PrSuumerationS- Preise Für Lajbach: *»N»jähr,g . . 8 ff. 40 ft. H»lbjSdrig . . 4 „ 20 ,/ B,«Ieljäbrig . 2 „ 10 „ Monatlich ... — „70 „ Laibacher Mit der Post: Ganzjährig.................12 fl. Halbjährig ...... n „ Bierteljiibrig ..... 3 Für Zustellung in« Haur viertelj 25 kr., monatt 9 kr «üizelne Hummern 6 tr. TJ Anonyme Mittöfilungm werden nicht berücksichtigt; MonnifrtDtr mchk zuriickgesendei. HeSetliw: tzahnhofgaffe Nr. 15. KxpeditisnS-L Jnserat«»-Burea»: Congreßptatz 3h. .2 (Buchhandlung von Jg. v. Klein, mayr & Fed. Lauibexa.) 5« Für cornplinerten Iatz dere Vergütung. Nr. 61. DonnerÄtsg, 15. März 1877. ^ Morgen: Heribert. 10. Jahrgang. Zur orienlalijchen Fräste. Der in den letzten Tagen nadezu in ganz Europa eingetretere Schneefall und Umschwung der Timperalursverdältniffe hac auch die Luft in diplo» Mtlischc» Kreisen bedeutend abgckühlt, die KriegS-tromprlen verstummten und die Friedrneflöten fingen »das Lieb von der Glocke" des dritten?. Die letzten Tage haben root positive Fricderismomentr nicht zu registrieren, aber ganz Europa durchzieht der Gedanke, daß der Friede denn doch möglich sei. Die Mission deS russischen Generals Jgnatieff an die Höfe der Großmächte gibt den Wunsch Rußlands kund, den individuelle» Standpunkt der russischen Politik mit den riuffsssun^en der übrigen europäischen Großmächte In Einklang zu bringen. Rußland wünscht »in gemeinsames diplomatische« Einschreiten in der orientalischen Frage und will der Nothwendigkeit eines selbständigen Eingreifens enthoben sein. England hat zu wiederholten malen in unzweideutiger Weise seinem lebhaften Wunsche Ausdruck gegeben, daß es den Frieden, den gesicherten Frieden will, einen Frieden, her den orientalischen Interessen England« entspricht. General Jgnatieff wird in London die Absichten der britischen Regierung lernten gelernt und dem Reichskanzler an der Newa die empfangenen bitsfälligen Informationen mitgetheilt habt». Die Mission JgnatieffS besteht, wie die „Mont. Rev." andeutet, in btt näheren Aufklärung über das russische Memorandum vom 31. Jänner. Es wird sich um die Unterzeichnung eines europäischen Aktenstück!S handeln, welche« dir gemeinsame Auffassung der europäischen Mächte inbetreff der zur Befriebigung der christlichen Bevölkerung einzu-leitenben Reformen ungefähr in der Weise zusammen, faßt, wie dies dem General Jgnatieff schon beim Schluffe der Konstantinopeler Konferenz vprgeschwebt hatte und zugleich die Verpflichtung der Pforte zur Durchführung dieser Reformen innerhalb eines gewissen Zeitraumes formuliert. In den Vordergrund tritt die Absicht Rußlands, durch Feststellung von ExecutionSmaßregeln dir Hohe Pforte zur Durchführung der als nothwrndig erkannten Reformen zu zwingen. , England hat offen erklärt, daß ts einem gemeinsamen gewaltsamen Vorgehen gegen die Türkei nicht zustimmen werde. Die englische Regierung wird ein derartiges Ansinnen unbedingt zurückweisen. - -v- - Da« Petersburger Kabinett richtet in neuester Zeit fein Augenmerk auf ein internationales Aktenstück, das auch von der Hohen Pforte unter, ztichntt werden soll. Es scheint jedoch, daß der Pforte unmöglich die Unterzeichnung eines Schriftstückes zugernulhet werden kann, in welchem sich auch nur indirekte Zweifel in ihre politische Pflichttreue und Loyalität ausprägen würden. Es kann nicht angenommen werden, die Hohe Pforte zur Unterfertigung eines Schriftstückes zu bewegen, welches ein Executionspatevt gegen sie selbst enthält. Man wirb im allgemeinen baran festhalten müssen, daß eine Mediation des erwähnten Schrift-' stücke«, beziehungsweise Protokolle-, nur daun Aus- sicht auf Erfolg haben könne, wen# sie die Vtn pflichtungen der Hohen Pforte ganz cvncrel zusammen, saßt, die künftigen Entschließungen der emppäifatn Mächte aber wesentlich Undefiniert läßt und neu, Abmachungen vorbehält. Nach den Ausführungen der ministeriellen „Mob» tags-Revue" darf der Friede wenigstens vor. läufig als gesichert betrachtet werden. Die Berechtigung zu dieser Annahme liegt in der Thatsache, daß dir Verhandlungen inbetreff der orientalischen Frage, die Verständigungen der interessierten Regierungen wieder ausgenommen wurden, und birst Thatsache ist angesichts der bedrohten politischen Lagt Europa'« als ein Gewinn zu betrachten. Der neueste Schneefall steigerte die FriedenShoffnmtgen ; ob nicht schon der erste Kuß de» heurigen Lenze« un« den blutigen Krieg signalisieren wird, bleibt immerhin noch eine offene, heute noch nicht zu beantwortende Frage. Die diplomatische Küche ändert nur za oft. manchmal über Nacht ihre politische Speisekarte. Beider sind die Völker berufen, die in ditser Küche nur zu oft in unschmackhaster und unverdaulicher Form zubereiteten Speisen zu sich zu nehmen. Vorstehenden Betrachtungen zur orientalischen Frage wollen wir schließlich folgenden Bericht de« Redacteur« des „Tewps" über die mit Genfrat Jgnatieff gepflogene Conversation anfügen : „Jg. notieff sagte, seine Mission bestehe darin, eine for? melle Sanction der Konferenzbeschlüsse zu erlangen. Rußland liege es am Wesen, bezüglich der Form aber wäre es ihm gleich, ob es ein von den