tnr Annst, Literatur, Theater u. geselliges Leben. Nedigirt von Leopold Kordesch. ^ Z.OO. Montag am KZ. April K84«>. M^H ' Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchcnilich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Noaen. Der Preis des Nlatles is! in Laibach ganziähr,« t>, "^^ ^ «albiähr,» z sl. Durch d,e t, t. P»,^ üüirr (üouverr m,i poriosre,er Zusendung ganzjäblig », halbi<>t,r,a 4 fl, C.M„ und w,rd balbiahr», «»rau»' bezahlt. Alle f. s. Ponäniier neoinen Pränunieraüon an. I „ Laibach pränumerir! man be,m Verleger um öl«an, Nr. >nu, ,m ersten Glocke. Der lustige Dautz. ^Vcm alten Dautz begegnete Der dürre Klappermann, Das Stundenglas, die Sens' im Arn,, Und trat ihn grinsend an. Da lacht mein Dautz aus «ollen, Hals : »Gott grüß' dich, alter Kautz, »Bist wohl uni manch' ein Tausend Iabr »Noch älter »ls der Dnutz?" — Der Sensenmann hebt hoch und schwer Sein blankes Eisen aus, »Ha, ha!» lacht Dautz, »drei Pfennig geh' »Ich dir dafür in Kauf." Der Dürre weiset auf sein Glas, Und auf den Tand, der rinnt; »Geh, laß' das Spielzeug, bis! ja doch »Nch^n gar ein altes Ki,,d.» Und wieder weiset das Skelel Hin ans ein off'ncs Grab; Der Lust'ge ruft: »Wenn's drin so schön, »So steig nur selbst hinab!" So neckt ihn Dautz und reicht am End' Ihm gar die Dose hin: «Ich furcht' dich Klapperniännlein nicht, »Hab' gar zu lust'gen Sinn!" Und endlich bietet ihm die Han d Der schweigende Kumpan, Der Alte schlagt mit Lachen drein: »Topp Jung', ich nehm' es an ! > Er lacht — doch hält er plötzlich ein Mit Lachen und Getrill, Und wird so bleich und wird so kalt, Und wird soernst und still.— F. Fitzingcr. Frühlillgslied. Schon beginnen Mond und Sormc Holder auf die Welt zu schauen, Und der Erd' erstarrte Pulse Anch allmählich aufzuthaucn. Und der Sterne Licht wird milder, Und der Hauch der Lüfte lauer; Gottes schöne Welt wird schöner, Der entwölkte Himmel blauer. Vold «erschönt der Hoffnung Farbe Wald und Flur, und Thal und Hügel, Und die lcnzvertlärte Erde Wird des Frühlingshimmels Spiegel. Und des Früblingshimmels Spiegel Wird das Menschenher«, das weiche, Weil's der Frühlmg stimmt, daß selbes Ihn» nn Huld und Milde gleiche. Und des Christen Herz, das fromme. Wird's nicht frommer auch im Lenze ,Vei den Laute» seiner Lieder, Bei dem Anblick seiner Kränze? — Glaubenslicht und Hoffnungsschimmer Sieht im Lenz der Hlick des Frommen, Vis ihni einst die ew'ge Liebe Läßt den ew'gen Frühling kommen. V. M a ro usch n ig. Die Auersperge in Tteiermark. Von Dr. Rudolph Puff. Dem Wanderer durch die südöstliche Steiermark fällt an der Mur außer der freundlichen Stadt Nadkersburg vor Allem die am rechten Ufer gelegene, stattliche Burg Oberradkersburg angenehm ins Auge. Hat man sich sart gesehen an den mannigfaltigen Monumencen, welche die beiden Kirchen der Stadt, vorzüglich die ehrwürdige Pfarr­kirche, zieren, so wandert man wohlgemuth, bei jedem Schritte ein neues Bild begrüßend, die irefflichen Anlagen zum Schloße hinan, dessen schöner, drei Stock hoher Bau auf der Nordseite 3, auf der Ostseite 8, auf der Südseite 11 gewaltige Fenster in der Fronte hat. Die Aussicht übertrifft jede Schilderung. Die Auffahrt an der Süd­seite ist mit steinernen Büsten geziert. An der Westseite befinden sich nebst einer großen Windmühle — einer der wenigen in Steiermark—die Wirchschaftsgebäude und der Haupteingang in das Schloß. Ober dem Portale befindet sich das einfache Familienwappen der in Steiermark und in früherer Zeit auch in Krain reichbegüterten Herber­ 4l4 steine mit der Inschrift: I^ovnlclus «: I: n. Oome« ni, Uer!