„Freiheit, str Alle." «r « A« Mittwoch, S«. Oktober I««». VI. Jahrgang Die ^Marburger Zeitung" erscheint jeden Sountaq, Mittwoch und Freita^^. Preise — für Marburg: ganzjährig « fl., l»albjährig 8 fl.. vierteljährig 1 fl. 50 kr; sür Zustellung luß Haus monatlich 10 tr. — mit Postorrsendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig Z fl. Die ein Mal gespaltene Tarmondzeile wird bei einmaliger (Einschaltung mit 1v. bei zweimaliger mit 15. l)ei dreimaliger mit 20 tr. berechnet, wozu für jedetmaltge ttinschaltung 30 kr. Änseraten-Gtempelgebühr kommen. Zur Geschichte de« Tages. Der freundliche Empfang, tvelchen der Kaiser Kranz Joseph in Paris gefunden, ivird von der „Times" eingehend besprochen. Das Londoner Blatt glaubt nicht an ein Trutzbündniß zwischen Oesterreich und Arantreich: es lväre ein Akt des Selbstmordes, «venn Oesterreich sich in et«e Verschwörung gegen Deutschlaad und Italien einließe ;« aber man tönae den Kaiser Napoleon nicht tadeln, wenn er s^ch der einzigen Aeftlands. Macht zu nähern suche, die nicht eisersichtig auf ihu. Die Times ist schließlich der Ansicht, daß ein Ergebniß der Zusammenkunft zwischen beiden Herrschern eine erneuerte Einladung an die europäischen Milchte zum großen Kongreß sein werde. Man muß geslehen. daß niemals mehr Fragen von allgemeinem Interesse der Lösung harrten, wie gerade jetzt, iviewohl cs mrhr als zweifelhaft ist. ob diese Fragen aus diplomatischem Wege gelöst lverden können. Die bairische Kammer der ReichSrätbe hat den mit Preußen und dem norddeutschkn Bnnde vereinbarten neuen Zoll« und Handelsvertrag nur unter der Bedingung gutgeljeißen. daß stir Vaiern jenes Einspruchsrecht gewahrt bleibe, dessen sich srührr die einzelnen Mitglleder des Zollvereins erfkcuten. Dieser Beschluß kommt, bei dem Gewichte, welches in Berlin gerade auf die Beseitigung dieser ausschiebenden Einsprache der Emzelstaaten gelegt wird, einer förmlichen Ablehnung gleich. Ne^n einer solchen Einsprache hat ein Zollparlament keinen Sinn und kann die ganze neue Einrichtung, welche nach den Ereignissen vom vorigen Jahre dem Zollvereine gegeben wurde, nicht bestehen. Diese Ablehnung wird dem Mlnifteriutn Hohenlohe mancherlei Verlegenheiten bereiten; schließlich »Verden abir die Prälaten, Großgrundbesitzer und hohen Beamten der ersten Kammer in München sich doch der Unmöglichkeit gegenüber, für Baiern ein eigenes Zollgebiet zu bilden, fügen müssen. Lange fortgesetzter Widerstand würde nnr das industriereiche Franken und Baierisch. Schwaben, das ohnedem nach Norden schaut, vollends in das national liberale Lager drängen. Cs wird Baiern zur Nachgiebigkeit in dieser Frage umsomehr genöthigt. als die würtemberg'sche Regierung, den neuesten Berichten zufolge, entfchlossen ist, an dtN mit Preußen abgeschlossenen Berträaen festzuhalten. Die Thronrede, mit welcher der König von Preußen den norddeutschen Reichstag geschlossen, enthält eine Stelle, lvorin Italien als ein Land bezeichnet wird, „mit welchem uns große gerueinsame Interessen verbinden." Die Berliner Volks Zeitung findet diese Kundgebung doppelt bedeutsam in dem Augenblicke, wo der Moniteur die Einmischung Frankreichs in Italien ankündigt. Wir können nicht umhin, hier ivörtlich anzuführen, tvaS