PrSnumerationS - Preise Für Laibach: Ganzjährig . . 8 fl. 40 tr. Halbjährig . . 4 „ 20 „ «ierteljährig . 2 10 „ Monatlich ... — „ 70 „ Laibacher Mit der Post: Ganzjährig 12 fl. Halbjährig................. 6 , vierteljährig 3 „ Für Zustellung in« HauS viertelt. 25 kr., monatt. 9 kr. Einzelne Nummern 6 kr. TJ 'agblalt. Anonyme Mittfieilimgen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesentet. Redaction: Babnbosgaffe Nr. 16. Expeditio»S-L Jnserate«- vureau: Longreßplatz Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein-mayr & Fed. Bamberg.) JnsertionSpreise: Für die einspaltige Petit»eile ä 4 fr., bei »iedctt'cfttr'CiNf *> sifiolmng ä 3.tr.v; Anzeigen bis 5 geilen . -W?. Bei größeren JnseraM.Mtz^^> öfterer Einschaltung entfptt»^ »ender Rabatt. Für complinerten Satz des«», dere Vergütung. Nr. 56. Freitag, 9. März 1877. Morgen: 40 Märtyrer« io. Jahrgang. Eine patriotische Rede. Ritter von Schmerling, der große österrei. chischt Staatsmann, dtffen Nome in allen Reichs-thkilin guten Klang hat, wohnte am 4. d. in Wien der GründungLfeier des deutsch-österreichischen Lest-verein« bei und hielt bei dieser Gelegenheit an die studierende Jugend eine mit begeistertem Bei-fatleftui me begrüßte Rede, deren bedeutsame Stellen wir hin naLfolgend zitieren: „Etwas spät sind die Studierenden Wien- gekommen zu dim ArSdiuck ihrer österreichischen Gefühle und ihres öftetteichischtnBewußt-se in« , aber Gott sei Dank, sie sind dazu gekommen. C« ist rin alter Oesterreicher, der zu Ihnen sprich«, aber er fann er betheuern, er war es sein Sieben« lang in Gedanken, in Worten und auch in Thaten. Er hat daher da« Recht, an seine jungen Freunde heute einige Worte zu richten. Sie seien Worte de» RatheS, nicht gesprochen von einem alten griesgrämigen Professor, sondern von einem Freunde der Jugend, der trotz seiner Jahre sich ganz gut in Ht Empfindungen und in die Gefühle seiner jungen Freunde hineindenken kann. Mein Erstes ist: Be nützen Sie die Zeit, die Sie an der Hochschule zubringen, eifrig für die Erfüllung Ihres Berufes; seien Sie eifrig in der Pflege der Wissenschaft und vergessen Sie nicht, daß in unserem schönen Vater-lande längst die Devise herrscht: „Nur Wissenschaft ist Machtnur dann wird Oesterreich feiner Mission gerecht werden, wenn e« auch ein Kultur» stant ist. — Wenn Sie aber dann in das Leben hinaustreten, dann rufe ich Ihnen zu: Stolz liebt ich den Oesterreicher! Dann heben Sie kühn den Blick und treten Sie energisch jedem entgegen, der deutelt, kritisiert and mäkelt an den Zuständen unseres Reiches. Weisen Sie den in seine Schranken, der nur den Splitter in dem österreichischen Buge sieht und dabei vergißt des Balkens in seinem eigenen Auge. Lassen Sie sich nicht irre machen durch die Bemerkungen über die traurigen Zustände unseres Reiches; weisen Sie die Leute auf die Blätter der Geschichte, sie werden in ihr lesen, welche schweren Prüfungen an das Reich schon herangetreten sind, aus welchen es sich immer aufzuraffen verstanden hat, aber freilich nur dann, wenn alle Völker Oesterreichs unter dem s chwarzg eiben Banner sich vereinigt haben! Und so soll es auch in Zukunst sein. Seien Sie Missionäre für das österreichische Bewußtsein, Missionäre für österreichischen Stolz. Sie haben Recht, sich Oesterreich« zu rühmen. Entsagen Sie dem Pessimismus, der so sehr in alle unsere Kreise hineingreift; raffen Sie sich auf zur energischen Tha', und der Sieg wird stets Ihre Thaten begleiten. Als alter Oesterreicher habt ich mir erlaubt, Ihnen den Rath zu eriheiten, denn ich trage das Bewußtsein in mir, mit jeder Fiber meines Lebens an dem theuren Valerlande zu hängen." Schließlich wünscht Redner dem neuen Vereine, er möge kr ästig gedeihen, einen edlen Wetteifer erzeugen in der Pflege der Wissenschaft, und die wahre Kameradschaft nähren; er möge die ideale Richtung bewahren und dem Mam- mon des Geldes in keiner Weise huldigen. Diese Gefahr wird übrigens keine große sein. Mögt in diesem Vereine auch die Geselligkeit ihre Stjtttt finden. „Ich liebt nicht die Duckmäuser und die Leute, die immer nur nach der Studierstube riechen." Die Universitäten sind die Pflanzstätten dtr Wissenschaften, in ihren Räumen soll nur de» Evangelium vom Schönen, Guten und Wahren gepredigt, von denselben soll politischer Parteihabet ferne» gehalten, dieselben sollen nie zur politischen Arena herabgewürdigt werden. Der Hochschule obliegt überdies die hochwichtige Ausgabe, durch fleißige historische und staatsrechtliche Studien der Jugend die rechten und echten Grundlagen des österreichischen Patriotismus beizubringm. Dtr tchtt österreichische Patriot darf seine Heimat nicht in Petersburg, nicht in Rom, nicht in Berlin, sonder» er muß sie in Oesterreich suchen. Der. echte österreichische Patriot muß der nationalen politischen Äannengitßerei und Kurpfuscherei, der großslavischen Zukunftsmusik und den feudalklerikalen Ohrenbläsern fein Ohr verschließen; er muß mit Leib und Seele den Ideen der modernen Zeit, den Anforderungen der Neuzeit und freiheitlicher Strömung Rechnung tragen; er muß mit allen Kräften dahin wirke», daß die Id« der österreichischen Reichseinheit mehr und mehr Wurzel fasse und die Entwicklung des Verfassung--mäßigen Lebens in Oesterreich von keiner Seite gestört werde. Der echte österreichische Patriot kennt nur ein Losungswort: den Frieden aller Nationen