Nr. 21. Donnerstag am 26. Jänner 1803 Die „Vaibacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, tUglich, und lostet sammt den Veilagen im Comptoir ganzjährig 11 fl., halb-jährig 5 fl. eo lr., mit Kreuzband im Comptoir glMZj. 12 fl., halbj. 6 fi. Für die Zustellung in'« Hau« sind halbj. 60 kr. mehr zu entrichten. Mtt der Post portofrei ganzj., unter Kreuzband und ge« drnltter Adresse 10 fi., haldj. 7 fi. 50 tr. Vnsertlonsgeollhr silr eine Garmond-Spaltenzeil«, ober dm Naum derselben, ist für Iirialige Linschal« wng 6 lr., für 2m»lige 8 lr., fUr 3malige 10 tr. u. s. w. Zn diesen Gebühren ist noch der Insertions - Stempel per 30 kr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bi« 10 Zeilen losten 1st. 90 lr. t«r 3 Mal, 1 fi. 40 tr. ftir 2 Mal und 90 lr. ftk 1 Mal lmit Inbegriff de« Insertionsftempele). Ämtsicher Cheil. AH A^aS Staalsministcrium hat im Einvernehmen mit dcm Polizei«, Finanz«, Justiz« und Handclsministcrinm, dann mit der ungarischen, sicbenbürgischcu nnd kroati» schcn Hoflauzlci dcm Abte des Stifte« Molk Wilhelm Eder, dcm herzoglich sächsischen Allinisterresidenlen Frcihcrrn Friedrich von Borsch, dem Thicrarzt Dr. Rudolf Bnch Müller, dcm Privaten S. Gott» licb, dcm General - Sekretär der „Austria" Karl Heßlcr, dcm Professor an der Handelsakademie Dr. V. Klun, dcm Sekretär der k. k. priv. lUu-nimi0 ^äriu.tio^ cli 8iourtH Hugo Novach, dcm Fabriksbcsitzcr Ignaz Ncgcn, dcm Buchhändler Adolf Sallmcycr, dcm Sckrctär dcr k. k. priu. ^iiuva 8uoi0tü wmmur/ililo 61 ^lniouiÄ/ioni und Direktor des Vorschußucreincs „dcr Fels" Leopold Scholtzc, dcm Gutsbesitzer LadislanS von Szilä, nY« Ullmann und dcm Hof< und Gcrichtsaovokatcn Dr. Eduard Wicdcufcld dic Bewilligung zur Gründung dcr Vichucrsichcrnngsbank „Apis" mit dcm Sitze in Wien ertheilt uud die Statuten dieses Vereines genehmigt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 25. Iäimcr. Daö preußische Abgeordnetenhaus hat ocil Erlaß einer Adresse, nlö Antwort ans dic Thronrede, ad-gelehnt. Äiit diesem Beschlusse hat das preußische Abgeordnetenhaus jedwede Hoffnung auf Zugestand-uissc von Seile dcr Landcsvcrtrctung beseitigt. Was nun? Wird sich dic Regierung zu Konzessionen herbeilassen? Fast scheint cs so. Die Rede EulcnburgS wenigstens läßt vermuthen, daß gegen Annahme dcr Hcercsorganisation, die Anerkennung des Bud-getrcchtcS erfolgen werde. Das wäre ein Kompromiß, der den Konflikt beseitigte. Während man noch nachforscht, auf welchem Wege die von dcr „Pr." gebrachten Depeschen ihren Weg in die Oeffcullichkcit fanden, bringt die „Ind. bclg." die Analyse dcr Depesche, welche Graf Mcns-dorff am 21. Dezember o. I. an Herrn von Bismarck gerichtet haben soll. In dcrsell'cn spricht sich Oesterreich sehr zn Gunsten dcS Auguslcuburgcr aus. Bezüglich dcr Kompensation äußert sich Graf MenS-dorff: „Wenn Preußen aus dem Friedensoertrage den NcchlSlitel für eine Gcliictscrweilerung ableiten wollte, Oesterreich ciuc cnlfprechcudc 5tompcnsation in Deutschland vcrlaugcn würde. Wenn Herr von Vismarck von Verpflichtungen gegen sein Land spricht, so hat Oesterreich uicht gcrinyerc Rücksichten gegen seine Uutcrthauen, und das Gleichgewicht dcr beiden deutschen Mächte ist eine Hanptbcdiugnng der Wohl» fahrt Deutschlands. Nicht darum sei österreichisches Blut geflossen, um dieses Gleichgewicht Hurch eine Vergrößerung Prcußcus zu stören." ' ' „Die beiden Mächte haben ciucu großen Einfluß auf die Geschicke Deutschlands; aber dieser Einfluß reicht uicht hin, mn nllc andern Mitglieder des Bundes iu dcu Schatten zu dräugcn. Dic mcistcu dieser Staaten siud höchst mißvcrguügt über dic gegenwärtige Lage dcr Dinge; sie werden nicht mehr lange zögern, Anträge vor dcn Bund zu bringen, die Oesterreich dishcr widcrrathrn ynt, al'cr denen cö endlich seine Zustimmung nicht zu entzichci, wissc» wird, da dieselben sciucu (Oesterreichs) Ueberzeugungen entsprechen....." Dcr Besuch, dcn dcr Prinz Friedrich Karl in Wien machte, hat die Aufmerksamkeit dcr Tuilcricn im hohen Grade' erregt und mau stellte in Folge dessen anf diplomatischem Wcgc ciuc Anfrage iu Wien, de- nen natürlich die Antwort nicht fehlen konnte. Man glaubt sie in folgender Note der „Ä. C." zu finden: Gerüchte, welche iu verschiedene in» und ausländische Organe Eingang gefunden haben, wollten von Berathungen polilifchcr oder mililärischer Natur wissen, die während des jüngsten Gesuches Sr. t. Hoheit des Prinzen Friedrich Karl von Preußen am kaiserlichen