die Samstag AbendS in Florenz erschienene „Italie". ein in der Regel gut unterrichtetes Blatt, schreibt: „Es lvar viel von den Wechselbeziehungen zwischen Preußen und Italien tvährend der letzten Krisis die Rede. Folgendes hat sich, tvie man uns sagt, zugetragen: Italien hat von Preußen nichts verlangt. Als aber Frankreich Drohungen vernehmen ließ, ließ das Kabinkt von Berlin mündlich erklären, daß es nicht gesonnen sei. sich in die römischen Angelegenheiten zu mengen, daß es aber den Einmarsch -französischer Truppen aus einen Theil des gegenlvärtigen Gebietes des Königreichs Italien als Kriegsfall betrachten würde" Ueber die Politik, tvelche Rußland in Betreff Indiens verfolgt, wird aus Kalkutta geschrieben: „Nicht nur in den uns tributpflichtigen Nachbar^ uud Vrenzstaaten, sondern auch in unseren eigenen Bazars und Sipahikajernen ist von Rußland. Perfien und dem rechtmäßigen Beherrscher Afgh-inistans. Shir Ali, Viel die Rede. Der Glaube ist viel verbreitet, daß diese drei sich verbündet, um den Letztgenannten wieder auf den Thron von Kabul zu setzen. Als Preis der ihm zu leistenden Untelstützung werde er Herat abtreten, welches die linket und Nesse. Bon S. (l0. Fortsetzung.) Wilhelm lvard ties ergussen. ,ilS er dtN Schmerz der schönen Frau sah. Jetzt, «vo kr sie tvie eine Freindc beljandtln. »vo er ihr fern bleibrn mußte, war er wieder mehr Li-bh'ber. als je. Er bereuete leine Heftig-keil. „Albertine!" rief er. „Versöhnung, verzeihe meiner Liebe!" Die junge Frau lvarf sich unter Thränen lächelnd an seine Brust Er hielt sie einige Augenblicke innig umschlungen. „Himmel, wttt sehe ich? Täuschen mich meine Augen?" rief plötzlich eine Äimme. Die beiden Gatten fuhren zurück. Der Konsul, bleich vor Zorn, trat aus dem Gelände. „Mein Onkel!" murmelte Wilhelm. „Wir sind verloren l" flüsterte Albertit»e. die schwankend zur Seite trat, und ihr Gesicht mit dem Tuche bedeckte. „Ah. m^in Herr Neffe, also deslialb haben Sie uns heimlich ver-lassen, deshalb liefen Sie übrr nlle ^eete? Sch5mkn Sie ficb der Sünde gegen Ihre liebenstvürdige Frau nicht?" Die peinliche Lage des arinen Wilhelm läßt sich denken. Was sollte er zu seiner Entschuldigung auführen? Durfte er j „Was ist Ihnen, lieber Freund? Vo ist Albertine?" „Sie sehen «ich in Verzweiflung!" „O. auch ich bereue, daß ich darauf eingegangen bin. Ihre Frau zu spieltn!" „Leider haben Sie umsonst diese Gefälligkeit gehabt.-, „Wie, ist unser Geheimniß verrathen?'^ Perser so lange halten würden, bis Rußland in der Lage sein werde, von der OzuSlinie gegen daS brittisch indische Reich vorzurücken und gleichzeitig Konstantinopel anzugreifen. Ist erst daS türkische Reich zertrümmert, dann werde Herat von Persten an Rußland abgetreten und jenem dafür da» Paschalit von Bagdad mit den verehrten Gräbern der Heiligen überlassen. AlleS daS ist tv.,hrschtinlicher als manches. waS in Europa üb^r Steneintheilnugen der Weltkarte gefaselt worden ist. und schon der Umstand, daß eS in ganz Indien geglaubt und besprochen lvird. gibt ihm eine Bedeutung, die beinahe ebenso groß ist. als wenn eS wahr wäre. Die Aufregung in Indien läßt sich nicht ableugnen, und sthr fürchte ich. daß wir unsere jkj»ige Ruhe und Nnthätigteit später einmal theuer bezahlen