^M 54. »GH». Dinstag den 18. Februar. I l l L r i c n. ^aibach. D«r am t2. Febr. d. I. im hiesigen Nedouten-Saal« ^um Besten der Äleinkinder-Bewahlonstalt abgehaltene Maskenball hat wieder den Wohlthäligkeicssinn der Stadtbewohner auf daS glän' zendste belhäligt. Für abgenommene I2I2 Eintriltskarten « 40 kr. und durch viele höhere Spenden sind 938 fl. 4q kr. eingegangen, von dincn nach Abzug der Kosten ?8l st. ag kr. für den wohlthätigen Zweck rein erübrigten. Auf dcm Balle sind 1200 Personen erschienen. DieseS über alle Erwartung glückliche Resultat wird mit dem Auedlucke des innigsten Dankes gegen alle Jene, die «s Mittel- oder unmittelbar herbeigeführt, zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Triest 10. Febr. Seit beinahe einem Monate halt« man sich mit allerhand Berichten über Aufregung oder offenbaren Aufruhr in verschiedenen Pa-schalikS der europäischen Türkei bei uns getragen. Die neuesten Nachrichten aus Griechenland bringen darüber Erläuterungen, welche man leider, um Grie. chenlands selbst willen, nicht genua. beklagen kann. Gleich mit dem Ausbruche deö KampftS zwischen - Mahmud und Mthemed Ali regten sich in Griechen, land die Elemente der Kriegslust. Watend der Zoic der Revolution haben sich zu Viele der sogenannten Großen unter den Lefteiungühelden an das Handwerk dcr Ritter deS Mtttelalterö gcwohnt, als t>-,ß es nicht auch jetzt noch wenigstens Einzelne geben ft'llce. die, wie z. B, ein NikilaS, dcn Wiederaus' truch irgend eines Krieges als den Anfang einer freudigen Zukunft zu betrachten geneigt sind. I« weniger die Negierung auf Naubzüge oder gar auf einen offenen Krieg gegen die Pforte eingehen konnte, de-sio mehr mußten ihr solche echtgriechische Gemüther entfremdet werden. Daher die Phylorthoxia, welch« keineswegs bloß als eine Verbindung für die Aufpflanzung des Kreuzes auf den Mauern der hohc« Pforte angesehen werden darf, und daher ferner alle die großen Verlegenheiten, in die sich die Regierung König Otto's jetzt versetzt sieht. Unglücklicherweise mußte gleichzeitig von dem Krlegsministerium eine an sich keineswegs unzweckmäßige Verordnung ergehen, gemäß der alle Subalternossiziere, die auf Avancement Anspruch haben wollen, sich einer besondern, strengen Prüfung unterwerfen sollen. Das hat dem siaalSvbrecherifchen Bunde viele junge Leute zugeführt, »..5 noch mehrere sonst der Neglttung entfremdet, weil man diese Maßregel als lediglich im Interesse der bayerischen Offiziere ergangen ansah, die dadurch vor jüngeren nationalen Nebenbuhlern sichcr gestellt werden sollten. Die Aufdeckung dlS bereits sehr weit gediehenen V/rschworungsversucheS muß der Regierung offenbar gute Früchte bringen, vorausgesetzt, daß sie nicht durch die widerstrebenden Elemente selbst verhindert wird, kräftig genug einzuschreiten , UM sich des dargebotenen Gewinnes zu bemächtigen. Wahrscheinlich dürsten einige eng: lische und französische Kcicgsschiffe in die griechischen Häfen, namentlich vor Athen, comman, dirt werden, um gewissen Parteien zu zeigen, daß die Großmächte bereit seyen, das Streben der Ne-gicrung für Aufrechthaltung der Ordnung im Lande und an dcr Gränze kräftigst zu unterstützen. Näheren NichriHttu muß. man erst entgegensehen. Trie st, 13. Februar. Pas Dampsboot »B i-ron Eickhof," welches am i. d. M- seine Fa!nr von hier nach Spra antrat, mußte laut Briefen d.s Capstans Lucca Pellegrini, dcS stürmischen Wetters wegen, am 3. im Hafen von Melada einlaufen, und am ?. vor Zara die Anker auswerft«, und da es erst am 6 Morgens um 5 Uhr di, Weiterreise nach Corfu antreten konnte, so dürfte die Ankunft in Spra am 1i. l. M.Statt gefunden haben, und ds« Rückkehr.nach Triest daher um zwei oder drei Tage verspätet werben. 