Hoflager unter mehreren hochgestellten militärischen Pcrsöülichteilcu stattgefunden haben sollten. Nicht ohne Adsichllichlcit wurde auch angedeutet, dcr Munster des Acußern sei zu diesen Besprechungen nicht zugezogen worden. Wie die „G. E." versichert, cut-bchrcu diese Gerüchte sammt uud sonders jeder Begründung. Was namentlich dcn Herrn Fcldmarschall Baron Hcß betrifft, welchen umn als einen der Thcil-nchmcr an jcncn angeblichen Konferenzen bezeichnete, so lonnlc derselbe, durch Unwohlsein verhindert, dcm Prinzen nicht früher seine Vcrehruug bezeigen als bei einer flüchtigen Bcgcgnuug am letzten Tage der Anwesenheit Sl. k. Hoheit. Mit dcn erwähnten Gerüchten fallen dcuu auch alle die manuigfachen Kombinationen zu Boden, wclchc dic Phantasie dcr ttou-jclluralpolitit daran geknüpft hat. Dic Reform der Vebauielleuer. In dcr Veranlagung der Gebäudestcucr besteht derzeit durch die Verschiedenheit dcr Grundlagen, wo^ nach die HauSziuSstcucr und die Hansklassenstcuer itt den einzelnen Kronländcm bemessen wild, die größte Ilüalcichmnßlalcit. Die HanSzinsstcner ist nicht auf nllc Kronländcr ausgedehnt und selbst in jcncn Ländern, wo sie eingeführt ist, bcstcht dcr Unterschied, daß sich dieselbe in dcn ungarischen Ländern nur auf icnc Gebäude beschränkt, wclchc in dcn ganz in die licg^ während sich dieselbe iu dcu deutsch. slavischen Ländern Femlletml. Das letzte Jahrhundert der Mode. (Schluß.) Bei den Fraucu strebte man, als dic hohen Frisuren eingestürzt warcu, als mau wieder auf ein« fachen Sohlen ging uud auch Ncifrocks letzte Erbcu, die falfchcu (.'ui« äo I^ri^ verschwanden, danach, recht natürlich zn erscheinen. Wie konnte dies besser gc. schchcn, als dnrch ein Gewand, das theils die Formen gar nicht enthüllte, thcils nur lcisc bedeckte. DaS antike schien dazu das passendste. Wie man sich in den größten Republiken dcr Weltgeschichte getragen hatte, so wollte man sich auch in dcr französischen Ncpudlik kleiden. Alle Erinnerung an das König« thum sollte fallen. Die Unnatur war außerdem zuletzt so hoch gcsticgcu, daß dcr Umschwung um so mächtiger sein mußte. Auch hatte ja die Knust schon sett laugcrcr Zcit die Antike zum Muster genommen; warum sollte es die Tracht nicht auch thuu? Dcr Versuch schlug zwar bei dcu Männern gänzlich fehl, um so mehr aber glückte er bei dcu Frauen. Bcrcitö 1794 trugen sich manche Damen „griechisch", nnd zwar zumeist solche, die hervorragende Stellungen ein« nahmen. Es waren diese Unternehmungen zwar keineswegs wclchc zu Gunsten der wirklich hellenischen Tracht, sondern mehr cincS sein sollcudcu griechischen Costüms, dessen wichtigste Eigenschaften etwa die waren, daß die Taille durch einen Gürtel dicht unter dcr Brust angedeutet wurde, daß daS meist einzige Kleid oder Hemd frei und gerade herunterfiel, daß alle Spitzen, Falbeln u. dgl. fehlten, daß das Haar in einem griechischen Netz lag nnd daß vor Allem — möglichste Nacktheit herrschte! Erst 1739 griff die wirtliche griechische Tracht bedeutend um sich, und nun wuchs freilich die Entblüsung in bedenklichem Maße, so daß bei Vielen von eiucr Verhüllung kaum noch die Ncdc sein konnte. Was einst die römischen Damen sich im Hause gestaltet hatten, in coischen und amorgischcn Gewändern zu gehen, das erlaubte man sich in Frankreich nnd auch in Deutschland öf> fcntlich auf dcr Straße. Die ganze Verhüllung einer solchen Griechin oder Römerin von 1800 soll oft kaum ein halbes Pfund gewogen haben. Arme, Vnscn und dcr ganze obere Theil dcS Körpers bis zur Hüftc war fast uackt. Das geschah aber nicht nur im Sommer, sondern, kanm zu glauben, auch im Winter, und uicht nnr die Jugend sondern auch reifere Schönheiten, die über Vierzig hinaus waren, gingen so. Die Aerzte, dic dadurch alle Hände voll zu thun bckamcn, predigten umsonst gcgcn diese gefährliche Tracht. Dic Mode gebot: die Damen gehorchten! Im Winter trugen sie außer dcm dünnen Kleid oder Hemd, denn cs war beides, noch fleischfarbige Tricots vom Fuß bis zur Hüftc, bisweilen mit bunten Zwickeln und Bändern am Knie Um dcn Oberkörper legte sich manchmal noch ein durchsichtiger Shawl, besonders auch im Winter. Mit dem Kaiserreich endete diese antike Krankheit znm Glück bald, so daß sie nur ein Lustrum durchgreifend geherrscht hatte. In England wnßtc man sich über. Haupt davou frei zu haltcu. Sehr wenig in Einklang mit dcr nachgeahmt griechischen Tracht stand der fortdauernde Gebrauch des doch wahrlich nicht im Alterthum erfundenen