Pr»»««er,ti»»»- Preise Kür Seib«d6: «a»»j«hrig . . ri fl. 40 ft. Halbjährig . . 4 „ 20 vierteljährig . 2 JO „ Monatlich ... - „ 70 „ HeMttltu: Bahnhosgaffe Str. 16. M i t der P o ft: Vau,jährig................12 fl. Halk^Shrig................. 6 , vierteljährig 3 „ Tür Zustellung in» Hau« v-ertelj. 25 k., monatl. 9 kr. Einzelne «»mwern 6 kr. TJ [agblatt. Anonyme Mittheilungen weiden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet. ExpeditionS- * Jnserut«»-Bureau: Longreßplay Nr. 2 (Buchhandlung von Jg. v. flltin« mayr & Fed. Bamberg.) J«sertt»u»t>reise: Für die einspaltige Petitzeile ä 4 ft, bei wiederholter Einschaltung ä 3 kr. Anzeigen bis 5 geilen 80 k. Bei größeren Inseraten nnb öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt. Für complieierten Satz des»«-dere Vergütung. Nr. 36. Mittwoch, 14. Februar 1877. — Morgen: Faustinus. 10 Jahrgang. Zur Mimsterkrise in Ungarn. Die „Prrfse" empfängt aus authiniischer Quelle folgende Miithcilung: „Nachdem sämmtliche Combi-nationcn wegen Bildung eines neuen ungarischen Ministerium- gescheitert sind, werden die Verhand lungtn über die Bankfrage morgen Dienstag zwischen der diesseitigen Regierung und den Herren königlich ungarischen Ministern v. TiSza und v. Szell beim Herrn Ministerpräsidenten Fürsten Auersperg wieder fortgesetzt werden." Das genannte Blait fügt dieser Mittheilung nachstehende Bemerkung an: „Uns über-rascht diese bedeutungsvolle Nachricht nicht. Seit Anbeginn der eingetrelenen Krisis wollte uns eine andere Lösung kaum wahrscheinlich dünken. Freiherr *>• Sennyey mußte nach einer genauen und eingehenden Prüfung der Sachlage die Ueberzeuguug gewinnen, daß für ihn der Moment zur Bildung einer Regierung augenblicklich nicht gegeben ist. Das politische Programm seiner Frac.'ivn auch nur theil-weise durchführen zu wollen, -würde innere Kämpfe in Ungarn veranlassen, welche angestchl» der gegenwärtigen äußeren Lage ein so warmer Patriot, wir Freiherr v. Sennyey ist, herauszubeschören Bedenken tragen muß. An andere parlamentarische Führer als diejenigen der Rechten konnte aber, wie wir bereits in unserem Samstag-Artikel ausgeführt, nicht gedacht werden, da die namhaften Politiker der Majorität ihr Programm mit jenem des Kabinetts TiSza identifiziert haben. Man darf annehmen, daß die Aufklärungen, welche die nach Wien berufenen Notabilitäten des ungarischen Parlaments hierüber gestern und heute gegeben haben, neuerdings die Ansicht bekräftigen, daß trotz allen Zwischenfällen der jüngsten Zeii Herr v. TiSza und seine Amtskollegen vor anderen berufen seien, den Ausgleich perfekt zu machen, dessen endlicher Abschluß ebenso im Interesse Ungarns wie Oesterreichs wünschenswerth erscheint und den da« Interesse des GesammtstaateS so dringend erheischt." „Kelet Nepe" sagt: „Zunächst müssen wir auf die Miltheilung deö „Fremdenblatt" in Wien reflektieren, nach welcher Freiherr v. S e n n y e y die Mission der Kabinettsbildung angenommen hätte. Diese Mittheilung ist nach unseren verläßlichen Informationen vollständig unbegründet. Ohne die an a. H. Stelle gethanen Aeußerungen Sennyey'S zu kennen, besitzen wir zur Beurtheilung der allgemeinen Richtung und des Geiste» der Aeußerungen unseres Partei-Chefs genügende Anhaltspunkte, um auf Grund derselben die Ueberzeugung aussprechen zu können, daß Sennyey die angebotene Mission der Kabinettsbildung auf den von dem bisherigen Kabinett geschaffenen und hinterlafsenen Grundlagen nicht unternehmen konnte» und seiner von gewiß gewichtigen Gründen unterstützten Ansicht an a. H. Stelle mit loyaler Offenheit zweifellos Ausdruck gab. Die Nachrichten der-Journale, daß Sennyey an a. H. Stelle auch die Fragen der Honved-Armee und der innern Politik berührte, können wir nach uns zugekommenen Wiener Mittheilungen bestimmt dementieren. Uebrigen« glauben wir, daß Sennyey im Hinblick auf Genesis und NatUr seiner Reise nach Wien sich gar nicht berufen fühlen konnte, andere Ansichten als über die abschwebenden finanziellen Ausgleichs» und wirthschaftlichen Fragen zu äußern. Bezüglich des Umstandes, daß Sennyey nach der Audienz noch kurze Zeit in Wien verweilte, hören wir, daß dies auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers geschah, der Sennyey eventuell auch später zu vernehmen wünschte; Srnnyey blieb nur für den Fall, daß wenn dieser a. H. Wunsch eintrete, rr unverzüglich demselben entsprechen könne." Der „Pester Lloyd" erklärt dir Meldung, Sennyey habe die Kabinettsbildung übernommen, für einen offiziösen „G'spaß" de« gemeinsamen Preß-bureaus, um die Oesterreicher in Schrecken (?) zu erhalten. Die Reihe der Vrrsuche rinrr Kabinett«-bildung sei mit der Ablehnung seiten« der Abgeordneten Bitto, Szlavy und Ghyczy abgeschlossen. Nun dürften österreichische Faktoren in Action grzogrn werden. Möglich sei auch, daß nochmal« auf Sennyey zurückgegriffen wird. Wie „Naplo" meldet, haben B itto, GHyczy und Szlavy vor ihrer Abreise nach Wien TiSza gegenüber erklärt, daß sie auf keinen Fall Portefeuilles übernehmen. Noch soll Gor ovs zum Kaiser berufen werden. „Naplo" registriert die allgemeine Annahme, daß das Kabinett TiSza im Amte verbleibe. Eine Wiener Depesche enthält die Worte: „Kabinett TiSza nicht unwahrscheinlich." Parlamentarisches. Der Steuerreform-Ausschuß de« Abgeordneten. Hauses beschäftigte sich mit dem Gesetzentwürfe, betreffend die Besteuerung der Actiengesell. schäften. Nach längerer Debatte wurden die §§ 4, 5 und 6 in folgender Faffung angenommen: § 4: „Bis zu dem Zeitpunkte, wo eine neu errichtete Gesellschaft ihre erste Bilanz aufstellt, oder wenn eine bereits bestehende Gesellschaft eine neue Ieuisselon. AschermitlWochs-Mau-erei. Lebt wol, ihr Stätten, ihr geliebten Räume, Ihr traulich schmucken Damen, lebet wol! Prin, Carneval wird nicht mehr mit Euch wandeln, a»fclnaJJarneoaI lagt Euch heut' l'tberool! 