>er«tein. 8l»c:r: Ol>es: Nez: Hp«3t: IN^': Oun»: lnt: netulil: vliml-l: et «„per-^»pitilueu» vuentu« 8t^ril« Iinuo »reem ri. er­scheint 1162 in Steiermark ansäßig; Ottoma r (1212) war vermählt mit Elisabeth von Sannek. Außer der Volkart Schönbcrg'schen Linie, welche so reich an berühmten Männern war, ist vorzüglich die Pankrazische Hauptlinie in Krain merkwürdig, aus welcher die ältere und jüngere krainische, und die fürstliche Linie abstammen. Aus dem jüngeren Zweige der älteren' krainischen Linie stammen die steirischen Auersperge; dahin gehören Georg: Sigmund Graf von Auersperg, Sohn des Johann Herbert, ge­boren 1678, gestorben l?3ß, als Herr der Herrschaft Kirchberg am Wald (eine Stunde von Hartberg im östli­chen Theile des Gratzer Kreises), k. k. Kämmerer und in­nerösterreichischer Regierungsrath. Seine Gemahlin Ma ­ri a Ann a war eine Tochter des Fürsten Ferdinand Franz von Auersperg. Sein Sohn Heinrich Graf von Auer­sperg, geboren 1721, war geheimer Rath, Großkreuz des St . Stephansordens, 1764 Landeshauptmann in Krain später Gouverneur von Gallizien, noch später böhmischer und österreichischer Hofkanzler, welche Würde er aber im Jahre 1783 niederlegte. Seine Gattin war Maria Io­sepha Gräfin von Rottal . Sein Sohn war Sigmund Theodor, geboren 1?Z?, vermählt mit Maria Antonia Gräfin von Stürkh , deren einziger noch lebender Sohn Karl Heinrich Graf von Auersperg ist. Ihre Besitzun­gen in Steiermark waren Lichtenwald und Buchberg im Cillier Kreise, Wilohaus- bei Marburg, Kirchberg am Walde, und noch in letzterer Zeit der schöne Rezhof, ein freundlicher Landsitz, dicht an der Straße von Laibach nach Gratz auf dem Leibnitzerfelde. Juan« Novelle von Ioh. Gab. Sei dl. (Beschluß.) Ein Schauspiel hatte das Volk weg; mit steigender Ungeduld erwartete es das zweite, edlere. Das Theater della Cruz konnte kaum die Menge der Zuseher fassen, welche der Ruf der weltbekannten Giuditta Pasta her­beigelockt hatte. Schon die äußere Erscheinung der Künst­lerin wirkte elektrisch. Diese erhabene Ruhe, dieser aus­drucksvolle Blick, diese gerundete Bewegung war den lei> denschaftlichen, von einem -Ertrem zum andern übersprin­genden Spaniern neu. Als sie aber erst den Zauber ih­rer Stimme entwickelte, jene unbeschreiblichen und unbe­greiflichen, verschleierten und doch frühlingshellen, schmerz­stöhnenden und doch lustjubelnden Töne, welche in dem Ohre und Herzen dessen, der sie ein Ma l gehört hat, nicht mehr verklingen: da machte sich das allgemeine Entzücken in lautem Applause Luft, und von tobendem Beifall er­dröhnten die dichtgefüllten Räume. Wohl Mancher unter den Zuhörern mochte sich der heimischen Iuan a errin­nern, welche vor wenigen Jahren in derselben Rolle viel­leicht mehr Natur, aber gewiß nicht so viel Kunst entwi­ckelt hatte. Diese wunderbaren Blitze der Leidenschaft, stets gemäßigt von angeborner Besonnenheit, dieses Empor­klimmen über alle Sprossen der psychischen Stufenleiter, dieses Hinüberwiegen von Liebe zur Kränkung, von Lust zum Schmerze, von Jubel zur Verzweiflung hatte man noch nie in solch' künstlerischer Vollendung gehört und ge­sehen. Bei jedem neuen Auftritte fürchtete man, die Kraft der Sängerin müsse erlahmen, und bei jedem neuen Auf­tritte zuckte sie nur um so feuriger empor. Man konnte sich des Gedankens nicht erwehren, daß „irgend ein Gott in dieser Brust wohnen müßte, aus der er so göttlich groß und so menschlich schön