Feuilleton. Das Geheimnis des rothen Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Martha blickte nach ihrem Vater hin. Seine düstere Miene machte sie zittern. Sie streckte ihre Hände nach ihm aus. „Beunruhige dich nicht mehr, mein Vater," fagte sie. «Du hörst ja, daß alle unsere Freunde hoffen." Jetzt erwachte Paulinens Söhnchtn und begann zu weinen, wie alle Kinder zu thun pflegen, wenn der Schlaf sie verläßt. Es war schon spät geworden. Herr von Val-'«res mahnte zur Heimkehr. ..Pauline," sagte er, „der Kleine muß zu Bette, wir müfftn fort. Es ist ziemlich kalt heute Abend. Hülle das Kind warm ein." Die junge Frau, die den Kleinen schon ausgenommen, küßte ihm die Thränen aus den Augen, woraus es ruhig wurde und lächelte. Sie hüllte ihn in ihren Plaid und machte sich zum Aufbruch fertig. Paul legte seiner Gattin einen weiten Mantel um die Schultern. Man nahm nun den gewohnten herzlichen Abschied. Der Banquier küßte Martha auf die Stirn. „Morgen sehen wir uns wieder, mein gutes Kind," sagte er. Simon begleitete seinen Besuch bis an die Gartenthür. Paul Morgan suchte den besorgten Vater mit tröstenden Worten aufzurichten. Er drückte ihm die Hand und sagte: „Ich versichere Sie, mein alter Freund, Sie haben Unrecht, Schlimmes für unsere theure Martha zu befürchten. Nach meinet Meinung ist sie gänzlich außer Gefahr." Simon antwortete erst durch einen Seufzer. Als man sich aber trennte, murmelte er: „Ich wollte aber doch, daß der Arzt käme." Als Paul mit seiner Gattin und feinem Schwiegervater in dem Wagen saß, der sie abholte, sagte er zu dem Banquier: „Ich glaube doch, mein Vater, daß Sie sich bezüglich der Handschrift geirrt haben. Ei» Mensch, dem drei Millionen winken, sieht nicht so traurig au» wie Simon." Wahrend die Genannten nach Hause fuhren, blieb Simon an der Gitterthür zurück, die Brust von fieberhafter Ungeduld erfüllt. Es dauerte noch eine halbe Stunde, ehe der erwartete Arzt kam. Als er endlich erschien, tief ihm Simvn entgegen : „Dem Himmel fei Dank, daß Sie kommen, Herr Doktor! O, ich habe Sie schon mit Sehnsucht erwartet.“ Der junge Arzt erschrak. „Was ist geschehen?" fragte er. „Wie befindet sich Martha ?" „Nicht schlimmer als gewöhnlich," antwortete Simon. „Warum denn diese Ungeduld? Sit habttt keinen Grund dazu." Martha’« Vater preßte seine Hand aufs Herz. „O, feit drei Stunden," rief er, „scheinen mir die Minuten Jahrhunderte zu sein." Mit diesen Worten führte er den menschenfreundlichen Arzt in den Garten. Aber in der Nähe des Haufe« hielt er ihn zurück. »Herr Doktor, noch einige Worte, ehe wir in« Hau« treten,“ sagte tr. „Glauben Sie, daß große Aufregungen tödten könntn?'' de- Kaiserstaates und gemeinsame» Kampf für Vaterland, Freiheit und Bildung! Die Ansprache des körperlich greisen, jedoch geistig ewig jungen Staatsmannes ist nicht nur an die Studierenden Wiens, sie ist an die studierende Jugend in ganz Oesterreich gerichtet. ES ist in erster Linie heilige Pflicht der Lehrer, der Jugend österreichisches Gefühl und österreichisches Bewußtsein einzuflößen. In BalvasvrS „Chronik" begegnen wir einem gelungenen, Patriotismus hauchenden Bilde, nämlich Ärain huldigt dem Hause Habsburg. Möge der studierenden Jugend Krains dieses patriotische Bild auf allen Wegen vor die Augen treten. Möge die studierende Jugend Ärain« nie vergessen, daß sie zwei Ziele anzustreben hat: die Wissenschaften und da- österreichische Gefühl zu pflegen. Die studierende Jugend KrainS darf keinen Augenblick vergessen, daß sie ihre Zukunft nicht in Petersburg, nicht in Moskau, nicht in Belgrad, sondern in Oesterreich zu suchen hat. Der österreichische Doppelaar ist das Zeichen, in welchem auch die krainische studierende Jugend zum Siege gelangen wird. Auch die studierende Jugend Krains möge durch den Eifer und Patriotismus seiner Lehrer zu Missionären des österreichischen Bewußtseins, zu Missionären des ö st e r r e i ch i s ch e n Gefühles, herangezogen werden. Möge sich die studierende Jugend auf diesem Wege weder durch die politischen Kurpfuschereien des nationalen Halbstuden-ten de« „Slov. Naiod" noch durch die Ohren-bläsereien des klerikalen „Slovenec" irremachen lasten. Die Friedensproclamation de« Fürsten Milan von Serbien lautet: „Meinem geliebten Volke! Aus meiner Proclamation vom 18./30. Juni vorigen Jahre« sind meinem thenerrn Volke die Gründe bekannt, welche un« nöthigten, die Waffen zu ergreifen. Ebenso bekannt ist demselben, warum wir gemeinsam mit Montenegro kämpften. Heute, wo da« Schicksal der Christen im Oriente sich in kräftigeren Händen befindet, bin ich glücklich, meinem treueren Volke bekannt zu geben, daß ich nach Anhörung der großen National-Skupschtina den Frieden mit der oltomanischen Psotte abschließe. Meine Bevollmächtigten haben am 12./24. Februar mit dem kaiserlichen Minister de« Aenßern da« Friedensprotokoll unterzeichnet, welches ich meinerseits auf telegrafischem Wege ratificierte. Serbien verbleibt unter Garantie der Großmächte in seiner Beziehung zur Hohen Pforte, wie vor dem Kriege. Bi« Ende de« Monat« (alten Stile«, d. h. bi« 12. März) werden sich sowol die türkischen al« die serbischen Truppen auf ihr Territorium zuritckziehen. „Da« hängt von Umständen ab," versetzte der Arzt. „O mein Gott!" rief der arme Simon, sein Gesicht in seine Hände verbergend» „ich wußte wol, daß e» zu spät käme." „Um was handelt es sich