2 * « "einer Faschingsfreuden, 5 J n?lntei m>r, doch nicht aus immerdar; Kurz ist die Trennung, kurz das Scheiden, Aus sroheS Wlederseh'n im kiinsl'gen Jahr, I" Trauer sollst du deine (öltet« schnüren, «ekreuzen sollst du deine keusche Brust. Nicht Männerliebe -Ms dein Herz berühren Mit sünd'gen Flammen eitler Erdenlust: Jetzt darf kein Brautkranz deine Locke zieren. Die Glocken melden dir die F a st e n z e i,, Kein Walzer wird zu deinen Ohren dringen, Erwecken sollst du, Sünder, Reu' und Leid, — Willst du des Himmels Freuden kühn erringen. Prinz Earneval sagt uns heute Lebewol; seine Regentschaft war eine kurze, aber animierte. Prinz Carneval hielt im Lande Krain glänzenden Hof »nd großen Cercle; ihm zu Ehren erglänzten die prächtigen Kasinovereinssäle, die freundlichen Schieß-stätielokaliiäten die gemüthliche Veranda in der Kasinorestauration, im Lichtmeere; auch in den „schlüpfrigen" Salons zur „Luna" und „zu den drei Fahnen" hielt Prinz Carneval Revue. Unsere reizende, schon in Valvasors Chronik gepriesene Damenwelt — unsere schmucke, mit Hau-und Galanteriedegen, mit den Attributen Merkurs versehene Männerwelt fand sich zahlreich ein, um dem Prinzen Carneval die Huldigung darzubringen. Carnevals getreuer Adjutant, Freund Amor, durchzog die Terpsichoren gewidmeten Tempel und schoß eine ansehnliche Zahl Pfeile ab; viele trafen ein »ach Liebe dürstendes Herz und ließen Wunden zurück, die nur Gott Hymen zu heilen vermag. Auch die Gottheiten minorum gentium, die Arbeiterinnen, versäumten es nicht, dem Prinz Carneval Opfer zu bringen; sie riefen mit der „feschen PeppiDer letzte Gulden sei dem Tanze geweiht I Der böse „Krach" und eingetretene traurige Familienverhältnisse schädigten die sonst üblichen Feste des Prinzen Carneval. Der böse „Krach" verschuldete, daß ein reicher Damenflor sich in den Kreis der Zuschauer zurückzog. Der böse .Krach" war Ursache, daß PoulardS und Champagner von der Tagesordnung abgesetzt und an deren Stelle bescheidener Kalbsbraten und Unterkrainer aufgesetzt wurden. Der böse „Krach" raubte dem Prinzen Car» neval den in Vorjahren erlebten Triumf, er beraubte uns der üblichen Corsofahrt, er raubte dem edlen Magyarenlande sein Ministerium. Als Glanzpunkt der abgelaufenen Faschingszeit haben wir die Kasino« Vereinsbälle, den Handels- und Sängerball zu registrieren ; diesen reihen sich die Kränzchen der Militär-Veteranen , der Garnisvns - Feldwebel und Unter? Offiziere an. Die national-klerikale Partei beschloß dir Tage des Prinzen Carneval gestern mit einem großartigen Maskenballe. Diese Partei huldigte schon während dem Verlaufe des Jahre« 1876 den Faschingsfreuden ; unsere National-Klerikalen arrangierten im Landtags- und Gemeinderathssaale zu unzähligen malen Vergnügungstage, an welchen der bekannte politische Veitstanz auf geführt wurde. Auch die national-klerikalen Blätter nahmen an diesem Veitstänze theil; wir hörten an Tanzpiecen: „Die russisch! Unternehmung in Betrieb setzt, ist die Steuer in der Regel von fünf Perzent de« bezüglichen Anlagekapi-täte und nur in dem Fallt, daß ein sünsperzentiges Erträgnis mit Wahrscheinlichkeit nicht zu erwarten ist, dann, wo daS Anlagekapital nicht ausgewiesen werden kann, nach dem im Sinne des § 9 rinzu-bekennenden wahrscheinlichen Ertrage, und zwar in allen diesen Fällen vorbehaltlich der Steuerausgleichung nach aufgestellter Bilanz, provisorisch zu bemessen." § 5: „Die Steuer wird mit zehn Perzent von dem nach § 3, beziehungsweise 4, festgestellten steuer-pflichtigen Reinertrag»!- bemessen. Bis zu dem Zeitpunkte der definitiven Steuerbemessung auf Grund-läge des Rechnungsabschlusses ist die Steuer, insofern eine provisorische Bemessung nach § 4 nicht eintritt, im Sinne des § 5 des Gesetzes vom 9. März 1870 (R. G. Bl. Nr. 23) nach der Gebür des Vorjahres vorbehaltlich der Ausgleichung vorzu-schreiben." 8 6: „Die Bemessung der Steuer ist jährlich vorzunehmen. Die vor geschriebene Steuer ist vorhinein in vier gleichen Raten der Jahresschuldigkeit zu entrichte«. Wenn die festgesetzten Termine nicht eingehalten werden, so find die Schuldigkeiten von dem auf den bestimmten EinhebungS-Termin folgenden Tage angefangen als Rückstand zu behandeln und sammt den nach dem Gesetze vom 9. März 1870 (R. G. Bl. Nr. 23) entfallenden Verzugszinsen auf dem für die zwangsweise Einbringung der direkten Steuern überhaupt vorgezeichneten Wege ein« zubringen' — wird mit der einzigen Aenderung angenommen, daß statt der Bezeichnung „vorhinein" — „in gesetzlich festzustellenden Terminen" gesetzt wird. Politische Rundschau. Laibach, 14. Februar. Julavd. Der Kaiser ertheilte dem vom steiermärkischen Landtage beschlossenen Gesetzentwürfe, betreffend die an den Regierungsvertreter im Landtage gerichteten Interpellationen, die Sanktion. Bekanntlich gab die Weigerung des Statthalter» in der Steiermark, eine im Landlage in Angelegenheit der Grazer Alfonso-Affaire eingebrachte Interpellation zu beantworten, den Anlaß zur Einbringung de« betreffenden Antrages. Das Herrenhaus des österreichischen ReichS-ratheS hält am Montag den 19. d. M eine Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Gegenstände: Zweite Lesung des Gesetze», betreffend die Verzehrungssteuer von Fleisch außer den für die Verzrhrungssteuer-Einhebung als geschlossen erklärten Orten; zweite Lesung des Gesetzes, be» treffend die Abänderung mehrerer Bestimmungen de- allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches bezüglich de» Eherechtes. Knute", Walzer von „Slov. Narod.die Kirche über den Staat," Quadrille von „Slovenec;" das großsüdslavische Reich," Polka von „Nooke.