werden." Die Kettenburger und das Konkordat. III. Marburg, 29. Ottober. Der heißeste Kampf, ivelchen die Kettenburger mit der LtaatS- und Bolkspartki stliren. ist der Kampf um die Schule. Wir mit dem staatlichen Bewußtsein — und diescS allein ist für den Staat daS maßgebende in unseren Tagm — wir trennen die Schule von der Kirche — daS heißt: von der Geistlichkeit — wir bedürfen einer selbständigen Schule und dcßwegen befreien wir dielelbc vom tirchlicden Gängelband. Jede Bormundichaft nimmt ein Ende, sobald der Mg. ling zu seinen Jaliren gekommen und kann nur fortdauern in Mllen. tvenn derselbe unfähig oder unwürdig ist der freien Verfügung. Der freien Schule fähig und würdig sind wir in dem Augenblicke, in lvelchem der Kampf um dieselbe unsere Kraft, uusereu Wertli bekundet. Der Geistlichkeit nls solcher gebührt gar kein Einfluß in der Schule. Der Religionsunterricht wird allerdings durch Priester ertheilt: die Wahl dieser Priester und somit auch der ReligionSlehrer ist aber nach den For-dcrungen der Volkspartei Sache der Gemeinden. Der kirchliche Sinn der Gemeinden und der von ihnen geivahlten Priester entscheidet, ob der Religionsunterricht in mehr oder tveni^er aufgeklärter Weise ertheilt wird. Dem Staate bleibt nur daS Recht der Oberaufsicht — der Staat ivacht nur, daß keine sittenverdertilichen. keine staatSgesahrlichen Grnndsäße ge» lehrt werden. Die Kettenburger machen eS den Bertheidigern der selbstäi»digen Schule zum Borwurf, „dcib die auf Gewinnung materieller Bortheile ge« richteten Zweige deS Wissens vor Allem Berückstchtigung finden sollen." Was berechtigt unsere Gegner zu der Behauptung, daß »vir nnS gleich ihnen versündigen »vollen am Geiste der Äugend -- daß wir die einseitige Bildung desselben planen? Wir fordern die gleichinäßi^^e Ent' Wicklung deS Menschen und dieser wirs aus jedem Gebiete, wo er sein Wissen bethätigt. scincn Gewinn erzielen — auch de«i von den KetteN' bürgern so viel geschmähten materiellen Gewinn.EES klin.it doch tvahrlich sonderbar — ja! es klingt »vie ein Märchen, daß die Partei, welche der meisten irdischen Güter stch erfreut. unS verlästert, die tvir uichtS Ver« langen als freie Arbeit für Kopf und .Z^and und Vorbereitung zu der« „Nein; aber jener Windheim verfolgt l)artnäktig meine Fr.'U mit Bewerbungen, die sie in die p.inlichste Beilegcnheit setzen. Der Mensch begeht Extravaganzet,. die Albertinen komproinittirn,.^' In Louises lieblichem Gestchte sprach sich eine schmerzliche Bestür zung aus. „Wo ist Albertine?" fragte ne. „Die arme Frau befindet sich in ihrem Ziminer — sie will a^reis^n !" sitgt« er verlegen hinzu. „Sie wird bleiben!" ries Louise. „Sie wird bleiben, und ich i'lber. nehme die Lösung der Wirren, die nicht langer fortdauern dürfen, llnd Sie. Herr Dewalo. der Sie den tollcn Plan ang'legt. führen Sie mir so rasch als miiglich Herrn Alerander zu — ich eilvarte ihi^ tn dem Snlon. Albertine reiset nicht ohne mich! Also in dein Salon — dort irrt H?rr All'rander durch die Gänge, suchen Sie ih«, ans. Rur Mutl). mein lieber freund, ich gebe Uilsere Suche noch nicht tiuf!" Louise verschiv^nd. Nach sütif Minut'n brtitU sie dnS Zimlner. in welchtM die ivkinende Albertine saß. Die Freundinnen schlössen sich ein-ander