Fächers. Er blieb noch immer dcr wichtige Telegraph geheimer Botschaften nnd Winke. Ic nach dcn Ereignissen wandelte er sich in Fächer 5, la. Pompadour, » la Cagliostro u. s. w. ES gab auch Fächer, als Lavater Epoche machte, mit dessen physiognomischen Abbildungen; als Wcrthcrs Leiden erschienen, solche mit Werther und Lotte, Albert und Lotte lc. :c. AllcS, was eben das Tagesgespräch bildete, ging auch auf den Fächer über. Nachdem mit Beginn nnscrcs Jahrhunderts eine neue Tracht zum Durchbruch gekommen war nnd entschiedene Formen daS Feld eingenommen hatten, sehen wir seitdem diese in einer fortwährenden Wcl-lcnbcwcgung, als ob sie einem uns noch unbekannten Ziele zustrebten. Es ist ein immerwährendes Suchen und Umhertasten, doch, wenigstens waS daS Mimncr-coslüm betrifft, iuucrhalb sehr enger Grenzen. Rock nnd Frack, Hose und Hut, auch Weste und Stiefel, fogar die Halsbinde werden kleiner und größer, enger und weiter, länger und kürzer, aber bleiben doch ihrem Wesen nach immer dieselben. Ncncs ist in der ganzen Zeit wenig hinzugekommen. Anders ist cs mit der weiblichen Kleidung. Zwar ist auch hier die Trennung von Rock und Leibchen stets beibehalten, aber mai? hat allerlei alte Moden neu anfgetischt und wieder verworfen, und daS Feld des Snchcns ist weit größer, als bei dcm stärkeren Geschlecht. Der allgemeine Eharaktcr dcr Tracht ist ein immer mehr mn sich greifendes Gleichsetzen aller Stände nnd Beschäftigungen; wir gehen eigentlich alle in Uniform. Dcr anständig gekleidete Manu kann Minister oder Handwerker sein — wir scheu cs ihm nicht an. Sclbst dcr Elegant ist nicht sicher zn registrircn; auch er kaun alles Mögliche sein, Hcmdlungsrciscndcr oder Graf, Schneidcrgcscll oder Künstler. In dcn Stoffen läßt sich ebenfalls kcin StandcSuntcrschied mehr erkennen, und bei den Männern anch in dcn Farben nicht, bei dcn Frauen noch eher. Doch unzweifelhaft siud solche Schlüsse auch hier nicht. Putzmacherin und Fürstin unterscheiden sich oft nur durch die nachgeahmten uud echten Brillanten — die Kleider ober stimmen übcrcin. So schmelzt die Mode in uuscrcm Jahrhundert alle Klassen ineinander. Unsere Tracht 82 auf alle Gebäude erstreckt, welche außer diesen Ort» schafteu gelegen sind uud durch Vcrmiethung benützt werden. Auch bezüglich des Eintheilungsgrundes. wonach die einzelnen Orte zur HanszinSslcuer oder zur Hausklasscnsteucr einbezogen werden, bestehen wesentliche Unterschiede zwischen den Ländern dießscits und jenseits der Lcilha. Noch ungleicher wird aber diese Besteuerung durch die verschiedene Höhe des Abzuges uud des Stcuerperzentcs, die in den einzel-nen Kronländcrn, Städten und Orten bei der Veranlagung der Gcbändestcucr jetzt in Anwendung kommt. Der Abzug für Erhaitnngs- und Amortisirungstostcn schwankt dcrzcit zw'^chcn 15 bis 33^ Pcrzent vom Bruttozinse. Die Steuer selbst ist theils mit 12"<,. theils mit 16°/,, theils mit 15 fl. 25 kr. pr. 100 fl. E. M. bestimmt. Wir haben in einem früheren Aufsätze bereits in einzelnen Beispielen die ungünstige Wirkung nachgewiesen, die sich aus dieser Ungleichheit der Stcucrgruudlagen bei der Stcuerbchaudlung der einzelnen Orte und Hausbesitzer ergibt. Die beste« hcudc Ungleichheit wird noch dadurch erhöht, daß in den Ländern der ungarischen Krone der Einkommen-» steucr-Drittclzuschlag nicht erhoben wird. In Betreff der Haustlassenstcucr ist zu bemerken, daß die Klassen« sätzc des Tarifes sich derzeit immer nach einer ge° wissen Anzahl der Wohnbestandthcile und dem all-fälligen Bestehen eines Stockwerkes richten, während alle andern auf den Gcbrauchswerth der Nohnbe-standthcile Einfluß übcudcn Momente, wie der mehr oder minder lebhafte Verkehr eines Ortes, die gün< stigere Lage und dcr bessere Aaustand der Gcdäudc, die größere Bequemlichkeit dcr Wohnbcstandtheilc, dcr Unterschied zwischen Zimmer und Kammer, ganz un« berücksichtiget dlcibcn. Endlich stcllcn sich anch hin» sichtlich der gegenwärtigen Bestimmungen dcr Gebäude» freihcit große Ungleichheiten und Mängel heraus, da die Begünstigung dcr Steuerfreiheit uur den Städten zukommt und selbst bei diesen sind wieder die Be» stimmnngcn übcr die Modalitäten der Stencrbcfreiung schr verschieden. Aus dcn hicr berührten Ucbclständcn hat sich die driugcndc Nothwendigkeit einer einheitlichen Regelung der Gcdändesleucr für das gesummte Reich crgcbcu uud der vorliegende Gesetzentwurf sucht iu seinen einzelnen Bestimmungen die Mängel des j:tzt bestehenden VcsteucrungSsystcmö