Laibacher Zeitung. .?« 3O3. Donnerstag a«, 4. September »8H« Die „Laibachcr Zcitmiq" erschrint mit A,ls»ah,ü.' dcr Sonn- lino Flirrtaqe, täglich, u»o kostet sa,,,»,f ^.„ «u ,s ^ ^ ^ ----------------------__________ Amtlicher Theil. <^>e. Majestät haben mit allerhöchster Entschlie-siung vom 28. August d. I., den Rath des bestandenen Thesaurariats, Otto v. Honnamon, znm Oberfinanzrache bei der k. k. siebenbürgen'schen Fi-nanz-Laudesdirection allergnädigst zu ernennen geruht. Se. k. k. Majestät haben mit allerhöchster Ent-- schliesiung vom 23. August d. I., den Finanzrath der k. k. Finanz - Landesdirection für Oesterreich ob und unter der Enns, dann Salzburg, Dr. Carl Ritter v. Stremnitzberg, zum Oberfinanzrathe bei der gedachten Behörde allergnädigst zu ernennen gernht. Das Finanzministerium hat die bei der k. k. Landeshauptcasse in Graft erledigte Controllorsstelle dem Hauptamts-Director der bestandenen dortigen k. k. Gefallen-Haupt- und Vezirkscasse, Franz Thurner, verliehen. Nichtamtlicher Theil. Zur Frage der Karstcultur ... .'X Ueber vorstehendes Thema sind uns seiner Zeit in diesen geschätzten Blättern znm Theile sehr schätzbare Ansichten zugekommen; allein wir halten dasselbe noch bei Weitem nicht für erschöpft. Ans diesem Grunde, nnd weil die Karstcultur nicht nur für unser specielles Vaterland, sondern für das ganze Reich, von augenfälliger Nichtigkeit ist, da es sich hierbei neben dem Hauptzwecke eine grosie verödete Landstrecke dir Bodencultur wieder zurückzugewinnen, auch um Sicherung eines sehr benutzten Verkehrsweges handelt, der durch Anlage des Schienenweges eine noch größere Bedeutung erlangen wird, haben wir uns zur Veröffentlichung des nachstehenden, einem andern Zwecke gewidmet gewesenen Aufsatzes entschlossen; zumal, wie wir glauben, die mehrseitige Besprechung des Gegenstandes znr klaren Anschauung und zur Berichtigung irriger Ansichten desselben unzweifelhaft beitragen wird. Hierbei bemerken wir jedoch, dasi dieses Ma-teriale schon znr Zeit zusammengetragen war, als dieser Gegenstand das erste Mal in dieser Zeitung angeregt worden ist, daß wir daher andere Arbeiten, obgleich sie uns nicht fremd bleiben, dazn nicht benutzt haben, wie dieses auch der Inhalt desselben zeigen wird. Ueber den Um,^nd, welche Ursachen und besondern Ereignisse einst den Karst und das diesen Landstrich zunächst umgebende Gelände, in der Vorzeit in seinen gegenwärtigen, fast ganz sterilen Zustand versetzt haben, ^errschen verschiedene Ansichten, die sich mehr oder weniger von der Wahrheit und von den Naturgesetzen entfernen, folglich zn Trugschlüssen führen könnten, falls sie die Prämissen zu Folgerungen bilden sollten: wie dem Nebel, unter dem^ das Karstgebiet leidet, abzuhelfen wäre; denn es ist nicht zu bezweifeln, daß sich aus der richtigen Auffassung eben dieser veranlassenden Ursachen, so wie des gegenwärtigen thatsächlichen Zustandes des Karst-gebietes , die Art und Weise der Abhilfe mit einiger Sicherheit wird bestimmen lassen; indem wir annehmen, daß, wenn diese Ursachen beseitiget oder beho- ben würden, wieder ein normaler Znstand auf diesem Erdstriche herbeigeführt werden würde. Deßwegen halten wir es für unsern Zweck für nothwendig, neben den schon bekannten Erklärnngs-I weisen jener Ursachen, welche den Karst in seinen gegenwärtigen unfruchtbaren, unwirthlichen und allen Schrecknissen entfesselter Elemente preisgegebenen Zustand versetzt haben, auch unsere Ansicht darüber mit einigen Worten zu skizziren, es übrigens dem gesunden Urtheile Sachverständiger überlassend, welche Ansicht die richtige ist; wobei wir jedoch auf eine Critik der über diesen Gegenstand, von unseren abweichenden andern Ansichten, nicht eingehen wollen. Unserer vollsten Ueberzeugung nach war der Karst nicht immer die öde Steinwüste, als welche er sich dem Beschauer gegenwärtig darstellt. Die allenthalben in den Steinklüften desselben, sowohl anf den Höhen nnd Niederungen vorkommende sehr humusreiche Erde und vtele in derselben enthaltene, noch kennbare Reste vegetabilischer Stoffe weisen unzweifelhaft auf eine, vor Zeiten dagewesene, ausgedehnte Vaumvegetation hin, welche sich selbst überlassen und der Willkür der Menschen preisgestellt, auf irgend cine Weise im Laufe der Zeit zerstört worden ist. Wenn es uns nun auch die (^schiclM nicht überliefert hätte, daß der Karst ehemals ein großer, ausgedehnter Wald gewesen sst, so würde uns dieses die Autepsie des dortigen Erdreiches, und die Art und Weise des Vorkommens desselben, gelehrt haben.