Ar. 50 Hilli, Samstag, den 15. Juli 1911 36. Jahrgang. Schristlritung: «atha»«gasse Rr. S. r-I-rd-» Nr. Ül, laterurda». «»rechftaade! liiglich a»a«>i»« »cr von»- u. Kcier-!,z-I tn 11—1* tU)t norm. Haadlchrrldni «itn nicht jnMgcgcbat, aaai*alo(t Sin-faidaageii mAl dnitSfichlljl. Kutaubtgunsen nimmt tk BttlKltang gcgrn BtttAttitnj der Mlijfl ■ tf|!-acßetttm Qrtatwa tatgcsen. 8n ®it»trt»Iunatit t'tol-aachlat. tu .Drullchr Wucht» den WittBMt uat E am» lag MM. Berwaltuug: RathauSgasse Str. 5. rele»»o, Ki. 21, inttTsiK« BtzugSlicdingmisui Durch die V»ft : «tnlklUhrig . . . K »•'N «itbiUris . . . . K 6 M mqMrig. . . . K irM gilt t l II l mit Z»Iell,»g im H-,g -«•■ullich . ... K 11» . . . K S — fiälHäkrtl ... . K «•— (Jjinijdtjclg . . . . K II — ftitr» Jlullonl et (Mm sich Nc ®tjuum dl< d4I>»»e» 8ft|«itduag»-®cbSö»fn. Siagclntrtc dtomnntnll jellea t>» tat »ddrstrSnag Windische Grldwirtschalt. Die letzte Zeit hat Erscheinungen gebracht, welche zeigen, daß insbesondere die windischliberale Kredit-wirtschaft auch in Untersteiermark einem großen Zu-sammenbruche unaufhaltsam entgegengeht. Der Krach bei der Glavna Posojilnica in Laidach hat den Ge-nossenschastSverband in Cilli, dessen Revisor der ad. geurteilte Direktor Jost war. ganz bedeutend in Mitleidenschaft gezogen und der Verband sah sich auch geniiligt, der Südsteirischen Sparkasse, welche bekanntlich Schalter an Schalter mit der Cillier Po-fojiluiw ihre Geschäfte abwickelt, sein in der Ring-straße befindliches HauS zu verkaufen. Die Posojil-nica wiederum hat ihr HauS an der Ecke der Gra. zerstraße und Ralhansgasse dem dort befindlichen Kaufmann« Stermecki verkauft. ES sind Besitzüber-gange, welche zeigen, daß bei den Vtikäusern der Bedarf an Barkapital ein gesteigerter ist. Dieser durch die Zusammenbrüche der letzten Zeit hergeführte Bargeldbedarf macht sich insbesondere bei der Baugenossenschaft ..Lastni dom" sehr stark fühlbar, so daß diese Genossenschaft genötigt war. den Zinsfuß für die Darlehensnehmer aus tj'/, Prozent zu erhöhe», sodaß die Schuldner dieser Genossenschaft mit Rücksicht daraus, daß sie das Kapital auch amortisieren müssen, jährlich 8 bis bezahlen müssen. Für jeden, der den gegenwärtigen Ertrag eines Haufes zu ermessen vermag, ist es klar, daß die Schuldner durck» diese Zahlungsverpflichtung weit über ihr wirtschastliches Können hinaus belastet sind und daß bei dieser Sachlage ein großer Aer Kausyaltungsunterricht Bon Dr. Wilhelm Springer. Notwendigkeit des HauShaltnngS-Unterrichtes. Der HauShaltungSunterricht drängt sich mit elementarer Gewalt in die Reihe der öffentlichen Unterrichts- und Erziehnngsfächer. Sein anderes Fach hat sich in den letzten Iahren so viel Raum in der allgemeinen Wertschätzung erobert wie gerade diese« jüngste Kind der Schule: noch vor zehn Iahren nur hie und da ei» schüchterner Versuch; und heute kaum noch eine Großstadt und selbst Mttelstadt. die nicht ihre Haushaltungsschulen hätte. Die Gründe liegen in dem Wirtschafts- und Familien-lebe» unseres Volkes. Notwendigkeit der Hauswirtschaft-iichen Unterweisung des Mädchens. Das Endziel alles Unterrichtes, aller Erziehung kann vernünftiger Weise nur sein: den jungen Mcn» schen für den Platz, aus den ihn die Geburt gestellt hat, auch tauglich zu machen; in ihm alle die Kenntnisse und Fertigkeiten, alle die Geistes- und sittlichen Kräfte zur Entfaltung zu bringen, auf denen sich seine spätere Lebensarbeit aufbauen soll. Nun ist des WeibeS wichtigster und allen Frauen gemeinsamer Beruf der HauSfrauenberuf: demzufolge ist auch die Erziehung für diesen Beruf die Hauptaufgabe der Mädchenerzichung. So lange die Frau die Trägerin des Familienlebens und die erste Erzieherin der Kinder sein und bleiben soll, so lauge wird neben allem anderen, was das Mädchen Schönes und Nützliches zu lernen hat, die Entwick- Teil der Schuldner der Genossenschast „Lastn! dom" den Verpflichtungen nicht nachzukommen vermag. Die Leute werden auch massenhaft eingeklagt und es ist schon zu zwangsweise» Besitzverkäuken gekommen, was unter der bäuerlichen Bevölkerung und bei den Arbeitern in Gaberje große Unruhe und Berstim-mung hervorruft. Die Einleger dieser Genossenschaft bekommen für ihre Einlagen 5°/0 Linsen bezahlt, ein Betrag, der bei den heutigen Geldverhälinissen ebenfalls ungewöhnlich hoch i». Eine Erniedrigung dieses Zinsfußes wäre freilich im Interesse der Schuldner gelegen, man sagt aber, daß eine solche Erniedrigung deshalb unmöglich ist, weil die Macher der slowenisch.liberalen Partei, die sich im Lause der Jahre durch ihre politische Beläligung bedeutende Vermögen erworben haben, ihre Gelder beim „Lastni dom' eingelegt haben und daher für eine Erniedri-gnng des Zinsfußes auS höchst eigenem Interesse nicht zu haben sind. Die Geldnot beim „Lastni dom" geht so weit, daß auch Schuldnern, welche bisher ihrer Zinsenzahlung und den sonstigen Verpflicht»»« gen der Genossenschaft gegenüber pünktlich nachgekommen sind, die Darlehen gekündigt werden, was auch wieder den Zusammenbruch so mancher Existenz zur Folge haben muß. Die Zadruzna zveza ist, wie schon oben er-wähni, durch den Zusammenbrach der Glavna Posojilnica und durch die unverständige und so wenig gewissenhafte windisch liberale Geldwirtschast an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gedrängt und befindet sich ununterbrochen im Zustande des Geklaglfcins. Namentlich die Fraßlauer Posojilnica führt fortwäh-rend Klag« gegen den Genossenschaflsverband „Za- lnng der hauswirtschaftlichen Kenntnisse und Fertig-feiten, der häuslichen Tugenden und Neigungen den Hauplteil der Erziehung bilden müssen. Dies Er-ziehuugSgebiet zugunsten der anderen hintansetzen, heißt das Mädchen seinem Hauptberufe entfremden und zugleich daS Familienlel^n seiner besten Stützen berauben. N o t w e n d i g k e i l dieser Unterweisnn» gen auf dem Wege des Unterrichtes. Drei Glieder sind für die Jugenderziehung ge-geben: die Familie, das Leben, die Schule. Das nicht bloß der Zeit nach erste, sondern auch seiner Bedeutung nach wichtigste ist die Familie. Das zweiteinflußreichste, wenn auch nicht immer beste, ist das Leben; das sind all die Leute, die örtlichen und zeitlichen Verhältnisse der nächsten Umgebung des Kindes, die es in der Entwicklungsrichtung mitbe-stimmen. Erst an dritter Stelle steht die Schule. Sie ist nur zur Ergänzung und Unterstützung der beiden anderen berufen; aber sie ist zugleich auch dazu da, auf jedem ErziehungSgebiete auch die Ar-beit allein zu tun, wenn die anderen nicht mehr mittun oder nicht mehr ausreichen. So hat sie es mit allen Erziehnngsgebieten bisher gehalten; und es gibt keinen vernünftige« Grund, warum gerade auf dem für die Mädchenerziehung wichtigsten Felde, in der hauswirtschaftlichen Erziehung, ihre Arbeit ausgeschaltet werden sollte. Sie hat diesen Teil der Unterweisungen in der Vergangenheit der Familie und dem Leben überlassen dürfen, weil diese hiesür allem ausreichend sorgten. Sobald dies aber nicht mehr der Fall, tritt an sie die Pflicht heran, auch diese Aufgabe in ihren ArbeitSrahmen aufzunehmen. Sie hat schon vor 40 Jahren die weiblichen Hand-arbeiten ihrem Unterrichtsplane eingefügt; nun muß druzna zveza" und es finden fast jede Woche der» artige Tagsatzungen statt. Beide Teile sind durch slowenischliberale Advokaten vertreten uud in allen Fällen nimmt sich die Zadruzna zveza Klagebeant-wortungSfristen, und zwar nach dem eigenen Ge-ständnisfe ihrer Vertreter, nur deshalb, um für die Bezahlung der eingeklagten Forderungen Zeit zu ge-winnen. Da muß es in der Tat schon sehr traurig aussehen und kein Wunder, daß das gesamte win-dische Kreditwesen im Unterlande bei den slowenischen Landleuten allen Kredit verloren hat und daß die Leute sich aus den eisernen Klammern windischer Kreditinstitute zu befreien trachten und bei deutschen Anstalten, bei denen noch nie eine Unordnung, noch nie ein Verlust sich ereignete und kein ungerechter Zinsendruck stattfindet, Ersatz suchen. Der allgemei-neu Diskreditierung der windischen Geldwirtschast deS Unterlandes ist eS zuzuschreiben, daß die Lai» bacher Kreditbank beabsichtigt, hier eine Filiale zu errichten, allein man ist schon heute überzeugt, daß auch die jenen Weg gehen werde, den die anderen windischen Geldinstitute zum Teile schon gegangen sind. Ei» Recheiikunstftiick. Baron Gantsch hat, so wird den , Münchener Neuesten Nachrichten" aus Wien geschrieben, eigent-lich nur ein Rechenexempel zu löseu, und zwar eines der einfachsten Algebra, wie sie schon in der BolkS-schule gelehrt wird. Es kommen keine Brüche nnd keine Dezimalen vor. wenn es dem Ministerpräsi-deuten bequemer, kann er sogar ohne Schaden auf Zehner ab nnden. -">16 Abgeordnete zählt das HauS: sie auch mit dem HauShaltungSunterricht« eintreten, weil eine Reihe von Hemmnissen die Hauswirtschaft-liche Erziehung deS Mädchens für breit« Schichten unseres Volkes stark bedroyen. Erziehungshemmnisse. ») Die Schule. Schon die Schule selbst ist ein solches Hemmnis, indem sie gerade in der Heit, wo im Elternhause die hauSwirtschastlichen Arbeiten und die Möglichkeit der Unterweisung darin anheben, daS Mädchen außerhalb des Hauses täglich bis zu sechs Stunden festhält und zugleich Sinn und Vor-liebe aus ganz andere Gebiete ablenkt; aber eS ist das nach Lage der Verhältnisse nicht zu umgehen und für sich allein auch nicht ausschlaggebend. d) DaS Leben. Weit bedenklicher sind die Gefahren, die das Leben dieser Erziehung bereitet. In immer größerer Zahl treten infolge der ganzen Entwicklungsrichtung unseres GewerbSlebenS, das der Frauenarbeit nicht entraten kann oder mag, die jun-gen Mädchen der unteren Volksschichten unmittelbar nach der Schulentlassung in Fabrik, Werkstatt oder Geschäft, werden dort vom Morgen bis zum Abend jahraus, jahrein festgehalten und den Hauswirtschaft-liche» Arbeiten des Elternhauses und der Erziehung für« Haus entzogen. Sie werden zu Industrie-arbeiterinnen wi« die Männer, aber auf Kosten ihres HanSfranenbernfes. In steigender Folge suche» aber auch die Mädchen der mittleren und höheren ^chich-ten, weil auch ihnen der Kampf ums Leben Manne«» arbeit und Manuesberuf aufdrängt, unmittelbar nach dem Schulaustritte Fachschulen auf, die sie auf Jahre hinaus der HauSsranenarbeit und der HauS» frauenerziehnng entziehen. Tausenden und immer neuen Tausenden von Mädchen versperrt also da« Leben die Wege, auf denen sie früher fest und siche^ Sole 2 Deutsche Wacht Nummer 56 344 davon müssen ju der Wehrvorlage Ja sagen, da die Einsührung deS DezennateS in der Festset. zung der Rekrntenzahl eine Verfassungsänderung bedeutet; und a»»S mehr als einem Grunde^ wäre es isir die Regierung sehr erwünscht, wenn sie die 344 auch noch für die Bewilligung neuer Steuern beisammenhalten könnte. Baron Gautsch rechnete also: rund 100 Mann im deutschen Nationalverbande, 76 Christlichsoziale, 63 Polen, 23 Slowenen, 80 Tschechen, 15 Jtalie-ner, da wäre ja mit den Rumänen nnd Kroaten die nötig« Zahl beisammen. Gewiß, wenn eS Spielmarke» wären, rote, grüne, blaue . . . .; aber nun find« einmal lebendige Menschen, Abgeordnete, Gewählte! Nun haben die Christlichsozialen schon einmal erklärt, sie behalten sich eine Politik der freien Hand vor, daS heißt, eS fällt ihnen gar nicht ein, sich durch Bewilligung von neuen Steuern bei den Wählern noch unbeliebter zn machen. Und die Op» Position gegen Sieueru ist unendlich einfach; man sieht zwar ein, daß der Staat Geld braucht, aber gerade die vorgeschlagenen Steuern werden nicht be-liebt, weil sie unsozial oder ungerecht oder mit ir« gend einem anderen Mangel behaftet sind; man schlägt also eine Steuer vor, von der man bestimmt weiß, daß die Regierung sie nicht annehmen kann oder daß sie im Parlamente keine Mehrheit findet. Also muß Baron Gautsch die 76 wieder abziehe». Nun die Tschechen; einer ihrer Häuptlinge liebt die Armee nicht sonderlich, Herr Klosaez Baron «autsch müßte also sehr schöne Dinge anbieten, um diese angeborene Abneigung zu überwinden. Drei MinistcrportesenilleS für die Tschechen ist daS wenigste. Der Deutsche Nationalverband ist aber durch die Wahlen nicht deshalb ein Drittel stärker geworden um sich da« bieten zu lasten; schon ist Baron Gautsch in der peinliche» Lage, entweder die 100 oder die 80 subtrahieren zu müssen. Und selbst die 23 Slowenen werden es nicht umsonst machen wollen; zunächst werden sie minde« sten« eine