Kr Kunst, Wissenschaft und geselliges Leben. Nedigirt von Franz Hermann von Hermannsthal. .M 8^. Freitag am JG. Februar 1841. U3 > Von °^,er?e!,,chri!t erichrinen wochenilick zwe.Nummern,.,.« ern, ,el,r» ^.a, e,jedes Mal ein halber Bogen.»oaen. ^,eDer Preis des Blattes M aaniiiihria »a!^,»br!a ^ N. Durch bie f. l. wo!» inner cnuverr m,i rorio^reier Zulenduna a°n„äbri<, », balbiöbria 4 fl. C.N., >!«!> wird halbjabria «orau oe,ab!l. ^tüe l. f. Oouamlcr neome» Pränumeration an. 3n La,bach pränumerirl man beim Verleacr am Raan, Nr. ,yu, im ersten Vlotttte. ,a!°e I're.j üeü Glotte ist i n Laibac h ganiiähria». Tobend nun die muth'gen Magyaren Fragment Schwangen ihr in Blut getauchtes Schwert» aus Kastri 0 ta's Leben. Stürzten siegend nach den fiücht'gcn Scharen, Nach illyrischen Voltsgesäugen des ^nilre llocKIcK, zum ersten Mole Schnell erreichte sie das rasche Pferd. deutsch bearbeitet «on —r. Voller Sieg ward durch die Schlacht errrungen, (Fortsetzung.) Auch für Kroja ') in Albaniens Land ^ur o hat den Kaiser wohl «erstanden. Hat zur Räumung Iur o bald erzwungen! Doch er suhlt sich trüb' in seinem Sinn : Eine Vollmacht «on des Chiata " ) Hand. Mächtig zog's ihn zu den Mutterlanden. Zu den Seinen, zu der Heimath hin. Mit dreihundert Edlen uon den Seinen Er nur zieht in's theure Vaterland. Rasch kam er nach Serbien gezogen Freudig war Albanien sein Erscheinen, Mit dem ganzen türk'sche» Kriegcrheer. Und als wahrer Herr wird er erkannt. Seine Räch' und Pflicht hatt' er erwogen. Seines Voltes Knechtschaft schmerzt ihn sehr. Gleich als Kroja ihm ward übergeben» Nah»! er in die Hand sein rächend Schwert. Einen Brief er schnell an Ianf » sendet: Lyn' Erbarmen ließ im Kamps sein Leben, »Tapfrer Iank o «om Sibinjer Land, Wer der Christen Glauben nicht «erehrt. Kund thu' ich dir, daß ollhicr geendet. Meines Pflichtgefühles schwerer Stand.« Als das ganze Land er eingenommen Und das Volt «on Sclauerei erlöst. »Eine Kirche, einen Gott wir ehren. Als zur liebe» Mutter er gekommen. Glaube meinen Worten, meinem Schwur: Hat der Gram in Freude sich gelöst. Nicht will ich dir deinen Sieg erschweren. Flieh'» will ich zur heuimthlichen Flur.« Doch nicht lang genoß er diesen Frieden, Al i »aht der Landesgränze schon. "Iü o Kastriota' s cinz'gem Sohne, Vicrzigtausend Türken sind beschiede», Mir, der ich nun Kaiser Murath's Knecht, Ihn> zu rauben den errung'ncn Lohn. Mir gcbürtAlbaniens gold'ne Krone, Epir zu beherrschen ist mein Recht.« Schnell nun Iur o sammelt seine Treue», Fünfzehntausend war die ganze Zahl. "Treulos ward dem Vater ich entrissen, Nicht den miicht'ge» Feind die Tapfern scheuen, Treulos hat errungen er mein Land, Sieg nur oder Tod bleibt ihre Wahl. D'rum Hab' ich der Treue Band zerrissen Und der Pflicht entzogen meine Hand.« Uni das Land vor Sclaüerei zu schütze». Zöge» Alle, für den Kampf entbrannt. Glaube — Freiheit — dies sind miicht'ge Stützen. »Drei der Brüder hat er mir getödtes. Brennend schlägt das Herz für's Vaterland. Die mit mir er schleppte in sein Reich. D'rum. wenn morgen dir der Lss sich röthel, Unter Kroja bald die Helden standen,Rüste dich — bald ist der Sieg für euch.« Uni gerüstet in die Schlacht z» geh'». Eine hcil'ge Stille war entstanden,Kaum versunken war die Nacht im Norden, Innigst sie um Schutz zum Himmel fleh'n. Scl,°n die Feinde sich entgegen zieh'». Mörderisch ist bald die Schlacht geworden. Iur o spricht: „Nicht schreck' euch, liebe Brüder,Bis man Iu r 0 sah sich wenden — flieh'». Unsrcs Feindes größ'rc Kriegrsmocht: Mohamme d nur preisen ihre L,cder, Als die Türken diese Flucht ersehen Uns hat Christus' Glaube angefacht!