— Die Vernichtung der Baumvegeiation auf dem Karste mag als di^ primitive Ursache der so außerordentlichen Verschlechterung des Clima's, welche die geographische Lage sehr begünstigen mochte, angesehen werden. Als einmal die Höheuzüge und Freilagen auf diesem Landstriche entwaldet worden waren, gewannen die Luftströmungen auf demselben ihren gegenwärtigen orkanartigen Charakter. Die Wälder im Allgemeinen mildern das örtliche Clima der Länder, wenn sie in einem günstigen Verhältnisse zur Gesammtfläche in denselben vorkommen; dasselbe verwildert und wird rauh, wenn sie fehlen, oder wenn sie im Ueberflusse vorhanden sind. — Dieses günstige Verhältniß beträgt in den Breitegraden, welche Oesterreich emnimmt, je nach der mindern oder grösiern Exposition der Länder, 26 bis 33 Procent der Gesammtssäche, im Hochgebirge auch um einige Procente mehr. Als nun durch das Zusammenwirken verschiedener Ursachen, die wir ver-mnthen, aber nicht mit voller Bestimmtheit augeben können, die Höhenzüge und Freilagen auf dem Karste entwaldet worden waren, wurde auch, der Grund zur Zerstörung der übrigen Vegetation gelegt, welche nun successive immer mehr vorschritt, bis sie ihren gegenwärtigen Umfang erreicht hat. Wir nehmen nämlich an, daß die Luftströmungen auf dem Karste in nicht gewöhnlicher Stärke zwar immer vorhanden waren, doch aber dann erst auf seine Oberfläche so verderblich wirken konnten, als die natürlichen Schutzwände — die Wälder — vernichtet worden waren, und so den heftigen periodischen Luftströmungen, welche eine förmliche Landplage dieses Landstriches ausmachen, wie man zu sagen pflegt, Thür und Angel geöffnet wurden. Diese Ansicht gewinnt um so mehr Consistenz, wenn wir die geographische Lage des Karstes hierbei mit in Anschlag bringen. — Der Karst liegt nämlich zwischen zweien sich schroff entgegenstehenden cli- matischen Gegensätzen. Im Norden und Nordosten ist derselbe von einem breiten Gürtel, einem kälteren, rauheren Clima angehörigen Gebirgszügen umgeben, während er an seinem südlichen und südwestlichen Nande von Landstrichen und Gewässern begränzt «st, die dem wärmereu italienischen Vlimq angehören; welches, jemehr man südlich gelangt, in immer größerem Gegensatze zu jenem, der Hinterländer, steht. Zwischen diesen beiden Gegensätzen bildet nun der Karst, vermög seiner geographischen Lage, den vermittelnden Uebergang. Wenn in den Gewässern des adriatischen- oder mittelländischen Meeres nnd in Italien durch erhöhte Temperatur das Gleichgewicht der Atmosphäre gestört wird, d. h. eine Verdünnung derselben eintritt, so suchen die kälteren, sonach schwerereu Luftschichten des Küstengebietes dieses Gleichgewicht wieder herzustellen , indem sie gegen den Ort des gestörten Gleichgewichtes so lange zuströme», bis dasselbe wieder hergestellt ist, und in den Luftschichten eine Stagnation eintritt, nach welcher die Bewegung derselben wieder normal wird. Dieses ist nun der Entstehungsgrund der Bora. Wegen der größern spezifischen Schwere der untern, kältern Luftschichten kommen hauptsächlich diese bei den: Wehen der Bora in Beweglmg, während dcr Scirocco die obern Luftregionen mit gleicher Stärke in Bewegung bringt. Das Wolkcittreiben bei Südwinden zeigt dieses augenscheinlich; denn, während bei der Bora kaum eine Bewegung in der Wolkenregion wahrzunehmen ist — weil die Winde unterhalb wegziehen — treibt der Scirocco die Gewölke mit einer Schnelligkeit vor sich her, von der wir unten oft ^ar nichts fühlen. (Fortschling folgt.) Vierte öffentliche Verhandlung der dritte« Schwurgerichts - Sitzung in Laibach am 1. September 1831. (Schluß.) In der Nacht vom 7. auf den 8. August l. I. wollte sich Joseph Jäkel zur Magd des Wirthes Franz Kramer, vu!^l> Tominc, in Kronau einschleichen, welche sonst auf der Dreschtenne schlief. Als er jedoch anf diese gelangt war, fand er auf derselben, anstatt der Magd, den Wirth Franz Kramer und dessen Mutter, welche beide, da in ihrem Hause gebaut wurde, vor einigen Tagen ihre Schlafstätte Hieher verlegt hatten. Joseph Jäkel untersuchte nun die Kleider der Schlafenden und fand in der Weste des Franz Kramer 1 Gulden in Münzscheinen und Vier-telguldenbanknoteu, nebst einem kleinen Schlüssel und in dessen Hose ungefähr 30 kr. in Kupfermünze und Groschenstücken, dann ein Taschenmesser im Werthe von 30 kr. In dem Kittelsacke der Maria Kramer hingegen fand er 2tt kr. m Münzscheinen. Mit diesen Gegenständen begab er sich von der Dreschtenne herab, stieg sodann bei einem unvcrgitterten Fenster in die Trinkstube des Franz Kramer'schen Haufts, gelangte aus derselben in das Vorhaus, und kam durch eine offenstehende Thüre in das Extrazimmer, iu welchem der von Franz Kramer als Wachter bestellte Knecht, Martin Makovc, schlief. Hm öffnete er mit dem in der Westentajche des Franz Kramer gefundenen kleinen Schlüssel die Laden ews Schub, 834 ladkastens, und nahm ans der untersten Lade eine schwarze Cbacouille, in welcher sich verschiedene Geldorten, im Gesammtwerthe von 306 ff. 28 kr., befände. — Nachdem Joseph Jäkel das Geld aus der Chatouille genommen hatte, warf er dieselbe hinter der Dreschtenne des Franz Kramer weg, woranf er ans dessen Wirthschaftshanse noch eine Handhacke im Werthe von 30 kr. nahm. Doch der allgemeine Rnf in Kronau bezeichnete ihn als den Thater dieser vielen Diebstähle. Diesi und der Umstand, daß Joseph Jäkel, trotz seines beim k. k. Bezirks - Gerichte in Kronan gegebenen Versprechens, znr Nachtzeit herumschwärmte, gab dem Bez.