hervortlcmg." Endlich kam wieder die Scene voll grauenvoller Wol­lust, in welcher Desdemona als das Opfer tückischen Ver­rathes und rasender Leidenschaft bluten soll. Angethan mit leichtem, weißen Nachtkleide, schlug sie den Vorhang des Alkovens zurück, und trat hervor, um das Herz ihres rscheschnaubenden Gatten zu erweichen. Da bot sich plötz­lich dem Publikum eine Scene von fast gespenstischer Art dar; denn siehe! — wie aus dem Grabe emporgestiegen, 4R5 stürzte aus den Koulissen eine zweite Desdemona, ebenfalls angethan mit weißem, leichten Nachtkleide hervor, und warf sich, trotz des Gemurmels und Geflüsters auf der Bühne, auf Othello's rechter Seite nieder, während Pasta zu sei­ner Linken kniete. Eine athemlose Stille verbreitete sich durch's Theater, als die beiden Doppelgängerinen gleichzei­tig, als ob sie einander überbieten wollten, ihre Cantilenen begannen und Othello schaudernd und fassungslos seine Blicke von der einen zur andern gleiten ließ. „Iuana , Iuana!" — rauschte es auf ein Mal, wie ein beginnender Sturm, durch die Räume des Theaters. — Entsetzt ver­stummte die wahre Desdemona, während die falsche, zu­rücksinkend in den Arm der heruorstürzenden Theaterleute, aus den Tonen Rossini's in die Melodie der wohlbekann­ten Preghiera überging, die sie, verlassen vom verwirrten Orchester, mit gräßlich kreischender Stimme zu Ende sang. Ehe noch der Vorhang auf den deutlich hörbaren Ruf des Directors herabfallen konnte, lag die arme, wahnsinnige Iuana , eine Leiche, in den Armen der Herbeigeeilten. Die Oper hatte geendet, tragischer geendet, als in Sha ­ kespeares tragischer Nachbildung. Am andern Tage war ganz Madrid voll von dem seltsamen Ereignisse. Iuan a hatte wahrscheinlich durch das Geschrei der öffentlichen Ausrufer sowohl von Ruy's Schicksale, als von dem Schauspiele, welches Abends Statt finden sollte, Kunde erhalten. Von ihren arglosen Hüre­rinen zu wenig bewacht, fand sie Gelegenheit, unbemerkt zu entkommen, und stahl sich, eben so heimlich, wie einst der rachsüchtige Ruy , auf die Bühne, wo sie sich bis zu dem Augenblicke, der damals ihr Loos entschied, verborgen hielt. Allein in jener verhängnißvollen Scene brach ihr Wahnsinn mit aller Gewalt los, und ehe sie Jemand hin­dern konnte, stürzte sie hinaus auf die Brerer, auf denen sie ihre Triumphe, und jetzt — ihren Tod fand. Gomis, welcher indeß in London, wo er vergebens sein Glück zu machen hoffte, zum Geschäft eines Singleh­rers greifen mußte, um sein Leben zu fristen, erfuhr Iu ­ana's trauriges Ende aus den Zeitungen. Herzliche Thrä­nen weihte er dem Angedenken eines Wesens, welches, wie von der Stimme seines gucen Engels gewarnt, ihn einst so rührend bat: „Lehrt mich nicht etwas, was ich einst gern wieder vergessen möchte. Es würde Euch gewiß kei­nen Segen bringen!" — Wie eine düstere Prophezcihung, wie ein geheimer Fluch, den er nicht durch bösen Willen, sondern durch Blödigkeit auf sich geladen, klangen ihm die Schlußworte dieser Rede entmuihigend in die Ohren. — Verstimmt kehrte er im nächsten Jahre wieder nach Paris zurück. Aber mit Iuan a schien sein Stern untergegan­gen. Trotz aller Bemühungen, trotz mancher Versuche im Opernfache, welche den Beifall aller Kenner errangen, fand er bei dem großen Publikum nur wenig Anklang. Nachdem er lange mit Nahrungssorgen und Kabalen ge­kämpft, und erst nach vielen namhaften Proben seines aus­gezeichneten Talentes durch die Verwendung eines hochge­stellten Freundes eine Pension erhalten hatte, starb er