MARBURGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES •• !>«». Nr. 6, r«ranif Np. »-«7, S-« aad »-09. Ab U Div 1 f.. J"i. n'l ^»chriHJettung aar aufroniruf Nr. 28-67 arretehbu. Unverlangte ZuMliriftan ««rdu Sr* . ^ rfmliichen AafraMn M du RUokporto bflisul*|rMi. PoatMhaekkonto Wira Nr. 54.S0I. in CflU, ÜirktplaU Nr. iC Fammf Nr. 7, und In Patlau, Ungartorga—a Nr. 2, Pararuf Nr. SB. STEIRISCHEN HEIMATBUNDES ^**"5 11*!?^ M«w*anaalhui|i. Baunprala (Im voraiu roat»attun({*gebtthr. Bai Liafarang im Stralfband luxflglleh Bjonallloh RM 2.10 («naahilattlicfa ID.S I ■ahlbar) asonatUoh Rlf S.IO «InachlleflUeli Porto, bai Abholen in dar OMch&ftMtaU« ......—--------------(atnaahiiaBlkih 19.8 Rpf PoaixaUunKsgabOlir) und 3« Rpf ZuataO- Vaonnr. mselnummani wardao nar gagan Voralnaai>dun({ daa Blnsatpraisaa und dar Vortoausiaitaa lugeaandat. Nr. 343 — 84. Jahrgang Marburg-Drau, Freitag» 8. Dezember 1944 Einzelpreis 10 Rpf Wir werden krs den Himmel wieder freikämpfen Deutsche ROsiungskraK wuchs von Monat zu Monat — Speer Ober die WofienprodukHon Berlin, 7. Dezember I Nach dem feierlichen Akt der Auszeichnung j kriegsverdienter Eisenbahner sprach Reichs-minister Speer die Gelühle des Dankes der Millionen aus und gab dann in kurzen Zügen ednen Überblick über unsere Lage auf dem Gebiet der Rüstungsproduktion. Ihr habt, so führte der Reichsminister aus, durch euren unermüdlichen Einsatz mit die Voraussetzungen geschaffen, daß die Produktion unserer Waffenschmieden ihren Ausstoß auch im sechsten Kriegsjahr noch von Monat zu Monat steigern konnte. In die Geschdchte dieses Krieges wird eure vorbildliche Leistung für immer eingehen. Von Rüstungswerk zu Rüstungswerk rollen auf euren Güterzügen unaufhörlich tausende und aber tausende Tonnen Rüstungsgut über die Schienen. Von den zahlreichen Stätten der Rüstungsendfertigung bringt ihr Waffen und Munition zu den Depots imd zu den Fronten. Ihr werdet überall gesehen haben, daß auch eure Kameraden in den Fabriken und Werkstätten eurem Einsatz an Pflichterfüllung und Opferbereitschaft in nichts nachstehen. Ihr seid Zeugen dafür, daß unsere Produktion an Kriegsgerät allen Feindeinwirkungen zum Trotz unaufhaltsam weiterläuft. Ich kann euch die Versicherung geben, daß es dem Gegner bisher nicht geglückt ist, den Anstieg unserer Erzeugung auf den für die Kriegführung wichtigen Gebieten aufzuhalten. Wir haben keinen Grund, dn der augenblicklichen Lage die Nerven zu verlieren, wohl aber haben unsere Fdnde allen Grund, ihrer Parole »Zeit" zu mißtrauen. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch ein Gebiet berühren, daa vor allem auch Eisenbahner in ganz besonderem Maße bewegt. Es ist dies dde Frage des Luftkrieges. Ihr könnt euch vorstellen, daß dies ein Problem ist, das auch mir als dem verantwortlichen Mann der deutschen Rüstung besonders am Herzen liegt. Wir haben gerade auch hier bisher sehr erfolgreich gearbeitet, und zwar — wie es auf entscheidenden Gebieten stets der Fall ist — im stillen gearbeitet. Wir müssen und werden uns den deutschen Himmel wieder frei kämpfen, um dann auch unsere Kriegs- anstrengun^en in der Heimat noch weiter verstärken zu können, denn wir wissen alle, daß dies eine wesentliche Voraussetzung für den deutschen Endsieg ist. Ihr könnt die Versicherung mdtnehmen, daß euer Einsatz für die deutsche Rüstung von größter Bedeutung und ausschlaggebender Wichtigkeit ist. Ihr seid Männer genug, um zu wissen, daß noch manche harte Stunde bevorsteht. Vielleicht wird uns der weitere Ablauf des Krieges auch noch manchen Rückschlag bringen. Wir wissen aber, daß am Ende dieses Weges der Sieg steht Der Führer dankt den Eisenbahnern Berlin, 7. Dezember. Staatssekretär Dr. Ganzenmüller gab bei der Kundgebung zum Tag des deutschen Eisenbahners bekannt, daß er mit Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller folgendes Telegramm an den Führer gerichtet hat: Mein Führer! Heute, an dem von Ihnen im vergangenen Jahre bestimmten „Tag des deutschen Eisenbahners" ist in Ihrem Namen weiteren Eisenbahnern das Ritterkreuz zum Kriegverdienstkreuz mit Schwertern verliehen worden. Die Mdllionengefolgschaft der Deutschen Reichsbahn und der Übrigen Eisenbahnen dankt Ihnen, mein Führer, für die Anerkennung, die durch diese Auszeichnung allen zuteil geworden ist. Im Zeichen de« totalen Kriegseinsatzes stehen an ihrem diesjährigen Ehrentag die deutschen Elisenbahner und Eisenbahnerinnen überall, auf den Frontdienst^tellen, in den Bombenkriegsgebieten der Heimat, auf ihren Posten, getreu ihrer Aufgabe, die sie für Wehrmacht, Rüstung und die Versorgung des deutschen Volkes zu erfüllen haben. Am „Tag des deutschen Eisenbahners" geloben sie, in unerschütterlicher Treue weiterhin mit aller Kraft und Hingabe dafür zu sorgen, daß die Räder rollen, bis der Endsieg errungen ist. Der Führer hat auf dieses Telegramm geantwortet: Ich danke allen deutschen Eisenbahnern und Eisenbahnerinnen für ihr Treuegelöbnis. Ihre bisherigen Leistungen geben mir die Gewißheit, daß sie auch in Zukunft trotz aller Widerstände die ihnen gestellten einmaligen Aufgaben erfüllen werden, gez. Adolf Hitler. Große Versenkungserfolge Japans Der Vonnarsoh In Südohlna geht weiter Tokio, T. Dezember Japanische Bomberverbände setzten den Angriff gegen den feindlichen Geleitzug in den Gewässern von Mindanao — bisher war die Versenkung eines großen und eines mittleren Transporters gemeldet — fort, wobei zwei weitere Großtransporter versenkt und zwei ■chwer beschädigt wurden. Das Yenu-Korpi vernichtete durch Bombenvolltreffer ebenfalls twei große Transporter. Wie von einem Stützpunkt an der Philippinen-Front vorher gemeldet wurde, griffen Einheiten der japanischen Sonderangriffskorps am S, Dezember vor Sonnenaufgang bis zum Dunkelwerden einen Verband feindlicher Schiffe in den philippinischen Gewässern an und versenkten ein Schlachtschiff (oder Kreuzer), einen Kreuzer, fünf Transporter und ein Kriegsschiff nicht bekannten Typs. Das tschungking-chinesische Oberkommando gab am Mittwochabend den Verlust von Tschuan zu, einer wichtigen Stadt 70 Meilen südöstlich von Kweilin. Ebenso ist die strategisch bedeutungsvolle Stadt Paschel genommen. Damit wird die Lage Tschungkingchinas immer gefährdeter, was sich auch im weiteren Währungszerfall äußert. Der Tschungking-Dol-lar sank nach dem Fall von Kweilin und Liutschau auf ein Drittel seines vorherigen Wertes. Man gibt 600 chin. Dollar für einen amerikanischen Dollar Bei Gold ist das Verhältnis soRar 800:1. Über 54 OOf) Tote Heß der Feind nach Feststellungen der japanischen Truppen in der Zeit von Anfang November 1943 bis Ende Oktober 1944 an den Fronten in Birma zurück. Die Ge-samtverluste der Anglo-Amerikaner und der Tschungkln?truppen werden auf 230.000 bis 300.000 geschätzt. Täglich größere Verlustlisten Eine Prophezeiung zum 7. Dezember Stockholm, 7. Dezember Jede größere amerikanische Zeitung, so sagt der USA-Korrespondent der „Sunday Times", bringt jetzt täglich länger werdende Verlust-Iis'eii von der Westfront. Für die Amerikaner kommt jetzt die Zelt, daß sie wirklich fühlbare Verluste erleiden. Verluste, an die sie nie gedacht haben. Die Forderungen nach mehr Munition, die aus dem Hauptquartier Eisenhowers kommen, hätten eine Schockwirkung auf das amerikanische Volk ausgeübt. Erst jetzt werde man sif^h allmählich klar, daß der Krieg länger dauern könnte, als man allgemein erwartet habe. „Generalstabschef Marschall gehört zu den Leuten, die zu optimistisch waren", so schreibt „News Chronicle" aus Amerika. Im Herbst habe Marschall für die Sondernummern des „Army and navy Journal" einen Artikel zum Jahrestag des USA-Kintri'ts in den Krieg Re-schrleben. Dieser Artikel wurde jetzt veröffentlicht, und In Ihm sagte er, vor dem 7. De-lember dürften die Kämpfe in Europa vorüber sein. Abgewehrte Umfassung bei Budapest Besondors sciiwere USA-Verluste bei Jülich — Siellungsverbesseruhg im Elsaß — Hohe kanadische Ausfälle in MiUelitalien Führerhauptquartier, 7. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt; „Die Überflutungen südwestlich Arn-heim haben emen solchen Umfang angenommen, daß der Feind gezwungen ist, immer weitere Teile seiner Stellungen auf dem Südufer des Niederrheins eiligst 'Zu räumen. Inv Kampfabschnitt von Aachen ließen die feindlichen Angriffe an Zahl und Starke nach. Unsere Artillerie bekämpfte mit zusammengefaßten Feuerschlägen neue Bereitsteilungen. Wiederholte Angriffe nordamerikanischer Regimenter gegen den Rur-Abschnitt bei Jülich brachen unter besonders schweren feindlichen Verlusten zusammen. Beiderseits Saarlautem wird um einzelne Bunkergruppen gekämpft. Nordwestlich Forbach konnten amerikanische Angriffe nur geringfügig Gelände gewirmen, nordöstlich Saaralben wurden die feindlichen Durch-bruchsversuche In unser Hauptkampffeld zerschlagen. Bewährte Panzertruppen vernichteten dabei 25 Panzer und zwei Panzerspähwagen des Gegners. Im Norden und Nordwesten des Frontbogens im Elsaß verbesserten unsere Truppen ihre Stellungen. In Schlettstadt und Gemar dauern die Straßenkämpfe an. Zahlreiche feindliche Vorstöße in den Vogesen scheitertet. Im Raum von Mülhausen und im Hardtwald Ist der Tag ruhig verlaufen. Auf Grund der hohen Verluste, die vor allem die kanadischen Verbände bei ihren vergeblichen Durchbruchsversuchen an der adrlatischen Küste erlitten hatten, verlagerte die 8. enf*lische Armee gestern den Schwerpunkt ihrer Angriffe in den Raum südwestlich Faenza. Sie wurden in der Masse zerschlagen, vorübergehend eingedrungener Feind im Gegenangriif bis auf einen geringfügigen Einbruch aus unserem Hauptkampffeld wieder geworfen. Auf dem Balkan verlaufen unsere Marschbewegungen in Montenegro und Westserbien wie vorausgesehen. Westlich der Fruska Gora griffen auch gestern starke feindliche Kräfte gegen unsere Stellungen südlich der Donau an. Im Kampfgebiet östlich des Plattensees bis In den Raum nordöstlich Budapest setzten die Sowjets mit starken Infanterie- und Panzerkräften ihre Angriffe fort. Bei der Abwehr der feindlichen Versuche, Budapest von beiden Selten zu umfassen, brachten un.<^ere Truppen dem Gegner hohe Verluste bei. Am Südrand des Matra-Gebirges und im Buekk-Gebirge blieben schwächere Angriffe der Bolschewisten erfolglos. Grenadiere und Gebirgsjäger warfen Im Raum von Miskolcz den Feind aus mehreren Einbioichsstellen. Bei ihren ge.strigen Großeinflüßen warfen an5;lo-amerikanische Terrorverbände Bomben auf mitteldeutsches und nordwestdeulsche.1 Gebiet, wodurch besonders in Wohnvierteln von Bielefeld und Minden Schäden entstanden. In den Al>endstundfn führten britische Bomber einen Terroran?riff ge.^en Osnabrück. Außerdem wurden Gießen und erneut das mittel-deutKChe Gebiet angegriffen. Britische schnelle Kampffli)«?7euge unternahmen einen Störanrriff auf die Reichshauptstndt Durch Luftverteidi-gungskräftp wurden 27 feindliche Flugzeuge abgeschossen." Briten gestehen das wachsende Chaos ein „Unter deutscher Besetzung brauchten die Völker nicht zu hungern" rd Stockholm, 7. Dezember Die britische Zeitschrift „Financial News" beschäftigt sich mit den trostlosen Zuständen in allen von den Briten und Amerikanern besetzten Ländern. Sie muß zugeben, daß die betroffenen Völker unter der deutschen Besetzung ein weitaus besseres Leben geführt haben. Es .sei deshalb gar nicht verwunderlich, do erklärt das Blatt, daß sich überall Unzufriedenheit einstelle und Vorwürfe gegen die Alliierten erhoben würden Allerdings, meint das britische Blatt, diese Verschlechterung des Schicksals der Völker müsse als Preis für die „Befreiung" in Kauf genommen werden. Echt britischer Zynismus — statt Hilfe aus der Not billige Worte! Immerhin verdienen die Ausführungen der britischen Zeitschrift festgehalten zu werden. Sie schreibt wörtlich: „Mit einer eisenharten Disziplin organisierten die Deutschen die Produktion und Verteilung der Lebensmittel im besetzten Europa so, daß die Völker keinen Hunger zu leiden brauchlen. Das Verschwinden dieser wohlgeordneten Or- ganisation mußte notwendigerweise eine Lücke in der Versorgung schaffen. Als Reaktion darauf erweisen sich die befreiten Völker jetzt oft ungehorsam, und Ihre Regierungen sind nicht imstande, sich geltend zu machen. Trotz des größten Mitleids mit den leidenden, befreiten Völkern können die Alliierten gerade jetzt wenig oder gar nichts zur Linderung der Not tun." Nun wissen es die Völker, die die Beteuerungen der Anglo-Amerikaner, sie kämen als Freunde, glaubten. „Financial News" vergißt nicht zu betonen, „daß natürlich die alliierte Armee in erster Linie Anspruch auf alle Vorrats- und Transportmittel erheben müßte." Die Ausführungen des britischen Blattes sind die beste Widerlegung des plumpen Tricks Roose-velts, der versuchte, In einer Erklärung über die Tätigkeit der UNRRA in den von den An-glo-Amerikanern besetzten Gebieten die dort herrschende Unzufriedenheit und politische Unruhe von sich abzuwälzen und die vorausgegangene deutsche Bp«?etzungszeit dafür verantwortlich machen wollte. Der Blick, auf die Karte Von Paul D r ö m e r t Marburg, den 7. Dezember In diesen Tagen wird der deutsche Wehrmachtbericht auch von denen mit Spannung erwartet, die ihn sonst nur flüchtig gelesen haben mögen. Die Karlen, die ihn erläMtern, bringen bekannte Namen. Aachen, Metz, Straßburg, Rhein, Donau, Drau, Save, Plattensee — das klingt dem Ohr anders als Kirkenes, Marsa Matruk, Kaukasus und Wolga. Der Krieg ist nahe und näher gerückt. Ist es verwunderlich, daß auch die Menschen aufhorchen, die einst meinten, er ginge sie kaum etwas an? Als unsere Truppen Frankreichs Ordnung sdcherten, als die deutsche Verwaltung den Belgiern und Holländern Arbelt und Brot gewährleistete, da gab es dort ebenfalls Gleichgültige und Unbelehrbare, die meinten, ihr Land würde das alte Gesicht erhalten, wenn erst die Deutschen fortgingen; sie würden dann nicht mehr eine ausreichende Hausmannskost, sondern ihr Huhn im Topf haben. Sie haben sich nicht aufwecken lassen, als die ersten Terrorflieger die Wohnstätten der Bevölkerung in Trümmer legten und Zehntausende am Krieg unbeteiligter Zivilisten Churchills Bomben zum Opfer fielen. Als dann die deutschen Truppen das Land kämpfend verließen, kam das Grauen, die Not und die Hoffnungslosigkeit und — die allerdings zu späte Einsicht. Wie der Westen Europas, so hat auch sein Osten und besonders der Südosten erfahren müssen, was es bedeutet, aus der von den Deutschen gewährleisteten Ruhe und Ordnung In die Willkürherrschaft, in die Gesetzlosigkeit des bolschewistischen Bandenrepinies gerissen zu werden. Brüssel und Paris Liegen für viele Menschen etwas weit, aber wenn sie nicht nur in den Zeitungen lesen, sondern von Flüchtlingen, oft aus dem Verwandtenkreis, hören, was sich etwa dn Belgrad abspielt, dann greift es ihnen doch stärker ans Herz. Auch sie hätten sich allerdings keinen trügerischen Hoffnungen hingeben dürfen, denn im kleinen ist ihnen durch das Wüten der bestialischen Tito-Banden schon gezeigt worden, was sich im großen Jetzt in den nicht mehr unter deutschem Schutz stehenden Gebiet abspielt, I.st es verwunderlich, wenn heute auch jene auf die Karte vom Kriegsschauplatz schauen, die erst so ganz uninteressiert taten? Damit allein ist es allerdings nicht getan. Das Geschehen an der uns nächsten Front verlangt mehr als nur ein noch so interessiertes Abwarten. Die Menschen an den Grenzen des Reiches, die vor den Toren Westdeutschlands und Ostpreußens genau so wie in unserem Grenzgau, haben zum Spaten gegriffen beim Stellungsbau und zu den Waffen im Deutschen Volkssturm, sie haben noch verbissener und zäher alle die Aufgaben angepackt, vor die sie die schicksalsschwere Stunde stellte und immer wrleder stellt. Wenn der Feind heute bereits von dem „Wunder des deutschen Widerstandes" spricht, das alle seine Hoffnuneen auf den deutschen Zusammenbruch zerstört hat, dann ist das — neben dem über allem Lob erhabenen Geist und Opfermut der kämpfenden Truppe — dem Widerstandsgeist und Opfermut der Heimat zu danken. Denen aber, die auf der Karte Entfernungen nachmessen, wird zum Bewußtsein kommen, daß die Ze:t, in der Deutschlands bewegliche Kriegführung Bomen, da.i Schulter an Schulter mit den deutschen Soldaten den Heimatboden und damit seine und die europäische Zukunft verteidigt. Auch andere Völker im Südostraum standen vor ähnlflcher Entscheidung. Sie fanden nicht den Mut zur letzten Entscheidung, weil sie Wunschträumen nachliingen, statt den Tatsachen ins Auge zu schauen. Es gmg einmal die Mär durch den Südosten, England oder gar die Vereinigten Staaten würden es verhindern, daß dieser Teil Europas unter der bolschewistischen Sturmflut versiinko. Polen war Ihnen nicht Warnung genug. Nun hnben sie einen neuen Anschauungsunterricht erhalten. Ober die von den „großen Drei" betroffenen Abmachungen für die künftige Machtauftedlung In einem niec'erpeschlagenen Europa verlautete bisher, daß zwar der Balkan den Sowjets zugesprochen sei, doch Griechenland würde Seite 2 ♦ Nr. 343 ♦ Freitag, 8. Dezeml^er 1944 MARBURGEB ZETTUNO „britische Elnflußsphirt" bleib«i. Wl« die Exilpolen glaubte «uch der griechische Emigrant Papandreou, in England eine Stütze zu haben. Einen Monat schon nach der britischen Besetzung herrscht in Athen der offene Bürgerkrieg. Churchill beklagte im englischen Unterhaus diese Tatsache, aber zur Rechtfertigung der englischen Besatzungsmacht konnte er nichts anderes vorbringen, als die Schuld auf die Athener Polizei zu schieben. Er konnte nicht eingestehen, daO der bolschewistische Mob die Straßen beherrscht, denn er hat gar kein Interesse daran, das sowjetische