“ Die Tage der Lust und Freude find vorüber, die Zeit de» Tanze» ist abgelaufen, da« Lichtmeer erloschen, in die der Göttin de» Tanze» geweihten Tempel hielten Ruhe und Stille Einzug, der Aschermittwoch ruft un» „Memento mori!“ zu und mahnt UN«, unser Haupt mit Asche zu bestreuen. Mögen auch die national-klerikalen Bannerträger im Landtage und in der Gemeinderathsstube diesem Mahnrufe Gehör geben. Der Mahnruf „Memento mori!“ ist auch an ihre Adresse gerichtet. Wenn diese Männer heute, am Aschermittwochtage, ernstlich Reue und Leid erwecken, so muß denselben unzweifelhaft das Geständnis „Mea culpa, mea maxima culpa“ entschlüpfen. Die Zeit der Narrenspoffen ist abgelaufen, die ernste Zeit de« Fasten« und der Abstinenz in allen Dingen angebrochen. Wir stehen am Vorabende der Semeinderath««Ergänzung«, und Landtagswahlen. Wir find der Narrenspoffen und Tänze, die im Landtag«» und Gemrindrrath«faale von den National-Klerikalen aufgeführt wurden, satt; selbst dir Majori- Innsbrucker Blatter melden, daß die Neuwahlen für den Tiroler Landtag utt Monate März stattfinden werden. A«Sla«d. lieber die serbisch-türkischen Frieden Sv er Handlungen erführt die „Pol. Korr." unterm 12. d.: „Die Pforte scheint aus die Präliminar Bedingung, betreffend die Gleichstellung der Katholiken und Juden, gegen das von Serbien gemachte Zugeständnis zu verzichten, diese Frage auf dem Wege der Legislative selbständig regeln zu wollen. Dagegen »st Serbien geneigt, der Forderung der Pforte inbetreff der Äccreditierung eine» otto-manischen Agenten in Belgrad um so eher gerecht zu werden, als man in Konstantinopel sich bereit erklärt hat, die Rechte und den Wirkungskreis des künftigen türkischen Agenten in einer die Berührung der staatsrechtlichen Stellung Serbiens ausjchließenden Weise zu präctsieren. Ob es hier zur Unterzeichnung eines förmlichen Präliminar Vertrages tommen werde, ist bei dem Wunsche der Pforte, daß nur die Protokolle von den beiderseitigen Bevollmächtigten unterzeichnet werden und alles weitere in Konstantinopel zu erfolgen hätte, noch fraglich. Die Grenz Regu-lierungSsrage wurde bis jetzt nur oberflächlich berührt. Die Pforte wünscht die Erledigung dieser Angelegenheit einem späteren Zeitpunkte Vorbehalten zu sehen." Fürst Milan spielt doppelte Rolle, einerseits zeigt er sich gegenüber der Türkei bereit zum FriedenSabschluffe, anderseits gibt er den hochgradigen Simpatien Serbiens gegenüber Rußland begeisterten Ausdruck. Fürst Milan hielt, wie der Belgrader Korrespondent der „A. A. Zig." mittheilt, vor kurzem eine Ansprache an die heimkehrenden russischen Freiwilligen, welche folgende Stellen ent hielt: „Fest hoffe ich, daß das fünfhunderljährige Band -der Solidarität, welches beide Völker umfaßt, auch in Zukunft bestehen bleibe und unsere beiden vereinigten Nationen bald werden Schulter an Schulter gegen den gemeinsamen Feind der slavischen Freiheit kämpfen können. Männer! Ich danke euch im Namen der Fürstin, in meinem Namen, wie in dem des serbischen Volkes und der serbischen Armee und wünsche euch nun eine glückliche Heimreise. Was Serbien betrifft, so wird es allezeit auf Seite Rußlands stehen, in welchem es seinen wahren Freund erkennt. So lebe denn hoch der Kaiser Alexander von Rußland, der Schirmherr aller Slaven, und hoch lebe auch die große und mächtige russische Nation!" Die an Börsenplätzen Konstantinopels verbreitete Nachricht von einer bedrohlichen Haltung 4000 bewaffneter Sofias und einem bevorstehenden Ans-brnche ernsthafter Ruhestörungen entbehrt jeder Begründung. Konstantinopel ist vollständig ruhig, die Nachricht von 4000 bewaffneten SoftaS ist erfunden. tiit der slovenischen Bevölkerung des Landes Krain und seiner Metropole hoben die Ueberzeugung gewonnen, daß die Faschingspossen und Veitstänze der National-Klerikalen weder dem Lande Krain noch dessen Hauptstadt Nutzen und Vortheil brachten. Durch Störungen der Landtagsverhandlungen, durch Stellung verworrener und unzeitgemäßer Anträge, durch permanente Opposition gegen die Einführung liberaler Institutionen, durch Einbringung gehaltloser Interpellationen wird das wichtige Amt eine» Landesoder Gemeindevertreters nicht besorgt. E« dürfte an-gezeigt sein, an die Thore des Land- und Gemeindehauses folgende Warnungstafel anzuhefteu: „Na-tional-klerikalen Veitstänzern ist der Eintritt verboten !