-Gerichte Veranlassung, ihn, znr Beruhigung der Leute, an das k. k. Bez. ^ Colleg. - Gericht in Nadmanns-dorf abzuliefern, zu welchem Zwecke er dem Gerichtsdiener Michael Durst übergeben wurde. Auf dem Wege zwischen Karner - Vellach und Bach fand jedoch Joseph Jäkel eine Gelegenheit, dem Gevichtsdiener in den Karner-Wald zu entfliehen, worauf er sich nach Karnten begab, und durch mehrere Tage in der Gegeud von Villach umhertrieb. In der Nacht vom 14. auf den 16. September v. I. kam er nach Unterwurzen, wo er aus der versperrten Mühle des Mühlpachters Georg ^luga 2 Säcke Mehl, im Werthe von 8 fl. 40 kr., entwendete. Am 21. September 1860 Abends verbreitete sich endlich in Kronau das Gerücht, daß sich Joseph Jäkel daselbst bei seinem Bruder befinde, worauf sich sogleich die beiden Gerichtsdiener in Begleitung des Gemeiudedieners dahin begaben, und den Joseph Jäkel endlich auf dem Stalle in einem Winkel unrer Balken, worauf eine Masse Stroh gelegen war, fanden und arretirtcu. — Sowohl in diesem Hause, als auch in den Verstecken des Joseph Jäkel in Grosi-Meuc», xk Kumllllimn und in den llri/mlvovvii rolx I», wohin er noch in der Nacht seiner Arretirung eine gerichtliche Commission geführt hatte, wurde ein gro< ßer Theil der verschiedenen entwendeten Gegenstände, namentlich das dem Franz Kramer gehörigen Geldes vorgefunden. Am 23. September v. I. wurde Joseph Jäkel nach Radmaunsdorf abgeliefert, wo er ein umfassendes Geständniß aller seiner Diebstähle, w.lche den Gesammtbetrag von 347 st. Kl kr. erreichten, ablegte. Die Hauptvel'handlung lieferte nichts Neues. Der Angeklagte wiederholte auch bei derselben, mitunter in Thränen der Reue ausbrechend, das umfassende Geständnis; der von ihm verübteu Tiebstahle. Nach geschlossenem Beweisverfahreu wurde die Verhandlung vertagt. Am 2. l. M. faßte der Aerr Staatsauwalt, Dr. von Tranenstern, die Ergebnisse der Hauptver-handlung zusammen, und hielt die Anklage im vollen Umfange aufrecht. Herr Dr. Carl Wurzbach, dem die Vertheidigung des Angeklagten anvertraut war, leistete bei dem vorliegenden Geständnisse des Leyteren auf die Vertheidigung Verzlcht, und beschrankte sich auf die Geltendmachung der obwaltenden Milderuugsumstande zur Erzielung einer gelinderen Strafe. Nach dem Resuml' des Herrn Präsidenten von Coppini wurden den Geschwornen acht auf die einzelnen, den Gegenstand der Anklage bildenden Dieb-stahlsfacte vorgelegt, welche insgesammt mit „Ja" beantwortet wurdeu. Auf Grundlage dieses Wahrsprnches hat der Gerichtshof den Angeklagten des Verbrechens des Diekstahls schuldig erkannt, nnd znr Strafe des schweren Kerkers in der Dauer von achtzehn Monaten verurcheilr. G e a e r r e i ch. Wien, 1. Sept. D« Staatsvoranschlag des österreichischen Kaiserstaates fur das im Ablaufen begriffene Verwaltungsjahr 18^0 >;, ist so eben aus der k. k. Hof- und ^taatsdrncterei hervorgegangen, und bildet eine eben so finssige als umfassende Arbeit, m welcher alle Positionen gehörige Aufnahme ge-fnuden haben. Das gehörige Erfordernis, lst mit 277,029^27 ft. angeseyt, und zwar für die Staatsschuld mit 01 M9.092si., den Hofstaat mit^W0.984fi., den Reichstag, Neichsrath und das Reichsgericht eventuell mit 600.000, den Ministerrath mit 136.810, das Ministerium des Aeusieru mit 1,692.266, des Innern mit 26,300.618, des Krieges mit 103,362.606, der Finanzen mit 20,227.747, der Justiz mit 18,000.000, des Cultus und Unterrichtes mit 4,916.776, des Handels mit 33,786,7.^, der Landescultur mit 341.668, endlich für Controllobehörden mit 2,726.206 st. CM. Znr Bedeckung sind 208,172.380 fl. EM. veranschlagt, nnd zwar directe Steuern mtt 76,104.214, indirecte Abgaben mit 114,281.188, Staatsgüter, Münz- und Bergwesen mit 6,721,628, Tilgungsfondüberschüsse mic 10,609.306, uud diverse Einnahmen mir 1,466.346 st. CM. Das Deficit betrüge demnach 68,866.947 ft. CM., ein Ergebniß, das im Vergleiche mit dem Jahre 1860 verhältnißmäßig günstig^rscheint, nnd bei dem Zuflüsse der ueuen ungarischen Steuern für das Jahr 1862 eine entschieden vortheilhafte Wendung mit Recht vorausseyen läßt. - Der Essectivstand der k. k. Gensd'armerie in sämmtlichen Kronländern beträgt 16.666 Mann; die darauf entfallenden Auslagen sind für das Verwaltungsjahr 1861 mit 6.666.460 fl. C. M. veranschlagt worden. " Ans dem Bezirke Freystadt in Oberösterreich wird berichtet, daß sich daselbst überall die