Abschlagszahlung in klingender Münze für die etwas in Bedrängnis geratenen klerikalen slowenischen Geldinstitute sordern, nebenbei aber ein befristetes Versprechen in Bezug auf die slowe-nische Universität. DicS würde aber die alpenländi-schen Deutschen aufs höchste erbittern nnd sie wür> den schon deshalb allein dem Ministerium Gautsch ihre Unterstützung entziehen. Sie sind hiebei inso-ferne in einer günstigen Lage, als sie sich aus die christlichsozialen Musterknaben, die ihnen bisher als Vorbild von StaatStreue vorgehalten wurden, wer-den berufen können, die doch auch in die Opposition gegangen sind. Nun wird Baron «autsch den Rechenstift neu-erlich in die Hand nehmen, sich erinnern, daß er zu einer befriedigenden hauSwirtschastlichen Erzie-hung gelangten. «) Die Familie. In demselben Maße, wie daS Leben die Frau ihrem Hauptberufe entfremdet, verliert gerade auf diesem Gebiete die Familie ihre erziehlich« Kraft. All die Taufende von Mädchen, die da» Leben zum Erwerbe außerhalb der Familie zwingt, gehen zugleich als Erzieherinnen für ihre Töchter auf diesem Gebiete mehr oder minder ver-loren. Viele Mädchen der unteren Schichten müssen auch in der Ehe dem Broterwerbe nachgehen, haben also für die Erfüllung ihrer Hausfrauen- und Mutter-pflichten überhaupt kaum noch Zeit; und selbst wenn die Ehe sie der Familie und diesen Pflichten zurück-gibt, so treten sie ohne alle Vorkenntnisse und, weil die Neigungen nur an den Arbeiten großwachsen, auch ohne alle Lust und Liebe sür diese Pflichten ins Haus zurück. Sie können und mögen sie selbst weder üben noch ihre Töchter hiefür erziehen. Schlimme Wirkungen. So krankt und verfällt, weil Leben und Familie auf diesem Gebiete der Mädchenerziehung oft nichts mehr leistet, das Familienleben, uud zwar gerade in den Volksschichten, die wegen ihrer Masse den Kern und die Kraft unseres Volkes bilden und die zugleich wegen der Knappheit der Mittel von vorn-herein der Not und dem Verfalle preisgegeben sind, wenn die Frau in ihrem hauswirtschaftlichen Schal-ten versagt. Tausende und Abertausende von Fami-lien sind bereits ein Zerrbild echten deutschen Fami-lienlebenS. Die Kinder gehen aus der Sttaße, die Männer im Gasthause zugrunde, bloß weil die Hausfrauen und Mütter in der Jugend die richtige Vorbildung für ihren Hauptberuf nicht mehr erhalten haben. jahrelang Unterrichtsminister unter Taffee war und zusammenaddieren, ob es mit der damaligen Mehr» ieit des „eisernen Ringes" nicht vielleicht ginge. Da wären zunächst 180 Tschechen, Polen, Slowenen und Kroaten mit Begeisterung dabei; 33 Ruthenen, wenn die Polen sich dazu verstehen, mit ihnen einen Ausgleich zu schließen; kommen die 75 Christlich-ozialen dazu, so ist mindestens die einfache Mehr ieit beisammen. Eine Zweidrittelmehrheit ist auSge-chlossen, denn der Deutsche Nationalverband und >ie Sozialdemokraten würden zusammen mit den ' üieitcc Demokraten fast über 200 Stimmen versü« gen Und die Geschenckkiste des Baron Gautsch mag noch so reich ausgestattet sein, was müßte er den Sozialdemokraten wohl bieten? Aber selbst mit der einfachen Mehrheit wird eS einen Hacken haben. Was soll «autsch den Christ, ichsozialen dafür bieten, daß diese das Odium auf ich nehmen, gegen ihre Volksgenossen mit den Sla-wen zusammenzugehen? Das Konkordat wird es wohl nicht gut sein könne», denn wozu hätten sich >ie Tschechen geplagt, ihre eigenen Kandidaten von 17 aus 7 herabz«drücken. So einfach eS aussieht, es ist ein recht schwe-res Rechenexempel und in der Schule soll sich Ba* ron Gautsch immer mehr in den philologischen Fä-chern ausgezeichnet haben. Das alte Spiel. Die tschechische Politik ist nicht mehr entwicke-lungssähig, sie versteht e» nicht mehr sich geänder-ten Verhältnissen anzupassen und legt, nicht aus Konsequenz sondern aus politischer Gedankenarmut, in ihre Drehorgel immer wieder dieselbe Walze ein.' Der gegenwärtige Ministerpräsident hat von seinem Vorgänger das Kabinett unverändert über-nommen. Noch kennt man seine Absichten nicht und es ist selbstverständlich, daß die Parteien bis aus weiteres eine zuwartende Haltung einnehmen. Dem ist auch so, nur die Tschechen machen eine Ausnah-me, indem sie sofort wieder die Politik der offenen Hand verkünden. Sie wollen bereits jetzt schon ohne jede Leistung einen Vorschuß von der Regierung ha-ben und sich ihre zuwartende Haltung durch Aenderungen im Kabinett bezahlen lassen. DaS alte Spiel: handelt es sich um den böhmischen Ausgleich, dann sagen die tschechischen Biedermänner: Sehr gerne, aber damit wir in Ausgleichsverhandlungen treten können, müssen zuerst unsere Forderungen bewilligt werden; handelt es sich um eine objektive Stellung-nähme zu Regierungsvorlagen im Reichsrate, dann heißt es: Gewiß, wir werden nichts obstruieren, al-lein vorher müssen einige uns mißliebige Minister entlassen und andere, uns genehme, an ihre Stelle gesetzt werden. — Das war immer so und hat »urch Jahrzehnte lang das österreichische Abgeord-netenhaus zu einem Tandelmarkt gemacht um eS >ann mit völliger Unfruchtbarkeit zu schlagen und in der Achtung der Oessentlichkeit immer tiefer sin-ken zu lassen. Auch jetzt setzt diese tschechische Ex-»ansiouSpolitik wieder ein. Es heißt, die tschechischen Karteien haben gegen die Erledigung der Bankvor. age und «bschließuug der ersten Lesung der Wehr-vorläge in der Sommersession schwere Bedenken; die Zeit sei bereits zu weit vorgeschritten u. dgl. in. Regierungsvorlagen anzunehmen oder abzulehnen ist sicher in das freie Belieben einer jeden Partei cestellt, allein sie überhaupt und rechtzeitig zustim-mend oder ablehnend zu erledigen ist ihre Pflicht. Die Tschechen wollen sich diese Pflichterfüllung aber eben bar bezahlen lassen, denn ihr Widerstand ge-gen die Ausnahme der parlamentarischen Arbeiten »urzelt in dem Verlangen, dadurch den Rücktritt deS JustizministerS v. Hochenburger und der Leiter des Handelsministeriums und des Ackerbauministe-riums zu erzwingen. . Es ist ganz ausgeschlossen, daß dieser Pression nachgegeben werden kann, weil dadurch die Regie-rung ihre Stellung zu den deutschen Parteien we-entlich verschieben und damit den angestrebten böh-mischen Ausgleich von vorneherein unmöglich machen würde. Die Deutschen können in ihrer zuwartenden Haltung nur beharren, solange die Zusammensetzung und Stelluug des Kabinetts unverändert bleibt, jede Verschiebung nach Rechts würde sie zu einer neuen Orientierung in der inneren Politik zwingen. Gegenmittel. Darum muß überall da, wo Leben und Familie nicht mehr mittun, die Schule, das dritte Erzie-hungSglied, dasür eintreten, daß jedem Mädchen trotz der Ungunst der Wirtschaft«, oder Familienverhält-nisse neben ihrer Erziehung für den Broterwerb auch daS unveräußerliche Erbe des Geschlechts, die Erziehung zur HauSsran und Mutter, sichergestellt wird. Da« einzige Mittel hiesür ist der HauShal-tungSunterricht. Die Haushaltungsschule oder HauS srauenschule ist also ein Erzeugnis des gegenwärtigen Wirtschaftslebens zur Beseitigung der Schäden, die es am Familienleben zeitigt. Hierin liegt ihre Da-feinSberechtigung und ihr Segen; aber hierin liegt zugleich ihre Pflicht, den Zugbahne» der Industrie solgend, überall da sich auszutun, wo Mädchen in größerer Menge dem Hause entzogen werden. Nicht bloß die Großstadt, sondern vielfach die Kleinstadt und das flache Laud sind reis für die Errichtung dieser Schulen. Schlußbetrachtung. Die Trägerin der Familie ist die Frau. Was sie sür diesen Berus befähigt, ist nicht Geld und Geldeswert, auch nicht Geistes- und Herzensbildung sür sich allein, sondern hinzukommen |m»§ ein ge sicherte« Maß hauSwirtschastlichen Wissens und Könnens, ein sicherer Schatz hanswirtschaftlicher Neigungen und Tugenden; beides aber muß heran-gebildet werden, wenn es später im Leben wirksam werden soll. Je weniger eine Frau ist und hat, um so notwendiger ist dieser hauswirtschastliche Schatz sür sie; denn mit ihm kann sie selbst bei geringem Einkommen und selbst oft noch in Not und Entbehrung ein — wenn anch bescheidenes — doch innerlich gefestigtes Familienglück schaffen und brave, ordentliche Menschen heranziehen. (Fortsetzung folgt.) Politische Rundschau. Die Wiener Bürgermeisterfrage. Die Wiener Parteiverhältnisse haben auf christ-lichsozialer Seite bisher noch keine ausreichende Klärung erfahren. Man unterscheidet im Ganzen und Großen drei Richtungen, den linken nationalen Flü gel. der die Reorganisation auf deutschantisemitischer Basis anstrebt, den rechten klerikalen Flügel der Geß-manniten, der sich jetzt hauptsächlich aus die christ» lichsoziale« Arbiter stützt, und das Zentrum unter der Führung des ehemaligen Handelsministers Dr. Weißkirchner und des Obmannes deS Bürgerklub«, Steiner. Wie eine Reihe von Vorgängen aus der jüngsten Zeit gezeigt haben, geht die Absicht Dr. Wcißkirchners dahin, den Zwiespalt zwischen dem Bürgermeister Dr. Neumayer und den Vizebürger-meistern Dr. Porzer und Hierhammer zum offene» Kouflik ausarten zu lassen, »m dann im Herbst a« Stelle Dr. Neumayers Bürgermeister von Wien zu werden. Zu diesem Zwecke hat er sich, aus das Zentrum deS Bürgerklubs stützend, einerseits mit den Geßmanniten verbündet, deren Organ ihn be> reits als künftigen Führer der Oeffentlichkeit prii sentiert hat, während er andrerseits dem linken na-tionalen Flügel eine Reihe formeller Konzessionen gemacht hat, indem zunächst sein« Forderung nach Beseitigung der bisherigen jdurchauS Geßmannitischen Parteileitung Rechnung getragen und eine neue pro-visorische Parteileitung eingesetzt wurde in der nebe, drei Geßmanniten und zwei Mitglieders des Ze»-trums, vier Vertreter des linken Flügels sitzen. Dr. Weißkirchner mag hiebei von der Absicht geleitet sein, die Partei im Gemeinderate zusammen-zuhalten, ohne selbst klare Stellung nehmen zu müs-sen, allein e« ist fraglich, ob ihm diese« Doppel-spiel — denn ein solches ist eS — gelingen wird, zumal der rechte klerikale Flügel, gegen den ir. Weißkirchner, wie es scheint, nicht auftrete» nnll oder kann: damit brginnt den linken Flügel und und die ihm folgende deutschantisemitische Wähler-schaft durch Aufgebot des Mobs der christlichsozialen „Arbeiter" zu terrorisieren und einzuschüchtern. Die Südslawen im österreichischen Abgeordnetenhause. In der Gruppierung der Südslawen im öfter-reichischen Abgeordnetenhause ist durch die Neuwahlen keine wesentliche Veränderung eingetreten, 3n alten Abgeordnetenhause gliederten sich in den slowenisch-klerikalen Slowenenklub (17 Mitglieder uns in den slowenisch-kroatisch-serbischen Verband Südslawen, von dem sich später eine kleine mitiel-parteiliche Gruppe losgelöst hatte. Bei den Reuwah-le» wurden nun diese letztere Gruppe vollstäi>s:z zertrümmert und »nter wesentlicher Verschärfung det klerikal-liberalen Gegensatzes 30 klerikale Slowenen, 4 nationale Slowenen, 2 liberale Slowenen, 5 de- üßmark. Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für Haus und Familie. Hoautagsveitage der „Deutsche« Wacht" ia Killt. i .Die Südiaart" erscheint jeden Sonnlag als unentgeltliche Beilage sür die Leser iai a vif» der »Deutschen Wacht". — Einzeln ist „Die Südmark" nicht käuflich. 