sechs, Ieüilleton. Tag Geheimnis des rothen Hauses. Roman von Arnold Werner. (Fortsetzung.) Sie streckte dem Freunde die Hand entgegen. „We gut Sie sind, mein Herr, daß Sie zu ftir kommen," |agte sie mit einem dankbaren Blicke. Er drückte sanft die zarten Finger Und fetzte zu ihr. „Thenns Kind," versetzte er tief bewegt, „Sie Ichtinen heute abend« wieder zu leiden." „Ja," erwiderte sie. „ein kleiner Rückfall — » find hier so wunderbare Dinge geschehen, die mich auT8tregt hoben." ..Ich weiß e«, liebe Freundin, ich weiß, daß ^chrl ^ c'nmQl reich geworden sind," sagte er Martha nickte. »Da« ist e« und deshalb schrieb ich an Sie. armer Vater hatte etwa« den Kopf verloren "No ich wagte nicht, ihm zu sagen —* »Wa«, theure« Kind?" „Daß ich schon lange alles wußte, daß Herr vrn Valserres und der Baron Morgan, meine beiden anderen Wollhäter, um meinem Vater die drei Millionen zurückzuerstalten, sich zur Armuth ver-urtheilt haben." Herr von Eourtenay war in hohem Grade erstaunt. „Und wann erfuhren Sir da«?" fragte tr. „Es sind jetzt zwei Monate," erzählte sie, „ich haue eine sehr schlechte Nacht. Herr von ValserreS und die Baronin wachten an meinem Bette. Gegen vier Uhr morgen« hörten meint Schmerzen etwa« auf. Ich stöhnte nicht mehr, sondern lag ruhig mit geschloffenen äugen da, aber ich schlief nicht und hörte alle«, wo« im Zimmer gesprochen ckurde. Vater mtd Tochter flüsterten nun mit einander. E« war zwischen ihnen die Rebe von dem Erben, der lÜcht aufzufinden sei. Ich aber dachte damal« nicht daran, wie Sie sich wol vorstellen können. Ich schwieg darüber, und seit den zwei Monaten, daß ich die« Geheimnis besitze, ist niemals rin Wort über meine Lippen gekommen, welche« mich al« Mitwisserin de« Geheimnisses hätte verrathen können. Run aber, mein edler Freund, bin ich von allem unterrichtet. Ich thcile Ihre Meinung: dir hunderttausend Franken, dir einst meinen Urgroßvater von dem Großvater de« Barons Paul Morgan geraubt worden, stehen in keinem Verhältnisse zu den drei Millionen, wozu diese Summe herangewachsen, und die Redlichkeit des Barons übersteigt wirklich jedes Maß." „Ich habe ihm gerathen, das Vermögen mit dem rechtmäßigen Erben zu theiten," versetzte Leon, der nicht mußte, wo Martha eigentlich hinaus wollte. „Ich würde ihnen auch dasselbe Vorschlägen,* sagte da« jungt Mädchen, „aber ich kenne sie, sie würden meinen Vorschlag iurückwtisrn." „ „Da« ist root möglich, thture« Kind." „Da habe ich denn an Sie gedacht, mein Freund.'' „An mich? Ich besitze ltider in dieser Sache keinen Einfluß." Martha schwieg einen Augenblick und sprach dann weiter: „Was meinen Vater betrifft, so befindet er fich in einer Art von Taumel. Nur eine Idee beherrscht ihn, die wunderliche Idee, mich zu verheiraten." Leon erblaßte, und ein leichte« Zittern fuhr durch seine Glieder. „Mich zu verheiraten," wiederholte Martha mit einem schwachen Lächeln, „wenn ich fühle, baf Mächten ausgehendes Protokoll ober ein von der Türkei allein gezeichnete-, von den Mächten aber toiitrasigniertcs diplomatische« Instrument wäre. Das Protokoll würde den festen Willen der Mächte kundgeben, die von der Konferenz bestimmten Reformen von der Pforte durchgeführt zu sehen. Der von der Konferenz formulierte Wunsch würde so eine positive Aufforderung werden. In Bezug auf die Genehmigung möchte Rußland der Türkei für die Durchführung bet Reformen keine zwei Monate überschreitende Frist gewähren. Ist bicse Frist erloschen, so wären bie Mächte keineswegs gehalten, collectio vorzugehen, wol aber wären sie in Gemäßheil des ProtokollS verpflichtet, die bewaffnete Intervention einer ober mehrerer der Protokollmächte frei gewähren zu lassen. Rußland würde eine einjährige Frist, welche übrigens England nicht formell beantragt hat, nicht annehmen. Jgnatieff hofft, England werde die Idee einer Eollectivsanctivn der Konferenzarbeiten «nnehmea. Immerhin ist — fügt Jgnalieff hinzu — unser Wunsch, den Frieden zu erhalten, so lebhaft, daß ich selbst in dem Falle, daß England nur teilweise auf unsere Anschauungen einging', bie Unterhandlungen nicht abbrechen, sondern im Gegentheile neue Anstrengungen machen würde, um nrue Zugeständnisse herbeizuführen. Nur müßte man sich beeilen, denn wir können die Armee nicht unthätig lassen; man muß sie entweder benützen ober ihre Verabschiedung vorbereiten." Zur Bankfrage. Da- zwischen ben Ministerien beider Reichs-HLlften und der neuen österreichisch-ungarischen Bank-gefellschaft abzuschließende Uebereintommen behandelt drei Punkte u, z.: I. Bestimmungen über die Achtzig.Milli onenschuld und im Zusammenhänge damit die Feststellung de« von der Bank für da» neue Pri vilegium zu leistenden Lequivalente». In erslerer Beziehung wird auf die bereit» bekannte Vereinbarung dingewiesen, die zwischen Oesterreich und Ungarn schwebende (Kontroverse durch Regni colarbeputationen, eventuell durch ein Schiedsgericht zum Austrage zu bringen. Al« Preis de« Privilegium« beanspruchen die beiden Regierungen die zinsfreie Belastung de« genannten Darlehens für die Dauer de« neuen Privilegiums, ferner die Vtr« zichtleistung auf die Zahlung des Betrage« von 340,543 