zu beseitigen, ohne jedoch die prinzipiellen Grundlagen desselben zu verrücken. Auch nach dem neuen Gesetze werden die Nutzungen der Gebäude zur Gruudlage dcr Bcstcuc» rung genommen, und zwar entweder nach dem wirk» lichen oder verglichenen Zinserträge der Gebäude odcr aber nach ihrem Gebrauchs« odcr Nutzwcrthe. Dcr wirkliche odcr verglichene Zinsertrag bildet nach dcm Gesetzentwurf in allen jenen Orten zdie Grundlage dcr Besteuerung, in welchen die Anzahl dcr vermic» thclcn Wohnbcstandtheilc jene dcr in eigener Benützung stchendcn Wohnbestandtheile übersteigt oder ihr mindesten« gleichkommt. Untcr Wohnbestanbthcil wird hiebci ausdrücklich nur Zimmer und Kammcr begriffen, um nach diesem gleichen Veurthcilungsmaßstabc die Frage: ob HauS» zilisstcucr odcr Hauotlasscnstcucr für dic einzelnen Ortc richtig beantworten zu können. Für solche Ortc, wo keine odcr nur wenige Vcrmicthungcn vorkommen, wurde statt der gegenwärtigen Hausklasscnsteucr dcr jährliche Gebrauchswert!) dcr zur Wohnung benutzbaren Zimmer und Kammern eines Gebäudes als Be-steucrungSgrundlage gewühlt, wobei dcr Gebrauchs-werth im Wege dcr Einschätzung mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Ortes, dcr Lage und dcs Aau-zustandes der Gebäude, ihrer Bestandtheile, Bcnützungs-art und Zngchörc nach einem dcm Gesetze beigefügten Tarife erhoben m'.d festgestellt wird. Die vorgeschlagene Besteuerung nach dcm Gcdrauchswcrthc Hütte sich jedoch nur auf jc»c,l dcr F/mmer m>d Kammnn, welche als Wohnuug benutzbar sind, zu erstrecke«, wcil in solchen Orten, wo diese Besteucruug eintreten soll, die übrigen HauSbcstandthcilc in der Rcgcl znm Betriebe dcr Landwirthschaft odcr ausschließlich zu einem Gewerbebetriebe gehören und hicr übrigens auch die ganze Area der Gebäude mit der Grundsteuer gc-troffeu ist. Die Gcbäudcsteucr soll ohne Unterschied, ob sie von dcm Zinserträge odcr von dcm Gebrauchs-werthe abzunehmen kommt, von dcm ermittelten reinen Zinserträge oder reinem Geldwerthe der Nutzung mit bestimmten Pcrzcntcn bcmcsscn werden. Das Pcr-zcntenausmaß wird sich aus dcm Verhältnisse der für das ganze Reich festzustellenden Gcsammtsummc dcr Gebäudcstcuer zu dcm rcincn Gcsammtcrträguiß dcr nach ihrem Zinsertrag odcr nach ihrem Nutzwcrthc eingeschätzten Gcbäudc ergeben. Es ist also auch hicr als Ausgangspunkt das Ncpartitionsfystcm iu Vorschlag. Bei dcr Bcmcssnng dcs rcincn Zinsertrages odcr rcincn GeldwcrthcS dcr Nutzung cincS Gcbäudcs soll dcr Abzug, wclchcr für Erhaltungö« und Amortisationskosten entfällt, in cincm gcwisscn Pcrzcntc des Brutt0'Zinscrtragcs odcr Gcldwerthcs ausgesprochen wcrdcu. Dieses AbzugSpcrzcnt wird jcdoch immcr nach ganzen Ortcn fcstgcsctzt, und zwar soll für jene Orte, in welchen dcr Dnrchschnittszins cincS Gcbäudc« bestaudthcilcs 15 fl. erreicht odcr ülicrsteigt, dcr Abzug mit zwanzig Pcrzcnt; für jcnc Ortc, in wclchcn dcr DurchschnittözinS 5 fl. übersteigt und 15 fl. nicht erreicht, mit 25 Pcrzcnt und für jene Orte, in wel-chcn derselbe sich auf odcr untcr 5 fl. herausstellt, mit 80 Perzent vom Ärilttoziusc gestattet wcrdcn. Für alle Ortc, in wclchcn die Gcbändcstcucr nicht nach dem Zinserträge, sondern nach dcm Gebrauchs-werthe abgenommen wird, wnrdc das höchste Abzugs-pcrzcnt, nämlich mit 30 l)?n hundert Gulden dcs ein» geschätzten Gebrauchswertes gestattet.^ Bczügl,ch dcr Steuerbefreiung wnrdc beantragt, daß ncbst dcn jctzt bestehenden bleibenden Vcficiunqcn für Gcbäudc, wclchc öffentlichen und humauitüicu Zwcckcn gclvidmct sind, auch zeitliche eintreten sollcu, und zwar wurden dicsc gegenüber dm dcrmaligcn gesetzlichen Bestimmungen dadurch vermehrt, daß dic Erlangung dcr Steuerbefreiung für ein Gcbäudc nicht mchr an dic doppcllc Bedingung dcr Schadhaftigkeit nnd dcs gänzlichen Nicdcrreißcns des früher schon bestandenen Gcbäudcs geknüpft ist, und daß die Begünstigung dcr Stcncr-frcihcit überhaupt auf alle Orte ohne Unterschied dcr Vauführungcn auögcdchut worden ist. In Folge dicscr gleichmäßigcu Begünstigung nmßtc jcdoch dic Dauer dcr Stcucrfrcihcit auf cinen sechsjähriger. Zcitraum beschränkt wcrdcn, da dcr durch cinc länger währcndc Bcfrciling sich crgcbcndc Ent< gang an dcr Gcbändcslcncr nicht ohnc Einfluß auf dic Bestimmung dcs Prozcutcs dcr Gebäudcstcucr, somit auch nicht ohnc nachthciligc Einwirknng auf dic übrigcu Hausbesitzer blcibcn würde. Dic Hauszinsslcucr wird auch fernerhin durch Einfordcruug cincS Äckcnutuisscö (Fassion) über dic Hausziuscrträguissc