« Von dem Held, der nie die Furcht gekannt» (Beschluß solgt.1 Wollen sie nicht mehr den. Feinde stehen» ') Die v°» de» Türken besetzte Hauptfestung i» Arblinien, Alles hat den Rücken bald gewandt. " ) Vepollmilchtigtcr Geheimschreiber. 3HO Geschichte Kaiser Friedrichs iv. „„h seines Sohnes Wtnxinlilian i. Von Joseph Chniel. Erster Band. Hamburg bei Perthes. 1840. (Mit besonderer Rucksicht auf Krain angezeigt von A. C.) (Fortsetzung.) Der Herr Verfasser, immer bemüht, wenigstens das Wirten Anderer anzuregen, wo er mit seinen Mitteln nicht ausreicht, erneuert jene Aufforderung mehrmals und erwirbt sich dabei noch das Verdienst, stets die Puncte naher zu bezeichnen, denen eine emsige Forschung zunächst zuzuwen­den wäre. Da sich höchst wahrscheinlich Manche von d.'N Lesern dieser Zeitschrift in der erwähnten günstigen Stel­lung und Lage befinden, so halte ich mich verpflichtet, je­desmal diese Andeutungen, auch als meinen Wunsch, wie­derzugeben. Die landesfürstliche Macht betrachtet nun der Herr Verfasser sowohl im Verhältnis; gegen den Kaiser Sigmund , welcher die Macht des innerösterreichischen Herzogshauses zu schwächen suchte, als zu den im Lande begüterten Reichsfürstcn, die sich der Ausübung der Lan­deshoheit über sie zu entziehen suchten, und mit dem Lan­desherrn auf dem Fuße der Gleichheit verkehren wollten. Solche waren: das Erzstift Salzburg, das als Diöcesan, als Güterbesitzer und Lehensherr vieler Edlen oft in Streit mit dem Herzoge kam, worüber eine Masse von Einzeln­heilen geliefert wird, die ungemein viel Licht auf das Le­ben in jenen Verhältnissen werfen; das Hochstift Bamberg in Kärnten, im Besitze eines Landgerichts, worüber es oft mit den benachbarten Grundbesitzern in Reibungen gerieth; die Grafen von Görz, zu deren Geschichte alle in diesem Zeiträume aufgefundenen Notizen gegeben werden. I m Ganzen war die Macht des Landesfürsten in Inneröster­reich weit zerstückelter, mannigfach gehemmter, und ungleich mehr geschwächt, als die der beiden andern Habsburgischen Linien: ein Umstand, der für die ganze Geschichte Fried­richs von der außerordentlichsten Wichtigkeit ist. — Dieser Darstellung der Verhältnisse des Landesfürsten folgt die der einzelnen Stände, mit allen ihren Vortheilen und Pri­vilegien einerseits, mit ihren Lasten und Leistungen ander­seits. Um von dem Klerus zuerst zu sprechen, geht der Herr Verfasser die drei Länder Steiermark, Kärnten und Krain besonders durch und stellt zusammen, was ihm seine Ma­terialien für die Geschichte des Säcular- und des Regu­larklerus geben. Wie viel kann ein emsiger Forscher, dem Gange des Herrn Verfassers folgend, für die Kirchenge­schichte, namentlich Krains, nech geben! Auf Seite — 143 behandelt das Werk, nachdem z. B. den Bischöfen von Freisingen und Gurk. Auch Her­zog Friedrich befreiie das Kloster von allen Schatzsteu­ern, und bestätigte seine sämnttlichen Privilegien und Frei­heiten , deren der Orden immer neue vom apostolischen Stuhle erhielt. — Auch Freudnitz (später Freudenlhal) hatte in diesen Jahren wohl allerlei Anfechtungen und Ve­irrungen zu dulden, empfing jedoch noch ungleich mehr Be­weise von Zuneigung und Vertrauen. Die Prioren Fried­rich und Andreas legten die Streitigkeiten, z. B. mit den Auerspergen, bei, und erwarben, besonders durch Stiftungen und Vermächtniße, der Carthause Güter und Gülten, wodurch ihren Bedürfnissen für die Zukunft eine kräftige Beihilfe und Unterstützung erwuchs. H. Fried­rich bestätigte diese Erwerbungen,' ohne daß jedoch die Klosterimmunitätcn darauf ausgedehnt werden sollten. Ueber das innere Leben der kirchlichen Vereine und Institute sind die bis jetzt vorliegenden Daten äußerst karg. — Noch dunkler und lückenhafter ist die Geschichte der innerösterreichischen Adelsgeschlechter, für welche Monogra­phien, wie uns S . 