mcjaö sei kurz vor dem Brande eine, dcr Gestalt nach dem ttimnovc ähnliche Person bei der erwähnten Schnpfc gestanden und sodann znm Ianc^'schcn Schweinstallc gelaufen, dort nach zweimaligem Vcrsnche nnter dcn Dachboden gestiegen. Als jene Person bei dcr Schnpfc gestanden, habe sie ein Aufleuchten gcschcu, jcdoch dabei an daS Anzünden einer Pfeife gedacht, als jcdoch die Helle größer geworden, habe sie Fcuerlärm gemacht nnd sogleich die innere Ueberzeugung gehabt, daß ttimnovc dcr Thäter sci, da ja so„st ^incr auf dem Dachboden dcS Janc/ic schlafe als cr. Zu dem Brande gekommen, sci Üimnovc ganz muffig gestanden nnd habe zn Andreas Ianc/i<' gesagt, cS möge 5 Klafter uutcr die Erde brennen, anch zn Johann Ianc/iö sci cr mit ciucr ähnlichen Acußc-rung, sie seien jctzt alle gleich, gekommen. Dcr Ursnla Occpck aber sci er, als sie ihn, als Thäler bezcich. „end, in die Brnst stieß, mit dcn rnhigcn Worten, cS sei ja recht, wenn er cs gethan habe, gegenüber «Meten. Anf Grundlage des Borangeführleu erhob die !f. k. Staatsanwaltschaft die Anklage gegen Franz ßimnovc, wclchcr, obwohl die Zcngcn mit Bestimmt« hcit und Nuhe ihre Angaben, »uic sic die Anklage anfühlte, machten, jedcn ihn belastenden Moment läng-uct und in denselben nichts als gegen ihn vorgebrachte Lügen erblickt. > Anch die Angaben dcö Bürgermeisters, welcher ihn als einen dnrch nud durch verdorbenen, zu jeder That fähigen Menschen schildert, erklärt cr nur als ! Nach beendetem AcwciSvclfahren faßt dcr Vertreter dcr Staatsanwaltschaft die Ergebnisse dcr Schluß-vcrhandlnng znsammcu und stellt dcn Schlußanlrag anf Schnldigcrlcnnung des Frauz .^imnovc wcgen Verbrechens dcS gcmcincn Mordes anf Gnindlagc dcS !ZcugenbcwelscS, wcgcn Verbrechens dcr Brandlegung anf Grnndlagc dcS znfammengcsetztcn Beweises und Vcrurthcilnng znm Tode dnrch den Strang. Die Vertheidigung überläßt der Beurtheilung deS hohen Gerichtshofes, ob bezüglich bcS Morde« der ZcugcndcwciS hergestellt, bezüglich der Brandlegung plaidirt sie für die Frcisprcchnng auS Unzulänglichkeit dcr Beweismittel. > Das sonach verkündete Urtheil erkannte dcn Franz äimnovc des Verbrechens des gemeinen Mordes und dcr Ärandlcgnng schuldig nnd verhängte über ihn die Strafe dcS TodrS dnrch dcn Strang, welches Urtheil ! Franz l^imnovc ganz ruhig anhörte und sodann die Berufung anmeldete. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. l Original-Telegramm. Wien, 5. Mai. Abgeordnetenhaus: Der Kriegsminister erklärt, der Kaiser habe den gemessensten Befehl zur größten Tpar-samkeit gegeben, (fr tuune aber «ber einen Abstrich von «> Millionen nicht hinans-' gehen. (5iu vom Iustizminister dem Hause überreichter Protest der IVieuer lyerichts-Präsidenten gegen Schindler's Angriffe auf den Nichterstaud wird als Negierungovor» läge einem Ausschüsse überwiesen. Verlin, 5l. Mai. Bei Urbcrrcichnng der Bei« lcidsadrcssc dn- Mitglieder des preußischen Abgcord-„clciihanscs an dcn amcrikanischrn Gcfandtcn danltc dicscr im '.'.'amci, dcr Regierung und dcS Volles der Unlon fnr die Thcilnahinc der Mitglieder einer so hochstehenden, in jcdcr Wcisc so ansgczcichlictcii Vcr. sammlnng. Er bctlagtc dcn durch Lincolns Tod cr. littcncn schweren Verlust und hob das große Verdir,.» dcr Deutschen in Amerika um die Sache dcr U,,io hervor; Amcnka werde uic vergessen, was dentschc fur sclnc Sache gethan haben. Scwards Befinden sel bciscr. dessen Tod wäre fast ein so großer ^crlnst w,c jener Lincolns. Durch Viueolns Tod wc7dc die Politik tc.nc Veränderung erfahren. Lincolns arösttes Verdienst ist, daß cr dcr trcuc Vollstrecker des Voll-willcuS gewesen sci. Dcr VoltSwillc sei dcrsclbc ae-blieben. Eine Veränderung sci nicht zn l'rfürchtcu, da Johnson, cm im langen öffentlichen ^ebcn wohl-geprüfter Staatsmann, mit Lincoln zugleich aewählt worden ist. ^ Verlin, 3. Mai. Die heutige „Prov. (5orr" schreibt: Der Antrag Preußens auf Befragung dcS fchlcöwig'holstcin'fchcn Volkes ist von Oesterreich m,< genommen worden. Dcr Wahlmodns sci noch uubk-stimmt. Die prcnßischc Negierung wünscht, daß die Vcrsammlnng sich nicht übcr