54 . Schifffahrt in Trie st: Am»». Februar. Veil« dig: Racehorse, Punchard, 6ngl., in « Tagen, mit Härillgen. Scutari: Tes«,. Nadimiri, Oister., ln ,4 Tagen, mtt Wolle und Seide. VV i e n. Se. k. k. Mai«stat g«ruhten dm Feldmatschall-Li'euteiiaiu G.,fen Cugen WratiSlaw, unter gleich« zeitiger caxfreier Verleihung der geheimen RalhSwurd», zu Allerhöchstihrem General-Adjutanten, und den Flügel-Adjutanten, Obristen Freihe,rn v. Moll, zum zweiten General'Adjutanten allerznädigst zu ernemien. Se. k. k. Majestät haben den geHelmen Rath, Felbmarschall-Lieutenant und Vic«»Präsidenten d«S HofkriegsratheS, Frecherm v. Pro haska, zum Chef der Militär'Section in Allerhöchstihlem Staalsrathe zu ernennen geruhet. Die e.k. allgemein»Hofkamm»« Hal tenCanural, Bezirks «Vorsteher zu Troppau, Cameralrath Anton Heidrich, in gleicher Eigenschaft zur Camera! «Be« zirks'Verwaltung in Klagenfurt übersetzt. Am 16. Jänner b. I. starb auf dem Propsteigue« Kirnbsrg, im V. O.W. W-. be« hochwüroigst« He« Dompropst von Wien, Joseph Spendou, insu^ lirter Prälat, Doctor der Theologie, Ritter des tais. österreichischen Leopold-Vrdens, k. k. nitd. österr. Re» gierungs - und fürsterzbischö'fiicher Consisiorialrath, n. S. Landstand, Kanzler der k. k. Viener Hochschul» und Dechant von Kirnberg. *) (W. Z.) V a l m a t i e n. Zara, am ?. Febr. Gestern find S». Execellenz Herr Wenzel Graf Vetter v. Lilienberg, e. ?. wirklicher geheimer Ralh und Kämmerer, General, Feldzeugmeister, Civil, und Militär--Gouverneur van Dalmalien, dann Großkreuz und Commandeur m«h« rererOrden, im ?). Lebensjahre, allgemein betrauert, gestorben. Kroatien.. Correspondenznachrichlen aus Seml in vom 27. v. M. berichten uns nachstehende Neuigkeiten: Der mit besondern Aufträgen der allllrten Mächte an Mehemed Ali Pascha abgeschickte Kiamil Pascha (S.uns. Zeitung Nr. 3 v.2L< Jänner) konnte sich nicht einer besondern Aufnahme in Alexandria erfreuen. Mehemeb Ali Pascha wies di« von Kiamil Pascha iiberbrachten ?luftrage mit Hohn und Spott zurück. — Die vereinigte türkische und ägyptische Flotte im Hafen von Alexandria liegt, vollkommen gerüstet, schlagfertig. — Die türkischen und ägyptischen See« ') D'< Viographie dieses nm den Staat hochverdienten Krai« «^ nerj wird n^lystenä im Illyrischm Hl^tte erscheincn. offijlere ssnb auf allen Kri'egSschiff«« so' unlereinan-! dl« gemischt, daß aus einem tülkischln Kriegsschiff «in ägyptischer -» und auf einem ägyptischen ein türkischer Offizier den Oberbefehl erhalten hac. — Alle Vorbertitungen in Alepandilen deuten dahin, daß Mehemed Ali nicht gutwillig, und zwar um so lvtniger, da «» von einer großen Macht unterstützt wird, di, Vorschlag» der alliirtin Mächte annehmen wlro. Seit dies«! unerfreulichen Nachricht aus Ale-randrlen werden täglich Conferenzen bei Reschid Pascha, bei welchen auch di« Gesandten Oesterreichs, Rußlands, Englands und Preußens, gegenwärtig sind, abgehalten. (Agr. Z.) N e I 2 i e n. Vlüss»l, 2. Fed,. Prinz Albell, dtt Vnw-tigam der Königinn von England, ist auf seiner Reis» nach London, in Vtgleitung seines Waters, des regierenden Herzogs, seines Bruders, d«S Erbprinzen, ft tvie des Lords Torringlon und des Obristen Grep, gestern hier angekommen. Der Prinz kam von Lül-lich auf der Eisenbahn an, und ward auf der Brüsseler »Station von dem Scabtgouverneu» lund den Adjutant»» des König« empfangen. Das Regik,,nt Gulden folgte dem Zuge und eröffnet» ihn. Dit Besang stand unterm Gewehr. Der aus fünf Hof-wägen bestehend« Zug fuhr durch die Hauptstraßen und den Boulevard in das Palais. Dabei hatten sich eine Meng« Zuschauer eingefunden. Zur Seil« deS Wagens der Prinzen, di« nicht