fl., welchen die Nalionalbaok auf Grund de« § 4 de« Uebereinlommen« vom Jahre 1863 zur Ergänzung ber Dividende für da« Jahr 1868 anspricht. Die beiden Regierungen verlangen ferner einen Antheil an dem Gewinne der Bankgesellschaft, indem sie, beide zusammen, die Hälfte de» eine sech«. petzentige Dividende (Art. 103) überschreitenden Ge winne« ansprechen. Beide Regierungen sind einverstanden, daß bet auf jede derselben entfallende Antheil an dem eine sechsperzentige Dividende überschreitenden Gewinne von dem sie treffen«» Antheite au der Schuld von achtzig Millionen abgeschrieben werde. Für den Fall aber, daß Ungarn als an der Schuld von achtzig Millionen nicht miiverpflichtet erklärt würbe, sollen von der Hälfte de« Gewinn-antheiles dreißig Perzent bar an Ungarn bezahlt werden. II. Die den ungarischen Bankplätzen zur Verfügung zu stellenden Geldmittel wurden auf 50 Millionen Gulden präliminiert, die aus ben österreichischen Plätzen nicht zur Verwendung kommen dürfen. Im Falle eine» größeren Kreditbedarfes wird der Geueralrath der Direktion in Pest «uS den der Bankgesellschaft zur Verfügung stehenden allgemeinen Reserven auch einen jene 50 Millionen Gulden überschreitenden Betrag vorübergehend zu-weisen, welcher aber zu ber von dem Genecalrathe festgesetzten Frist demselben wieder zur freien Verfügung za stellen ist. III. Jnbetreff bet Errichtung von Filialen ist bie Bank verpflichtet, in Ungarn im Laufe des Jahre« 1878 vier, im Laufe de« Jahre« 1879 brei, in Oesterreich bagegen in beiden Jahren fünf neue Anstalten z« creieren. Reichsrath. 245. Sitzung de« Abgeordnetenhauses. Erster Äegenstaub ist bie Verhandlung über bie Regierungsvorlage, betreffend ben Gesetzentwurf hinsichtlich be» Ankauf« bet Braunau-Straß, walchener Eisenbahn burch ben Staat. In der Generaldebatte ergreifen da« Wort die Abgg. Skene, Kllnkosch. Dr. Oelz, Wick-hoff, Dr. Kronawetter, Minister v. Lhlu-mecky und von Oppenheimer. Nach Schluß ber Spczialbebatte wird »a» Gesetz in zweiter und dritter Lesung angenommen. Der zweite Gegenstand bet Tagesordnung ist bie zweite Lesung ber Regierungsvorlage, betreffend bie Gewährung eine« Staat-Vorschusses für bie Aktiengesellschaft ber privilegierten Prag-Duxer Eisenbahn zum Zwecke der Bauvollenbnng und In. betriebsetzung bet Bahnstrecke Brüx. Kloster grad. E« sprechen bie Abgg. Neuwitth, Dt. Weeber, Skene, Minister v. Lhlumecky u. Dt. Webl. Da« Gesetz wirb in zweiter Lesung angenommen. Nach Einbringung und Bortrag zweier Inter pellationen wird bie Sitzung geschloffen.________ ich nach brei Monaten nicht mehr am Leben sein werbe. Ja, ja, mein Fteunb, wenn bie Blätter ber Bäume sprießen, bann leibe ich nicht mehr. Unb wissen Sie, roa« bann geschehen wirb? Meinen Vater wirb bet Schmerz über sein einzige« Kinb, da« er mehr als sein Leben liebt, gewiß töbten. Man wirb ihn bald zu mir betten, unb unsere Freunde, denen wir so vielen Dank schuldig sind, werben arm bleiben; bertn bie Verwandten, welche wir, wie e» scheint, in Savoyen besitzen, find bann die rechtmäßigen Erben." «Allerdings, so ist e«,“ versetzte Leon. „Ich darf mit meinem Vater jetzt nicht von einer solchen Ueberttagung de» Vermögen« an Herrn Paul Morgan sprechen," sagte sie, „da» würde ihn töbten. Unb bann — ber Arme hat so viel ge-litten, ba» hat ihn zum Egoisten gemacht in allem, wa« nicht sein Kinb betrifft. Er würde sich tvei« gern, mit dem Baron zu theilen, ich bin fest überzeugt davon, und darum wünschte ich Ihre Gegen« wart." «Aber wa« kann ich in dieser Sache thun, liebe« Kind?" rief Leon. „Hören Sie mich ruhig an. Mein Vater wird mir bei meiner Verheiratung zwei Millionen zur Mitgift geben. Ich habe nun ba« Recht, blefe Summe meinem Gatten in einem Testamente zu vermachen." „Gewiß, ba« hoben Sie. gute« Kind." „Nun benn — wollen Sie mein Gatte werben?“ fragte Martha mit btm vollkommensten Au». btuck ber Unschulb. , n „ Eine schnelle Röthe flammte über Leone Antlitz Et sah Martha mit einem freudenvollen Erstaunen an. Er wollte sprechen, aber seine Lippen versagten ihm den Dienst. Die Kranke sprach ruhig weiter: „Sie werben blefe Fesseln nicht lange tragen, be Gott mich balb abtufen wirb. Wenn das geschehen, so sind Sie reich. Sie mögen dann Ihrem Freunde Morgan zurückgrben, was ich hinterlaffe." Die Antwort, bie ihr werben sollte, stammelte Lean aus ben Knieen. „Ja, ja. ich will bie theure Hand ergreifen Aber Sie werden nicht sterben, benn ich liebe Sit, Ich habe Sie schon lange geliebt." Ein kurzer freudiger Ausruf entbebte Martha'» Lippen. Ihre Augen schloffen sich, ihr Kopf sank auf die Schultet Leon«, der ihre Hand mit unau« sprechliche« Entzücken zärtlich küßte. (Schluß folgt.) Politische Rundschau. Latbach, 15. März. Nach Inhalt de« veröffentlichten Ausweise« für ba« vierte Quartal 1876 betrugen die Staatseinnahmen in Utt gorn72.453,025 Guide» gegen 63.785,301 fl. in ber gleichen Pe« riobt 1875; die Ausgaben 57.129,482 fl. gegen 53.911,876 fl. de« Vorjahre«. An der Besserung der «Einnahmen partizipieren die direkten Steuern mit 3.445,344 fl,; dagegen sind die Einnahmen au» der Verzehrungssteuer um 342,485 fl. gefalle». Der „Hon" berechnet, daß das 1876er Defizit, weiche- auf 8 371,645 fl. präliminiert. später aber mit ben NachlragSkreblten auf 15'/, Millionen Gulden fixiert war, laut Kaffenau-weis 22.295,876 fl. beträgt. Die Gelammteinnahmen betragen 216®/,, Millionen Gulden, die GesammlauSgaben 238'/,, Millionen Gultten. Die faktischen Defizite waren 1873: 61»/., Millionen, 1874: 53«/,, Millionen, 1875: 397/,, Millionen; eS ergibt sich daher eine wesentliche «bitahme de» Defizit«. Die direkten Steuern ergaben 82*/, „ Millionen, mithin um 108/ie Millionen mehr als im Vorjahr; dieselbe« waren jedoch auf 87*/, „ Millionen präliminiert, wovon 4 Millionen nicht effektuierbarer Steuer« ruckstände zu eliminieren kämen. A«Sl««K. Im deutschen Reichstage . ühcte bie von HSnel und La«ker nochmal« an» geregte Frage der Organisation von Reich«» Ministerien eint lebhafte Debatte herbei, wobet Mrst Bismarck wieberholt ba» Wort nahm unb hervorhob, baß Reich-Ministerien in ben Rahmen der jetzigen Reich«institutlonen nicht paßten. Die Verfassung zeichne die Bahnen vor, in welchen man ich zu bewegen habe. So lange er Kanzler sei, werde er bieselben nicht verlassen. Ein Rückblick auf die Vergangenheit de« jungen deutschen Reiche« zeige, daß da« Reich in organisatorischen Einrlch-i ungen nur langsam vvrschrelten könne, daß man ich bisher aber im richtigen Geleise bewegte ttnb iraktische Fortschritte machte. Die Organisation ber Verwaltung müsse vor sich gehen, ohne baß man da» Hau« immer mit Verfaffungsfragen füttere. Da» Schlimmste sei, baß man sich viele« anber« oorftelle, ai« e« in Wirklichkeit sei. Im Innern der Verwaltung sei viel mehr zu ändern, al» vor dem Reichstage. Auch sei weder ein Minister de« Kelche» noch Preußens selbständig. Bei beiden spreche der Kaiser da« entscheidende Wort und verweigere nach Umständen die Unterzeichnung einer Vorlage. Der Reichstag könne den Kanzler drängen, sich zu verantworten, wuhalb er ba» oder jene» gethan oder unterlassen habe; von einer Verantwortlichkeit m einem anberen Sinne könne nicht bie Rebe sein. Die rumänische Kammer votierte da« enetalbubgei pro 1877 mit Einnahmen per 81 Millionen und Ausgaben per 87'/, Millionen. Das Defizit beträgt sohin 6 */* Millionen. Das bttrefftnbe Gesetz erhielt sofort bie Sanktion de« Fürsten, so daß dasselbe schon heute in Kraft tritt. In russischen OsfizierSkteisen hält man ben Krieg für nnvermeiblich unb ben Einmarsch in Rumänien als unmittelbar bevorstehend. Die« ist jedoch der schlechten Witterung unb be« unprak« tikablen Zustande« btt Straßen wegen vorläufig absolut unmöglich. Die Eröffnung de« türkischen Parlament« wurde auf nächsten Montag vertagt, um de« Deputierten der entfernteren Provinzen da» rechtzeitige Eintreffen zu ermöglichen. Die Eröffnung wird im Palais de« Sultan« stattfinde». Gerüchtweise verlautet, daß die türkische Regierung die Verantwortlichkeit eine« Beschlusses bezüglich Montenegro« nicht auf stch nehme» wolle und deshalb beabsichtige, die Frage eine» großen Rathe ober bem Parlamente zu unterbreite«- Die fremden Geschäftsträger, namentlich der englische, bemühen fich, zwifch'N bet Pforte u«» den montenegrinischen Delegierten ein vernehmen herbeizuführen. Die Montenegriner den schon e'.waS nachgeben, wenn die Pforte nicht auf Zurückweisung ihrer Hauptbegehren bestünde. Zur Tagesgeschichte. — Der zweite österreichische Forstkon -greß tagt soeben in Men. AlS erster Gegenstand wurde dir Krage: .Welche- ist der Einfluß deS WaldeS auf den Kulturstand der Länder ?" behandelt. Uedet diese Frage batte die Sektion für Forstwirthschast der Wiener LandwirthschaftS» Gesellschaft ein Elaborat verfaßt, welche« zur Grundlage tet Verhandlungen genommen wurde. Das Elaborat erörtert in Beantwortung der ausgestellten Frage zunächst den Ein» (tuß bei WaldeS auf die umgebende Natur: auf daS Wasser, die Luft, den Boden und infolge dessen auf Temperatur und Klima und saßt die Resultate seiner Ausführungen in bestimmte Thesen zusammen. In zweiter Linie «erden die Wirkungen dieser Einflüsse auf den Kulturznstand der Länder besprochen. Bevor in die meritorische Verhandlung der einzelnen Thesen ringegangen wird, gibt der Kongreß, einem ««dinierten Anträge der Delegierten Ministerialrath Lorenz und Professor Hempel entsprechend, folgende Erklärung ab: »Indem der Kongreß feine Anficht über die nachfolgenden Punkte «»«spricht, stützt er sich aus die bisherigen Ersah» wngen, erklärt aber weitere exakte Forschungen für dringend «wünscht und richtet an dir Regierung die Aufforderung, dieselben in erster Reihe unter die Aufgaben de« sorstlichen BersuchSwesens ans,»nehmen." Der Einfluß deS Waldes auf daS Wasser wird in folgenden zwei Thesen, welchen die Mehrzahl der Delegierten zuflimmte — die Minorität gab ihren zum Theil divergierenden Ansichten im Protokolle gleichfalls Ausdruck — vorgelegt: Der Wald vermindert das Abrinnen de« Wasser« aus der Bvdenoberfläche, er befördert tos längere verweilen desselben in den oberen Schichten und da« langsame, aber konstante Ablausen in die Ziest. Der Wald vermehrt durch langsame« verdunsten de« an ihm haftenden Wasser« »nd AuShauchen von