Lmllllcher Zeitung. Nr. 233. Prän!! mürationsplei«: Im Comptoir ganzj. ft. il, h >!l!j. fl. 5.Z«. ssilr die Zustellung in« Hau« halbj.!>,lv. HtitdcrPostgauzj.ft.l5. hall>l.fi.7.5ü. Samstag, ltt. October Insert« onsgtbithr ble 10 Zeilen: lmal k<> lr., ^m.«')kr., »m. i ft.; lr. u.s. w. Inicrtioneftempc! i?dce«!.3(>ll. 1868. Amtlicher Theil. Sc. k. t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung ddo. 2. October d. I. den Oberst des Gcniestabcö Rudolph Frcihcrrn v. Türkheim auf dessen Bitte von dcv Stelle des Vorstandes der sechsten Abtheilung in der Marincscetion oeö Reichskriegsmini-sterinms allcrgnädigst zu entheben und anzuordnen gc^ Ulht, daß dem Genannten für seine sehr befriedigende Und lange Dienstleistung in dieser Anstellung die Allerhöchste Zufriedenheit bekanntgegeben werde. An dessen Stelle geruhten Sc. Majestät den k. k. Hauptmann des Geuicstabcs Wilhelm Rößlcr zum Vorstände der sechsten Abtheilung in der Marimsection des Ncichskricgsministcriums allcrgnüdigst zn ernennen. Am 8. October 18U8 wurde ill der f. l. Hof: !lüd Staats: druclcrei das I^V. Stllcl deö Reichsgesehblattes ausgegeben uud versendet. Dasselbe euthält nnter Nr, 1.^3 die Kundinachunq des Finanzministeriums uom 20. Seft-tenibrr 18U8, wegen Errichtung einer Puuziruugsstättc iu Neu-Sandcc; ^lr. I!li die Verordnn»^ des Ministeriums für Cnltns »nd Unterricht uom 2tt. Sefttemlicr 1^l;8, betreffend die Crrichtnnss rincö virrjähri^ii ^'nlse? an der Nccht^aladcmie zu Agrnm und die liincii,^ heruorciehcndcn Beziehungen ;u dcn Uniucr-sitütcn der im NeickMalhe v.ltlltriicn Länder; Nr. 1,'j5> die Verordniuiss dl^ Finanzministerium« uom ^. October 1868. über die Nesselnna, des siesscnscitiqen Perhälülisses der im Ncichörathe vertretenen Künia,rriche und Länder einer-seits. dann der Länder dcr nngarischeu Krone andererseits in Ansehung des Stempel-, Gebilhreu' uud Taxwcfcn«. (Wr. Ztg. Nr. W8 vom 8. October.) Nichtamtlicher Theil. Laibach, '.». October. Die Präger Nnrnhcn haben sicherlich viel lehr-^ichcs fnr diejenigen, welche von dem modernen Na-^nalitätsschwindel das Heil dcr Welt erwarten. Die ^ttitsamstc Aeußerung hierüber finden wir im Wiener '^ollsfrcuud" dcr, wie er selbst s>igt, denn doch ein Ncchl ^< als clericaleö Organ nicht des letzten Ranges zn ^lc>'. mid niic man sagt, seine Inspirationen von Sr. ^'incnz dein Herrn Cardinal Rauscher empfängt. ^,Stelle lantct: „Die katholische Kirche hat mit der ^"lionalität nichts zn schaffen; ja, der moderne Ut ionalitätc nschwin del ist im Princip ss>'^ in der That ihr bitterster Gegner, '"em das Gebot nnd das Wohl der Kirche dcrLcitstcrn scincs Thuns u nd Dcnkcns i st. der kann nicht im Lager der nationalen Schwärmer nnd Fanatiker stehen. Darum ist die Allianz der „Clcricalen" mit den Nationalen eine Verleumdung. Es mag einzelne Geistliche geben, die dcr nationalen Partei sich in mehr oder minder pronon-cirtcr Weise angeschlossen haben; das trifft aber nnr die einzelnen, nicht den Stand, nicht die Kirche. Die u l t ra na tional cn Geistlichen, wenn cS ihrer gibt, sind sichcrdic a m m i n d c st c n k i r ch -lich gesinnten." Die Nutzanwendung liegt für nns fchr nahe. Wir glauben daher diese Stelle nicht weiter illnstrirten zu müssen. Die Dinge in Böhmen nnd zunächst in Prag treiben inzwischen nach dcr allgemeinen Anschauung einer Katastrophe zu nnd es ist, wie ein Wiener Correspondent dcr „Tr. Ztg." meldet, das Präger Militär-Commando angewiesen, mit aller Encrgic und mit allen Mitteln, sclbstucrständlich unter strenger Vcobachtnng dcr bestehenden gesetzlichen Vorschriften für die Aufrechterhaltung der Ordnung Sorge zn tragen. Inwiefern dcr weitere Verlauf der Ereignisse die Aufrichtnng eines Ausnahmezustandes herbeiführen könnte, wird abznwartcn sein. Gesetzlich ist derselbe zur Zeit uoch nicht geregelt nnd es würde mithin die Regierung uulcr ihrer eigenen Verantwortlichkeit in dieser Beziehung das geeignete vorzukehren habeu. Instruction über >ic Mlitlikcnführmlg. Die jüngst gebrachte Nachricht, daß die Instructio-nen des Episcopats zn cinem neuerlichen Rundschreiben des Ministers des Innern in Betreff dcr Matrikcnfüli-rung Veranlassung geboten haben, bestätigt sich und wird folgender halbamtliche Anszug ans diesem nntcr dem 25. September 1K6K im Einvernehmen mit dem Cultus- und Untcrrichtsministcr crgangcncn Erlasse an die Administrativbchördcn mitgetheilt: Nntcr Betonung der gesetzlichen Thatsache, d>iß die Miiti'iken von dcr Geistlichkeit nnr im ülierlraacncn Wirkungskreise, und zwar im Namen der Staatsgewalt geführt werden, erklärt das Circular: die Regierung werde und könne nicht entgegentreten, wenn die Bischöfe von ihrem Standpunkte es für nothwendig erachten, anläßlich dcr confcssioncllcn Gesctzc besondere Vormcrknngen für kirchliche Zwecke nnd für dcn alleinigen Gcbranch dcr Kirche fuhren zn lassen, allein auch feste Hand darauf halten müsscu, daß die Matrikcn von dcn hiczu dnrch das Staatsgcsctz berufenen Organen nnr in Ucbcrcinstimmnng mit dcn staatlichen Vorschriften geführt werden. Demgemäß ist zufolge des § 9 des Ehcgcsetzes eine vor dcr weltlichen Behörde stattgcfnndcnc Eheschlicßnng dem ordentlichen Seelsorger beider Brautleute mittelst Ausfertigung eines Amtszcngnisscs bekannt zu geben nnd hat jcncr Seelsorger diese vor dcr weltlichen BeHorde geschlossene Chc als solche in das Ehcrcgistcr nntcr fortlaufender Zahl einzutragen. Hierauf ist der betreffende Seelsorger gehalten, dic vor dcr weltlichen Behörde geschlossene Che in die Trauungsmatrike selbst einzutragen und es geht nicht an, daß er dieselbe, wie in den meisten dcr bischöflichen Instructioncn angeordnet wird, etwa nnr in einem besonderen Hefte oder abgesonderten Vormcrkbnche eintrage. Das'Circnlar hebt überdies noch ausdrücklich hervor, daß das Gesetz dcn Ausdruck „Nothcivilchc" nicht kennt und dieser demgemäß auch bei Eintragungen iu die Matrikcn nicht gebraucht werden darf. Ein in einer vor der weltlichen Behörde geschlossenen Ehe geborenes Kind ist in die Matrike jedenfalls als ehelich einzutragen; hieraus ergibt sich von selbst, daß anch in Tanfschcincn solche Kinder als ehelich an-zuführen sind. Handelt es sich um die Legitimation eines Kindes dnrch die nachgefolgte, vor dcr weltlichen Behörde geschlossene Ehe, so ist von Seite des Seelsorgers in derselben Weise