denn?" fragte der Arzt. Simon ergriff lebhaft seine Hand. „O Herr Doktor, Sie totsten nicht, daß ich reich geworden bin." „Reich?" fragte der Arzt erstaunt. „Ja, ja, unermeßlich reich," wiederholte Simon. Sein Begleiter trat einen Schritt von ihm zurück. Er glaubte, der Vater feiner Kranken habe plötzlich seinen Verstand verloren. Simon bemerkte, daß der Mann der Wisten-schaft ihn forschend anblickte. Er faßte aufs neue besten Hand. „Ja, Doktor, ich bin reich; ich besitze drei Millionen — hundertsünfzigtausend Franken Rente. Verstehen Sie? Ich schwöre Ihnen bei dein Leben meines Kinde«, daß ich die Wahrheit spreche. O, ba« ist ein Schwur, dem Sie vertrauen können." „Gut," sagte der Arzt, „ich will Ihnen glauben. Aber wenn Sie so reich sind, warum denn Für die Christen, welche während des Krieges in Serbien eine Zuflucht fanden, wurde eine voll-ftäniige Amnestie vereinbart, und find sichere Aussichten vorhanden, daß die Lage derselben in ihrer Heimat eine bessere wird. Brüder! Mit heutigem Tage hört der Kriegszustand in Serbien sowie die hiedurch hervorgerufe-nen besonderen Maßregeln auf. Einige andere Gesetze bleiben in Kraft bis zum gänzlichen Uebcrgunge zu geregelten Zuständen. Zurückkehrend zu den FriedenSbeschäskigungen, wollen wir uns vor allem unserer tapferen Kämpfer erinnern, welche auf dem Schlachtfelde fielen. Ihre Namen werden immer in dem Andenken des dankbaren Volke« leben. Erinnern wir uns auch unserer Verwundeten, die zu jeder Arbeit unfähig wurden. ES ist unsere patriotische Pflicht, denselben ihr Dasein zu erleichtern. Vergessen wir auch nicht unsere Grenz.Mitbürger, welche durch die Kriegsereignisse am meisten litten. Es wird eine Hauptaufgabe meiner Regierung sein, dieselben mit den ersten Bedürfnissen zu versehen, damit ihre Tage erleichtert werden. Indem wir unsere Pflicht auf dem Schlacht-felde gegen unser Vaterland und unsere Brüder erfüllten, bestreben wir un» jetzt in FriedenSarbeit und brüderlicher Liebe, neue Kräfte zu schöpfen für den National-Fortschritt. Bleiben wir immer bankbar unseren russischen Brüdern für die während de« Krieges geleistete Hilfe, ebenso allen anderen edlen Nationen, welche un« in dem schweren Kampfe mit ihrer theueren Simpalie begleiteten. Besonder« geben wir unserer Erkenntlichkeit Ausdruck gegenüber jenen edlen Gesellschaften und Personen, welche unseren Verwun-beten und Verunglückten hilfreiche Hand leisteten. Und gegen euch, theuere Brüder, erfülle ich die angenehme Herrscherpflicht, euch allen zu danken für die Opferwilligkeit, welche der Krieg euch auf-erlegte, die Einen kämpfend auf dem Schlachtfelde, die Anderen administrative Dienste verrichtend, wieder andere materielle Opfer bringend. Alle, ohne Ausnahme, gabt ihr ununterbrochen Beweise eines seltenen Patriotismus! ___________________________ Politische Rundschau. Laibach, 9. März. Hebet die Rundreise de« General« Jgnatiess sagt die „Wiener Abendpost": „Wir glauben nicht unerwähnt lasten zu sollen, daß die übereinstimmende Anficht der europäischen Presse dahin geht, General Jgnatieff sei bemüht, beruhigende Aufklärungen über die Intentionen be« Petersburger Kabinetts zu geben und der Besorgnis entgegenzuwirken, als gedenke Ruß- diese Angst, diese Thronen? Fürchten Sie etwa plötzlich zu sterben?“ „Was liegt an mir. Ich denke nur an meine Tochter — sie weiß e» noch nicht — wenn ich ihr das Glück verkünde — wird fie da« Glück nicht tödten ?“ Und der arme Vater weinte heftiger als zuvor. Der Arzt suchte ihn zu beruhigen. .Sie übertreiben die Sache," sagte er. „Ihre Tochter ist freilich krank, sehr krank, aber man könnte doch — natürlich mit der nöthigen Vorsicht — auch ist die Ankündigung eines Glückes einem kranken Menschen nicht )o gefährlich, als die eines Unglücke. Vor einem Jahre, als Sie sich noch im tiefsten Elend befanden, da freilich hätte eine solche Veränderung Ihrer Lebenslage dem guten Kinde schädlich werden können. Aber jetzt, da sich Ihre Umstände durch die Hilfe Ihrer edlen Freunde schon gebessert haben —" Er wollte weiter sprechen, doch Simon unterbrach ihn mit dem freudigen Ausrufe: „O mein Herr, Sie glauben also, ich könnte Martha sagen —" „Allerdings, doch nicht heute Abend." „Aber vielleicht morgen?" land, wenn nicht geradezu im Gegensätze zu der gemeinsamen europäischen Auffassung, so doch in einseiliger Entschließung mit einer gewaltsamen Actioa gegen die Pforte vorzugehen." I" Wien wird, wie dem „Hon" aus Wien mitgetheilt wird, unter Vorsitz des Hofrathes S ch w e* gel und unter Zuziehung der beiderseitigen Regie* runzSvertreter über die Erneuerung des Lloyd-vertrages verhandelt, die durch die Kündigung deS ZolldündnisseS noihroendig wurde. Der Präsident des Lloyd, Morpurgo, und Kommerzdirektor Sordini wurden hiezu nach Wien berufen. Die Verhandlungen dürften längere Zeit dauern. AuSlaud. Jnbetreff der auf die Circular-depesche Gortschakoffs zu erteilenden änt-wort schreibt der Berliner Korrespondent der „All-gemeinen Ztg.": „Die Mächte sind unter Annahme der Vorschläge deS Londoner Kabinetts, welche» in dieser Angelegenhrit wieder die Initiative ergriffen hat, übereingekommen, das russische Circular demnächst einzeln, aber in übereinstimmendem Sinne zu beantworten. Der britischen Regierung wird au« Courtoisie anheimgestellt werden, ihre «ntwort vor denen der übrigen Mächte in Petersburg zu Überreichen. Die britische