Machtstreben zu unterbinden, genau so wenig wie er es in Po'en hinderte. Man kann gar nicht anders als annehmen, daß die Engländer nur vorgeschickt wurden, um mit der Phrase vom „britischen Interessengebiet Griechenland" den Griechen einen Lockköder hinzuwerfen. Papandreou ist auf den Leim gekrochen und schon muß er sich von den Engländern durch die „Daily Mail" sagen lassen, daß die britische Armee weder dde Vollmacht noch den Wunsch habe, sich mitten in dem Durch- einander der griechischen politischen Richtungen auf eine besondere Seite zu schlagen. Die Nordamerikaner aber lind noch deutlicher, wenn ein Teil Ihrer Zeltungen bereits scharf jede Papandreou gewährte britische Unterstützung verurteilt. Das ist der Anfang zur Preisgabe auch des letzten Zipfelchens britischer „Balkanpolitik", Wenn heute viele Menschen, die es sonst nicht taten, den Blick auf die Karte vom Kriegsschauplatz lenken, dann sollten sie nicht vergessen, das gesamte Kriegsgeschehen nicht nur nach den einzelnen mdlitfirlschen Fronten zu betrachten, sondern sich auch des politischen Hintergrundes bewußt bledben, von dem sich das äußere Krlej?sgeschehen abhebt. Auch hier gilt es sich zu entscheiden. Die Völker, die diese Fronten des großen Weltkampfes nicht sehen wollten, haben auch ihre militärischen Fronten zusammenbrechen sehen. Deutschlands den Endsieg verbürgende Stärke Hegt darin, daß es einen einheitlichen polltischen Kampfeswillen an der Front und In der Heimat hat. Warum der Gefreite Gruber nicht in Urlaub ging Eine Episode aus dehi Kampf der Gebirgsjäger bei Miskolc PK. Der starke Druck der Sowjets auf Miskolc hält weiter an. Der Gegner hat sehr schwere Verluste, aber seine Angriffe sind nicht mehr zu zählen. Die Führung der Gebirgsjägerdivision, die hier kämpft, verzeichnet sie, aber die Jäger selbst haben es aufgegeben, für sich selbst noch so etwas wie eine Angriffsstatistik 7M führen. Sie stehen seit Wochen in ununterbrochenem Kampf. Der Gegner ist überall: er Ist vor ihnen, er Ist aber auch links und rechts von Ihnen. Und da es ihm in dem unübersichtlichen Gelände oft genug gelingt, durchzusickern, müfsen sie auch damit rechnen, den Feind plötzlich In ihrem Rücken zu haben. Diese Jäger schlagen sich wie die Löwen. Gefreiter Gruber, der 22jährigo Soldat, der vor noch nicht langer Zeit noch Fahrer beim Troß war, lle^ mit einigen seiner Kameraden In seiner Stellung. Da kommen Sowjetpanzer anfjcrollt. Der Gefreite Gruber weiß, daß sie rieht durchkommen dürfen. Also springt er, als er sieht, daß er da nicht recht zum Schuß kommt, aus der Deckung und geht die Panzer nn. Di«» Besntzune des einen Panzers hat Ihn entdeckt und richtet Ihr Geschütz auf ihn. Aber der Gefreite Gruber drückt aus 12 Meter Entfernung seinen Panzerschreck schneller ab, und der eine Panzer brennt, ist erledigt. Die anderen drehen ab. Eine Stunde später kommen neue Sowjetpanzer. Der Gefreite Gruber hat nur eine Handvoll Kameraden nchen sich, auf die die Panzer zurollen. Er läßt sie ruhig herankommen und schießt auf 35 Meter Entfernung seinen zweiten Panzer ab. Das war am Nachmittag. Und es vergehen nicht viele Stunden mit neuen Angriffen und schwerem Feuer. Da rollen wieder drei Sowjetpanzer heran. Auch sie fallen den Jägern xum Opfer. Der Gefreite Grubrr schießt sri^'-n Panzcrschreck ab. Und als der T 34 nicht glcioh brennt, gibt er ihm den zweiten Schuß. Da geht er in Flammen auf. Der Gefreite Ferdel schießt den zweiten Panzer ab, und der dritte wird von einem Geschütz erledigt. So schoß der Gefreite Grübet In 24 Stunden drei Sowjetpanzer ab. Und als er dann von seinem Hauptmann darauf hingewiesen wird, daß er nun Anspruch auf Urlaub habe, erklärt er, daß er den erst dann antreten wolle, wenn er sechs Panzer abgeschossen habe. Das war der Gefreite Gruber. Er steht unter diesen Gebirgsjägern nicht allein da; wir wissen gerade nur seinen Namen. Kriegsberichter Arthur Reiß Der Führer ehrt von Mackensen Xrmelband fUr das S. Kavallerieregiment Führerhauptquartier, 7. Dezember. Der Führer hat Generalfeldmarschall von Mackensen zur Vollendung des 95. Lebensjahres die herzlichsten Glückwünsche des deutschen Volkes und seiner Wehrmacht sowie seine eigenen aufrichtigen und von Herzen kommenden Wünsche übermittelt. In einem persönlichen Hcindschrelben würdigt der Führer den greisen Feldmnrschall als einen Mann, der in zwei Kriegen seinem Vaterlande als Soldat und Feldherr unschätzbare Dienste geleistet hat, und der heute In einem Alter, das nur wenigen Menschen zu erreichen vergönnt Ist, ein einzigartiger Repräsentant deutschen Mannes- und altpreußlschen Soldatentums Ist Gleichzeitig hat der Führer als besondere Ehrung für Feldmarschall von Mackensen dem Kavallerieregiment 5, dessen Chef der Feldmarschall ist. das Ärmelband mit der Aufschrift „Feldmarschall von Mackensen" verliehen. Der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Keitel, hat am Mittwoch im Auftrag des Führers General-feldmarschall von Mackensen das Handschreiben imd die Urkunde über die Stiftung des Ärmelbandes persönlich überreicht. Der Erlaß des Führers über die Stiftung des Ärmelbandes hat folgenden Wortlaut: „In dankbarer Würdigung der unter Führung des Generalfeldmar- schalls von Mackensen vollbrachten Waffentaten, deren Ruhm in Volk und Wehrmacht für alle Zeilen weiterlebt, verleihe ich anlaßlich seines 95. Geburtstages dem Kavallerieregiment Nr. 5 das Ärmelband ,Feldmarschali von Mackensen'. Ich ehre damit den großen Feldherrn des ersten Weltkriege.s; dem Kavallerieregiment 5 aber sei es ein Ansporn, sich seines Chefs stets würdig zu erweisen." Zwei neue Träger des Eichenlaubs Führerhauptquartier, 7. Dezember. Der Führer verlieh das Elchenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an ff-Standartenführer Helmut Dürner, Re^iments-kommandeur in der ^f-Polizeipanzergrenadler-divlslon, als C50., und an Major Kurt Ehle, Kommandeur einer Panzribrlgade, als 673. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Standartenführer Dörner ermöglichte In Ungarn durch sein Eingreifen den Durchbruch seines eingeschlossenen Regimentes. Major Ehle brachte mit semen Panzern In Ostpreußen alle Durchbruchsversuche der Bolschewlsten zum Scheitern. Der Poglavnik tibernimmf Oberkommando. Der Poglavn'k Dr. Ante PaveMt-^rh übernimmt persönlich das Oberkommando über die kroatische bewaffnete Macht aller Waffengattungen. Danvit erj^ibt sich eine noch straffere Zusammenfassung aller kroatischen Kräfte. Helden zwischen den Schienensträngen Das Ritterkreuz zum KVK mit Schwertern für acht Eisenbahner Berlin, 7. Deaember In eindrucksvoller Weise beging die deutsche Reichsbahn auch in diesem Jahre ihren M^ag des deutschen Eisenbahners", Im Mittelpunkt einer Feierstunde standen Ansprachen von Reichsminister Speer und Staatssekretär Dr.-ing. Ganzenmüller sowie die Auszeichnung von acht Eisenbahnern mit dem Ritterkreuz zi^ Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern. Über den Rundfunk verbunden, vereinten sich die Millionen Männer und Frauen vom Flügelrad In dieser Kundgebung zu einer einzigen großen Kameradschaft. Über den Rundfunk meldeten sich auch einzelne Direktionsbezirke der Front und Grenzgebiete. Es ertönten die Stimmen aus Königsberg, Wien, Hamburg, Essen, Köln und Saarbrücken von Lokomotivheizern, Vorschlossern, Rangiermeistern, Rottenführern, Fahrdienstleitern und Zugführern, die Ihre Entschlossenheit, weiterhin bis zum äußersten ihre Pflicht zu tun, eindrucksvoll kundgaben. Von Reichsminister Dr, Goebbels war ein Schreiben eingetroffen, in dem es heißt: „Die deutschen Eisenbahner haben in der Entscheidungsphase dieses Völkerringens unter den schwersten und härtesten Bedingungen nicht nur unermüdliche Einsatzbereitschaft in ihrem Dienst, sondern auf nie wankender Treue zum Führer und zu den von uns beschworenen Idealen bewiesen. Dem Dank, den ich dafür Ihnen und der Gefolgschaft der Deutschen Reichsbahn übermittle, wird das ganze deutsche Volk aus vollem Herzen zustimmen.** Reichsführer Himmler übermittelte durch einen Anruf seine besten Wünsche und seine volle Anerkennung für die Leistungen der Reichsbahner. Die Ansprache von Dr. Ganzenmüller würdigte die Leistungen der Reichsbahn bei den Absetzbewegungen in den Operationsgebieten und durch Aufrechterhaltung des Elsenbahnbetriebes im Heimatkriegsgebiet trotz wilde* sten Bombenterrors und Bordwaffenkrieges unserer Gegner. Die großräumigen Absetzbewegungen vollzogen sich ohne nennenswerte Verluste an rollendem Material. Soweit es zurückgelassen werden mußte, war es bereits durch Kampfhandlungen zerstört oder unbrauchbar geworden. Wertvolle Lokomotiven blieben überhaupt nicht zurück. Allein diese Tat des deutschen Elsenbahners ist in der Geschichte des Eisenbahnbetriebes einmalig. Das schwere Eisenbahnmaterlal mußte nicht selten durch die feindlichen Linien hindurchgeführt werden. In der Heimat erlebt die Öffentlichkeit den früher unvorstellbaren Einsatz des Elsenbahners pnd der Ei.