vorzugehen, wie in Lcgitimations-füllen unter nachträglicher Ehe überhaupt; die Beifil^ gung dcr Bemerkung, „daß die Legitimation lediglich ,n» !'">'«' üivili Geltung habe, oder daß ein Kind dnrch die nachgcfolgtc kirchliche Trauung lcgitimirt werde", ist in dcn bestehenden Vorschriften nicht begründet, daher unzulässig. Auch die Vorschrift einzelner Bischöfe, daß bei Ein, tragung von Stcrbfällcn von Ehelcntcn, deren Ehe vor der weltlichen Behörde geschlossen wurde, und von Sterbefällen ihrer Kinder dic Bczichnng ans dic Ehe immer znm AuSdrncke zu bringen sei, ist nicht zur Durchführung geeignet nnd hat demgemäß zu unterbleiben; der Gcbranch der Ausdrücke „Ciuilchc-Gattc" :c. ist gänzlich nnstatthast. Das Cirenlar bestimmt schließlich, daß seinem Inhalte gemäß dcn Seelsorgern dic geeigneten Weisungen zn ertheilen seien und hieven die Consistoricn Kenntniß zu erhalten haben nnd weist die Bezirksbchörden an. sich vorkommenden Falles von der genauen Beobachtung dcr diesfälli^cn Weisungen von Seite dcr Seelsorger, insbesondere aber vci jcdcm Fallc cincr Ehe, welche vor dcr weltlicher Behörde geschlossen wnrde. von der ge-naucu Einhaltnng der bezüglichen staatlichen Vorschriften zu überzeugen und bei einer etwaigen Nichteinhaltung unter ihrer Verantwortung uuvcrwcilt das Nöthige ^Veimlns Theater in Voethc's Feit. ,i, ^ gibt Fundgruben, die unerschöpflich sind. Es . "g noch so viel ans ihnen heraufgeholt worden sein, der^x!^^ ^lh uoch vieles, was zu Tage zn fördern w s^hc lohnt. Eine solche Fundgrnbc ist Weimar bc« ?^' P'oßcn Zeit. Wie scheinbar unendlich viel ha-dcl ^ über Goethe, Schiller, Herder, Wicland, Knc-vy;' '"an von Stein nnd eine große Zahl minder her l»i!!!'^^ Persönlichkeiten gehört, und doch erscheinen bild ^ ""^ Schriften, die ncnc Züge iu das Gesamint aus v" ^""l 'l't ja cine kleine Stadt „ein großes Will,' "^ ^"ss"' s"d unr Treppen"), als daß einc Sch^,.^""ähcrung dcö Auditoriums unüberwindliche bliche,! il^" ^'geboten hätte; und da aus sehr cr^ ?esord ^"""de" feststehende Abonnements an der Ta> i>n Sck., ?, ".?""' l" faudcn sich Bekannte und Freunde 'Nal in t), 'i?"'^ ^lcht und Jahr aus Jahr ein drei-"cn, «be, l?-^ ''^'"'"'ncn. Dic vcrhältnißmäßig klci-^üuine ni.s^ 5 "'"l'"ttabel und lauschig eingerichteten ^" icherdie« >> ^^^"'^'"cher aufnahmen, crlcichtcr-o«c Znsammcntunft der einzelnen mit ciu- audcr nnd die Anknüpfung von Bekanntschaften nngc-mcin, oder trngcn, wo diese schon im Gange waren, vieles dazu bei, sie weiter zu spinnen und fester zn schlingen. Vermöge des bequemen inneren Arrangements des Hauses war zudem die Möglichkeit gegeben, daß diejenigen, welche gern enger bcisammcnsnßcn, ohne von besonderen Hindernissen und lästigen Umständlichkeiten gehemmt zu wcrdcu, oder auffallende Störnngcn zn vcr-nrsachcn, zn einander gelangen konnten, während andere Abtheilungen ihre Abonnementsplätzc uerabredctcrmaßen, nnd wenn sich's eben thnn ließ, im ucchcn Umkreise sich gewählt hatten. Ebenso luden die Vorräumc, in die sich während dcr Thcatcrpanscn doch immer cin Thcil dcr Zuschancrschaft begab, um frifchc Luft zu schöpfen, nicht minder das Büffet, um Erfrischungen einzunehmen, von selbü znm Anstausch voi^ Ansichten, Meinungen :c. über daS Stück uud die «Vchanspiclcr ein und gaben nngcsuchtc Veranlassung, sich anszu-sprechen. Dieses in so freundliche Beziehungen gefetzte, an einander gewöhnte, auserlesene Pnblicnm bildete aber auch, je länger je mehr, eine in höherem Sinne traute, fcstvcrbuudcnc, und zwar eine vom Geist dcr Kunst nnd des wachsenden Kunstverständnisses durchwehte Familie. Das tonnte gar nicht anders sein; lagen ja doch alle Elemente vor, nm es zu cincr solchen zu mncheu; trat doch bei ihm das gerade Gegentheil von dem cin, was Goethe dcn Thcatcrdirector im Vorspiel zu „Fanst" über die Menge aussagen läßt, die dieser vorfand, daß sie „an das Beste nicht gewöhnt" sei. Wo gab es in ganz Deutschland besseres oder uur ähnliches an geistiger Speise, als sie dcn Weimarischcn Theaterbesuchern gereicht wurde, nnd wic wäre eine ciuilisirte Genossenschaft zu denken, die nicht die bildenden und veredeln» dcn Ansströmungen dcr sie umgebenden Knnstatmosphäre an sick hätte spüren und wahrnehmen sollen ? Das Theater zog sich sein Publicnm heran uud hielt es fest „mit allen seinen Ställen." Die Schauspieler legten natürlich einen hohen Werh auf das Kunslnrlhcil des in solcher Schule erzogenen Publienms, und fühlten sich selbstverständlich befeuert, dcn ehrenden Beifall desselben dnrch nnciusgesetzten Fleiß, dcn sie anf ihre eigene Fortbildung verwendeten, sich zu erwerben nnd zn erhalten. Die jüngeren Talente mußten sich gewaltig zusammennehmen, um nicht zu auffallend im Schatten zu stehen. Wer sich gehen ließ, oder auS dem Geleise des Richtigen, Geziemenden und Bemessenen trat, konnte sicher darauf rechnen, ganz unbeachtet zu bleiben nnd fpnrloS zu verschwinden, und mochte uu dcr Kälte, womit das Publicum ihm begegnete nnd ihn fallen ließ, sich dcn sicheren Thermometer scincr Ungunst abnehmen. Um über dcn Standpnnkt, auf den er sich somit gestellt hatte, ins klare zu kommen, bedürfte es keiner geräuschvollen Zeichen des Mlß-fallens, dic ohnehin theils untersagt, "theils überhaupt nicht üblich waren: das beharrliche Schweigen des Zu-schauerkrciscs, das uur in diesem Falle nicht „der Gott dcr Glücklichen" ist, sagte ihm genug. Wic alles prätentiöse und pomphafte, alles blendende und überladene von dem Bühncnwcscn dcr Goethe« Epoche von vorn herein grundfätzlich ausgeschlossen war, so hieltcn sich die Bemühungen der Direction sowohl, als die Anforderungen des Pnblicums bei und an Dcco-rationcn und Garderobe, in mäßigen und bescheidene» Grenzen. Die Thcatcrgarderodc stand in ziemlich parallelen» Verhältniß zu allen übrigen Aeußcrlichkcitcn. Sie litt weder an allzugroßcr Rcichhaltigk-it noch übermäß'' gcm Glanz. Goethe's Mitdlrcctor i,i Occ-onomicanne- 1714 zu verfügen, um die obenerwähnten, im Sinne der bestehenden Malrikcnvorschriften erlassene» Anordnnngcn in Vollzug zu seyen. Dic Mgc >er Eisenkahnbesestigung wird seit einiger Zeit in preußischen Blältcril mit einiger Reserve crörtcrt. dic vermuthen läßt, das; man diesen Gegenstand demnächst auf die Tagcsoidnnna der gesetzgebenden Kammern bnngcu werde. Man findet nämlich, daß dic madcruc KricgSluust dic