Note dürfte wahrscheinlich bereits vor Ende nächster Woche zur offiziellen Kennt-nis der russischen Regierung gebracht werden, lieber den Inhalt be« von den Mächten zu ertheilenden Bescheides erfahre ich, daß derselbe in conciliantester Form und unter Hervorhebung der großen Verdienste, welche die russische Regierung um den Schutz der türkischen Christen sich erworben habe, versuchen wird, die Möglichkeit eines friedlichen Ausgleiche« der zwischen Rußland und der Türkei bestehenden Differenzen anzubahnen. Zu diesem Zwecke dürfte der Vorschlag gemacht werden, der Pforte zur Ausführung der von ihr begonnenen Reformen eine einjährige Frist zu gewähren. In den Noten, welche auf den befriedigenden Abschluß, resprctive Verlauf der Ariedensverhandlungen mit Serbien und Montenegro Bezug nehmen werden, wird von neuem ba« allen Mächten gemeinsame -©treten eine« wirksamen Schutzes der christlichen Bevölkerungen der Türkei betont werden. Man gibt sich der Hoffnung hi«, daß die russische Regierung diesen Bescheid der Mächte benützen werde, um von deren Verpflichtung für einen wirksamen Schutz der Christen auf bet Balkan-Halbinsel, welche ein gesonberte» Vorgehen Rußlands nicht mehr erheische, befriedigend Akt zu nehmen und der in Vorschlag gebrachten einjährigen Frist beizutreten." Die russische Demobilisierung«» Ordre werde, wie der Berliner Korrespondent de« „Dail. Tel." au« Petersburg erfährt, erfolgen, sobald die Antworten aus die russische Circularnote „Wenn ich wieder hier sein werde. Man muß ihr daS Glück nach und nach betbringen.e «Gut, Herr Doktor, sehr gut. Sie geben mir das Leben wieber." „Noch eins," sagte der Arzt. „Sie haben meine Neugierde erweckt. Ist Ihnen vielleicht eine Erbschaft zugefallen?" „Ja und nein," erwiderte Simon. „Wie soll ich das verstehen?" „So erfahren Sie denn. Ich nenne mich Simon, aber das ist nicht mein Familienname. Ich habe benfelben auch niemals getragen. Das hatte so seine Ursachen. In Wahrheit bin ich ber Marquis von Saint Joses.“ „Und weiter, mein Freund?" „Mein Großvater ist seines Vermögens beraubt worden. Wie, da« ist mir unbekannt. Ich glaube, der Notar weiß es; er hat es mir aber noch nicht mitgetheilt. Mein armer Vater ist im Elend gestorben und ich bin darin geboten und habe mein ganze« Leben hindurch Noth und Entbehrungen ertragen müssen." „Aber das erklärt mir die Geschichte mit den drei Millionen noch nicht," bemerkte der Arzt. (Sorlsetzung folgt.) «ingegangen sein werden. Alle Krieg-Projekte sind thatfächlich fallen gelassen worden, da die russischen Agenten im Austandr ihre Regierung überzeugt haben, daß die europäischen Mächte alle dagegen find, daß Zwangsmaßregeln gegen die Türkei ergriffen werde», und daß Rußland« Isolierung vollständig sein würde, wenn es in ottomanischeS Gebiet rinfiele. Ueber diese Frage herrscht ein aufrichtiges Einvernehmen zwischen der deutschen und britischen Regierung. Durch UkaS des Fürsten Milan werden auf. gehoben: die Gesetze über die Beschränkung der Beamtengehalte, über die Requisitionen, den Kriegszustand und die Krieg-Posten. <£« verbleiben in Kraft die Verfügungen über da» Moratorium (bis 1. Juni), über die Erhaltung der dürftigen Familien oonjeite der Gemeinden, über da« Gemeindegesetz, die Kriegs-gerlchtt und die Zensur. Diese letzteren Ausnahms-Maßregeln werden erst am 1. August aufgehoben. Die „Agence Russe" bringt ein <5$po|"6, welche- hervorhebt, daß der Friede augenblicklich einzig und allein von Englands Haltung abhänge. Rußland,, gestützt aus 500,000 Soldaten, bleibe gemüßigt und verlange nur thalsächliche Garantien für dir türkischen Christen. Es hoffe noch immer auf r>n friedliches Resultat. Die .Times" besprechen den r u s s i s ch e n Vorschlag, die Mächte sollten einem etwaigen künftigen Zwange gegen die Türkei oder einer Abänderung der bestehenden Verträge beipflichten, und meint, -England solle nicht in Verlegenheiten bereitende Verbindlichkeiten eingehen, die gefährlich werden dürften. Wenn England da« Konferenzprogramm aufrecht erhalte, könne ihm nicht Gleichgiltigkeit gegen das Los der Christen oder die Ehre Rußlands vor-geworfen werden. Das „Journal de St. Petersbourg" widerlegt verschiedene in der auswärtigen Presse enthaltene Gerüchte über die russische Politik, besonders daß Rußland den Mißerfolg der Konferenz nicht vergessen und sich zurückziehen werde, und sagt, eine solche Politik sei unmöglich. Der Mißerfolg der Konferenz sei noch keine Lösung. Die Mächte müssen bestrebt sein, diejenigen Garantien für die Verbesserung des Loses der christlichen Unterthanen der Pforte zu erlangen, über die alle einig sind. Nur inbetreff der Mittel zur Erreichung derselben seien die Ansichten verstirben. Was Rußland betrifft, so müsse es vorerst dafür sorgen, die unentschiedene Lage nicht länger dauern zu lassen, als dies durchaus nothwendig sei. Ein Telegramm der Pforte an ihre Vertreter im Auslande bezeichnet die immer neu verbreiteten böswilligen Gerüchte über den Gesundheitszustand und das Privatleben des Sultans als absolut unwahr. Zur Tagesgeschichte. — Zur Heeresabrüstung. Der bekannte Agitator für die Idee der Beseitigung von internationalen Streitfällen durch Schiedsgerichte und die Herabminderung der den Wolstand der Böller auszehrenden Kriegsbndgets durch die HeereSabrüstung. Herr Marcoartu, welcher im vorigen Jahre auch in Wien eine von zahlreichen Mitgliedern beider Häuser des ReichSratheS besuchte Konferenz abhielt, setzt, wie die „SR. ft. Pr.