Erdäpfelfäule zeige und iu stärkerem Grade auftrete, alv dieß in deu Vorjahren der Fall war. Dasselbe vernehmen wir auch aus dem Gmundener Bezirke. In diesem erstreckt sich zwar die Fäule bisher nur auf das Kraut, welches durchgehends abgelaufen und verdorrt ist, während die Erdäpfel größtentheils noch rein sind. Doch steht zu befürchten, daß die Fäule erst im Beginnen ist, und nach und nach auch die Frucht angegriffen wird. " Wie die Agramer >>^:n's>sln0 X<»vm<>« v. 30. v. M. melden, ist der k. Rath und Präsident des Banalgerichtes Anton Kukuljevi<5 Sakeinski, im 76. Jahre seines Lebens am 28. August zu Ionimir mit Tod abgegangen. Er hatte der Regieruug durch 67 Jahre treue Dienste geleistet. " I" Folge des VundestagsbeschlusseS vom 27. April 1843 ist znr Decwng des Bedarfes für den Bau der Bundesfestungen Ulm und Nadstadt eine Summe von 18,123.183 fl. 49 kr. im Vier- und zwanzig Guldenfuße bestimmt und deren Einzahlung mittelst matricularmaßiger Vertheilung auf die einzelnen deutschen VuudMaaten in zehnjährigen Raten angeordnet. In Gemäscheit dieser Bestimmung hatte Oesterreich in diesem Jahre das neunte Zehntel mit 474.764 ss. nach dem 20 fl. Fuße zu eutrichten. Außerdem entfiel ein Matricularbeitrag von 36.016 fl. C. M. für Erhaltung der Buudesfestungen Mainz uud Luremburg. - Aus Warschau 29. August berichtet der ,)k'm^^i-->V»i-8xa>v8ki«, daß Se. Maj. der Kaiser auf Antrag des Fürsten Statthalters, Marschalls Paskewitsch, dem wegen politischer Vergehen i. I. 1846 auf 10 Jahre zu schwerer Schanzarbeit in Si> virien vertheilten Leopold Dobrski diese Strafe nachgesehen und ihm gestattet habe, sich unter Voraussetzung seines Wohlverhalteus in Sibirien anzusiedeln. — Mit dem Ukase vom 27. Juni d. I. hat der Kaiser der Iosepha Greczkowska, welche wegen Kindesmordes zum Verluste aller Rechte und auf Lebenslang zur Zwangsarbeit vcrurtheilt worden war, diese Straft auf sechs Jahre herabgeseM. Wien, 1. September. Für die Coustituirung einer Actiengesellschaft zur Hebung der Hanf- uud Leincultur, dann Industrie iu Oesterreich waren bis 28. August im Ganzen 26.000 st. C. M. eingegangen. — Im Monate November werden, insofern sick Prüfungscandidaten melden, die Staatsprüfungen von Forstwirthen in Wien, Prag, Pesth, Lemberg Hermannstadt, Krakau, Salzburg, Gray uud Agram abgehalten werden. Im v. I. wurden 26 Candidate« geprüft, von welchen 1" die Befähigung zur selbstständigen Forstwirthschaftsführung zuerkannt worden ist. — Wie man hört, wurde dem Ministerium der Antrag gestellt, für jede Facultät em Prämium zu gründen, welches in einer Medaille bestehen und mit dessen Perleihuug für den Betreffenden wesentli- che Vortheile und Begünstigungen verbunden seyn würden. — Dem Vernehmen nach will die brittische Regierung mit Oesterreich einen Postvertrag abschließen, durch den das Penuysystem bei der gegenseitigen Cor-respondenz iu Anwendung käme. — Das Normale in Bezug auf die Militär-peusioueu dürfte in kürzester Zeit erscheinen, da die Berathungen über diesen Gegenstand gleich nach dem Erscheinen des ueueu Officiers-Gagenregulalivs ihren Anfang.nehmen werden. — Zu Ehren der Industriellen Oesterreichs, welche bei der Ausstellung iu Loudou durch Verlei-huug von Preisen gekrönt wurden, soll hier ein Fest veranstaltet werden, dessen Ertrag einem wohlthätigen Zwecke gewidmet seyn würde. — Man schreibt dem „C. Bl. a. B." aus Linz: Nachdem die Redaction des hiesigen Gemeindeblattcs von unserem Statthalter bekanntlich bereits die zweite Verwarnung erhalten hat, heißt es zeyt, daß dieses Blatt nur mehr seiu lelttes Quartal beendigen, und dann zu erscheinen aufhören werde. Einzelne sogenannte „pikante" Artikel dieses Blattes waren allerdings nicht geeignet, von der Regierung gleichgiltig hingenommen zu werden. — Die Traubenkraukheit ist nun auch schon in Tirol ausgebrochen, und zwar in der Umgegend von Boyen. So in Ueberrescht und Morizing. Die Trauben werden, unreif wie sie sind, aschgrau von Schimmel und fallen ab. Auch die Erdäpfelfauluiß zeigt sich wieder in hohem Grade, namentlich bei Meran und weiter hiuanf im Viutschgau uud Oberboften. — Aus Verona schreibt man, daß daselbst das Palais Canossä zum Empfange Sr. Majestät des Kaisers bereits sehr geschmackvoll eingerichtet ist. Auch die Bevölkerung trifft Anstalten zu dem festlichen Empfange des Monarchen. — Ein erfahrner Oeconom schreibt der „Pesther Ztg."' „Die Regierung versuchte alle Mittel, die herrschende Ninderseuche zu hemmen uud zu ersticken, und an mehreren Orten erlosch auch die Pest; an anderen Orten brach sie jedoch wieder ans, und wüthet wie früher. Ein sicheres Heilmittel wurde bisher noch nicht mitgetheilt. Ich kann nach einem alten deutschen Buche, ^ur Unterdrückung der Seuche, ansier einer strengen Abschließung, Schwämme von Lindenbäumen