Scitcns jcdcS einzelnen Hansbc-sitzcrö crhobcn, wclchcs Bekenntniß bci der betreffen-dcn S/cucl-bchöldc vor dcm Beginne cincr Steuer» pcriodc, wclchc, sowie für die Erwcvd- nnd Renten-stencr als cinc dreijährige vorcmögcsctzt wird, einzn« bringen ist. Dic Besteuerung dcr Gcbäudc nach dcm GcbrauchSwcrthc, wclchc an dic Stelle dcr jetzigen Haustlasscnstcucr tritt, geschieht, wie crwähut, nach einem dcm Gcsctzc beigefügten Tarif, nach wclchcm dic Ortc in Katcgoricu gclhcilt sind, nnd für jcdc dicscr Kategorien dcr Gcbrauchswcrth dcr Wohnungs-bcstandthcilc cincS jedcn Gcbäudcs nach dcni Unterschiede, ob dicselbcn Zimmer odcr Kammcrn sind, in mchrcrcn Klassen festgesetzt wird. Die drei Kategorien wcrdcn je nach dcr Scclcnzahl dcr Ortc (von 2000 Scclcn auf- oder abwärts), je nach dcr Vcb< Heftigkeit dcs Verkehrs nnd dcr sonstigen größcrcn staatlichen Bedeutung dcs Ortcs gebildet, während bci dcr Einthciluug dcr Klassen auf dic Verschieden» heit dcr einzelnen Gcbäudc, hinsichtlich ihrcr Lagc, Bauart, Zahl uud größcrc odcr miudcrc Räumlich-kcit dcr Wohnbcstandthcilc Ätücksicht gcnoinincn wird. Vci dcr Einschätzung dcr (^düudc „ach ihrcm Gc-brauchöwcrthc wird in ähnlichcr Wcisc vorgegangen, wic bci dcr Einschäynng dcr Grundstücke und dcs Ertrages dcr Erwcrbsnntcrnchmungcn nnd Bcschäfti-guugcu. Dic Einschätzung geschieht nämlich nntcr ilnmittclbarer Mitwirkling dcr Bezirkst oinmissiouci!, wclchc aus dcu Ltclicrträgcrn selbst bcrufcn odcr gc-wählt wcrdcu; dic EiuschätzumMrgcbilissc sammt dcm 5i,'lasscntarif wcrdcn dcn Ortsbewohnern öffentlich bc-kanntgcgcbcn und können dic Rekurse gcgcn dic Ein-schütznngsergcbuissc sowohl von Sciten ganzer Gc-lucinden, alö Scitcns dcr cinzclncn Stcucrträgcr cin-gcbracht wcrdcn. Als höchste Rctnrs-Instanz bcstcht in der Rcgcl dic LandcStommission, wclchc vcrmögc ihrer Zusailnncnsctzung aus Vertrauensmännern dcr ^tcgicrulig nnd dcr LandcSvcrtrctung dic Gclvähr für cinc, allc Bcrhältnissc berücksichtigende und uüpnr« tciischc Entschcidling dielet. 2^. Sitzung dcZ AbjMdncltlllMsr5 vom 23. Jänner. (Schluß.) Dr. Mühlfcld glaubt, vom Standpunkt dcS Rechtes könne dcr schwcizcrischcn Rcgicrnng dic Ans-licferung dcS Langlcwicz nicht vcrwcigcrt wcrdcn. Rcdncr glaubt, würc cS England, wclchcö cincn scincr Bürger zurückfordern würde, man würde nicht zögern, ihn anszulicfcrn, abcr dcr llcincn Schweiz gcgcnübcr ist indeß noch nicht au'S Ziel gelangt. Wohin sie stcucrt, wciß Niemand; bald scheint sie vorwärts, bald links odcr rechts seitab, bald gar rückwärts sich zu bcwcgcn. Dicsc Aenderungen sind dann die Moden (im Plural); sie spielen um die Tracht herum, wic Schmetterlinge um eine Blume. Bald rücken sie hicr ein wenig hinab, bald bauschen sie dort ein wenig auf:c. aber Rock bleibt Rock und Kleid Kleid. Sehen wir uns einige dieser Spiele der Phantasie nun noch etwas genauer an. Auf den Köpfen der Herren herrschte der schwarze Eylindcr, vulgo Angströhre, im Orient auch „Vater dcs Schornsteins" genannt, ohne Rivalen, wenn auch in dcn Details dcr Form sich oft umwandelnd und auch dcn Stoff wechselnd, bis in dcn vierziger Jahren plötzlich dcr alte graue Filzhut auftauchte, doch zunächst uur iu dcn untersten Ständen. Da er bci den höheren Klassen verpönt blieb, verschwand er schon 1850; nur hicr und da erschien noch einer. Allmäh» lich ucrmchrtc sich scit 1854 dic Zahl dieser Vereinzelten, nnd schon 1856 war er in den besseren Schichten mcht mchr unmöglich. Man sah ehrwürdige Häupter dcr Nissenschaft mit dcm Filzhut 1857 in dic Universität gchcn, und so nahm scine Verbreitung in Deutschland bis 1860 so zu, daß sich nun die Mode scincr bemächtigen und ihn in ihre Register aufnehmen mußtc. Sic rundete 1862 dcu Kopf und beschnitt später auch dic Krempe, und so ist er heute dcr anständige elegante Hut dcs feinen Manne« auf Spazicrgäugcn. Zur Galla abcr gehört noch immcr dcr schwarze Eylinder. Auch der Stutzer trägt dcu niedrigen Hut, so daß diesc beiden sich um dic Herrschaft ülicr die Männcrkopfc streite», und wenn auch der Sieg sich auf die Scitc dcs letztcrcu zu neigen scheint, so ist doch diesem Schein noch nicht zu trauen. Schr viel zur Verbreitung dcr niedrigen Form trug der scit 1856 eingeführte Panamahut bei, der mit reißender Schnelligkeit die Sommcitracht der gebildeten Stände wurde. Eine Nachahmuug dicscs Panamahules dcr Männer war dcr rundc Hut dcr Fraueu, Anfangs nur als sommerlicher Strohhul. Er hieß Amazoncnhut oder, da bald