11? die der Grafen v. Cill y verspre­chen wird, äußerst wünschenswert!) sind. Wie wichtig die zum Reichsfürstenstand emporstrebenden Cillye r auch für Krain waren, zeigt der am 21. Februar 1130 erlassene Schiedsspruch H. Albrechts V. zwischen dem Herzoge Vormunde Friedrich und den Grafen Hermann v. Cilly über den zwischen beiden streitigen Besitz der Dörfer Co­mey, des Zirknitzer Sees, mehrer Hüben der Pfarren Mo­räuzh und Waatsch, eines Thurmes in Krainburg, einer Alpe ober Stein. Nach sorgfältiger Erforschung der Streit­sachen erklärt H. Albrecht, die beiden Dörfer Comey und die Hälfte des Zirknitzer Sees gehöre zur Herrschaft Aoels­berg, welche das herzogliche Haus einst von den Sieg­bergen gekauft, und verweist die übrigen Punkte auf den Rechtsweg. Der darauf gefolgre Vergleich vom 16. Juli 1131, wodurch Comey und der Thurm in Krainburg den Cillyer n überlassen wurde, übergibt dafür dem Her­zoge die von Cilly als Erben der Orten bürg er pfand­weise besessenen Herrschaften Landstraß, Weichselburg, Stet­tenberg und Neustädcl. Der junge Herzog Friedrich regulirte später dllrch einen eigenen Vertrag vom 15. April 1433 die Grenzen der beiderseitigen Herrschaften, Von den angesehensten Geschlechtern Krains werden behandelt: die Herren von Walsce, welche in der Gegend des Karst 34? ^eich begütert waren; die Gallenberger, deren Fami­lienhaupt Niklas wohl in Erwerbung von Gittern glück­lich war, aber mehr auch wieder als Buße für den Land­friedensbruch verlor, den er durch den räuberischen Ueber­fall der Stadt Stein begangen; Hohenwa>rr, von welchen Osterberg an die Gallenberge überging; Stegberg, Rauber, Osterwitz, Tschernembl (Martin Tscher­nembl hatte das Vizthumamt im Herzcgchume Krain bekommen) u. a.; und in der Beilage Hl. das krainische Lchenregister von den I . 1424 — 1434 mit «8 Nummern gegeben, in welchen wieder viele krainische Edle vorkommen, wie die Ab falterer (deren Familie auch die Priorin Agnes von Micheistet ten angehörte), Auersperge, Lamberge, Lichtenbergs, Schloßberger, Schnit­zenbaum er u. s. w. (Fortsetzung folgt.) Giniges a«s China. (Fragmente aus »Chi»». Nach dem englischen Missionar Me l hurst.« Etuttgart. 1Ü4N. Von Tsching-tang, dem Stifter der zweiten Dynastie, 1763 vor Chr., erzählt man, daß er sein Volt gelinde re­gierte, Bedrückungen abschaffte, und den Liedlmgsneigun­gen der Menge nachgab, so daß alle Parteien sich ihm zuwandten. Unter seiner Regierung kam eine siebenjähri­ge Dürre vor, und als man ihm sagte, daß Gebece darge­bracht werden müßten, erwiederce er: „Ich wünsche blos um meines Voltes willen Regen, und können Gebece die­sen bewirken, so will ich selbst sie darbringen." Er fastete hierauf, schnitt sich Haare und Nägel ab, fuhr auf einem Trauerwagen, und nachdem er sich, um einem Opferchiere zu gleichen, mit weißem Schilfe umwunden, begab er sich in die Wüste der Maulbeerbüsche und rief zum Himmel: „Laß nicht das Leben des Voltes um der Schuld eines Einzigen willen verwirkt sein!" Darauf bekannte er seine sechs Fehler, indem er sagte: „Ist meine Regierung etwa zu üppig? oder wird das Volk nicht gehörig beaufsichtiget? oder sind meine Paläste zu hoch? oder meine Minister zu zahlreich? oder «Verden zu viele Geschenke gemacht? oder sind der Schmeichler zu viele?" Kaum hatte er seine Rede geendet, so fiel der Regen über mehre tausend Morgen Landes herab. 