“ Der Aschermittwoch signalisiert ernste Zeit. An dm politischen Tänzen, die in dem Landtag«, und Gemeinderath«saale zur Aufführung gelangen, sollten in Hinkunft nur Männer von erprobter patriotischer Gesinnung, Männer de« Wissen«, Männer de« Rechte«, Männer voll Thatkraft theil. nehmen. Möge die Bevölkerung de« Lande« und seiner Metropole zur eintreteudeu Zeit diese« Mahnrufe« eingedenk sein. — „devant Herald" dementiert entschieden die Gerüchte von einer angeblichen Verschwörung Mithad« zum Sturze deö Sultan«. Mithad ist bereit« in Brindisi angekommen. Der serbische Minister in Disponibilität, Staat* rath Philipp KristiL, ist mit der Mission al« 8t« vollmächtigier Serbiens für den Friedensfchluß in Konstautinopel beauftragt. Die ..Köln. Ztg." erfährt au» London, daß die offizielle Antwort der Mächte auf die r us si sch e Circular-Depesche erfolgen werde. E» findet eine lebhafte Korrespondenz zwischen den Mächte« dieserhalb statt. Zwei Punkte scheinen auf englischer Seite festgeslellt zu sein: 1. Vermeidung einer identischen Antwort; 2. Vermeidung einer Rückfrage, was Rußland zu thun vorschlage oder selber beabsichtige, weil dadurch die Notwendigkeit weiterer Schritte präsumirrt erscheinen würde. Zur Tagesgeschichte. — Pulverexplosion. Nachrichten aus Ahmedabad zusotge fand in der dortigen Pulverfabrik eine Explosion statt, wobei fünfzig Personen getödtet und gegen tausend Personen verwundet mutten. — Grazer Kommunal-Anlehen. Die Di* miion der österreichischen Nationalbank hat beschlossen, die Obligationen des Grazer Stadtanlehens zur Belehnung bei den Bankkassen in Wien und bei den Eskompte-ffilialen zuzulassen. — Orkan. Um 11. d. M. wüthete auf der ganze» Linie der Karl Ludwig-Bahn ein Orkan. Die Züge mußten auf offener Strecke stehen bleiben und konnten ihre Weiterfahrt nur mit Hilfsmaschinen sortsetzm. In Podolien gesellte sich zu dem Sturm ein Schneegestöber, und oem Schnee verweht steckten bei Maaymowka und bei Hluboczel Lastzüge, die, erst nachmittag- frei gemacht, in ihrer fahrplangemäßen »nkunst große Verspätungen erlitte» und dir Anschlüffe an die Lemderg-Lzernowitzer und Albrecht-Bah» versäumt hatten. In der Strecke KraSno und Podwoloczy-k» mußte der gesummte Berkehr eingestellt «erden. — Leichenverbrennung. Die Stadtbehörde in Gotha hat aus Anlaß der von ihr genehmigten Einführung der fakultativen Feuerbestattung die Erbauung eine# Tolumbariums beschlossen. Dasselbe wird auf einem neu anzulegenden Friedhofe errichtet und besteht in einem offenen, zwei andere FriedhofSgedäude,LeichenhauS und Leichenhalle, verbindende» Säulengange, welcher in seinen Wänden in Nischen und auf Lonsole» die Urnen mit der Asche der durch Feuer Bestatteten sowie Botivtaseln, Sculpture» uud Bildwerke aufnehmen soll. Die neuen Gebäude, darunter das erste Co* lumbarium der modernen Welt, dürften schon im Herbste dieses JahreS vollendet sein und die Feuerbestattung dann ihren legalen Anfang nehmen. Der SiemeuS'sche Berbren-nungS-Apparat wird unter dem einen der Gebäude, der Leichenhalle, eingebaut werden. In Wien hat man mol wiederholt einen Anlauf genommen, um die fakultative Feuerbestattung bei uns einzusühren. Der Gemeinderath hat diesfällige Beschlüsse gefaßt, der niederösterreichische Lau-des-Sauitätsrath bas ausgezeichnete Referat des Professor» Nowak: „Zur Frage der Leichenverbrennung," angenommen, der ärztliche Betein in Wie» sein Votum Über die geucr» bestattungssrage abgegeben, mehr als hundert Personen haben in einer Zuschrist an den genannten Verein den Wunsch ausgedrückt, es mögen seinerzeit ihre Leichen verbrannt und nicht begraben werben; allein trotz aller Kundgebungen und Beschlüsse zugunsten bet Feuerbestattung ist diese Angelegenheit noch um kein Haar vorwärts geschritten. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiteu. — (Wünsche und Beschwerden.) Wir besitzen ein Jagdgesetz, nedstdem ein Landesgesetz, betreffend die Schonung des Wilde» in Krain, welche« normiert, daß der Abschuß der Hasen mit 15. Jänner einzustellen ist, und doch wurde» in voriger Woche im Rayon der Stadt , «ei Hafen zum verkaufe angeboten und anch an Mann gebracht. Die Bestimmungen inbetreff der Einhaltung der Schonzeit de» WildeS gründen sich theilweise auf Rücksichten für die Gesundheit. Einige «ildgattuuge» befinden sich «ihre»» der Dauer de« Schonzeit in einem derartig ekelhaften Zustande, daß deren Genuß der Gesundheit schädlich iß, ne- mentlich «ollen wir biefcn Zustand bei Hasen hervorheben und der dem Genüsse dieser Wildqattung während dem Bettauft der Schonzeit warnen. Uebervies wäre e« nächst der Marktpolizei auch Sache der Verzehrung-steuer-Ein-hebung-organe, derlei in der Schonzeit erlegte Wildgattun-fltn zum Verlause in der Stadt nicht zuzulafsen, sondern mit der Tonfiscation derselben vorzugehen. — (vom Thierschutzvereine.) Die Filiale Ära i n) deS Grazer Thierschutzvereines hat in ihrer am 19. März v. I. in Laibach abgehaltenen Generalversammlung de» nachstehenden Antrag deS Filialvorstand-Stellvertreters Herrn Ferdinand P l a u tz einstimmig zum Beschlüsse erhoben: „In der Erwägung, a!8 eine große Zahl von Tbie» freunde« dem Thierschutzvereine beitreten würden, wenn die Filiale Ätain als ei« selbständiger Verein dastehen, 6. H. vom Zentralvereine in Graz getrennt würde, fei der § 34 der FilialvereinSstatuten außer Kraft zn fetzen, und in der Erwägung, al§ die Filiale Ätain auch mit der birheri-gtn Zahl von 215 Mitgliedern ihre Lebensfähigkeit nach-gewiesen hat, anstelle de« Filialvereins ein selbständiger krainischer Thierschutzverein zu bilden. Die diesfälligen Statuten feien von einem Comiie zu entwerfen und der Entwurf nebst obiger Selbständigkeilsfrage einer einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung zur Schlußfafsung vorzulegen. Die für da« Jahr 1876 «ingehenden Beitrittsgelder find vorläufig an den Zentral-Verein nicht abzusühren." Der vorstehende Beschluß der Veneralverfammlung wurde dem Zentralansschuffe in Graz vonfeite der kölnischen Filialvorstande« mitgetheilt. Auf «rund diefes Beschlüsse« fand fich der ZentralauSschuß deS «razer Thierschutzvereine« in seiner Sitzung vom 31.».SW, »estimmt, die Auflösung der Filiale Ätain z» beschließen. Das Tomite de» bestandenen Filialvereine« Ätain wird auf Stund seiner Statuten zur Gründung eines selbstständigen