für Vaterland, Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. H^ 87« 8tT«n8tH3 aller Requisiten abgehalten worden war, ging der Director i in die Cassen - Erpedition. »Nun, mein Lieber, wie stehts?" 7 redete er den Cassier an. Dieser zuckte mit den Achseln und 7 sagte, daß er bisher nichts mehr als ein Dutzend Billets ver-- 346 kauft habe. Ohne ein Wort zu entgegnen ging Großmaul, von bannen und setzte seine Hoffnungen auf den Abend. Schon waren sämmtliche Schauspieler im Conversations-zimmer völlig angekleidet beisammen, welche von Zeit zu Zeit auf die Bühne gingen und durch das Guckloch im Vorhange in das Parterre hinausstarrten. Still machten sie die kleine Blechklappe wieder zu und gingen betrübt zurück. Keiner sprach ein Wort, denn nur hie und da gewahrte man einen Zuschauer, der es für gut erachtete, des großen Deutschen zu gedenken. Spärlich saßen die Zuschauer da, meist auf den hintern Platzen. Die Logen waren dunkel und leer, selbst die Sohne der Musen, die Herren Studenten, waren abwesend, heute, in einem Stück von so echtem, norddeutschen Gehalt. — Sie hatten es als Feinschmecker vorgezogen, einem Schmause beizuwohnen, da ihnen wahrscheinlich ein Pudding lieber war, als der Lessing. »Kaum die Kosten!" murmelte Groß mann für sich hin, als er in die Oede hinausgeblickt hatte. In der Hoffnung, daß vielleicht Billets zum Besten des Zweckes abgeholt oder mit einem höhern Gelde als der Eintrittspreis ho-norirt worden wären, schickte er den Theaterdiener an die Casse. Nach wenigen Minuten kam dieser mit einem Zettelchen zurück. — Großmann griff hastig darnach und las mit gedämpfter Stimme: »Totaleinnahme zum Besten eines Lessing - Denkmals fünfzehn Thaler und zwölf Groschen." Mit den Worten: »So ehrt Deutschland seine großen Todten!" entfiel das Blatt seiner Hand. Er war unschlüssig, ob er solle den Vorhang aufziehen lassen und überlegte mit sich selbst. Plötzlich trat er in die Mitte der Seinigen und rief: »Nein, Kinder, diese Schmach soll dem großen Manne, soll uns nicht angethan werden. Laßt uns heute so recht aus vollem Herzen ein Lessingsfest feiern! Jedes Wort, jeder Ton seiner herrlichen Dichtung sey heute ein ganzer Act, ein ganzes Stück. Auf, das Publicum ist zwar klein, aber es ist ein Häuflein Geweihter, das uns verstehen wird. Agire heut' ein Jeder, als wenn der große Lessing vorn in der Loge säße und unserm Spiele lauschte." Furchtbar zündende Funken in das Pulver der Begeisterung waren diese Worte. — «Platz, vom Theater!" rief der Inspicient, der jetzt mit der Klingel das Zeichen zum Anfang der Musik gab. Alles war Fülle und Kraft, Gluth und Begeisterung. Selbst der alte, ergraute Souffleur ging mit Schritten, welche in der Scansion das hohe Versmaß bezeichnen, nach seiner unterirdischen Behausung. Die Ouvertüre brauste dahin, als sey des Directors Wort gleichsam wie ein electrischer Schlag auch unter die Musiker gefahren. Wo eine Cadenz ertönte, da fiel sie nicht aus den Fingern, nein! das volle fluchende Herz warf sie aus im Sturme der Begeisterung. Das Stück begann; jedes Wort, iede Scene wurde im Geiste des Dichters gesprochen und gespielt. Alles war thätig und rührig; nur Einer that nichts — der Souffleur. Sein Schweigen aber war ein Lob mit tausend Zungen; jeder Schauspieler war Herr seiner Nolle, jedwede Accentuirung und Bewegung trug den Srämpel der Vollendung. — Wahrlich! so lange Le ssi n g's »Minna von Barnhelm" auf deutscher Bühne gespielt worden war, so hatte man das Stück noch nie in Scene gehen