«?enbahnerln Im Luftkrieg, im ^awchpn der Bomben und im Gehämmer der Bordwaffen unmittelbar. Dieser Kamof erfordert einen völlig neuen Typ des Eisenwihners, für den das Prädikat „wehrhaft" allein nicht mehr ausreicht. Es ist Jener Typ, der in den minenverseuchten Gebieten des Ostens seinen Ursprung fand und sich zwischen den Flächenwürfen und Bordwaffen-nngriffen des Westens Immer mehr härtete. Es Ist jener Typ von Eisenbahnern und Eisenbahnerinnen, die Immer wieder antreten ungeachtet der Gefahren, die sie auf jeder Fahrt umlauern, die In unerschütterlicher Ruhe noch Ihre letzten dienstlichen Anforderungen tref- fen imd Maßnahmen ergreifen, wenn der Gegner schon seine Abwurlzclchen set'.t, die noch während des Angriffs zu den zerwühlten Gleisanlagen eilen und die ersten Arbeiten aufnehmen, ungeachtet der noch lauernden Langzeit-Zünder und Blindgänger. Zerstörungen, wie In früheren Zelten nur durch Naturereignisse aufgetreten sind, und erst nach Wochen und Monaten beseitigt wurden, werden heute in Stunden und Tagen behoben. Das gesamte Volk betrachtet die Aufrechi- erhaltung des Verkehrs als seine eigene Sache. Die Eisenbahner sind dem deutschen Volke dankbar, daß es darüber hinaus Verständnis aufbringt für die zeitbedingten, bisweilen in das persönliche Leben des einzelnen hart eingreifenden Maßnahmen und auch für die Mithilfe durch Vermeidung aller nicht kriegsbedingten Reisen und Transporte. Die Unterlassung unnötiger Reisen und die Transport-flechtung müssen für jeden einzelnen wie für die Gemeinschaft zur Gewissens frage werden. Wer sich dagegen versündigt, ist ein Volks-schädllng, wie einer, der auf Kosten der Gemeinschaft besser lebt, als die anderen, und muß als solcher behandelt werden. Die Rede schloß mit dem Gelöbnis: „Unermüdlich, ausdauernd, zäh und verbissen, zurückhaltend und bescheiden wollen wir weiter unsere Pflicht erfüllen. So schwach der einzelne sein mag, ao stark wollen wir sein und bleiben durch unsere Gemeinschaft und unsere Kameradschaft, die Unterpfände echten deutschen Eisenbahner-tums. Aus berufenem Munde werden wir heute noch hören, daß eines Tages auch für uns wieder die Sonne scheinen wird, wenn die Kameraden der Luftwaffe In die Lage versetzt sein werden, uns zu entlasten. Die Hoffnung soll uns anspornen zu weiterem Einsatz. Wenn aber erst unsere Luftwaffe machtvoll sich über unsere deutsche Erde erheben wird, dann wird auch bald darauf unser Flügelrad seine Schwingen wieder ausbreiten. Um diesen Tag wollen wir alle kämpfen kämpfen und fahren, fahren und immer bereit sein für Führer, Volk und Vaterland. Es folgte die Auszeichnung von acht Eisenbahnern, denen der Führer das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen hat. Die erste Auszeichnung galt dem inzwischen im Kampf mit Terroristen in Südfrankreich gefallenen Reichsbahninspektor Wilhelm Gi'ies aus dem Bezirk der Reichsbahn-Direktion Saarbrücken. Aus der Hand von RltterkreuztrMfjem der Reichsbahn und der EisenbahnbetriebEPrunpen erhielten dann die Übrigen Männer die hohe Auszeichnung, und zwar Oberrottenmeister Peter Hölzer, Reichsbahnsekretär Karl Komp und Relchsbahnsckretär Johpnn Kosor aus dem Relchsbahndlrektionsbozlrk Frankfurt M^in, der Präsident der Relchsbahndlrrktion Hannover Dr. Walter Bürger, der Präsident der Relchsbahndlrekllon Köln, Dr. Int*. Kirl Rrmy, der Präsident der Ostbahndlrrktlon Warsc^'^au Dr. Ing. Günther Wiens sowlr- I,okomotlvfübrer Gustav Maldaclcrr aus dem Bezirk der Relchs-bahndlrektlon Karlsruhe. Russisch lernen, zu welchem Zweck? Stockholm, 7. Dezember In den rumänischen Schulen wird vom Beginn des nächsten Jahres ab Unterricht in der russischen Sprache als Pflichtfach eingeführt. Ferner melden französische Blätter, daß gleichzeitig mit der Reise de Gaulles nach Moskau am Dienstag zum ersten Male in einer französischen Schule in Paris Unterricht in russischer Sprache gegeben wurde. Die Sowjets haben es eilig, den Kindern fremder Völker ihre Sprache beizubringen, so hoffen sie es leichter zu haben, wenn diese Kinder einst nach der Sowjetunion verschickt werden. Schlimmer, als er sich es erwartete. Der Ministerpräsident der holländischen Emigranten-regierung erklärte bei einem Besuch In Maastricht, die Ernährungslage In dem von den Anglo-Amerlkanern besetzten Teil der Niederlande sei noch schlimmer, als er erwartet habe. Druck und Verlag Marbuiger Verlaps- und Druckeret-Gei. m. b H. — Verlagsleitung E{(on Baumgartner, HauptsPhriffleitung Anl'>n Gerst-hack. beide in Marburg • d. Drau, B^dgasve • Ein Unfersfeirer von europäiscl.em Ruf Zu Meinz Schütilers 9ucfi übtr Luigi Kasimir Nun ist auch Luigi Kasimir, der Sohn Pettaus, der die Welt mit semen Radierolättern erobert hat, reif für die Monographie geworden. Er war es wohl schon längst und die jetzt im Wiener Verlag von Hern/: Schüttler besorgte Darstellung seines Werkes und seiner Persönlichkeit kommt eigentlich nur einem längst gehegten Wunsch der großen Gemeinde des Künstlers nach. Schüttlers einleitende Worte mit ebensoviel Verständnis für das Werk und die Persönlloh-kelt Luigi Kasimirs, wie auch mit Jener verehrenden Liebe geschrieben, die einer nachfühlenden Schildenmg erst die Grundhaltung verleiht, geben eine treffliche Einführung. Dann uberläßt der Herausgeber das Wort dem Künstler selbst, der, temperamentvoll und doch gezügelt, auf leider nur zu wenigen Seiten, den eigenen Werdegang erzählt daß man an dieser „literarischen Leistung' des großen Radierers ebenso seine helle Freude hat, wie an jedem seiner Kunstblätter. Man merkt es der humorgesättiüten Erzählwelse Kasimirs an, daß auch hier ein reifer Gestalter die Feder führt, indem er sie ganz einfroh einmal mit der Radiernadel vertauschte. Hier wird auch der Jucendfreundschaft mit dem stelrlschen Dichter Rudolf Hans Bartsch gedacht und ein wildromantisches Abenteurerleben In den Mauern der Burgruine Asgsteln launlf» geschildert. Vor allem aber finden wir ein Miniaturbildchen der Geburtsstadt an der Drau, Pettau, und eine nachdenklich heitere Darstellung der Studienjahre in Graz. Dann kam der Sprung ins Tor zur großen Welt, zur Kometerschen Kunrthnndluni* nach Hamburg, die den jungen Radierer weltfHhlg machte, und als zweite Etappe, die Verbindung mit dem einstigen Wiener Studiengenossen, Egon Hanfstaengel, in Müncnen, die zu eme.ni dauernden Bund der Arbeit und Freundschaft wurde. Daran fügen sich hebenswüidigo Züge des Familienlebens; die seltene Künstlerehe mit Tanna Kasimir-Hörnes. die auch diesem Buch eine Probe Ihres Stiftes, eine sprechende Bildniszeichnung des Gatten, mit auf den Weg gibt, wird geschildert und ebenso auch ihrer gemeinsamen Reisen durch die halb- Welt gedacht, sowie der großen Auftrüge von öffentlichen und privaten Stellen die den Ruhm und den Ruf Luigi Kasimirs befestigen halfen. Der Bildertell, der mit den In den Text eingestreuten Tafeln vlerundslebzlg farbige Radierungen In ausgezeichneter Wiedergabe umfaßt, stellt, rein buohtechnisch gesehen, im sechsten Kriegsjahre eine besondere Leistung des Verlages dar. Die engere Heimat, Pettau, das Welnland der Kollos haben hier nicht minder ihre liebevolle Berücksiditigung erfahren, als die Schönheiten Wiens und seiner Umgebung, insbesondere der nahen Wachau, die In all den Jahren zur zweiten Heimat des Künstlers wurden. Hieran reiht n sich dann in grandioser Folge alle die städtebaulichen Kostbarkeiten des ganzen Deutschen Reiches, Ja Europas, und auch die der Neuen Welt. Jedes dieser Blätter kündet von unermüdlichem Ge-staltungswillen, und e.« Ist, als spräche daraus die Urkraft der Heinat de« Künstlers, die sich In der Leistung dieses großen Sohnes selber ehrt, — Luigi Kasimir den längst der Professorentitel ziert. Ist heutt der V^crtreter seines eigenen Stiles, den er, der graphische Autodidakt, erst noch Absolv'erung der Akademie In bewunderungswürdig zähem Fleiß sich erarbeitet und geschaffen hat. Langst sind die D«r Ring Wir Teic}\,en «ns die Udnde, Wir Lebenden, tolr Toten. Sind all von Gott entböte^ Und warten, was er sendeV^ In einem Kreise stehen Als Brüder wir und Schiuestem. Hört Uber Heut und Gestern Die ewigen Stürme wehen! Der Kreis ist eingefriedet, Kann keiner ihn verlassen. Nur Lieb darf Liebe fassen — So wird der Ring geschmiedet. Der Fing schließt alle Händt, Der Lebenden, der Toten. So hat es Gott geboten. Der Ring ist ohne Ende... Franz Lüdtkt Kasimirblätter für den Kunstfreund ein Begriff geworden; denn sie sagen nicht mehr und nicht weniger, als daß alles, was dieses glückliche Auge geschaut und die feinnervige Hand gestaltet hat. Jene Übereinstimmung aufweist, die immer das echte Kunstwerk vom falschen unterscheidet: Einmalige well inten.