im Sommer des Jahres 1836, unbefriedigt und ungewürdigr, als einer jener Vielbegabten, welche sich in ihrer Kunst nicht klar wurden, weil sie es sich im Leben nicht gewor­den sind. Licht- und Schattenbilder. V°» W. A. Gerlt. Der Meister und die neun Vöglein. (Beschluß.) Als aber die Fürstin fortfuhr, ihn durch ihre zärtlich­sten Liebkosungen zu beschwichtigen , als sie seinen Argwohn zu ersticken suchte, erhob er seine Stimme und rief: „Du führst falsche Segel, o schwarze Mörderin, und glaubst, ich soll der Zehnte seyn, den du in den Wellen tobtest." Da entbrannte die Fürstin im wilden Grimme, ließ ihm Hände und Füße binden, und befahl ihren Knechren, ihn in dem tiefen See zu ertränken; er aber blickre ge­lassen und ruhig auf sie, denn er wußte sich wohl zu be­rathen, und als sie ihn aufhoben und hinabstürzten, hielr er sich kunstreich auf dem Wasser aufrecht, wie ein Feder­bolzen, trat lustig die Wellen, und lächelte zu der bösen Fürstin hinauf, welche in steigender Wuth dem ihre Hand und das Reich zusagte, der ihren Feind tobten würde. -Alle Knechte griffen nach ihren Armbrüsten, und neun Pfeile zischten nach seinem Herzen; aber siehe! sie ver wandelten sich auf dem Wege in Vöglein und flatterten fröhlich um sein Haupt. „O wärst du hier," rief Pietisyl a mit halb erstick­ter Stimme, „ich wollte deine Kunst zerstören!" „„Frau Fürstin!"" entgegnete der weise Jüngling, „„ich bin gekommen, für neun Jünglinge Rache an euch zu nehmen —und siehe, neun Vöglein, aus Pfeilen gebo­ren, nmzwitschern mich — nun steht mir der Sinn nach einem Walde, worin ich euer Vogelsteller bin, und so viel ich ihrer fange, will ich sie von euch singen lehren."" Und aus dem Wasser schwang er sich zur hohen Berg­wand, daß Alles ihm verwundert nachschaute; aber die Fürstin wurde bleich wie ein Todter. Der Jüngling setzte sich in die grüne Au und brauchte keine List, die Vöglein zu fangen, die ihm mit großen Freuden zuflogen; da schwang er sich mit der laute» Vogelschaar in die blaue Luft, und nachdem er sich auf eines Thurmes Zinne nie­dergelassen, band er jedem seiner geflügelten Bothen ein Brieflein in den Schnabel. Darin stand geschrieben: „Neun Jünglingen gab die Fürstin den Wellentod zum Minne­ sold." Die flogen durch Stadr und Land und ließen sich leichtlich fangen, so daß dieses bösen Weibes Schmach ih­rem ganzen Volke offenbar wurde; aber ein Vogel war vor allen mit bunter Federpracht geschmückt, der flatterte um der Fürstin Haupt herum, bis sie voller Lust nach ihm griff; da sehte er sich auf ihr Haupt, ließ die bittere An­klage auf ihren Busen fallen, und flog unaufhaltsam davon. Sie zerriß das Blatt mit ihrem rochen Munde und rang un­aufhörlich die Hände, daß ihre Schuld nun an den Tag gekommen war. Dann legte sie all' ihren köstlichen Schmuck ab, zerriß ihr fürstliches Gewand und begab sich in einen dichten Wald, wo sie in einem härenen Hemde in tiefer Felshöhle wohnte, ihre Verbrechen abzubüßen, und wäh­ 4R<5 rend sie achtzehn Jahre mit diesem Leben fortfuhr, kamen täglich neun Vöglein an die Höhlung, gar klägliche Wei­sen zu singen; denen streute sie unter bitteren Schmerzens­thränen ihr Futter, und als die Zeit vorüber war, hatten sie sich in helle, geflügelte Engel verwandelt, und führten die gereinigte Büßerin in das Himmelreich. Des Lebens Vild. Sanft vom Lenz? geweckt, entsteigt aus der Knospe das Veilchen, Tändelt in: spielenden Scherz, leise vom Zephnr geküßt: Aber der spielende Hauch verwandelt in brausenden Nord sich, Und das Neilchen erbleicht, senket die Nlättchcn und — stirbt! 