in die A'me. Madame DeivalV bcklagte sich lllier den Konsul, und Louise beklagte sich über Alrirander. „Ich habe i!in f.Usch beurtheilt." rief sie auS. „denn ich l»ielt seine Attfreguul; für einen neuen Beweis seiner Liebe zu m-r. Aber neiu. er suchte und fand einen Borwnnd. Bernljiae Dich. Altiertine. ich räche die Beleidigun.,. die man Dir zugefügt. Dtr Onkel kunu unS nicht entgeljen." füllte sie flüsternd hinzu; „ich kenne ein Gei,eimi»ß. d<,S ,t»n ga,,, in meine Macht gilit. Ai». dort kommt Hei^r Aler.,nder üiicr den Hof — ich habe iltm ein RendezvauS zuged^lchl. aber auch eine kleine Züchti.jung! Muth! Wir siitd unS ja nur einrs kleinkU Bergehci»» bewußt. d.iS die Liebe entschuldigen mag." - Sie schlüpfte in den Saal, der »iu d.^S Zimmer grenzte. F»st in demselben Augenblicke trat Alerander durch die Hauptthür ein. Vlll Louise grüvte durch eine graziös? Berneigung. oljue die geri-lgste Be-flttgenhrit zu verrath n. Die innere Ausr^quni hatte iN ihi^eni G.sichte eine lcihte Rötlte er^eu.jt. un) ilir grosteS blaues Äu.;e ttläiizte ltkll ivie das einer Gazelle. D: ne d.n Sliawl abgelejU. >v »r ihr t!egant«r Wu dS vaUkommen sichtbar. Zie tru.; eir, einfache) Klei) voa dcllgruner das il)r,n iveigen Teint noch zirter inachte AlezinSer griißte j var artig, user eine ängstliche llrberc.nchung iv.n selben durch zweckmäßige Schulbildung. Wir streben nach irdischen Gütern, nicht um ihrer selbst ivillen, sondern um die unentbehrlichen Mittel fürS Leben zn verschaffen. Wir hatten dieseS Streben für eine hohe sittliche Wicht; nur diese Güter sejjen unS in den Stand, die Wichten gegen uns selbst und gegen unsere Mitmenschen getreu erfüllen zu können. Und wenn diese Güter so eitel und vergänglich sind tvarnm haben die Kettenburger stets einen so heiligen Eifer gezeigt in der Ertver» buug derselben? Und wenn materieller Gewinn eine Bürde ist. die nur hindert auf dem Pfade, welchen die Konkordatsfreunde .für den einzig rechten erklären ivarum werfen ste diese Bürde nicht ab ivarum haben ste stch derselben nicht mindestens zu einem geringen Theile entle-dizen »vollen, als der Staat, der ihnen beim Abschluß deS Konkordats fein bestes Recht geopfert. auS der Tiefe seiner Geldnoth um Hilfe rief? Und die todte Hand, die ja, wenn die Geringschätzuni,, die Verachtung des irdischen GuteS von dcn Kettenburgern ernst gemeint ist. auf detn Herzen derselben schwer liegen muß — diese todte Hand, warum lasten die KonkordatSfreunde dieselbe nicht los; ivarum strecken ne dieselbe dem verarmten Volte nicht entgegen — warum lassen ste dieselbe nicht stch regen zu neuem Leben? Warum wettern und zetern die Kettenburger. wenn wir die Einzieliung dieser Güter fordern; damit ein zeitge-mäser Gedranch von denselben gemacht tvird — ein Gebrauch, der gewiß im Sintle der Stifter liegt — ein Gebrauch, der alle Bertheidiger deS RechtcS, alle Freunde der Kirchei,verbcsserung. alle Förderer der Schule und alle Pfleger der Armen befriedigen müßte? Irdische Güter sirid eine unerläßliche Bedingung sür ein menschen« würdiges Dasein. Ohne geistige Entwicklung köunen »vir aber diese Güter im Rechtsstaate, im Staate der Arbeit nicht erringen. Staat und Staats-bürger hat das Konkordat in ihrer Bildung gehemmt nnd