^ve Aussage dessen zu sein, was zwar jeder sehen kann, aber nur der be>gnadete Künstler wiederzugeben vermag. Das Buch wäre nicht vollständig, ließe uns Hednz Schüttler nicht auch einen Blick in die technische Werkstatt des Künstlers tun. Mit eingehender Kenntnis und feinfühliger Kennerschaft erläutert er die besondere Eigenart der farbigen Radierungen Luigt Kasimirs und macht gewissermaßen die „ Erfindung" des Künstlers als Graphiker mit wenigen Worten deutlich. — Ein Buch, das nicht empfohlen zu \-din ' ■"•.u.'lit, well es sich selbs* empfiehlt! Kurt Hildebrand Matzak Was fntnsdiiicKtt Organt lelsfen müssen Daa Herz eines erwachsenen Menschen wiegt 280 bis 320 Gramm. Die tägliche Arbeitsleistung dieser kleinen Maschine ist indessen ungeheuer groß. Sie beträgt etwa 16.000 Meterkilogramm, d. h. sie ist gleich einer Kraft, die 18 'kg 1000 m hoch hebt. Das Herz hebt die Last des eigenen Körpers Tag um Tag 276.65 m hoch. Bei einer Luftwärme von etwa 37 Grad geben unsere Lungen durch Ausatmung soviel Wasser an die Luft ab, daß diese Menge je Liter ausgeatmeter Luft 47 Milligramm beträgt. Hiervon werden 30 bis 40 Milligramm dem Körper entzogen, so daß der hierbei entstehende Wasserverlust des Körpers in ungefähr vier Minuten ein Gramm ausmacht. In Mexiko sind Lehm und Ton die Lieblingsgerichte einzelner Elngeboronenstämme. Die Hottentoten essen Heuschrecken. Seidenraupen wandern in die Kochtöpfe der chinesischen Küche. Ameisen gelten bestimmten indischen Stämmen als Dellkatesse. In einzelnen Gebieten Frankreichs gewinnt man Schnecken und Frösche als Leckerbissen. Wolfgang Greiser Aus dem Kulturleben Von Alfons von Czlbulka wird demnSshst bei der I. G. Cottaschen Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart, der Roman „Das Abschiedskonzert" erscheinen. Im Verlag von F. Bruckmann erscheint von Helmut Oehler ein Buch über den Prinzen Eugen im Urteil Europas. Hans^eorg Laubenthal wird in dem von Alfred Braun "inszenierten Ufa-Farbfilm „Der Puppenspieler" als Ingenieur zu sehen »ein, dem ,Poppenspäler' seine Lebensgeschichte €ir-zühlt MARBURGEB ZEITUNG Freitag, 8. Dtzember 1944 ♦ Nr. 343 » Seite S Kartoffeln in der Trocknungsanlage Speisekartoffeln werden „frontverwendungsfähig*' gennacht Hohe Kartoffelberge lagern an dem Fabrlkg- gebäude dcs^ SpeziaiDetniebes, der alljährlich die Kartoflelerträge von dreitausend Morgen Ackerfläche zu Trockengut verarbeitet Ohne Nährstoffverluste wird hier ein einwandfreie* Nahrungsmittel hergestellt, das heute besonders unseren Frontsoldaten zugutekommt und auf Jahre hinaus haltbar und verwendunss-fähig bleibt. „Tägi'lch werden bed uni 1600 q Kartoffeln angefahren und in Tag- und NachUchichten aufbereitet", erklärt der Betriebsleiter. Eline Schwemmanlage befördert die Kartoffelmengen zunächst selbsttätig in die „Wäsche", in der sie sorgfältig gereinigt werden. Eine Schnecke führt die Kt^'toffeln danach in große „Bunker", aus denen sie in genau abgemessenen Mengen den Schälmaschinen zugeteilt werden, worin sie Jeweils zwei Minuten lang „herumtanzen" müssen, bis sie durch die reibeisenähnlichen Schälvorrichtungen von der Schale befreit sind. Von geüblen Frauen werden die so geschälten Kartoffeln dann am „laufenden Band'« fein säuberlich nachgeputzt. Nun wei den sie in einer Maschine zu schedben-artigen Stückchen zerkleinert, worauf nochmals eine Nachlese auf etwa durchgerutschte Schalenreste folgt. Im „Ankochapparat" erhalten die Kartoffelstückchen nun edn heißes Wasserbad, wodurch das allen Hausfrauen bekannte „Schwarzfärben" verhindert wird. Ohne Zusatz irgendwelcher Chemikalien behalten die Kartoffelstücke so ihre appetitliche weiße Farbe. Auf Horden ausgebreitet werden sie schließlich bei verhältnismäßig niedrigen Temperaturen getrocknet. Mit 100 Grad fängt es an und endet nach acht Stunden — solange brauchen die einzelnen Horden, um den rie-rlgen Trockner langsam zu durchlaufen — am Bodenteil mit siebzig Grad. Auf dem Wege zum Lagerraum, dn dem das Trockengut zentnerweise in luftdichte Säcke verpackt wiird, erfolgt nochmals eine Trockenauslese, nach der die Trockenkartoffeln dann hundertprozentig einwandfrei abgeliefert werden können. Jedem Sack wird eine Kochvorschrift beigegeben, denn in der ersten Zedt ist es vielfach vorgekommen, daß sich die Soldatenköche mit den Trockenkartoffeln nicht gleich befreunden konnten. Erst mit der Gebrauchsanweisung wurde richtig gekocht, und überall wurden die getrockneten Speisekar-toffeln seither mit Vorliebe verwendet, ob es m Afrika, im hohen Norden oder im weiten Osten war. Allein im vorigen Jahr hat dieser Spezialbetrieb eine halbe Mlillion Zentner Frischkartoffeln verarbeitet, aus denen S4.000 Zentner Trockenscheiben hergestellt werden konnten. Neben vielem anderen hat das Trockengut für die Truppenverpflegung noch den Vorteil, daß beim Transport keinerlei Verluste durch Frost entstehen können und daß die gesamte Herstellung ebenfalls ohne irgendwelche Verluste für die Allgemeinwirtschaft erfolgt. Alles, was bei der Herstellung „Abfall" ist, also die Schalen usw., wird Im gleichen Betriebe zu Spdritus verarbeitet, und es ist interessant zu hören, daß allein aua den Abfällen eines einzigen Tages tausend liter Splrttus gewonnen werden. Die dabei rückständige „Schlempe" gibt wiederum ein wertvolles Viehfutter, das im eigenen WlrtschaftsbetHeb verwendet wird. Edgar Rode Das neue Weizenmehl Im Interesse der Sicherung unserer Ernährung ist die neue WeizemViehltype 1350 eingeführt worden, Sie entspricht einem Ausmahlungsgrad von durchschnittlich 88%, während die bisherige Type 1050 ein 83%ig ausgemah- lenes Mehl bracht«. Hierzu wird mitgeteilt, daß die Maßnahme eine um 5% bessere Ausnutzung unserer Weizenvorräte erlaubt. Bemerkenswert ist der Hinweil, daß im ersten Weltkrieg bereits im Mai 1916, also schon nach eindreiviertel Jahren Kriegführung eine 93% Ige Ausmahlung bei Weizen angeordnet wurde, darüber hinaus mußten damals 20% Kartoffelerzeugnisse beigemischt werden, und weiterhin war die Streckung mit Bohnen, Erbsen, Kleie und Mals erlaubt. Hinsichtlich der Verarbeitung der neuen Type kann die Praxis die Erfahrung auswerten, die vom l. Februar bis 5. April 1942 mit Weizenmehltype 1470 gesammelt wurden, da diese Type einer 90%igen Ausmahlung entspricht und somit der Type 1350 sehr ähnlich ist. Die backtechnischen Eigenschaften unseres diesjährigen Welzens sind recht gut, so daß der Übergang zu der neuen Type sehr erleichtert wird. Die Kuchenherstellung mit der Type 1350 gelingt durchaus; denn es ist ja bekannt, daß sich auch aus entsprechend hoch ausgemahlenem Roggenmehl ein sehr schmackhaftes Backwerk herstellen läßt Für die Frau Wie lange lebt ein Film? Die Lieblingsfrau des Maharadscha — auf 10 Grad abgekühlt Die drei Formen der Lebensmittelaufrufe Jeder Verbraucher liest besonders aufmerksam die amtlichen Aufrufe, durch die ihm bestimmte Lebensmittel zugeteilt werden. Diese Aufrufe können in dreifacher Form erfolgen. Bei der ersten Form handelt es sich um zentrale Bekanntmachungen des Ernährungsminl-ateriums über die Tagespresse, die Jeweils sofort allgemein bindend sind. Ein Beispiel dafür v/ar die Bekanntmachung, daß Fleisch oder Fleischwaren an Stelle von Nährmitteln bezogen werden können. Die zweite Form ist die zentrale Verlautbarung über die Zuteilung gewisser Waren, zu deren Abwicklung im Verkauf aber jeweils erst die ergänzende Bekanntmachung durch das örtlich zuständige Ernährungsamt abgewartet werden muß. Das typische Beispiel hierfür ist die Eierzuteilung. Sie wird zentral bekanntgegeben: für die Abgabe des Anmeldeabschnitts der Eierkarte beim Einzelhändler sowie für die Ausgabe der Eier auf die Einzelabschnitte muß aber der Aufruf des örtlichen Ernährungsamtes abgewartet werden. Die dritte Form der Bekanntgabe ist die örtliche Regelung, die sich nur auf einen bestimmten Stadt- oder Landbezirk be-> zieht, wie etwa die Zuteilung von Gemüse oder Fischen. Es ist seit Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden, daß die Filmtheater wöchentlich mindestens einmal, in der Hegel freitags, das Programm wechseln. Bei dem hohen Stand der Filmproduktion ist die fortlaufende Bedarfsdeckung auch durch den Krieg in gar keiner Weise In Frage gestellt. Im Gegenteil: sowohl das künstlerische Niveau (Manuskript, Regie, Darstellung) als auch die technische Qualität (Photographie und Tonklarheit) erfahren mit jedem Spieljahr Immer erstaunlichere Vervollkommnungen. Gelegentlich aber wird das Publikum auch mit der Wiederholung älterer Filme erfreut, und da taucht dann die Frage auf, wie lange sich die empfindlichen Zelluloid-Filmstreifen eigentlich halten. Wir haben heute noch Filmstreifen aus d"n Uranfängen des Filmschaffens (1B93>, die durchaus spielbar sind. Die uns bisher