3lev«e des Mannigfaltigen. Vor einigen Tagen kamen in der Gemeinde Lambesc (Frankreich, Departement der Rhonemündungen) gegen 7 Uhr Abends 3 Piemonceser zu einem Lanomanne und ver­langten Wein. Man brachte ihn; sie stachen 3 Flaschen aus, standen dann plötzlich auf, verschlossen die Thüre, zo­gen ein Pistol und zwei Dolche heraus und bedrohten den Wirth und sein Weib mit dem Tode, wenn sie ihnen nicht alsogleich ihr Geld herausgäben. Was wollte der Bauer thun? Er gab ihnen, was er hatte; die Räuber nahmen das Geld (125 Franks) die Kleinodien der Wirthin, meh­rere andere Gegenstände und flohen dovon. Alle Versuche, den Dieben auf die Spur zu kommen, waren bisher ver­gebens. Zu Than im Elsaßischen trat kürzlich ein Frauenzim­mer, das offenbar Industriestudii'N in Paris gemacht ha­ben mußte, in den ^aoen eines Gewürzkrämers und ver­langte zwei Pfund Kassel). Der Krämer wog ab und wollte die Waare in eine Düte thun, allein die Frau meinte, das Parier tonne er sparen, denn sie habe ja ei' nen irdenen Topf in der schürze, in den er Alles hinein­schütten solle. Dies geschah. Die Frau griff in die Ta­sche, aber leider hatte sie das Geld zu Tarife gelassen. Indessen nahm sie den Topf unter der Schürze hervor, stellte ihn auf den Vcrtaufstisch des Krämers und ging, das Geld zu holen. Sie kam aber nicht wieder, und als der Topf untersucht wurde, fand sich, daß er keinen Bo­den hatte. Der Kassel) war in des Weibes Tasche gefal­len und die Industrielle harte für einen Scherben zwei Pfund vom besten Martinique eingehandelt. Vor einigen Tagen wurde aus dem Surreykanale zu London eine Leiche gezogen. Eine am Ufer liegende Visi­tenkarte ließ über die Absicht des Unglücklichen keinen Zwei­fel. Unier seinem Namen fand sich das Lebensrcsultat des Selbstmörders. Vor seinem Tode schrieb er: „Noch ein Opfer des Spieles! Ich habe Alles in den verfluchten Höh­len verloren!" I n Wien wurde die diesjährige Kunstausstellung am 7, April für das Publikum gegen Eintrittspreis von 10 Kreuzer C. M. eröffnet. Bis zum 20. Mai l. I. wird sie gegen Eincrittserlag, vom 20, bis 23. Mai aber un­entgeltlich, an Wochentagen von 9 Uhr Früh bis ß Uhr Abends, an Sonn- und Feiertagen aber von 2 bis «Uhr in den Sälen des k. k. polytechnischen Institutes zu besich. t'gen >eyn. Der Katalog zählt mehr als 800 Nummern. Die Parodie: „Die schlimmen Frauen im Serail« von ^,old hat in Wien im Iosephstädter Theater 60 Vorstel­lungen erlebt und der Theaterkasse mehr als 80.000 ss. W.W. eingetragen. Man sieht, daß die schlimmen Frauen auch einen großen Werth haben. Ueber Krain's Kirchengemälde. Von Leopold Korde sch. (Beschluß,) Indessen finden sich wohl auch einige in der Thot vortreffliche Ge­mälde und zwar ebenfalls von einen, Nalurkünsiler, Namens Lcyer. Besonders ist die Et . Cantions Kirche in Krainburg mit einigen sehr schö­nen Werken des gedachten, bereits verstorbeneu Meisters geziert. Ein »letztes Abeudmol« von ihn, zeichnet sich unter seinen Bildern besonders aus, und wurde schon sehr häufig benutzt. I n Steinbüchcl bei Kropp finden fich eine heilige Barbara und ein heiliger Florian, zwei treffliche Nlider, wie denn auch diese Kirche, obschon Nein, unstreitig mit ihren Bildern zu den schön­sten und niedlichsten in ganz Kram gerechnet werden muß. Ein Talvator von Langu s in, Seilenaltar ist ein wahres Meisterstück. I n Bischoflack sieht mau einen sehr schönen St. Iacobns, dann einen tr«5cu gemalten Altar