nur die selb-ständige Schule im Konkordatsfreien Staate ivird unsere Kinder zu den-kenden. fleißigen, wohlhabenden Menschen erziehen, die im Besitze von Geist und Gut ihr eigenes uud il^rer Nächsten Glück zu gründen und gegen alle Kettenburger zu sichern vermögen. Vermischte Rachrichte»l. (Amerikanische Staatsschuld.) Die öffentliche Schuld der Bereinigten Staaten belies fich am 1. September auf zweitausend, sünshundert Millionen Dollar. (Bon d e r Pari ser An s ste l lu n g.) Getränke, die lange im Anstiche ans dem Fasse liegen, verderben bekanntlich leicht. In Paris ist ein mechanischer Spund ausgestellt, welcher diesem Uelielstande. ahnlich wie die bisherigen Wasserspundt. abHilst. Flüssigkeiten verderben hauptsächlich durch den Sauerstoff der Luft und die in letzerer schwimmenden Pilzsporen. Beide werden durch den nrueu Spund, der m«t einer Flüssigkeit gefüllt ist. die den Sauerstoff bindet, fern gel»alten. In kleinen Wirthschaften ist dieser Spund von großem Borthcil und sollte nicht fehlen. (Garibaldi) hat bei seiner Ankunft auf romischem Boden nachstehenden Aufruf erlassen: „Jetzt endlich bin ich bei Euch, »vackere Borkämpfer der italienischen Ehre. Ich bin bei Euch, um meine Pflicht zu erfüllen. uin Euch zu helfen in dem heiligsten und ruhmvollsten Werke in seinen bleichen Zügen zu- lesen. Bei dem Gedanken, daß diese Frau, die chm jetzt reizender, als Albwt'ne erschien. eii»em Andern gehörte, zitterten seine Lippen. „Ah. Sie mein Herr!" rief Louise, die sich vorgenommen hatte, ihn em wenig zu peinigen, fast muth villig. „Der Gegenstand Ihrer neuen Liebe promenirt in» Gaiten. und Sie sind hier?" „Ja. MaSame, w^il ich glaubt^, die rcizeade Albertine hier anzutreffen!" antivortete Alezander Mit einer verzweistungSvollen Festigkeit. Louise kniss die Lippen zusammen ; sie konnte die Worte nicht unterdrücken : „Demnach lieben Sie wohl meine Frenndin---" „Wie nur ein Manu zu lieben vermag. Madaine!" Die Aufregung Louisen'et wuchs mit jedem Augeublicke. „lli,d diinder mit bebender Stimuli. „Sic kennen die Dame, die ich liebe?" „Sie ist ja meine licste Freundin." „So wage ich an S>e die Bitte zu richten: sprechen Sie mit ihr über m ch. s.'gn» Sie ihr. da» ich uichtS sehnlicher ivünsche. ulS sie glück-iich zu maÄ?n." ..Perlassen Sie sich darauf, me.n H.rr. ich werde nicht verfehlen!-lief Louise. .,tlnd da Sie besser, als irgend Jemand, wiffea. wie fähig mein H rz einer zärlichen N^igun.» >st. iuerSen Sie der Freundin sagen können. ne c»a5 Glück meines L l>ei,S vergiftet, ivenn sie Mich früher odce später täuschen sollte." ..I'. mein Herr, ja!" sagte ^^^ouise in einer schmerzlich zornigen AufiuaUun.^. dab ihr fn't die Tdranen in die Augen traten. „Ich werde unserer Auferstehung. Italien ist überzeugt, daß eS nicht leben kann ohne seinen Kopf, oljne sein Herz, ohne Rom. welches einige Elende den Launen eines Tyrannen opfern wollen. Vorwärts also, und Ausdauer vor Allem l Ich verlange von Euch nicht Muth und Tapferkeit, ich kenne Euch zu gut. Ich verlange nur Ausdauer. Die Amerikaner haben durch vierzehn Jahre einen ruhmvollen Krieg auSgehalten, der sie zum mächtigsten und freiesten Bvlte der Welt machte. UnS. wenn wir geeinigt sind, werden wenige Monate genügen, um von