Thierschutzvereine« in Ätain schreiten. Der Zentral-ausschuß de« Grazer Thierschutzvereine« in «raz hat unterm 25. Dezember v. I. die selbständige Lonstituierung eint« Thie^schutzvereineS in Ätain mit dem Beisätze genehmigt, daß fich ber genannte Zentralausschuß freuen wird, wenn der neue Verein gedtiht und dur» Gewinnung rtcht vieler Mitglieder der BertinSjweck in ausgiebigem Maße gefördert wird. — (Save-Regulierung.) In Sachen der Save* Äcgulietungsatbetten an der krainisch. steierischen Grenze findet am 22. d. M. die Vornahme einer kommiffionellen Verhandlung unter Jntervenierung von Regierungsvertretern an« Ärain und Steiermark statt. — (Für Pfetdebefitzer.) DaS österreichische Ackerbauministerium richtete an sämmtliche Pferdezüchter und vefitzet die Einladung, ihre verkäuflichen Hengste bi« längsten« 31. Mär, d. I. bei btt Laube«kommissi°n für Psetdr-znchtangelegenheiten in Laibach unter Angabe de» Verkaufspreise« anjumelben. Die augemeldeten Hengste werden zunächst von einem Offizier de« Staat«hengstendepot geltgent. (ich seiner Visitotionsreise in dem bezeichnet™ Standorte einet vorläufigen Besichtigung unterzogen, wobei dem Herrn Depol-Offizier da« Recht zufteht, solche Hengst«, welche wegen vorhandener Mängel die Verwendung olfl Reproductoten ztoeifello« an-fchließen, von vornherein ol« zum Ankäufe ungeeignet zu bezeichnen und hievon bie Hengsteubefitzet zu dttstänbigen. Die übrigen angemeldeten Hengste find gelegentlich »er Pserdeprämiierung an einen der öffentlich kundgemachten PrämiierungSorte zu führen, und wird daselbst von-feite »er Lande«k°mmissi°n im Falle der Eignung der H-ngste entweder sofort der Ankauf abgeschlossen oder aber — im Falle der Laneeeiommifiion zu jenem Zeitpunkte die Anzahl der erforderlichen «rfatzhergste noch nicht bekannt fein sollte - feiten« dir Landeskommission nach oorgenommenet Befich-tigung lediglich conslatiert, ob bet betreffende Hengst zum Ankäufe geeignet fei; die Entscheidung darüber, welche der «1» geeignet befundenen Hengste wirklich anzutaufen seien, s, w,e der Abschluß de« Kaufverträge« wird in diesem Falle dem betreffenden Staat«hengstendep»t Überlassen, welche« den »nlauf bewerkstelligen wird, sobald demselben die Anzahl der für da« betreffende Land etfotdetlichen Hengste bekannt gegeben fein wird. Die Preise werden je nach der Borzüg-IWelt de« Hengste« mit dem Besitzet derselbe» vereinbart. ®o« die Eigenschaften anbelangt, welche die zum Raufe entbotenen Hengste besitzen müssen, so st"d dieselben an« ein« Kundmachung im *mt«blette der „Laibocher Zeitung* vorn 18. d. M. zu ersehen. — (Au« dem @*o>urgeri*t«feale.) Franz Rivec, Mühlenbefitzer au« Stariborfcht, wurde wegen Verbrechens de« Meuchelmorde« (Vergiftung feine« eigenen Äinde«) zum Tode durch de» Strang; der achtzehnjährige Bauembursche Johann Hebet au« Studenc wegen Verbrechen« de« Todtschlage« und der schweren körperlichen Betätigung zu siebenjähriger Kerkerstrafe verurtheilt. Die Detail« der Schwurgei icht«s1tzungen bringen wir in den nächsten Blättern. — Morgen beginnt die Verhandlung über die Preßklage de« Bezirksarztes Herrn Saurau aus Stein gegen die Redaction des „Slov. Narod" wegen Ehren-beleidigung. — (Zur Ausbildung der Lehramtskandidaten.) Nach dem Organisationsftatut der Bildungsanstalten für Lehret und Lehrerinnen an Volksschulen soll die Privatlektüre der Zöglinge dem Unterrichte dienstbar gemacht werden, zu welchem Zwecke zunächst die Bibliotheken der Lehrer-Bildungsanstalten die nothwendigen Hilfsmittel zu bieten hätten. Da jedoch diese Büchersammlungen im allgemeinen noch nicht reichhaltig genug sind, um dieser Ausgabe im vollen Maße zu entsprechen, so räth das Kultus-und Unterrichtsministerium in einem eigenen Erlaffe an, daß die genannten Zöglinge, gleich den Gimnasialfchülern, die im @4ulotte etwa befindliche» Universität«-. Studien-und andere öffentliche Bibliotheken benützen. Damit die« ruchtbringend geschehe, erklärt e« jedoch der Erlaß für erforderlich, daß die Lehrkörper ihren Zöglingen entsprechende Rathschläge ettheilen. Es sei nämlich hii u.V.o da die Wahr-nehmung gemacht worden, daß ZöoV.'nge der Lehrer-Bildung«-anstalten in den öffentV.ujen Bibliotheken, insbesondere zur Vorbereitung für fchriftliche Hausarbeiten, Werke wählten, die ihrem Bildungsgrade und Studienzwecke ferne liegen. E« sollen darum die Lehrkörper diejenigen Werke, welche de» Zöglingen besonder« empfohlen werden und die in den öffentlichen Bibliotheken vorhanden find, in Verzeichnissen zusammenstellen und die Verzeichnisse in der Lehranstalt zur Einsicht auslegen. Ueberdie« sollen die Fachlehrer die erforderlichen Erläuterungen hiezu geben. Zu diesem Behuse hätten sich die Direktoren und Ptoseffote» auf kurzem Wege mit den Vorständen der öffentlichen Bibliotheken ins Eiu= vernehmen zu setzen. — (Au« den Nachbarländern.) veirn nachbarlichen KreiSgerichte Eilti wurden im Iahte 1876 18,198 GtschäftSstücke erledigt, 1316 Strasfälle verhandelt und ab* gethan, hievon 468 ohne Hauptverhandlung, 675 vor dem Gerichtshöfe und 97 vor dtn Geschwornen. Die Zahl der Jnquifittn betrug 511! — Wir leben in den Zeiten de« „Krach," e« stützen nicht nur Bank- und GeschästShänsec, sondern auch Felsen, Berge und Schneelawinen. Ein großartiger Gchneelawinesturz fand am 10. d. von den Abhängen de« Grimming nächst Jrdning statt. Wie der Grazer .Tagespost" berichtet wird, befanden sich im unmittelbaren Bereiche dieser Lawine, welche fich in einer Höhe von 600 bis 700 Metern getheilt haben dürste, weil auch gegen Unter-Grimming Sputen