Befestigung der Eisenbahnobjcct«' als: Tunnels, Brücken, Viaductc u. s. tu. driugcud nothwendig mache und mau crlcnnt in maßgebenden Kreisen diese Noihweudigtcit immer mehr au. Man hofft auf ricsc Weise ciuc Rcihe fester Punkte zu fchaft'cn und so auch der Nothwendigkeit üdcr-Hoden zu sein, im Kriege dic mit viclcn Ätilliouen errichteten Vertchrscinrichlungen wegen der Unmöglichkeit sie zu vertheidigen, selbst zu zerstören. Ob dcr preußische Gencralstab aürn Erustcö ciugchcudc Studien übcr diese neueste Art „Befestigung'' Deutschlands macht, ist bis mm nicht bctaui.t, ilitclcssaut ist cs, wie man ii, Süddeulschland schon jetzt dic hohe Bedeutung des ncncn Acleö preußisch väterlicher Fürsorge mit attischem Salz überschüttet. Der „Stuttgarter Bcobachlci" schreibt: „Die Eisenbahnen befestigen! Noch lica.cn Tan-ielldc von Ouadratmeilen brach, die von den belebenden Eisenadern nicht durchzogcu sind. Viillioucu Deutscher genießen dieses nencn VcrkehiSmiltcls noch nicht, dcsscu weder die Industrie noch die Landwirthschaft fürder mehr entbehren taun, einfach aus dem Grunde, weil die AuSgabcn dcr Staaten für das Wchrwcseu die Erträgnisse dcr Gcsammtarbeit ihrcr Bcvölteniugcu i» einem fo hohen Maße iu Allspruch uchmcu, daß sclbst iür die nöthigsten Anlagcu zur Hcbuug dcr gcmeincn Wohlfahrt nicht Miltci genug übri^ bleiben. Und bevor dcr Segen dcr Eisenbahn in alle Theile dcs Va-terlandcö gedrungen ist, siche! da steigt wic ein Stern dic leuchtende Idec ltuf: Eisenbahnen nicht bauen, nein! Eisenbahnen befestigen. Welch' sublimer Gedanke! Um daS beftonncnc Netz, das sich über Deutschland hinzieht, zu vollenden, wären noch Milliarden erforderlich. Lassen wir das '. Von nun an sei, waS irgend sich ne-den den selbstverständlichen Ausgabcu für daS stehende und sisMde Heer erübrige» läßt, zum nächsten Zwcck, zn dcr dringenderen Noth verwendet, zum Krieg! zum Krieg! zum Krieg!. Ucdcrhaupt sollten nicht auch wir Bürgersleute einzig darauf denken, unseren Vcfitz, unsere Güter zu decken, damit sic uuö der demnächst ein» drrchendc Erbfeind nicht cnticißc? Solltcu wir nicht, wie nnserc Väter thaten im Mittclaltcr, zur Zcit als noch das heilige Faustrccht galt, alle unsere Wohusitzc mit Wall uud Graben, Thurm uud Mauern umgeben? Oder wäre cs nicht noch vicl ökonomischer uud sicherer zugleich, wcnu wir die den modcrncn Projcctilcu gezogener Kanonen allzu ausgesetzten Städte und Dörfer verließe», uud uns iu das »atürlichc Asyl des Schwa cheu, in den Boden der mütterlichen Eroe zurückzogen? Wohnen wir fortan iu Cascmaltcu, zeugen wir unscrc Kinder in bombenfesten Betten und schaukeln wir uu-sere Säuglinge in gepanzerten Wiegen? Dann soll dcr Frauzos kommen! Em einiges Voll von Brüdern erwartet ihn. vor aller Gefahr verschanzt, uuter dem Boden des Vaterlandes, während die deutsche Jugend in Stechschrilt dcö Sien/s aus allen Ausfallspfortcn der großen deutschen Rcichsfcstuug ausbricht, Rache« Engeln gleich fciudlichc Flurcu verheert, des Galliers Städte verbrennt und, um endlich einmal definitive Ruhc zu bekommen, ^ei» babylonisches Paris von dcr Erde vertilgt. Berichte aus Spanien. Paris, 5). October. Dic Postucrbiuduug mit Spanien hatte in diesen Tagen wieder eine Störung er-littcn, so daß hcnte erst die vom 2. datirten Briefe aus Madrid hier ciugctroffcu siud, deren Inhalt vom Telegraphen überholt ist. Am Nachmittage des .">0. September waren die ersten Bataillone dcr Insurrections Armee, vom Volke mit enthusiastischem Jubel begrüßt, eingetroffen, uud eiuigc Stuudcu später brachte ein Extrazug die im Gefechte von Pueuta Alculca verwundeten Soldaten dcr Ncgicruugs'Armcc, für welche die Bcuölteruug reichlich Lcbcnömittcl und Verbandzeug lieferte. Die Junta hatte ihre Thätigkeit rasch organisirt uud vornehmlich auf die Sichcrhcit dcr Personen und des Eigenthums gerichtet. Ein juugcr Oberst, Amable Escalcutc mit Namcu. hatte aus deu Borrätheu dcö königlichen Zeughauses 10.000 Züudnadcl- und 10.000 Percussiuuö-Gcwchrc uutcr daö Volt vcrthcilcu lasscu, so daß mit den Waffcnstücken, welche sich iu den Händcu von Privaten bcfaudcu, ungefähr die von dem Telegraphen ge-mcldctc Zahl von 40.000 bewaffneten Bürgern herauskommen mochte. Unter diesen mochten sich jedoch manche befinden, die ihren Mitbürgern kein besonderes Zutrauen einflößten, denn die Junta ließ ciue reguläre Bürger-miliz organisircn uud Viclcu, die bei der Waffcnvcrthci-luug Flinten erhalten hatten, dieselben wieder abuehmcu. Oic Truppeu sclbst thaten kciue Wachtdicuste nichr, sou-dern alle Posten in den Regicruugsgcbäudeu waren voin Volke besetzt, das anch bei Tag und bei Nacht in Patrouillen die Straßcu durchzog. Alle Straßenecken nud auch dieLaterucu warcu mit bcdrucktcu Zettclu: „Tod den Dieben!" beklebt. Am2!». v.M. in dcr Mittagsstunde, als die Aufrcguug ihrcu Höhepunkt erreicht hatte, giug Eaudido Noccdal, dcr Haupttoryphäc dcr Reaction nud bei den Madrilenen anfs äußerste verhaßt, durch dic Pucrta del Sol. Er wurde erkaunt und einige Zcit mit Pfeifen und Schreien verfolgt, bis einige Männer aus dem Volke sich seiner bemächtigten uud ihu nnch dcr Hauptwache brachten, vor deren Thor sich eine drohende Menge sammelte. Zwei Bewaffnete brachten ihn dann durch eine Hinterthür in Sicherheit in ein von ihm selbst bezeichnetes Versteck. In Cordova hatte Pachcco, ein berüchtigter Bandit dcr Sierra Morcua, die mit dem Pro-uuuciamcnto verbundene Vcrwirruug für dcu gcciguctcn Moment gehalten, nm mit sciuen Spießgesellen einige Eiubruchsdiebstählc zu versuchen, wurde jedoch von deu Insurgenten gefangen und erschossen. Ncucstc Priuat-Telcgrammc mcldcu wcitcr, daß iu Madrid uud iu Barcelona dic republikanische Vcwcauug an Ausdchuuug gewinne. In bcidcn Städten durchziehen Volkshaufen mit dem Rufe: ,.Es lebe die Republik!" die Straßeu; uamentlich die Handwcrksgcnosscn-schaften zeichnen sich darin aus. - Ein iu Madrid wohnender Franzose tclcgraphirt, daß die Bcweguug vollständig das Gepräge der Pariser Februar - Rcvolutiou oon 1848 trage. Vom Mavschall Serrano weiß man, daß er durchaus gegen den Gedanken der Errichtung einer Rcpnblil ist, an dem jedoch die Demokraten Rivera, Orcnse u. s. w. festhalten. Die suspcudirtcn dc-moeratischen Zcitnngcn erscheinen sämmtlich wieder und sind durch eine neue: La Linterna, veriuehrt worden. Der zn 102 Jahren Gefängniß