Italien die Schande abzuwaschen, die eS beschmutzt, mit oder ohne den Willen der Barbarei, die im Vatikan thront, und Jener, die sie unterstüben." ^Ueber die Aufgabe der BolkSpartei) hielt dieser Tsge iu einer Wählerversammlung zu Berlin Schulze «Delitzsch eine Rede, der wir folgende Stellen entnehmen: „Die Parteien reinigen sich jetzt wieder. In der frülieren Fortschrittspartei, die eine AuSgleichSpartei und als solche an der Zeit war und ihren Zweck ersiUlt hat. ist nicht mehr weiter zu kommen. CS ist deshalb nöthig. offen daS alte demokratische Prinzip wieder aufzustellen, und der Rest der Fortschrittspartei steht durchaus auf vemokrotischem Bod««. Die echte Demokratie fußt aber nicht bloS auf dem politischen Prinzip der Olcichberechtignng. sondern sie muß tiefer greifen in die Schichten des BotkeS hinein und die soziale Frage zu ihrer Domäne machen. Dle politische Gleichberechtigung allrin teilst nichts, wenn nicht die Massen die nöthige Bildung haben und daS bescheidene Maß einer sebständigen bürgerlichen Existenz, von dem auS eine humane und politische Wirksamkeit nur möglich ist. Die echte Demokratie ist keine bloße Phraseologie, sondern sängt mit ehrlicher und ernster Bildnngsarbeit im Volke selbst »u. Sie giebt nicht schön klin.zende Verheißungen von Staatsl)ilse und dergleichen, sondern fängt an mit ernsten Forderungen, die sie an daS Volk selbst stellt. Jeder muß H-^nd an sein eigenes Schicksal legen, an der Hebung seiner eigenen politischen und humanen Bedeutung arbriten; dann wird ihm auch Niemand die Stellung in der Gesellschaft vorenthalten können." Marbnrger Berichte. (Zur Bewegung für daS Konkordat.) Wie Kirchgänger erzählen, hat am vorletzten Sonntag der Mufterlehrer in Jahring auf dem offenen Kirchplatze verkündet: der Reichsrath wolle die Rrligion abschaffen und die Gnsllichen verjagen; wer also ein guter C'.irjft bltiben wolle, soll die Adresse an daS HerrenhmS unterzeichnen. Bon elner Vorlesung deS SchriststückeS war keine Rede und sind meisten» nur weiße Bogen zum Unterschreiben vorgelegt worden. (Der kaufmännische Verein) Hai in der Hauptversamm-lung vom 25. Oktober den Jahresbericht des Ausschusses genehmigt. Die Zahl der wirklichen Mitglieder schivankte ztvischen 30 und 49. jene der unterstsitzenden belicf sich auf 56. Eingenommen wurden 947 fl. dar-unter 273 fi. von dcn unterstützenden Mitgliedern ausgegeben 797; blieben also noch 150 fl. in der Kasse. Vierzig Zeitungen, darunter 5 gachblätter standen dem Verein zu Gebote und hat derselbe eine Bücher-sammlung angelegt, die nach einem Beschlüsse vom 25. d. M. durch neue Ankäufe im Betrage von 100 fl. vermehrt werden soll Nach einem zweiten Beschluß dieser Versammlung wird in l)en Wintermonaten woch' Nt» lich und ztvar an jedem Freitage ein VereinSabend gefeiert und bleibt diese Eiktheilung. bis die Monatsversammlung im Mai dieselbe ünder». meiner Freundin alleS dieS wiederholen; werde ihr vor allen Dingen sagen, daß Sie die Treue selbst sind, und daß eS Ihnen die größte Ueber. Windung gekostet. Ihre ersten Bande zu zerreißen, um neue zu knüpfen." Alexander sah die erregte Dame mit starren Blicken an. Wie schön lvar Louise in dieser Aufwallung, die mehr durch Schmerz als durch Zorn hervorgl'bracht