derart empfehlen, daß, bevor die Seuche grassirt, in den Wassertrog solche Schwämme gelegt und dann die Rinder getränkt werden; zeigen sich aber bel einem Rinde bereits Symptome der Seuche, so werden pulverisirte Schwämme von Lindenbänmen in Wasser gemischt dem kranken Vieh helfen. Wenn meine wohlgemeinte Mittheiluug vom Erfolge gekrönt wird, so lasse ich mein 138Mriges deutsches Buch wieder einbinden." NZien, 2. Sept. Se. Majestät der Kaiser ist am 20. v. um 4>>2 Uhr Nachmittags in Ischl angekommen uud wurde in seinen Appartements von einem Kreise des hohen Adels, der Geistlichkeit und der Beamten erwartet. Die Straßen waren von einer zahlreichen Menge Volkes überfüllt, um den Monarchen zu begrüßen. Samstags war bei Ihrer kaiserl. Hoheit der Frau Erzherzogin Sophie großer Hofball, an dem Se. Maj. der Kaiser Theil nahm und zu dem sämmtliche iu Ischl anwesende Diplomaten geladen waren. Gleich nach der Ankunft Sr. Maj. in Ischl besuchte der Kaiser Ihre Maj. die Königin von Preußeu uud die Frau Großherzogin von Baden. — Die Zusammenkunft der Monarchen von Oesterreich, Rußland und Prenßen soll nun bestimmt im Herbste dieses Jahres an einem Orte der polnisch-schlesifchen Gränze Statt finden. Se. Maj. der Kaiser soll bei dieser Gelegenheit die mehrmals verschobene Reise nach Galizien antreten. -" Nach einem Erlasse des Unterrichtsministeriums muß jede Volksschule vollständig drei Classe" besilM und es dürfen in keinem Lehrzimmer mehr als 100 Schüler beisammen seyn. — Aus Prag wird der „N- P- 3-" als „sicher" mitgetheilt, daß die Bauern der dortigen Gegeud an Se. Majestät dcn Kaiser eine Adresse richten wollen, in der sie ihren Dank dafür ausspre. cyeu, daß Se. Majestät sich entschlossen habe, wieder m altherkömmlich« Weise zu regieren. 833 - Die Waag hat durch die anhaltenden Regengüsse so zugenommen, daß das ganze Waagthal von einer Ueberschwemmung heimgesncht ward. Das Holzflößen mußte ganz eingestellt werden, die Gemeinde Kralowauy im Arvaer Comitate steht ganz nnter Wasser nnd die Fatrathalstraße wnrde dermaßen zer-stört, dasi jede Commuuication gehnnmt ist. — Mehrere katholische Gemeinden in Bosnien, wo überhaupt 200.000 Katholiken leben, haben den Wnnsch ausgesprochen, dem Bischof von Diakowar, der ohnedieß den Titel eines Bischofs von Syrnuen und Bosnien führt, unterstellt zu werden. Der päpstliche Stuhl sott gesonnen seyn, diesen Wnnsch zu gewähren. Die Reise des päpstlichen Nuntius am k. k. Hofe nach den untern Donaugegenden wird mit dieser Angelegenheit in Verbindung gebracht- — Einem Gerüchte zu Folge wäre das Schicksal der deutschen Flotte nunmehr entschieden. Die Schiffe und das übrige Material derselben werden von Preußen nnd Oesterreich zu gleichen Theilen übernommen und hören vom Anfang des kommenden Jahres auf — Vundeseigenthum zn seyn. Die übrigen Staaten werden für ihre geleisteten Beiträge entschädigt. Nur Hannover soll das Recht eingeräumt seyn, einen dem geleisteten Beitrag entsprechenden Theil des Flottenmaterials als Eigenthum zu übernehmen. — Die französische Negierung beabsichtigt in nächster Zeit ihre active Militärmacht bedeutend zu verstärken, um den drohenden Eventualitäten des Jahres 1862 vorbereitet entgegen zu gehen. — Die „Pr. Ztg." gibt die „bernhigende Versicherung", daß die Grundrechte des deutschen Volkes von den Einzelregierungen in kurzer Zeit abgeschafft werden dürften. Agram, 30. August. Die „Südslavische Ztg." berichtet: Nach directen Nachrichten aus Bosnien sind die Angaben über einen bevorstehenden Feldzug Omer Pascha's gegen Albanien unbegründet. Der Seraskier denkt nicht an ein solches Unternehmen, wozu anch kein eigentlicher Grund vorhanden ist. Ebenso wenig liegt es in seiner Absicht, etwas gegen die Cernagora zu unternehmen, welche sich jedoch für alle Fälle fortwährend rüstet. Omer Pascha hat bereits Anstalten getroffen, um seine Truppen die Winterquartiere in dem Gebiete zwischen Travnik und Serajewo beziehen zu lassen. Es ist auch bereits hohe Zeit, die Truppen, welche bisher im Freien campirtrn, bei der herannahenden rauhen Iahroszeit nntcr Dach zu bringen. Der Seraskier selbst gedenkt demnächst eine Reise nach Constantinopel anzutreten, wesiwegen er um einen zweimonatlichen Urlanb angesucht hat. Früher jedoch wird er noch die Kraina besuchen, um die Regelung der dortigen zerrütteten Zustände persönlich anzubahnen und sich von allem selbst die Ueberzeugung zn verschaffen. Deutschland. München, 26. August. Den katholischen und protestaimschen Geistlichen in Baiern ist folgender Diensteid vorgeschrieben: „Ich schwöre Treue dem Könige, Gehorsam dem Gesetze und Beobachtung der Staatsverfassuug. Ich schwöre, meine Amts- und Berufspsiichten getren und mit gewissenhafter Genauigkeit, so viel nur immer in meinen Kräften steht, zu erfüllen; ich