auch Schönheiten von zweifelhaftem Alter sich der vorlheilhaftcn Mode bedienten, mit einem Spottnamen „letzter Vcrsuch." Schnell rückte er auf dic jüngsten, wic aus die ehrwürdigsten Häupter und endlich ging dcr größlc Theil dcö andern Geschlechts untcr scincm Schallen und Schirm und bc< fand sich schr wohl dabei. Auch im Winter wußte sich die Form als Filz«, Tuch-, Seiden- odcr AtlaS-hut gebräuchlich zu crhaltcn, und so kämpft er noch heute mit dcm Kicpcnhut um die Herrschaft. Letz« terer beschränkt sich in scincn Wandelungen anf grö» ßcre odcr kleinere Nangcnlwgcn, kleinere odcr größere Böden, verschiedene AuSfchmücknugcn von Band, Blu» men, Federn u. dgl. m. Schou fast vierzig Jahre aber gehören brcitc Scidcnbündcr und Schleifen untcr dcm Kinn zu dcm nothwendigen Zubehör. Einc Ab-art deS „letzten Versuchs" ist noch daS sogenannte „Goßmannhütchcn" odcr ungarische Hütchen, ganz ohnc Krempe, uur gleichsam ein runder Deckel, cinc Mützc, au dic studentischen Ecrcviskävpchcn erinnernd, wenn auch nach oben breiter. Wcil dicscr Modc sich indcß die Damen dcr src^en Lebensart bald mit Vorliebe bemächtigten, so verzichteten die anständigen Frauen darauf und nur ganz junge Mädchcu, Schulkinder, dürfen sie jctzt noch außer jcncn tragen. Dic Herrschaft dcS Stiefels war dnrch die Auf. nahmc dcr langen Hose cutschicdcn. Noch rcttctc sich aber dcr Schuh ein Asyl.- dcn Ballsaal, wo cr bis zum Schluß dcr dreißiger Jahre unangefochten weiterlebte. Es machte Aufschcn, als in den vierziger Jahren einige junge Modercbcllen cs wagten, mit Stiefeln auf Bällen zu erscheinen, jcdoch cS fand Anklang und ist jctzt allgcmcin Sitte. Scitdcin abcr, vor ctwa 15 Jahren, das lackirtc Lcdcr in Gebrauch gekommen, gcltcn Halbsticfcln in Glacce für die cchtcn salonfähigen. Dic Frauen sind indessen mit ihren Füßchcn clicnfalls in Sticfelchcn geschlüpft. Es blieben zwar dic Schuhe mit Kreuzbändern auch noch im Gange und galtcn, als in dcn vierziger Iahrcn dic Stiefeletten vorherrschend wurden, dann noch immer für allein ballmäßig. Jctzt abcr sind sie anch dicscS Vorzngs beraubt, indcm wcißc AtlaSsticfclchcn selbst dcn Takt dcs WalzcrS uud dcr Polka innezuhalten vcrstchcu. Aus jüngster Zeit datirt das Schnüren dcr Stlcfclcttcn anf dcm Vordcrblalt statt an drr Scitc, sowic dic Modc dcr bnntcu (rothen, blauen) Schnürsenkel" auf schwarzen Stiefeletten. Ganz buntfarbige Sticfclchcn (blaue, grünc) sind schon wieder schr außcr Gebrauch, mit Ausnahme dcr graucu nnd braunen höchstens, die man wohl noch im Sommer trägt. Auch dic Absätze an dcn weiblichen Slicfclchcn sind cine neue Erfindung. Rofettcn auf dcnsclbcn scheinen sich nur bci gcwisscu Damcn cingcbnrgcit zu haben. Dcr Frack, die Gallatracht des ncucn Kaiscr-thums und die Uniform scincr Soldaten, blicb nuch bis in nnscre Zcit daö Klcid dcr Festlichkeit. Aall nnd Kondolenz, Hochzcit und Taufe erfordern dcn Frack. Am Hofe ist cs unmöglich ohnc Frack zu crschciucn, cs sci dcnn in Uniform. Eincn klcincn Stoß hat ihm dcr fcit 1864 in Prcnßcn cingcfühttc Waffcnrock gc-gcbcn; dicS ist vielleicht dcr Anfang zum Endc dcs Fracks. Nun ist wenigstens dort, und seitdem auch in vielen anderen Staaten dic Uniform lein Frack >mhr, sondern ciu Rock, und so erscheint letzterer auch l'tl Hofc. Dcr Frack ist nicht mchr Allcinhcrrschcr. ^" dcn crstcn Jahrzehnten war cr übcrhnupt »och lie« licbter als dcr Rock; auch noch in dcn drcißigcr Ia^ rcn sah man ihn oft; feit dicscr Zcit abcr nahm der Rock mchr nud mchr das Fcld für sich in Anspruch 83 handle man anders. Aber abgesehen von der Person dcs Langicwicz glanbc er, daß in Betreff aller Inter-nirtcn etwas geschehen müsse. Wo die Ursache aufhört, höre c.nch die Wirkung ans, und mit dem Ende der Insurrektion sollte auch die Intcrmruug der auf österreichisches Gebiet übcrtrctcncn Insurgenten aufhören. Die finanzielle Seite dcr Frage beleuchtend, bemerkt Redner, daß für da« Jahr 1865 300.000 fl. für die Intcrnirtcn präliminirt seien und schon diese Ausgabe das Hans zu dein Wnnsche berechtige, daß die Intcrnirtcn" in Freiheit gesetzt werden. Aber die Maßregel verletze auch das Gesetz zum Schutze der pcrsöulichcu Frcihcit. Die Maßregel hätte gar nicht vctMi wct-dl-,-, fotttti, wurde fic aber vcchigt, so hade gewiß ihre Nothwendigkeit schon aufgeholt, nnd die Inicrnirung habe deßhalb schleunigst nnfzuhörcn. Daß, die Regierung die Polen nicht auslieferte, dafür werde die Welt ihr dankbar sein, aber es gebe ihr noch