bekannte Methode zur Erhaltung des Materials konserviert den Filmstreifen für etwa 50 bis 70 Jahre. Die Wissenschaftler hnfpen zwar, schon in wenigen Jahren Mittel erfunden zu haben, durch welche unsere Filme unbeschränkt haltbar bleiben werden, einstweilen aber will man sich so helfen, daß man von allen Filmen, wenn sie 50 Jahre gelagert habrn. Kopien anfertigt. Das Reichsfilmarchiv in Bprlin-Dahlrm hat bisher gut drei Millionen Filmmeter eesammrlt. und die großen Filmfirmen haben Filmarchive von teilweise noch viel größerem Umfang; das Filmarchiv der UFA zum Beispiel umfaßt etwa 20 Millionen Meter. Wie erhalten nun die Archive das kostbare Material, das zum Teil ja nie ersetzbar ist, well es weltgeschichtlich einmalige Zeitdokumente darstellt? Die Aufbewahrung der Filmstreifen ge-schiecht In Räumen, die stets unter gleicher Temperatur stehen. Als sehr günstig hat sich eine Temperatur von 10 bis 14 Grad erwiesen. Die Räume werden regelmäßig gelüftet Die Filme selbst werden in Vulkanflber-schachteln — nicht in Blechdosen — aufgehoben. Da diese Schachteln Jederzeit Luft an das Material heranlassen, wird ein frühzeitiges Brechen — die Hauptgefahr beim Film — verhindert. Selbstverständlich werden die Filme nur mit Wollhandschuhen angefaßt da schon durch eine Berührung mft der menschlichen Haut die empflndliche Schicht leidet. Die Praxis der letzten Jahre hat gezeigt, daß das beste Fllmkonservierunpsmittel Kampfer ist, das gleichzeitig den Vorzug hat, billig zu sein. .Tpde Filmschachtel 'erhält eine 10 cm lange Kampferstange. Da aber auch jedes Licht — nicht nur Tages-, sondern auch elektrisches Licht — sehr schädlich für die aufzubewahrenden Filmstreifen ist, muß man sich In den Archivräumen mit rotem und sehr schwachem gelbem Licht helfen. Wenn also auch heute noch erhebliche technische Schwlerirkeiten der zeltlich unbegrenzten KonsenMernnp der Filmstreifen entgegenstehen, .«!0 wird doch die von Relcbs-minister Dr. Goebbels seinerzeit einPesptzte „Kommission zur Bewahrung von Zeltdokumenten", die In Berlin ihre Aufgabe verant-wortimgshewunt und erfolgreich durchführt, zu verbindrrn wissen, daß kommende Generationen Im Film das heutige Geschehen nicht rückschauend mehr miterleben können. Erwin Oplalla Aus dem Lebenskreis der Forelle Geht man jetzt am Ufer eines Gebirg.sbaches entlang, sieht man in selchten Stellen oft blanke Flecke In dem stcinl.'»en Bett; die Laichplätze der Forelle. Sie laicht im Spätherbst, wobei das Klima und das baldige Eintreten des Winters maßgebend sind. Bevor starke Schneefälle eintreten und das Wasser sich mit einer Eisdecke überzieht, begeben sich die größeren Fische aus den Teichen und den tieferen Stellen des Wassers hinauf in die kleinen Gräben und Bäche des Gebirges. Manchmal kann man im Herbst in den seichten Stellen Fische schwimmen sehen, die mit ihrer Rückflosse sogar über das niedere Wasser reichen. Dem Laichgesch'ift geht ein kurzes Liebesleben voran, indem d'e Fische hintereinander herschwimmen, mit Ihrem Leibe auf dem Gnmde dahinstreifcn und so den Schlamm abstreifen, der an dorn Kies und den kleinen Steinen haftet Dann wühlt das Weibchen mit den Flossen eine kleine Grube in den Kies und legt seine Eier hinein. Sofort kommt ein männlicher Fisch hinterher und setzt die befruchtende Milch ab. Dann wird das Grübchen mit Hilfe der Flossen wie- der zugedeckt, well die Eier sonst nicht nur von der Strömung fortgerissen, sondern auch von den noch nicht zeugungsfähigen Forellen verzehrt werden könnten. Das Ausbrüten der Eier übernimmt dann wie bei den anderen Fischen die Sonne, und schon an warmen Jännertagen schlüpft die junge Brut aus den Eiern. Zehn Söhne im Wehrdienst. Edne rechte Soldatenfamilie ist die des Weidenverwalters Karl Gabriel in Elbing (Ostpreußen). Von 14 Kindern .sind 11 Söhne; zehn davon stehen im Dienst für das Vaterland, und zwar drei Im Westen, drei im Osten und einer in Italien, einer ist noch zur Ausbildung bei der Truppe, einer Ist vermißt und einer ist den Heldentod gestorben. Der jüngste Sohn ist Jungvolkführer. Die kernigen Schmiede. Der Schmiedemeister Anfon Hugo im Kreise Rohrbach (Oberdonau) ist über 90 Jahre alt und steht noch täglich in seiner Schmiede am Amboß. Über-trqffen wird er noch von dem 92iährlgen Schmiedemeister Josef Schiffner aus Pellsteln (ebenfalls Oberdonau), der als rüstiger Greis nnrh heute seiner Schmiede vorsteht Richtiges Feuermachen Unsere Brennstoffvorräte erfordern besonder» sparsame und sachgemäße Behandlung, um Verluste zu vermelden. Viel Brennwerte gehen durch unzweckmäßiges Feueranmachen verloren. Gar zu gern entzündet die Hausfrau am Morgen das Feuer neu an den Glutresten vom Vortage. Zu diesem Zweck werden aber meist abends noch ein oder gar mehrere Briketts aufgelegt, lediglich um die Glut über Nacht zu erhalten. Aber auch wenn man das Brikett noch in Papier einwickelt, ist häufig der verbleibende Glutrest so gering, daß die frisch aufgelegten Kohlen sich durchaus nicht lebhaft und gut brennend entzünden. Sie schwelen vielmehr länger^ Zeit, ehe sie richtig brennen, und dabei gehen große Mengen der in der Kohle enthaltenen Gase in den Schornstein, ohne Wärme zu bilden. Auch ist es bei diesem Verfahren fast nccht möglich, den Rost richtig zu säubern; Schlacke und Aschenteile darauf aber verhindern ein lebhaftes und richtiges Brennen des Feuers. Also sparen wir lieber das ganz unnötig geopferte Brikett und zünden das Feuer jeden Morgen von neuem an, nachdem der Ofen gut von Asche gesäubert wurde und alle noch unverbrannten Kohlen zum nochmaligen Auflegen beiseite gelegt wurden. Die Kunst, mit wenigen bleistiftdünnen Stückciien Holz oder auch ganz ohne solches nur mit Kohlenanzünder und kleingeschlagenem Brikett ein gut brennendes Feuer zu entfachen, ist heute wohl jeder Hausfrau geläufig. Sie wird bald merken, wie viel besser nun im gut geputzten Ofen ^s Feuer brennt und Hitze abgibt. Die halb verbrannten Kohlen vom Vortage sollen erst aufgelegt werden, wenn genügend Glut vorhanden ist. Dabei vermeiden wir ei aber, diese Überreste mit Wasser anzufeuchten, wie es immer noch gern geschieht in der Meinung, daß sie nun „besser brennen". Freilich knistert und knackt das Feuer jetzt tücli-tig, aber nur, weil es die Feuchtigkeit erst dn Dampf verwandeln und aufzehren muß, wobcd wieder beträchtliche Wärmeverluste entstehen, Auch Kohlenstaub darf nicht durch Anfeuchten „bindig" gemacht werden, „weil er sonst durch den Rost in die Asche fällt". Das kann man anders verhindern: entweder le-en wiir diesen Staub nur bei reichlich vorhandener Glut oben auf oder geben ihn auf ein wenig zu diesem Zweck gesammeltes schmutziges Altpapier, das dann fest zusammengeballt wird. Dann verbrennt auch Koh'enstaub ohne Verluste. Käthe B;rke ♦ Beste Verwertung des Roggenmehls. Di# Abteilung Volks-Hauswirlschalt der NS-Frauenschaft des Kreises Graz-Stadt hat, um zur bestmöglichen Verwertung des Roggcn-me-hls beizutragen, eme nachahmerswerte Einrichtung getroffen, die bei den Grazer Hausfrauen allgemein Anerkennung fand. In jeder Ortsgruppe des Kreises sii.d ein bis zwei Geschäfte ausgesucht worden, in denen durch deutlich angekündigte Rezepte mit Kostproben jeweils für eine besonders geeignete und gut : ausprobierte Koch Vorschrift geworben wird. I Sobald ein Kochrezept gut emgeführt ist j kommt dann wieder ein neues hinzu. So werden jetzt zum Beispiel Anleitungen zur Herstellung von Weihnachtsoai-'kwerk gegeben. I Djrch diese Einrichtung kann sich jede Grazer Frau Rat holen, wie sie die zur Verfügung stehenden Lebensmittel am zweckmäßigsten und schmackhaftesten zubereiten kann. Der Rundfunk am Freitag. Reichsproßramm; 7.t0 btp 7.45: Eine ehem. Fetrachtiinp Uber die I.uft; s sobliig; PrauenspleRel: 1? I-S b's JS 45: Perichf iitr Lngc; IM") b'B 15: Die Kapelle Erlrh Börschel spielt; 15 bis li.sn: Kleines Konzert: 15 30 b'a 16: Sollstcnmu^lU von Chipin, Schumann, Epchr; Ifl bis 17: Aus Knnzcrt, Oper und Operette; 17.15 h's 1« 10: l'ntnrhHltiinif m't drr Hamburger Kapnile Jan Hoffmnnn; 19 bis 19 30: Zeitpple« gel: Neuer Europafllmi 19.30 bis in,45; Frnntberic ,fe; lt.45 bis 20: Dr. Goebbels-Ansatz; 20.15 bis 21; „Pai Konzert". T.u^tTtfel von Hornrann Pihr Mitw r-kende: Käthe Hoack, Adelhe'd Seeck, vlktnr dt Kowa und Gustav Knuth; 21 bis 22: Von PTrlortie zu Melodie. — Deut'irhlandsCTirter; 17.15 bis lfl30- Sln'o-nlsrhe Musik: Mozart. CSrar rrsnk u. a.; 18.30 bis 18.45: wir raten mit Musik; 20.15 bis 21; Konzrrt des Hamburger Pun'ifunkorr-hesters: 2| bis 22; Moznrt' Sin^'onle C-diir (K. V. 2ro), Konzert im alton Stü vm Resor, r)lvortltlicti nur Io Anotheken In Packune. von 90 Rp' •a. 