1"11 «Nachdruck uecbotcu.) Sommerhitze. Von Dr. R. Pawel. .Oh, sind daS heiße Tage und schwüle Nächte, nicht zum Aushalten!" So hört man wohl hier und da stöhnen, ivenn die Temperatur •- 25 Grad E. übersteigt, und die geplagten Männlein und Weiblein, die nicht über die Mittel und die Zeit v«rsügen, an den kühle» Secstrand oder in die rauschenden Wälder unserer Mittelgebirge zu flüchten, wollen schier ver-zweifeln ob der Hitze. Nun ist eS ja richtig: Hitze kann unter Umstände» viel lästiger fein, als selbst sehr strenge Kälte, vor allem schon, weil man stch gegen letztere wehren kann, vor allem durch wärmende Kleider, ei.t-sprechende NahrungSzufuhr — der Mensch ist ein »leben» diger Ofen" und die Nahrungsmittel stellen daS Feue-runzSmatcrial dar — und vor allem durch den Aufent-halt im Zimmer. Aber im Sommer? Da ists eben überall heiß, und nicht zuletzt gerade im geschlossenen, dumpfen Zimmer. Aber gerade in diesen drci Hinweisen liegen auch die Winke, wie man die Sommer-Hitze am leichtesten überstehen bezw. bekämpfen und er-tragen kann. Zunächst dürfen wir nicht vergessen, daß nicht jede Hitze gleich unerträglich ist, ja, eS kann vorkommen, daß wir heute bei genau dem gleichen Tem-peralurgrade schwitzen, bei dem wir un» gestern höchst behaglich fühlten. Woran liegt das? An zweierlei, an einem äußeren und einem inneren Grunde. Ersterer ist in der Beschaffenheit der Luft zu suchen: enthält diese viel Feuchtigkeit, so fchwitzt man viel leichter und em pfindet die Hitze viel drückender als bei trockener Luft. So hat z. B. Verfasser in Aegypten Temperaturen von -+■ 30 Grad und darüber lange nicht so lästig empfun-den wie 20 Grad usw. in unseren Breiten. Die ägyptische Luft ist eben von ganz besonderer Trocken« heil, während die unfrige immer einen größeren oder geringeren Feuchtigkeitsgehalt aufweist. Der andere Grund ist in uns selbst zu suchen: haben wir viel blut-bildende — Fleisch, Fett, Zucker — und erhitzende — alkoholische — Nahrungsmittel zu unS genommen, also den körperlichen .Ofen' tüchtig geheizt, so w«rden wir naturgemäß die Hitze doppelt lästig empfinden. Wer wird aber auch im Sommer so unvernünftig „heizen", auch den körperlichen Ofen, den Leib?l Hieraus ergibt stch zweierlei: Nahrung und Kleidung sollen möglichst „leicht" sein, nicht Wärme erzeugend und zurückhaltend. Man wird also sogenannte schwere Speisen und Getränke nach Möglichkeit meiden, vor allem Blut- und Fettbildner, denn diese wärmen, und die sommerliche Kleidung wird luftig, weit und in hellen Farben ge-halten sein: denn unter dunklen entwickelt sich be-kanntlich eine bei weitem stärkere Hitze als unter hellen Kleidern. Um das zu erproben, nehme man eine Anzahl gleich großer und stirker Tuchflecke von verschiedener Farbe, etwa schwarz, braun, grau und weiß, und lege sie gleichzeitig bei hellem Sonnenschein auf den Schnee. Nach einer ge-wissen Zeit wird man beobachten, daß der schwarze Fleck am tiefsten gesunken ist, denn unter ihm ist infolge der größeren Wärme der Schnee am mei-sten geschmolzen, unter dem braunen und graunen Fleck schon weniger, am wenigsten aber unter dem weißen, der noch ziemlich in der alten Höhe liegt und nur wenig eingesunken ist. Darum tragen wir auch mög-lichst keine schwarzen und dunklen, sondern helle, be-sonders Strohhüte, zumal diese der Luft mehr oder minder Durchzug gewähren. Am besten ist's, di» Lo« sung lautet: Hut ab! Denn infolge der Ausdünstung des Kopfes entwickelt sich, zumal bei strahlendem Son-nenschein, unter dem Hute oft eine Gluthitze, d!e an die Kochtemperatur nahe heranreicht und nicht uur ganz abnorme Schweißabsonderungen zur Folge hat, sondern auch direkt gefährlich werden kann. Und die vielen Kahlköpfe, die wir in der Gegenwart selbst schon bei jüngeren Leuten finden, find teilweise mit auf ungeeig-nete, die Lust abschließende Kopfbedeckung zurückzusühken. Ja, wenn die liebe Eitelkeit nicht wän. Aber die bat, wenn es sich um das kostbarste Erdengut handelt, gar nicht mitzusprechen! DaS gilt auch in bezug auf die Kragen. Kann eS ein gesundheitwidrige« Kleidungsstück geben als diese modernen turmhohen, enganschließenden Herrenkragen, die stch wie Eisenklammern um den zu> mal Im Sommer sl-v stet« verdl-kendcn Hai« legen, da« Atemholen erschweren nnd die Blutzirkulation geradezu unterbinden? Man muß stch nur wundern, daß stch nicht mehr Unglücksfälle ereignen. Hochrote Gesichter freilich gibt» gerade genug zu sehen. Hals und Brust möglichst frei — da« ist in der Sommerhitze die ein-zig vernünftgemäße Bekleidung Und schlichlich gilt der Grundsatz auch vom Schuhwerk, da» jedenfalls dem Fuße genügenden Raum gewähren soll und ihn nicht wie in „spanische Stiefel" einschnüren darf. Auch ein Ersatz für Leder, etwa Seg:ltuch usw., ist zumal für die Sommerfrische. Bäderaufenthalt usw.. empfehlen«-wert. Hat man sich so in Nahrung und Kleidung ge-gen die Sommerhitze gewappnet, so mub auch auf die Wohnung achtgegeben werden. Denn wenn wir uns auch hier naturgemäß während des Hochsommers vor-wiegend nur d:» Nacht» und etwa zu bestimmten ver-einzelten Tagesstunden aufhalten, so kann doch die Hitze uns diesen Aufenthalt dermaßen verleiden, daß er ge-radezu zur Qual wird. Vor allem gilt« jetzt, fleißig zu lüften, abgesehen etwa von der Zeit, wo die Sonnenstrahlen ins Fenster direkt hineinscheinen. Jalousien und Vorhänge — Store« — sorgen dann noch vor zu intensiver Einwirkung deS Sonnenlichte«. Außerdem wird man den Fußboden morgen«, mittag« und abend« mit frischem Wasser besprengen, wa« eine höchst ange-nehme Kühlung hervorruft. Und auch während der Nachtzeit lasse man die Fenster geöffnet, auch im Schlak-zimmer. Wer letztere! nicht gewöhnt ist, öffne im Ne-benzimmer die Fenster und lasse durch die offene Ver-bindungStür die frische erquickende Nachtlust in« Schlafzimmer strömen. Oder er öffne die oberen Fensterflügel im Schlafzimmer und verdecke sie durch die Role aux oder Vorhänge: sie findet dann immer noch in ge-nügend«r Menge Zutritt in« Zimmer. Nachtluft ist im Sommer nie schädlich! Ueberhaupt lernen wir gerade in der Sommerhitze den unersetzlichen Wert der frischen Lust schätzen ; wer diese recht zu würdigen und ihr überall, wo e« angeht, Zutritt zu verschaffen weiß, wird unter Beobachtung deu übrigen VerhaltungSmaß-regeln die Sommerhitze nicht allzu lästig empfinden. (Nachdruck verboten.) Zia. Novellette von Werner Heinz. Abenddunkel lag über der marokkanischen Hafen-stadt Tanger. Abendfriede nicht. Vom Hafen her leuch-teten im Strahl der Schiffslichter die marokkanische Flagge — drei silberne Halbmonde in rotem Felde — die französische und die spanische Flagge auf. Auf den Straßen und Plätzen herrschte eine nur mühsam be« kämpfte Beweglichkeit. Ein revolutionärer Geist, den der Abend wohl zu verhüllen, doch nicht unhörbar zu machen vermocht». ®le Besetzung von varralch und 91 Ksar durch die Spanier hatte unter den in Tanger wohnhaften 7000 Spaniern eine sehr anmaßend« Stim-mung hervorgerufen. Um den gegen die Eingeborenen gerichteten Herausforderungen entgegenzutreten und die Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten, hatte nun der die cherifischen Truppen befehligende Kaid Patrouillen« dienst eingerichtet. Hier und dort erhoben stch lärmende Volksstimmen, die beim Herankommen der Patrouille in dumpfes Murmeln untergingen. Volksscharen durch-zogen die Straßen; in Gruppen standen die Leute bei-sammen, die Geschehnisse zu besprechen, zu debattieren und zu spionieren, indes vom Meer her eine erfrischende Brise die Schwüle de« Juniabend« abkühlte. In einem dunkelgelegenen Torweg standen eng> aneinandergeschmiegt ein spanischer Soldat und ein blut-junges Mädchen. Da« Mädchen zitterte heftig und schluchzte leise, indes der Soldat mit großer Beredsam' keit sie zu überzeuge» suchte. „Du bist mein süße« Mädchen, meine Taube. Pia, aber von der Politik verstehst Du nicht«! Die Marokkaner sind Aufiührer schon seit alter« her und oftmals ganz infam vorgegangen. Wir aber — die stolz: spanische Nation, haben mit glänzenden Siegen sie geschlagen! Und wie e« einst war, wird e« wieder kommen —." „Ach, Manuel, so sprichst Du. und der Pflege« vater redet wieder ganz ander« und ist empört über Euch Spanier!" „Was geht die der Araber Matamora« an!" höhn-lachte der Spanier. „Aber Dich doch, Manuel! Bedenk' doch nur, er ist mein Pflegevater und so gut — so gut —. Und — und - ,* der kindliche Mund trumpfte nun seiner-seit« auf — „auch der Sultan hat gegen die Spanier protestiert l* „Wegen der Besetzung von Larrasch?" „Ja, und erklärt, er würde we^en dieser Ver-letzung der Verträge an die AlgeeiraSmächte appellieren und — ach," unterbrach sich Pia schluchzend, „ich bin ja nur ein Mädchen und verstehe nicht viel davon, nur da« eine: daß der Pflegevater niemal» sein« Einwilli-gung dazu geben wird, daß ich Deine Frau werd«, weil Du ein Spanier bist." „DaS wollen wir sehen! Bist Du selbst nicht eine Spanierin und gehörst demnach zu unserer Nation, gleichviel, ob Du in Marokko aufgewachsen bist!?" Pia dachte anders. Neben einem heißblütigen Tem» perament besaß sie ein gutes, dankbares Herz. Der Seclenkouflikt, in den da« Schicksal sie gezogen, war für ihre 16 Jahre zu schwer, — wie hilsemchend klammerte ste stch an den Geliebten: „Hu wirst t» mit boit nai&cnivflnben, Manuel, daß ich mich nicht gegen den Pflegevater auslehnen darf! WaS wäre denn au» mir, d«r armen Waise de« spanischen Stierkämpfers geworden, wenn nicht —* .Dein Vatcr fiel in der Arena?" „Ja, als ich zehn Jahre zählte. Meine Mutter lebte schon nicht mehr — „MatamoroS war der Freund Deines Vaters? Also doch der Freund eine» Spaniers!" behauptete der Soldat. „Ja, er war des Vaters Freund, obwohl bedeu-tend jünger als dieser, und eben verheiratet, alt daS Unglück geschah." »Gewiß ist eS anzuerkennen, daß der Araber stch ein fremdes Kind auflud,' gab der Spanier zu. »Wenn er aber eines Spaniers Freund war, so sehe ich nicht ein, weshalb er Dich mir versagen soll." „Du willst eS nur nicht einsehen, Manuel!" rief Pia erregt. „Die politische Lage zwischen Marokko und Spanien ist inzwischen kritisch geworden! — — Manuel,' schrie sie plötzlich auf, »wenn ich bedenke. Du und der Vater — morgen folgt er der marokkanischen Mahalla, der er eingegliedert wird, nach El Kfar! — würdet Euch im Kampfe gegenüberstehen?! Liebster, gelobe mir, daß Deine KugU ihn nicht treffen soll." Der Spanier drückte das erregte Mädchen an fein Herz. „Du beschwörst Schreckensbilder herauf, die uns das Geschick gnädig ersparen möge," sagte er aus-weichend. „Doch solche Ged-nken sind für Dein schönes Köpfchen nichts! Du sollst blühen wie eine Granat-blüte, wenn ich Dich al« mein süßes Weib heimführe! Sobald die Unruhen beendet —.* „Der Vater gibt feine Einwilligung nicht," klagte sie von neuem. „Weil ich Spanier bin, wird er sie mir nicht ver-sagen, denn ist er gut, wie Du behauptest, so wird er auch gerecht sein — „Wenn sein heißblütiges Temperament nicht mit ihm durchgeht! Du kennst ihn nicht —." „Ganz anderes fürchte ich," fiel der Soldat, von den ihn beschäftigenden Gedanken hingerissen, ein, „die Leute erzählen sich, MatamoroS habe nach dem Tode seiner Frau nur deshalb nicht wieder geheiratet, «eil er — »Wie?" fragte sie unschuldig, als der Soldat plötzlich wie erschrocken stockte. Doch dieser ward des weiteren enthoben. Ein Schritt nahte; im Rahmen deS Torwegs blinkte durch die Dunkelheit die Uniform einer Patrouille. Hastig zog der Spanier das Mädchen hinter einen Mauervorsprung. Von dort klang nach ein Weilchen Kosen und Küssetauschen — daS beste Beschwichtig»ngS-mittel für Pia« erwachte Reugierde. Dann entfernte stch »In t«< chtrr tfufc und nadm <|itg btn HO«« In bl* Stadt. — Dte Spanier waren in der Gegend von Melissa eifrig tätig, die Besetzung«,one zu erweitern. Der Umstand, daß die Marokkaner zurzeit mit der Ernte be-schäftigt waren, war ihnen hochwillkommen, um östlich in der Richtung auf den Kerbfluß Vorstöße zu unter-nehmen. ES war bereits zu Scharmützel« mit Riff-leuten gekommen und hatte auf beiden Seiten Tote und Verwundete gegeben. Im Hause des Arabers Matamoro« herrschte um die Mittagsstunde deS Tages, der dem Stelldichein PiaS mit dem spanischen Soldaten gefolgt war, große Er-regung. Jammernd und wehklagend über die bösen Zeiten, belud die alte Jutta, eine Verwandte Matamoro», die nach dem Tod« seiner Frau da« Hauswesen regierte, die Feldtasche Matamoro« mit Mundvorräten. Jnde» dieser, zum Abmarsch gerüstet, zornig schrie, sie solle davon abstehen, die Bagage hindere ihn am AuSschreiten. Hohnlachend fügte er hinzu, sie solle lieber eine Knute — MatamoroS war Lederanfertiger — beifügen, zur Extrazüchligung der stolzen spanischen Nation! Die Worte erreichten Pias Ohr, die im angren-zenden Raum, dessen Tür nur angelehnt war. saß und an einem roten Fez arbeitete. Ein Häufchen bereits fertiger solcher Mützen lag neben ihr. Sie verfertigte diese für ein Geschäft und verdiente sich damit ihren Unterhalt. Die Nadel in ihrer Hand zitterte merklich und da» Herz der bildhübschen Näherin klopfte angst-voll. Wie oft hatte sie letzthin solche und ähnlich« Re-den aus MatamoroS Munde gehört und sie meinte, der Seelenkampf, den sie darunter kämpft«, fei schwerer, als alle» Leid der Welt. Es rang und stritt in ihr, dem Pflegevater ihre Liebe zu Manuel zu bekennen, um damit wenigsten» zu verhüttn, daß MatamoroS Waffe nicht d«n Geliebten ereilt«. AngtstchtS seines Zornes bezüglich der Spanier aber gebrach es ihr aber 'an Mut dazu. Heute aber war eS anders, heute mußte sie spre-chen. Roch bevor MatamoroS daS HauS verlassen, mußte er wissen, wie «S um ihr H«rz stand, wolltest« nicht ein Unglück heraufbeschwören. Denn in der Frühe hatte sie von Manuel einen Zettel erhalten, den «in Junge ihr gebracht. Er hatte einen AbfchiedSgruß auf unbestimmte Zeit enthalten und die Mitteilung, daß der Schreiber, w«nn sie diese Zeilen empfange, bereits auf dem Wege nach El Ksar sei. Er redete ihr Mut zu und schloß mit feurigen LiebeSworten. Zu einer anderen Zeit hätten diese Pia berauscht. Nun aber überwog die Angst vor einem Begegnen des Pflegevaters und Manuels da» Glücksgefühl und eben-so die Sorge um da» Lebe» dieser zwei von ihr ge> liebten Menschen. fia Sffnrle fl<9 bi» Xflr unk Snolamero« trat *tn. 9t drückt» dl-s»lb» In« Schloß, wie wenn et mit Via ungestört sein «oll», «r war in «rleg«rüstu»g und sah gut und stattlich au«. Sein Zorn war mit dem Augenblick, da er hier bei ihr eintrat, verflogen. Zäit« lich, wie sein braune« Angesicht nur zu blicken vermocht«, sah er zu ihr hin. Trotzdem lag etwa« Gehaltene«, da« ihm sonst nicht eigen, über seinen Mienen und seinem Wesen. Pia sah auf und nickte ihm zu. „Du kommst, um Abschied zu nehmen, lieber Pflegevater ?" fragte sie in ihrer lieben Art, die ste gegen diesen stet« bewahrte. Aber ihr Herz klopfte in atemberaubenden Schlägen vor dem Kampf, der Ihr bevorstand. ,Ja, Pia. Da« heißt, ich habe noch eine halbe Stunde Zeit und bin gekommen, Dir etwa« zu sagen," gab Matamoro« zurück. ES klang so sonderbar — so bedeutungsvoll. Erbebend streifte PiaS Blick ihn. Wie sonderbar der Vater gesprochen? Am Ende war eS ihm zu Ohren gekommen, daß sie mit einem Spanier hielt? Wohl gar durch die Patrouille gestern, die am Toiweg vorüberfchritt! Vielleicht hatte der Mann ste erkannt und als Kamerad Matamoro», sie gegen diesen verraten. Der Araber hatte sich seiner Pflegetochter genähnl. Er setzte stch neben sie, nahm ihre Rechte in seine braune Hand und legte den anderen Arm um ihre Schultern. Fest senkte »r den dunklen Blick in ihr« Augen. Sie wagte kaum zu atmen. Ein Gefühl der Be-klemmung, wie st« noch keine» in MatamoroS Nähe erfaßt, überkam ste. Zum ersten Mal kam e« ihr zum Bewußtsein, wi« jung «r noch, und st« wurde rot, ohne daß sie wußte warum. „Pia, meine Turteltaube, ich sagte Dir, ich hätte Dir etwa» zu sagen. Errät« Du, was e» ist?" Sie schüttelte da» Haupt und ihr Blick senkte sich. Würd« der Vater so milde reden, wenn e» Manuel galt? Der Araber atmete tief auf, al« ränge auch er mit einer Beklemmung, die er vergeb««» zu meistern suchte. Dann nahm er Pia» Köpfchen zwischen seine beiden Hände und legte e» an sein Herz. „Ich liebe Dich, Turteltaub«. Nicht wi« ein Va-ter die Tochter, sondern wie ein Mann sein Weib liebt," stieß er hervor. Seine scheinbare Ruh« war da-hin. Stin« Finger bebten; seine geöffneten Lippen fchie-n«n nur aus d«n Moment zu walten, wo e» ihnen er« laubt ward, den Durst, nach dem zu befriedigen, seine Sinne zitterten, zu stillen. 39« ©chtcl, b»t sich von Via» oivtxn ringe» HJvllu, la&mlt (Entsetzen. 5er Schleier, bet M« dahin Ihre Slnne gefangen gehalten, zerrib. Und da« grell« Licht, da« so jäh sie traf, wirkt« wi« «in Blitzstrahl, der gezünd«t. Er zerstörte, wa« an kindlicher Li«b« zu MatamoroS in ihr gelebt, er beraubte sie der Heimat, die sie in seinem Hause gefunden und vernichtete die Hoffnung auf Erfüllung ihres HerzenSwunfchet. . . . .Pia, meine hold« Taub« — meine Zeit ist ge-messen, — warum antwortest Du nicht? Gib mir den Kuß der Lieb« mit auf den Weg! Wa« zögerst Du?l Ha, ist Dein Herz am End« nicht mehr,frei?!" Di« Stimme MatamoroS war vom zärtlichsten Tonfall iu einen Schrei übergegangen. Sie von sich schiebend, war «r aufgesprungen. Sein« Augen rollten; sein braunes Gesicht ward aschfahl; fein« Händ« ballten sich. »Bes Allah, habe ich deswegen Dich wie meinen Augapfel behütet, daß ich Dich einem anderen über-lassen soll I? Nenne ihn mir. der es gewagt hat, mir da« Herz meiner Taube zu stehle», — sofort auf der Stelle, — ich befehlt Dir!' Sie war in den tiefsten Winkel geflüchtet. Beide Händ« auf da« wildklopfende Herz gepreßt, kam e« von ihren Lipp«n: .Ja, ich liebe, Vater, liebe einen andern. Gestohlen hat er mein Her, nicht, denn e« flog ihm entgegen, vom ersten Sehen an. Und nicht wahr, du bist groß und gütig, wie ich dich stet« gekannt, Du rächst dies nicht an mir und meinem Glück! ?-- Vater," ste «Ute auf ihn zu, der unbeweglich nnv sin-ster dastand — „vergib mir. datz ich Dir mit Schmerz vergelte, wo ich Lieb« «mpfangen und f«i so gut — noch ein letzte« Mal." Sie hatte sich seiner H,nd bemächtigt und drückt« st« gegen ihre nassen Augen. Heftig riß er sich lo«. .Wer ist'« Renn« nur seinen Nam«n l" befahler Totenhafte Blässe breitete sich über ihr Gesicht. Einem Impulse folgend, sagte sie s«st: „Der Spanier Manuel Gonza. Im Vorjahre besuchte er seine hier lebenden Verwandten; so lernten wir un« kennen. Nun führten die Unruhen ihn von neuem hierher und da — Sie kam nicht weiter. WaS an Mut der Ver« zweiflung und was an irren Hoffnungen in ihr gelebt, hatte sein Ziel gefunden. — MatamoroS ha«e di« Mass« an feiner Seite er-fast. Si« hochhebend, schrie cr: „Bei Allah, die erste Kugel gilt Manuel Gonza!" Im nämlichen Augenblick war Pia an seiner S«ite. Die Waffe ihm entreißend, war das Werk einer Sekunde, in der nächsten dröhnte ein Schuß durch d«n Raum, — in» Herz getroffen stürzte Pia tot zu Boden. Jiumm.r 56 mokratische Kroaten, 4 Mitglieder der kroatischen Rechtspartei und 2 Serben gewählt. Die Ver-suche, alle diese Südslawen in einen gemeinsamen parlamentarischen Verband zusammen zufassen, sind bereits gescheitert, da die nichtklerikalen Südslawen sich der Herrschaft des klerikalen Slowenensührers Echusterschitz nicht unterordnen wollen. Dagegen ist es letzterem gelungen, die kroatische Rechtspartei in sein Interesse zu ziehen, die mit den klerikalen Slo-wencn im neuen Hause eine» 24 Mann starken „kroatisch-slowenischen Klub" bilden wird, während die übrigen 13 Südslawen sich wieder zum „Ver-band der Südslawen" zusammenschließen werden. Jener ist ausgesprochen klerikal-trialistisch und wird im neuen Abgeordnetenhause unabhängig von den übrigen Slawen alle Hebel in Bewegung setzen, um seinen Führer Schusterschitz ins Kabinett zu bringen. vom allslawischen Journalisten-Kongresse. Der kürzlich in Belgrad abgehaltene allslawische Journalisten-Kongreß hat einige interessante Aeußerungen gebracht. Aus der Begrüßungsrede des Präsidenten wäre hervorzuheben die starke Betonung tschechisch-serbischer Solidarität und der Hinweis daraus, daß es eine der wichtigsten Ausgaben der tagen Beziehungen zwischen den serbische» nnd den übrigen slawischen Journalisten sei, sich vom Wiener Einflüsse vollkommen zu befreien. — Während die beiden großen russischen Journalistenverdände ihren Eintritt in den allslawischen Jonrnalistenverband anmeldeten, hatte ein bekannter polnischer Journalist ein Schreiben gesendet, in dem er erklärt, an den« Kongresse wegen der feindlichen Haltung Rußlands den Polen gegenüber nicht teilnehmen zu kennen. Die gegenwärtige russische Regierung habe die Partei der Nationalisten geschaffen, die in der slawischen Frage eine Doppelrolle spiele. Vor Europa und anderen slawischen Völkern, wollen sie sür Pro« tektorcn der Slawen gellen. In Rußland dagegen verfolgen sie die nichtrussischen Slawen, vor allem die Polen, «»barmherzig. Herzegowina — gahumlje. Die kroatischen Blätter treten neuestenS sür eine Umänderung des Namens der Herzegowina in Zahumlje ein und begründen das solgendcrmaßen: Die Herzegowina.hat ihren Namen nach dem Stephan Herceg bekommen, früher aber war der Name Zahumlje, ZahumSka zemlja üblich, da die früher herrschende Familie Viskeviii den Titel Herren von Zahumlje führt. Durch daS ganze Mittelalter habe das Land den Namen Zahumlje geführt und danach habe daS Land ein historisches Recht auf die Be-uennung mit dem historischen Namen: Zahumlje, der slawischen Ursprungs sei. — DaS ist indessen nicht ganz richtig. Zahumlje heißt lediglich der Mo-starer Bezirk. Der Wojwode Stephan Wutsschirsch vereinigte ihn jedoch um die Mitte des 15. Jahr-Hunderts mit den übrigen Landschaften des Raren-tagebietes ?u einem Herzogtum, das hievon den Vefamtnamen Herzegowina führte. Aus Stadt und Land. J Vermählung. Am 12. Juli fand aus Schloß Stemstein bei Cilli die Trauung des Großindustriellen Herrn Eugen Bujatti mit Fräulein Dorothy Faber, etner Nichte des bekannten Herrn Arthur Krupp, statt. Die Trauung vollzog der evangelische Psarrer Herr Fritz May aus Cilli. Als Trauzeugen fun-gierten die Herren Hermann Bujatti, k. k. Kommer-zialrat aus Wien. Dr. ing. Otto Böhler ans Kapfen-berg, G. Faber. englischer Major aus London, und Set Jurnitschek, Kaufmann ans Basel. Leichenbegängnis. Dienstag nachmittag wurde der Uhrmacher Herr Anton Schwab, der Sonntag den 9. d. im Alter von 73 Jahren ver-schieden war, unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Der Verblichene war ein allgemein gcach-teter, wackerer deutscher Mitbürger. Ehre seinem An-denken! Maturitätsprüfung. Vom 1l. bis 15. d. fand am hiesigen Staatsobergymnasium unter dem Vorsitze des Herrn LandeSschul- Inspektors Doktor ^umser die Maturitätsprüfung statt, welcher sich 33 Kandidaten unterzogen. Davon erhielten 3 ein Zeugnis der Reife mit Auszeichnung. 23 wurden mit Ctimmeneinhelligkeit, 5 mit Stimmenmehrheit für reis erklärt. 2 Kandidaten erhielten die Erlaubnis, die Prüfung nach Ablauf eines halben JahreS zu wiederholen. Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der Christuskirche um 10 Uhr vormittags ein öffentlicher GemeindegotteSdienst statt. SüdmarKhauptverfammlung in Cilli. Am 2. Juli hielt die Hauptleitung eine außerordent-liche Beratung ab, welche die Vorbereitungen zur 22. Hauptversammlung (8. bis 10. September in Cilli) in die Wege leitete. Die Eillier Tagung, die dritte, welche in der südsteirischen Sannstadt statt-findet, wird über besonders wichtige Neuerungen aus dem Gebiete der Schutzarbeit wie der inneren Ver« einsorganifatio» schlüssig werden müssen und auch wieder eine Anzahl von Vertrauensmännern in die Leitung deS Vereines zu entsenden haben, da sat-zungsgemäß alljährlich der dritte Teil der Hauptlei-tungsmitglieder ausscheiden mus». — Um den viele» liebwerten Gästen welche anläßlich der Jahreshaupt-Versammlung deS Vereines Südmark in der Zeit von» 8. bis zum 1t). September in unserer Stadt weilen werde», entsprechende Quartiere bieten zu können, richtet hitmit der Festausschuß an die Be* Wohnelschaft (Jillis die herzlichste Bitte, dem Orts-gruppen-Obmanne Herr» Dr. Otto Ambroschitsch (Ltadtamt) ehestens bekanntgeben z» wollen, ob a» den erwähnten Ta>ien Zimmer mit Betten zur Be-herberbnug der Gäste zur Verfügung gestellt werde» könne». Hiebei wolle auch der Preis angegeben wer-de». Es wäre sehr erwünscht, wenn diese Mitteilu»-gen schon i» den nächsten 14 Tagen erfolge» könn^ ten, damit der Festa»Sschuß ein Bild gewinnt, wie-viel Zimmer und betten zu dem gedachten Zwecke zur Verfügung stehen. Die Hausfrauenschule in Cilli verfolgt den Zweck, jenen Mädchen, die ihrer gesetzlichen Schulpflicht genüge geleistet haben, eine durchgrei-sende hauSwirtschaftliche Ausbildung zu geben; es werden in ihr daher vor allem solche Gegenstände gelehrt, die einerseits den täglichen Bedürsnissen des HanshalteS vollständig Rechnung tragen, andrerseits aber auch die allgemeine Bildung erweitern und fe-stigen. Zu diesem Zwecke gliedert sich die Anstalt in drei Teile: die Weißnähstube, den Kleideranfer-tignngskurs und die Kochschule. In den Fachabtei-lungen für Weißnähen und Kleideranfertigung werden sämtliche Arbeiten nach einem vom ArbeitSmi-nisterium festgelegten Lehrplane in lückenloser und sehr zweckentsprechender Reihenfolge durchgenommen, nnd zwar aus Grund eigener Musterbäuder, welche alle Vorarbeiten enthalten, die sowohl für das Weiß-nähen alS auch für die Klcideranfertigung in Betracht kommen. Daneben wird auch daS Schnitt» zeichnen und das Zuschneiden sowie das Einfchlä-gige aus der Warenkunde in ausreichendem Maße gelehrt. Die Kochschnle, die nach den Vorschlägen des Leiters der Wiener KochlehrerinnenbildnngSan-statt allen neuzeitlichen Anforderungen gemäß, also mustergültig eingerichtet ist, vermittelt neben einer gediegenen praktischen Ausbildung im ftochen auch entsprechende Kenntnisse aus allen jenen Gebieten, die für jede tüchtige Hausfrau heutc unentbehrlich sind, wie: HanSwirtfchaftlicheS Rechnen und Buchführung, Geschäftsaussätze, HanShaltnngSkunde. Nahrun gs- und Genußmittellehre, Servierkunde und GesundheitSlehre. Die Anstalt, an der gegenwärtig vier staatlich geprüfte Lehrkräfte wirke», steht unter der Aussicht de« ArbeitS-MinisteriumS. Anmeldungen zur Aufnahme werden am 15. und 16. Juli und am 16. und 17. September in der Direktionskanz» lei im Mädchenschulgebäude entgegengenommen. Dort werden auch alle weiteren Auskünfte erteilt. Jahresbericht der Landesbürgerfchule. Heute fand der Schulschluß an sämtliche» Volks-und Bürgerschulen statt. Dem 41. Jahresberichte der Steiermärkischen Landes-Bürgerschule entnehme» wir folgendes: Die Schülerzahl betrug am Ende des Schuljahres 1910/11 in alle» drei Klassen 133; davon bekannten ,ich zur deutschen Nationalität 67 und zur slowenischen 62. Dem Religionsbekenntnisse nach waren 131 Katholiken und 2 Protestanten. Vorzugsklasse erhielten 9. 1. FortgangSklasse 98, 2. Fortgangsklasse 19, 3. Fortgangsklasse 1. zur Wiederholungsprüfung wurden 4 zugelassen und 2 blieben »»geprüft. Der slowenische Unterricht als nicht obligater Gegenstand wurde von 44 Deutschen besucht. Für den UnterstützungSfond sind Beiträge im Betrage von 274-50 K eingelaufen. Snie 3 Ernennung zum Kellerei-Inspektor in Marburg. Der Ackerbauminister hat den pro» visorisch zum staatlichen Kellerei-Inspektor in Stein-mark mit dem Amtssitze in Marburg bestellten Richard Petrovan nnter Belassung aus seinem gegen-wärtigen Dienstposten definitiv zum Kellerei-Inspektor in der 10. Rangsklasse ernannt. Wichtig für Eltern und Vormünder! ES sei hiemit auf den heute unter dem Striche be-sindlichen Aussatz ganz besonder» hingewiesen. Er ist dem Bnche „Der Haushaltungsunterricht" von Dr. Wilhelm Springer entnommen. Dieses Werk, das bei Th. Hofmann in Leipzig erschienen ist, kann allen Müttern wärmstcnS zum Ankaufe emp-fohlen werden. Es ist 373 Seiten stark und kostet gebunden 5.80 Ms. Spende für die Südmark. Die Abitu-rienten des Deutschen Studentenheims in Cilli spen« beten für die Südmark den Betrag von 60 Kronen. Bertragsbeamtenverfammlung. Die Ortsgruppe Cilli des Landesvereines der staatlichen Vertragsbeamten Steiermarks hielt am 11. Juli unter dem Vorsitz? ihreS Obmannes Josef Kardinal ihre sehr gut bewchte Monatsversammlung in den Gastlokalitäten Dirnberger ad. Räch Erledigung der Tagesordnung wurde der einstimmige Beschluß gesaßt, dem Reichsratsabgeordneten Herrn Richard Marckhl seitens der Ortsgruppe in einem Schreiben die Freude über dessen Wiederwahl auszudrücken und ihn gleich-zeitig zu bitten, unsere berechtigten Forderungen auch im neuen Hause wie vorher energisch zu vertreten. Die Freude der Vertrggsbeamten über die Wieder-wähl des genannten Herrn Reichsratsabgeordneten ist mit Rücksicht auf sein entschiedenes Eintreten für unsere Sache im alten Parlamente vollauf berechtigt und insbesondere die Ortsgruppe Cilli. deren Mit» glieder einen guten Teil zu dem glänzenden Wahl-siege beigetragen haben, blickt hoffnungsvoll auf ih-re» eifrigste» Vertreter im neuen Parlamente. Vortragsabend. Der Regisseur deS Hof-Burgtheaters in Wien, Herr Theodor Brandt, und feine Gattin Frau Helene Brandt-Schüle von der Neuen Wiener Bühne, die derreit in Römerbad zum Kurgebrauche weilen, veranstalten SamStag den 22. d. im Lefe'aale des „Deutschen HanfeS" einen „Heiteren Abend", dessen Programm durchaus humori-stische Vorträge von literarischem Werte umsaßt. Den Kartenvorverkauf hat Herr Fritz Rafch übernommen. Schüleraufführung. Frau Sophie ^!aun veranstaltet Sonntag den 16. d. nachmittag 3 Uhr im Lesesaale deS Deutschen Hauses mit ihren Schülern und Schülerinnen eine öffentliche Aufführung. Verband deutscher Hochschüler Cillis. Die Verbandsmitglieder werden ersucht, sich an dem Sonntag nachmittag im Waldhanse stattfindenden Sommerseste des Ersten Cillicr Deutschen Athletik-Sportklubs recht zahlreich zu beteiligen. Sommerfest im Waldhaufe. Wie schon mitgeteilt, findet morgen bei günstiger Witterung im Waldhause das vom Cillicr Athletik-Sportklub ver-anstaltete Sommerfest statt Um einen glänzenden Verlaus des Festes zu sichern, wurden vom Bereine die weitgehendsten Vorbereitungen getroffen, so daß die Besucher, wertn der Wettergott günstig ist, sicher« lich auf ihre Rechnung kommen dürften. Die mannig-fachen Volksbelustigungen werden ebenfalls zur all-gemeinen Lust und Freude beitragen. Das Fest be-ginnt um 4 Uhr nachmittags. Deutsche CilliS, zieht morgen zahlreich ins WaldhauS und unterstützt so die Bestrebungen des rührigen Vereines, dessen Nnter-Haltungen durch die Gemütlichkeit, die da herrscht, bekannt sind. girkus Gebrüder Villand. ZirkuS: ein Sammelwort, all die Künste umfassend, welche für sich allein nickt bestehen, nicht die Menge zu sesseln vermögen, die aber, zu einem vereint, sich großer Beliebtheit ganz besonders bei der breiten Masse er-sreuen. Das Zirkuswesen hat unzweifelhaft, dem Zuge der Zeit folgend, einen beachtenswerten Ans« schwniig gewonnen und sich heute eine »«erschütter-liche Lebensstellung gesichert. Dieser Erfolg ist ganz besonders auch ein Verdienst des großen und elegan-ten Zirkus Villand, der in kurzem in Cilli auf der Festwiese sein Gastspiel mit einer glanzvolle» Bor-stellung eröffnet. WaS daS Publikum besonders schätzt: Gefällige Unterhaltung durch eine Fülle von Darbietungen, die im schnellen bunten Wechsel vor-überfliegend, sehr leicht erscheinen, aber durchwegs halsbrecherisch schwer sind, werden die Vorstellungen des ZirkuS Villand in reichem Maße gewähren. WaS die Schaulust zu ihrer Befriedigung finden kann, ist hier in glänzender Umrahmung vereinigt, so daß der berühmten ZirkuSgesellschast wohl auch Ccilt 4 in unserer Stadt wieder derselbe pekuniäre und künstlerische Erfolg beschieden sein wird, wie bei dem letzten Gastspiele in Graz. Hagelwetter im Sanntale. Wie uns aus St. Peter gemeldet wird, ging gestern nachmittag im Ennntale ein furchtbares Hagelwetter nieder. In Felberndors, Gutendorf und Sachsenfeld wurde die Maisernte vollständig vernichtet. Auch der Hopsen hat schweren Schaden genommen. Es ist jedoch an-zunehmen, daß er sich wieder erholen wird. Kreisturnfest in Troppau. Bei dem am 22. bis 25. Juli in Troppau stattfindende» deutsch-österreichischen KreiSturnseste wird sich auch der Cillicr Turnverein mit 14 Turnern beteiligen und sowohl an den Freiübungen teilnehmen als auch beim Be-grüßungSabend« und Aestkommers« ein Fahnenschwingen vorführen. Großes Unwetter in Graz. Donnerstag abends g'ng über Graz und Umgebung ein furcht bares Gewitter nieder, welches mit zahlreichen schweren Blitzschlägen verbunden war. In Graz selbst wurde ein Geschäftsführer und auf der Laßnitzhöh« ein Bauernmidchen vom Blitze erschlagen. Mehrere Per-sonen erlitten schwere Verletzungen. Stand der Hopfenkulturen in Süd-steiermark. Ueber den Stand der Hopfenkulture» in Südsteiermark wird unS vom Südsteiermärkischen Hopsenbauverein unterm 13. d, Folgendes berichtet: Die anhaltend günstige Witterung wirkt au» die Pflanze wohltuend; es können nach dem heutigen Stande ein Drittel der Gärten als sehr schön, ein Drittel als gut und ein Drittel als mittelmäßig und schwach bezeichnet werden. Mitlelsrühhopfen steht in voller Blüte. Späthopse» zeigt Blütenknospen. Da» Ungeziefer ist fast ganz verschwunden Krankheiten sind keine vorhanden. Die Einladungen zur dies-jährigen sHopfenauSstellung in Sachsenfeld werden dieser Tage verschickt werden. In sieben Stunden von Wien nach Trieft. Montag sand auf der Eüdbahn die erste Probefahrt mit den neuen Lokomotiven der Züdbahn, die eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde erzielen können, statt. Bisher ist die wirk-liche Leistung nicht über 80 Kilometer gewesen. Mit diesen Lokomotiven wird eS möglich fein, von Graz nach Wien in drei Stunden zu fahren. Die Strecke Wien—Trieft soll um fünf Stunden verkürzt werden. Während man jetzt gute zwölf Stunden sährt, wird man vielleicht schon im nächsten Jahre in etwa sieben Stunden die ungefähr 560 Kilometer lange Strecke bewältigen können. DaS schwierigste Hindernis ist der Semmering, zu dessen Ueberwindung eine eigene Hilfslokomotive gebaut wird. Die Südbahn hat in-folge der kürzeren Aspangstrecke erhöhtes Interesse daran, ihre Fahrzeiten wegen der Konkurrenzlini« möglichst he. abzudrücken. In der SchnellzuzSgarnitur, welche Montag diese Probefahrt machte, befanden sich etwa 35 Personen, Ingenieure und verschiedene Bahnfunktionäre. Die „Südmarkmitteilungen". Au»« gäbe 7, sind erschienen und bringen wieder eine auf-klärende Uebersicht über alle Bestrebungen aus km völkischen Kamps« und Wirtschaftsgebiete im allge-meinen und über die Leistungen und Erfolge der Südmark und der anderen Schutzvereine im befon-deren. Au» dem Inhalte sei nur genannt: „Burg Persen im Suganertal" (mit Bild), „Eine Wände-rung an der Sprachengrenze", „Welsche»", „Wen-discheS", „Tschechisches", „Völkische Lichtblicke" und viele« andere. Eine Probebestellung dieser »Völkischen Blätter" (Graz) kostet nur eine Krone. Roheiten des windischen Mobs. Aus Laibach wird unter dem 14. berichtet: Heute sollten 700 slowenische Schulkinder aus dem Vororte Schischka, weil die dortige Kirche zu klein ist, zur Schulschluß-messe nach Laibach gehen. Die Radikalen waren da-mir nicht einverstanden und leiteten daher eine Hetze ein, die zur Folge hatte, daß Schulkinder von einem Pöbelhausen überfallen und an dem Marsch in die Laibacher Kirche gehindert wurden. Zur gleichen Zeit wurden die Kinder der Deutschen SchulvereinSschule in Schischka. für welche die Schulschlußmesse in der Schischkaer Kirche angesetzt war, vor dieser von einer Schar slowenischer Weiber, Kinder und Straßen-jungen erwartet, welche die armen Kleinen mit Schimpswortcn empfingen und bespuckten, mit Dro« hungen überhäuften und sogar mit Steinen bcwarfeu. Es mußte Gendarmerie einschreiten, um die Ruhe wieder herzustellen. Sie nahm einige Verhaftungen vor. Verletzt wurde wohl niemand, aber die deut-scheu Kinder erlitten an ihren Sonntagskleidchen manchen Schaden. Macht Tschechische Gaststätten an der Adrta. Wie die „Südmarkmitteilungen" erfahren, sind mit 1. Mai die Fremdenhotels „Riviera" in Pola und „Riviera" in Parenzo in tschechischen Besitz über-gegangen. Beide Unternehmungen sind daher aus dein Verzeichnisse der deutschen Gaststätten zu streiche». Da beide Gründungen zuletzt mit geldliche» Schwie-rigkeiten zu ringen hatten (das Hotel in Parenzo war zuletzt gesperrt), so liegt die Vermutung nahe, daß der Besitzwechsel längere Zeit geheim gehalten wird, um die Deutschen nicht vor dem Kops zu stoßen. Erst »ach wirtschaftlicher Erholung dürfte man offen Farbe bekennen. Als derzeitige Besitzerin erscheint die tschechische Bank „Sekuritas", eine Ab-legerin der Zentralbank tschechischer Sparkassen. In slawischen Besitz befindet sich auch das Hotel „Grig-nano" bei Miramar. Näheres im tschechischen Reise-handbuche „AdriatischeS Meer", Verlag Majc-Prag, herausgegeben von der tschechische» Gruppe des slo wcnische» AlpcnvereineS. Die Sonntagsruhe in den Advoka-turs- und Notariatskanzleien bestimmt: Z 1. An Sonntagen hat die Arbeit in den Kanz-lcien der Advokaten und Notare zn ruhen, tz 2 Die Vorschrift des § 1 gilt nicht: 1. Für die persönli-chen Arbeiten des Advokaten oder Notars, insoweit sie ohne Verwendung eines Angestellten verrichtet werden; 2. Für die Verwendung von Angestellten, wenn es sich um Verrichtung nnausschiebbarer Ar« beiten handelt oder an Orten, für die eine solche Verwendung mit Rücksicht aus die besonderen Be-dürsnisse der Bevölkerung und die Verhältnisse deS geschäftlichen Verkehres vom Ausschusse der zustän-digen Advokatenkammer oder von der zuständigen Notariatskammer ausdrücklich für zulässig erklärt worden ist. § 3. Unter de» in § 2, Zahl 2 angegebenen Voraussetzungen dürfen die Angestellten an Sonntagen höchstens durch zwei Vormittagsstunden verwendet iverden; überdies ist ihnen «in halber Wochentag als Ersatzruhetag freizugeben. Verhaftung einer Kindesmörderin. Am lO. d. wurde die Dienstmagd Marie KarSner, die beim Logarbauer bei Sulzbach im Sanntale in Diensten stand, wegen Kindesmordes dem Kreis-gerichte Cilli eingeliefert. Sie hatte vor mehreren Tagen einem Kinde männlichen Geschlechtes das Leben geschenkt, das sie gleich nach seiner Geburt erwürgte. Der Bauer aber, der ihren veränderten Zustand wahrnahm, befragte sie über den Verbleib des Kindes. Da sie ausweichende Antworten gab, schien ihm die Sache verdächtig, weshalb er den nächsten Gendarmerieposten in Laufen verständigte. Ein Gendarm begab sich zum Logarbauer und stellte mit der KarSner ein Verhör an, in dessen Verlaufe sie aussagte, daß sie nach der Geburt von einer Ohnmacht befallen worden sei. Als sie erwacht sei, sei das Kind tot gewesen. Die Leiche wurde auch in einem abgelegenen Winkel des BauerngehöfteS gefunden. An dem Halse deS Kindes wurden so deut-liche Würgespuren wahrgenommen, daß mit Sicher« heit von dem zugezogenen Arzte als Todesursache Erwürgen festgestellt werden konnte. Die Kindes-Mörderin leugnet trotzdem ihre Tat und bleibt bei ihrer Aussage. Beim Fensterln geprügelt. Bor einiger Zeit zechte der Besitzerssohn Joses Martina! in einem Gasthause in St. Georgen. Ihm gesellte sich der BesitzerSsohn Joses Soline bei. Stark betrunken verließen beide gemeinsam gegen ll Uhr das Gast« Haus. Auf dem Heimwege machte Martina! den Vor-schlag, zu den drei feschen Töchtern des Besitzers Zebic fensterin zu gehen. Da Solinc damit natür« lieh einverstanden war, machten sie sich aus den Weg. Airs dem Wagenschnppen des Zebic holten sie sich eine Wagenleiter und lehnten diese an das HauS. Zuerst stieg Solinc hinaus, klopfte ans Fenster, rief die Mädchen und begehrte Einlaß, was aber nicht gewährt wurde. Nun stieg auch Martina! hinaus, ebenfalls vergebens. Beim Herabstcigen erhielt nun Martina! plötzlich von einem großen Manne mit einer Wagenkipfe mehrere heftige Schläge, so daß er blutüberströmt zu Boden fiel nnd hier längere Zeit bewußtlos liegen blieb. In der Frühe wurde Martina! vom Besitzer Zebic aufgesunden und ins Zimmer gebracht. Er schöpfte Verdacht, daß Solinc ihn geschlagen habe. Die Anzeige wurde bereits er-stattet. Die zeitliche Abwesenheit von Di-striktsärzten. Das Amtsblatt verösientlicht eine Kundmachung des Statthalters vom 9. d betreffend die Durchsührung dxS Sanitätsdienstes in den Ge-meinden. In dieser Kundmachung heißt es: Auf Grund des Paragraphen 12 des Gesetzes vom 23. April 1909, L.G.- und V.-Bl. Nr. 40, wird im Einvernehmen mit dem steiermärkischen Landes- 56 ausschusse in Ergänzung der Bestimmungen der mit der Kundmachung vom 26. April 1893, L.-G - und V.-Bl Nr. 11, erlassenen DiensteSinstruktion sür die Gemeinde- und Distriktsärzte angeordnet, daß Ge-meinde« und DistriktSÄrzte, die ihren Dienftposten für länger als 24 Stunden verlassen oder aus einem anderen Grunde für länger als 24 Stunden ver-hindert sind, ihren gemeindeärztlichcn Verpflichtungen nachzukommen, dies unverzüglich, womöglich vorher, der zuständigen politischen Behörde erster Instanz anzuzeigen und gleichzeitig anzugeben haben, ob und in welcher Weise sür ihre Vertretung vorgeiorgt ist. Vosnisch-Herzegowinisches Postspar-Kassenamt. Am 17. Juli wird das für Bosnien und die Herzegowina errichtete Postsparkassenamt seine Tätigkeit aufnehmen. ES wird sich gleich der österreichischen und der ungarischen Postsparkasse mit dem Spar- und Scheckverkehr« und mit dem Effek« tengeschäste sür Rechnung von Einlegern besassen und mit der österreichischen und ungarischen Postspar-kasse einen Ueberweisungsverkehr pflegen. Ein Ab-druck der „Bestimmungen für den bosnisch-herzego-winischen Postsparkassenverkehr" liegt bei der Han-dels- und Gcwerbekammer Graz zur Einsichtnahme für Interessenten ihres Sprengels aus. Schweres Unglück durch einen Dy-namitsprengschlag. Am 7. d. ging eine beim Unternehmer Suligoj in Neuhaus angezündete Mine zufällig nicht los. Sie war mit drei Kilogramm Dynamit geladen. Nach geraumer Zeit meinte der Schießmeister Franz Sviga, daß man sich nun ohne Bedenken der Mine nahen und sie bezüglich des Versagen» untersuchen könne. Mit ihm gingen noch drei Personen. Als sie sich der Mine aus ungefähr zehn Meter genähert hatten, ging der Sprengschuß los und verletzte alle vier Personen schwer. Dem Sviga wurde der Schädel eingeschlagen und schwere Verletzungen an der Brust zugefügt; er starb tag« daraus. Anton Zagar erlitt eine lebensgefährliche Verletzung am Kopfe und Verwundungen am ganzen Körper. Die Arbeiterinnen Katharina Pobec sowie Johanna Klesni! wurden cbensalls schwer verletzt. Sommerfrischlers Photographische Ausrüstung. Zu keioer Jahreszeit sind Ratschlage sür die zweckmäßigste Anschaffung und Einrichtung einer photographischen Ausrüstung mehr am Platze alS gegenwärtig, wo jedermann an seine sommerlich« Erholungsreise, seine Ferialtour oder an den Land-ausenthalt denkt. Und deshalb verdient ein im erste» Juniheste der „Wiener Photographische» Mitteiln«-gen" enthaltener Artikel, welcher diesbezüglichen Rat erteilt, die besondere Beachtung der Amateure. Auch auf alle übrige» Bedürfnisse des Amateur» wird in diesem beliebten Fachblatt beständig Bedacht genom-men, so daß eS als ständiger Bcrater aller Photographierenden gelten kann. DaS soeben erschienene Juliheft enthält einen interessanten Artikel von Ge-neralmajor Freiherrn von Hiibl sowie einen Artikel über die photographische Ausrüstung deS Tourist«» von A. v. Palvcsay und viele Ratschläge für A»> fänger und Fortgeschrittene. Probehefte der mo«at< lich zweimal erscheinende» „Wiener Mitteilung«»-versendet die Administration, Wien, Graben 30 und 31, an Interessenten gratis. Die Ansichtskarte. Die Ansichtskarte ist ein Reklamemittel, daS seine Wirkung sast nie der-fehlt, we»» sie den Ort oder die Landschaft in wirk-lich künstlerischer Weife dartut. Es ist eine bekannt« Tatsache, daß das Reisepublikum neben einer guun Unterkunft und Verpflegung fast durchaus als nächstes Bedürfnis die Ansichtskarte sucht, um lieben Le-kannten in der Heimat die berührten hervorragend« Punkte vor Augen zu führen. Man sollte daher meinen, daß bei diesem außerordentlich großen Be-darsc an Ansichtskarten, durch den sich steigernd«« Wettbewerb der Verlagsanstalten die Güte der im Handel befindlichen Karten eine immer besser« würde. Dem ist ab«r bei weitem nicht so. Man trifft wohl in den größeren Städten und Orten bessert, auch künstlerisch ausgesührte Karten, zu deren Herstellung alle ntUtsten Erfindungen der graphischen Technik benützt werden und die, trotzdem sie sür den große» Vertrieb berechnet sind, Beifall finden. Aber iolche Karten bilden wohl nur tin« verschwindend« Mindtrzahl gegenüber jenen, die die betreffenden Gegend«» entsetzlich verunstalten. Die Empsän er derartig« Karten erhalten in solchen Fällen rine ganz falsch« Vorstellung von unstreu Schönheitspunktt» in ste«r-mark und der eigentliche damit verbundene Zweck, die Aneiserung zur Reiselust, geht wohl dadurch gänzlich verloren. Für jeden Menschen mit Geschmack und Schönheitssinn und für jeden, der den groge» Wert der Ansichtskarte für ein Reiseland kennt, ist di« überwiegend große Zahl von schlechten Ansicht»-karten geradezu ein Greuel. Ein Wandel zum L«ssm« ftant:r.cr fleutsd|C Wacht Seite b tut in dieser Hinsicht sehr not und bei einigem guten Killen und wenn hier alle hiezu berufenen Fremden-«rkehrskreise (Gemeinden, Körperschaften, Verkehrs-ind Bers^Znerungsvereine u s w.) Wesen lich zu-sammenwirken wollten, läßt sich sicherlich dieser Echädling deS Fremdenverkehrs leicht ausrotten. Die ßtringfügigen Mehrkosten bei der Anschaffung von emwandsreicn AmichtSkart-n würden reichliche Zinsen trogen. ES soll mit der Bestellung von Karten nicht immer erst gewartet werden, bis das letzte Stück tertauit ist, sondern man soll sich rechtzeitig um eine gute Photographie umsehen, die dann eben bei der tstigsten Gelegenheit vervielfältigt werden könnte. !« Aufnahme», an denen eS oft mangelt, könnten lwch dem Landesverband« für Fremdenverkehr in Eteiermark zur Anfertigung von Druckstöcken über-lassen werden, da erfahrungsgemäß keine, noch so treffend geschriebene Schilderung dieselbe Wirkung hervorruft, als ein packendes Bild. Unsere heimischen Finnen sind auf diesem Gebiete sehr leistungsfähig — ist; verweisen nur auf die echt künstlerisch empfundenen Ausnahmen, die der Buchhändler Fritz Rasch in Verkehr bringt — und eS ist daher gewiß nicht notwendig Ansichtskarten bei fremden herumziehenden Agenten zu bestellen, die keine Gewähr für ein« zu-»nlSsiige Ausführung bieten und die bei jedem Wetter rot ohne alle Rücksicht auf den künstlerischen Stand-Mkt die Gegend einfach abknipse», um wieder rasch wderSwo ihren Geschäfte» nachgehen zu können. Die Ansichtskarte ist von nicht zu unterschätzender Be-beutung zur Hebung deS Fremdenverkehres, denn ich jeder, auf einer Reise sich befindliche Fremde stylt sich, hervorgerufen durch die Eindrücke, die sich ihm bieten, veranlaßt, seiner Familie seinen Freunden uk Bekannten Grüße von jener Gegend, in der er sich gerade aufhält, auf diesem Wege zu übermitteln. Gewöhnlich gehen die Ansichtskarten wieder an solche Menschen, die Herz und Sinn sür die fchöne Natur haben und selbsi zu reisen pflege.». Der ungeheure Vert der Ansichtskarte für den Fremdenverkehr ist taiher gewiß nicht zu verkennen und es dürfte wohl keinem anbeten Werbemittel auch nur annähernd dieselbe Bedeutung zukommen, wie der Ansichtskarte, von dieiem Gesichtspunkte ausgehend, hat auch in der am 30. Juni in Krakau stattgesundenen mini-stuiellen Besprechung zur Förderung deS Fremden-«rkehreS in Oesterreich Hofrat Baron Weckbecker enen Bortrag Über die Ansichtskarte als Mittel der Fmvdenverkehrspropaganda gehalten. Seine licht-«llen Ausführungen fanden großen Beifall. Beschaffet gute und womöglich künstlerisch« Ansichtskarten I Store. (Ausschreibung einer Lehrer-stelle) An der hiesigen dreiklassigen. in der zweiten Drtftlofse stehenden deutschen Volksschule gelangt mit Beginn des Schuljahres 1911/12, das ist mit 16. September 1911 eine Lehrerstelle zur definitiven Lesetzung. Mit dieser Stelle ist verbunden eine Leh-rmvohmmg. bestehend auS einem Zimmer und einer Mch«. Außerdem gewährt daS Berg- und Hütten-verk einem tüchtige» und pflichteifrigen Lehrer noch besondere Gratifikationen. D«r Bewerbungstermin läuft mit 15. August ab. Gesuche sind an den Orts-schulrat Tüchern zu richten. Wöllan. (Großseuer.) Gestern vormittags brach infolge Blitzschlages im Warengebäude deS itaufmanneS Tischler Feuer aus, daS im Nu in hellen Flammen stand. Nur die durch die sosort am Snindplatzc erschienene hiesige Feuerwehr, welche die Rachbarobjekte, die hart an dem brennenden angebaut waren und schon auch Feuer fingen, mit drei Schlauch-livien mit lebtnsgesährlicher Arbeit bekämpften, ist ist e« wahrlich zu danken, daß nicht der ganze Markt m Lchutl und Asche verwandelt wurde. In kurzer Zeit trafen die Feuerwehren von Schmersdorf und Schönstem ein, welche unermüdlich mit den Wöllanern t:& itendS den Brand lokalisierten. In erster Linie flt« gebührt vollste Anerkennung der hiesigen Gen-dawerie, welche mir Lebensgefahr die explosions-z-ialirlichen Oele, Spiritus, Benzin, Petroleum mit Hilje von herbeigeeilten Mchbarsleuten aus den M«; gazrr.en schaffte und die geradezu bewunderiiSwerte Tätigkeit in den Arbeite» und Anordnungen traf. Nicht unerwähnt darj bleibe», daß sämtliche Frauen uttb Fräuleins von Wöllan. sogar die Hern» Söhne oo» Gewerke Lapp, durch fleißiges Wassertrag«» aus den Dachböden >:ch bestens auszeichneten und so halse», den weiteren Brand zu unterdrücken. Am Nrandplatze erschien auch der Distriktsarzt Dr. Podlesnik, welcher mehreren Personen, die Schnitt-und Brandwunden erhielten, Verbände anlegte. Um 7 Uhr abendS rückten die sremden Wehren ab, wo-Mir die heimische die ganze Nacht noch mit den Arbeiten in d«n Magazinen vollauf zu tun hatte. Trotzdem das Objekt mit den großen Warenvorräten bei der „Generali" versichert erscheint, erleidet der Besitzer noch einen Schaden von über 20.000 Kr. Windischgraz. (Bolksliederabend.) Am L. d. fand im Gasthose „Zur Post" ein Bolksliederabend statt, den die Windischgrazer Liedertafel unter Mit-wirknng eines Damenchores veranstaltete. DaS Un-ternehmen, daS so ganz in den Zug unserer Zeit — Wiederauslebenlasien alter Bräuche, Sitten und Ge-sänge — hineinpaßt und bereits große Borbilder hat — wir erinnern nur an die Bestrebungen, die man im Deutschen Reiche mit Unterstützung des kunstbegeisterten Kaisers Wilhelm zur Hebung des deutschen BolkSgesangeS und zum dauernden Erhal-ten des alten deutschen Bolksliedes eifrig pflegt —, dieses wirklich echt völkische Unternehmen war von vollem Erfolge gekrönt und der wackere und eifrige Sangwart Lehrer Dobai kann mit Stolz aus den Erfolg zurückblicken, den er mit seiner Schar von Sängern und Sängerinnen errang. Unter anderen wurden das „Judenburger G'läut'" und „Zwoa schneeweiße Täuverln" von I. Gauby gesungen als Ehrung für den heimischen Tondichter zu seinem 60 jährigen Geburtssesie. Dann sang der gemischte Chor in wirklich mustergiltiger Weise mehrere hübsche Volkslieder, deren Bortrag die zahlreiche Zuhörer-schast zu lebhaftem Beisalle veranlaßte; hatte man das doch schon lange nicht mehr in Windischgraz gehört. Der Frauenchor sang auch noch allein einige herzige Lieder, die allgemein gefielen. Daß da der Männerchor, der „Verlorenes Lieb", „Spinn', spinn'" und anderes zu Gehör brachte, einen schweren Stand hatte, ist begreiflich; doch auch er wußte durch gediegenen und feinen Vortrag dieser alten schönen Volkslieder sich die Gunst seiner FreundeS-schar zu erhalten. Das Salonorchester des Windisch-grazer Mnsikklubs unter der tatkräftigen Führung deS unermüdlichen Leiters Dobai leistete ebenfalls ganz Vorzügliches. Alles in allem war der Abend alls vollständig geglückt anzusehen. Unserem Herr-lichen deutschen Volkslied« ist wieder ein schöner Ehren-tag — wie'S ihm gebührt — zuteil geworden. Morgen und Wagen. Plauderei von Hermann Kienzl, Berlin. (Aus den „Freien Stimmen'.) Die meisten Dichter haben ihren reinsten Lieder-atem aus dem Morgen gezogen. In der stillen Nacht schwelgen ihre dunklen Schmerzen oder zieht, wenn der Mond wieder .Busch und Tal füllet", Melancholie die weißen Zauberfäden. Aber in der Mor« genluft — »wie leuchtet herrlich mir die Natur" l Selbst der eisige Zänner-Morgeu bringt MörikeS Blut in heiße Wallung: „In dieser Winterfrühe. Wie ist mir doch zu Mut, O, Morgenrot ich glühe Von deinem Jugendblut." Di« ält«st«n Strophen fahrender Leute und Vaganten wissen, daß Morgenluft die LiebeSsehn-sucht schwellen macht. So klingt eS von einem halbtausendjährigen „fliegenden Blatt": .Ich hör' die Hahnen krähen, Ich spür' den Tag herbei, Die kühlen Windlein wehen, Die Sternlein leuchten frei. Singt unS Frau Nachtigall«, Singt unS ein' süße Melodei; Si« meld't den Tag mit Schalle." Und nach Jahrhunderten, wieder an einem hei-ligen Morgen, schrieb Gerhart Hauptmann in „schluck und Jau" die schönen Worte: „In jedem Morgen Ist Jugend; und i» sein« jungen Stunden Drängt sich der Nachklang jeder seligen Zeit Ans neue Hoffnnngsglück." Ich weite, daß alle diese Dichter gut gefrühstückt hatten. Denn man mag sagen, was man will: Ist der Magen flau, so ist's das Herz. Und Schlaf-trunkenheit, die dem Gesunden gerade am Morgen köstlich die Glieder lähint, will mit kalt netzendem Wasser nnd warmem Frühstück ausgetrieben sein, ehe die gestärkten Energien deS Körpers und deS Geistes frei werden können. DaS armselige Gaumen- und Magentier zwar ist ein absoluter Sklave seiner Freß Werkzeuge. Gerade unter den Menschen, denen Reichtum den äußeren Firnis der Kultur verlieh, gerade unter den reichen Erben gedeiht am häufigsten die Gattung der Trüsselidealisten. Wir, die wir keine GourmetS und keine Kostverächter sind, glauben sozu-sagen an die Einheit der himmlischen und irdische« Liebe, glauben an die Wirkung eines guten Früh-slückS auf das Gemüt! Hermann Bahr hat irgendwo ein Gleichnis erzählt: Drei gingen in den Wald Beeren pflücken. Ueber ihnen waren die dunklen Tannenwipfeln im lichten Blau. Der eine blickte im-merdar empor, fand keine Beere und blieb hnngrig. Der ankere hatte in der Gier des MundeS nicht Zeit, das Auge an der Schönheit zu laben. Der dritte sah zur Erde, nährte sich behaglich und richtete dann die entzückten Blicke nach dem wundervollen Himmelszelte. Unsere historischen Statistiker haben stch schon mit müßigeren Ausgaben g«quält, als etwa die wäre, die Physiologie nnd Psychologie des Frühstücks an d«n Tatsachen der Welt- und Kunstgeschichte zu stu-dieren. ES ist fein Zufall, daß gerade an Frühstücks-tafeln mitunter weltgeschichtliche Ränke gesponnen und kühne politische Handstreiche vollzogen wurden. Bei einem Frühstück, zu Ehre» deS Fürsten Kaunitz veranstaltet, schloß die Pompadour daS Bündnis Frankreichs mit Oesterreich ab. Bei einem Frühstück gewann am Beginn seiner „hundert Tage", Napoleon die Unterstützung seines alten Gegners Benjamin Eonstant. Napoleon des Ersten Energie war in der FrühstückSlaune am wachsten und gefährlichsten. Das Denkwürdigste seiner DejeneurS gab er im Oktober 1797 dem Baron Eobenzl auf dem Schlosse Campo Formio bei Udine, von dem der erste, Deutschland zerstückelnde napoleonische LänderveNrag seinen Na-men erhielt. Als der Bevollmächtigte Oesterreichs noch schwankte, di« FriedenSbedingungen zu unter-zeichnen, zerschmetterte der Gastgeber eine kostbare Vase, dem Gaste liebenswürdig zurufend: „Wie die-fes Gefäß wird Eure Monarchie zertrümmert wer-den — und um Oesterreichs Widerstandskraft war'S geschehen . . . Ganz bieder ging es auch im grauen Altertum nicht immer zu und schon in der griechischen Sagenzeit lud @e. Majestät der König AtreuS den Herrn Bruder Thhestes zu einem Luncheon ein, bei dem er ihm daS Fleisch seiner Söhne PleiStheneS und Tantalos alS Frikassee vorsetzte. DaS politische Frühstück, das auch heute noch die Diplomatie bevorzugt, hat in der Niederung un-serer Tagesgeschichte an Bedeutung soviel eingebüßt, als an steifer Förmlichkeit zugenommen. ES ist ein konventioneller Ak» geworden, dem nicht das Publi-kum, nur noch die diplomatischen Akteure Wichtigkeit beilegen. Von den Diplomaten nimmt die feudale und zum Teil auch die plutokratifche Gesellschaft, die sich gern einen exotischen Attachee als Tafelschmuck verschafft, Gewohnheiten und Sitten ab. Wird die eitel genannte Kultur als Salz der «onversation zu solchem Luncheon zugelassen, dann ergibt sich wohl das erbauliche Bild, das Otto Julius Bierbaum nachzeichnete: Bon der Suppe bis zum Schnapse Saß ich sprachlos da, Wie getroffen vom Kollapse, Wußte nicht, wie mir geschah. TournedoS, Kaviar, Lampreten, Rindfleisch a la BordelaiS. Stilton-, Schweizer- LhesterkäS', Und dazwischen immer Reden: Bismarck, Harden, Stinde, Goethe, Wagner, Bungert, Dahn, Homer, Fledermaus und Zauberflöte, Rudolf Waldmann, Meyerbeer; China, Japan, Böcklin, Thumann, Thoma, Werner, Stuck und KrauS, Kaiser Wilhelm, Robert Schumann . . . Mahlzeit! Mahlzeit! Laßt'S mi aus! Am Ende deS 18. Jahrhunderts pflegte man sür ein Gabelfrühstück in Paris 30.000 Fr. zu zahlen — allerdings in Assignaten. Amerikanische Dollar-könige haben heute ein solches Aufgebot bescheidener Geselligkeit längst in den schatten gestellt. Die Abart deS Gabelfrühstücks hat mit den Bedürfnissen der schassenden, arbeitenden Menschheit natürlich nichts zu tun. Die den Tag als ein Partikelchen ihres ewigen Genußlebens verbringen, sol» -gen andere Bedingungen, als die nützlichen Glieder der Gesellschas•. Nicht von der fremden Mode, nur von der Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit wurde auch in den breiten Schichten der Bevölkerung Deutsch-landS das «zweite Frühstück" eingeführt. Zumal in den großen Städten verschwindet der Suppenivpf Schlag 12 Uhr mittags immer mehr. Die verhältnismäßig kleine Pause im Arbeitstag und die weiten Entfernungen in den Großstädten gönnen es einer aus arbeitenden Menschen bestehenden Familie nicht, Seite 6 Keusche ZU acht Nummer 56 vor den Abendstunden sich in der Wohnstube zu ver-sammeln. Die gemeinsame Mahlzeit wird in Berlin fast durchwegs nach englischem Vorbild auf den spä-ten Nachmittag verlegt. Der Körper fordert in den langen Stunden vorher natürlich sein Recht. Dieses Recht und diese Zeiteinteilung hat sogar daS Gesetz anerkannt, indem es sür alle Arbeitsbetriebe aus-nahmSlos die „Frühstückspause" festsetzte. DaS ist die halbe oder ganze Stunde Erholung, in der der Bauarbeiter wie der AmtSschreiber rastet, seine Stulle verzehrt und, wenn es reicht, dem Biergott ein flüchtiges Opfer bringt. In der Arbeiterschaft wird die „Frühstückspause" als ein unantastbares Vorrecht gehütet und gewahrt. Herlchtssaat. «in billiger Wein. Die Besitzersleute Franz und Maria Arcan in St. Nikolai bei Franz hatten allmählich dem Br sitzer Joses Jost über 200 Liter Wein gestohlen. Er hielt nun Wache und erwischte am 27. Mai die Diebe im Keller, als sie bereits die Rückenkörbe mit Kartoffeln vollgefüllt hatten und gerade noch ein Fäßchen Wein sich anfüllen wollten. Er erstattete die Anzeige vnd es wurde Franz Arcan zu 2 Mo^ naten, feine Gattin aber zu 14 Tagen Arrestes ver-urteilt. „Der „Lastni dom" wird flöten gehen." Die Gastwirtin Frau Johanna Laßmann in Gaberje machte angeblich vor einiger Zeit die Aeußerung deS Inhaltes, daß die Genossenschaft .Lastni dom" flöten gehen werde und daß sie froh sei, daß sie dieser Genossenschaft gegenüber keine Verpflichtungen habe. Wegen dieser Aeußerung wurde Frau Labmann von der Genossenschaft „Lastni dom" wegen Ehrenbeleidigung geklagt, über welche Klage vor einigen Tagen beim Bezirksgerichte Cilli die Verhandlung stattfand. Die Angeklagte beftritt, die Aeußerung in der Form gnan zu haben, wie es die Anklagt behauptet und erklärte dirch ihren Vertreter, in der Lage zu sein, beweisen zu können, daß die Vorgänge bei der Genossenschaft „Lastni dom" in jüngster Zeit ihre Aeußerung rechtfertigen. Der BerhandlungSrichter Dr. Kraneie lehnte sämtliche von der Angeklagten gestellten Beweisanträge als irrelevant ab und verkündete sohin den Freisprach der Angeklagten, da nach dem Gesetze einer juristischen Person, wie eS die Genossenschaft „Lastni dom" sei, das Klagerecht in Strafsachen nicht zustehe. Eine diebische Familie. In der Nacht vom 27. aus den 2s. Mai wur-den dem Besitzer Anton Scnegacnik in Schnecken-dorf bei Neukirche» aus dem versperrten Dachbodenraume l9 Stück Würste, 9 Stücke Schweinefleisch, 6 Stücke Speck und über 20 Kilogramm Schweine-sett im Gesamtwerte von über 300 Kronen ent-wendet. Der Verdacht lenkte sich auf die Familie Dremel. die in einem sehr schlechten Rufe steht. Sowohl der Vater als auch die Söhne waren schon mehrmals wegen DiebstahleS abgestrast. Am Tatorte wurden zwei rotgestreifte Fetzen gefunden, mit denen die Diebe die Füße umwickelt hatten. Josef Dremel hatte aber solche Fußlappen getragen und den einen dieser Fetzen dem erhebenden Gendarm als sein Eigentum bezeichnet. Dadurch wurde der Verdacht bestätigt. Weiters war dic^Familie Dremel am 28. Mai schon sehr früh auf, was sonst nicht der Fall ist, und e« wurde in Rückenkörben irgend etwas im Gehöfte gegen den Keller getragen. Wei-ters trug Ursula Dremel ihrer Nachbarin ein großes Stück Speck zum Verkaufe an und bemerkte, daß ihr Bruder noch einige solche Stücke unter einem Faße versteckt habe. Joses Dremel tauschte für eine Zigarette eine Wurst ein und prahlte, daß sie noch mehr solcher Würste zu Hause hätten. Bei der Hausdurchsuchung konnten die gestohlenen Gegen-stände nicht ausgefunden werden. Vor dem Kreis-gerichte Cilli hatte sich die Familie Dremel wegen DiebstahleS zu verantworten und es wurden Joses Dremel zu 6 Monaten, Anton Dremel zu 4 Mo-naten KerkerS und Ursula Dremel zu eine Woche Arrestes verurteilt, während Franz Dremel der Aeltere und sein Sohn Franz fteigesprochen wurden. Tagesneuigkeiten. 1140 Kronen in einem alten Anzüge. Dieser Tage kam der Händler Jgnaz Fränkl aus Wien nach Vorkloster bei Bregenz, um dort alte Kleider zu kauien. Bei Frau Zohanna Bauer, einer Bahnbedienstetenswitwe mit drei Kindern, kaufte er einen von dem verstorbenen Manne derselben her« rührenden Anzug und begab sich dann in sein Quartier im „Kaiserhol" in Bregenz. Dort musterte er den Anzug uud fand in demselben eine Brieflasche mit 1140 Kronen Inhalt. Fränkl ließ das Geld durch den Gastgeber Fuchs der Frau zurückstellen, die umsomehr überrasch', und erfreut war, als sie von der Existenz der erwähnten Summe vorher gar nichts wußte. Verhaftung eines Großindustriellen. Wie der „Slovenski Narod" meldet, wurde der Großindustrielle Naglas aus Cormons im Auftrage der Staatsanwaltschaft verhastet uud dem Görzer LandeSgerichle eingeliefert. Naglas werden Malver-sationen in bedeutender Höhe zur Last gelegt und er erscheint auch in dem gegenwärtig gegen die Banca popolare gesübrten Prozesse sehr belastet. Naglas hatte bei der Banca popolare einen Kredit von einer halben Million eingeräumt, den er auch voll in Anspruch nahm. Dieser Betrag erscheint für die genannte Bank verloren. Auf eigenen Wunsch hingerichtet. Der Feldwebel Ernst Müller, der vor einem Jahr seine Geliebte erstochen hatte, war vom Kriegsge-richte in Frankfurt in erster Instanz zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Er legte gegen dieses Urteil Berufung mit der Begründung ein. daß er als Mörder zum Tode verurteilt werden müsse. Das Gericht zweiter Instanz verurteilte ihn tatsächlich zum Tode. Er lehnte es ab. ein Gnadengesuch an den Kaiser einzubringen. Der Pfarrer und sein Vater hatten ein Gnadengesuch überreicht, das aber abschlägig beschieden wurde. Müller wird nun hin-gerichtet. DieVerlegnng katholischer Wochen« feiertage auf den Sonntag. Die katholische Kirche begeht eine ganze Anzahl von Wochentagen als Feiertage, die der evangelischen Kirche sremd sind. DaS die Arbeit an diesen Festtagen in katholi-scheu Gegenden ruht, wird mit Recht als eiu wirtschaftlicher Nachteil sür die katholische Bevölkerung erachtet, der auf die Dauer fühlbar ist. Vielleicht ist dieser Grund dafür maßgebend gewesen, daß jetzt die Wochenseiertage in der katholischen Kirche etwaS eingeschränkt werden sollen. Die klerikale „Kölner VolkSzeitung" meldet ans Rom: „Der Papst erließ ein Motu juoprio, in dem angeordnet wird, die aus Wochentage fallende» Feste, wie de» Josesstag, Fron-leichnam, Johannistag uud einige andere, künftighin am darauffolgende» Sonntag zu feiern." Es ist bemerkenswert, daß sogar Fronleichnam, das zu den höchsten katholischen Festen zählt, von dieser Maß-nähme des Vatikans betroffen wird. Uebrigens sind viele Feiertage nach den einzelnen Länder» (Landes-Patrone usw.) verschieden, andere sind wieder gefetz-lich festgelegt. Selbstverständlich wird man sich der Anordnung des Papstes in der katholischen Kirche ividerstandSlos sügen. Es ist aber gut, daß die Ver-sügung vom Heiligen Stuhle selbst ausgeht. Sonst wäre sie als ein höchst verdächtiges Symptom von — Moderni muS sicher scharfen Angriffen ausgesetzt. ZehuGebotefürdieSommersrischler hat ein Mitarbeiter der „Münchener Neueste» Nach-richten" zusammengestellt: I. Wen» Du aus das Land gehst, glaube nicht, daß Du Deine gute Erziehung zu Hauje lassen darfst 2. Die wahre Ferienfreiheit ist nicht Zügelloilgkeit und die ländliche Un-gebnndenheit ist nicht Rücksichtslosigkeit. 3. Vergesse nicht, daß Feld und Wald und Wiese nicht Dir ge-hören, daß ste deshalb in jeder Weise geschont werden müssen. 4. Erlaubt Deinen Kindern nicht alleS, weil Du meinst, sie müssei? sich aus dem Lande auS-toben. Bedenke vielmehr, waS ihnen Freude macht, ist oft für die Bauern ein großer Aerger. 5 Lerne Deine» Kinder» Achtung vor der Arbeit der Bauern, dann werden ste nicht die Wiesen als Spielplatz be-trachten, die Getreidefelder wegen ein paar Blumen zertreten oder daS unreife Obst von den Väumen schlagen. 6. Bleibe auf Deinen Spazier gingen hübsch auf dem Wege, Schließe stets die Viehgattec hinter Dir. Deine Unachtsamkeit kann dem Viehhalter und seinen Nachbarn großen Schaden bereiten. 7. Zer-schlage ans den Touren keine Flaschen, weil sich durch die herumliegenden Scherben Menschen und Tiere schwer verletzen können. Wirf nicht das Einwickel-papier von mitgenommeneu Speisen gedankenlos weg, denn Du verdirbst dadurch anderen den ästhetischen Genuß. 8. Spotte nicht über die Gebräuche de Bauern. Sie sind ein Ausfluß alter Tradition und deshalb den Bauern heilig. 9 Behandle in Deiner Sommerwohnung die Möbel, Wäsche und sonstige Einrichtungsgegenstände so. als ob ste Dir gehören würden. 10. Begehre nicht, daß man Dir alleS halb schenkt. Der Sommer ist kurz und die Leute wolle» für ihre Aufwendungen auch verdienen. Auch ras dem Land gilt der Grundsatz: Leben und ltbtn lasse«! Allerlei Ein kleines Herz und so voller Liebe! Vor einigen Jahren kamen wir während eines Aufenthaltes im bayrische» Gebirge in dat oberbayrische Städtchen Miesbach und lenkten uniere Schritte zum Bahnhos. In kurzer Entfernung de-merkten wir ein Spatzenweibche», das sich mühja» durch enggefügte Eisen stäbe zwängte, welche eine» Lichtschacht vor der EingangStüre deckten. Bei nähere» Zusehen bemerkte» wir ani Boden des Lichtschachtet ein armes Spatzenkind, das aus rätselhafte Weise » hinuntergrfallen war und nicht mehr herauskonnte. Die ausopsernde Mutter bracht« unter Lebensgefahr ihrem Kinde Nahrung. Wir beobachteten daS rührend« Tierchen eine Zeit lang; immer wieder kam es ze-flogen, wartet« ängstlich den Augenblick ab. wen» niemand durch die Tür aus' und einging, schlüpft« durch di« Eisenstäbe, und wenn das Kleine ge'üttett war, flog die Mutter empor und zwängte sich omch das Gitter, stets in Gesahr, von den Darüberschrei-tenden zertreten zn werden. Das Tierchen tat uni zu leid, ebenso das hilflose Junge Wir baten eiru» Bahnb«di«»steten. das KeUtrsenster zu öffnen, ja welchem der Lichtschacht sührte Er erfüllt« uniere Bitte und holte das Vözelchen herauf. Wir setzt» es aus Gesträuch in der Nähe; die Mutter entdeckt« eS bald, und «S war rührend, die Freude der beide» zu beobachte». Mir bleibt dies Erlebnis unv«rg«ßlich und ich erzähle eS, damit auch andere ersahren, baß selbst die gering geschätzten Sperlinge solche Pflicht« treue und opserfrludig« Liebe in sich tragen und un! als Vorbild dienen können. M-nschen. liebet doch die Tiere, welche eurer Obhut anvertraut sind, und sie werden euch eine Quelle der Freuden werde», anstatt daß ihr «uch über sie so oft erzürnt, ungeduldig werdet und über die Mühe jammert, die st« euch verursachen. Wenn wir lieben, so freuen wir uns, wenn es dem Gegenstand unserer Liede gut. geht, wir fühlen mit, wenn er leidet; für ihn zu sorgen, ist uns keine lästige Arbeit, sondern wir tun es gern« und sreiwillig. Auf dies« Weise würde drr Fuhr-knecht sein Pferd mit ganz anderen Augen ansehe», und das Verhältnis zu ihm würde «in sreundlichti und Freude bringendes fein, anstatt daß er das ant Tier mürrisch und grob behandelt und verdrossen »eben ihm herschreitet. Er bringt sich selbst um d« Freude seines Beruses. rHITZ RASCH, mm»! Cll.IL Schrifttum. „Der letzte Agilolfing", Dichtung von Rudols Watzl. Mit einer Lebensgeschichte deS Dich-terS von Professor H. F. Wagner. Von d«m leider zu früh verstorbenen deutschösterreichischen Dichter Rudols Watzl ist soeben von oben genannter Dich-tung die dritte Auflage erschienen. Der Dichter de> handelt in Kürze daS tragische Schicksal DlNbertt, deS Sohnes ThassiloS, der bekanntlich von Karl de» Großen des Thrones von Bayern entsetzt und ze-blendet wurde. Jung Dietbert, hinter Klostermaum gesteckt, wohin ihm der greise Diener Grunold solgte, erkennt in dem heidnischen Glauben seiner SMtn nicht höllischen Wahn, sondern dunkles, erhabene« WeiStum Diese Erkenntnis kommt in der Dichtung in ergreisenden Worten zum Ausdrucke. Diese Lchnft wird sowohl ihres sormvollendeten Inhaltes als auch ihres erzieherischen Wertes besonders bei der deut-schen Jungmannschasi ver weitesten Verbreitung ze-wiß sein können. PreiS: broschürt 60 Heller, ge> bunden 120 Krone, bei Postznsendung 10 Hella mehr. Bezahlung wird auch in Briefmarken anze-nvmmen. Verlag deS Bundes der Germanen, Wien 4, Kcttenbrückengasse 20. Nummer 56 Deutsche Wacht Seite 7 Mersei. An die evangelische Geistlichkeit Deutschlands hat der Berliner Tierschutz-Verein die Bitte gerichtet, den großen Einfluß der Airche mehr als bisher auch den geplagten Tieren zukommen zn lassen. Insbesondere wird erbeten, dies Thema an geeigneter Stelle auch in die Predigt einzuflechten. Eine besonders günstige Gelegen-heit hiezu kommt am 9. Juli dieses Jahres, weil nämlich als Schriftwort am 4. Sonntag nach Trinitalis die Stelle Römer 8, Vers 19—22 (vom Harren der seufzenden Kreatur aus Erlösung) als Grundlage für die Predigt gegeben ist. Da das Rundschreiben des Tierschutz-Vereins fast an 16700 Geistliche gegangen ist, so dars erwartet werden, daß auf vielen Kanzeln ihm stattgegeben werden wird Es kann dies nicht ohne heilsame Rückwir-tu»g aus die Tierbehandlung bleiben. F r i s ch e s W a s s e r für d e n H o f h u n d. Tie Landbevölkerung lebt jetzt in der Zeit, da die Leute am frühen Morgen zur Arbeit aufS Feld gehen und in vielen Fällen erst abends zurückkehren. DaS währenddessen zu Hause bleibende Vieh ist meist der Aussicht von Kindern anvertraut, die znr Not die wichtigsten Obliegenheiten besorgen können. Eines wird dabei in 90 von lOO Fallen vergessen, nämlich dem an der Kette liegenden Hofhund Wasser zu gebe». Die wärmere Jahreszeit erfordert es, daß dem treuen Wächter deS Hauses wenigstens daS Trinkgesäß tagsüber einigemal« mit frischem Wasser gefüllt werde. Die Kinder werden diesen Dienst gern «süllen: aber sie müsse» bei ihrer Vergeßlichkeit täglich daran erinnert werden. Maulkörbe für daSRiudvieh. Wohl sind sie bcim Pflügen zwischen üppigen Kleefeldern für die Gesundheit der Tiere oder bei Getreidefeldern zum Un-deschädigterhalten derselben nötig, keinesfalls jedoch mehr für den Nachhauseweg. Wenn daS müde Vieh nach deS lazes Mühen heimwärts zieht, muß eS immer ncch um da« durstige Maul die schnaufende, oft und durch Peitschenhiebe schmerzend geschlagene Nase, die auS Stricken geflochtenen durch Schweiß und Geifer hart-gewordenen Maulkörbt bis in den Stall hinein tragen. Oft find dieselben aus Draht und kratzen womöglich noch, umsomehr wenn sie schadhaft geworden. Grund dieier Tierquälerei: Faulheit und Gedankenlosigkeit. Gerechtes, erbarme Dich Deines armen Viehes I - Vogettränkung im Sommer. Die kleinen lieblichen Sänger haben eine gewisse Scheu vor großen ausgedehnten Wasserflächen Wo e» nun an kleinen Flüssen, Bächen, Wasserrinnen usw. fehlt, da denke man daran, diese zu ersetzen. Im Schatten eines Baumes, in Gärten. Parkanlagen errichtete man Trink-stelle»; Blumentopf-Untersätze genügen. Die Gesäße «rden deS Tages Äber mehrere Male mit frischem Kaffer gefüllt, und bald gewöhnen stch die Vögel daran, dus« Stellen aufzusuchen, und finden sich hochbeglückt, den quälenden Durst mit dem erfrischende» Labctrurrk iu stillen uud ein wohltuendes Bad zu nehmen. Diese Tränkung überlasse man den Kindern. Sie werden dadurch zum Mitleid, zur Trerliebe, zur Barmherzigkeit 1yen die Tierwelt erzogen. Auch einen praktischen Nutzen gewährt diese Sommertränkung der Bögel: denn wen» die Bögel ihren Durst mit Wasser löschen können, werden fie weniger die Kirschbäumt und die Beeren« ftiäuchrr aufsuchen. Vermischtes. Alldeutsches ABC. In dem vor wenigen Tagen bei Georg Adler gedruckten und vom Verein alldeutsch« Presse" verlegten Büchlein, das die Herren Karl Jro und Viktor Lischka zum Versasser hat und den Titel „Alldeutsches AB(5* hat, heißt es u. a. »mf Seite 88: Die Sozialdemokratie ist eine Schöp« fung des „Judengeistes". und eine Seite weiter wird «änlich folgendes gesagt: „Die fozialdemokratische Partei selbst besteht aus sechs Gruppen (deutsch, ti'chechisch, polnisch, rnthenisch, italienisch und slowe« msch), deren Einheit nur durch die volksverräterische Politik der vom Juden Dr. Adler geleiteten deut« ichen Gruppe aufrecht erhalten wird, die unter An-erkennung der Gleichberechtigung und Gleichwertig-leit aller Völker den Anspruch der Deutschen aus die politische Vormachtstellung im Staate verneint uud deshalb deutsche Rechte preisgibt. In allen völkischen Streitfragen unterstütze» die deutschen Sozialdemokraten die völkischen Gegner der Deut-schen und die deutschfeindlichen Regierungen." — Und nun gehen die Schönererianer hin und schließen ein Wahlbündnis mit jener Partei, die eine Schöpfung des Judengeistes ist, welche deutsche Rechte preisgibt und die völkischen Gegner der Deutschen und die deutschseindlichen Regierungen unterstützt. Anerkannt vorzügliche k. n. k. Llof-Mannfaktnr für Photographie. Grösstes Lager für jeglichen photogr. Bedarf. PhBtoiraphische Apparate eigener und fremder Konstruktion. Aufarbeitung sämtlicher Amateurauf-nabinen in unserem Atelier. Bei gros-« Bern Ab>atz stets irisches Material. Wir empfehlen, vor Ankauf eines Apparates unseren Rat ir> Anspruch zu nehmen. Unsere beliebten ..Anstria-Kameras'' können auch durch jede Photohandlung bezogen werden. Preislisten gratis. Händler woll.n sich an unser Exporthaus ..Kamera-Industrie", Wien VIt. wenden. R. Leelwer (Wilh. 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