vcrurthcilt gewesene Herausgeber dcr Dcmocracill wurde in Freiheit gesetzt und allen Blättern die Caution zurückerstattet. Aguirrc hat Madoz als Präsident dcr provisorischen Iuuta ersetzt. Die in Madrid vorgenommenen Wahlen für die definitive Junta siud noch nicht beendigt, doch slcht nach dcr Gaccta dc Madrid die Ernennung von Serrano, Prim, Scbastien Olozaga, Eontero und sechs namentlich aufgeführten, aber weniger bekannten Männern mit Sichcrhcit zu erwarten. Die Masse dcr bereits vorhandenen Proklamationen ist noch durch zwei vermehrt worden, welche General Blas Picrrad, dcr ausgesprochenste Rcpublicaner unter den Heerführern, welcher in Ampurias an der catalonischcn Küste ans Land gestiegen ist, an die Bewohner drr Landschaft Ampurdan uud an die Eatalonier gerichtet hat. Ein tlarcs Programm ist darin nicht gegeben. Der General erinnert daran, daß Spanien bis jetzt um den Preis aller seiner Rcvolntioncn gebracht worden, und crmahnt dahcr dic Bevölkerung zur Vvr-sichl. „Zerstören wir znerst, wir wcrdcu später aufbauen," heißt cs iu einem dcr beiden Manifeste. Der Carlistcuchef Gcucral Cabrera sitzt noch ruhig in London, scheint aber von dort die Zwecke sciucr Partei zu fordern, denn cs wird gemeldet, daß carlistische Banden die nördlichen Provinzen am bis^ayischcn Meerbusen durchzögen. (Pr.) Oesterreich. Wien, 8. October. (Ehrcnbeleid igu naö< Klagc des Erzbischofö Rausche r.) Heute Vormittags fand die Verhandlung we^cn Ehreubelcioigung dcö Eardiualö Rauscher statt. Angeklagt war Herr Josef Winkler als Verfasser der Broschüre, betitelt: „Cardinal Rauscher uud Gcuosscu gegen Staat und Gesetz." Dcr Gerichtshof füllte folgcudcs Urtheil: „Josef Wiuklcr ist des ihm zur Last gelegten Vergehens dcr Ehrciibelcidiguug nicht schuldig." Dcr Bcgrünouna cnt-nchmln wir, daß d c r G c ri ch t sh of d c n T h a t-bestand der E h rc nb e l ei d i g u ug nicht annehmen konnte, weil die Bischöfe, ins besondere aber Cardinal 3l au scher, sich abwehrend gegcn dic St aa tS-Grundg e-setze verhalten. Dies wird durch Thatsacheu er-härtet. Ucbcr Styl u. f. w. aber hat der Gerichtshof uicht zu urtheilen. Anch im Detail begründet dcr Gc< richtshof in gleicher Weise das Urtheil. Dcr Staats-«»walt behält sich dic Berufung vor. — 8. October. (Dic Bank.) Scharf's Börse»' zeitung meldet: Iu dcr heutigen Sitzung dcr Bankdi-rcction niurdc die Vornahme dcr Rcductiou dcs Bank' actiencapitals derart beschlossen, daß auf jede Einzcl-actie cine bare Hcrausbczahluug von 1/!5) Gulden, somit die Rcductiou auf den Nominalwert!) von li(X1 Gulden, erfolgt. Dcr Rcgicruugscommissär ertlärtcisich damit einverstanden. Prass, 7. October. (A rbeiter. E ^ceß.) Ueber die bereits telegraphisch signalisirten Arbeiter-Unruhen meldet die „Bohemia": „Gestern Morgens war in Prag ziemlich allgemein das Gerücht verbreitet, cs sei in der Bahnstation Wejhybka ein Bau-Unternehmcr von sei' nen eigenen Bahuarbeitcrn erschlagen worden. DaS Oc-rücht rcducirt sich nach an compctcntcr Stelle eingeholter Ertuudiguug auf nachstehende Thalsache: Die beim UM' bau der Pfcrdcbahustrcckc Wcjhybka-Stochow auf Loco' lcgenheiten des Theaters, Hofkammcrrath (dann Geheime Hofrath) Franz Krims war als ein mit dem Talent dcS Sparens hinreichend begabter Manu bekannt, und er hat diefem seinem Ruf vollkommen Ehre gemacht. Der Theaterschneider kehrte und wendete die Kleidungsstücke, wic cS immer nur gehen wollte; und seine Fertigkeit darin war groß. Auf viele scideue und sonstige kostbare nnd kostspielige Gewänder ließ man sich nicht ein, und die Herren und Damen, welche mit ihren Anzügen mannigfach zu wechseln liebten, sahen sich auf ihre Priuatschatulle angewiesen. Niemand trieb cö darin ärger und toller als Unzelmann, der zn jeder neuen Liebhaber und Heldenrolle, auf die er wic verfcfsen war, so wenig sie ihn auch im allgemeinen kleidctc, einen neuen Gallarock oder eine ncuc Uniform haben mußte. Von dcn Gagcn jener geistig großen Tage darf man sich leine allzu hohen Begriffe bildcu. Es ging damit schr knapp zu, wcuu auch dic Zcitvcrhältuissc uud Lebensbedürfnisse diese bescheidenen Besoldungen wcuigcr dürftig erscheiuen lassen, als dies jetzt der Fall sein würde. Die vorzüglichsten Theatermitgliedcr, Wolfs und seine Gattin, wcrdcn zusammen schwerlich übcr vurzehnhundert Thaler jährlicher Einkünfte bezogen haben. Achthundert. sechshundert Thaler konnten schon als cmc schone Summe gelten. Uuzclmauu hat sich bls zu scmcm Mgaug u°u Weimar auf das crstange- und er cbcu befand sich sorwahrcnd m dcm unglücklichen Fall. bcdcuteud mehr zu braucheu als er c.uuahm. - Aus die Mitthciluug Zelter's au Goethe, daß dcr Tenorist Wild fimftauscud Thaler als Iahrcsgagc verlaugt habe, schreibt Goethe zurück.' „Wenn Herr Wild fünftausend Thaler werth ist, waS ist denn Moltkc wcrth?" Und Molttc mußte sich eine geraume Zeit mit achthundert Thalern bcgnü- czcu, bis man ihm später, als cr zum Kammersänger ernannt worden, zwcihuuocrt Thaler zulegte. Die Wei-marischc Hofcapellmcistcr-Stclle war mit achthundert Thalern dotirt. Dcr hächstc Gehalt eines Hofcapellisten belief sich auf drcihundcrtfünfzig Thaler. Von dcm Geiste der Einfachheit und Anspruchlosig-kcit, der in der gesammten Touruure des Weimarischcn Theaterwcsens herrschte, gibt auch der Zuschnitt der Theaterzettel eine Probe. DaS Format derselben bewegte sich je nach Befinden zwischen Folio und groß Qnart. Die „Herren, Madamen, Demoisellen," oder „Frauen und Fräuleins" blicbcu von 1798 auf denselben gänzlich wcg, und gelaugten erst vom Tag dcr Er-öffnuug des neuen Theaters an lA September I825>) zu ihrem Recht. Nach dcr Pcrsoncnaugabc uud nach dcr wievielsten Vorstellung im jedesmaligen Abonnement las man die Bemerkung: „Nnmcrirtc Plätze im Parterre uud numerirtc Stühle auf dcm Balkon siud belegt uud können nur von Avonueulcu ciugcuommcu wcrdcu; auch können Kinder, für welche der Eintritt nicht bezahlt ist, nicht eingelassen werden." Dann folgten die Preise der Plätze (früher nach „Kopfstückcu" sösterreichi-schcn Zwanzigkrcnzcrn^: 3, 2^. 2. 1 Kopfstück, je nach dcn verschiedenen Rängen berechnet); Balkon 10 Groschen, Parket 12 Gr., Parterre 8 Gr., Galeric 4 Gr.; darunter: ..Anfang der Vorstellung um ^, theoretische Musikschriften. An Zelter's H"."b !"