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Das Lelchenbegin^nis fand am Donmrstaf, 7. Dei. 1944, 13 Uhr. auf dem itldtlschea Friedbot In Drauweiler itatt. M57 Merburg, am 8. Denmbtr 1944. Ifl tielittm Sdjmerx: tarlraM Urtli, OatHa. Danksaguno Aut tiefstem Herzen danke Ich allen ftir die Anteiln;ihme anläßlich de» forch'baren Verlustes meiner teuren Angehörigen. Insbesondere (len vielen K^'anz- und Blumenrpen-dem sowie Herrn Direktor Ralile, der Werk'-tättenmttsik und allen A'-beltfkameraden. 8658 Marburg/Dr., am 8. Dez 1944. Johanna Türk und Familien Türk. Dankaaouno* Für die herzliche Anteilnahme anläBllch de« schmerzlichen Verlustes meiner lieben Schwägcrin und Tante, Frau MARIA LOsCHNIG, gab. KRAINZ, sei allen zutiefst gedankt. insbesondere denen, die ihr In den letzten Stunden beigestanden sind, sowie den vielen Spendern 4cr KrSftM und Blumen. 8467 Dia trauernden Hlntarbllebanen. Oankaaauna Pflr die Oberaus warme Anteilnahme anlABIIch des Heimganges meiner unvergeOlichen, treiitwsore-t«n Gattin, der Frau HESfvlINf VOlOTMANN, danke Ich gerührt. Mvburg/Dr., 5. Dezember 1944. 8^53 Emit Valglmann. Zu tauschen Tadellose Sehlwlndjacka wird für schOne. gioQe Gliederpuppe getaubcht, Geildits-holgaise l'II. 8SSS-14 Ukaral. FUllledcr, Marke Tempo, wird geeien gut erhaltene groBe Oliederpuppe getaufcht. Oerichtsliofg. l/||. 8€56* 14 Schöner Harrermanlei, groOe Statur, a. 5 m langer Laufteppich gegen Damen-Wintermantel. Magdalena^asse Nr. 47, Spindler. 8690-14 Zu kaufen gesucht Offene Stellen Waehhuni, 1—3 Jahre itt, tu kaufen gesucht. Thesta. Speckbachergasse 41. 8665-4 Schuhmaeherlehrling wl-d sofort aufgenommen. Anirap.en Fchuhmach.rmrister Kolar, CtlH, Ambro?ch't7easse 6. 4204-8 Xltere, schlachtreife Kuh gegen Junge, gut« Melkerin mit Wertausgleich. Hans Sorentsch, Besitzer, Maiberg, P. Treuen. Gut erhaltenes Klndfriplalteuf tUr Mädchen gegen Rundfunkempllnger. 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Sortt-n je ki' ^wiabel Eneugor' flolial-|ii eine VeibrHucl'erhf chül-nrp'de b'| Abf^ahi« dpr Wnre Hilf pinpm Murkl üütp-kln^he A R^f Gu 0- oai"-kliiHHe It Via«46 A PM RM CiQtP Vlanse R R\f -.14 - 17 -.10 - 15 - 24 - .itit - .30 -.12 - .0« -.14 - .90 1--.ao -.4it -.2« — Ort —.an - 15 -.82 .11 .11 .OS .12 .120 !?4 .10 O.-) .11 .70 .70 .?4 .8! .20 M !i2 .18 - n - n -.14 -.fü -.82 -.40 - 40 -.1K -.09 - 19 1.20 i.:M) —.40 -.fi2 -.«)« - .4«) -.'Jü -M .15 .19 .11 .16 .26 !.12 .14 .07 .15 .W .90 -.!« ■ 42 -.27 -.07 -!i« ■M nr Ware« 4er Oat^hicMe C dOrfeo höobelaai M*/« der Preise der Wari>n riM QllUlila«ae A gefoedeti «ecdwo. 42üO Seite 4 ♦ Nr. 343 ♦ Freitag, 8. Dezember 1944 MARBURGER ZEITUNG Etwas vom Anstand im Kriege Drfickabergerei gilt an dei Front wie in der Heimat als schimpUich Wenn wir heute von Anstand sprechen, von anständigen Menschen oder Handlungen, von unanständigen Volksgenossen, Völkern oder Taten, dann verstehen wir darunter im allgemeinen etwas anderes als nur die öuOere Form eines gesellschaftsfähigen Benehmens. Es ist dabei vielmehr an diejenige Haltung gedacht, von der zwei unserer Soldaten sprachen, als sie sich nach einem erinnernden Gespräch über einen gefallenen Vorgesetzten auf das abschließende und äußerst ehrenvolle Urteil einigten: „Er war ein scharfer Hund, aber ein anständiger Kerl." Wir haben oftmals in diesem Kriege feststellen müssen, daß die von jeher als anständig geltende Art der Kriegführung offenbar nur noch auf einer Seite der kämpfenden Parteien zu Hause ist, während der Gegner die Unanständigkeit, ja die überlegte Gemeinheit geradezu zum Prinzip seiner Kampfesweise gemacht hat. Trotzdem werden wir auf Grund unserer besseren rassischen Art niemals zu gleicher Gemeinheit fähig sein. Wir setzen Ihr vielmehr die organisierte Treue zu uns selbst entgegen, den organisierten Mannesmut, die organisierte Opferbereitschaft unserer Fmien für das kommende und wachsende Leben, das sie hüten, un.seren Willen zur Kameradschaft und Gerechtigkeit. Das alles ist gemeint, wenn wir vom Anstand im Kriege sprechen. An der Front gibt es unter dem unausweichlichen Gesetz des Entweder-Oder sehr klare Merkmale des anständigen Menschen; in der Heimat tritt der Unterschied nicht immer gleich deutlich in Erscheinung. Am leichtesten fält der Unanständige da auf, wo auch die Heimat unter dem Bombenterror zur Front geworden ist, oder auch dort, wo er etwa durch die Anforderungen der Umquartierung, mit den Folgen dieses Terrors in Berührung kommt. Hier und da gibt es manchmal einen Menschen, der sich besonders schlau vorkommt, wenn er es versteht, seine eigene Wohnung durch Ausnutzung von mancherlei Vorwänden oder auch noch vorhandener gesetzlicher Bestimmungen, in denen er sich auskennt, wie kein zweiter, von einer in Aussicht stehenden Einquartierung zu schützen. Das ist ilicht schlau, sondern unanständig. Ein Merkmal niederer Gesinnung^ ist es ebenso hinsichtlich «einer eifenen Liei-stung im Kriegsgeschehen, immer auf diejenigen zu verweisen, die bisher In gleicher Lage noch weniger geleistet haben, und dabei Millionen großzügig zu übersehen, die mit absoluter Selbstverständlichkeit ein Vielfaches freiwillig taten, sei es nun im Hinblick auf soldatische Leistung und Opfer, im Arbeitseinsatz oder bei der helfenden Kameradschaft für Fliegergeschädigte und Umquartierte. Drückebergerei gilt in jeder soldatischen Gemeinschaft nicht nur als unanständig, sondern als schimpflich. Nur die Drückeberger selbst sind es, die sich dabei immer vergeblich den anderen als schlau hinstellen wollen, um damit das Gefühl der eigenen Minderwertigkeit zu vertuschen. Nicht anders kann es in der Heimat sein. Früher hat man es einmal für notwendig gehalten, ein Sprichwort zu schaffen, das besagte, daß Arbeit keine Schande sei. Dieses Sprichwort hat im nationalsozialistischen Staate längst Museumswert. Nicht zu arbeiten schändet! Es ist auch kein Zeichen der Beschlagenheit oder des ausgeprägten Familiensinnes, sondern ein übles Vergehen gegen die Gemeinschaft, wenn es diesem oder jenem gelingt, durch Angaben, die oft nicht nachzuprüfen sind, diese oder jene Bezugsberechtigung herauszuschlagen, die ihm ehrlicherweise nicht zusteht. Wir wollen nicht in Jeder kleinen und verzeihlichen Schwäche, die zwar nicht gerade erlaubt, vielleicht aber hier und da verstehend übersehen werden mag, einen schwerwiegenden Charakterfehler sehen. Ebenso jedoch wie der Soldat ein sehr feines Gefühl dafür hat, wo die kleine harmlose Spitzbüberei aufhört und der Lumpengeist anfängt, so wollen auch wir in der Heimat Im sechsten Kriegsjahr mit seinen verschärften Anforderungen erst recht dafür sorgen, daß Leute, die „sich nicht zu benehmen wissen", in der Gemeinschaft der Anständigen verachtet bleiben oder aus ihr rücksichtslos als Schädlinge entfernt werden. Wir verteidigen mit unserer Art „Anstand" nichts anderes als die Ursachen unserer Überlegenheit, denen der gleiche Wert zukommt wie einem Arsenpl von Waffen für die letzte Schlacht Aus der Pettauer Kreismusikschule Musizieistunde bei Hans Wamleic — Gutbesuchte Theoriekurse Hans Wamlek, der kürzlich die Leitung der Pettauer Kreismusiikschule übernommen hatte, lud am 1. Dezember die Pettauer Freunde guter Musik zu einer Musizierstunde, die in Gestaltung und Durchführung so sehr den persönlichen Stempel des Veranstalters trug, daß alle Zuhörer, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, sich nicht in einem Konzertabend schlechthin, sondern bei Hans Wamlek selbst zu Gast glaubten. So sehr war das interessante und abwechslungsreiche Programm, sein beschwingter, wohl durchorganisierter Ablauf durchpulst von dem jugendlichen Temperament des echten Musikers, der es gestaltete. In ernster Zeit wie dieser seinen Mitmenschen die Freude edlen Kunstgenusses zu vermitteln, ist schon an sich ein ndcht hoch genug zu wertendes Verdienst, wofür alle Besucher ihrem „Gastgeber" und allen ausführenden Kräften mit herzlichstem Beifall dankten, der sich zu einer richtigen Ovation für Hans Wamlek steigerte, als der Madchenchor seine neueste Schöpfung, das reizende Lied „Es ist ein Schnee gefallen", zur Uraufführung brachte. An die Aufführung schloß sich noch eine zwanglose Aussprache des Lehrkörpers mit den Eltern der Schüler an, die inanch fruchtbare Anregung und vor allem Aufklärung über Ziel und Wollen der Schule brachte. Hiebei ergab sich von selbst die Bitte an den Veranstalter, sich über den Verlauf des Abends zu äußern, was uns willkommene Gelegenheit dst, die kurz gefaßte Besprechung nach seinem eigenen, als Gestalter wohl berufensten Urteil, abfassen zu können. Darnach hat Wamlek das Programm absichtlich möglichst einfach gestallet, weil er seinen Zuhörern zeigen wollte, wie man gute Musik ins Haus tragen kann, wohin sie nach seinen Worten in erster Linie gehört. Weniger Siim für das Zuhören als für das Selbstmusizieren wollte er damit wecken und den irgendwie musikbegabten Volksgenossen die Fi'eude am Ausüben, am Weiterbilden