1121 vor Chr. kamen fremde Gesandte aus dem je­tzigen Cochin-China an den Hof, und beschenkten den Kai­ser mit einem weißen Pfaue. Als sie auf der Heimreise des Weges verfehlten, versah sie der erste Minister mit ei­nem »nach Süden weisenden Wagen", mittels dessen sie ihr Land nach einer Iahresreise wieder erreichten. Daraus sehen wir, daß in China schon zu einer so frühen Zeit der Gebrauch der Magnetnadel bekannt, und sie zu nützlichen Zwecken verwendet ward. Es ist ein alter Regierunggrundsatz der Chinesen, daß, wenn das Volk hungrig ist, es weder den Lehren des Rech­tes noch des Eigenchumes gehorcht, ist es aber wohlgenährt, so ist es am leichtesten zu regieren. Daher ist ein aus den ältesten Zeiten herstammender Gebrauch, daß der Kaiser dem Fleiße des Volkes ein Beispiel giebt, indem er jedes Jahr einmal den Pflug persönlich und öffentlich führt, wäh­rend die Kaiserin dasselbe hinsichtlich des Weberstuhles thuc. I n der Classification der Stände stellen die Chine­sen die Gelehrten Allen voran; bei ihnen ist die Gelehr­samkeit ein Schritt zur Ehre; unmittelbar nach ihnen folgt der Landwirt!): denn da er für die erste Erzeugung der unmittelbaren Lebensbedürfnisse sorgc, ist er viel wichtiger, als der Handwerker, der blos den Rohstoffen eine andere Gestalt giebt, und als der Kaufmann, der gar Nichts er­zeugt, sondern nur die Bedürfnisse um des Gewinnes wil­len ein- und austauscht. Der Chinese ist ungemein sparsam. Man ersieht Dies an ihrer Nahrung, Kleidung und an ihren Wohnungen; in all diesen Dingen vermeiden sie den Ueberstuß und be­schränken sich auf das mindest Kostspielige. Die Nahrung eines Chinesen besteht in der Regel aus ein wenig Reis und eingesalzenen Fischen oder eingesalzenem Gemüse; hierzu wird gewöhnlich eine Kohlgattung verwendet, die, durchaus mit Salz geschwängert, dem schalen Reise Wohlgeschmack verleiht und dadurch ihre Nahrung verbessert. Zuweilen bringen sie einige Abwechselung in diese Gemüse durch ge­wiß« Zubereitungen von Hülsenfrüchten und Hirse, und noch seltener werden einige Unzen Schweinefleisch mit den Gemüsen gedämpft, so, daß zwei Loch Fleisch auf zehn Loth Gemüse kommen. Die gewöhnliche Speise des Armen besteht in süßen Karcoffeln oder Jemwurzeln, hier und da mit ein wenig Reis in einer Menge Wasser gekocht; alle Monate einmal kann es vielleicht ein Schwcinefleisch­mahl geben, und an hohen Festtagen ein wenig Geflügel. Gegen den Genuß von Rindfleisch haben sie ein heftiges Vorurtheil, weil die Ochsen zur Landwirthschaft gebraucht werden, und sie es für eine Schande halten, ein armes Thier, nachdem es sein ganzes Leben lang in ihrem Dien­ste gearbeitet, in Stücke zu hauen, dann von seinem Flei­sche sich zu nähren und Schuhe aus seiner Haut zu ma­chen. Schafe und Ziegen können sie nicht viele halten, weil sie keine eingefriedeten Weiden haben und jene, wenn man sie auf den Feldern und in den Gärten herumlaufen ließe, mehr, als sie wcrih sind, verderben würden. Daher werden sie nur in bergigen Gegenden gehalten und dort nur unier Aufsicht des Hirten, so daß man in den frucht. baren und bevölkerten Theilen des Landes selten Schaf, fleisch findet und ißt. Dagegen halten die Chinesen sich an Hunde- und Katzenfleisch, welches so theuer als Schwei­nefieisch ist. I n Ermangelung dieser Fleischarten scheuen sie sich aber auch durchaus nicht, Gerichte von Ratten und Schlangen zu bereiten, und Reptilien aller Art wer­den von dem Volke, das aus Mangel an Unterhalt oft in große Noch versetzt wird, sowohl als Nahrung- wie als Arzneimittel gebraucht. Thiere, die an Krankheiten sterben, selbst solche, die bereits m