° zlb' sich auch „in das Choralwcscn versenken, in die, > 1715 motiv-Vctri'cb beschäftigten Bahuarbciter uahmcu vorgestern gegen dcn Vau-Uuteruehmer Herrn H. eine derart drohende Haltung cui , daß sich derselbe gcuöthigt sah, an die Buscittichrader Aahngcscllschcisl nach Prag zu tclegraphirci!, und um Assistenz zu bitten. Ucbcr Ausuchcu dcr Direction entsendete dcr Smichower l. t. BezirlohauptulailU Herr Müller sofort einen k. k. Be-zirkscommissär nnl 12Oclidarmcn iwch Wejhybka nnd sollen, laut cincni gestern Mittags hier cingclnugtcu Telc-graunn, seit dein Eintreffen dcr Assistenz lciuc weiteren Excesse -^ welche augcblich wegen Entlassung mchrcrcr Aufscher entstanden sein sollen — vorgekommen sein. Detailberichte fehlen bisher. doch hat dcr Bau-Unternehmer neuerdings telegraphisch nm fernere Vclassnng dcr Assistenz angesucht. Uns land. Pariö, 7. October. (Z n r Dänische n T h rou-rede.) Die „Patric" sagt anläßlich der ans Nord-Schlcswig bezüglichen Stelle dcr Thronrede des Königs von Dänemark: Es wärc schwer zu bestreitcu, daß Prcußcu oft dic Vcllcität habc, dcn Präger Frieden zn überschreiten. Glücklicher Weise erinnert sich Preußen dcr formellen Erklärungen dcr französischen Ncgicrung. Preußen weiß vollkommen, daß wir, selbst entschlossen, dcn Präger Frieden zn rcsftcctiren, nicht zustimmen tonnten, ihn zn unserem Nachlhcilc verletzen zu scheu. Frankreich hat das feste Verlangen, dcn Frieden zn erhalten. Die Militärreform war cine rein defensive Maßnahme, gcbolen durch die ncuen Verhältnisse in Europa. Frankreich würde preußische Nüsluugcu bei dieser Sachlage ohuc Empfindlichkeit betrachte». Die Vergrößerung Prcu^ ßeus ist im voraus durch die Verträge gcnan bc^ grenzt. Diese Garantie genügt uns, da man gegenseitig wohl weiß, daß dieselbe nicht ungestraft verletzt würde. 'Madrid, 7. October Abends. (P r i m s Einzug.) General Prim ist um 2 Uhr hier angekommen. Es ist nninüglich, den EnthiisiasmnS dcr Bevölkerung zu schildern. Einc ungeheuere Volksmenge war herbeigeströmt nud die ganze Stadt war auf den Bciucn. Von allen Seiten erschienen Deputationen. Vcrlrctcr der Armee und Marine nnd andere Körperschaften bildeten das Geleite Prims. Es/,bcdurftc mehr als 4 Stun-ben für den Zug, um die Sladt zu passircn. Die Eir-llllation wnrde unmöglich. Mehrere Menschen wurden "ou der Menge erdrückt. Vor dem Hotel Prims nnd der Pucrta del Sol beglückwünschten ihn Depntationcu der hicr lebenden Franzosen, Italiener uud Schweizer. Prim harnnguirtc das Volt vom Balkon, des Ministeriums des Innern. Er sagte, er sei mit Serrano innig verbunden, mau müsse dic Einignug aller liberalen des Volles nud der Armee crhaltcu, dcun deu Sieg dcv Revolution verdaute mau dcr Mariuc, Serrauo und öcn vcrbaunt gewesenen Generalen. Zum Schlüsse uiüarmtcu sich Prim und Serrano und ersterer brachte ^n Nuf aus: Nieder mit dcn Bourbonen! Die Stadt ^ar glänzend beleuchtet. Topctc ist cingclrosfeu. Hagesneulsskeiten. VZasscrvrvhecruugen. Eincr telegraphischcn Nachricht au9 Innsbruck vom .' d. zufolge war der Bahndamm oberhalb Woidbruck in ^'et Ausdehinii'g vo» 000 Fuß, oberhalb 3ll,wang in einer Länge von 100 Fuß wegst/iiss^» ; nächst dem letztgenannten Orte dürfte vie Nnterbrechu!^, uierz,!)» Tage dauern. Dü Poststrab«,' zwischen Al^w^ng und Äozcn ist ganz wcggc-schwnnmt. Wic nn Tämme so zerrissen, daß ihre Herstellung cine Zril von wenigstens ä bis 5 Woche», lio^ eines noch ochcn sei. Die neue Verbindungshlücke zwischen Vorailberg und der Schweiz bn Monsl^in hat die Probe bestanden. Zlm 2s. Slftlcmber Abends halb ü Uhr schwamm,,, auf einmal die blidtn, der östencichisch^n Gemeinde LustlNau gehörenden weggerissenen Rhcinmühlen mit voller Wucbt gegen die oben genannte Brücke- die beiden Mllhkn, hatt aneinander dabellchwimmend, gaben der V,i!clV »>>un hniigen Stoß und prallten zurück, vie hintere Mühle schwenlle sich, es riß su untcr die Vlilcle und sie wurde dolt mit fülchte>Iichem Ge-kiache znlisjiii. So ging cs auch der zweiten Mühle. Di« Vlücke wulde nur an zwei Jochen beschädigt. Die lraluigslcn Hiobsposten loinmen aus Graubüudten. Vei Haldei'stein hat der Rhein sein Bett genau durch die Obstgärten glgraben. Die Aäume liegen frilchtcbelabü, über einander, die Wurzeln lagnl in die Lüste. Dcr Schaden dieser einzigen Gemeinde wird aus 200.000 Franken gc-Ichäkl. Wer in Chur oder Reichcnau am Rhein stand, kr:mtc sich line VoisUllung von dem Umfange der Kata« stlophe bilden. Hunderte und Tausende von Bäumen n»o Sägblöcken, ganze Beuge» von Bletlern schossrn auf ver Höh? dcr Wugen dah^r und vorüber, Vluchsttlcke von Stäl-lm ganzen werden bisher circa 23 Menschen veimißt. In 3ll>, wicd erzählt, sei eine Wiege hcrauglschwommei', welche cin Kind tiug, das ruhig schlief. — Cine eischütternde Be-släligung der Unglücksposteu aus Vals Danton Graubünd- ten) bringt folgende, nach Chur gelangte Depesche, welche mit erschreckender Kürze einen nocb nicht einmal zu überschauenden Einblick in ci,>e ga«ze Tragödie enthüllt! „Vals soll ganz verschüttet sein, in Peiden alte u»ld neue Leiche name, KirebhofÄkreuze, Kilchenaerälhschaslen gefunden, Valser Namen erkannt." Slalt zu sinlen, ist gestern und vorgestern der Wasserstand des Rheinö noch gestiegen. H^ute endlich hat der Regen aufgehört und auch die Temperatur hat sich etwas abgekühlt. Aus Hard und Fussacb, zwei Voiculberger Gemeinden, sind sechs Männer am 3. d. beim Holzauffangen in der Nähe der Rhein-Einmündung ertrunken. Heule wurde bei Vlegenz vie Leiche eines mit Gclo versehenen Hanvwetlsbulschen ans Land geschwemmt. — (Dienslcspragmatlt für Staatsbe« amle.) Der österreichische Aeamtenucrein hat durch seinen Präsidenten, den Reichsrathsabgeordneten Dr. Klun, bei dem R^ichsralbe ei»e Petition um Crlassuna. einer Dienstrs Pragmatik einglbracht. Vei der in der Schling am 14. März d. I. darüber gepflogenen Berathung wurde der Beschluß qefaßt, die R giecung aufzuforder», bei Vornahme del politischen Organisation eine die Röchle und Wichten der Htaatöbeamten normirende Dienstpragmatil zu verfassen, öc. Excellenz vcr Herr Ministe des Innern D?. Gistra stimmte diesem Beschlusse bei. Im Mimstelium des Innern wuldc nun ein Referentenentwurf dieses für die üsterleicki, scken Verwallungsdeamtcn gewih sebr wickligen Gesetzes ausgearbeitet und ist derselbe sämmtlichen Ministerien zu Vegulachtuna vora/legt worden. ^- (Die beiden Söhne des