Wasserkunst die Feuchtigkeit der »tmosphSre, und zwar nachhaltig selbst bis in die Zeit der Trockenheit. — Erdbeben, »m 11. d. M. sank in Innsbruck das Thermometer in manchen Lagen unter — 71/, «rate R. und ein eisiger Wind, dessen Heftigkeit sich gegen Abend sturmähnlich steigerte, machte dir Kälte noch empfindlicher. Während der Wind am heftigsten tobte, fand ein Erdbeben statt; es war 6 Uhr 20 Minuten abends, al« ein von einem donnerähnlichen Setöse begleiteter Stoß die Bewohner Innsbrucks und auch HallS an daS Walten dieser umheimlichen Natnrkrast erinnerte. — Neue Heilige. Stoßet Jubel in klerikalen Kreisen. In Rom sollen demnächst zwei neue Heilige au«-gernsen werden. Neben der Jungsrau von Orleans soll Christoph LolumbuS, der Entdecker Amerika'«, zu dieser Ehre gelangen. Der Erzbischof von Aquila hat in einem an den Papst gerichteten Briesr nachgewiesen, daß der den Franzis-tanetn verpflichtete ColumbuS seine Reise nur zu dem Zwecke unternommen habe, um die Indianer mit den Segnungen Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. — (8 us dem nationalen Lager.) Die treuen Bundesgenossen de« „Slov. Itared" bringen Korrespondenzen, worin übet dir in Jnnerkrain herrschende große Roth Klage geführt wird. Dieser Aothstand muß denn doch eines so hochgradigen Charakters entbehren. Der mit geistiger Blindheit geschlagene Halbstudent deS „Sfov. Rarod" scheint den Bericht seine« klerikalen Kollegen „Slootntc" nicht ge-l«Ien zu haben, worin angrkündigt wird, daß drr katholische *'trin in Laibach anläßlich dt« 50jährigen BischosSjubiläumS 6,3 Papstes eine Pilgerfahrt nach Rom arrangiert, bei wel-*et Gelegenheit auch der unter den Katholiken KrainS gesammelte aulgiebige PktrrSpfrnnig übrrrricht werden soll. ®8re ^ bei dem konstatiert vorliegenden und selbst aller-’^sttnotts gewürdigten Rothstande in Jnnerkrain nicht *ffcr, der für diese kostspielige Pilgersahrt und den aus» leigen Peterspfennig entfallende bedeutende (Selb: betrag würbebenNothleibenden in Jnnerkrain •cfot«det? ~ (Zum Jubiläum ber Stabt Laa«.) Die ae 8. d. M. vollzogene 400jährige Gedenkfeier gibt unS *nlaß, einen «lick in BalvasorS Chronik von Krain ,» werfen. Drr Krainrr nennt diese* Ort Lösch, bet Lateiner Laasium. Nahe deS Städtchen« Laa«, bei« Dorf Daune, fließt der sogenannte Laaserbach einer Höhle (Grotte) zn, welche Situation der Stadt Laos und der dortigen Gegend einen sehr .nützlichen und nöthigrn Dienst thut" und „große Ungelegenheit abwendet"; falls diese Höble verstopft wird, verwandelt sich der ganze Laaserbvden in einen Ser, Stadt und Schloß stehen unter Wasser. Der Ort LaaS zählte in alter Zeit zn den Märkten Jnnerkrains. Kaiser Friedrich erhob diesen Ort am Montag nach Lätare in Jahre 1477 zu einer Stadt und gewährte drrsrlbrn besondere Privilegien, Rechte ur.d Freiheiten. DaS ehemalig» Schloß ist nur mehr Ruine. Zur Zeit BalvasorS war LaaS ziemlich volkreich, zumeist von Lederern bewohnt, dir: das Leder „gut zuzu-richten wissen und einen großen Handel damit führen"; «nch wurde lebhafter Salz» und Getreidrhandrl betrieben. Nach dem erwähnten Privilegium mußt« jeder, welcher Korn nach LaaS auf den Markt brachte, dirses so lange in LaaS stehen lassen, bis sich ein Käufer fand. Schon in alter Zeit wurde dort dir Pferdezucht lebhaft betrieben; da« dort vorhandene reiche Wie«land begünstigte die Aufzucht junger Pferde. Die Herrschaft Laas war seinerzeit Eigrnthum drr Herren von Laas (Laasern); im Jahre 1282 besaß dirsrldr Rusco von Laser Die Chronik nennt 1293 Herbatd und Rütz von Laas, 1321 Fortnnin von Laas, 1462 Erasmus von LaaS, 1518 GaSparn von LaaS und 1540 Han« von LaaS (Laasern). Die letzten Herren von Laasern wurden von den Bauern zwischen Einöb und Seisenberg. nahe am Gnrkfluß, erschlagen. Ein großer Steinhaufen in dortiger Gegend soll die Unglücksstätte heute noch kennbar bezeichnen. Die Lhronik nennt 1335 die Grafen von Ottenburg alS die Herren von LaaS. Die Herrschaft Laa« stand einige Zeit auch unter der Oberhoheit deS Patriarchen von »quileja, namentlich hielt Patriarch Ludovik bort Hof nnb Ritterspiel. Nach Absterben ber Grafen von Ottenburg fiel die Herrschaft Laa« den Grafen von Cilli mittelst Testament anheim. Im Jahre 1436 belagerte Erzherzog (uachmaliget Kaiser) Friedrich den Ort LaaS, welcher damals dem Grasen von Cilli untertänig war. Die gräflichen Untertanen öffneten 1435 den Jsttiauetn die Thvre, diese machten einen Ausfall und bemächtigten fich der Waffen der Oesterreichrr. Ein Schufler erstach den österreichischen Feldhanptmann Christof Fladnitzer »it einem großen Messer, und so ward Laos von einer großen Belagerung befreit. Nach Absterben de« letzten Grafen von Eilli fiel Schloß Laa« an Oesterreich. In Besitz dieser Herrschaft gelangten hierauf die Freiherren von Haller, die Freiherren von Earaduzi, die Fürsten von Eggenberg, fodann Johann Weichard Fürst von AuerSperg. Nicht weit von der Stabt LaaS entfernt befindet sich eine Grotte, »ein Loch, so in den Berg gehet", in welcher „Mancherlei Figuren von tropfendem Wasser fich präsentieren", darunter auch eine, bie Gestalt eines Webers darstellend. Mit