die Finanzlage allein wie irrthümlich geglaubt wnrdc, sondern alle fragen äußern soll, welche anf die Zukunft der Hcrzogthümcr Bezug haben, obwohl derselben allein eine cntschci-dcndc Bedentnng nicht znzumcssen ist, und hofft, daß die nncrläßlicheu Forderungen, welche sie als Borbc-dingnng jeder Lösung dcr Hcrzogthümer.Fragc fest-hält, w ihrer Berechtigung uud Nothweudigleit im Interesse dcr Hcrzogthümcr anch von dcr Vertretung dcrsclbcu bereitwillig anerkannt werden. Die „Krcuzzcitnng" Hort, dah die Nntwort Preußens auf dic letale österreichische Depesche übcr die Kicl,r Angelegenheit bereits letzten Sonnabend nach Wien abgegangen sei. Der bekannte, in dcr „Prov.. Korrespondenz" vorige Woche dargelegte Standpunkt soll unbedingt festgehalten scin. Ncw-Vorf, 22. April. Eine (5xtra.AuSa.abe dcö „Newport Herald" versichert, Johnston habe tapitulirt. Vineoln's Vcgräbniß war imposant Sc-ward befindet sich besser. Booth wurde noch nicht gefangen, cin Mitschuldiger desselben verhaftet Einem Gerüchte zufolge werde Prcstou King Scwaro er. sctzcn.___________________ Verantwortlicher Redakteur: Iguaz v. Kleinmayr. Drnck und Verlag von Ignaz"v.'Kleinmayr st Fedor Vamberg in LaiVach. 414 Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurse an der k. k. öffentlichen Börse in Wien. Dl„ 4, Mai. 5'/« MctalliqucS 71.65 1»M-er Anlnh, 94 20 5°/, Nat.-Änl.'h. ?:'»^» Gild.r . . . 100,50 Aansatticil . j<0^.-. London . . 105 5><» Kreditaltien . 184 4') K. f. Dukaten 511 Irrmdcn-Anzeige Stadt TVicn. Di, Hcrrcn: M>«r.q. N^inann, K>!nf»!anu, vo» Nann. — Hochsingfs, P^olu'tcnhändlcr, von (. d. M. wcvdcn cinc Anzahl überzählige K.K.DimjlMlie u c r ä u ß c r t. } Inconnables, künstliche Zähne und Veliijse ohne Klammern, daö vorzüglichste, was die Zahntechnit der Gegenwart zn leisten vermag, verfertige ich nnd setze sie schmerzlos ein, ohne noch vorhandene Zähne oder Wnrzcln zn entfernen. 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SBcjirP6geric|)te ^atbctcj) n)tfb jur allgemeinen Äenntntfi gebradjt, baß über 2lnfuc|(en be§ 4>erni ACarl sptcl;lcr t?on Satbacl) tn bte fictwtllige öffentliche aSecdußerung seiner nächst SSaijl; gelegenen, im ©runbbuc&e SWagtjlrat Saibacl) siihSittf^SR^ 219JI, 222 unb 220 tjortommenben ßiegel-brenneret gettnlltget korben fei» SDtefe Kealitdt befielt au8 einem gemauerten/ mit Siegeln eingebeeften; ein ©tocE soften $au\t, bann Söirti)fd)aftögcbdubcn / ätveter ßtcgelöfen, mehreren SErotfen* unb Socfi;ütten unb einem ©runbfomplejtf t)on 24 Socl; 1386 DÄlaftcr» JDie ®eMube finb im besten SSaujufianbe/ bi^ äRdcfttigfeit ber gefjmfdjic^te beträgt bur$get)enb^ mc&f aW eine Klafter* 3ur f&otnatyme biefer gijitation wirb ber 9. mat L 3„ 9 Uf)r SBormittagö, loco ber Realität bestimmt. JDic 8igttation8bebingni|Te/bcc ©runbbucböejctraft Unn in ben gewöijiiltcften "Ämtöfiunben bei bem ge* fertigten ©ertöte eingesehen werbetu Ä. t. ftdbt. beleg. SBejirWgcric&t Zaibad) am 2. 9Rai 1S65. l^^) AMrl. künigl. priv. Riunione Adriatica di Sicurta. Die gefertigte Direktion beehrt sich, hiemit bekannt zu machen, daß in Folge des Ablebens des Herrn Max Kuscher nnt heutiaem Taae Hen E, T E R P I N zum Vertreter der Hanptastentschaft in Laibach der k. k. priv. «l,°»z<>,^ ^K.«>>-!»<»<-« «lll ^«<-,>^»T ernannt worden lst. Derselbe ist ermächtigt: Versicherungen gegen Feuersgefc.hr auf bewegliche und unbewegliche Gegenstände, Versicherung gegen Elementar-Schäden auf reisende Güter zu Wasser und zu liande, so wie Anträge auf Lebensversicherungen zu übernehmt Trieft, 1. Mai 1805. Die Direction der k. k. privil. Riunione Adriatica di Sicurtä. Mit Bezugnahme auf obige Bekanntmachung erlaubt die unterzeichnete Haupt-Agentschaft in allen obbenannten Ver° ^ichcrungs-Angelegenheiten sich bestens zu empfehlen, mit dem Bemerken: «. Daß die betreffenden Prämien je nach den verschiedenen Graden der Gefahr auf das Villigste bemessen sind, und die voN der Gesellschaft gebotenen Garantien, so wie die Versicherungö-Vedingungen die vollkommenste Sicherheit darbieten. 2. Daß die k. k. priv. /ii«,ti'tt«6 .4,/,-«'«^«