sehen. Beim Fallen des Vorhanges fielen zwar keine Kränze und Gedichte auf die Bühne, womir man in unsern Tagen so verschwenderisch umgeht; die volle Befriedigung aber, die jeder Zuschauer mit hinwegnahm, war mchr Nuhm für die Dar-steller, die außer den Gaben ihres Geistes noch ein Opfer brachten, das sich als ein gar schöner, herrlicher Zug ihrer Verehrung gegen Lessing bewährt. Fünfzehn Thaler zwölf Groschen war die Einnahme, welche das kunstsinnige Casseler Publicum beigesteuert; das schämteu sie sich abzusenden, und die Mitglieder einer Wanderbühne, jene armen Schauspieler, die damals kaum den vierten Theil der Gage hatten, welche die jetzigen Mimen beziehen, beschlossen einmüthig, einen Theil von ihrem Wo-cheugehalte abzugeben. Es geschah, und so steigerte sich die Summe bis auf siebenzig Thaler; ein Ehrengeld, geläutert in der Flamme der heiligen Begeisterung, geprägt von dem Schlage des Herzens, womit sie die Nationalehre der Casseler Bürgerschaft einlös'ten. Die Namen der Künstler, die an jenem Abend mitwirkten, sind verklungen; sie nennt keiue Lippe, kein Buchstabe zeigt sie der Nachwelt an, im Buche der Kuust aber glänzen sie, gleich den in Gold gestickten Gedichten des Mallokat in der Moschee zu Mekka. Gin HniiH pro Huo (Schluß.) Mechanisch griff er nach dem dritten Brief und las: »Ew. Wohlgeborn! Obgleich nicht im directen Auftrage des Herrn Ministers mich an Sie wendend, glaube ich jedoch andeutend Ihnen melden zu dürfen, daß eine hohe Person sich leider über Ihre letzte Publication sehr ungünstig ausgesprochen. Der Ton darin ist allzu aufregend; vorzüglich wurde getadelt, daß Sie offenbar zu weit ausgreifen, und uns zu Sprüngen veranlassen wollen, die eine ganz andere Schule voraussetze», als die, welche man in Deutschland bisher befolgt. Indem ich nochmals wiederhole, daß diese Mittheilung durchaus nur eine freundliche und keine officielle ist, zeichnet sich mit voller Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ergebenster X^5, Ritter des grünen Vogelordens vierter Classe." — »Da werde ein Anderer daraus klug!" — rief der Künstler aus. »Der Kammerherr V^'^ schneb mir vorige Woche, meine jüngst erschienenen Etüden haben entzückt, und dieser Brief gibt Winke, ich soll nicht so weit ausgreifen. I'lll'vjsu! am Ende mischen sich die deutschen Regierungen auch in die Musik, und stellen Censoren auf, damit eine Composition nicht allzu aufregend sey. Bei Beethoven! Ich bin froh, daß ich wieder 347 nach Paris leise!" Um auf angenehmere Gedanken zu kommen ^- öffnete der fremde Künstler jetzt die verschiedenen Pakete, die alle unter seiner Adresse angekommen waren. Er errieth halb und halb deren Inhalt. Als ein wahres verwöhntes Kind war es ihm nichts Neues mehr, nach jedem Concerte mit süßen Souvenirs, mir duftenden Stickereien, Versen, Blumengewinden von anonymen und halbanonymen Damenhänden beschenkt zu werden. Lächelnd und im Voraus an diesen zarten Huldigungen sich weidend, nahm er die Scheere und schnitt die dießmal sehr groben, gar wenig weiblichen Enveloppe's der Pakete auf. Das erste, das er öffnete, enthielt ein Stück Sohlenleder mit der Ueberschrift: „Proben aus der Ruschen Lederfabrik"; das zweite einige Streifen dicken Flanells; das dritte ein Dutzend kleiner eiserner Nägel, mit der Bemerkung, daß sie mit der neuen Dampfmaschine, 15.000 in einer Stunde, erzeugt seyen; das vierte einige Seidenwürmcr.