in Uniform waren, rillen der Militärgouverneur und der Platzcommandant. Der englische Gesandte am Brüsseler Hof« folgt« ihnen. Sie stiegen an einem der Pavillons des k. Pallastes ab. Diesen Abend ist großes Din,r bei Hase, nach demselben Ball. Der Aufenthalt der Prinzen wird nicht über den 6. oder ?. dauern. Prinz Albert war in unserer Stadt schon bekannt, mdem .er die Jahrs 4826 und 1337 mit seinem Bruder, den» Erbprinzen von SachsenCoburg, hier zugebracht. Man vernahm von Allen, die ihn kannten, nur Löbliches und Rühmliches über ihn. Er studierte hier Mathematik, Militärwissenschaften und französische Literatur, sg wie Staacsöconomie, und bezog dann als Scudent die Universität Bonn. Der König Leopold hegt ein» besondere Vorliebe für ihn. (Allg. Z.) Frankreich. Algier, 25. Jänner. Ueber die Begebenheiten lm Innern fehlt es durchaus an Nachrichten; man weiß nicht einmal, auf welchem Punct Add«el?Kader sich befindet. Unsere Neugierde erhält keine andere Nahrung, als durch die beständige Ankunft von Truppen, deren große Zahl uns zu beunruhigen anfängt, (was besonders hinsichtlich der Infanterie gilt, denn Cavalleri« können wir eigentlich nie zu 55 vl'el bekommen.) Die Armee wlrd starker seyn, als bei ihrer Landung im Jahr l830, und dieß dürfte d«deul«nd« Kosten verursachen, wtlch« in künftiger Session den Gegnern Alglers in der Kammer Stoff zu Declamation«« geben weiden. Die Stadt Scherschell, dei welcher der kürzlich erwähnt« Sceraub verübt wurde, ist in einem beständigen Bombaldemenlszustand. Es fährt mcht Ein Schiff d«r königlichen Marine vorüber, ohn« »inig, Kugeln auf dieselbe zu schleudern. Vor drei Tagen feuerle die Brigg Euryale 200 Kugeln auf Scherschell,' vorgestern war an dem Dampfbool Chi-mer, die Neihe, «elches 150 Kugeln abschoß. Di, Städte sind aber in diesem Land nicht so häusig, als daß man sie so leichtsinnig zerstören sollte, und dieß thut man im Augenblick der Eröffnung eines FeldzugS. welcher vielleicht die Besetzung von Scher« schell nothwendig macht! Ueberdieß weiß man wohl, daß jener Piralenact von den Kavylen des Stam. meS Schenuah, welche die Gebirge in bcr Umgegend von Scherschell bewohnen, verübt worden ist. Die Stadtbewohner hatten daran keinen Theil. Sie unterhielten mit uns einen beständigen Handel, versahen uns mit Getreide, Weizen, Töpfergeschirr, und hallen keinen Grund uns anzugreifen. (Allg. Z.) K p 2 n i e n. Madrid, 27. Jänner. Die ChristinoS können Degen der Jahreszeit nichts thun als sich in einigen den Cailistischen Forts nahen Ortschaften verschanzen und Magazine anlegen. Skandalös ist aber di« Herrschaft, welche dle Carlisten in Cuenca und Gua» dalarara ausüben, und welch« die Regierung mit Gleichgültigkeit ansieht, weil sie fast lauter liberale Ortschaften trifft. In Cuenca besitzen die Carlisten «in neues Fort in Villora, einige Meilen südlich von Cancte auf dem Wege von Utlel nach Cuenca. In Guadalajara haben sie. vier Bataillon« und vier Escadronen stark, die nur «us s^« Compagnien und 120 Pferden bestehende Colonne des Commandanten Quinones bis Orche, zwei Meilen von Gua« dalarara, zurückgedrängt. Während dem sind 2 bis 4000 Mann ln ßmnca (der Stadt) und <» l,zz 5000 dle aus der Manch» gezogen wurden, in der Nähe von Madrid siatiomrt. ohne etwa» zu thun — es ilt nothwendiger di« Wahlen als den Feind zu beobachten. Efpartero hat nach der Dimiffion des Generals Valdes nun auch den Oberbefehl in Catalve nlen erhallen, wegen der Einheit der Operationen sagt das Decree, aber diese Einheit muß für Cuenc» und Guadalajara nicht nothwendig seyn, sonst wäre — In der Nähe von Macao halten die Chinesen neuerdings eine spanische Brigg, wahrscheinlich von