bem in dieser Grotte befinblichen Wasser würbe seinerzeit „allerlei Narrethey" getrieben. — (Aus bem Sanitätsberichte) de« Laibacher Stabtfisikate« für beu Monat Jänner l. I. heben wir folgende Daten an«: ES kamen im allgemeinen in mäßiger Zahl Erkrankungen vor, vorherrschend entzündliche Zustände der RespirationSorgane, katarrhalische Pneumonien bei Kindern und Bronchitis sowie acute Darmkatarrhe. Berschlimmerungen der Tuberkulose, häufig letal endend, kamen öfter zur Verhandlung; von den zymotischen Krankheiten machten fich DiphtheritiS und Scharlach, wenn auch mit sporadischem Charakter, doch wieder häufiger bemerkbar. Auch im Elisabeth-Kinderspital betraf die Mehrzahl der Bnf« genommenen an Bronchiti« erkrankte Kinder. — In dem genannten Monate starben 71 Personen, hievon 36 männlichen und 35 weiblichen Geschlechtes, 48 Erwachsene und 23 Kinder, und zwar in der inneren Stadt 11, PeterSvo» fiadt 11, Polana 4, Kapuzinervorstadt 1, Gtabischa 4, Krakau und Titnau6 und Mvotgtund 1. — Im Zivilspitale standen in Behandlung 673 Kranke, hievon starben 32; in den Jrrenabtheilungen 104 Kranke, wovon 8 geheilt entlassen wurden; im GarnisonSspitale 173 Kranke. — (Militär-« onzert.) Die Mufikkapelle deS Jusanterie-Regimentes Erzherzog Leopold arrangiert am Sonntag den 18. d. M. im GlaSsalon der Kasino-Restauration zum Besten des in Verwaltung des Milität-Jn-validenhauseS zu Titnau stehenden BlindenfondeS unter gefälliger Mitwirkung de« ZitherlehrerS Herrn Blumlach-net ein Konzert. Programm: 1.) SommernachtSIraum-Marsch, von Mendel«sohn; 2.) „Wo die Zitronen blüh'n", Walzer von Strauß; &) Ouvertüre znr Oper: „Mignon," von Thoma»; 4.) „Born Donaustrande", Polka schnell von Strauß; 6.) „Sechs Minuten in Tirol*, Variierte« Ge« birgslied für die Zither, mit Begleitung de« Orchester-, komponiert und vorgetragen vom Herrn Blumtachner; 6.) DreigesprLch zwisqen Llvrinette, Flanto und Oboe von Homm; 7.) Ouvertüre zur Oper „Der Freischütz«, von Weber; 8.) „Da« Zusammentreffen", Melodien für Mt Zither mit Begleitung de« Orchester«, komponiert und vorgetragen vom Herrn v l u m l a ch n e r; 9.) Simfoni zur „Semiromide", von Rossini; 10.) „Fata Morgana", Potpourri von I.' KomzLk; 11) slavische Ouvertüre, von Tittl; 12) „Du nnb Du", Wal,er von Strauß; 13 ) Quintett an« der Oper „Un Ballo in Ma»chera", von Berdi; 14.) „Auf der Jagd", Polka schnell oou Strauß; 15.) „Fatinitza-Marfch", von Suppü. — (Ein Schade nfener) brach gestern um 10Uhr abend« im Dorfe CernavaS au«. Die hiefige Feuerwehr fuhr bi« an die Grenze de« städtischen Rayon«, kehrte jedoch, nachdem der Brand mittlerweile erloschen wer, na* Laibe* zurück. — („Die Wunder de« Himmel«") oder gemeinfaßliche Darstellung de« Weltfisteme« von I. I. v. Littrow. Unter diesem Titel erscheint in sechster Auflage ein naturwissenschaftliche« Werk, welche« speziell die populäre Astronomie behandelt und mit 32 Lieferungen & 30 tr. komplett wird. — Wir machen ans den dem heutigen .Tagblatt" für die P. T. Gtadtabonnenten beiliegenden Prospekt mit dem Bemerken aufmerksam, daß die hiefige Buchhandlung von Kleinmayr & Bamberg die erste Lieferung diese« Werte« am Lager hat, Bestellungen hieraus übernimmt nnb pünktlich besorgt. — (An« den Rachberprovinzen.) Der Kaiser hat de« Professor an der Grazer Universität Dr. Friedrich Pichler zur Vornahme archäologischer Grabungen im Gebiete der Rörnerfiädte Flavium solvense, Leleia, Poetovio, virunum und Teurnia über sein Ansuchen eine Subvention von 500 fl. an« seiner Privatkaffe bewilligt. — In bem kleinen Stäbtchen St. veit in Kärnten konstituierte fich ein Gesangverein, ber 20 ausübende nnb 70 unterstützende Mitglieder zählt. — Der hier bekannte Zitherspieler Herr Johann Ponholzer produzierte fich diefertage in Görz, wurde mit reichem Beifall belohnt «nd wird auch in Triest BergnügnngSabende arrangieren. — I« verlaufe der vorigen Woche kam, wie der Grazer „Tag»«post" an« Gratwein erzählt wird, eine junge Dienstmagd mit einem etwa zwei Jahre alten Kinde na* Gratwein, um Dienst zu suchen; erkundigte fich darnach in einigen Häusern, aber leider ohne Erfolg, denn e« ist äußerst schwer, mit einem Kinde, besonberS bei ber gegenwärtigen Jahreszeit, einen Platz zu finden. Sie ging von hier nach Stübing. Später erfuhr man, daß fich biefelbe Person sammt bem Kinde imWalbe bei Groß-Stübinq erhängt habe. Da« gräßlich Eigentümliche bei biefem Morde und Selbstmorde ist, daß Mutter und Kind in einet Schlinge hingen. Die Mutter hatte ihr Kinb noch sterbend im Arme, und so wurden beide Leichen gesunden. Gewiß eine seltene Vereinigung von Mutterliebe und verbrechen. — Die Grazer Handels- und Gewerbekammer hat die Abstnbnng einer Petition an daS Abgeordnetenhaus beschlossen, um ihre Anschauungen über die temporäre Sequestration von Bahnen und über die Uebetttagung des Betriebe« an die Regierung, beziehungsweise an Nachbarbahnen, zur Geltung zn bringen. Die Kammer bezeichnet den Grundsatz, daß unter den bekannten Bedingungen der Betrieb einer Bahn an den Staat Übergehen könne, an und für sich als einen un« glücklichen, da er im gegebenen Falle den Betrieb doch nicht