von Laugus . Der Altar würde sich jedoch im gothischen Geschmacke besser ausnehmen. I » St. Veit ist ebenfalls ein schön gemalter Hochaltar i>l treücu von Laugus, das Gemälde des h^igeu Nitus aber von Lener, welches eine sehr gelungene Komposiion zu nennen ist. Von eben diesen, Meister ist in Ziikloch eine schöne Himmclfahrt Marin, wie er denn noch mehrere andere Kirchen, die ich der Kürze wegen nicht anführe, mit treffli­che» Bildern bedacht hat. Leyer war unstreitig ei» braver Maler; die Schüler «der Nachkommen dieses Meisters glauben seinen Weg gehen zu tonnen, aber der Weist, der den Seligen beseelte, stine Kraft, seine Sicher­heit ist ihnen ferne, und da man gemeiniglich nicht viel auf die Erhaltung allerer Weite steht, welches doch so wüufcheuswcrth wäre, fo fangen neue, schlecht gepinseile Bilder an, dieselben zu verdrängen. So nahen z, B. in Michclstettcn ? Kunstblätter S ch n, i d t's aus Krems, vielleicht die schönsten Kircheugemälde in Ärain, ihren» Untergänge, ja, ich muß leider sagen, daß selbst in uuscrer Hauptstadt auf die Erhaltung der Gemälde, von Valentin Menzingcr , eines der ousgezeichnclsten MalerKrains, welcher vorzüglich für d« Kirche zu St. Peter arbeitete, wenig verwendet wird. Von dem näm­lichen Meister sind auch die drei sehr schönen Altarbilder in unserer deui­schen Ordenskirche, nämlich Maria Himmelfahrt, der heilige Georg und die heilige Elisabclh, wovon letzteres das vorzüglichste. Gehen »iin solche Kunstwerke zu Grunde, so muß nothwcndig die Kunst immer mehr in Verfall gcrathen, und es wäre wohl zu wünschen, daß die Kirchenvorstehlingen überall derlei Gemälden eine größere Sorgfalt , zuwenden wollten. Unsere hiesigen Künstler, die Herren: Laugus, Kurz v. Gol­densten,, Czctinovich ic. würde» sich gewiß willig zur Restauration sol. eher Werte herbeilasse», um sie den, Verderben zu entziehen, und ich halte dafür, daß es eben Künstler, akademisch gebildete Künstler fem, müssen, die eine solche Renovirung unternehme» können und sollen, indem nicht sel­ten der Fall schon vorgekommen ist, daß durch die sogenannten Naturtünst­ler die schönste» Gemälde jämmerlich verdorben wurden. Uebrigcns stellen meines Wissens und Dafürhaltens die obeneingeführtcn Künstler nnferer Hauptstadt ihre Forderungen auf keinen so hohe» Grad, daß sie eine Kir­chengemcinde, der es darum zu ihm, ist, ihre Kirche durch ei» gutes , ch ara k tcrt r cu es Geuiälde zi, schmücken, überspannt lind zu hoch finden könnte; ja vielmehr glaube ich, daß ein Maler, der sei» Fach vollkomme» versteht, immer eine» billigere» Preis „lachen kö»„c, als ei» Laie in der Kuust, den es drei Mal größere Mühe und Zeit tostet, als elfteren, bis er Etwas zu Tage fördert. Ich schreite nun mit dem aufrichtigen Wunsche zun, Schluße- Es möge in Zukunft mehr auf gute Gemälde verständige r Künstler gesehen werden, denn der schöne, antike Sinn für Auszierung der Gotteshäuser, der in Krai» durchgehende herrscht, verdient in Nahrh.il, durch gelungene Werke akademisch gebildeter Mäuner die wahre, einzig richtige Leitung des gebildete» Geschmackes zu erhallen. Dieser Geschmack wird sodann geläu­tert als Vorbild in der Umgegend zur Nachahmung vor jeden, andern vor­anlcuchten, und unsere schönen Kirchen werden nach und nach lauter Ge­uiälde besitzen, die als Hauplzierden des Gotlestempels, mit der übrige,! sorgfältigen Ausschmückung in, schönsten Einklänge stehen. Auflösung der Charade IM Blatte Nr. ()y, Fernrohr. Laibach. Druck «nd Verlag von Joseph Vlasnik.