Vicelönigs von Egypten), lvelcke auf ihrer Reise auch Köln besuch-ten, beabsichtiglen den Dom im Innern in Augenschein zu nehmen, weshalb sie bei dem Sacrisianpriester anfragen lil> bcn, ob sie nach beendigtem Gottesdienste im Dom ihre Kopsbedeckung, wie es ibnen die Sitte vorschreibe, aufbehalten dürsten. Dieses würd, ihnen gestattet: aber ein Elfter in dcr Person eines überspannte» Chirurgen, trat zu den Prinzen und forderte sie eigenmächtig auf, den Fez abzuneh, men, worauf sie in der Eile mehrere Goldstücke zum Fott' baue des Domes beisteueiten und die Kathedrale sofort verließen. — j?lus dem Staate der Intelligenz.) Dem plotestantischen Prediger Listo ist der Religionsunter' richt an der Berliner Gewe«beschule entzogen wurden, weil er zu liberal ist. Er hat unter anderem gegen dcn Pastor ssnat Partei genommen, welcher, auf dir Bibel gestützt, beweisen wollte, daß die Erde steht und die Sonne sich bewegt. — (Zur Frage der H in l e r l a d e r.) Baicrische Zeitungin melde», daß die baieiiscde Regierung, welche die Absicht gehegt habe, das Werndl-Gewehr in ihrer Armee einzufilbreü, davon adqcko»imen sti, weil es sich herausge-sl.ltt hab?, daß daö Werndl-Slislcm sich nicht in nöthigem Maße blwährr. — (Spanisch.) Am 30. September sind sämmtliche Madrider Blätter wieder erschiene», auch die „Demo cralia", deren Herausgeber aus dem Gefängnisse befreit wurde: er sollte hundert und zwei Jahre Plehvelurtheilungen absitzen! — (Gras Girgenti) wurde von Serrano's Trup« pen gefangen genommen und nach Cadir geschickt, wo ihm freigestellt wurde, sich auf ein englisches Schiff zu begeben und abzufahren. Giaf Girgenti ist bereits in Lissabon an« gekommen. ^'Uud, worin man sich allein nicht zn helfen weis?." ^' hatte sich sogar eine Tafel zur Tonleiter entworfen. >in E^r (Angust 1823) snhllc er sich förmlich mnsik-^iHimgvig nnd fchulc sich nach Weimar zurück, um ''"lie Wuchc uur ciumnl eine Oper zu hören, wie wir !^ Neben, cincn Don Juan, die heimliche Hcn'ath, sie . 1'ch zn erneuern uud diese Stimmuug iu die übrigen, ^k^ thätigen Lcbcus aufzunehmen." - - In größter ^ust stand bei ihm ^hcrudiui's „Wasserträger", und Ht blos der Musik, soudcru auch der Haudluug we-"^ die er in „Wahrheit und Dichtung" für daS „viel-^" glücklichste Sujet" erklärt, „das wir je auf dem ,.S?^ ^scheu habcu." — Wic mau bei ciucr Oper köll,,^! ""d Mlisik treuucu nud jedes für sich gcuießcu diel ^s ^chmid cr nicht begreifen zu lönucu. „So cilic '^ ^ewiß," versicherte cr (bei Eckcrmauu), ..daß ich t>W ^^'r ullr daun mit Freuden genieße» laun, wcuu tzi ^ijct cbcuso vollkommen ist, wic dic Musik," eine Nie», s ^' ^'^ "' ^'"^ ^'^" Wasscrträgcr uollkom> line c?'^ ^^niadunna der Goethe'schcn Periode, Karo-^llli^?'".""' ^"^ b'^ üi uuscre Zcil gelebt. Alu I0ten ^älm> '^ ^^' gestorben. Sie war eine dramatische eine ^!!'' ^'^ "lle Erfordernisse zu ciucr solchcll besaß; c.l'tt ^' ^', Stundung und Kraft dcö Toncö, der uic fo» dcv z^! s/'^' ^^' luic aus eiucm uuuersicglicheu Grunucu iiiiUl^ ^.,c"tguoll, auch iu dcr höchsten ^eideuschaft ton- ,^u, unmcr crquickcud, ciu wahrer Nachtigallen-Mjöds !, 'lu^ruck, dcr bis znm kleinsten Zug alltt< lvic di! s/c!' "Uc Gefühle, dic stülmischcu nnd heftigen, ""d Tren. " "'^ ^"^"'' "üt überzeugender Gewalt r^'natis, .^'^^'"^ ""^ "iedcrgub, -^ allcö durch ein ^tcren ?>" ^^^' ^"','iunlichtc. Ob sie nuu iu ^" '" d7i N,?^ "^ Priuzcssin vou Nauarra, Nös-5" Müllerin, Madamc Talma in dcr heimli- chen Hcirath .'c., noch besser war, blicb schwer zu cut-schcidcu i jcdc Leistung, die mau vou ihr say, hielt man für ihre btstc. Mit der Iagcmauu altcruiile Hcuricttc Eberwciu, gcboreuc Häßler, Tochter dcö rühmlich bckauutcu Musi-lers uud Klavierspielers diescs ^iamcus. Ihr Opcru-fach erstreckte sich auf crnslcS, wic auf Heiteres; ihr Neftertoir war cin sehr nmfangrcicheö. Eine Sangee-mcistcrin in Dramatik uud ^yrik, hochbcdeutcnd in dcr heroischen uud romautischcu Opcr, saug nuö ihr ciuc gc-diegcuslc Echlile, cinc Schule, dic durchzumachen so uielc Sängerinnen für überflüssig, weil zu mühsam halten, ^cr (äbcrwem Stiunnc - mau wußte uicht, ob ihre seltene ?llt- »dcr dlc Sopranlagc angenchmcr — leicht ansprechend wie Flütcntou, war wcich uud hcrzvoll, und wieder so energisch, so start auöströineud, daß sie die Brust des Hörcudcu bcbcu machen konntc. Wie gar bezeichnend, wie feurig uud gcfülMiuuig spielte sie auch, wie homogen dein Geist ihrer Gesangsftartic! Sie war einc dramatische Sängerin im wahren Siuuc dcö Wortes, lind cinc vollendete Coloratursäugcriu. (5'incu schö-ucreu Triller, als von ihr, konnte mau uicht hören. Mit wclchcr natürlichen ^auuc abcr auch bedachte sie, die im Schauspiel mchrfältig Beschäftigte, die Nolle dcr Pcmliue im grüucu Domino von Körucr; wic fiuuig spielte sie dic Wilhelminc im Shawl von llotzcbuc! ^iese auegczcichucle Säügcriu hatte auch als eine der wirthschastlichsleu Hauofraueu Anspruch auf Achtung. Dcuy hat auf einc tragische Weise geendet. Der Mauu mit dem duullcu, leuchtenden, gcislreichcu Augcu-paar, das HcrzcuöfiM aufgoß, Feuer uud Muthwillcu blitzte, hatte au dem Fach dcö Operubusso dcn cigcutli-chu Vodcu uutcr dcu Füßcu, von dem aus cr mit äußerstem Geschick mcmövrirte. Es gab und gibt einen tt,lli"<> <-!mllm!>- und (<",!!! o. Dcuy vereinigte beidc in sich, und meisterlich. Weit entfernt, ein scnrnlcr, einige Grau Volkswitzcs bcsitzcndcr Possenreißer mit so und so viel Grad Gewandtheit uud Glicdcrgclcnkigkeit gewesen zu sciu, wic mau sie auf deutschen und italienischen Thcatcru iu Unzahl findet, durchzog die Würze, das Salz, die Feinheit des gebildeten, künstlerisch orgcmisi> ten Mcuschcil sciuc Gebilde und war über sie ausgestreut. Gleich Uuzclmann's rief sein Auftreten schon einc frcn-dige Äewcgmig im Saal hervor, ja, man konnte die Zcit nicht erwarten, bis cr erschien, und welche Stimmung dcr harmlosesten Fröhlichkeit verbreitete sich nun, wcnn cr von Moment zu Moiucnt, Scene für Scene seine lichten, heileren, farbcnrcichcu Gemälde wirksam aufrollte? Ocuy verstand gut zu singcu ; er hatte eine cmgcnehme, aber uicht schr starkc Vaß-odcr Äaritoustimmc. In unbegreiflicher Berblcuduug über dic Tragweite der Kuustsuhärc, in dcr allciu cr sich mit Glück bcwcgtc, licß cr sich's bcigchcu, in Berlin, wo cr gastirtc, den Sarastro und ähnliche Parten zu singci,. Dcr Erfolg touutc nicht ausbleiben, ^cin unbcsouucues Uuteruchmcu rächte sich au ihm, dcr uicht ohuc Ehrgeiz war, uuhcilvoll genug. Dcun von diesem Bcrliucr Fiasco oatirtc sich dcr Aufaua dcr Geistesstörung, dic nicht lauge danach iiber ihn kam. Iu seiner letzten Rolle, der dcs Klodiou, Heerführers dcr Sachscu, iu Lobc's Oper: Wittckiud, den 12. Iän-ucr 1822 (znm ersten mal am 5. Jänner aufgeführt) zeigten sich dic ersten Spuren des culsbrcchcudeu, ihu erfassenden Wahnsinns. Iu der Frühe des anderen Tages wnrde cr ins Irrenhaus nach Jena gebracht, wo er clciidiglich starb. Sonderbar: uicht lanac volherhatte cr die komische Nolle dcs Aufscbcrs ciucs Nan^'hoopi-tals in dcr Oper „Agucse" von Paer gcgebcn »nd auf das ergötzlichste nnd belustigendste gespielt.' (Gchluß folgt.) 