selbst führen, sondern ihn unter der einen oder unter der ändern Form an eine Nachbarbahn übertragen werde, die dann an nichts anderes eher denken dürfte, al* an Tarif-Erhöhungen. Der AuSweg zeitweiliger Sequestration scheint der Kammer viel praktischer. Sollte aber bet Regierung doch die Ermächtigung ertheilt werden, unter gewissen Umständen den Betrieb einet garantierten Bahn an eine andere Bahn zu übertragen, so bittet die Kammer da« Abgeordnetenhaus wenigstens, die Regierung möge verhallen werden, fich in jedem speziellen Falle mit den betreffende« Handelskammern ins Einvernehmen zn setzen, beziehungsweise deren Gutachten einzuholen. — (Bergabrutschung.) lieber die Abmachung deS AnnabetgeS bei Eilli äußerte fich der Delegierte de« IMet bauminijUtiwm6, Direktor Newald, nach Beritt der »«rarer Ztg." in folgendem Gutachten: .Anbelangend dir Bodenabrntschung oder «bfitzung nächst dem Orte Tüchern, beziehungsweise Annaberg bei Cilli, sind daselbst von der K.ilamilät sehr werthvolle Grundstücke. namentlich Weinberge betroffen, und erleiden die Ligenthümer derselben sehr erhebliche Beschädigungen. Eingestürzt war am Tage der Begehung bereits ein Wohnhaus, bedroht war, als im Be-reiche der Adsitzungen gelegen, ein zweit-S Wohnhaus und em obere» Rande des Rutschterrains mehrere Hunt Wohn-Häuser sammt Nebengebäuden." — ( S t e r b e f a l l,) In der heutigen erste» Mittagsstunde verschied im Wochenbette Julie Freifrau v. Leuzen-dors, geb. Baronesse Schweiger - Lerchenfeld, Nichte des vrafen Anlon von Luerkperg. (Anast. (Srtin.) — ( 81 n 8 der Hühnenwelt.) Der Gemeinderath der Lantesvauptsiadt Slagenfutt hat das dortige Theater dem bishkrigen Direktor K l e r r überlassen. — Fräulein Xhaller ga-iert mit glänzendem Erfolge inRadkersdurg und tritt in der Frilhjahrssaison an der Linzer Bühne in das Engagement. — Der Bariton Herr Vi o II i, ständiges Mitglied der Agramer Oper, erwarb sich als „Uigoletto* großen tfeisaU. Die Kritik bezeichnet seine gesangliche Leistung als „vortrefflich" mit dem Beisätze, daß das Publikum ihm »Os übermäßige Tremoli«en »gerne erlasse» hätte." „ — (Landschaftliches Theater.) Unser Bericht über die vorgestrige erste Aufführung ler Strauß'sche» Operette «Der Karneval in Rom" registrierte einen zweifelhafte» Erfolg ; diesem folgt heute ein enifctieden ungünstiger über die gestrige Wiederholung. VIo* nie wurde eine so reiche Serie falscher Töne vom Stapel gelassen, eine merkbare Mattigleit trat auf der Bühne, Stufe des Mißfallens und Zischen im Zuschauerraume in den Vordergrund. Wir gehe» dem Schluß der Saison entgegen, die Benefiz« Vorstellungen find vorüber, die Bestellungen trage» nun das Wcprägc des Ausceikanser und der 27. Kreuzer - Lo-mödien. iirection und Gesellschaft mögen in elfter Stunde dcS alte« Wahrfprmträ eingedenk fein : „Ende gut, alles gut!" — Morgen gelangt zum Bortheile, des Schauspielers Herrn 8 e u t h o l 6 eine guten Klung habende Novität, das Lustspiel : „xie Berschwöiiwg der grauen", von Arthur Müller, z»r Aufführung. Eingesenüet ProbewahU Das gefertigte Comitö beehrt sich hiemit, zu der anläßlich der bevorstehenden Genieinde-rathswahtcn heule Donnerstag den 15. März für den I. Wahlkörper zu veranstaltenden Probewahl einzuladen. Die Bersammlung, um deren pünkt liehen und zahlreichen Besuch seitens der Herren verfassungstreuen Wähler dringend gebeten wird, wird im jkasino-GlaSsalon abgehalten und beginnt abends halb 8 Uhr. Laivach am 11. Mürz 1877. vom 3entml-Wal)lmnite des konstitutionellen Vereins. Avgekommene Fremde am 15. März. Hotel Stadt Wien. Mtavlag, Diettler, Kstte.; und Daniel, Beamter, Wien. — Goldschmied, fl. 80 tr. pr. Hektoliter; Erdäpfel 4 fi. 64 tr. pr. 100 Kilogramm; Fisolen 8 fl. -- kr. per Hektoliter; Aindschmalz 98 tr., Schweinfett 85 tr., Speck, frischer, 68 kr., Speck, geselchter, 75 kr., Butter 84 tr. pei I Kilogramm; Eier 2 tr. per Stück; Milch 7 fr. per Liter; Rindfleisch 48 tr., Kalbfleisch 44 tr., Schweinfleisch 60 tr. 1 per Kilogramm; Heu 3 fl. 15 kt , totroh 3 fl. 5 tr. per 100 Kilogramm; hartes Holz 7 fl. 50 fr, weites Hol, l> fl. — kt. pt. vier Q.-Melet; Wein, nutzer 24 fl., weißer 20 fl. pt. 100 Liter. Robert Baron Leniendorf, k. f. Ob,r-Itfiitenant, gibt Nachricht von dem unersetzlichen Berlufte seiner innigst geliebten G'emalin, bet hcchwolgehornen Frau Julie Baronin Lenzendorf Campo di Santa Lucia, geb. Larouiil Zchmriger-Lerchenseld. welche heute Mittag um I Uhr nach kurzem fivanfeiilager im Alter von 26 Iahten aus diesem Ltbm abberuft1!! wurde. Die irdische Hülle der !heitren Verblichenen wiid Samstag dm 17. 