« berichtet, rastlos und un-erschrocken seine Bemühungen fort. Für den 16. d. M. hat Herr Marcoartu eine internationale Konferenz nach Paris rinberufen, welche mit Bezug auf die Orientsrage eine frie» densfreundliche Resolution fassen soll. ®c hat auch Dr. A. Fischhos ausgesordert, seinen Namen unter das fitüv berusungSschreiben zu setzen, was dieser jedoch mit dem Be-merken ablehnte, daß er füglich nicht zu einer Versammlung rinladen könne, der er persönlich beizuwohnen außerstande Die im vorigen Jahre in Wien stattgehabte Konferenz hat ein Somit* niedergesetzt, und der Aufmerksamkeit der Mitglieder dieses Lvrnites wird die am 15. d. M. in Paris pattfindende internationale Konferenz ganz besonders empfohlen. Johann Jacoby ist am 6. d. in Königsberg gestorben; er war am 1. November 1805 in Königsberg geboren, seit 1880 Arzt daselbst, ward wegen seiner Schriften : „Vier Kragen, beantwortet von einem Ostpreußen," (1841) und fonstiger Flugschriften in Hochverraths-Prozesse verwickelt, 1848 Mitglied des Vorparlaments und des Fünf* ziger-Ausschusses, Mitglied der preußischen Nationalversammlung, 1849 Mitglied der preußischen zweiten Kammer, des Frankfurter Parlamentes und deS Stuttgarter Rnmpf-Parla-mentes, 1863 1865 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, prinzipieller Gegner der seit 1866 angebahnten politischen Bestallung Deutschlands, mißbilligte er auch die Er-Werbung Elsaß-Lothringens. Die letzten Jahre seines LebenS verlebte er in Zurückgezogenheit. — Ein« humane Braut Christi. Eine Schul-strase grausamster Art hat in Frankreich eine Schulschwester der „Longregation des heiligen «indes" angewendet. Schwester Saint; Won setzte eine kleine Schülerin auf einen geheizten Ofen und zwang sie durch Drohungen, dort auszuhallen. Als man endlich das arme Kind vom Ofen heruntecnahm, waren dessen Beine halb geröstet. — UltrawvntaneWirthschast. Die „N. fr. Pr." empfängt unterm 5. d. M. aus Brüffel folgende Korrespondenz: „Der Ultra monlaniSmu» treibt hierzulande die Leidenschaften dergestalt aus die Spitze, daß man selbst bei kaltem Blute nicht ohnr Schrecken »n die Zukunft denken kann. Nicht nur die politischen, sondern sämmtliche kommerzielle und industrielle Kreise, ja selbst das sozial» Leben, alles wird in Mitleidenschaft gezogen. In Antwerpen letzt et fast täglich Raufereien zwischen den Sensen und den Klerikalen ab, der Parteihaß hat jedes Zusammenleben zwischen den Parteien unmöglich gemacht. Handlungshäuser, die seit Jahren in Verbindung standen, brechen ihre Beziehungen ab, ohne einen ändern «rund alS jenen, daß ihre Gtjtfd nicht in demselben politischen Lager sich begegnen. In der Provinz tanzt kein Katholik mehr mit den Damen, deren Sltern oder deren Familie all Liberale bekannt sind. Seht r« so noch ein Weilchen fort, so bekommen wir katholische und liberale Schuster und Schneider u. s. w. Alle sozialen Berührungspunkte verschwinden, und die Zeit ist nicht mehr ierne, wo Belgien im vollsten Sinne des Wortes in seinem Innern förmlich gezweitheilt sein wird. DaS ist daS Werk deS RleruS! Vonseite der Liberalen «erden höchstens Re-preffalien ergriffen; die Schwarzkutteü aber wühlen ohne Unterlaß, dir Geistlichkeit und dir Mönch« schüre» rastlo», und kommt cS zum Zusammenstoß, so kann er nur Mutig enden." Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Driginal-Lorresponden;. Stein, 6. März. (Klun II — B a n k n o t e n fä l» scher. — Demolierung gepsändeterObjekte) Stein ist um einen nationalen Hetzkaplan ärmer, Laibach um einen solchen reicher geworden, der hiesige Kaplan Klun wurde nach Laibach übersetzt. Wir gratulieren Laibach zu dieser Akquisition, eS besitzt nun zwei Kluns. Bei der vor kurzem hier vvrgenommenen Bürgermeisterwahl leitete Klun II. die nationale Wahlagitation; er stand in den Reihen der nationalen Opposition einer der Ersten, er be-schästigtr sich mehr mit politischer Greißler«, als mit seinen Sachen. Würde unser freundliches Städtchen noch zwei solcher Hetzexemplare verlustig werden, dann vielleicht könnte auch hier der politische Friede, der politische Ausgleich ohne Intervention von Staate- und Parlamentsgrößen zustande kommen. Der Gendarmerie - Postenkommandant Payer aus Mannsburg befand sich am 5. d. in Stein zur Verrichtung von Dienstsachen; auf dem Heimwege nach Mannsburg begeguete er außerhalb der Stadt Stein zwei fremden Männern, die ihm verdächtig erschienen. Paher hielt dieselben an und verlangte von beiden die Ausweisung einer Legitimation; beide zeigten ihre Wanderbücher vor. Payer revidierte diese Dokumente, eines dieser Individuen war aus Lausen, daS andere aus Posauc, Bezirk Radmannsdors, beide aus einer Gegend, in welcher durch Jahre die Banknotensabrication betrieben wurde. Payer arretierte beide Individuen, eskortierte beide in die Gendarrneriekaserne, untersuchte beide und fand bei einem derselben ein Zehngulden-Falsifikat vor, nebstdem 200 Stück ganz neue, zur Erzeugung von Bank-noten-Falsifikaten geeignete Drucklettern. DaS Vorgefundene Falsifikat wurde als ein gelungenes erkannt; bei dem zweiten Individuum wurde nichts Verdächtiges vorgefunden. Beide Individuen wurden dem k. k. Bezirksgerichte in Stein zur Amtshandlung übergeben. Vielleicht gelingt eS, den Herd der im Bezirke Radmannsdorf