schwöre, daß ich keluem Vereine, dessen Bildung dem Staate nicht angezeigt ist, angehöre, noch je angehören werde, dann, daß ich in keinem Verbände mit einem Vereine bleiben werde, bissen Schließung von der zuständigen Polizeistelle oder Behörde verfügt worden ist, oder an welchem mir die Theilnahme in Gemäßheit der jeweils bestehenden Discipln^rvorschriften untersagt seyn wird. Eben so verspreche ich, keine Communication zu pflegen, an keinem Rathschläge Theil zu nehmen, und keine verdächtige Verbindung, weder im Iulande noch auswärts, zu unterhalten, welche der öffentltchen Ruhe schädlich seyn konnte, und wenn ich von einem Anschlage zum Nachtheile des Staates, sey es in meinem Pfarrbezirke oder sonst irgendwo, Kenntniß erhalten sollte, solches der Regierung anzuzeigen." Wie der „Volksbote" meldet, haben gegen diesen neuen Eid mehrere bischöfliche Ordinariate Verwah-rnng eingelegt und selbst ein Regierungspräsidium remonstrirt. Iu Unterfranken ist bereits der Fall vorgekommen, daß ein Geistlicher diesen Eid zu schwören sich weigerte. — Die Bundesversammlung hat die handelspolitischen Ausarbeitungen der Dresdner Conferenz als Grundlage ihrer Berathungen förmlich anerkannt und angenommen. Nur die beiden Mecklenburg haben bei dem diesifallsigen Beschluß eine zurückhaltende Stellung angenommen. —'Die Sachverständigen, wahrscheinlich dieselben, wie iu Dresden, werden demnächst einberufen werden. S ch w e i.;. Freiburg, 14. August. Iu diesem Angenblicke nimmt der aus Italien zurückgekehrte ehemalige Parlamentsabgeordnete, Hofrath Welcker, die Aufmerksamkeit in Anspruch. Sein Sohn, bis dahin Arzt in Walckirch, sein politischer Gegner, schon ein Mal von einem Ausnahmsgcrichte schuldfrei gesprochen, ist neuerdings in Anklagestand versetzt und zu vierjähriger strenger Haft vernrtheilt worden. Diese Schreckenspost hat den Vater eben ans Italien zurückgerufen und zn dem Versuche angetrieben: ob der harte Urtheilsspruch sich nicht wenigstens in Verbannnng abändern lasse, da der Gesundheitszustand des Verurcheilten die Haft in ein Todesurtheil verwandeln würde. Im Falle die Strafe in Verbannnng nun geändert würde, dürfte die Familie Welcker nach Nordamerika übersiedeln. Italic n. No»«, 20. August. Der Bevollmächtigte Parma's für die geistlichen Angelegenheiten bei dem heiligen Scuhle, Herr Marzolini, begab sich gegen Mitternacht in Begleitung eines Dieners nach seiner Wohnung. In einer Straße überfielen ihn plötzlich vier Individuen, deren einer ihm einen Schlag mit einem Stocke zwischen Kopf unk Hals versetzte, daß er sofort zu Boden sank. Die Anderen fnlen über den Diener her und richteten ihn dermaßen zu, daß er gleichfalls auf dem Platze liegen blieb. Die Viere ergrissen darauf die, Flucht und -— die Sache ist beendigt wie alle dergleichen fast täglich vorkommenden Fälle. Um die ernstliche Verfolgung dieses Ge-sindelö kümmert sich kein Mensch, selbst nicht die Rom mit Argusaugen bewachenden 10.000 Franzosen. Natürlich stellt man unter solchen Umständen Vergleiche mit den Städten im Norden des Landes an, wo dergleichen entweder nicht vorkommt oder die österreichischen Militärbehörden jedesmal den oder die, Thäter eremplarisch bestrafen. I r a i! k r e i ch. Paris, 29. August. Es ist das Gerücht verbreitet, daß sich bei Gelegenheit des für den verstorbenen König Louis Philipp abgehaltenen Gottesdienstes in Claremont nicht nur die Bereitwilligkeit des Prinzen Ioinville herausgestellt habe, die Präsi-dentschafts-Candidatur für 1862 anzuuehmen, sondern daß auch die übrigen Glieder der Familie geneigt seyen, den Inhalt des bekannten Briefes des 5x>rrn Roger (de Nord) als ihr eigenes Programm anzusehen. 16 Generalräthe haben sich bis jetzt für die Verfassungsrevision ausgesprochen, bis auf zwei mit dem Beisatz, daß die Revision legal nach dem Artikel N1 der Verfassung vor sich gehen müsse. — In dem Complott-Prozeß, der vor dem Lyoner Kriegsgericht verhandelt wird, ist eme überraschende Wendung eingetreten. Sämmtliche Vertheidiger der Angeklagten haben angeblich wegen vorgefallener Störung der Freiheit der Debatte auf das Wort verzichtet. Die Angeklagten waren damit einverstanden und haben die ihnen von Amtswegen bei-gegrbenen Vertheidiger zurückgewiesen. Der Gerichtshof hat nichtsdestoweniger das Urtheil gesprochen. Nach den letzten Nachrichten sind 10 der Angeklagten verurtheilt, 12 dagegen freigesprochen worden. Sp a ni e n. Madrid, 23. August. Nach Nachrichten ans Catalonien arbeitet dort die französische revolutionäre Partei sehr thätig, um einen Aufstand in dieser Provinz hervorzurufen. Die Reform des Zollwesens soll als Vorwand zum Ausbruche desselben dienen. Die dortigen Behörden haben große Vorsichtsmaßregeln getroffen. Die dortigen geheimen Gesellschaften sollen 10.000 Mann, wohl