Fäulnis; übergegangen 348 sind, werden von dem nach Nahrung suchenden Landvolle gierig verzehrt, wenn dieses sie findet. Kurz die Chinesen besitzen Mägen, die so wenig wählig sind, als man sich es nur immer denken kann; jeder thierische Stoff, von der Haut bis zu den Eingeweiden, und eben so fast alle Pflanzenstoffe, von den Blättern bis zur Wurzel, müssen zum Lebensunterhalte dienen; ja sogar einzelne Theile des Mineralreiches bleiben um dieses wichtigen Zweckes willen nicht unverschont, wie denn die Chinesen in großer Men­ge Opus geniesien, den sie mit Hülsenfrüchten mischen, und eine Art Gallerte daraus bereiten, die sie sehr lie­ben. Ein Stück Grund, das zum Unterhalte eines Eu­ropäers nöchig ist, reicht für drei bis vier Chinesen hin. (Forlsetzung folgt.) Neues. (Unglück durch Glücks Das große Loos der preußischen Staatslotterie, welches» unter neun Ziehungen zum fünften Male nach Breslau fiel, ist dort von einer Menge armer Leute gewonnen worden, und zwar sind ein paar Nachtwächter, ein Schustermeister mit seinen Gesellen, eine Oebstlerin, mehre Krankenwärter, Taglöhner und ein Hausknecht die Glücklichen. Letzterer aber ward dadurch höchst unglücklich. Es war nämlich ein Gesellschafispicl, wozu man verschiedene Einlagen, und diese theilweise ma­chen konnte. Der Hausknecht hatte seiner Frau jedesmal 15 Silbergroschen eingehändigt, selbe dem Collecteur zu übergeben. Als er- nun von dem Gewinne seiner Num­ mer horte, lief er sogleich zu dem Inhaber des Looses, um sich von der Wahrheit zu überzeugen, und als er sich zugleich erkundigte, wie viel er auf seinen Theil bekomme, erstaunte er nicht wenig, zu hören, daß seine Frau je­desmal nur 9 Silbergroschen gebracht habe. Wüthend rannte er nach Hause, fragte seine Frau, ob sie wirklich nur » Silbergroschen jedesmal abgeführt und wassie mir dem Uebrigen gemacht habe, und da sie erwiederte, es sei ihr bei ihrer Armuch zu viel für's Spiel vorgekommen, und sie habe für die abgezogenen 6 Silbergroschen jedesmal ihren Kindern Etwas gekauft, ergriff er ein Stiefelholz und schlug so rasend auf die Arme los, daß sie bewußt­los zu Boden stürzte. Auf ihr jämmerliches Geschrei wa­ - ren mehre Nachbarslente, jedoch zu spät, herbeigeeilt. Durch ärztliche Hülfe ward die Frau zwar noch einmal in's Leben gerufen, einige Tage später aber starb sie. Der Mann ist in Gewahrsam gebracht und seine zwei kleinen Kinder sind bei einer Nachbarsfrau in die Kost gegeben worden. — (Victor Hugo,) der berühmte französische Dich­ter, ist nun endlich nach vielen Kämpfen zum Mitglieds der Akademie gewählt worden. — (Für Pädagogen.) Ein Gerichtshof in Massachu­setts hat entschieden: daß ein Schulmonarch seinem Zög­ling wegen eines ^kleinen Vergehens" nicht über — ?3 Hiebe geben darf! — (Eisenbahnen.) An der vielbesprochenen Eisenbahn von Venedig nach Mailand wird nun endlich thätige Hand angelegt werden. — Die Eisenbahn zwischen Warschau und der österreichischen Grenze, welche sich an die Ferdi­nands Nordbahn schließen soll, ist bereits im Baue be­griffen ; bis zu Ende November waren 4000 Arbeiter da­bei beschäftiget und man hoffte, noch bis zu Ende des Jahres 1810 mit dem größern Theile der Erdarbeiten fer­tig zu werden. Es ist einleuchtend welchen Einfluß die beiden Bahnen auf den großen Verkehr, der zwischen den k. k. österreichischen Staaten und dem Norden Statt siiv det, haben werden; schon jetzt sind die Vortheile, welche durch die Nordbahn allen Zweigen des Handels und Be­triebes zugehen, wahrhaft segenreich zu nennen. — Literatur Neuer Licderfrühling, von I. N. Vogl. Wien, 184«. Verlag und Druck von I. N. A5 