schon durch 20 Jahre betriebenen Banknoten-Fabrication auszuforschen. Der genannte Gendarmerie-Postenkommandat hat für diesen Akt volle Anerkennung verdient. Gestern wurde in Domschale eine Mahl- und Sägemühle beim hellichten Tage, in Gegenwart von mehr al# einhundert Personen, demoliert; diese Realität sollte dieser-tage unter den Hammer kommen, d. h. im LicitationSwege verkauft werden. Der Besitzer dieser Realität riß daSDach-gerüste herab, hob Fenster und Fenstergitter auS, riß Mahlsteine und Säge weg und verkaufte diese zum FunduS instructus gehörigen Sachen; sogar die Mauern sollten abgetragen werden. Dieser Akt der «ewalnhätigkrit machte großes Aussehen, jedoch dir rechtlich gesinnte Bevölkerung gibt sich der sicheren Erwartung hin, daß die Gerichtsbehörde die Demolierung und Veräußerung gerichtlich gepfändeter Objekte schwer bestrafen werde. Der Glaube an Recht und Rechtszustände erlitt in hiesiger Gegend wesentliche Einbuße. Leider predigt der LandkleruS lieber von politischen alS von moralischen Dingen. Die üblen Folgen bleiben nicht euS. Der Glaube an die Fundamentalartikel und an die nationale Opposition gegen die moderne Zeit sitzt bei der Bevölkerung tiefer, als jener an die zehn Gebote Gottes. KIrruS und Schule haben viele Sünden der alten Zeit gut zu machen 1 — (AuS dem Landeöschulrathe.) Da» «esu» eines GimnasiallehrerS um Verminderung der Zahl seiner wöchentlichen Lehrstunden wurde abweiSlich erledigt; dem Gesuche der Äimnasialdireetion in RudolfSwrrth um Einführung eines stenografischen Kurses folgegegeben; die lokale Ausschließung zweier Realschüler genehmigt; eine Verkürzung der vorgeschriebenen Schulzeit bei einigen Volksschulen für die den letzten zwei JahreSftufen angehörende Schuljugend während der Weidemonate zugestanden; die Berhandlnng». alten, betreffend die Schulhausbauten in Dnplach, Bründl und Mitterdorf in der Wochein werden dem Ministerium aus Anlaß der darin gestellten Anträge aus Gewährung von Unterstützungen vorgelegt; r lick sichtlich des SchulhauSbaueS in Waltendorf wird sich an den hämischen Landesausschuß um Erwirkung de« Nachtragskredites für die angefprochenr Unterstützung anS dem Rormalschulfondr verwendet; für de» Schnlhausban in Trata brr Antrag auf rin« entsprechende Subvention aus LaudeSmittrln beim krainischrn La». deSauSschnffe gestellt werden; die Errichtung von Excurrendo-schulen in Mayerle und anderen von Tschrrnrmbl am meiste» entfernten Ortschaften wurde unter Vorbehalt der landtäglichen Genehmigung des hiesür im Voranschläge pro 1878 beantragten GehalteS genehmigt. — (Aus dem nationalen Lager.) „®lo-venec" legt offenes Bekenntnis ab, daß er Über den Artikel unseres Blattes, worin die Ansicht ausgesprochen wurde, daß jene Staatsbeamten, die nicht der VerfaffungSpartei, sondern der gegnerischen nationalen Partei angehören, aus dem Staatsdienste zu entlassen wären, derart in Zorn gerathe» sei, daß er alles um sich Hätte zerbeißen (!?) mögen. Das Organ der Klerikalen konstatiert durch diese Aeußerung, daß der Pfeil unseres Artikels inS Lebendige, ins Schwarze traf. — (Die Prüfungen der Herzte und Thier-itrzte) behufs (Silongung einer bleibenden Anstellung im öffentliche« Sanitätsdienste bei her politischen Behörde, für dl» Fcühjahrltermin 1877, finden in Graz tm Monate Mai statt. Die belrtff.'nbett Gesuche sind bi» längsten» 16. April b. I. an da» hohe k. k. Statthalterei-Präsidium in Graz zu richten. — (Für Militärkreise.) DaS ReichskriegS-Ministerium hat im Einvernehmen mit dem Ministerium füc Landesvertheidignng und dem ungarischen Landesver-lheidigungs-Ministerinm verordnet, daß der Uebertritt der Reserve »Offiziere des stehenden HeereS in die Landwehr mit 31. Dezember desjenigen Jahres zu erfolgen habe, in welchem sie eine zehnjährige Dienstzeit vollenden, wenn sie nickt vorher und spätestens bis 20. Oktober desselben Jahres bei der Truppe oder Anstalt, in deren Stand sie sich befinden, lim die Belastung in dem Reserve-Berhältniffe ansuchen. — (Ans den Nachbarprovinzen.) Die nachbarlichen Stellungsbezirke in der Steiermark haben Itl der heurigen Rekrutierung nachstehend bezifferte Ron» tingente zu stellen, u. z.: Windischgraz mit Mahrenberg 106, Schönstein 43, Oberburg 65, Franz 52, Killt« Umgebung und Tüfser 183, Rinn mit Lichtenwald 111, Drachenburg 76, Rohitsch 43, St. Marein 65, Wonobitz 89, Windifch-Feiflritz 68, Marburg und ©t. Leonhard 255, Marburg, Stadt, 23, Pettau 174, Frieda» 69, Luttenberg mit Ober-Radkersburg 100 Mann. — Der Kaiser spendete dem Schulpfennig» Verein zu Eisenkappel in Kärnten einen Betrag von 100 fl. — Der Hosopern» und k. k. Kammersänger Herr Walter (Tenor) konzertiert am 16. d. in Klageusurt. - Die Grasen Wollenstem und Vojkfh erledigten, wie die „lilagenf. Ztg." berichtet, einen Wortstreit mit einem Säbelduell; elfterer erlitt nur eine leichte Berletzung, letzterem mußte der rechte Arm amputiert werden. — lieber den Brand in T a r v i s empfängt die genannte Zeitung folgenden Bericht: „Am vergangenen Montag mittags ll1/» Uhr wurde hier Feuer stgnalistelt, und in der kurzen Zeit von einer Stunde standen infolge starker westlicher Luftströmung sieben Objekte in Flammen, die dem verheerenden Elemente zum Opfer fielen, darunter das ganze Toppan'sche Anwesen und tiie Kirche in Unter-Tarvis. lieber die Enistehungsursache des Feuers kursieren verschiedene