den Philippinen, ver« brannt. Die Portugiesen in Macao hatten dieselbe reclamirt, die Chinesen aber erwiederten, das Schiff werde von Rechtswegen verbrannt, w«il es mit Opium handle. (Mg. Z.) Vermischte Nachrichten. Fran zösischeW latter melden Folgendes : Di« Stadt Saint: Germain l'Herm in Puy de Dom und die benachbarten Gegenden sind in die größte Bestürzung versetzt; der Verkehr ist abgebrochen, und die Briefbothen haben ihren Dienst eingestellt. Ein Thier von äußerster Wildheit und Grausamkeit macht die Gegend unsicher. Die ihm gefallenen Opfer sind zahlreich. Zum Erstenmale zeigte es sich in der Gemeinde Fornuls, wo es seine Wuth unter den Gruppen der Bevölkerung ausließ. Auch die Gemeinde Cambon, und Saint-Vomes wurden von ihm heimgesucht. Einige Menschen wurden so fürchterlich zerbissen, daß mehrere derselben starben. Das Ungeheuer scheint in Büffons Naturgeschichte nicht verzeichnet zu seyn. Es hat die Gestalt eines gewöhnlichen Wolfes, ist aber gleich einem Tiger schwarz und weiß gestreift. Sein Haar steht straff empor, gleich den Borsten des Schweines, sein Fell ist hart und geschuppt, seine Füße mit krallenanigen Klauen bewaffnet, welch, an Allem, was sie berühren, blutige Cpuren hinterlassen. Unsere Bergbewohner halten es für eine Hyäne, gleich der, welche früher das Lozero-Departement verheerte. Eine Zeitung versicherte vor einiger Zeit, der Buchstabe NI spiele die größte Rolle in der Musik, und führte an: Mozart, Mehul, Mendelssohn, Mo-scheles, Meyerbeer, Meyseder, Moliqüe, Milder, Malibran ?c.; von einer andern wird aber dagegen der Buchstabe V als noch wichtiger aufgesiclll. Sie nennt Bach. Beethoven, Boieldicu, Bennet, Vocklel, Gcllini, Bertini, Bohrer, Vcrlioz, Burgmülttr, Vä'rman, Benedict, Belleville, Blahetka, Blanchacb, Braham, Balfe, Bochsa, Vot<,orschek. Die Firma Brcilkopf ist die berühmteste in Deutschland in Hinsicht auf Musiluerlag, und Vroabwood der berühmteste Piano-Forte-Bauer in England. Nacl) dem Journal „Audience« erzählt Galignani's Messenger Folgendes: «Ein Mann von Bildung, der durch die Revolution von 1320 den größten Theil sein,3 Vermögens verloren hatte, beschloß, jenseits des V!ce-r,s sein Glück zu versuchenj vor seiner Abreise von Paris deponirle er bei einem Freunde 20.000 Fr. als einen Nolhpfennig für den Fall. daß die beabsichtigte Unternehmung fehlschlagen sollt«. Aber neun Jahr, vergingen, ohne daß zwischen d,n Freunden auch nur eine Zeile gewechselt worden wäre, als vor einigen Tagen derjenige, der sein Vaterland verlassen hatte, nach Fehlschlagung aller Unternehmungen, nachHaucr zurückkehrte, um in P.nis seine hinterlegten 20,000 Fr. aufzunehmen, und in Frankreich sein Leben zu beschließen. Er eilte nach der Hauptstadt, doch sein Freund hatte die frühere Wohnung verlassen, und wohnte jetzt, ein Mann des Unglücks, der sein ganzes Vermögen durch das Spiel verloren hatte, in einem Dachstübchen der Nue Froid« Mameau. In der Wnih der Verzweiflung rannte der andere dahin, erklomm die zahllosen Treppen, trat in das Slübchen, und erkannte kaum seinen Freund, der lm Anzüge »ln,S Bettlers auf einem Strohstuhle saß, welcher nebst einem elenden Bette das ganze Hausgeräthe des Stüb-chens biliett. Bitter schonungslos waren die Vorwürfe des Heimgekchrten. Da, ohne ein Wort zu erwiedern, erhob sich mühevoll der Bettler von seinem Sitze, wa«kte zu «lner Truhe, öffnete sie, und übergab dem Freunde die 30,000 Fr. in blankem Gold,. Der Jammer hatte den Armen fast todllich niedergebeugt, under bat als einzige Belohnung den Glücks licheren um einiae Sous, — um Brot zu kaufen. DaS Weitere laßt sich denken.« Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleinmayr.