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Alle deutschen Parteien stellen in ihren Programmen die Vertretung der nationalen Inte« ressen an die erste Stelle und der Sinn ist überall der gleiche. Man sollte meinen, es wäre da ein Leichtes, den Weg zu finden, aus dem durch ein ge> meinfameS Vorgehen in allen großen Fragen das Ziel erreicht werden könnte. Aber w.it gefehlt! Jede Partei fordert zur Einigkeit auf, aber jede verlangt auch zugleich, daß sich die Anderen ihre Anschauung zur Richtschnur nehmen. Und hier liegt der Fehler unserer deutschen Politik. Jede der Parteien will als die alleinige Retterin de» Volkes gellen, jeder der Parteisührer denk», er allein ist zum Heros deS deutschen Volkes in Oesterreich berujen. Darum all dies« kleinlichen Nörgeleien und versteckten Seiten-hiebe lu unserem öffentlichen Leben! Wenn mancher der sich unfehlbar dünkenden Herre.r wüßte, mit welchen Gefühlen wir seine zersplitternde Tätigkeit verfolgen, eS würde ihm doch manchmal recht bange werden »m seine Führerrolle. Sine« ist gewiß: liniere Volksgenossen im Hinterland haben in dieser s»-schweren Zeit politisch nicht» gelernt. Die alte klein-geistige Eifersüchtelei und der alte FraktionS-Frosch-Mäuse-Krieg vergiften noch immer unser öffentliches Leben. Eine Aenderung ist nur zu erwarten, wenn wir Soldaten aus der Front wieder zu unserer friedlichen Beschäftigung heimkehren. Der früher so ost und mit aller Schärfe verfochten« Parteistand-punkt ist verschwunden. Die Kämpfer an der Front sind zwar noch immer Deutfchnationale, Sozialdemo- Z)er Schwächere. Von S. Halm. Thilo kannte sich selbst nicht mehr. Er wußte nicht, wie eS zuging; aber es war nun einmal so. Er, der Gerade, Ehrliche, der Resolute schwankte in »einer Neigung zwischen zwei Frauen hin und her. Jede zog ihn an. Jede gefiel ihm in ihrer Eigen-art. Und doch waren sie grundverschieden. Die blonde L>, sast noch ein Kind, schwärmerisch, naiv, ätherisch-zart, blond, ein süßer Fratz — Jrmgard, die erfahrene Frau mit dem süßen Reiz jener Frauen, die viel geliebt und viel gelitte» haben und doch noch immer nicht ganz vom alten Kinderglauben an daS Glück lassen können. Eigentlich waren Thilo die Frauen vom Typ der rassigen vornehmen Jrmgard immer die anziehend-sten gewtsen. Augen, die Rätsel ausgaben, hatten ihn immer gereizt. Freilich, man konnte an ihnen zugrunde ge-hen : daS hatte er an seinem Bruder Armin erfahren, dem solch eine Lphynxnatur schließlich den Revolver in die Hand gesp'elt hatte. Aber Gottlob — er — Thilo — war kein Schwächling, w>e der gute Armin, der Welt und Menschen immer durch seine eigene rosenrote Brille angesehen hatte. Er kannte daS Leben und dir Frauui. Und eben darum fesselte ihn auch wohl Li, das unschuld-rcHe Kind. kraten oder Christlichsoziale, aber sie sind auch vor allem Deutsche, »ollbewußte Deutsche, an denen die schwer», opferreiche Zeit mit ihren tiefen Umwalzun-gen nicht spurloS vorübergegangen ist. Sie haben ein-ander kennen und schätzen gelernt, in schwerer Not. Bie-le», da« unserem früheren politischen Lebe» so ost den Stempel der Unerträglichkeit, ja der Gemeinheit auf» gedrückt ha», es wird in den Cchütz.ngräben in den Boden getreten. Ein neuer Geist wird nach Evangelische Gemeinde. Morgen Sonn-tag findet in der ChristuSkirche um 10 Uhr vor-mittag« ein öffentlicher Gemeindegottesdienst, um ll Uhr ein KindergotteSdienst statt. Die nächsten Got-tesdienste werden am Karfreitag um 6 Uhr abend«, am Oftersonntag und Ostermontag um 10 Uhr vormittags abgehalten werden. beendetem Kriege mit den heimkehrenden Kämpfern in unser politisches Leben einziehen. Gegenseitige Ächtung und der allgemeine Wille, für die Zukunst unseres Volke» daS Beste zu erreichen und wenn »ölig auch die schwersten Opser zu bringen, werden daS Meiste pirGesundimg unsere« politischen Leben« beitragen. Der Krieg hat schon große Umwälzungen gebrach«. Wer hätte e« vor dem Kriege einmal sir möglich gehalten, daß sich Deulschnalionale und «o-zialdemokraien, Liberale und Christlichioziale an einem Tisch zusammenfinden, um für die Interessen der Allgemeinheit zu aibeiten. Keine Partei wird sich etwa« vergeben, wenn sie mit der anderen am ge-meinsameil Ziele arbeitet. Der Justamentstandpunkt, der unsei em Volke schon so viel Unheil gebracht hat, muß eben verschwinden. Auch dem Sozialdemokrate» darf nicht mehr daS Recht, in völkische Angelegen-hciten mitzureden und mitzuarbeiten, verweigert wer-den. Der Krieg hat gezeigt, daß auch den Arbeitern völkische« Empfinden nicht sremd ist und sie ebenso gern, wie die anderen Stände, für die Größe und Wohlfahrt de« deutschen Volkes ihr Bestes, ihr Leben, zu opfern bereit sind. Wie eS bei den Tschechen, Polen, Italienern u. s. w. möglich ist, die Sozialdemo-kraten in völkischen Angelegenhe'ten heranzuziehen, so muß e« auch bei uns Deutschen zu erreichen sein. Ich »erkenne nicht, daß die Sozialdemokrate» selbst tinen großen Teil der Schuld tragen; einen Teil aber »ragen die deutschen Parteien, die in jedem Ar- Sie war so harmlos, so kindlich vertrauend mit ihren siebzehn Jahren, duß e« ihn oft wie Mitleid überkam. WaS würde da» Leben da noch alle» zer-stören an Jllusioneu, törichten Fantastereien und kindlicher Einfalt! Die» junge Geschöpf vor grausamen Enttiu-schungen zu bewahren, schien ihm in stillen Stunden ein gute« Werk — nein — eine Art menschlicher Pflicht l Aber war er der Mann, solch Unternehmen durchzuführen f Waren seine Selbstlosigkeit, seine Liebe wirklich s» groß? Er kannte sich gut. Im Egoismus zum Egoisten großgezogen, fehlte ihm wohl die Zähigkeit, dauernd der brave Gatte und schirm-Herr solch jungen Geschöpfe» zu sein. Gewiß — ein kurzes, großes Glück zu erleben, viellei1>t daran zugrunde zu gehen — dafür suhlte er sich reis. Und ihm erschien wohl das Glück allein: die große Leidenschast. Rein, er war nicht imstande, ein Glück lang» sam abebben zu sehen und sich dabei befriedigt zu fühlen. Die kleine Li schien gemacht zu sein, brav, gut und zufrieden durchs Leben zu schreiten. Er nicht, und sie, die andere, nicht. Irma war wie er — daS fühlte er, und da« zog ihn zu ihr hin mit magischer Gewalt; auch sie suchte daS große Gefühl. Sie hatte ihre Enttäuschungen erlebt. Er la« es in Ihre» Augen, in dem oft resignierten beiter einen Sozialdemokraten und VolkSverräter vo« Schlage Liebknechts sehen. Räch dem Kriege darf e» nicht mehr in der bisherige» Zersplitterung weitergehen. Alle Kräste muss,» ge'ammelt werden, wenn daS deutsche Volk sür die vielen blutigen Opfer nur zum geringen Teil entschädigt werden soll. Nicht d e Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Partei, sondern der ehr-liche Wille, mitzuarbeiten zum Wohle de» Volke«, muß Anerkennung finden. Freilich sind wir Deutschen in Oesterreich noch weit davon entfernt, aber, ei kommt die Zeit, wo wir Soldaten heimkehren werde» und mit unseren Ansichten nicht hinter dem Zaune halten werden. Wir werden mit derselben Schneid in den politischeu Kamps eingreisen, wie wir e« in dem gewaltigen Völkerringen gewöhnt wurden. Der Kamps wird vielleicht hart werdrn. Aber schonung»-!oS wollen wir die Drohnen aus dem politischen Leben entfernen, sür die die Uneinigkeit im deutschen Lager der beste Nährboden ist. Der Weltkrieg. Der Umsturz in Ruhland. Bisher wurden 47 Bauernabordnungen ln Petersburg empfangen, die der Regierung Billschrislen sür die Herbeisührung de» Friedens überreichten und ersuchten, die Belange der Bauernschaft wahrzu-nehmen. A»S Amsterdam wird gemeldet: Auf der hiesi-gen Börse, die gewöhnlich über die Stimmungen in Rußland gut unterrichtet ist, herrscht hartnäckig da« Gerücht über einen nahe bevorstehenden Sonderfrieden Rußland». Auch in Schweizer d plomatischen Kreisen wird dieses Gerücht nicht sür grundlos gehalten. Das „Echo de Paris" meldet: Die Lage in Ruß« land wird täglich unklarer. Der sozialistisch revolutionäre Rat »erbreitet einen Ausruf, der nicht we-niger fordert, als die Abstimmung de» Heere» darüber, ob der Krieg sortgesetzt «der Frieden geschlossen werden solle. i, ucke» ihre» Lächeln». Aber sie suchte noch immer >e sehnte sich darnach. Leise nur war in ihm die Furcht, auch er könnte enttänschen. Was dann? Und sonderbar — bei dem Gedanke» zog e« ihn wieder zu Li, dem Kind, da» noch nicht« erlebt, da« nicht» von Enttäuschungen, nicht« von Leidenschast wußte, das aus seinem guten kleinen Herze» heraus wohl den ersten lieben mußte, der ihr von Liebe sprach. So ist ja die Jugend — klein im Gesühl — doch liebemitleidbereit. Er kannte diese jungen Din> ger. Sie hatten ihn eigentlich immer ein wenig abgestoßen. Li'« Liebreiz war viel zu groß dazu. Sie war wirklich eine Blume, zum Behüten ge-schaffen. Und er war ein Narr, seine Gefühle zu ver-zetteln. Sicher — entweder — oder. — . * Er nahm sich» täglich vor. Und wenn er die Braune und die Blonde so Arm in Arm daherkom-men sah, ward ihm doch die Wahl schwer. Sie waren Freundinnen — nicht auS Wahl, — aus Zufall. Der verwitwete General, Li'S Vater, hatte sein Kind unter den Schutz der ihm bekannten jungen Witwe gestellt, um sich selbst freier bewegen zu kön-neu. Und so waren Jrmgard und ihre blonde Ge-fährtin unzertrennlich geworden. Natürlich schwärmte der Backfisch für die klügere, erfahrene Frau, und Frau Jrmgard ließ sich die Perhimmelung der Klei« nen nachsichtig gefalle». Seite 2 Der verschärfte U-Bootkrieg. Da» Korrespondenz Bureau erfährt von gut unterrichteter Seite zu dem Berichte de« Reufrschen Bureaus vom 19 Mär, über da« Sinken der eng. lischen Zerstörer in der Nacht zum 13. März im Kampfe mit deutschen Seestreitkräfen, daß eS sich um die Zerstörer „Paragon" und „Llewellyn" handle, wovon der erstere gesunken, der zweite schwer beschädigt worden sei. Eines unserer kürzlich zurückgekehr-ten U-Boote fand vor einigen Wschen westlich Jner-gabdard Wrackteile, die von einem kurz vorher ge-sunkenen Lchifse stammte». Eine Boje trug den Namen „Manly" (Manly" ist ein englischer, im Jahre 1914 vom Stapel gelaufener Zerstörer voa 10t)0 Tsnnen). Die Erfolge im Februar. DaS Wolffbureau meldet: Im Februar sind, wie am 17. d. bekanntgegeben, insgesamt 368 Handelsschiffe mit 781.500 Brutto Registertonnen durch kriegerische Mahnahmen der Zenlralmächle vernichtet worden. Davon waren 292 Schiffe feindlicher Flagge, und zwar 269 englisch, 47 französisch. 28 italienisch, & russisch. 4 belgisch, 2 portugiesisch, 1 japanisch. Bei 33 Schiffen konnten Namen und Nationalität nicht festgestellt werden. Mindestens 20 davon müssen als englischer Nationalität angenommen werden, so daß der englische Verlust an Schiffsraum im Februar auf rund 500.000 Tonnen geschätzt merden kann. Von 76 nentralen S t iffen waren 38 norwegisch, 14 niederländisch, 2 griech sch, 7 schwedisch. 7 spanisch, 3 amerilanisch. 1 peruanisch. Von dem im Februar versenkten HandelSschtsfiraum von 781.500 Brutio - Registertonnen konnten die Ladungen bei 475.0u0 Brutio Registertonnen nicht festgestellt werden. Die verbleibenden 306.500 Brnttv-Rkgisterton-uen enthielten u. a folgende Ladungen nach Art und Menge: L19.000 Tonnen Kriegsmaterial, 91.500 To: uen Kohlen, 16.000 Tonnen Cel und Petroleum, 16 800 Tonneu Salpeter, 4800 Tonnen Eisen, 11.300 Tonnen E»ze, 550 Tonnen Metall, 90.000 Tonnen Getreide, 14 000 Tonnen sonstige Lebensrnittel, 8700 Tonnen Biehsutier, 36 OOO Tonnen Kubikmeter Holz, 23.100 Tonnen verschiedene La« düngen, darunter 1500 Ballen Felle, außerdem an Stückgut etaia 15.000 Tonnen Schwergut und -0.000 Kubikmeter Maßgut, ferner 300 Pferde nnd drei Millionen Gold. Erfolge unserer Flotte im Jahre 1916. In Lumme haben unsere Gegner verloren im Zahre 1916 dui ch die Tätigkeit der k. u k. Flotte: cin Schlachtschiff (13.400 Tonnen) 3 Torpedobootzerstörer (zusammen 2246 Tonnen), 3 Hilfskreuzer (zusammen 15.900 Touuenj, 4 U Boote und 3 Lust schiffe Selbstredend sind hier nur die einwandfrei festgestellten feindlichen Verluste aufgestellt. Dem-gegenüber hat die k. u. k. Flotte nur zwei U-Boote verloren, und zwar „U 6* am 15. Mai 1916 und Deutsche Macht „U 16" am 16. Oktober 1916. Der Vergleich der Verluste spricht ohne weitere Worte für sich. Das Wolff-Bureau meldet: Im Mittelmeer wurden versenkt: 10 Schiffe mit rund 31 000 Ton-nen, darunter der englische Dampfer „Enterpe* (3540 Tonnen), der aus einer Begleitung von 12 Fahrzeugen heraus abgeschossen wurde, ein durch Zerstörer gesicherter unbekannter, etwa 3000 Tonnen großer Dampfer, wahrscheinlich mit Oel oder Getreide biladen, der noch dem Torpedotreffer lichterloh brannte, der holländische Dampfer .Ared" (3783 Tonnen) mit 4800 Tonnen Benzin von Suez nach Frau!« eich, ein abgeblendeter, beladener Dampfer von 6000 Tonnen mit Kurs nach Neapel, der bewaffnete eng-lifche Dampfer „EplalofeS" (4431 Tonnen), ein bewaffneter englischer Dampfer von 4000 Tonnen mit 5u00 Tonnen Ladung, darunter 1000 Tonnen Baumwolle, von Bombay »ach Marseille. Gegen Rußland und Rumänien. Die Berichte des österreichischen General st ade S. 28. März. Amtlich wird verlautbart: Heere«-front des Generalobersten Erzherzog Joses. Südlich »es UztaleS wurde in drei Kilometer Breite eine russische Höhenstelluuz genommen und gegen drei starke Gegenangriffe behauptet. Die Beute belauft sich aus 150 Gefangene, 3 Maschinengewehre und Minenwerser. Gegen die MagyaroSstellung stürmte der Feind gest'rn nachmittags abermals vergeblich an. In den Waldkarpathen erfolgreiche Vorfeldunier-nehmuagen. Der Stellvertreter des Chefs des GeneralstabeS: v. Höjcr, Feldmarschall Leutnant. Die Berichte der Deutschen Obersten Heeresleitung. 28. März. Amtlich wird verlautbart: Front des GeneralseldmarschallS Prinzen Leopold v. Bayern. Zwischen Meer und Karpathen hat daS Frühjahre-tauwetter eingesetzt, daS größere G.sechtshandlungen ausschließt. Die Beute aus den Kämpfen an der Schtschara har sich auf 20 Minenwerser und 11 Maschinengewehre erhöht. Front deS Geueralobersten Erzherzog Josef. Bei einer Slreisung am Nordosthange de« Eimait in den Waldkarpathen brachen Stoßtrupps in die russi-scheu Stellungen ein, sprengten mehrere Unterstände und kehrten mit einigen Gefangenen und Beutestücken zurück.^ Am MazyaroS schlug e>n Angriff der Russen fehl. Südlich des UztaleS wurde von unseien Trup-pen ein stark verschanzter Höhenkamm zestüimt und gegüt mehrmalige Gegenangriffe gehalten 150 Ge-fangene, einige Maschinengewehre und Minenwerfer blieben in unserer Hand. . • Vei der Heeresgruppe de» GeneralseldmarschallS von Mackensen und an der mazedonischen Front Vorfeldgefechte und zeitweilig auflebende Artillerie-tätigkeit. Man konnte Li ja nie böse sein. Außerdem war sie der jungin strau hier im Sommerausenthalt eine angenehme Sesellschaft. Leicht hatte sich um die interessante W.twe ein KreiS Erlesener gesunden — natürlich zumeist Her reu — ältere Offiziere — ein Geheimrat aus Ber« lin —aber die Weiblichkeit hielt sich reservieit. Eine alleinreisende Frau — wer konnte wissen?-- Da kam Li'S Anräherung gerade recht. Jetzt dämps-ten sich die bösen Zungen. Thilo beobachtetet« daS alles mit ^scharfen Sinne«. Die Ruhe und Sicherheit, mit der flrau Irrn« gard alles an sich herankommen ließ und doch von sich zu halten wußie, imponierte ihm. Sie war eine Frau aus der Gesellichast, ja, beiaß mehr al« de» anerzogene» Takt — sie hatte daS feine Gefühl, die Witterung für alle» Echte und Unechte. Eine Ras-sennatur. Und doch--. Er wußte so wenig von ihr Eine GutSbesitzerSlochter, die einen Offizier gehet-ratet halte, der im Duell gefallen war. Er düute sich, zu fragen — aber er ahnte — der Anlaß de» Duells war .sie" gewesen. Und hier setzte ein leise« Mißtrauen ein, bessern er sich schalt uud schämte, und das dzch nicht schwinden wollte. Eine bloße Verleumdung, von irgend einer min der begünstigten Mitschwester inszeniert? Oder doch eine Irrung? — Er forschte in diesen Zügen. Er beobachtete jede Geste jeden Blick, jede» Wort. Sie blieb die Dame. Und doch! — Dieser Mund etwas groß, lci- denschastlich, verriet das stürmende, nur mühsam ge-dümpste Blut. Hatte e» doch gesündig«? Halle sie den Gatten geliebt ? Oder einen andern? — Und wer hatte sie enttäuscht? Der Tote oder der andere? Ter lebte, wohl neben ihm ging? — Sie trug keine Trauer mehr, und doch lag sie über ihrem Wesen. Sie konnte herzlich lachen, und doch lag mehr als die Gedäwpsiheit der Wohlerzogen-heit darüber. Im liefen Metallton des weichen Or-ganS lag diese verschleierte Schweimu', die vielleicht nur seine geschärften Sinne wahrnahm. Diese Frau hielt ihn in Aiem, in Spannung, sie war ihm der belebende Ansporn zur Ausdauer in diesem mouotonen, selbstgewählien Exil. Bei Li ruhte er auS. Mit ihr ließ sich so leicht und harmlos plaudern. Sie konnte so frisch und sröhlich lachen, verlangte keine GeisteSanstiengungen Er fühlte sich «oh! bei ihr — wohl und ruhig. ZrmgardS Nähe erirgte 'eine Nerven, brachte sein Blut i« Wallung. Und in einer heißen, schlaflosen Nacht kam ihm die Erkenntnis: der kleinen Li war er gut — er lieble sie brüderlich, etwas onkelhaft — in Wahr heil aler liebte er Jrmgard. 11»d darum quälte ihn die'es G'sühl; das andere beruhigie, >at ihm wohl. Neven Li empfand er die Entspannung überhitzter Reiven und Sinne. Jrmgard verfengie, — Li tat wohl Ach er war der blonde» kleinen so dankbar. Und Jrmgard — haßte er beinahe Ja, wen« er gewußi hätte, daß auch sie ihn lieble? Ost sühlte er ihre Augen du, kl, versonnen auf sich ruhen; dann versucht« er wohl ihren gedanken-schweren Blick zu bannen, festzuhalten, tief in diese Nummer 26 30. März. Front des Generalseldmarschalls Prinzen Lespold von Bayern. Westlich »on Dünaburg scheiterte ein Angriff mehrerer russischer Ksmpanieo in unserem Feuer. Der Krieg gegen Italien. 23. März. Amtlich wird verlautbart: Die Zahl der im Kampfe südlich von Btglia gefangen geno« menen Italiener hat sich aus 15 Offiziere und 500 Mann erhöht. In diesem Raume ist das Arlillerie-und Minenwerserfcuer sehr lebhaft. 29. März. Aus der Karsthochfläche drangen Sturmpatiouillen des Infanterieregimentes Nr. 64 westlich von Jamiano in die feindlichen Gräben ein. machien 20 Gefangene und «beuleten zwei Maschinengewehre. Unsere Flieger warfen auf die italieni-schci, Lager bei Podsabotin Bomben ab. 30. März. Im Karstabschnitte ist die Artillerie-titigkeit in den Kampfräumen unserer letzten Unter-nehmung sehr lebhast. Rovereto und Arco standen gestern uuter Fe»er mittlerer und schwerer Geschütze. Ja Arco wurde daS Zivilspital getroffen. Der Stellvertreter de» ChefS deS GeneralstabeS: v. Höfer, Feldmarschalleutnant. Italien im vollsten Aufruhr. AuS Berlin wird unter dem 29. d. gemeldet: In hiesigen unterrichte.en Kreisen wird bestätigt, das, sich Italien seit drei Tagen im Zustande vollster Re-volution befindet. Gegen Frankreich und England. Die Berichte der deutschen Obersten Heeresleitung. 23. März. Amllich wird verlautbart: Bei der Mehrzahl der Armeen verlies der Tag ruhig. Auf dem Gelände beider seits von Somme und Oise kam es nur zu kleinen Kampfhandlungen. Wie erfolgreich unsere Truppen ihre Aufgabe dort lösen, erhellt daraus, daß auf dem GefechtSfclde vom 26. Mär; zwischen Laguicourl und MorchieS etwa 1000 tote Engländer gezählt wurden. Gestern erlitten die Fran zoien aus dem Weftufcr der Oise bei La Fere beim Lcheiteru eines Vorstoßes blutige Verluste. In der Champagne wurden einige französischeGräbe«südlich von Ripont genommen. Dort und bei Unternehmun-gen südlich von St. Louplet und bei Tahure sind 300 Franzosen gefangen, mehrere Maschinengewehre nnd Minenwerser «i beutet worden. Nördlich von Reims und in den Argonnen in unsere Stellung ge-drungene feindliche ErkundungSabteilungen wurden im Gegenstöße vertriebe. 29. März. Lebhafter Geschützkamps zwischen LenS und ArraS, der auch nachts anhielt. Ja einem gestern vor Tagesanbruch sich entspinnenden Gesichte bei Croisilles und Eeoust—Samt Mein nordöstlich von B paume verloren die Engländer außer zahl-»eichen Toten durch Vorstoß unserer Sicherungen l Offizier und 54 Mann als Gefangene. I« der unergründlichen Augen zu tauchen. Aber die Augen wichen ihm aus. Warum? Hallen sie ihm etwas zu verbergen? Liebe? Oder «chuld? Wie quälten ihn diese Augen bei Tag und bet Nacht. Er kam sich albern vor und sühlte sich doch elend, und dann war Li immer die Oase, die ihm Kühlung, Erfrischung bot. Ob Li ihn liebte? Kaum — und vielleicht doch. Mädchen von 17 Jahren lieben so leicht. Wenn er ihr von Liebe sprechen würde, flöge sie ihm sicher in die Arme wie ein schutzsuchender kleiner Vogel. Wollte er die Art von Eroberung? New. Fir Li'S Gefühlchen war er zu retf, zu alt, zu erfahren. Die blaßt Frau mit den dunklen Augen halten es ihm angetan. Er wußte es jetzt. Und er wußte — sie war sein Glück, sein Verhängnis — ob er wollte oder nicht — ob sie beide eS wollten oder «ich: wollten — sie gehörten zueinander, so schien es ihm. ch ES war eine seuchtwarme Sommernacht. Leucht-käser schwirrten du,ch die Lust. Jung und Alt lag schon in den Federn — Li wohl auch. Thilo du«, nulle durch die Parkanlagen. Ihm war es zu zei-ttg zum Schlafen Die innere Unruhe litt ihn nicht im dumpfen Zimmer. Nun lief er planlos durch die Wege. Schimmerte da nicht ein Helles Kleid? Der aufstei-gende Nebel halte ihn wohl geuarrt!? Aber neues faß dort ein Mensch — da« Halbmondlicht ließ deutlich die Umrisse erkenne« — eine Frau — sie. Sein Herz klrpfte fast hörbar. „Gnädige Frau — Sie hier? Sie werde« sich erkälten I" ttuiHKCT 20 Champagne schlugen mehrere im Laufe de« Tage» unternommene Angriffe der Franzosen zur Wieder- ijewinnung der ihnen entrissenen Gräben verlustreich fehl. Aus dem linken Maa«ufer vereitelte gestern um-in Abwehrfeuer sich gegen die Höhe 304 vorbereitend« französische Borstöße; heute morgen« scheiterte cm aus breitn Front vor brechender Angriff im Feuer, an einer Stelle durch Gegenstoß. Oestlich von Ber-du» schaffen »useie Flieger zwei Fesselballons ab; in ^usttämpfen und durch Abwehrfeuer sind vier Fluz-jcuge der Gegner zum Absturz gebracht worden. 3V. Miirz. An der Artoi»tront war der Artil-leriekampf lebhaft. Oestlich von Reuville-Saint-Baast griffen kanadische Regimenter unsere Stellungen vier-mal während der Nacht an; sie sind stet« verlustreich zurückgeschlagen worden, einige Gefangene in unserer Hand gedlieden. Beiderseits der Straße Peronne— An* wichen unsere Sicherungen nach Gefecht mit stärkeren englischen Kräften in der Linie Ruyaulcourt —Sorel au«. Nordöstlich von SvisionS versuchten sranzöfische Bataillone vergeblich bei Ncuville und Margival Boden zu gewinnen; unsere Posten wiesen sie verlustreich ab. Am Aikne—Marne kanal deuteten Ansamwlungeu zwischen Sapigneul und La Neuville auf einen sich vorbereitenden Angriff, der durch unsere Batterien niedergehalten wurde. In der Chain-przne sind gleichfalls Bereitstellungen französischer Angrisfstrnppen wirksam beschossen worden. Die Haltung Mexikos. Einer „H«rald*-Meldung aus Mexiko zufolge hat Präsident Earranza den Befehl zur Mobilmachung der mexikanischen Miliz erteilt. Wie „Petit Parisien" au« Washington meldet, kommen täglich beunruhigende Nachrichten au« Mixiko. -o sei jenseit« der m,xikanischen Grenze eine Armee von l50.000 bi« 200 000 Deutschen in Bildung begriffen oder bereit» aufgestellt, von der man nicht wisse, ob sie e» mit Earranza Villa oder Dia; halte. Sicher sei angeblich, »aß der deutsche Einfluß Mexiko beherrsche. Die allgemeine Kriegslage. In der bayrischen Kammer der Reichstäte gab Kriegsminister t>. Hellingrath bei Beratung der kriegS-wirtschaftliche» Anträge Erklärungen über die mit!» tirische Lage ab, wvbei er sagte: Freudiger als seit langer Zeit, können wir heute den kommenden Er-eignissen entgegensehen. Im Westen scheint die im Schützengraben erstarrte Kriegsührnng ihren Meister gesunden zu haben. Ein schneller Schachzug unserer Obersten Heeresleitung hat die Pläne de« Feinde« durchkreuz« und ihr die Freiheil de« Handeln« wieder-gegeben. Im Osten ist Alle« gestürzt. Neues noch nicht ausgebaut. Dichter Schleier liegt über der Zu-knnst. Auf und unter dem Meeresspiegel al>er leisten unsere U-Bvvte ihre schwere Arbeit, die den zähen Willen England» brechen soll und brechen wird. Wie Frühlingsahnen geht es durch da« Land. Bauend auf un» selbst und aus Gute« Beistand, trotzen wir „So? Dann Sie doch auch!" Oa« klang kühl, kanm überrascht. „Ich konnte nicht schlafen', murmelte er und kam sich unsäglich albern vor. „Eben darum ging auch ich in den Park hin-unter.' Täuschte er sich? Hatte ihre Stimme gebebt? Tr wagte e« nicht, sich neben sie zu setzen, sie um die Erlaub,»« zu bitten. Da sagt« sie selbst: .Nehmen Sie doch Platz. Wer uu« jetzt in der Nacht beisammen sähe, zöge doch unweigerlich seine Schlüsse." .Eben darum will ich lieber gehen." .Meinetwegen 1 Was mir an der Meinung an« derer liegt!" Wie unendlich wegwerfend das klang. „Gnädige Frau." „Wa» f • klang so bitter au« Ihrem Mund« — .Daß ich mir au» Klatsch »nd Tratsch nicht« tmach«? Wer soviel wie ich gelitten hat —sie s steckte; dann suhr sie fort: „Daß ich gerade Ihnen l da« sag« 7 Vielleicht macht» mich vogelfrei in Ihren \ Avgen, wo» tut« noch!" „Jrmgard I" ES war ihm entschlüpft und er bereute e« in d derselben Minute, dennoch u- ilete er klopfenden Her-z zenS, was sie nun sagen u ürde. Langsam nTio'j sie sich und wandte sich zum 4 Gehen. Da sprang er nun auf und vertrat ihr den * Weg. — „Sin Wgfäiigt Frau. Ich verriet mich. Deutsche Wacht den Stürmen, die »och über «n» hinwegbrausen werden. Der Krieg der Türkei. Großer Sieg aus Sinai. Am 26 d. begann der schon lange erwartete und vom Feinde sorgfältig vorbereitete Angriff. Der Kampf, der sich am 27. v. nachmittag« entwickelte, endete mit einem glänzenden Liege der Türken. Die Engländer nahmen an dem Kamzse mit ungefähr vier Divisionen, zahlreicher schwerer und leichter Artillerie sowie mit Panzerautomobilen teil. Im Laufe dieser Schlacht, die zwei Tage dauerte, erlitt der Feind schwere Verluste und ließ zahlreiche Tote aus dem Gefechtsselde zurück. 200 Mann, darunter ein Offizier, wurden gesaugen genommen, ein Pan-zerautomobil und zwei andere Automobile erbeutet. Der Gegner zieht nch in südwestlicher Richtung zu-rück, »erfolgt von unseren Truppen. Aus Slakil unii Tanö. Todesfall. Am 29. d. ist hier der Maurerund Zimmerweister und Hausbesitzer Anlon Dimetz nach langem, schwerem Leiden im 74. Lebensjahre verschieden An Stelle eines Kranze« sür den ver-storbene» Herrn Atiton Dimetz svendeleit: Herr Anton Ehiba sür den Witwen- und Waisensond de« Infanierieregiment» Nr. 87 den Betrag von 30 K; Familie Nebenschegg sür die Kriegsblinden de» Land-wehr Infanterieregiment Nr. 26 20 Kronen, für die Kriegsblinden de» Jnsanterieregiment» Nr. 87 20 K. Spende Anläßlich de» Ableben« ihre« Soh-ne» Josef spendete die Familie Rozie sür den Wit> wen- und Waisensond de» JR. 87 50 K. Für Rann Herr Biktor Schwab widmete für die vom Erdbeben schwer betroffenen Rann« de» Betrag von 50 St. Hochherzige Spende. Dr. Paul Musil Edler von MoUendnick Iiat durch den Ankauf eini-ger Aquarelle einem armen Flüchtling, der sür eine große Familie zu sorgen hat, den Betrag von .">00 Kronen gcspendet, wofür ihm an dieser Stelle der herzlichste Dank zum AnSdrnck gebracht wird. Durch diese Spende wird nicht nur das Leben de« Flücht lingS erleichtert, sondern auch seine künstlerische Weiterentwicklung unter stützt. Dr. Paul Musil Edler von Mollenbruck hat bisher für die Flüchtlinge zu Handen de« FIüchtIing»reserentm der Be^irkshaupt-mannschast Herrn Wolsgang Bnrghanser einen Betrag von weit medr al» 1500 K gespendet. Von der städtischen Kriegskiiche Der Besuch unserer KriegSküche ist ein überraschend starker. Zm Monate März war sie täglich von 280 bi« 300 Personen besucht Zm Ganzen wnr» den 10.252 Portionen verabreicht, darunter 1508 an Arme unentgeltlich. Diese Stunde hat mir mein Geheimnis entlockt. Zür-nen Sie mir nicht. Ich konnte Sie nicht so bitter sprechen hören. Ich will ja nur —" ,,Was v" fragte sie eisig »nd dann weicher: „Mein Freund, Sie irren — ich habe einmal ge-sehlt — nur im Herzen, und ich bin hart gestraft worden. E« war dazu «in grausamer Irrtum. Ich wutde nur begehrt, nicht geliebt. Soll ich daS ein zweite» Mal erleben?" „Jrmgard. Sie glauben mir nicht?" „Glauben? Ja, wer das noch könnte. Sie können es nicht und ich kann es nicht. Und doch sehnen wir un» beide darnach." „Jrmgard — so — so lieben Sie mich doch! Nur diese« eme Wort." Er suchte ih>e Lüge zu ersorschen. Ihr lange» Schweigen lahmte ihn. „Lieben? Wa» ist Liebe — ein Rausch, au» dem man erwacht, elend und wund sür» Leben." „Nicht elend, nur glücklich wollen wir sein. Wollen wir, Jrmgard?" Er hatte sie nmsaugen, fest, eisern. Ihr Kopf sank an seine Schulter, matt und schwer. „Ich kann nicht mehr —." ,,Wa« kannst Du nicht, Geliebte?" „Nicht mehr glauben. Einer hat mich belogen; dasür starb der Unschuldig« — m«in Gatte." „Vergiß e«, Geliebte. Wers alle» hinter — Dich — sür diese eine Stunde." „Ja, sür diese eine Stunde, da« ist». Wer dann sterben könnte! Aber da« Leben ist lang — Thilo — so lang sür denjenigen, der gerne sterben möchte." S«rte 3 Ausgezeichnete Cillier Heinrich Zom-paruttl, Feldwebel bei eine» FestungSfeldbahnkader, wurde mit dem eisernen verdienstkreuze mit ber Krone am Bande der Topserkeit««edaile und sein Bruder Josef Zamparutti, Korporal am südlichen Kriegsschauplätze mit dem eisernen Verbieustkrenze am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Die beiden »»«gezeichneten Brüder sind Söhne der hie-sigen Gastwirtin Frau Domenika Zamparutti. Der Wohlspruch des Kaisers. Beim Besuche de« Kaisei» in Altbunzlau und Brandet«, welcher der Besichtigung de« Dragonerregiment« Nr. 7 galt, waren aus dem Hauptplatze von Brande!» mehrere Triumphpforten ausgestellt, deren eine al« Inschrift den Wahlspruch de« Kaiser« trug: ,Jn «rieg und Frieden mit dem Volke sür'» Vaterland." Gewerbliche Versammlung. Mittwoch nachmittag« sand im ÄcmeinderatSsaale eine Ver-sammlung de» Eillier deutschen Gewerdebunde« statt, in welcher der Reich«rat»abgeordnele Einspinner i?ber gewerbliche Organisalionssragen sprach. Abg. Ein-spinner erläuterte in längerer, überaus fesselnder :>>ede die hohen und ernsten Aufgaben, die ange-ficht« der KriegSumwälzungen an den G tag den 24. d. nachmittags niedergegangenen Regen» fand eine rapide Schneeschmelze auf den umliegenden Höhen statt, wodurch der durch den Kurort fließende Zrjebach au» seinen Usern trat und in den bestehen den Kanal nicht mehr ausgenommen werden konnte. Die Hochwasfer ergossen sich über den Kurplatz, zer-störte« Plätze und Anlagen und rissen im Parke große Löcher. DaS Hochwasser währte von halb 7 Uhr ab.nds bis 12 Uhr nacht». An der Abwehr der Wasserschäden arbeiteten die AnstaltSsenerwehr, die Bediensteten der Landeskuranstalt und die auS-gerückten Bereitschaften der Heilanstalt vom Roten Kreuze und des k. u. k. Reservespitale«. Da» Mi neralquellengebtet blieb durch diese Hochwasserkata-strophe von Schaden bewahrt. Die LandeSkuranstalt erleidet nicht unbedeutenden Schaden an Wegen und Parkanlagen. Die vmbrometrische Station in Ro« hitich Sauerbrunn hat in den letzten 24 Stunden einen Niederschlag von 74 Millimeter gem.sfen. Die Abgabe von Wasserschiffen Die Gemeinde Brunndorf wandte sich in der Angelegenheit der Abgabe von Wasserschiffen an den k. k. Hauptmann-Auditor ReichSratSabgeorgneten Marckhl, zu dessen Wahlkreis Brunndors gehört, um seine Vermittelung in einer strittigen Frage. Abg. Marckhl sandte nun der Gemeinde svlgende. ihm von der Wiener ZentralrequisitionSkommiffion zugekommene Zuschrift zu, die auch an die k. k. Statthaltcrei ab< gesandt wurde: „Bei der ZentralrequisitionSkommision find Beschwerden eingelangt, daß auch die Abgabe solcher Wasserschiffe verlangt wirb, bei denen nur die Vorderseite ans Kupfer, der übrige Körper je-doch aus verzinktem Eisenblech besteht. Derartige Wasserschiffe find nicht ablieserungSpftichtig und wollen die politischen Behörden 1. Instanz neuerlich entsprechend angewiesen werden. Für den Borsitzen, den: Deinlein." Diese Mitteilung wird alle Fami-lien, welche solche Wasserschiffe besitzen, erfreuen. Verbot der Herstellung und des Ber-Kaufes von Ostereiern. Im Hinblicke auf die bevorstehende Osterzeit wird daraus aufmerksam ge« macht, daß die Statthalterei durch eine Verordnung im Jahre 1915 zur Hintanhaltunj eines übermäßigen, univirtichaftlichen Verbrauche» von Eiern die Herstellung von Ostereiern durch Färben, Semale» der Eier und dergleichen sowie den Verkauf von ge« färbten und bemalten Eiern im ganzen Lande ver-boten hat und daß diese« Verbot sich auch auf die Herstellung von Ostereiern in privaten HauShaltun-gen bezieht. Da dieses Verbot noch unverändert in Geltung steht, wurden die politischen Sezirksbehör-den, die Gemeinden und GendarmeriepostenKom-manden angewieien, auch während der heurigen Osterzeit strenge über die Einhaltung diese» Verbotes zu wachen. Die Führung des Ingenieurtitel». Im ReichSgeletzvlatie wird eine kaiserliche Verordn nung tber die Berechtigung zur Führung der Sian-de«dezetchnung „Ingenieur' verlautbart. Vom Zeit-punkt ihres Inkrafttretens wird die Berechtigung zur Führung der SiandeSvezeichnung .Znjenienr" für die Zukunft ausschließlich solchen Perionen vor-behalten, die an einer inländischen Hochschule tech-nischer Richtung (Technisch« Hochichule, Montanistische Hochschule, Hochschule für Bodenkultur) ihre Studien vorschriftsmäßig vollendet und die voige-sehenen Prüfungen abgelegt haben. Zur Vermeidung von Härten werden aber UedergangSbestimmun en getroffen, durch welche den hochschulmäßig nicht voll vorgebildrten Angehörigen des technischen Standes die Möglichkeit der rechtmäßigen Führung der Stin-deSbezeichnung „Ingenieur" geboten wird. Et find dieS einerseil« solche Personen, welche zwar eine hschschulmißige Vorbildung besitzen, ohne daß die-selbe aber der jetzt bestehenden Studienordnung ent-sprechend oder villig abgeschlossen ist, andererseits Personen, die zwar keine Hochschule technischer Rtch tung besucht, jedoch ei« Mittelschulstudium an einer Bausachschule, an einer höheren Gewerbeschule an-derer Fachrichtung oder an einer sonstigen Anstalt zurückgelegt und eine entsprechende Praxis auszu-weisen haben. Diesen Personen, die sich bisher mangels einer Norm der Bezeichnung „Ingenieur" üblicherweise bedient haben, wird aus Grund dieser kaiserlichen Verordnung unter gewissen Bedingungen die Führung der nunmehr geschützten SlandeSdezeich-nung „Ingenieur" gestattet, bezw. vom Minister sür öffentliche Arbeiten zuerkannt werden können. Alle Diensttitel, in denen daS Wort »Ingenieur" in irgendeiner Verbindung vorkommt — mit Ausnahme jener innerhalb deS HeereS- oder Kriegsmarinever-bände» — sind sofort unzulässig und daher zu be-seiligen. Aenderungen im Privat - Feldpost paketverkehr. Laut Erlasse» deS Handelsmini-steriums vom 26. b. ist der Feldpostprivat-Pakel-verkehr unter bestehenden Bedingungen auch zu den Feldpostämtern 3. 44 l. 442. 624, 627. 637, 638, 641, 643. 645, 646 zugelassen, hingegen eingestellt zu den Feldpostämtern 24, 26, 33, 46. 53, 63, 88, 103, 177 und 602. Bei Feldpostamt bll sind Feldpostpriratpakete in die Monarchie unter den gleichen Bedingungen wie bei den Feldpostämtern 11, 39, 51, 239, 516 und 623 zugelassen. Cin gemahregelter Müller. Der Grund-befitzer »nd Müller Karl Vidensek auS Globixe bet Sternstein wurde vom «reisgerichte Eilli zt« einem Monate strengen Arreste« und 400 K Geldstrafe verurteilt. Er hat von fünf Säcken Mehl, die be-schlagnahmt waren, die Siegel abgerissen und da» Mehl sur sich verwendet. Bei der am 9. Oktober v. I. vorgenommenen Mühlenkontrolle erklärte er. kein Getreide in seinem Besitze zu haben. Die trotz-dem erfolgte Duichsuchung förderte am Dachboden, im Schweinestall« und an anderen Orten verborgene Gelreidevorräle im Gesamtgewichte von 4000 Kilogramm zu Tage. Ein Krankfinniger. Gestern nachmittag zog sich eia Soldat vor dem Gebäude, i» welchem da» StalionSkommando unlergebrachl ist, bi« auf da« Hemd und die Strümpfe cns und wandelte dann in dieser wenig salonsähigen Tracht über den Bi»-marckplatz. Er wurde dann iu der Näh« de» Groß-gasthose» .z.rPost" angehalten und mit vieler Müh«, weil er einen TobsuchtSansall bekam, in da» Garni-sonSspital gebracht. Mehr deutsch! In der Ostdeutschen Rund-schau lesen wir: Der alte Deutschamerikaner, von dem die Leser unserer „Ostdeutschen Rundschan' schon manches kluge Wort gehört haben, schreibt ur.S zur heuligen Weltlage: Man scheint ja endlich jetzt in Oesterreich durch die Erfahrung klug gewor-den zu sein, daß eS im alten Sprachgeletse nicht weilergeqen kann. Als ich jüngst in Ungarn war, mnßle ich zu meiner Be, Wanderung sehen, daß man wohl die französische Sprache neben der madjarischen duldet, aber leider immer noch nicht die deutsche. Ebenso bevorzugt man in Galizien neben der allein herrschenden polnischen Sprache m't Vorliebe da« Französische. In beiden Ländern aber fehlt eS an deutschen Schulen. Wenn nun die deutsche Verstän-digungSlprache in den Aemtern der ganzen Mon-archie eingeführt sein wird — eine sehr kluge Maß-nähme der Regierung, die wohl alle Einsichtige« mit Freude begrüßen, — dann werden hoffentlich auch in allen Teilen der Monarchie in den Volksschulen deutsche UuterrichlSstunden eingeführt werden. DaS geschieht ja nur zum Vorteile de» Staate» selbst, weil es alle Völkerstämme im weiten Lande vtrt-schafilich vorwärt« bringen wird. I • Bulgarien nnd in der Türkei Hit man längst den hohen Wert der deutschen Sprache eingesehen und lehrt in diesen verbündeten Ländern übe,all eifrig die deutsche Sprache. In Oesterreich Ungarn mit seinen zwölf Millionen Deutschen wird man hoffentlich bald die-sem oortrefflichen Bei'piel folgen. Engliich und fra»-zösisch ist für unsere Tschechen und Madjaren lange nicht so wichiig wie deutich. In höheren Schule» loll man naiürlich auch diese Sprache pflegen, ad« in allen Volksschulen zuerst neben der landeSübli-chen Sprache die deutsche Vermittlung'spräche. Da» wird nur zum Segen de« Reiches und seiner L«-wshner sein! Kommende Geschlechter werden einst den tatk ästige» Staatsmann segnen, »er da« klage Gesetz der deutschen BermittlungSsprache in'« Lebe» Zkimmei 36 Keusche Wacht Seite 5 rief. Wa« in to freen Republik jenseit» de» Ozean« «l» selbstverständlich gilt, daß alle Bewohner die einigende Reich»sprache kennen, sollte endlich auch Gemeingut aller Bewohner von Oesterreich Ungarn »erden I Tschechische Neuorientierungen. Die Londoner „Time»" meldet: „Die Satzungen de» BoltSrate« der Tschechen und Slowaken in Rußland, welcher alle in Rußland lebenden Angehörigen dieser Völker vereinigen soll, wurden bewilligt." Dazu bemerkt die „-ttarvdni Politika" vom 18. d.: „Man sollte glauben, daß Rußland gegenwärtig wichtigere Sorgen hat . . . Die russische Regierung hatte im Friebeu reichlich Gelegenheit, ihren eigenen Völkern die Gründung von Nationalräten zu ermöglichen, so z. B. den Balten, Esten, Litauen, Weißrussen, Iu-oen, Ukrainern, Rumänen usw., welche russische Staatsbürger sind, was selbst die russische Regie» rung von den Tschechen und Slowaken nicht behaup« ten kann." — Es hat einmal Zeiten gegeben, wo die „Narodni Politika" ein wenig anders geschrieben hätte! An alle Landwirte! Im Interesse einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung muß für die kommende Zeit mit allen Mitteln eine auSgiebige Erhöhung deS Anbaues von Hüljenfrüchlen angestrebt werden, zumal die>e infolge ihre« hohen EiweißgehalleS am besten geeignet sind, daS leider nicht in dem gewohnten reichlichen Ausmaße zur Verfügung stehende Fleisch und Fett wenigsten» teilweise zu ersetzen. Insbesondere für die Ernährung unserer Trup-pen im Felde, aber auch sür die fchwerarbeitend« Be-völkerung kann die Bedeutung einer auSr«ichenden Versorgung mit Hülsrnfrüchteu gar nicht genug ein-geschätzt we'den. ES ist Sache der patriotischen Einsicht und de» Pflichtgefühles der Landwirtschaft, die Lücken unserer Versorgung durch einen erhöhten Anbau von Hülsen-srllchten auszugleichen. Um nun den Anbau einer möglichst großen Menge von Hülsensrüchleu zu fördern, beabsichtigt die KriegSgetreideverkehrsanstalt mit verläßlichen Grundbesitzern Anbauverträg« abzuschließen. Danach hätte sich der vertragschließende Land-wir» zu verpflichten, ein bestimmte» AuSmuß seine» Grunde» mit Hülsensrüchlen zu bebauen und die seinerzeitige Ernte der KriegSgetreideverkehrsanstalt zu überlassen, die sich hinwiedeium ve>pfl>chiet, dem Anbauer seine ganze Ernte an Hülsensrüchten, abzüglich der ihm zum Selbstverdrauche überlassenen Mengen zu übunehmen. Die UebcrnahmSpreise werden voraussichtlich be-tragen: Be» Erbsen, Bohnen (Fisole») . . . je K 80'— Stuf«...........ft 120.— Pferdebohnen........„ 60.— für je 100 Kg. ob Versandstation. Da» finanzielle Erträgnis ist daher zufolge der festgesetzten, überau« hohen Uebernahm»preise auch bei einer nur mittelmäßige» Ernte äußeri: günstig. Abglsehen von dieiem hohen Geldertrag emp. stehlt sich der Anbau von Hülsensrüchten für Land-wirte auch deshalb, weil diesen in der kommenden Campagne eine gewisse Menge von Hüliensrüchten für de» Eigenbedarf der landwirtschaftlichen Bevöl kcruvg sowie zur Deckung deS Saaigutbedarfe» zu-rückbelasfen werden da, f. Fall» drn Landwirten Saatgut für die Durch sührung de» Anbaue» an Hülsensrüchten mangeln sollte, wird die KrtegSgetreid.veik.hiSanstalt jenen Landwirten, die mit ihr derartige Ändauve^träge ad' zuschließen gesonnen sind, solche» ur Beifügung stellen. Weiter» sollen auch Heuer in Sleiermark größere FUicche» mit Mairüben bebaut werden, welch« Fruchi in d»kN ersten Sommermonaten dem Mangel a» Früh kartivss'ln abhelfen soll. Für den Anbau von Mairüben ist ein gut vor bereiteter Boden im zweiten oder dritten Zadre nach der Düngung und eine mäßige Bodenfeuchtigkeit noi< we«idig. Die Rübe, welche nicht sehr anspruchsvoll ist, gedeeiht sowohl in wä>meren, al» auch in kühlnen Lagßtn. An Saatgut werden sür eine Flache vo» 1 Wekia bei Drillsaat 2 d>S 3 Kilogramm benötigt. Dii: Ernt« «rfvlgt günstigenfalls »ach vier bis fünf Wodchen. 9(8 Nachfrucht für die Mai»übe kommi Haupt, sichtlich Wickeumischling, Peluschke und Lup'iie in Be lrachch« Zui, Zwecke der Förderung de» Anbaue» der Mairüb« beabsichtigt die KriegIgetrcideverkehrSanstalt ebenfalls mit den Herren Landwirte» Anbauverträge abzuschließen. Hiebei hätte sich ebensall» der Anbauer zu ver-pflichten, für die Anstalt i« Erntejahr 1917 eine bestimmte Fläche (mindesten» ein Hella) mit Mai« riiben anzubauen und die gesamte Fechsung der An> stalt zur Verfügung zu stellen, welche hinwiederum sich ve,pflichtet, die gesamt« Ernte an Mairübea zu übernehmen. Die UebcrnahmSpreise werden sür die gesunde, erdfreie und geköpfte Ware bei Abliefe? mg im Mo-nate Mai 18, Juni 15, Juli 12 und August 10 betragen. Die Zweigstelle beruft sich aus den wiederholt betätigten Patriolismu» der gesamten Landwirtschaft und erwartet zuversichtlich, daß die Landwirtschaft auch diesmal mit ihrer Produkiion zm Erleichterung der Versorgung der gesamten Bevölkerung beitra-gen wird. E» ergeht daher da» Ersuchen an alle Land» wirte, ehesten» erwähnte Anbauverträge mit der Krieg»-getreideverkehrSanstalt zu schließen. Nähere AuSkünfie hierüder erteilt jederzeit die Zweigstelle der KriegSgetreideverkehr»anstalt, Graz 1, Burggasse Nr. 9. Wer Gemüse baut, schützt dlls Bllterllllld. Vermischtes. N e w > N o r k s Dachbewohner. Hoch über dem brausenden Getriebe der Riesenstadt New?)ork ist eine zweite friedliche, beinahe ländlich anmutende Stadt im Enlstehen; auf den Dächern der höchsten Gebäude von Manhattan-Insel haben sich neuerdings, wie das Stockvolmer „Asionbladet" erfährt. Ansied« ler niedergelassen, und aus den flachen Dächern kleine Ziegelhäuser erbaut, wie man sie sonst in New Uoik kaum noch ktnnl. Das L«ben in der Höhe bietet diesen modernen „Klippenbetvohnern" viele Vorteile, die der New Z)orker als Stadimensch entbehren muß Hier oben Hai der Dorfbewohner Lust und Sonnen« schein, er hat eine wundervolle Aussicht, er Hai keine lästigen Nachbarn, und zudem ist er gleichzeitig Stadt, und Landbewohner, denn auf dun Dache de» Aorker Riesenhause» bot er Platz einen rech! statt« lichen Gemüse- und Blumengarten anzultge», und daneben bleiben noch immer Spezialplätze genug für die Jugend. Außerdem werden auf den Dächern auch Wiesen angepflanzt, und mancher der Dachbewohner bält sich ein paar Ziegen und Hühner. ES versteht sich von selbst, daß nm da» Dach herum ein klüftige» Gitter gezogen ist, so daß der Hohenmenfch und sein« HauStier« vor vcm Absturz geschützt sind. Eine Brot-Jnschrist d'AnnunzioS Aus Lugano wird geschrieben : Alle italienischen Blätter sind datüber einig, daß da» italienische Kriegs-drot nichts laugt. Es schmeckt sad, ist zähe und kleb-rig zugleich, und die Bäcker scheinen völlig unsähig zu sein, sich den neuen Anforderungen gewachsen zu zeigen und eine genießbare Mischung herzustellen. Die auS Frankreich kommender Italiener eikläien in Zuschritten an die Blätter, daß da« dortige «riegS biot »och ein Leckerbissen gegen da» italienische ge nannt werden müsse. Vor einigen Wochen wurde angeordnet, daß man nach d7 angefangen keine yöheren al» die nachstehend angksührtrn Höchst-preise per Kilogramm Lebendgewicht des normal an« gefütterten und an^etränkten Tiere» nach Abzug von 5 Prozent de» Gesamtledendgewichte» angeboten, be-zirhungsweife verlangt werden: Für Ochsen: 1. Qualität bis zu . . K 3-50 2. Qualität bi» zu . . K 3-— 3. Qualität bis zu . . K 2-50 Für Kühe: 1. Qualität bi» zu . . K 3*10 2. Qualität bi» zu . . K 2-60 3. Qualität bis zu . . K 2.10 Für Stiere un» Kalbinnen: 1. Qualität bis zu . . K 3 30 2. Qualität bi» zu . . K 290 3. Qualität bi» zu . . K 2-40 Für Beinlvieh aller vorgenannten Schlachtviehkate-gorien bi» K 1-80. «eile « OeuLl^e Wach^ ium^rr Mt Ftr die 8«n>trtung deß Bi«h«» durch Einreihung i» kii rinjelRtn Qualittt»k«tkg»ri«n müssen folgn,de Winke zur Grundlage diene», deren Beobachtung durch die «it dem Vieheiakause b«jw. bei Viehüder-»ah»« de trauten sachverständigen Organe den Zveck ei»er richtigen Bewertung zu erfülle« geeignet »äre. 1. Qualität: voll ausgemästet, mit einer Lchlachi-ausbeute von mindesten« 5V Prozent. Diese Qualität kommt ersahrungSgtmäß gegen-»ärtig wenig und zwar in der Regel nur bei Vieh vor, welche« in landwirtschaftlich«« Industrien ge-«ästet wurde, ausnahmsweise auch bei Bieh auS eigentlich landwirtschaftlichen Betrieben. Die Einrtihung jcnr« Biebe« in die 1. Qualität, welche« unter dem abgelieferten als daS relativ beste anzusehen ist, erscheint entschieden un-statthast. Da nun die festgesetzten Höchstpreise nur die oberste'Grenze und nicht einen festen Betrag bedeu-t«n, drr für un» da« einzelne Stück gefordert werden kau», erscheint «»''zweckmäßig, sür Bieh welche« zwar nicht den oben aufgestellten Anforderungen entspricht, aber gut gemästet, vollfleischig ist und eine Schlacht au«beute von mindesten? 48 Prozent ergibt, welche« daher noch in die l. Kategorie eingereiht werden kann. ei"en unter dem Höchstpreise stehenden.PreiS zu bezahlen, dessen Bem,ssung individuell zu beur-teilen ist. der aber jedensaUS höher sein muh al« der Höchstpreis sür die 2. Qualität. Evmturll könne» die vorstehenden Abstufungen auch durch die Bezeichnung I a und I b »»«gedrückt werden. 2. Qualität: gut gefüttert, angtfleifcht; 3. Qualität: im natürlichen FüNerungSzustande, fleischig; 4. Qualität, B^inl oder Wulstvieh : abgemagert. Jede Vereinbarung, welche den Zweck versolgt. Schlachtvieh zu höheren als den im vorstehenden Paragraph festgesetzten Höchstpreisen zu verkaufen, wie Stakgeld, Leihkaus u. dgl. ist »erboten. Uebertretungen dieser Verordnung werden nach Maßgabe der Bestimmungen de« § 17 der Mini-fterialverordnuug vom 23. September 1910, R.-G.. Bl. Nr. 321, mit Geldstrafe bis zu K 5000 oder Arrest bis zu ö Monaten bestrast, foferne die Hand-lung nicht einer schweren Strafe unterliegt. Wer zu einer solchen Handlung anstiftet oder bei ihrer Ausführung mitwirkt, wird in gleicher Weise bestrast. S t a d t a m t Cilli, am 26. März 1917. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. I a d o r n e g g. Zl. 40V9/1917. Kundmachung. Verbot der Herstellung und des Derkaufts von Ostereiern. Im Hinblicke auf die bev»rsteh«od« Osterzeit wird die Verordnung der f. t. steiermärkischen Statt-halterei vom 23. März 191"», L >G. Bl. Nr. 28, betreffend da« Verbot der Herstellung und de« Verkaufe« von Ostereiern zur Dar-nachachtung in Erinnerung gebracht mit dem Bei-fügen, daß sich oiese« Verbot auch auf die Herstel« lung von Ostereiern in privaten Haushaltungen erstreckt und Uebertretungen strengsten« geahndet werden. Stadia ml Cilli, am 30. März 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Ja bor »egg. Zl. 369Q/1917. Kundin,tchung betreffend die Jestsetzung von Kochst-preisen für den KteinHerkaus von Kartoffetn. Zufolge Verordnung der k. k. steieimärkischen Statthalter«! «; Graz vom 16. März 1917, L.-G. und Vdg.-Bl. Nr. 23 wird kundgemacht: Beim Kleinverkauf von Kartoffeln der öfter-reichische» Ernte deS Jahre« 1916, das ist bei Ab-gäbe dieser Kartoffeln in Mengen unter 1 Meterzentner an die Verbraucher, darf der Höchstpreis von 23 Heller für 1 Kilogramm gesunder, ange-messen trockener, erd- u»d keimsreier Kartoffeln mit Ausnahme der Kipster nicht überschritten werden. Stadtamt £illi, am 26. März 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 39(10/1917. Kundmachung. Feröot des Tösserschietzens. Die Stallhaltereiverordnung vom 2«. September 1916, Zl. 2/1520/3, wonach über Verfügung des k. u. k. Kriez«überwachungsamt>s jedes Pöl-lerfchießen «auch das Schieße» mit sogeuannten Pöl-Icrkanonen) derzeit verboten ist. wird hiedurch znr strengsten Darnachachtung in Erinnerung gebracht. Stadtamt Cilli, am 26. März 1917. Der Bürgermeister: Dr. v. Jabornegg. Zl. 3351/1917. Kundmachung betreffend die Aögaöe billigen Iileifches. Da es augenblicklich noch nicht möglich erscheint, »on auswärts größer« Zusahren von Brotgetreide zu erhalten, ergibt sich vorläufig für den Monat April die S!»twendigkett, in erhöhtem Maße Fleisch zur Ernährung der Bevölkerung heranzuziehen. Um diese« nun auch den weitesten Anisen zugänglich zu machen, wird sür den Monat Apiil an Minder' bemittelte durch die ViehverwertungSgefellschast mit Unterstützung der Regierung Rindfleisch zum Preise von 2 und 4 Krone» für da« Kilogramm adgegebtn wrrdtn, nnd zwar sollen ») ganz Unbrmittelt« da« Fleisch zum Preis« von 2 Kronen das Kilogramm, b Minderbemittelte, daS nnd alleinstehende Personen, deren Jahreseinkommen 1600 Kronen und Familien, deren Gesamtjahreseinkommen *000 Kronen nicht überschreitet. d«S Fleisch zum Preise von 4 K daS Kilogramm erhalten. DaS AnSmaß der sür den einzelnen Bezug«« berechtigten abzugebenden Fleischmenge wurde mit 50 Dekagramm (einschließlich 20 Prozent Zuwage) für Kopf und Woche festgesetzt. Die Bezugsberechtigten werden da« Fleisch gegen Fleischkarten erhalten, welche vom Stattamt« Don-ner«tag den 29., Freitag den 30. und SamStag den 31. März nachmittag« zwischen 3 bis 6 Uhr in der Brvtkarlenausgabestellc ausgegeben werden. Stadt am t Cilli, am 26. Mär; 1917. Der Bürgermeister: Dr. Heinrich v. Jabornegg. Gingesendet. MATIONTS EINZIG ■N SEINER« Analytisch enh beschapfenheitB 8ESTES ALT8EWÄHHTE FAMIUEN-6ETRÄNK. Empfehle mich den geehrten Damen als Hausschneideria Nehme auch Arbeit nach Hause. Magflalena Kindlhofer, Oberkötting Nr. 42. WeilKl Schramm. Musikinstrumentenmacher Kaiser VVilhelmstrasse Nr. 14 ■ Cilli - Kaiser Wilhelmstrasse Nr. 14 Reichhaltiges Lager in Violinen, (»itarmi, Zithern. Mandollncn, Mund- und Ziehharmonikas, Violhikästen nnd dergleichen Golkdlang-Lauten Bestandteile für sämtlich« Musikinstrumente. Beste Violin- und Zithersaiteu. Mädchen das gut nähen kann und beider Landessprachen mächtig, sucht Stelle zu einer alleinstehenden älteren Dame oder zu 1 bis 2 Kindern. Anzufragen in der Verwaltung des Blattes. 2253« Grösstes Spezialgeschäft Cillis in Fahrrädern und Nähmaschinen. Lage"« legerräder, PiicBiräder, Fahrräder Ton Alleinverkauf! «llHiivrrUnus: 120 K aufwärts. Grosse Reparaturwerkstätte. 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Bater?" fragte der Sohn besorgt. „Behüte!" erwiderte der Großkaufmann mit einem Lächeln, das beinahe kläglich zu nennen war. „Nur eine Geschäfttfache zu erledigen. Weißt ja, man hat nie Ruhe, immer diese vermaledeiten Ge-schüft« I Aber ich bin sogleich wieder hier. Store mich nicht, und sieh auch einmal nach Mama, damit kannte. Auch sie redete aus die Leute ein, als müsse sie die innere Angst vor ihnen verberge». ES lag etwas Unfaßbares in der Lust. Ein Uoglück, ein Grauen, ein Wetterschlag hing zu Häupten FredS. Er sühlte förmlich die Wucht deS Schicksals, die aus ihn niederdrückte, und er hätte wie ein Wahnsinniger lachen mögen, wenn er die Gestalten geputzter Frauen und Mädchen neben sich gewahrte, wenn er all' die Lichtsülle, den Duft der Blumen nnd deS Parfüms auf seine Sinne wirken liefe und sich dann zuraunte: „Mummenschanz! Ein Schlag und wie Gespenster huschen dirs« Mensche» in'S Dunkel, dem sie sür ein kurzes Weilchen em-stieg,n. zurück." Sie kamen nicht wieder, die seine Blicke unab-lässig suchten ..... Und da — da war der Schlag! Der Knall eines Schusses klang an sein Ohr. Nicht an seines allein! Die Musik verstummte, de Tanzenden blieben wie angewurzelt stehen, die Sitzenden erhoben sich jählings. Fred war schon an der Saaltür. Er stürzie den Korridor entlang, durch das schwach erhellte Wohnzimmer in'S Schlaszemach, daS dunkel war. Aber aus der Tiese schimmerte ihm Helligkeit en:-gegen. Im «ontor des Bater» brannte GaS. Und nnn wußte er auch, der Schuß war von dort ge-kommen. Dort fand ein Kampf statt, ein wütendes Ringen um Leben und Tod! Ein Sichaneinander-pressen, ein Keuchen der bedrängten Leiber, ein Würgen und Stoßen, bis jZher F^ll einen von denen, die da auf Tod und Leben fochten, kamps-unfähig machte und ihn d:r Großmut »der Tück-des Siegers anheimgab. Und das Furchtbare in diesem Kampfe, der wie eine Biston vor Fred's blui. untcrlausenen Augen stattfand, war das Alter der Menschen, die ihn wagten. Nicht Jünglinge, mut-beseelt, begeisterungsfroh einer Idee dienend, nicht Männer, tatkräftig für ihre Grundsätze eintretend, nein, schwache Greise hielten sich im rasenden Zorn oder in opfermutiger Todesverachtung umschlungen, um Sieger oder Besiegte zu werden. Und nun ein zweiter Schuß, dem ei» Schre: folgte, ein grausiger Schrei aus Herrn Iobst Ha.. tenau'S Munde: „Herr Gott! Er ist tot!' Fred war schon in dem kleinen Arbeit»raume des Baters. Andere solgten ihm. Bald zeigte sich das Zimmerchen mit Menschen gefüllt. Sie alle sahen Iobst Hartenau am Boden knieen. sie alle sahen Karl Trenkhosf als Leiche vor fich. den ab> geschossenen Revolver in schon erstarrender Hand holten. Es war ein Unglück geschehen. Beim Ringen der Männer hatte Trenkhosf in der Erregung die Schußwaffe, die ihm sein Gegner entreißen wsllte. gegen d,e eigene Brust gedrückt. Er hatte einen Selbstmord verhindern wollen, und er war zum 3 Mörder an sich selbst geworden. Ein tragische» Geschick! Sie standen eine Weil« stumm und still. Fred liatte seinen Pater vom Boden emporgezogen und hielt ihn weinend umfaßt. Kein Wort der Erklärung war bis jetzt von Zobst Hartenau's Lippen gekommen, und doch wußte Fred die Schrift zu deuten, die aus dem erdfahlen Antlitz des Kaufherrn sichtbar wurde: „Ich bin ruiniert! Ihr seid Bettler!" la« der Sohn mit dem gcHeimen Grausen, welches der vom Glück Ber-hätschelte vor dem Fluche der Armut und Not hegt. Aber fchon im nächsten Augenblick hatte Fred das eigene Weh überwunden. Hier lag ein Sterben-tcr, ein Toter vielleicht! Und dieser Sterbende war der rechtschaffenste Mann, den er kannte, des Vaters bester Freund! Er war aber auch der Gatte der Frau, die Fred liebte! Welch ein entsetzliche» Geschick hatte das Hau» Hartenau betroffen! Zwei Aerzte waren zur Stelle. Dos Gemach wurde von allen fremden Menschen gesäubert. Auch Fred Hartenau entfernte man. Nur sein Bater durste, bleiben. Tat doch bei ihm ärztliche Hilfe not! Er schien die Sprach« verloren zu haben, sein« Glieder waren stets und ungelenkig, die Gedanken verwirrt. Und der Menschcnschwarm, der zuerst Fred Hartenau nachgedrängt hatte, staute sich jetzt aus Treppen und in Korridoren, rief und schrie durch-einander, hungerte und dürstete nach Sensationellem, wie nach dem feurigen Weine, den der Herr diese» Hanse» stets so reichlich kredenzte. ' Einige Damen waren in Ohnmacht gesallcn und die verstörte» Dienstmädchen bemühten sich um sie in dem Hartenaufchen Ankleidezimmer. Die Her« ren riefen im Hose nach ihren Kutschern. Jeder war ängstlich bemüht, als Erster ein Haus zu ver-lassen, in dem der Tod zu Gaste geladen worden. Und doch hielt die Neugicrde den eilenden Fuß noch an. In fernen Ecken, aus der von den hellstrah-lenden Fenstern nur schwach beleuchteten Veranda standen die Herren in Gruppen beisammen und flü» stovten sich traurige Wahrheiten zu. Man munkelt« von einem Diebstahl, auSg«-fuhrt von einem Bertrauten der Familie Hartenau, dem kleinen, zwerghasten AloiS Hubel. Und man wußte plötzlich so genau, wi« lange e« schon mit der Firma »Hartenau- schlecht gestanden hatte, und daß die Fallisement» der letzten Tage den Zusam« menbrnch dr» Hause» herbeiführen mußten. Während die Männer scheu und leise im Ber- borgenen ihre Meinung tauschten, vorsichtig, einer dem andern nicht trauend, scharten sich die Damen um daS Licht. Hier gab eS keine Heimlichtuerei nnd kein Beschönigen mehr! In demselben Raume, in welchem man soeben köstliches Fruchteis genascht und perlenden, gekühlten Wein getrunken, brach ma» den Stab über di« Wirte, die stets eine solenne Gastfreundschaft geübt hatten. Der protzenhafte Dünkel des Hausherr», die gierige Genußsucht der Frau gaben ein Thema ab, an dem sich all' die Zungen und Zünglein alter und junger Damen wetzten, bis zuletzt sür das Gift niedriger Boshei! ein neues Opfer gesunden wurde: die junge, schöne Witwe Karl Trenkhoff'S. Denn der arme, reiche Mann blieb wirklich ein Toter. ES dauerte noch geraume Zeit, bis das Schwei-gen, welches die Tidesnähe erheischt, über oer Billa Hart.nau lag. Weggesegt von der Hand des Unglück» war der Menschcnschwarm, der gekommen war, zu jubeln und dem hinterher schlotternde Angst die Glieder durchrüttelt hatte. Nur wenige dunkle Schatten huschten noch um da» HauS und durch de» beschnei-ten Garten. Die Nacht breitete schützend ihre Fit-lig« über die Stätte begrabener Hoffnungen uns hielt das ekelhafteste Geschmeiß fern: den Pöbe!, der frohlocke», wenn Mächtige in den Staub sinken . . . Noch war Hilda Trenkhoff nicht zum Bewußt-sein erwacht. Sie lag auf Antons Bett und Beru Kranz'auer ging einem Arzte zur Hand, der Wie-derbelebungSversuche anstellte. Um Anita kümmert« sich niemand. Sie hatte sich leise und scheu, stets daS helle Licht meidend, durch die gaffende Menge gedrückt, die sie passieren ließ, als fei sie ein« Unbekannte, längst Gestorbene. Sie gelangte in ihr Boudoir, ohne weiter belästigt zu werden. Hier stand ihr Schreibtisch und hier suchte sie nach Geld und Wertpapieren. Hier wartete sie auch auf die Entfernung der Gäste. Als sie sicher fein konnte, auf ihren Schleich-wegen Niemanden mehr zu treffen, tapple sie in ihr Ankleidezimmer, um Sammt und Seide von sich ab' zutun und Reifekleider anzulegen. Sie war auSge wiesen worden auS dem reichen, angesehenen, dem glücklichen Hause, was sollte sie noch hier, wo dos Elend sich zu Gaste geladen hatte? Vielleicht, daß sie den Mann noch einholte, der — klüger al« sie — sich am Raube btgnügte, während sie sich am Morde zu sättigen gedachte? Hinterlistig suchte Jener das Weite, unbtküm-mcrt darum, ob ihre de« Wcibe« Schliche und Ränke 4 von Erfolg gekrönt würde» oder die Missetaten» au km Pranger zogen. £?, sie hätte erzählen können, was vorgefallen war, während Anton sie in die Falle lockle wie ein hungriges MäuSlein. Sie sah ihren satten auS dem Saal ia fein Kontor eilend, die Augm blöde, die ,stände zitternd, die Füße kraftlos. Und an seiner Brust knisterten die Papiere, die sein Haus stürzten, deren kleine blaue Schriftzcichen die Macht besaßen, ein blühendes Geschäft zum Absterben zu bringen, die „Firma Harte««»* rechtlos zu machen. Und der Kaufherr, der stetS so viel stolzes Selbstbewußtsein zur Schau trug, ging händeringend in dem hellen, durchwärmten Raume auf nnd ab, wie ein zur Freiheit elwachsenes Tier im engen Käfig. Er ver-weilte am Geldschrank und wühlte in Fächern und Bücher», bis das Blut ihm siedend heiß in die Lchiäfen stieg und ein ErsticknngSgefühl ihm Hals und Brust bedrängte. Und endlich wagte er den Griff nach der Waffe, die so Vielen als die beste, zuverlässigste nnd mitleidigste Freundin im Gaukel» spiel des Lebens erschein». Aber ehe die Kugel den Weg gefunden, der seinen Endpunkt im RichtS oder im Zeiifeiis hat, riß Freundeshand die totbringende Waffe aus feinen Fingern. Und der wüste, grauen-hafte Kamps begann einem momentan von Verzweif-'lungswah»sinir Befallenen und einem MenfchlichkeitS-apostel, der die Lehre vertritt: was wein ist, ist auch dein! Die Wahnsinnskrast war Siegerin geblieben. -Wie so ost schon Halle das Schicksal seine Rätfelsrageii getan und dir Antworten gelacht, die MenschenweiSheit bereit hiel». Warum mußte der Erretter deS Hauses „Hartenau" tot vom Kampf-platze getragen weiden? Anita verschwendete nicht ihre Zeit mit Rätsel-lösen. Sie ging, ihre Kinder zu küssen, die friedlich in ihren Belichtn schlummerten. Heimlich, wie eine Diebin, verließ sie den stolzen Bau, dem sie Glanz verliehen, ehe er. wankend, sie unter seinen Trüm-meru begrub. Es war Liebe zu ihren Kindern, welche ihr gebot, ihnen eine Heimat, sei eS auch noch so ärmlich, zu sichern, während der Fuß der Mir» denn unstät und flüchtig durch die Welt irrte. Zwei Schwerkranke wußten in ihren irren Fie-berträumen nichts von den Schrecknissen des letzten Festes in der „Bill» Hartenau". Herr Iobst lag sprachlos und gelähmt in sei-nem reich geschnitzten Nußbaumbettgestell, über dem sich schwere seidene Draperien wölbten. Und in die Lande deS gesahrdiohendsten Typhus geschlagen, brach«e jede Minute die junge Witwe Karl Trenkhoff'S der Ewigkeit näher — wenn nicht die Le-benvkraft in dem zarten Körper ihre Wunder voll- führte! WaS wußten die beide:« Kranken auf ihrem weißen Lager von Gold und GoldeSwert? (Fortsetzung sotfit.) Hin Irauentied. Wo mag e» wohl stehn, das schlichte Grab, In welchem Teil der Karpathen, daS sie den Liebsten mein senkten hinab, Meinen tapsern. blonden Soldaten? Ich weiß nicht, weiß nur. daß Tag und Rächt Zm fernen und fremden Lande, Treu meine Liebe bäll Totemvacht An feinem verwiloerten Rande I Bin eine von Tausend. der'S also geht. Es weiß ja keine der Frauen Wo ihreS Liebsten Grabhügel steht Auf welcher der blutigen Auen! Wir suchen im Geist sie zu jeder Zeit Und schmücken sie reich mit Rosen, Betauen mit Tränen voll herbstem Lei» Die Gräber der Namenlosen! Zlse Woschnagg. Kochanleitung für Speisen aus Hafer-Reis Die Speisen sind für 4—5 Personen berech -»et. 1. Eingekochte echte Hafersuppe. (Empfehlen«-werter Ersatz sür harte ReiSsuppe.) I1/, Liter Rind-wppe. 15 Dekagramm Hafer. Den Hafer gibt man in d:e kochend«, abgeseihte Suvve und läßt ihn weich kochen. 2. Eingekochte falsche Hafersuppe. (Vorzüglicher Ersatz, sür falsche harte Reisiuppe.) 10 Dekagramm »udelig geschnittenes Wurzelwerk. 1*/. Liter Wasser. Sal,. 4 Pfefferkörner, 4 Gewürzkörner. 15» Dekag'amm Hafer. Wurzelwerk und Gewürze stellt man in kaltem Wasser zu und läßt e« kochen, gibt dann Salz und den Hafer dazu und läßt ihn weich koche» Anmerkung: Verfügt man über ein Stückchen Butter oder gedün-stete Schwämme, so kann man durch deren Beigabe den Gefchwack der Suppe verbessern. 3. Haferschleim-suppe. (Sehr nahrhafte Suppe, vielfach verwendet in der Kranken- und Kinderküche. i 20 Dekagramm Hafer, 1V* üiler Wasser (oder Knochenbrühe), Salz.. Hafer-wild in a/« Liier kaltem Wasser zugesetzt, weich ge-kocht, durch ein Haarsieb gedrückt, mit Wasser oder Brühe verdünnt und aufkochen gelassen. Anmerkung: Erhöhung des Nährwertes und GeschmackSverbesserunz durch Legieren (binden) mit 1 Eidotter, Zusah von Milch «aufgelöste Trockenmilch) oder ein Stückchen But^r. 4. Gedünsteter Haferreis. (Vorzüglicher Ersatz für gedünsteten Reis.) 20 Dekagramm Haser, Salz. 2 Dekagramm Fett, Wasser. Der Hafer wird gewa-schen, mit der ztveifachen Menge Wasser zugesetzt, ge-salzen und langsam weich gekocht. Wenn die Körner angequollen sind und da» Wasser «'«rdampst ist, gibt man fie in heiße» Fett uud läßt fie noch ausdünsten. 5. Haferbrei (gezuckert). (Nahrhafter, wohlbekömmlicher Brei, bisher vielfach für Kranken- und Kinderernährung verwendet.) 20 Dekagramm Hafer, > Liter Milch (auch aufgelöste Trocken- und Kondenzmilchj, Der Hafer wird in die kochende Milch gegeben und langsam weich ge» locht, etwas gesalzen und nach Geschmack gezuckert. Nummer 20 Deutsche Wacht Seit« 7 pfaff - näbmascbirie Unübertroffen im Nähen, Stopfen u. Sticken! Neueste SpezialApparate! v Niederlage bei :: Jos. Weren Manufaktur-Geschäft Cilli, Ralhaosgasse Z. 7861 VI 367. kacdmarbuitg. Der Landesausschuss bringt hiemit für die diesjährige Vor- und Nachsaison in der Landeskuranstalt Rohitsch-Sauerbrunn einhundert ermässigte Plätze zur Ausschreibung. Gesuch«? um Gewährung von Badebegflnsligungen für die am 1. Mai 1917 beginnende Vorsaison sind bis längstens 5. April, für die am 1. September 1917 beginnende Nachsaison bis längstens 1. Juli beim steier-märkischen Landesausschusse einzubringen. Durch die #Verleihung von Badebegünstigungen entsteht kein Anspruch auf die Absolvierung der Kar im heurigen Jahre, da infolge des Krieges der fortlaufende 11ttrieb der Kuranstalt für Privatparteion nicht unter allen Cnntänden gewährleistet werden kann. Bemerkt wird, dass Badebegünstigungen nur unter der Bedingung erteilt werden, da?s die Kurgäste in Anstaltsgebä'iden wohnen. Welters kommen in »1er Zeit vom 1. Mal bis Ende September 1. J. in Tobelbad unter der Voraussetzung. da ingarteurealit&t in Dstehntfr > &he vo Cilli in htrlichr l.jffif« tu verkaufen Üim-Ibe besteht au* eiKitm Wohnlmas nvb^t Zntrfhöt ur d Wirt-»cha slt.grbävdc »«wie Sullang ttr 8 StOck Viohil. Zar K<-ili'ät ech&rt ri i Ackerland, «■in Obuteartin, btpüann mit Aepfel-Itimip. - Kirschen- and / w tschk«nbaami n u d 1 ein schlagbarer Buch r.wild Der WlintB anen ist mit bei'&ufi; 3 Joch a ne-rikaaMi»cJteo K*ben be.tockr. Simtliehe U jr^'kt« b. finden «ich in entrm Za*tandi'. Ai (umfragto bei der Be» ii&renvertnitilnng d'-i t fctadtgenicird-j Cilli (Stadtamt, Stadt-s«kr«et4r Baus Blcefcinger). Vertreten durch: Rudolf Blum & Sohn Oiclidttkaiios- l Speosler-fiescbift Marburg Ecke Carnerie- n. Hllarlusstrass«. Aufträge nimmt entgegen: Peter Majdiö »Merkur* in Cilli. €fift 8 » ...in. . iu. JJ ftnilfiije jurtojt jiummn 26 wird ausgenommen. 23, parterre. - Grazerstrasse Rubinschellack, Schellack, Leinölfirnis kaufen in jeden Quantitäten Oldenbruch u. 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Dimetz Alois Fabian, Kaufmann Resi Kainer, geb. Dimetz Eugen Kainer, k. u. k. Hauptmann Minna Dimetz Schwiegersöhne. Anton Dimetz. dzt.in russ. Kriegs-GefseU. ^ Her|a Faöian Karl Dimetz Enk.ltanzn. Hermann Dimetz Kinder. fetnitbiue* l'eraairur.fl, Ziua an» .ewurtta^Kiuuö«! „ÜeUia" in litu;. - tmtfsunmcr feitet: Gu.v,