derselben wahr,unehmen sind, ein Führungen mit vier Pferden, ein Schlitten mit einem Pferde und vier Personen; der Fuhrwagen wurde sofort gegen den Grimmingbach geschleudert, die zwei Stangenpferde blieben tobt, die vorderen Pferde erlitten einige Quetschungen, der Rutscher, welcher neben dem Wagen ging, wurde in den Grimmingbach geschleudert und arg verletzt. Eine Frauen«, person, die an seiner Seite ging, wurde nur tief in den Schnee gedrückt, hingegen eine alte Einlegerin, die auf dem Wagen faß, gänzlich zerschmettert unter den Trümmern de« Wagens gefunden. Ein Junge, der auf dem Schlitten fuhr, wurde von der Straße in da« Gebüsch geworfen, ohne Schaden zu nehmen. Mit welcher «ewalt die Lawine nieder« stürzte, ersah man au« den eisernen Achsen de« schweren Fuhrwagen«, die mehrmals ganz abgebrochen und deren einzelne Bestandteile jenseits de« «rimmingbache« gefunden wurden. - Architekt Diechtl ist mit dem Projekte der Stadterweiterung inKlagenfurt beschäftigt, es soll eine ansehnliche Reihe von billigen Wohnungen geschaffen werben. E« ist bereit« eine namhafte Zahl von Subskribenten zu dem Zwecke jusammengetttttn, um den »au kleinerer und größerer Häuser in Angriff zu nehmen; » wurden nach Bericht der „Ätegenf. Ztg.« bereit» Lautionen erlegt, Verträge abgeschlossen, da« Hauptptvjekt liegt «»«gearbeitet vor, man verfpricht fich von den neuen „Mudotf«bauten" große und günstige Erfolge. — Auf der Klagenfurter Bühne gestiert Frl. »all me her aut (Bien; die berühmte Lokal- sängerin will an de» Ufer» de« Wörther See« bei Pörtschach ihre Sommerfrische auffchlagen und eine Billa erbauen [affen. — Die freiwillige Feuerwehr in Klagenfurt wird von dem neuerfundenen Löschgerälhe, genannt „Strahlenbrecher," wodurch die Häuser bei Bränden von Wasserschäden in hohem Grade geschont werden, eint# Stücke anschaffen. — (FafchingS-Schluß.) Die in Vorjahren liier beliebte Torsofahtt unterblieb gestern, e« sand ften kein Arrangeur, kein leitende« (£omit6. Einige maskierte $on« fctti-Verkäuser machten den in den ersten Nachmittagsstunden in der Sternallee Promenierenden viel Spaß; in den Abendstunden bewegten fich nahezu sämmtliche Truppen der hiesigen Garnison in der Nähe des Radetzky-MonnmenteS. Die städtische Musikverein«kapelle rettete die Ehre des Tagest, sie erschien in den Nachm»ttag«stunden in der Sternallee und erheiterte durch Bortrag lebendiger Piecen die Spaziergänger. — Im landschaftlichen Theater gelangte die alte «FaschingSposse „Die verhängnisvolle FaschingS-nacht" bei nur schwach besuchtem Hause zur Aufführung. — Mehr Glück batte die Theaterdirection mit dem abends in den TheaterrSumen veranstalteten Maskenballe; in den Logen fand fich ein theifweife in festliche Toilette gekleidete« Publikum ein, vierzig Masken gaben sich dem Tanzvergnügen und den üblichen Schäkereien und Neckereien hin. Die im Tanzraume in Szene gefetzte Hund«-komödie fand nicht allgemeinen Beifall, sondern wurde al« nicht in den Tanzsaal gehörig bezeichnet. Der Verkauf der Krapfen, obgleich einige derselben mit Gold- und Silbermünzen gefüllt, ging nur matt vor fich; einem großen Theile der zahlreich anwesenden Ballgäste mundeten die in Schweinfett gebackenen Krapfen nicht. Der Verlauf der letzten Fafchingsnacht vollzog sich jedoch in lebhafterer Weise al« in den Vorjahren, die Gäste amüsierten sich bi« in die dritte Morgenstunde. — Der gänzliche Abschluß des Fasching« findet erst heute abend« in den Lokalitäten der Kasino-Restauration statt. Herr Ehrse 1 d signalisierte: Große« Militär-Konzert, Häring«schmau« und Seefisch Essen! — (Zut Hebung des Fremdenverkehr«.) Im Verlause der letzten Jahre rafften fich die Hausbesitzer de» reizenden Obetktainet Lande«, namentlich jene in Zwischen-wäffern, vischoflack, Ktainbutg, RadmannSdors, Politsch, Auriz-Belde«, Aßling, Jauerburg, Lengenseld, Kronau, Wurzen und WeißenselS, den Werth fremden Gelde« wol erkennend, auf, disponible Wohnbestandtheile behuf« Unterbringung der Sommerfrifchler au« Inner- und Unterfrain, Triest, Fiume, Kreuzten, auch Ungarn u. s. w. adaptieren zu lassen. Die bisher nur in geringem Maße auf derartige Adaptierungen verwendeten Gelbausgaben brachten bereit« lohnenden Erfolg, und e« ist nicht zu zweifeln, daß die mit disponiblen Räumlichkeiten dotierten Hausbesitzer in Ober-trat» fortfahren werden, durch Einrichtung eines besseren Eomsort» und durch Einhaltung billiger Wohnung«» und Beköstignngstarise den Zuzug von Sommerparteien und Touristen zu steigern. Dr. E m m e r erinntrt in der „Presse" die Hausbesitzer in den östtrtichischtn Alpen- und Gtbirg«länbtrn, alle« nöthige vorzukehren, damit Sommer» srischltr und Touristen mehr Comfort finden al« bisher; et räth, man solle dem Hausbesitzer die Mittel geben, einen kleinen Zubau bei seinen Land- und Alpeuhäusern zu errichten, ein Zimmerchen, in welchem ein paar reinliche Betten und ein Tisch Platz finden; — er soll dann in feinem Milchieller einige Flaschen Wein und Bier einlagern und dafür sorgen, daß die Sennerin eine ordentliche Milchspeise und Kaffee bereiten lerne. Gibt man dem Bauer 50 fl., fo wird tr gerne fo einen Zubau Herstellen; da« Materiale kostet ihn ja nicht« und die Arbeit macht er selbst, nur Matratzen, Fenster, Thürschlösser, Eßgeschirre u. dgl. kosten bare« Geld. Sieht der Bauer erst, daß die Bewirthung der Fremden ihm Geld einbringt, dann wird er auch ein Mehrere» für Erweiterung des Comfort» thnn. Der An«, schuß der Sektion Salzburg de» Alpenoereine» will diese Idee praktisch durchführen und hat an die Alptnbefitzer in Salzburg einen Aufruf erlassen, fich um solche Geldbeiträge zur Erweiterung ihrer Alpeuhütlen zu bewerben. Diese Gelduntastützungen sollen al« unverzinsliche» Darlehen gegeben werden. — Statt der Klubhütten wären diese Znbanten 1» empfehlen, denn weiß erst der Tourist, daß er ein leidliche» Unterkommen findet, dann kommt er euch und bringt «KV in geldarme «egend«. — (KaufmLnnilche Rechnungen.) Der 9t-bührenpflicht kann auf zweifache Lrt genüge geleistet «er-fctn, a. z dadurch, daß: 1. Dir der Gebühr entsprechenden Gtempelmarken vor der Ausfertigung der Rechnung auf der ersten Seite einet jeden BogenS deS noch unbeschriebenen PapierS befestigt und sohin mit dem Texte der Rechnung derart überschrieben werden, daß wenigsten- eine Zeile der Schrift, jedoch wedrr die Ueberschrist (der Titel) noch die Unterschrift (Name oder Firma) des Ausstellers in gerader Linie über daS untere farbige Feld der Stempel-marken fortläuft, oder 2. bei Benützung vorgedruckter Blan-kette entweder ebenfalls dadurch, daß die Stempelmarken an einer für die Handschrift leergelaffenen Stelle befestigt, und in der obigen Art bei Ausfüllung der Blankette mit einer Zeile deS Textes überschnellen werden, oder auch dadurch, daß die Stempelmarke ans denselben so befestigt wird, daß zwischen derselben und der durch das Blankett bestimmten Ausfertigung kein Raum zu einer anderen Ausfertigung erübrigt, und daß sohin die Marke noch vor Ausfertigung der Rechnung von einem zur lieber-ftemplung bestimmten Amte ämtlich überstempelt wird, ffime andere Art der Verwendung, z. B. die Durchkreuzung der Gtempelmarken, deren U-berdrucken mit einer Privatstampiglie, die Einschreibung dis Datums oder RamenS in dieselben u. s. w. gilt nicht als Erfüllung der Stempel Pflicht, vielmehr müßten die in solcher Art vorschriftswidrig verwendeten Marken als nicht vorhanden betrachtet werden (§ 14 der Beiordnung vom 28. März 1864, R. <ö. B. Nr. 70). Zugleich wird in Erinnerung gebracht, daß für die Gebühr von Rechnungen der Aussteller und der Empfänger zur ungeiheilten Hand hasten, und d°ß bei Uebertretungen der gesetzlichen Vorschriften die Geblihrenerhvhung das Fünfzig-fade der verkürzten fixtu Gebühr (zu 1 kr. oder 5 fr.) beträgt. gnügen. Durch diesen Schlendrian wird aber ge« radezu eine Prämie auf freche» Leugnen gesetzt, in« dem der hartgesottene Landstreicher, welcher kühn frühere Abstrafungen in Abrede stellt, wegen „des ersten Falle«" nicht so lange eingesperrt und am Ende auch nicht zur Polizei-Aufsicht oder Zwang-, arbeit reif erklärt werden darf, während ein offene» Geständnis schon beim zweiten Falle schlimme Folgen für den reumülhigen Sünder haben kann. Man pflegt eine solche summarische Prozedur mit der Motivierung zu rechtfertigen, daß es denn doch nicht angehr, wegen der geringfügigen Uebertrctung der Landstreicherei Leute in Untersuchungshaft sitzen zu lassen, bis die erforderlichen Auskünfte über den An. geklagten von dem Bezirkshauptmann einlangm. Abgesehen davon, daß bei solchen Recherchen der Te> legraf zuhilfe genommen werden kann, liegt die ungeheure Schädigung, welche der öffentlichen Sicherheit durch eine solche Praxis zugefügt wird, so sehr am Tage, daß die Sache wol der Aufmerksamkeit der maßgebenden Kreise würdig ist. Nachdem den Gerichten im Verordnungrwege diesfalls kein Auftrag ertheilt werden kann, so bßtfie eine strenge Weisung an alle staatSanwaltschastlichen Funktionäre, bei jeder Strafverhandlung gtgen eine unbekannte Persönlichkeit wegen Landstreicheiei auf der vorläufigen Einholung der Auskünfte über das Vorleben des Beschuldigten zu bestehen, da» einzige und richtige Mittel sein, um das Landstreichergesitz zur vollen Geltung zu bringen. An den eilten anonymen Harnetf So gönnen Sie ihnen doch die Freude! Der eine hat dies. Ter andere hat das, Ein jeder was anders, Doch jeder hat w a S. (68) ________________Der gewarnte Ehemann. aus 2 Zimmern, 1k« bineit, Küche und Ju- ans 2 Zimmern, Küche und Zugehör find Zum Vagabundengesetz. Da» Gesetz vom 10. Mai 1873, womit strafrechtliche Bestimmungen wider Arbeitsscheue und Landstreicher erlassen wurden, ha', wie die ..Presse" conftoticrt, bereit» gute Wirkung gethan, allein die Wirkung ist nur eine halbe, so lange die an der Durchführung dermalen haftenden Mängel nicht be> seitigt werden. Bekanntlich werden durch dieses Ge> setz die Gerichte ermächtigt, Landstreicher mit Ärrest bi» zu einem Monat und bei wiederholten Verurteilungen mit strengem Arrest bis zu drei Mo naleil und den im Strafgesetze vorgesehenen Straf Verschärfungen zu bestrafen. Die Abstrafung wegen Landstreicher« räumt ferner ebenso wie die Ab urt Heilung wegen verschiedener anderer Delikte dem Richter da» Recht ein, auf Zulässigkeit der Stellung de» iibgeurtheilten unter Polizei Aufsicht, oder auf Znläisigkeit der Anhaltung desselben in einem Zwang»-urbeitshsuse zu erkennen, ohne welches Erkenntnis von den politischen Behörden niemand unter Polizei gchalitn oder in eine Zwangsanstalt gesteckt werden darf. E» liegt wol auf der Hand, daß gerade bei diesen gerichtlichen Sentenzen es von ganz besonderer, ja bisweilen von entscheidender Wichtigkeit ist, da» Borleben solcher Personen zu kennen, da nur dieses über die Frage Aufschluß geben kann, ob und in welchem Grade der unbekannten Person, die eben vor den Schranken des Gerichte» steht, der Hang zur Landstreicherei ituietvohnt. Vollständigen Aufschluß über das Vorleben eine» Angeklagten vermag aber nur die heimatliche politische Behörde zu geben, da alle