— Der Künstler brach in ein lautes Gelächter aus; alle bisherigen Briefe und Pakete waren schlechtweg «Herrn F. List" bezeichnet gewesen, und der geniale Künstler hatte nicht den Klei-mgkeirsgeist, sich viel um die Orthographie seiner Correspon-denten zu kümmern. Das Nägelpaket hatte jedoch den Nagel auf den Kopf getroffen. Die Adresse lautete: Herrn Friedrich List, I)>. —Des Künstlers Name ist, wie unsere Leser es längst errathen, Franz Lißt. Nasch schlug dieser den Weg zu seinem Nachbar ein und fand diesen in seinem Vorzimmer, als Märtyrer in der Mitte von einem Dutzend Bedienten und Kammermädchen, die ihm von ihrer Herrschaft Blumensträuße, Stickereien, Verse, Einladungen zu Diners u. s. w. überbrachten, und die alle behaupteten, an Herrn L i st abgeschickc zu seyn. — »Mein Gott, ist denn der deutsche Enthusiasmus plötzlich toll geworden!" rief der berühmte Nationalöconom lachend aus. — »Im Gegentheil, gescheidt ist er plötzlich geworden!" — rief der wahre Lißt jetzt eintretend aus — »ja, mein edler Freund, der deutsche Enthusiasmus wendet sich endlich Demjenigen zu, dem er so reich gebührt." Lachend schüttelten sich die Namensvettern die Hände. — »Und nun lassen Sie uns austauschen." »Hier Ihre Bouquets und Ihre Stickereien." »Hier Ihr Sohlenleder, Ihr Flanell, Ihre Dampfnägel." »Hier das duftige Billet-Dour." »Hier die Nummern des allgemeinen Gewerbeblattes." »Hier die officielle Ernennung zum Ritter des grünen Vogels aus «**." »Hier die »nichtofficielle" Nase, die man Ihnen sendet, gleichfalls aus ^^^ Glauben Sie mir, diese Nase ist so viel werth, als meine Ernennung. Es zeigt, das; Ihre Schriften noch mehr aufregen, als mein Piano." »Hier ein Billet von einem Engländer." »Hier ein Ditto." »Der Engländer gehört uns gemeinschaftlich. Wir müssen uns an ihm rächen." »Ich schicke ihm eine Ausforderung." »Nicht doch; Friede in Deutschland! wir schicken ihm als Antwort das Sohlenleder und Flanell, da wird John Bull genug sich ärgern, wenn er sieht, wie weit unsere deut-sche Industrie bereits ist." „Bravo!" Die Genien des Zollvereins und der Tonkunst schauten lächelnd aus dem siebenten Himmel herab auf diese Gruppe. Feuilleton. Schnelle Iustizftfiege. — Bei dem Bezirksgerichte O......... ist der Georg Kottnig'sche Verlas; bereits seit 13 Jahren anhängig, und bis zur Stunde trotz der vielseitig veranlaßten Einschreitungen zu keinem erwünschten Ende zu bringen. — Die minderjährigen Erben, welche durch diese Zögerung zu empfindlichem Nachtheil gelangen, sehen sich durch ihren Vertreter und rücksichtlich Varer veranlaßt, diesen Uebelstand dem Forum der Oeffentlichkeit zu übergeben, vielleicht dürfte ein solcher Schritt die gewünschten Folgen hervorrufen, welches bisher aller bittlichen und selbst drohenden Einschreitungen ungeachtet ohne Erfolg war. O gerichtlicher Schneckengang! — Handbiichlein fur VZiihler, — oder kurzgefaßte Anleitung, in wenigen Tagen ein Volksmann zu werden — nennt sich ein neues Schriftchen des Frankfurter Struwelpeter (Dr. Heinrich Hofmann.) Ein Freischärler mit zottigem Bart steht als Vignette auf dem Titelblatt, wie er das Scepter zerbricht, um es mit dem Knoccnstock zu vertauschen ; eine Krone nimmt er zum Schemel seiner Füße und seiner Erhöhung; die Unterschrift: »8« ip86 teeit," bezeugt ihn als selbsteigenes Fabricat. Man habe, sagt der Verfasser, ComplimeMirbücher aller Art, auch für Volksschranzen geschrieben. Das ergetzliche Buch gibt dem gründlichen Wühler unter den Verhaltungsregeln auch Diätvorschriften. Ein redlicher Wühler, heißt es, soll Lieblingsgerichte haben, z. B. Wildpret, weil dessen Vertilgung eine Wohlchat für den Landmann