organisirt, zu ihrer Verfügung haben, und im eifrigen Briefwechsel mit dem europäischen Comit«' in London stehen. Die Carlisten scheinen eine revolutionäre Bewegung abwarten zu wollen, um ihre eigene Fahne wieder aufzupflanzen. N n ß l a n d. Von der rnssislb-polnischen Gränze, 23. Ang. Aus Wolhynien und zwar aus L u ck geht die zuverlässige Mittheilung zn, daß daselbst rin großes Heerlager angelegt worden ist. Es ist bereits viel Militär concentrirt, meist Regimenter aus dem KönigreichePolen nnd aus dem Lager bei Lowicz. Dieß Militär, sagt man, ist zu großen Manövern bestimmt, welche vor den versammelten Monarchen nach der Rückkehr des Czaren von der 25jährigen Negierungsfeierlichkeit Statt haben sollen. Nach beendigter Revue werden die Bataillone nicht mehr nach dem Königreiche zurückkehren, sondern dort durch andere ersetzt werden; ihr Bestimmungsort sind die südöstlichen Provinzen Rußland's. Neues und Neuestes. " Wien, 2. September. Ueber die Zahlungen, welche aus Anlaß der im Jahre 1849 von Rußland in Ungarn unternommenen militärischen Cooperation dieser Macht von der dsterr. Negierung zu leisten kommen, sind in verschiedenen Blättern des Auslandes mancherlei unrichtige Angaben aufgetaucht. Wir sind in der Lage, hierüber aus zuverlässiger Quelle das Genauere zu melden. Zu Folge einer Convention vom 10. Juni/28. Mai, hat Oesterreich an Rußland den Betrag von 3.683,236 Rnbrl 96^, Kopeken, oder 3.666,518 fl. 24V,^ kr. (?. M. zu zahlen. Hievon wird die russische Regierung den Betrag von 683.236 Mibel 96^ K. odcr 1,061.133 fl. 47^ kr. in österreichischem Salze und 3.000,000 R. oder 4,616.884 fl. 36'"/^ kr. sammt den 6<^,igen von 31. Juli I860 laufenden Interessen in Barem u. z. in drei Jahresraten in Empfang nehmen. Die erste dießfallige Rate war am 31. Juli l. I. im Betrage von 1,160.000 Rubel oder 1,769.230 ss. C. M. fällig gewesen. Diese Ziffern sprechen am überzeugendsten für die Uneigennützigkeit, womit die kais. russische Regierung in jenem Momente der Be-drängniß Oesterreich seine Mitwirkung zur Unterdrückung des verhängnißvollen magyarischen Aufstandes angeoeihen ließ. (Oest. Cspdz.) - Die Regiekosten, welche das große Geschäft der Grundentlastung in allen jenen Kronländern, wo sie bereits im Zuge sich befindet, in Anspruch nimmt, belanfen sich nach dem Ansätze des eben erschienenen. Finanzvorschlages für das I. 1861 auf 1,026.169 st. CM. jährlich. Mit dem Hmzntritte von Galizien, Ungarn, Siebenbürgen :c., dürften die Kosten der Operation angemessen nach Maßgabe der Bevölkerungsverhältnisse jedoch höchstens auf 1,800.000 fl. CM. erhöht werden. — Die großbritannische Negierung hat zwei Sanitätsbeamte nach Oesterreich und Deutschland qe-sendet, welche nächstens hier eintreffen werden und den Auftrag haben, die hiesigen Leichenhöfe in Augenschein zu nehmen, um hiernach für England Reformvorschläge zu verfassen. Telegraphische Depeschen. " Beirut, 19. August. Laut Nachrichten aus Bagdad hat die Cholera unter 6000 Bewohnern der Stadt Bassora 900 in Kurzem weggerafft. " Turin, 30. August. Man versichert, der König werde währeud seines Anfe'ttlMes zu Genua eine Generalamnestie für die bei den Aprilereignissen 1849 Betheiligten erlassen. Verleger. Ign v. Kleinmayr und Fedor Bamberg. Verantwortlicher Herausgeber: Ign. slloiö v. Kleinmayr. ^^H^nW^u ^HU^ /^^^^^3«^^ /^^^^G?!^«^ Telegraphischer Euurs - Veri6,t der Staatspapiere vom 3. September !85l. Staatsschulduerschreibungen zu 5 vCt. (in CM.) 9ft 5/l« detto .,^«/2 « ,. 84 Darlehen mit Verlosung v.J. 1834, für 500 ss. 1032 1/2 Nctien der Kaiser Ferdinands-Nordbahn zu 1000 fl. C. M......1520 ff. iu O. M. Articn dcr Wicn-Gloganitzcr-Eiftnbahn zu 500 st. C. M........W2 1/2 st. in C. M. Wechsel-Cours vom 3. September >»5l. Augsburg, für 100 Gulde» (5ur., Guld. «211/2 Vf. Ufo. Frankfurt a.M,, ( für l20sl, siidd. Vcr- tins-W5hr. >»> 21 j/4 fi. Fusi. Gu,d.) 121 2 Monat. Hamburg, für l«0 Tha,er Baucc, Ntbl. 178 1/4 2 Monat. Livonio, für 300 Tosca.nsche Lir>>. Guld. l 18 l/4 Bf. 2 Monat, koudou, für l Pfund Sterling Gulden 11 - 5v. Kais, Mim;-Ducatru Na.io.....^ 261/2 dctto Rand- dtu „.....^ '^' Napolconsd'or „.....^ ^'^ Souvcrainsd'rr „....."^ In.4.! Ruß. Imperial , „....." '^^^ Prcnß. D'ors „....." ">''b Engt. So^craings ., .....- ,'>'-^ Silberagio .........-- 20.»/« Z. 1082. (2) Freiwillige Licitation einer schönen Wcmgartenrealitat. Mit Bewilligung der löblichen k. k Bezirks-haliptmannschaft CiUi wird die in der Steucrge-meinde Lemdcrg gelegene, im Grundbuche der ehemaligen Herrschaft Lemvcrg 8l.l» Nectf. Nr. !7l lind !72, dann Dom. 3ir. 56 — 6l vorkommende Wcin Nartenrealität am !5. September l. I., Vor mittags lO Uhr in loco tcr Realität, sammt der hangenden Fecvsung im Licilatioliswfge veräußert. Die Realität liegt zunächst dem Säilosse Lcm^ derg, hart a« dcr von (5iNl zum 3) a d e NeuhauS führenden BcznrMraßc, und ist von «vst«rer Stadt 1 Stunde und vom Bade Neuhaus '/^ Stundc entfernt. Sie enthalt cinex Flächeninhalt von !2 Joch 86^ lD Klafter, wornnlcr ungefähr 6 Joch Rebengrund und beiläufig 3 Joch Obstgarten, das Mehrere Hoch? und Niederwald, dami kecker. An Gebäuden bssindet sich dabei ein gem.