vorhandener Kenntnisse und Anlagen wecken. Hans Wamlek nannte es ein glückliches Zusammentref-fen, daß ihm so viele ausgezeichnete Mitwir-I kende kur Verfügung standen und freute sich I über die Mitwirkung zweier Wehrmachtsange-I höriger, des kultivierten Pdanisten Brosch und des Feldwebels Lüdtke, der als temperamentvoller, grundmusikalischer Cellist sehr viel zum Erfolg des Abends beitrug. Der schöne, warme Ton, den KalUster seiner Geige zu entlocken weiß, kam bei der Mozart-Sonate in G-dur voll zum Ausdruck, während sich Fräulein Handl mit dhrer Viola in dem Lento von Händel wieder als temperamentvolle Musikerin von Format bewährte. Das Pettauer Streichquartett gefiel auch in seiner neuen Zusammenstellung, in der es sich erstmals hören ließ (neben Fuchs und Wamlek als neue Kräfte Kallister und Lüdtke) sehr mit dem Divertimento von Mozart. Besonderes Lob zollte der Veranstalter dem Mädchenchor, der unter Leitung der an diesem Abend auch als Pianistin erfolgreich aufgetretenen Lehrerin Fräulein Anoschek seine zahlreichen Erfolge des vergangenen Sommers wieder voll rechtfertigte. Eine Glanzleistung nannte der Sprecher die oben erwähnte Uraufführung seines Liedes, das stimmtechnisch besonders hohe Anforderungen stellt. Die Oberschülerin Chlotilde Rothbart, die mit ihrer glockenreinen Stiimme allen Zuhörern außerordentlich gefallen hatte, erhielt auch von ihrem Lehrer ein uneingeschränktes Lob, da sie trotz ihrer Jugend neben reiner Lyrik auch Dnzeitgemölle Fatalislen Daß niemand seinem Schicksal entrinnt, haben wir in unseren Tagen zur Genüge erfahren. Wie verschieden ist aber die Art, dieses sein Schicksal zu tragen! Stolz und ohn« viel Worte nelimen heute d»ie meisten deutschen Menschen die Verluste hin, die ihnen der Krieg an Gut und Blut zufügt, drauiSen 'an der Front und drinnen In der Heimat. Ist es ihr Beispiel, vom Heroismus der Zeit geprägt, daß nur wenige unter uns vom Leid verbittert sind oder verzagt erscheinen? Jedoch — da sind einige, die bisher eigentlich so gut wie nichts verloren haben, es sei denn ein bißchen Behaglichkeit des Daseins und Bequemlichkeit der Lebensführung. Dobh gerade von ddesen kann man des öfteren seine Redensart hören« die zwar harmlos anmutet, im Grunde aber in£am ist. „Mir ist schon alles ganz egal!" Was für eine Gleichgültigkeit Hegt darin, ein Sichausschalten von der äußersten Kraftanspan-nung der Nation, diesen Kampf durchzustehen bds zum siegreichen Ende. Es kommt aber in in den Augenblicken höchster Gefahr auf jeden einzelnen an, daß er sich mitverantwortlich fühlt; denn nur so bilden war eine geschlossene Front, die Jedem Feindansturm in ehernem Willen unbeugsam trotzt Fieisa Ifit Oiden neu getegelt Durch Erlaß des Preiskommissars sind die Preise für Orden und Ehrenzeichen neu geregelt worden. Es handelt sich dabei an und für sich um Höchstpreise. Danach kostet im Einzelhandel z. B. ein EK I von 1914 mit Spange 1939 im Etui 8,35 RM, das Verwundetenabzeichen in schwarz 0,70 RM. Die Preisliste umfaßt auch alle WaffenE-bzeichen, wie die Nahknmpfspange, das Sturmabzeichen usw., Kampf- und Leistungsabzeichen, wie das Krimschild und Ordensbänder. Orden und Ehrenzeichen imterliegen zwar nicht der Preisauszeichnungspflicht, aber der Einzelhändler muß die amtliche Preistabclle zur Einsicht bereithalten. Der Käufer darf Einsicht In dl« Preisliste verlangen, andererseits darf der Verkäufer die Vorlage eines ordnungsgemäßen Ausweises vom Käufer lordern. Rasche Holzabfuhr. Die Bedeutung des Holzes für die Kriegswirtschaft macht es den Waldbesitzern aller Betriebsgrößen zur Pflicht, die Ihnen durch die forstlichen Prüfungsstellen erteilte Holzumlage unter allen Umständen sortengemäß und fristgerecht zu erfüllen. Das verlangt nicht nur einen rechtzeitigen Beginn des Einschlags im Herbst, sondern auch, daß das aufgearbeitete Holz so bald als möglich der Wirtschaft zugeführt wird. Die kriegsbedingten Erschwernisse des Transportes der forstlichen Erzeugnisse müssen überwunden werden. Jeder Waldbesitzer muß nach Möglichkeit selbst für eine rasche Abfuhr der Hölzer und der Gerbrinde aus dem Wald Sorge tragen. das bei aller Einfachheit sehr schwierige „Volkslied" von Max Reger und vor allem das „Marienwürmchen" von Schumann stimmlich glänzend meisterte und ausdrucksvoll zu gestalten wußte. Als besonders erfreuliches Zeichen für das wieder erwachende Musikinteresse der Pettauer verzeichnet Wamlek den überaus regen Besuch seiner Musik-Theorickurse, auf die wir an dieser Stelle aufmerk.sam machen möchten. Der Kurs für Erwachsene findet jeden Mittwoch von 18 bds 19 Uhr statt und wird von Meister Wam'.ek so lebend und interessant gestallet, daß wir ihn jedem, der für diese edle Kunst nur einiges Verständnis hat, wärmstens empfehlen. Und schließlich dürfen wir noch verraten, daß ein neues „Streichquartelt" Wamleks aufgestellt ist, dessen erste Aufführung wir hoffentlich recht bald hören werden. Der so über alles Erwarten erfolgreichen Entwicklung aber, die Pettaus Musikschule In den wenigen Jahren ihres Bestehens zu verzeichnen hatte, kann man unter dieser Leitung einen neuen Aufschwung unschwer vorher-®®2en. Rudolf Kraker Heimatliche Rundschau Etneatei Lattongrilt out Mmboig Anglo-amerikanische Terrorflieger führten Mittwoch, den 6. Dezember 1944 einen erneuten Luftangriff auf das Stadtgebiet von Marburg, bei dem die Bevölkerung Verluste hatte und Gebäudeschäden ausschließlich in Wohngebieten entstanden. Die dabei zu beklagenden Todesopfer betragen bisher 32. Auch diesmal zeigte die Bevölkerung Marburgs eine vorbildliche Disziplin, so daß die notwendigen Hilfsmaßnahmen klaglos durchgeführt werden konnten. In den Mittagsstunden des 6. Dezember unternahmen anglo-amerikanische Luftpiraten einen erneuten Terrorangriff auch auf die Gauhauptstadt und warfen wahllos Sprengbomben auf das Stadtgebiet. Nach den bisherigen Feststellungen wird mdt etwa 40 Gefallenen und 60 Verwundeten gerechnet werden müssen. Es entstanden Schäden an Wohnhäusern. Ftistenschutz Ifii FliegergeschSdigte Durch Luftangriff können vor allem Fliegergeschädigte daran gehindert werden, für sie wichtige Fristen des Rechtslebens einzuhalten. Deshalb ist eine Entscheidung von besonderem Interesse, die das Reichsgericht am 3 November 1944 gefällt hat. Sie bringt einen Fristenschutz für Fliegergeschädigte. Schon vorher hatte das Reichsgericht ausgesprochen, daß die auf Feindeinwirkungen zurückzuführende Versäumung einer Rechtsmittelfrist für den Betreffenden nicht zum Nachteil werden darf. Die neue Entscheidung stellt fest, daß Luftangriffe einen unabwendbaren Zufall im Sinne der Zivilprozeßordnung bedeuten, Ihre Auswirkungen können der betroffenen Partei nicht zur I^st gelegt werden, Reiseetloubnisnut in diingendstenPfillen Es gibt immer noch Volksgenossen, die bei der Polizei wegen Reisegenehmigungen vorsprechen ohne die Notwendigkeit der Reise hinreichend begründen oder die angegebene Begründung durch einwandfreie Unterlagen belegen zu können. Den Polizeistellen entsteht dadurch nur unnütze Arbeit, die wertvolle Zeit in Anspruch nimmt. Heute können Reisegenehmigungen nur in ganz dringenden Ausnahmefällen erteilt werden, wie etwa beim Tod oder bei schwerer Erkrankung eines Familienangehörigen. Zum Vergnügen oder gewöhnlichen Besuch von Verwandten dürfen keine Reisen unternommen werden. Flakbeschuß ohne Fliegeralarm. Bei einzelnen, einwandfrei als Aufklärer erkannten Feindflugzeugen wird weder öüfentliche Luftwarnung noch Fliegeralarm gegeben, um eine Störung des öffentlichen Lebens zu vermeiden, und well derartige Flugzeuge in der Regel keine Bomben mit sich führen. Sie werden jedoch beschossen, sobald sie in den Bereich oiner Flakbatterie gelangen. In diesem Falle tut man gut, sich gegen herabfallende Splitter der Flakgeschosse durch Untertret-en (Hauseingänge, Unterführungen und derglei-che-n) bis einige Minuten nach Aufhören des Beschüsses zu sichern, Einzelhandel muß Luftschutzgeräte bereithalten. Der Reichsluftfahrtminister hat bestimmt, daß die kaiifmännischen Betriebe die notwendigen persönlichen und Geräteausrüstungen, die nach Art der luftschutzmäßigen Verhältnisse ihres Betriebes notwendig sind, bereitzuhalten haben. Die Polizeibehörden können Art und Zahl der Gegenstände feststellen und ihre Beschaffung anordnen. Dic-se Vorschrift erstreckt sich nicht nur auf die Großbetriebe, die zum erweiterten Selbstschutz gehören. sondern auch auf k'einere Betriebe, die dem Luftschulz der Bevölkerung unterstehen Aus dem Reichsnährstand, Die derzeit im Wehrdienst st'"henden Sachbearbciler der Landesbauernschaft Steiermark Dr. Sepp Eisenzopf und Dr. Maximilian Kampier wurden zu Landwirtschaftsräten ernannt. Vom 4. bis 10. Tlezrmber wird verdunkelt von 16 bis 7.30 Uhr. JAN VON WERTH Ein Reiterroman von Franz Herwig Ab