ist. Um seine Sehnsucht nach der l^rxililisjuy i-lin^e zu bewährteren, soll er sein Beefsteak »recht blurig" verlangen, rothe Rüben, Blutwurst, Rothwein verzehren, nur Rothwein trinken. Auch Trüffeln sind sehr gut, weil sie herausgewühlt werden. Die wichtigste Toilettenfrage betrifft den Bart. Ein echter Wühler muß möglichst auf den Zähnen oder auch um die Zähne herum Haare haben. Die Charakteristik der Bartgattungen stellt sich dann in folgender Weise auf. I) Kein Barr: Philister, Epi-cier, Bourgeois. Ist der Mensch sehr elegant gekleidet, trägt er gar Glacehandschuhe, so gehört er unter die diplo-malischen Reactionäre, kann aber grob behandelt werden. 2) Kleiner, sorgfältig gewichster Schnurrbart, Kiun glatt; ari-stocratischer Reactionär; schießt zuweilen gern mit Pistolen, deßhalb mit Vorsicht zu behandeln. 3) Schnurrbart mit kleinem Zwickelbart an der Unterlippe: Dürfte mitnnter der Polizei angehören, deßhalb gleichfalls mit der nöthigen Vorsicht zn behandeln; es sey denn, daß man viele gute Freunde bei sich hat. 4) Schnurr- uud Kncbelbarr ohne Backenbart: Gehört dem linken Centrum an. Keine entschiedene polirische Farbe. Durch etwas Rasiren: Uebergang zur Reaction. Muß wo möglich gewonnen werden, man darf ihm aber nicht zu viel trauen. 3) Gar nicht rasirt, Bart von einem Ohr zum andern: ä) mit der Scheere gleichmäßig abgeschnitten, steife Haare, mehr in's Borstenreich spielend: Entschiedener Volksfreund. Mehr in der Praris, als in der Theorie zu verwenden, b) Naturwuchs, unberührter Haar-Urwald; nie nahete ihm ein schneidendes Werkzeug; herabwalleno, meist mehrfarbig: Edler Volksfreund, communistischer Träumer, radicaler Verbesserer ohne allen historischen Boden, aber zuweilen doch mit 348 practischer Selbstbestimmung. Messias des vierten Standes, verspricht Wunder zu thun — nächstens." Varricaden. — Wie alt die Sitte sey, Barricaden in den Straßen bedrohter Städte zu bauen, beweis't der Prophet Ieremias, der in seinem dritten Klagelied über die Zerstörung Jerusalems durch den babylonischen König Nebu-cadnezar im Jahre 588 vor Christi Geburr also singt: »Er verschloß meine Straße mit Quadersteinen, meine Gassen wühlte er auf." Zwei (Kommunisten. — Neulich schnitt in Paris ein practischer Comnumist in: Gedränge einem Herrn die beiden Frackschöße ab. Der Eigenthümer des Rockes drehte sich um und nahm den Communisten beim Kragen. »Was machen Sie da?" fragte er. — »Das sehen Sie ohnehin. Ich nehme nach dem Systeme des Communismus die Hälfte ihres Frackes." Der Frackmensch, welcher auf einmal Spencermann geworden war, schlug ein großes spanisches Rohr am Rücken des Diebes entzwei und sagte: »Auch ich bin ein Comnnmist, Ich theile meinen Stock mit Ihnen. Da haben Sie die Hälfte davon." Papierkorb des Amüsanten. Eine Petition an die Königin Victoria und deren Gemahl hat das engliche Volk überreicht, in welcher das kin-dergeseanete Paar gebeten wird, das Land vor Uebervölkerung zu bewahren. Die Pecenten sollen abweislich beschiedeu worden seyn. Ein Damenkleiderverfertiger zeigte unlängst seine Woh-nungsveranderung auf folgende Art an: »Ich wohne gegenwärtig mir gegenüber." Einem Gerichtsbeamten, der im Begriffe war, eine Neise nach Hause zu machen, wurde gerathen, lieber eine Ge-birgsreise zu thun. — »O," erwiederte er, „das entgeht mir doch nicht, denn wenn ich zurückkomme, finde ich ohnehin ein Gebirge von Acten vor." Bei einem Galanterie-Arbeiter in einem Städtchen unweit Carlsbad wurde eine Brieftasche bestellt. »Endlich!" ruft der