6 M. nachmittags um 5 Uhr vom Trane, hause Herrengasse Nr. 10 nach dem taih. Friedhose zu St. Christoph übersührt und im cifteiten (Stabe beigesetzt. Die heil. Seelenmessen werden in der Dom-titete zu St. Nitolaus gelesen werden. Va i b a * am 15. März 1877. Witterung. Laibach, 14. März, «nhaltend heiter, starkes «bschmelzen des Schnees, schwacher WNW. Temperatur: morgens 7 Uhr — 3 4', nachmittags 2 Uhr + 8-v» C. (1876 + 10 4«: 1875 -j- 31» 6.) Barometer 730 59 mm. Das gestrige Zages: mittel der Temperatur — 13°, um 41‘ unter dem Stormale. Verstorbene. Den 14. März. ®eotg Pipan, Fleischbauergehilfe, 48 I., Zivilspital, Lungenentzüittmig. - Ursula Sumel, MautheiiinehmerS- Witwc, 58 I., 2Bititer|traßc Nt. 35, Lungenentzündung. — »arolina Stolossty, Finanzkom-wissärs-Tochter, 41 I , Zivilspital, und Victor Lauridon, l. k. Oberlieutenant des 7. Feldjäger - Bataillon«, 36 I., alter Maclt Nr. 20, Lungentuberkulose. Theater. Heute: Zum Vonheile de« Schauspielers @ino':m-! llnget, unter gcsäll. Mitwitkuiig de« .Herrn Joses ifoiälj, artifl, Lritets der flovenischen Bühne: Haus- I ü r g c. Schnii. I spiel in 1 Alt von Holtei. Hi,tauf: Ei» delikater Auftrag. Lustspiel ui 1 Al, von A. 3M,.-r. Z-im Schlüsse: Pächterin und Barbier, oder: D i e Kunst geliebt zu werden. Nnu-ße Operette in 1 Akt, Musik von A. Müller. Telegramme. Wie«, 14. ÜJiärj. Die „Pol. Korrespondcnz" meldet kelegrastsck aus Konstaminopü: Verläßliche Informationen signalisieren Bemuhungcn hcroor-ragender Bertrcler der Pforle im tiueianbe beim Großvezier im Sinne einer spontanen A»nühernng an Rußland, zum Zwecke direkter Auseinandersetzung mit dieser Macht. Budapest, 14. März. Im Unterhause beantwortete Tisza eine Reihe von Interpellationen, jene betreffs der Banksrage unter Hinweis auf die ein» zubringenden Gesetzvorlagen. Äuf eine Interpellation des Serben Polit betreffs der türkenfreund liehen Demonstrationen und der Haltung der Monarchie in der Orientfrage legt Tisza in ausführlicher Rede überzeugend dar, daß die erwähnten Demonstrationen die äußere Politik Oesterreich-Ungarns durchaus nicht kompromittieren können und nicht geeignet seien, die Gefühle der slavischen Bevölkerung zu verletz-n. Tisza betonte ferner, daß das auswärtige Amt, mit welchem die ungarische Regierung iibminstimme, an den m der Orientfrage l jeher befolgten Prinzipien festhalte und es als seine Aufgabe betrachte, den Frieden zu erhalten, da« Los der Christen in der Türkei zu verbessern und dafür zu sorgen, daß die Interessen der Monarchie unter allen Umständen und wem immer gegenüber gewahrt weiden. (Lebhafter Beifall.) Die Antworten wurden zur Kenntnis genommen. Konstavttuopet, 14. Mär;. Der Ministerralh hat sich auch he me mit Montenegro beschäftigt; möglicherweise findet morgen wieder ettte Konferenz statt. Weigcrt sich die Pforte definitiv, die Forderungen bezüglich NiksiL', des rechten Moraka-Ufers und eines Seehafens zu bewilligen, so würden die Montenegriner übuiftn; im Falle bloß thkilweiser Verwerfung würden sie Instructionen au« Cetinje ein* holen, doch ist eine Einigung nicht wahrscheinlich. Telegrafischer Kursbericht am 15. März. Papier-Rente 63 2b. — Silber-Rente H8 —. — @otb-Rente 74 % - 1860er StaatS.Anlehen 109.25. — Bank-actien 823. — ffireditactien 160-10. — London 123 40. — Gilbet 11210. - ». k. Münzdukaten 5-82. - 20-FrancS Stücke 9-85. - 100 Reichsmark 60 60. Einladung 6er Herren $).!. £ogeuE>efi|er und IReaterfteunde zu der Sreitan Den 16. Mürz, vormittags halb IS Uhr, im iba konsaale der fiaftno-Vofolitäten odzuhallenden (i)enci'itl-tlerliuitmlimg. ®egenftoml der SefpreAunu: 1.) Das vom Tbeaterditeltor Herrn Julius Fritzsche an den hohen traimsitni Landesausschutz überreichte Gesuch wegen Verleihung deS deutschen Theaters fiir die SÖinter* Saison 1877/78. 2) Wahl des Thealer-Lomiiis. (118) Das provisorische Theater-Comi14. 3nl)imv)t Pnichkls Mundwaffereffenz, oas vorzüglichste. Zahmeinigungs. un>‘ Eihaltungsmittel, ist außer im Lrdinaiionslotale an der Htadetztyvrücke im Mally'schen Hanse »och bei Herrn APo-theket Mahr, Herrn /Ipotheter Svobod » cm 'JSrejchenK platz und Herrn « a r i n g c r zu htbeti. Preis pr. Flacon 1 fl. (39) 16 Spitzwegerich Sast. Dieser unschätzbare Saft dient als Heilmittel für Brust- und Lungenleiden, Btviichiil-Berschleimung, Husten, Heiserteit ic. Eine große Flasche sammt Aiiweisung tostet 80 tr., eine kleine Flasche sammt Anweisung 60 kr. Depot für Äraiit bei VlUtoi- v. Trnhdezf, Apotheter „zum goldenen Einborn" in Laibach, Ratbaus-, platz Nr. 4. (103) 6 4 Wiener Börse vom 14. Marz. Staatsfonds, i ®elt>; Ware I '■»erj. Stent«, oft.'JJa».1 68-90 63-lo'flüg. öfl. And.'Credit. dl», cte. oft. in Eilb. 67-80 68-— dro. in 33 9..... tofe eon 1864 .... lOft-75 106 85|91atton. d. W..... üofe eon 1860, gan,- liiS rs log-so.ttng. Sob.-ärebitoiifi. i!»(e»i>n 1860, Pnft.:ii8 7sn»-- _ . Vtämienf». v. 1864 .181-90 131S6 rrlorltats-Obl. Pfandbriefe, j ecthj Ware 106'60 V «1— 89-25 «8 «# se 60 88 — | (-8 85 Ornndent.-Obl-i Siedenbürg. 71 — 71-öOP Ungarn T4-26 75- >.otien. 7070 149*10 Äieeitanffalt 149*10 Levofiteubant.... S«comvle-Anstatt. . 665*- 670 — jftanco < van! . . . . HandeUbank Hattonal&ant .... •- 82» * 0-ft. «anlgeleM. . . Union * Bank 60 76 51*86 verkhrSbank 79.— 80* - »lföld-Bahn . . , . Karl Lndwigbahn . . tkais. Elis.'vahu . . 811 85 811 90 138 60 133'--. ftaif. Kr. Oofetab . . 119*60 119 7fi 828 — 889— Süfcba&m . . 81 96; 81 76 3o|.f«.!8ab; jJCejU Nordwelidah,! btc. So»« Lose. cedit > üofe....... ubolf« » Lose. . . Weohe. (3Mott. Ln,«durg 100 Mart autt. 10ö Marl . »mburg „ —roon io Pfd. Steil Pari« 100 Franc» . Münzen. Lail. jiiüllj-Ducatci i»-tzrauc«tm