Gerüchte. Wahischeinlich ist es, daß im Hause des Lederer« Huber ursprünglich ein Kaminbrand stattfand, welcher infolge einer Beschädigung deS Kamines ausflammen und ein Depot von Äerberlohe erfassen konnte. Die rasch herbeigeeilte hiesige Fenirwehr arbeitete mit aller Kraft und lobenswerther Ausdauer an den Unglücksstätten und rettete zwei Objekte vollständig. Nachmittags langte mit Extrazug ein Theil der Villacher Feuerwehr au und brachte den schon fast erschöpften Kameraden thatkräfiige Hilfe. Nach den bisher gepflogenen Erhebungen dürfte sich der Schaden auf mehr als 10,000 fl. belaufen. Möchte dieses traurige Ereignis dazu beitragen, in dem eng zusammengebauten Unter-Tarvis endlich einmal von der Schindelbedachung adzukommeu, damit wir nicht noch das Unglück erlebe», daß der halbe Ort eine Beute der Flammen geworden ist." — Die kroatische Landesregierung beabsichtigt, wie die „Agr. Pr." meldet, eine Reform der Strafanstalten durchzusühren. — Der Lehrerverein in Graz erklärte in einer Resolution die vom Reichrrathsabgeoidneten Sueß angeregte Idee, die Lehrbrfähigungsprüfung für allgemeine Volksschulen in eine sollte für Stadt- und Tois-fchulen abzustufen, als dem Interesse der Volksbildung zuwider und entschieden verwerflich. — Das deutsche Publikum in Triest will sich für die Operette nicht recht begeistern, obgleich die Direktion Swobova die beliebten Operetten „Madame Herzog" und „Fledermaus" in Szene setzt. — Mit der gerühmten Literatur ver Slaven scheint es denn doch nicht am besten zu stehen, die „Agramer Pr." sührt Klage Uber die mangelhaften, unverständlichen Uebersetznngen deutscher Bühnenwerke für die kroatische Bühne. — Die in Kärnten an den Tagesordnungen flehenden Landbür-germeister-Konferenzen entfalten eine rührige Thätigkeit; bei diesen Versammlungen werden Wahl-, Grundbuchs-, Steuer-, Wald-, Schul-, Dienstboten- und Gemeinde-Angelegenheiten besprochen. — (Rudolfsbahn.) Die Redaction der „Deutschen Ztg." empfing nachstehende Zuschrift: „In der samstägigen Ansschußsitzung wurde konstatiert, daß man in Kreisen der Rudolssbahn besorge, die Linien derselben ganz oder theil-weise an die Südbahn abtreten zu sehen, weshalb sich der Ausschuß mit dem Antrage beschäftigt, daß der Betrieb noth!eidrnder Linien an Konkurrenzbahnen nicht vergeben »erden soll. Ein Unbefangener gestattet sich durch Ihr Organ die Frage anszuwersen, wer denn benachbarte Bahn'« über, hanpt zu betreiben imstande ist, wenn Konkurrenzgesellschaften diesen Betrieb nicht übernehmen sollen? Es gibt kaum Anschlußbahnen, welche nicht konkurrierende Interessen verfolgen würden. Selbst wenn die betreffenden Linien nach verschiedenen Weitgegenden führen, sind Konkurrenzinteressen vorhanden. Würde man die Beiriebsfitbrung nothleideuder Bahnen nicht so rbenhin behandeln, wie dies im Ausschüsse geschieht, so könnte man auf einen Antrag, den Betrieb nicht an Konkurrenzbahnen abzuireten, nicht verfallen, da durch einen solchen Besck luß die Betriebssübrung durch dritte Gesellschaften von vornherein verhindert wird." — (Landschaftliches Theater) Die Prodno tionen der Gimnastiker-Beseüschaft Volta-Grand- Blavette Und Nella konnten anch gestern stürmische Beifallsdezeugungeu registrieren. Den Preis des Abends erwarb sich wieder Herr Blavette mit seinen allgemeine Bewunderung erregenden Balancierungen, namentlich mit dem Sessel auf dem hängenden Luftrapez. Leider ward der gestrige Erfolg durch Unfälle, die bei Herrn Volta durch verspätetes Einschreiten des Dieners und bei Miß Nella durch Abgleiten vom Drahtseile eintraten, jedoch glücklicherweise ohne Schaden abliefen, einigermaßen breinträchtigt. Das mittelgut besuchte Haus ließ sich durch diese Unfälle in seinen gerechtfertigten, wolverdienten BeifaUsspenden nicht stören. — Die beiden Lustspiele „Er ist nicht eifersüchtig," von Elz, und „Eigensinn," von Benedix, gingen vorzüglich ausgeführt über die Bretter und elektrisierten das ganze Haus. Im ersteren excellierten die Herren Rieger (Hosendors), S t r ö I, l (Banmann) und Frl. A r e n s d o r s (Eäcilie); in letzterem die Herren Strähl (Lusdorf), Rieger (Alfred) und Fräulein ArenSdorf (Emma). Aus der Gemeinderathssitzung. Laibach. 6. März. (Schluß.) GR. Dr. Keesbacher erstattet im Namen der Polizeisectio n Bericht tnbeireff der Anstellung einer städtischen Hebamme, und es werden folgende Anträge zum Beschlüsse erhoben: 1.) Die Besetzung der zwuteu Hebammenstelle mit dem Sitze am Moorgrunde und dem Jahresbezuge von 60 fl. wird genehmigt und der Magistrat beauftragt, die dies-bezügliche Kundmachung zu erlassen; 2.) der Magistrat wird beauftragt, über das Bedürfnis der Besetzung der ersten Hebammenstelle in der nächsten Gemeinderathssitzung zu berichten, und 3.) bezüglich der normalmäßigen Behandlung der dienstuntauglichen Hebamme in der nächsten Gemeinderathssitzung Bericht zu erstatten. GR. Ziegler referiert namens der Bausection über das Offert des Apothekers Wilhelm Mayr zum Ankäufe feines Baugrundes nächst der Feldgaffe Vonseite der Kommune für ftädlische Zwecke, unv beantragt: »Der Ankauf de« ermähnten Baugrundes für die Stadt gemeinde werde dermalen als nicht nothwendig erkannt und der bezügliche Verkaufsanbot abgelehnl." Der Antrag wird angenommen. GR. Z t e g 1 e r referiert namens der Bausection über das Gesuch der kraiuischen Baugesellschaft um Verkauf eine« städtischen Gründe- nächst der Laltermannsallee an dieselbe, und beantragt: 1.) Dem Ansuchen der kraiuischen Ballgesellschaft bc züglich der proponierten theilweifen Abtretung, refpective Erwerbung der städtischen, zu Untertburn gehörigen Bau> gründe Parz.