schon ungeduldige Käufer, als das Verlangte fertig zu seyn schien. — »Nur einen Augenblick," bat der Verfertiger; »es fehlt nur noch die Inschrift: »London." Zwei durch die Zeitumstande sich selbst aufdringende Fragen 1. In der «Laibacher Zeitung" vom 17. d. M. sagt der slovenische Verein, daß er sich auch in das Politische mengen werde; warum unterläßt nun obiger Verein öffentliche Reden, wie sie auch schon im Monate Mai im Redoulensaale gehalten wurden, vorzutragen, damit die Krai-lier als Slaven erkennen, welchen politischen Weg sie zu betreten haben, «der ist die Furcht vor den Bureaukraten »och immer so groß, daß man nicht ein Mal das zu unternehmen sich getraut, was durch die Constitu-tion erlaubt ist? — Deutsche Blätter, wie z. B- «der Radicale", «der Freimüthigc»», senden centnerweise Wifc in die Provinzen, geifern gegen das Slaven« thum und suchen die Slaven als Halbmenschen zu schildern, während sie die so oftmals gepriesene Humanität. Biederkeit und Redlichkeit der Deutschen an das Tapet ziehen (die Morde des Lichnowsky, Auerswald in Frankfurt und des greisen Latour in Wien sind gewiß ewige Zeu» gen ihrer Humanität und Biederkeit, ebenso auch der Ermordungsplan, den sie gegen die czechischen Deputirten im Schilde suhlten!). Wenn nun der Laibacher Bürger solche Vlatter in die Hand nimmt und sie liest, von den Slaven selbst aber nicht aufgeklart wird, so hält er die Lügen der deutschen Zeitungsschreiber für wahr und wird zumDcutschthümler. Auch deutsches Geld und deutsche Emissäre sind bei uns wirksam, was die letzten Geschichten mit den Gratzer Freiwilligen u. drgl. genugsam beweisen und doch thut man nichts, um das Volk aufzuklären; ja, so geschieht es, Laß selbst ein Theil der Laibacher Nationalgarde unter dem, den Slaven so verderblichen deutschen Einflüsse steht, und dieses bloß deßhalb, weil der gemeine Mann nichts weiß von dem, was die nationale Partei, d. h. die Slovenen haben wollen. Der deutsche Einfluß zeigt sich überall im Farbenstreite, in der Verdächtigung des braven slovenischen Vereins, des Iellacic und der Croaten, in dem bin und wieder angeregten Stu« dentenhasse, weil die Deutlchthümler wissen, daß die krainischen Studenten für das Slavische und für das Wohl des Vaterlandes eingenommen sind u. drgl. Selbst die meisten unserer Deputirten stehen unter dem Paniere tcs Slavenfrcffers Löhner, mit Ausnahme des brave» Herrn Doljak. der aber auch dafür als echter Patriot, so wie die wackern Cze, chen. von Wien fliehen mußte, um nicht an einem Laternenpfahle mit deutscher Humanilät gehenkt zu werden (so garantiren die Deutschen den Slaven ihre Nationalität.'!)- Ich meine nun, man sollt? an Sonntage» die Garden und das Volk einladen zu den öffentlich abzuhaltenden Reden, um in diesen unsern Landsleuten die so nothwendige politische Aufklärung zu ertheilen. — 2. Warum werden ferner die noch in Frankfurt sitzenden Deputir-ten von Krain, Wold und Lasch an. nicht zurückgerufen, da die Wahlen für Frankfurt so ganz wider den Willen des Landvolkes demselben aufge, drungen wurden?— Ein Slovene. Laibacher Schaubühne. Endlich haben wir ein Stück, das schon auswärts alt geworden ist, über die Vühne schreiten sehen — es ist Carl Vutzkow's kostliches Lustspiel: »Urbild der Tarliiffe". Da diese Vorstellung die erheblichste im Laufe dieser Woche genannt werden muß, so wollen wir, mit Präterition des sonstig Gebotenen» bei diesem Lustspiele verweilen, welches unter die geistreichsten der Neuzeit gestellt zu werden verdient- Die Handlung ^,