-.ueNes Herrn-haus mit 2 Zimmern, Kliche, Speisgcwölbe, Keller und die Preßstubc; das Wirthschaftsgcbaude, 2 größere und 2 Borstenvieh . Scallu,,gen, Dresch. tenne und Futterbehältniß enthaltend; das Winzer.-haus, eine Obstdörrhütte und ein Lr.sthaus. Der dort produzirte Wein gehört zn den uor-züsslichsten in dcr Gegend und der Obstgarten ist mit den b.sten Sorten jeder Gattung bestellt, welche heuer in großer Menge mit Früchten gesegnet sind. Die Realität mit der hangenden Fcchsung wird um 2900 fi. C, M. ausgerufen, und es hat jeder Licitant ein Vadium mit 300 si zu erlegen. D>c wcitern Licitationsbcdingnifse köluicn bei dem k. t. Landesgerichtsbeamten Hrn. M. Michelak in Eilli, und dci dem gefertigten Eigenthümer in der Gleis-dorfgassc in G,az Nr. 59 eingesehen werden. UelmgenZ ist die heurige Weinfechsung mit 400 fi. C. M. gegen Hagelschaden und die Gebäude auf fünf Jahre gegen Feuerschaden versichert. Graz am 28. August 1851. I. Peteln, Magistrats-kassier. Z. »59. (5) Ein nordisches Handlungshaus sucht, gegen eine Provision von 33 Procent, rechtliche und solide Personen, welche ausgebreitete Bekanntschaft besitzen, und die sich mit dem Verkaufe eines, selbst in den kleinsten Ortschaften gangbaren 'Artikels beschäftigen wollen. Reflectircnoe belieben ihre Adresse, mit genauer Angabc des Wohnortes, unter (^. ^'., Z. 959, an die Expedition dieses Blattes t'i i>n^o abzurichten. ri. 1066. (2) A 11 ii o ii e e« Das am Stationsgebäude zu^ Laase ^!i, Nr, 2 neu erbuule, mit -. L. Ulmdlüh's pracrische A^handlullg über dic Lungenschwindsucht. Mit besoüdelcr Berücksichtigung der Liebe r'sch en Gesuudheitskräuter. !«Hg. "''"° ^»^"'" ^'""' ,.u"K'. Das in dieser Schnfr empfohlene Mittel, dessen Gebrauch bci L u u g e u - und Brustleide » , l a n ^.-jährige in H il st e n li»d a u s z e hr e l, d e „ K l a » t-heitei, incht genug e>npfol)leu werden kann, hat in de,erklU!»uuc) eines bewährte» und zuverlässige» Hei Im it, lels nicht versagen konnte. Volrächig b^i Jsyu. v. MiLlehtmuiir & JFe- dor Ramherg in Jhaibuch. 3. 1085. (2) ©ei Jjgrn. ». ULleinmayr 6c Fedor JBamberg ist zu hallen: DerMeusch iu seincin s^atur - und Geschlechts - Leben. Wichlige Belehrungen und Enthüllungen über den Bau des Vtrnschen in allen seinen Theilen, so wie über Vrischlaf, Zeugung, Glnpfängniß, Kindesbil dung, Geburt, Unfruchtbarkeit, Onanie, Ge schlechtsreifc, Geschlechtsftärkuuss, Vchaud lull«^ und Hoiluu,^ ^alnnter Krankheiten und dic Zen^uu^ kräftiger ^uabc« »der Ältcidche,» nach IOillkür der Ileltern lc Von l). A. Stein b a ch, K, Hof.-u. Med. Nath. Preis fi. 1. 48 kr. Fc^,',cr ist dci Obigen ang^koünucn n»d zu kabm: 'FlKK ^ >l ^ ^. " Schematismus dcs dsteneichlscheli Kaiserthums. Wicn 18FI. Preis fi 2.40 kr. Z. l094. (l) Zur gefälligen Kenntniß. Zwischen der lödl. (Gemeinde Lalbach und nur besteht em Contract, vermöq welchem ich nach dem alten BcquartlMlngs-Patent den Soldaten um 3 ft. übernahm, beim Erscheinen neucr Bequarticrungs - Vor-sämften jedocl) berechtiget bin, die Assecuranz Gebühren zu crdöhcn. Würdeil di? hohen k. k. Mllltär - Bc-dörden, in Würdlgkelts-Nücksichtc?i meiner großen Anstalten, nicht eine Erleichterung eintreten lassen, so müßte lch die Assecuranz-Gebühren in Beziehung "der größeren Leistungen, wie auch qegen die durch die V.iI,N!l ge-stcigetten Einkaufspreise und der erhöhten Zinssteuer :c. :c., fast um das Dreifache steigern, oder die B^quartie-rungs-Verpflichteten müßten nach Paragr. 7, und nach dem Ausweise ^. (siehe Rubrik Verpflegung), die gekochte Kost, bestehend in einem ortsüblichen Mittagsmahl, selbst beistellen. In der gewissen Voraussetzung der anzuhoffenden Erleichterung jedoch stelle lch die Assecuranz - Gebühr für einen transenm Soldaten für das Jahr 1N5l, bis Ende April 1tt52, nur auf 3 Pfennige per Mann und Tag, somit auf 4 fi. 30 kr. per Mann für cm ganzes Jahr, und ohngeachtet dieses hohe Patent schon mit 1. Juni d. I. in Wirksamkeit trat, erbitte lch nur für diese 11 Monate nur eine Aufzahlung von t st. 20 kr. gegen die von mir eigenhändig unterschobenen Qunwngen zu vergüten. Sollte meine billigst gestellte Erhöhung verkannt und die Aufzahlung verweigert werden, so wollea jene Herren Hausinhaber für dle künftige Unterkunft ihrer Soldaten Sorge tragen, und dagegen den vorausbezahlten Betrag nach Ab^g der Unkosten ln Empfang nehmen. Laibach den l. September 1tt5l. Joseph Benedict Withalm, Coliseums-InHader.