-Nr. 36 und 37 zur Arrondierung ihrer Baugründe wird im Prinzipe unter der Bedingung genehmiget, 3 durch gegenseitigen Austausch der Baugründe daselbst ein solches Resultat erzielt werde, daß hiedurch die städtischen Baugründe in keiner Weise weder eine Entwerthung noch weniger aber durch diese Arrondierung die zu beslitn* meilde Baulinie eine Störung erleiden; 2.) sollte durch AuStaufch SaS Flächenmaß nicht aus geglichen werden, fo wird speziell für diesen Fall das Plus des Flächenmaßes von der Grundparzelle Nr. 36 und 37, und zwar das Quadratmeter mit 1 st. 30 tr., respecttve die Quadratklafter mit 4 fl. 68 kr., als Verkauftpreis bestimmt; 3.) von diesem Beschlüsse ist die krainifche Baugefell schaft durch den Stadtmagistrat mit der Aufforderung zu verständigen, sich darüber näher zu erklären, wie die Grnud-abtretnng zur Arrondierung ihrer Gründe vermeint und ob elftere gewillt fei, von ihrem nächst der Laltermannsallee gelegenen Grunde zu gleiche» Zwecken ein Stück in der Breite von circa 12 bis 15 Meter als Lompensation der Stadtgemeinde abziitreten, und endlich ob dieselbe mit dem ad 2 gestellten Verkaufspreise einverstanden sei. Diese Angelegenheit wird als noch nicht spruchreif erklärt, der Magistrat beauftragt, sich vorläufig noch mit der kraiuischen Ballgesellschaft in der von der Bausection an-gedenteten Richtung ins Einvernehmen z» setzen, und die Bausection wird diesen dringlichen Gegenstand in der nächsten Gemeinderathssitzung zur Erledigung vorzulegen haben. Angekommene Fremde . am 9. Mäiz. Hotel Stobt Wie». Steumann, Agiam. — Berk, Schacherl. Sturmthal und Nikolitz, ÜZBieii. — Kastiama, Graz. — Oswald, Pifchätz — Sokoloff, Petersburg. — Gold» fetmidt, Reichenberg. — Hornitz, Ber n,. Hotel Elefant. Scklauf Maria, Litiai — Bazhar, Unter-krain. — Triller, Bischoflack. - Preschent, RadmannSdors. Kaiser von Desterreich. Hahn, Prag. Mohren. Zrimsek, Zilkniz. — Bizjak, Laibach. Witterung. Laibach, 9. März. Trübe, geschlossene Wolkendecke, schwacher SO. Temperatur: morgens 7 Uhr —16°, nachmittags 2 Uhi + 3'8° C. (1876 + 8 1«; 1875 + 8'0U C.) Barometer im Steigen, 723-13 mm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur + 18°, um 0.8° unter dem Normale; der gestrige Nieder-schlag 8 10 mm. Regen und Schnee. Gedenktafel über die am 12. März 1877 stallftndenden VitU tationm. 3. geilb., Wilcher'sches Gut Steinberg, LG. Laibach. — 1. Stilb., Mikolii'sche Real., Preska, BIS. Littai. — I. Feilb., Burger'sche Real., Oberfeld, BG. Krainburg. Theater. Heule: Zum Vorthnle der Sängerin Rosa Huemer: Ja-volle, da« neue Aschenbrödel. Komische Oper in 3 Akten noch lern Englischen de« Aisred Thomson von Juliu« Hopp. Musik von Emil 3onaei. Telegramme. Paris, 8. März. Jgnatieff ist hier ringe» troffen. Petersburg, 8. März. Die Besprechungen Jgnatiefss mit Staatsmännern in Berlin und anderwärts werden erneut feststellen, daß Rußland nur die Erklärungen der Mächte herbeiführen will, welche die Ausführung des KonferenzprogrammeS als Pflicht der Pforte fixieren. Sache der Pforte würde cs sein, der Pflicht nachzukommen, andernfalls es jeder betheiliglen Macht freistünde, für Er« füllung der allgemein anerkannten Pflicht aufzutreten. Ein Diurnist mit guten Zeugnissen wünscht eine Anstellung gegen ein sehr geringes Honorar Näheres in der Administration dieses Blattes. (107) 3—2 Wiener Börse vom 8. Marz. Staatefond«. I o Sun« I Pfandbriefe. , sctibl toure Sv«,. Reale, öst.Pap. 62 86: 88-25'Alla.öft. Bob.-lLredit. los r.d iiß' bto. bto. oft. in Eilb.j 67 85 68 15' bto. in 38 0. — C von 1854 . . . e eon 1860, ganze e von 1860, Wust. Prämiensch. v. :864 . Örundent.-ObL BiebcuBürg. Ungute >eben. 106'—106* jO Nation, ö. IB. 10876 109--118150 119-50 132-25 132 60 Änglo»®anI . . . . RrebttonftaU . . . Levofitenbaul. . . LScompte-Anstatt . irtanco ■= Saitl . . . Handelsbank. . . .'tationalbant . . . Deft. »untgefeBI. . Snion»Banl . . . BerlehrSbauk. . . . «lfölb-Bahn . . , Karl Lubwiabahn Ralf. LUs.-Babn . Rais. Fr, Oofefab , EtaatSbahn . , . Siidbabn.......... 71 60 71 90 75 — 75-60 70-75 7V-148-60 148-80 b66-~ 675 - 824-— 826'- 89-25 89 6tf 96-80 36'96 .... . r . 30 OU CO'VO Ung. öob.r(5rcbuacf. 88-15 ?8 60 Prioritäte-Obl. Eranz Ios-f«-Bahn >est. Nordweftbabn Eiebenbürger . . . StaatSbaün .... Südbahn ä 5 Perz. bto. BonS Lose. Kredit » Lose . Rudolf-« Lose — 5V — 80 50 96' 25 210 60 132 — 119' '->227-—1 SO 89 25 89 50 89 —i 89 96 60 — 6086 163 75 164 — 93—j 93 26 164 — 164 26 13-60 14 — Weche. (3Mon.) anglburg luo Mark tzranH. 100 Marl . »amt'urg „ „ Lonbon 10 Pfb. eterl. Pari» IOC Franca . . Münzen. Kais. Ptünz-Ducale» ro-Francsstü» . . . Deutsche Rcichsbanl Silber . 60 25 123 85 4«-16 6-92 9 i)01/i 60-90 113 36 80 66 1*3 95 49 26 5 9* 9-91 60 95 113 (0 Telegrafischer Änisbericht am 9. März. Papier-Rente 62 80. — Silber-Rente 67 65. — Gold-Rente 74-55 — 1860er Staats-Anlehen 108.75. — Bank-octiert 825. — Kreditactien 148 50. — London 123 90 — Silber 113 —. - K. k. Müuzdulateu 5 90. - 20-Franc» Stücke 9 90'/,. — 100 Reichsmark 60 80. Druck von Jg. v. Kleinmayr & geb. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.