allishousser. Balladen und Romanzen, von I. N. Vogl. Wien l»N. Druck und Verlag wie oben. Neue Blüthen an dem fruchtbaren Baume des Talentes I . N. Vogl's ! Ein Band lyrischer und ein Band epischer Gedichte, wovon Viele zwar theils in den verschiedenen Tagsblättern, theils in Taschenbüchern und den, österreichischen Musenalmanache für l»4ll zu lesen waren, für de« ren Sammlung aber jeder Freund der vaterländischen Muse de». Dichter dankbar sein muß. Wir aber tonnen nicht umhin, die bedeutendere Voll« tommenheit und Frische der Romanzen und Balladen vor dem »neue» Lie­derfrühliug" auszusprechen, und bedauern, daß Vog l sein schönes episches Talent nicht einem ganze» großen Nane widmen zu wollen scheint, der den Nuhm deutscher Sä'uaerkuust in ferne Jahrhunderte trage» würde, sonder» daß er seine Kraft mit dem Bilden von kleinen Gemälden zersplittert < die dem Hauche der Zeit nicht so leicht widerstehen können, und der Mode des Geschmacks nur zu sehr unterworfen sind. Die Gedichte des »neuen Lieder­frühlings" sind im Durchschnitte sanfte Lrgießungen eines schwellenden Dich» terherzens, si» weine» Zähre» des Gefühls, spielen mit Blumen und Wol­len, und schließen mit Todcsgedanken. Nun , das sind wohl zarte, liebliche Gedichte, aber wir glauben, daß der Aeolsharfe eines liefern lyrischen Ta­lents der Sturmwind der Zeit-und der Nerhältniße originellere, kräftigere und «ollertöncndc Akkorde entlocken würde. Wir heben als vorzüglich her­aus: »Verfinsterung,« »Abendgang/' »Blumcnwonne,« »Pappelbaum>, »Waldlied". »Wcberlied", die »Seiltänzerin» und die «Hommcrknechtlieder«, dann ein humoristisches Gedicht: »das Lied auf Reisen«, und zwei satyrische: »Moderne Romanze" und »Spatzenlyrik«—V o gl's Romanzen und Balladen hingegen gehören zu den» Besten, was die moderne Muse in dieser Gattung in deuscher Zunge geleistet hat. Bald sind es Stimmen alter Sagen, bald sind es Lieder des Volkes, bald geistreiche, keck hingeworfene Sitten- und Characterschilderungen, aber alle Von tiefer poetischer Auffassung und mei­sterhaft in der Form. Aus der gegenwärtigen Sammlung sind besonders zu erwähnen von den Romanzen: »Die Soireescenc", der »Krämpelstein'-, die »Kosakcnhochzeit", »Donna Anna", der »Reccnscnt in, Walde", und von den Balladen »des Todtengräbcrs Kind", »Tanz und Musik", »Räu­bers Abendgang", »Herrn Günthers Kampfzug", »der Dorfspielmann", der tolle Grenadier" und die »verfallene Mühle», zwar dieselbe Idee, aber je­desmal meisterhaft durchgeführt, dann weiter »der nächtige Reiter zu Prag," »die vierte Stimme" und »das Weib des Räubers" mit dem schauerlichen «Ums Hochgericht flattern die Raben." — So haben wir Vogl' s neuesse Dichtuugen allen poetischen Freunden anempfohlen, und wollen, um dem Urtheile Niemauds Schranken zu setzen, einige derselben den Lesern dieser Zeitschrift, wie es Raum und Muße gestatten werden, selbst vorführen. acutus. Berichtigung I n meinem Berichte aus Adelslxrg vom 2». Jänner ««' ) wurde irrthümlich das Dorf 8nainbie im Bezirke Feistritz als der Ort angegeben, in welchem sich der schauderhafte Todessturz des Meßners auf dem eisübcr­glä'tteten Berge zugetragen. Dieß Ereignis» fand im Bezirke Sesano, «»>> zwar in» Dorse Baren statt. Verzeihe daher, belichtlesende Menschheit! und auch Du , Geist des dahingeschiedenen Meßners! und rage aus Deinen unbekannten Regionen nicht feindselig in mein friedliches Erdensein herein. Die Thalsachc aber, welche, wie ich erfahren, Einige bezweifeln, wird voll­kommen verbürgt. Adelsberg den l5. Februar l»41. Schm—pfi. ') Siehe Nlatt Nr. 8i. Laibach. Druck «ud Verlag des Joseph Blasnik.