zu s in schien. Und diese grau gehöete einem Andern an. „Madame." sagte Alexander ironisch. „,S scheint, Sie sind von dem nicht überzeugt. waS Sie jilr mich thun wollen." „O. Verzeihung, mein Herr, ich bi-» fest davon überzeugt! Wünschen Sie. daß ich noch ettvaS hinzufüge?" Der junge Mann verneigte sich mit kalter Arti.!keit. „Nein. Madame , aber fügen Sie atleS daS hinzu. waS Ihnen Ihre gute Meinung von mir eingibt " Dieser Hohn brachte Louisen außer sich „Wolilan denn, mein Herr," rief sie auS. „so werde ich tiinzufü.,?». daß Sie der leichtsinnigste, der unbeständigste, der ungerechteste Maua von der Welt sind ; daß Sie sich nicht scheuen, ein treueS Herz zn zer-re ßen und mit feierlichen Eide» ein srecheS Spiel zu treiben!" „Diesen Vorwurf, Madame, hatte ich wahrlich nicht erwartet!" rief Alexander. „Wer. wenn nicht Sie. hat seinen Eid gebrochen?" „Ich. mein Herr?" „Ein Irrthttm. so glau!»t ich. kann nicht tnoglich sein. Die Sache liegt ja klar am Tage „Sie liegt nicht klar am Tage!" rief Louise, sich ver^iessend. „Ö. Madame, diese Behauptung ist selir kühn! Als ich von meiner Reise zurückkehre, sinde ich Sie verheiratet — und uu.» iv.lgen Ste mir zu saaeu. daß Sie nicht untreu sind?" Diese Worte hatte Alexander stammelnd und mit Thranen in den Augen gesprochen. Louise war ihrer Bewegung nicht mct>r Herrin. „Ja. ja." rief sie ungeduldig, „ich wage diese Behauptung!" Bei diesem Gedanken schwanden dem armen Alexander saft die Sinne. „Wenn Sie eS nicht wären?" ivieder!zo!te er bestürzt. ..Mein Gott, wen» Sie eS nicht lvären! Doch nein. Sie «vollen mich mystisiziren. ivollen noch einmal die Gewalt prüfen, die Sie über mein schwaches Hc^z ausübe«!" (Zr trocknete den Schweiß von der Stirn, der iu großen Tropfrn l^erabrieselte. Louise hatte Mtll ..Guter Gott, ist daS eine Sprache! Madame vergessen Sie de»«, daß Sie verheiratet find? Wenn ich nun «einem Neffen erzähle--" ..So werden Sie ihr» nichts NeueS sagen!" rief Louise lachend. „Freiheit, völlige Aretheit ist nnsere Devise! Bilbelm geairt mich nicht ich genire ihn nicht auf diese We,ie leben tv r steti in Einigkeit." (Schluß folgt. ^ Telegraphischer Wiener Court vom 29. Oktober. ü'/. MetalliqueS . - . . . 56.— Kreditattien. .......176.20 5'/, Slational-Anlehen.... 65.10 London.........124.40 1S60er Staatt-Anlehen . . . 81.60 Silber.........121.75 Vanfaktien....... 679.— K. K. Milnz-Dnkaten .... 5.94 Nr. 4926. (öSa Kundmachung. Nachdem mit dem Monate November d. J.in den beiden Vorstadt' Schulen und in der Kommunal-Mädchen Schule wieder n« neues Schuljahr beginnt, so findet das Stadtamt es für nothwendia. eine RepubUkation des hohen Miaisterial'ErlafseS vo« 26.3uli 1851Z. 1548 vorzunehme«, mit welcher unter Beziehung auf die g. A. .?0l und 806 der politischen Sch»lvevsass»«g Nachstehendes verfügt wurde: „Alle''Kittder kllen wenigstens sechs volle Jahre die Schule besuchen, und in feinem Aallk, auch wenn fie vor zurückgelegtem, sechsten Jahre die Schule ju besuchen anfiugen, vor vollendetem zwölften Ialjre aus derselben austreten. Die-jenigen, welche nicht zur S^ule kommen und ihr Ausbleiben durch giltige Gritnde nicht rechtfertigen können, haben zur Strafe das doppelte Schul' geld zu entrichten." Bo» dieser