1716 Locales. — (Localpolizciliche Amtshandlungen) wurden im Monate September vorgenommen : 1 Arolbacleieien-NevislDnen i 7 Schlachtlocalilälen-Nevisionen i ',! Objlreuisio-«en '. 0 Auslande i 4 i5onfiLcl,lionen von Wagen und Maßen ; 2 Confiscationen verschieden,,'! Lebenemitlel: l Hausdurchsuchungen: 104 Vclhastnngen: 00 Anzeigen au die Straf-gelichtei 5 Abstrafnngen wegen NichtzuhaUung der Surri-stunde: ,'w Adsllasungcn wegell Aetlelnö: 07 zwangsweise C'ntsernnngen u»b 52 andetc localpolizeiliche Abslrajungen. — (kaidacher Ge wei d e b a n l.) Aus dem uns volliegenten Monal^ausweise pl. Scptcmbcl d. I. tntneh-men wir. daß bei dci Gewelbebant in> Monate September 10 Gljuche um Ausnadme als C^dilinhaber mit einem Gesammlb'ttagc vl.'^ 8000 fl. überrlicht worocn sind. Tie Zahl der lircritinhal-er cchöbt sich uuf 102 mit einem Ge-sammlcreditc von «4,650 ft. Wechsel wniven eseomptill 2<' Slllci von zusammen 17,444 fl. — Poltefeuillesland: :',7,900 fl. 70 tr. ö. W. — (Concert.) Morgen Abend beginnt cine Reihenfolge von Conccltcn, welche von der Cavclle des hier garni' jolülendcn Infantcnc-Neyuncnls Gras Huyn Nr. 79 umläuft dlos a„ Sonntagln im Hotel Elefant veranstaltet werden. Bei den ancrlannt tnchligcn Leistungen der genannten Covelle und "cm velhüNnihmühig sel)r niederen (i>l-ll^e, dann dei dem Umstanve, als sich die Resiauratlon des Concetl'Locales nunmchr in andern Händen befindet , ist wohl dem Unternehmen em günstiger Ersolg zu clhvffrn. — lVeründttung im Clerus.) Herr Josef Sml.lar, Toclolllnv der Theologie, lummt alö zweiler Plä-sect ins Aloisianum. — (Schlußuerhandlungen) beim i. t. Landes-^richte Laibach. Am 14. October. Ludwig iinee .^» : Be-trug. — Am 15. October. Michael U-s>c: schwere loiper-liche Beschädigung: F,z Lancman und 4 Genossen: Dieb-stahl; Johann Kodau: Diebslahl. — Am 10, O^obir. Apol-lonia Malovc i Vetrug: Malia Dolnicar: Niebstahl: Andreas Rrpar: schwere lörpeiliche Veschildigung. Aus dem constitutiouellcn Verein. Die glslnge Veisammlung war sehr zahlreich besucht. Der Volsitzende, Dr. Iostpl) Suppan theilte der Versammlung das Nesnltat der an ten Landtag eixgercichlcn j Petitionen wegen Abiindeiung der Landlagswahlordnung und Al)Ill)»u»g des Gese^eö, betreffend Einfühlung dls Slo-vtnischen in die Schulen, mit. Dr. Uranilsch stellte sohln den Antrag, der Venin mdge die gedachten beiven Pelilionen im Wege der t. t. LandeoreaMung an das hohe l. t. Miüislnium zuc geuci^ttn Vclücts'chl'gung ilbeireichen. Prof. Pirler begründtle in einer martigeu und mit großem Veijalle aufgenommenen 3tede die in der Petition in Vclnff dlS Splachcngesetzeö gestellten Fotderunge». Ttl N»gie>nn^(,omm,ssär Hnr Svctec erbat sich das Nurt z,l jaclischen Äelicktignngcn in Aezug ans die Ve-glündung dcb vom hohen Landtage volulcn Sprachcnge-setz»Ä und machte gelttnd , daß der Verein nach ^ 1 der Sl.Unten auch tie Abwehr von Ucbergrisfen gegen die Gleichbtrechlignng zum Zwecke habe, auf welche letztere der Oeslftenlwuli siä> stütze. Zugleich behauptete er, daß durch die Ausführungen der Vorredner eine Aufregung vciul' sacht wclden liinnc, und daß die Versammlung sich gegen ihn als Vertreter der hohen Negierung nicht gcn Landtagen. ^li ll ü l) l'li ä, 7. Ol'lodcr. Dcr uum licll'tffclldcn Cumit<> ti»gcdrachtc Gejetzcutwurf, dctleffcnd dic Anmcl^ dung lind Umgcstallliilg dcr Hypothclanrchtc in Tirol, wurde uligcnommeli, und ebcnso ric Aotlä^r dcS Gc^ mcilidcconiitl' übci' die Acndcrllllg dcr Gclllcllidcordiulng für dic Städte Iimedruck und Äozcn coufolm mit dm dclrcffcudcll 8tcgicrlll>gSvol lngcu. Lcmdcrg, ,7. October. Ueber Antrag Hclzls wurde licschloffcu, ciuc Boistcllung an dcn Ncichsrat!) wcgcn Gel)ül)rcl>bcfrcluug der wissenschaftlichen nnd Woylthätigtciloanfllüten zu richten. Die Debatte iibcc daS Slraßcnpolizcigesctz wurde bccndct. Dcr ^andcoans-schuß wurde dcauftragt, ciu Project wegen Ablösung der geistlichen Gel)ül)rcn anöznarbeitcu. Die 8lechnnngc^ abschlnsse pro I860 nnd 1867 nnd dic Capitel rwn 1 bis 4 des Budgets pro 1^68 wurdeil gcnchinigt. Ferner wurde bcschlosscu, die öffentlichen Spitäler in die Verwaltung des Landes zu nbcrnchincn. Abends ist Sitzung. Czcrnowitz, 7. October. Der Landcöanüschlch wurde bccmflraat, nn das Präsidimn dcö Hunislcrralhcs die Bitte zu richten, daß dcm Einschicitcn dcr Conccs-sionärc dcr galizischcn Nnsticalhank wcgcn Aclhcilignog des Blllowinacr ^ncchisch'oricütalischcn Ncligionofondcs an dicscm Institute kcinc Folge gcgcbcn w^rdc, Bon dcr Bauordnung für (^zcrnowitz wnrdcn 2^> Paraaraphe gculhmiat. In dcr gcsttigcn Abcndsitznna >uurdc daö Schulaufsichlsgcsctz in zweiter ^csung angenommen. Neueste Post. Prag, U. October. In dcr heutigen Stadt-ver ordne t eu s itzu ug wurde über dcn Antrag des Stadtrathcs berathen, Sr. Hiajcslät dcin Kaiscr eine Petition zu überreichen mit der Bitte, das vom Landtage beschlossene Gesetz betreffs sprachlicher Trennung deö Polytcchnicums nicht zu sanctionircn. Der Stadtrath Schwab trat für dcu ^andtagsbcschluß ein. Für den Antrag des StndtrathcS sprachcn Palacly, Grcgr und Nicger in heftigster Weisc. Der Antrag wurde au-genommen. Der letzte Gegenstand der Tagcsordnnng war dic Berathung über dcn Antrag des Stadtrathcs, dahin lautend, dic Stadlvcroronetcn mögcn von jeder Vcschlnßfassnng, ob dcr czcchischcn Declaration bcizn-zuslimmcn sei, absehen, da ohnedem bekannt sci, daß der größte Theil der Stadtbcliöltcrung die politische Gesinnung der Declarantcn theile und da eine Zustimmnngs-crtlärung dcr Stadtverordneten bei dcn jetzigen Verhältnissen