nicht das Rccht, sie zn inttrnircn. Schließlich beantragt^ Redner, es möge dem Antrage des Ausschusses der Zusatz beigefügt werden, „sowie die Aufhebung der Maßregel der Intcrniruug der Polen überhaupt," Präsident erklärt, den Alttrag Mühlfcld als selbstständigcn behandeln zn müssen, da derselbe zu dem in Verhandlung stehenden Gegenstände in tcincr Beziehung stehe. Der Antrag Mühlfcld wird unterstützt. Abg. Rcchbancr, welcher die Petition überreichte, nennt die Intcrnirung Langicwicz' eine fta» grantc Rechtsverletzung nnd sucht dic Iutcrniruug als eine Verhaftung darzustellen. Die Regierung sei gar nicht in der Lage gewesen, ihn auszuliefern, da er der Konvention zufolge als preußischer Unterthan, nur an Preußen halle ausgeliefert werden können. Prcußcu habe abcr seine Auslieferung nicht nur nicht verlangt, sondern vielmehr, als die Schweiz ihm daö Bürger-recht verlieh, ans dem prcnßischcn StaatSucrbauoc cut» lassen. Er befürwortet den Ansschußautrag. Dr. Mühlscld zieht im Vertrauen anf die Erklärung dcs Ministers seinen Antrag zurück. Abg. Schindler glanbt, die Auslieferung an die Schweiz töuntc dann nicht geschehen, wcun ttan» gicwicz wegen cincr strafbaren Handlung verurthcilt zurückgehalten würde, da er abcr nach keinem österreichischen Gesetze, ja gcgcn dasselbe hicr zurückgehalten werde, finde er nichts, was der Auslieferung im Wege stehe. Der Miuistcr habe von internationalen Verpflichtungen gesprochen, er frage, ob dicsc bcstimmt formulirt sind oder bloß durch Analogien abgeleitet werden. Polizcimiuistcr Mecs^ry erklärt, es beständen feine speziellen Verpflichtungen, cr habe nur die allgemein intcnialimialc Beziehung c,emcint. Nach dein Schlußwort dcö Berichterstatters wird der Autrag dcö Ausschusses mit großer Majorität angenommen. Abg. Vrolich rcfcrirt Namens dcs Petitions« Ausschusses über ciuc Reihe von Gesuchen der Lehrer an den Obcrrcalschulen um Gleichstellung ihrer Vc-zügc mit dcncu der Lehrer an Obcrgymnasicn. Der Ausschuß beantragt, die Petition dem Finanzausschuß zur Berücksichtigung abzutreten (angenommen). Die Fiumancr Küstcngcmeinocn bitten mn Rückucrsctzung der Zollliuie an die von 1854 bestandene Zollgrenze. (Wird dem HaudclSministcrimn abgetreten.) Der Salzburgcr ^andcsauSschuß bittet um Zu« rückstclluna. des intamerirten Landesuermögens, für welches cs eine jährliche Dotation von 70.000 ft. be» zieht. Der Ausschuß beantragt, die Petition dem Finanzministerium zur Berücksichtigung abzutreten. Abg. Gschnitzcr befürwortet die Petition, da der Lanocsausschuß nur das verlange, was ihm gehöre; woranf der Ansschußantrag angenommen wird. ! Der folgende Bericht betrifft die Pclition der ! Präger Sch/i/'tcr um BciÄch'ichtigung del den ärari-z scheu Lieferungen. Diese Petition war bereits einmal ^Gegenstand einer Interpellation von Scitc des Abg. (^upr, welcher auch heute die Petition befürwortet und dabei die Schuster gcgcn die großen Lieferanten in Schutz nimmt. Abg. Skcne vertritt die großen Lieferanten und zeigt, daß die tlcincn schlechte Waare liefer». Ihm antwortet Abg. ()upr, indem cr dieß den großen zur Last legt. Der Antrag dcö Ausschusses, die Petition dem Minister zur Berücksichtigung abzutreten, wird angenommen. Es folgen noch Berichte über ganz unwc< scnlliche Petitionen, welche den betreffenden Ressort» Ministerien abgetreten wcrocii. Nächste Sitznng Freitag. Oesterreich. VZien. Szcmcrc, der begnadigte Exministcr von Ungarn, ist am 23. d. in Vcglcilung seiner Frau und eines Pcstcr Arztes von Paris hier angekommen nnd im Hotel „zum goldenen ^amln" iu der Lcopoldstadt abgestiegen. Trieft, 25. Jänner. Gestern Abends hat sich das von uns bereits erwähnte Comite mit der Vcr-fasfung dcs Adreßculwulfcs beschäftigt uud dcnfclbcn cndgillig angenommen. Wir erfahren, daß darin die Anmaßung eines sogenannten geheimen Eomilc's, im Namcn der Stadt Trieft, und ganz im Gegensatze mit den stets bewährten Gefühlen ihrer Bevölkerung für das taiscrl. Herrscherhaus aufzutreten, auf das Bestimmteste ocöavonirt wird. Der betreffende An« tragstcllcr soll hierbei mit gerechter Eulrüstung auf ciuigc allbctaunte, in Italien ansäßige Personen hin-gcwicfcn haben, welche ihren Dank für die hicr genossene Gastfreundschaft uud das Brod, das ihnen Trieft in anderen Zeiten reichte, nunmehr dadurch ab-lMlten, daß sic chrcr selbstsüchtigen, revolutionären Zwecke willen die hiesige Bevölkerung zu lompro. mittlren suchen. (Tr. Z.) "l5ck Mtslano. Turin, 2Z. Jänner. In