gesetzlichen Bestimmung werden die Eltern oder Bor-Münder schulpflichtiger Kinder, insbesondere mit Hinweisung auf die Kund-machung der Kommunal MädchenschulDirektioi», womit die Tage der Aufnaijme der Schulkinder festgeseßt wurden, zur genauesten Darnachachtung in Kenntniß gesetzt. Vom Stadtamte Marburg am 23. Oktober 1867. Der Bürgermeister. Geschäftsberichte. Pet tau, 25. Oktober. (Wocheu»a?kt«b. kirnst im Kouiptoir ditse« Blatt»». Nr. 1184tt. (575 EdM. ES wird bekannt gemach», daß zur öffentlichen Versteigerung der durch Tequestratiou der Josef Werras scheu WeingartrealitSt zu Ober-tüubliim rrzillten Weinfe6)sung von 5 Startin die Tagsatzung auf den II. Atovember ß. I. um 9 Uhr Vormittags loco Seitendorf beim Hause des Stt^UksterS Herrn Josef Tscheritsch bestimmt sei. »vobei die zu veräußernden Weine nur gegen gleich liaare Zahlung des Meistbotes und Hinwe.zschaffung hinlangegebtn tverden. K. k. Bezirksgericht Marburg am 23. Oktober 1867. ZLaI»nür»tNvIiv ?aknari!t »««SA wird zum Zwccke zal>närztlicher OptnUionen zc. le. Zrettag dcn I. November in Marburg eiatteffkn und bis 3. daselbst verlveilen. ( i74 Ordinirt ^Hstel Mehr" von S—4 Uhr täglich. EdM. Zilk Einbernfttng der Verlafsenschastsglaubiger. Alle Jene, ivelche an die Berlassenschast des am 13. Mai 1867 in Marburg verstorbenen HanS« und Realitäteubefitzers Herrn Andreas Poscharnigg eine Forderung zu fttUen haben, »verde« hiemit anfaefordett. ;ur Anmeldung und Viquidirung ihrer Ansprüche atu 20. November l867 Vormittags um 9 Uhr in der Kanzlei des gefettigten k. k. Notars Dr. Franz Radey als Gerichtskommiffär. (Vrazervorstadt Haus Nr. 7. zu erscheinen oder bis dahin ihr Gesnch schriftlich a« das k k, Bezirks» gericht Marburg zu überreichen. widrigenS denselben an die BerlaffenAaft. wenn sie durch die Bezahlung der angemeldeten Forderunge« erschöpft ivürde. kein weiterer Anspruch zustünde, als insoferne ihnen ei« Pf'ind-recht jiebührt. Marburg am 17 Oktober 1867. Dr. Fr. Radey. AD Die tls" in LO. XuLaxs «r»etlisnenen M W »ui^eeeioknoten ^erlcs '. W 1 v«r periiSnIieliv 8elttitz R ^cksn lirankdsitan, namontlicl» in ^ Liu »t»flrer L»nä von 23? k^eiteo mit V0 Xddiläun^en. M ^ In vvrsisAelt. I lil!'. I. 10 t!. »r., ist fort-^ M Wäkrenä in «Ile» i>««I»»Nen vorrktkiix, M 2 in lx i Ssrolä ck W vs>r veisekieclenen ötkentliel» »vDsvliki»' ^ — avxeblicl» iu tiotien ^utts^en er»« kian«- M» ^ nen ! — »ultettisften ^usiüxen «jieses ttuck?. Al»n vsk-ianxo ^ AU liie unio mit deißsvi^ru eilte m 2xvlt » » t. ^!»ct»nl> ^»uu eins VerveekiIuvI llivkt »tstttincloa. M Zwei Doppelgewehre (Drohtlaufe) sind billig zu verkaufe«: Tegetthoffstraße Nr. 107, I.Stock. Ie»oIlt«lsv»rUll Unterzeichneter besitzt ein vortrestliches Mittel gsgen «lichtlicheS Vctt «ästen, sowie gegen Täuvächfznftände dtr Harnblase und Gtschlechlsorg.mt Cpezialarzt Dr. 423) in «Dppel bei 2t. G«lie» (Zchweiz ) Beim Gute Jaringbof nächst der Eisenbahnstation Pößnitz n«d 1000 Stück veredclte hochstäni-mige. dreijäiirige Aepfelbäume vorzügl'cher Onaliiät. das Stück z« 40 kr. oft. W. zu haben. (56S «erantw«stl»chk? RfdoNeur. Kießtkat er IL St. Dnick «nd Vertag »»» E»«grD Z ««schiß in Mard»,ß. «erantw«stl»chk? RfdoNeur. 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