Folgen nach sich zichcn tönnlc. Bei dicscm Punkte überließ der Bürgermeister Klandy den Vorsitz dcm Biccvräsidenten, da cr als ^andtagsabgcordncter nnd Unterzeichner dcr Declaration nicht in dieser Angelegenheit präsidircn tönnc. Es entstand eine heftige Debatte zwischen den Inng - Czcchcn nnd Alt - Czcchcn, Schließlich wnrdc dcr Antrag ocS Stadtrathcs mit 33 gegen 17 Stimmen angenommen. Paris, ^.October. .Fonstitutioncl" widerlegt dcn gestrigen Artilcl de« „Etcndaro" bezüglich (ir^,,-lesco's. Braliano kann nicht glaub-n, duß die laiscil. Negicrnng von seiner Politik licfricdigt sci. Die West-Mächte beschäftigen sich täglich mehr mit dcm Abstände zwischen ihren Anschanungcn nnd dcr geacnwärt,gcn Politik Nomänicns. Die Tmlci ist bedroht, die Tülkci droht nicht. Das Iüteicssc dcr Atächte gehört vollständig dcr Türkei. Dic „Fiancc" spricht sich ähnlich aus. Madrid, 8. October. Ein Kundgebung zu Gun-stcn dcr Religionsfreiheit n»d Gleichheit fand statt. Man dnrchzog tic Stadt unter Vorlragung von Fahncn mit dci Inschrift: Nieder mit dcm Concordat! E^ lcbc das freie Rom! Die Stadt wlirdc beleuchtet. — Das Mmistciiuin ist fulgci^dcrmaßcn zusammcngl'sctzt: Scr^ rano Acinistclprasidtnt, Prim Kricgsmimstcr, Topctc Marine, Fi^ncrola Finanzcn, Lurcttzona Acußcrcs, Ulloa Justiz, Sogasta Illncrcö, Ay,,la Üolonicu, Zo^ >iUa öffciUlichcr Arbcilc», B>.nitez Golivcrncnr vo» Mndiid. Col> stan l iuopcl, 3. October. Dic Pforte bc-uachrichtigt die Gesandtschaften, daß künftighin dic (5r-lanbniß, die Dardanellen nnd dcn Vosporns zu passircn, den Kriegsschiffen ertheilt werde, die Souveräne oder Chefs unabhängiger Stantcn an Bord haben. Lvlrgraphischc Wechselcoursr »c'ln !>, October. 5p'?rc. Ml'l^!'!:qü^< 57.8". — s.p^c. Mttalliqi.'pß i:nl Mai- »nd ')l0Ucmbei'-Zi!!srl'5>7.!»0. —bftrre.^c, c,,?Ll Älilcdci: (iI,10.-- 1«Ml'i staalSwUcl,«, 82.90. — Vanlaclieli ?55>. — Treditactiti, 20?.?/», — Rondell 1IU.40, — Silber 114 — K. l, Ducaten 5.54. Das Postdanipfschiff ..Westphalia," Capitnn Traut-mann, welches an, K.! Scptcinbcr von Hamburg nbgc-gangen, ist am 27. d. M. wohlbehalten in Ncw-Mt nngckommcn. Handel und Volkswirtljschastliches. Wochelmuswei^ der Nalimmll'allf. Tel am 7 d. lU!5gcgcbcm' Wochciuinonn'icl di.'r Vlallcüalbaul wci^l mim Van!' iwleimmlanf von fl, 25)1,777,65,0 anst, dem die fosi^ndlii Posten alcj Vrdlckiiüg g^ieiiildnstehen: Metallschatz fl. iN,.^22.»1>j, in Mc!al! ,;c>hlbarr Wechsel fl. Z«,l'72.05>1, Slnal^nc»!!'!!, wclchc dtt' Vniit ^hmc». ft l,'l^0,5/.»5), LVcoliiplc fl. ^!,25>0/i<^, Dallehc» sl ^1,l^.N<)0. eiiisjslööle ^»nponü uon Glliudeiillaslnnss^-Ol'Ii' galionm fl. :i«!30. eiiigelü^e Pfandbriefe fl. 8Mi,l)00,' i> ^.ing<cn 4, Octobcv. M>Ml>'iia Misn, Ta^löhiüriüvitn",', alt 72 Jahre, in dcr Karlstädteruorstadt Nr. K'., mn ^l'lnfiülicr. Dcin Herrn ^ndwig Slrcle, t. t. Major in Pension, scinc Iran Alüia, alt 4l Jahre, in der Polanaumstadt Nr. 7l, a» eineiil oiMiiischm Hcr^l.'it'l.'u. Dcü 5. Octobe r. Dein Herrn Thomas Berber, Tand-lrr, seine Tochter Maria, alt 2!) Jahre, >n der Kralan Nr. :^», an dcr Lnnsseütubcrcnlose. D e n 7. O c to d e r ist ein ii^lig^wriiee Kind, weibliche» Geschlechtes, bciin ZU'angsarbeiX'hanse im l'nidachflusse tadt ge-fnndni n:id von da nach St Christof übertragen worden nnd ivnrdr gerichtlich dcschaut. Den 8. Octpbrr. Dein Herrn C. I. Hamann, Ha»-dels'Ass^i^ sein Kind Einilie, alt 1? Tage, in der GradiW-uorstadt Nr. 42. an Fraisen. - Dcm Hcrrn Andreas Doineuig' (^l-ldiucchdll-r, scin Kind Oökar. nll 3'/,, Jahre, in dcr Stavt Nr. 15, an dcr drandia.cn Nachcnliraniic. -- Karl Drcnig, 3»' siillitöaronr, bci (!0 Jahre alt, ist in dcr Kapn;iiicruorstadt Nr 12, in dcr Scnlgrübc, todt gcsnüdm nnd von da nach ^' Chrislof iibcrtralicn worden. MelelU'owiMlie ^eouachlullgrn ill Lttilmch. 6>.!.Mg. !i27..l« -l-13t< '^öm'dstlll gan^dcw. 9. 2 „ N. ^ 327.zl, 4.12» ^ O. ;. stark grüßlh. bcw. 0.0" 10 „ Ab. ^ 327„,5 I- i),» , O schwach z.Hälftc uew. Morc,enö a.anz bewölkt, später wechselnde Äcwolliinc,. 3ic>ch' lüiltaci Oüwind peinlich start. Trockene Lnst. Das T^e^n'»" dcr Varmc ->- 12 0", nm 2 0" nber dcm Nonnalc. Verantwortlicher Nedacteur: Ignaz v. Klei n i» a n r. Vörscnbericht. N^len, 7. October FondS nnd Äcticn blicbcn diö anf cinzelnc An^nahuieii ziemlich miucrändcrt. D^'isen und Valnlcn schlössen stcifcr gefragt. Ocld flüssig, llm!^ nncrhclilich. H2essentli6)e Schuld. ^. des Staates (flir 100 fl.) Geld Waare In V. W. zu !>ft lFrcs.) rliclzahli, iu37I. zu 5pl5t. sür1U0ft. 71 __ 7159 ')iat.-A,:l.mit Iin.-.Loup. zu 5"/., «2^0 „ s>7.,;o ^'7.. detto.....,. 4,;,. f»i 2!> 5>i Vn Mt Verlos, v. 1.1839 . . . 107 50 i'^ „ „ „ „ 1854 . , . 78.— 78.50 „ ,. ,. » I860zu5')0si. 82.N0 83,- „ „ „ 18«0 „ 100 „ !'2.50 «'3.^ „ „ „ ->8U4„100„ 94.- 94 20 om0'Rc?!tensch. zu 42 I.. »u«l. 23,50 24,— Romainen 5perc i50 Ober^si.'rreich . „ 5» „ ao."~ 8^.— Salzburg .... „ 5 /, ^^>— ^8.— Geld Waare Böhmen .... zu 5"/« 92.— 92.50 Mähren .... „ b „ 89.5<1 W.— Schlcsici, , . . . „ 5 „ 88.50 89.--Stelcruiart . . . „ 5 „ 86.50 87.50 Ungarn.....„ 5 „ 73.25 73.75 Temcscr-Vanat . . „ 5 „ /2.— 72.50 Eroatien und Slavonien „ 5 „ 74.— 75.— Galizicn .... „5 „ 65.50 « verlosbar zu 5"/. 97 '.»0 98.10 , C. M. 1 ! Nationalü. ansii.W. uerloich.5 „ 93.30 93.50! Ung.Vod.-Crcb.-?lust. zu57, „ 91.— 91.50 Allg. öst, Äodeu-Ercdn Anstalt vcrluöbar zu 5"/.. iu Silber 102.50 103, - Lose (pr. Stillt.) Cred.M.f.Hu.G.z.100st.ii.W. 137...... 137.50 D°ll.-Dmpssch.-G.z. 100si.EM. 90.50 91. - ! Stadtgcm. Ofcn „ 40 „ ü. W. 30.— 30.50 ^ Esttrhozy zn 40 st. CM. 150. - 155.— Salm „ 40 „ „ . 37.- 38.- Palfsy zu 40 st. EM. 2«,- 2»^. <5lary „ 40 « , . 3150 3^ St. OcnoiS „ 40 „ „ . 29,— A>.,) Windischgrätz „ 20 „ .. . 21.— ^ ^ Naldslcin „ 20 „ „ . 20 50 ^'^ Kcglevich ,. W „ „ . 14.50 >'g<) Rudolf-Stiftung 10 „ „ . 12.50 ^' Wechsel (3 Mou.) . Augsburg für 100 st, sildd. W. 96.50 -''^ ssraulsuN a.M.100 fl. dcttu i«!.«0 ^gd Hanibnrg. für 100 Mark Paulo 85.^5 >-.^ i'ondou für 10 Pf, Sterling . l l6i0 ^'^^ Pari« silr 100 Frcmlö . . . 46 05 ^" (fours l>cr Gelvsortet! K. Mnuz-D,icllte>-. . 5 st. 53 !r. ^ ^ "7 , Na,)olcuilöd'or . . 9 ,. 26,; ., " " ^. „ Nnss. I!l!perial<< . « ' " ' '' 71 „ Verrinttthülcr . . 1 ,< 70^ ,< » .. ^, Silbcr . . ,13 „ 75 „ ^^ " ^___.1. Pr«' Krainifchc GrundenUastnugs-^^"N."'« oatnotnun«: 86,50 Geld. 90 W°°"