Strafgerichte verpflichtet sind, den politischen Heimatsbehörden die geschöpften Straf urtheile mitzutheilen, und letzteren die Aufgabe obliegt, über alle ihnen bekanntgewordenen gerichtlichen Abstrafungen Buch zu führen, Obliegenheiten, welche nebenbeigesagt nicht von allen Gerichten und nicht von allen Bezirkshauptmannschaften mit der wün schenswerthen Genauigkeit erfüllt werden. Statt aber sich über das Vorleben einer wegen Landstreicherei eingezogenen Person an richtiger Stelle zu informieren, zieht man es bei den Gerichten sehr häufig vor, kurzen Prozeß zu machen und sich mit den bezüglichen Angaben de» Beschuldigten zu bt Witterung. Laibach, 14. Februar. In der Nacht Regen, vormittags wechselnde Bewvlkuna, mittags streifweife Aianpen und Regm, dann heiler, Barometer im raschen Steigen, schwacher SO. Wärme: morgens 7-Uhr + 3-6«, nachmittags 2 Uhi + 7 2« 6. (1876 — 2-2» ; 1875 — 2 4» C.) Barometer 735-75- mm. Das gestrige TageSmittel der Warme + 7-5.», um 7 9» über »em Normale, der gestrige Niedeischlag 100 mm. Regen. Angekommene Fremde am 14. Februar. Hotel Stadt Wie». (Sloboinik, Gewerksbef, und ®riin-wald, Butsbes., sammt Familie, Eisnern. Ritter von Eisenbach, und Schlesinger, Kfm., Wien. — Obrefa, Bes., Zirkniz. — Zwackl, Kaufmannsgattin. Lichtenberg. Sicutii, Sekretär, «gram. — Wolf, ftfm., Budapest. Schober, Wr.-NeustM; Weil, Reif., Stuttgart. — Jtribet, Kfm., Brünn. — Meßner, Leipzig. Hotel Elefant. Jaklii, Buchhalter, Goß. — Rosenberger, Reif., Graz. — Schwichlik, Oberst, Pola. — Raspe, »delsbkrg. Theater. Heule: O. diese MSnnci! Schwank in 4 Aufzügen von Julius Rosen. Cine Wohnung gehör und Eine Wohnung ßahnRofgoffc &r. 28 zu Georgi zu verrniethen. — Näheres beim Eigentümer Aug. Drelse, (69) Hafnersteig Nr. 2 (Ofenfabrik). PILBPSIB (Fallsucht) heilt brieflich der Spezi&larzt Dr. Killisch, Neustadt, Dresden (Sachsen). Bereits Uber 8000 mit Erfolg behandelt. (46)3 E. ßexingers optisches Institut im Kaufe des Hrn. iHaffy „unter der Trantsche" nächst der Hradeezkybrücke. Spezialist für Brillenbedürftige Maximilian Rexinger, geprüfter Optiker. Animiert durch das mir in der kurzen Zeit meines Hierseins gütigst geschenkte Vertrauen, habe ich mich entschlossen, mein obangeführtes Etablissement für dauernd hier zu belassen, und gebe mich der Hoffnung hin, auf die Unterstützung aller werihen Bewohner des Landes Ärain zählen zu dürfen, im voraus die gewissenhafteste, auf den Gesetzen der olulistischen Wissenschaft basierende Bedienung -»sichernd. Die Preise sind rücksichtlich der in jeder Beziehung vollkommen auf Säger habenden Gegenstände äußerst diskret gestellt. (52) 3-3 Telegramm. Wie«, 13. Februar. Nach Moskauer Berichten wurden dort infolge Entdeckung einer neuen nihilistischen Verschwörung viele Verhaftungen oorgenommtn. In Rußland zirkuliert eine gedruckte Aufforderung an die Polen, welche sie vor dem Eintritt in den türkischen Militärdienst warnt, da dies das Schicksal der Polen in Rußland nur verschlimmern würde. Budapest, 13. Februar. Die „Pkster Korrespondenz" meldet aus Wien: Der Kaiser hat in Erwägung, daß sämtliche einvernommene ungarische Staatsmänner die Bildung eines anderen Kabinetts dermalen als ynlhunlich barftcllun, Tisza neuerdings mit der Bildung des Kabinetts betraut. Tikza wird mittag« bei dem Füsten Auersperg eine Begegnung mit den österreichischen Ministern haben, um vor Ueberimhme der Mission privatim zu prüfen, ob der bekannte Differenzpunkt nunmehr begleichbar sei. Brüssel, 12, Februar. (N. fr. Pr.) Die Nachricht der „Agence HavaS", betreffend die De mission des Kabinetts, ist unrichtig, dagegen würde Malou, wenn sein Gesetzentwurf übet die Wahl teform verworfen werden sollte, zurücktreten. Wiener Börse vom 13. Februar. Staatsfonds. I »eib | ffinte I Pfandbriefe. ! t»«it «Bett Sper|. RenI-, öft.Pap. 63 05 68 3o|ilHfl. 6fl. 8ob.»®iebit.l06-— 1(6-60 bio. bto. oft. in eilb. 68-80 68 40 bto. in 38 3..............> 8886 89 60 Co[e von 1864 . . . . 106 V6 107 — {Station, ö. w ge 40 86 «0 86 — 86 *6 Sole eon 1860, ganze lil-ss 111-60 iofe eon 1860, Fünft. 11815 118-76 ürümienf*. v. 1864 Qrnndent.-Obl. Siebenbürg. Ilngate >otien. 134-76 130-— 71-60 78 85 73-60 74- flnglo-8ent .... Äcebitanftalt .... Cttofitenbant . . . e«com»te-8nUett . Ätenco »Bant . . . cenbeMbanl .... liationaliant . . . Oeft Santgeletll. . Union »8ant .... Bertt^tebani.... »lföld-Bahu . . , (teil 8ubmigba5n . Saif. «lis.-Bahn . *ei(. Fr. Oofef« . Staattbahn .... 6tibbafrn . 77-76 78 149 — 149 85 686— 696— 840— 848- 63-60 64-! 78.76 79 *5 »7— 97-60 818 85 81,-50 134-- 134-60 188— 184 — 843. ' >843-60 78-76| 79 — ll»g. Bod.-Sredit-nst. Prioritäte-Obl. S:anj 3o(ef6=8abn . tft. Norbwestbahn . Eiebenbürger .... SlaatSbabn......... Eüdbahn 1 6 Perz. bto. Bon» Lose. fleebtt» Lose....... »tubolf« • Lose. . . . Weche.(3$lon.) AugSburg 100 Mark 100 Mart. . 9185 90*36 60 75 155*--94-lh 168 50 1360 91 60 80 60 «1 — 165*00 94 60 163* ~ 14 — SToWW. Pari« 100 gti tone* Münzen. 69 76 188 96 4V80 60 — 188-01 48 90 Äait. Münz-Dncate» 6-88 6 89 ia-Kranc«ftück .... 9 83 9 83% D-Oisch- ReichSbanl. 60-36 60-46 Silber . . . 114-60 114 76 Telegrafischer Kursbericht am 14. Februar. Papier-Rente 62-45. — Silber-Renle 67-80. — Bold-Rente 73-55. — 1860er StaatS-Anlehen 111.—. — Bank-actien 835. — Ättbitoctien 147-70. — London 123 65. — Silber 114-75. — Ä. I. Münzdukaten 5 92. — 20-Franc» Stücke 9-88'/,. — 100 Reichsmark 60 80. Druck von Jg. v. Äleinmoet & Fed Samberg. Verleger: Cttomar Bamberg. Für die Redaktion verantwortlich: Franz Müller.