der heutigen Kammer« sitznng fand die Debatte übcr dic Scplcmbcrcreiguissc Statt. Nicasoli spricht zn Gunsten der Eintracht und sagt, das Urtheil übcr die Scptcmbcrercignissc möge der öffentlichen Mcmnng und der Geschichte überlasse:: werden. Italien wolle leine Streitigkeiten, aber legislative Reformen. Er bringt in diesem Sinne einen Antrag ein. Mordini, Erispi und Brofferio be« kämpfen dcn Antrag Äicafoli's, wclchcr vom Ministerium unterstützt und mit 140 gegen tt? Stimmen angcnomcn lvird. Lokal- und ProoinM-Nachrichten. Laibach, 26. Jänner. Die Eilllabllngcn zll i»cm „äMen Mo/z/ag stattfindenden Ball dcs HandlungS > Kraukcnucreins sind bereits ergangen. Nach den Vorvcrcilmia.cn zu urtheilen, dürfte dcr Ball seine Vorgänger an Glanz übertreffen. — Ein zweiter Bericht ans K rainbnrg über dcn am 22 d. M. in dcn dortigen lÄWvm'cÄ-Lota» lilätcn abgehaltenen Ball ist nns zugegangen, wclchcr bestätigt, was nnscr Korrespondent gestern bercil-? init» , icthcilt hat. Wir gcbcn hicr nur folgende charakteristische, das gesellige Leben in Krainbiirg betreffende Stelle: „Unser kleines Städtchen t>tt nach dem Bei-sviclc anderer größerer Städte ein Easino nnd eine Üwvnicil, so daß auch bei uns die Deutschen von den Sloucncn geschieden sind. Doch stört diese Trennung weder das Privat- noch das öffentliche Leben und die wechselseitige Toleranz könnte selbst für größere Städte als Muster dienen." Glückliches Krainburg! — Der Postzug Nr. 5 dcr Südbahn ist am 23. d. M. in Folge Hcrabrutschnng eincS großen StcineS von einem Felsen auf die Schienen zwischen dcr Station Sagor und Sava aus dcm Geleise gerathen, wobei die Zugsmaschinc stark beschädigt wurde. Von dcn Passagieren, sowie vom Personale wnrdc Nie« mand beschädigt. — Ein Fall seltener Fruchtbarkeit ist vor einigen Tagen in der Nähe von Cilli vorgekommen. Die Frau cineö Eisenbahnarbeiters, welche vor zchn Monaten durch Zwillinge beglückt wcndcn war, wuroe nuumchr uo» Drillingen glücklich cntbundcn; also binnen zchn Monaten fünf Kinder! — Der Grazcr „Telegraph" vom 24. d> M. schreibt: Gestern Abends kam ans Obcrstcicr mit dcm Postznge ein in dcr mexikanischen Militürnniform gekleideter Mann hicr an, dcr während der Fahrt Spuren dcr Gcislcszcrrüttung erkennen ließ. Wie man sich erzählte, wandcltc heute Nachts cm närrischer Mexikaner in der Stadt umher, besuchte Gast- und Kaffeehäuser, wo er sich aber nirgends lange aufhielt. Neueste Nachrichten nnd Telegramme. München, 24. Jänner. Dic heutige „Baier. Ztg " erörtert, daß ein zilständigcS Tribunal für die Entscheidung dcs Erbfolgcstrcitcs in dcn ^rr^glhü-mcrn nicht vorhanden sei' auch die Bundesuersamm. man konnte schon in ihm znm Abcndmal gehen n. s w. Seit dcn vierziger Jahren ist dcr Frack nur noch das Festkleid; außerdem will fast Niemand mehr von ihm wissen; aber hicr wagt auch Keiner scinc Nothwendigkeit zu bcstrcitcn. Als Ucbcrklcid ist dcr Mantel seit 1840 fo ziemlich ganz verschwunden nnd dafür dcr Paletot nebst verschiedenen ephemeren Mäntcl-modcn (Spanier, Alinaviva, Havelock n. s. w.) auf. gekommen. Weste und Pantnlon sind geblieben, was sie waren, habcn abcr natürlich, ebenso wie Rock nnd Frack, im Schnitt Wandelungen dnrchgcmacht. Nicht minder häufig hat sich Schnitt nnd Art dcr Fraucuklcidcr geändert. Wir wollen hicr nnr darauf Rücksicht nehmen, daß cinc Hauptcpochc dcr mit dcm neuen Jahre 1856 von Paris ausgehende Mo-debcfehl, eine Krinolinc (Roßhaarrock) zn tragen, bewirkte. Aus der Krinolinc wurde bald ein Fischbcin-Ncifrock nnd dann, da dicscs Material schnell vcr-thcucrt wurde, ciu Stahlfeder - Rcifrock, dein aber ungebührlicher Weise noch immcr dcr Name Krino« line (Haarruck) zucrlhcilt ist. Die Weite dieser Röcke beträgt jetzt « Ellcn und darüber, also auch dic Wcite dcr «leider. Wir gcstchcu offcu, daß uns die Mode cincr mäßigen Krinoline ganz wohl gefällt. Alle die Slimmcu, welche gcgcn sic in meist höchst leidcnschaft. lichcr Wcisc lcml wcrdcn, sind wohl auch nur durch ein freilich oft genug sichtbares Uebermaß hcN'orgc-rnfcn. Abcr man sollte hicr dcn allen Spruch gelten lasscu: adu8N8 nmi toilit n^uin. Dcr Kampf für lüid gcgen die Krinolinc spielt bekanntlich noch immcr nud l'lmc Entscheidung- Im Inli 1803 wolllc dcr Pöbcl in Warschan dcn Rcifrock mit Gcwalt bcsci. llgcu, duch die Polizei schützte ihn. In Morschach (Cautm, Schwyz) ist 18L4 sogar bei < Fr. Strafe verboten worden, mit dcmsclbcn in dcr Kirche zu er« scheinen, — wird auch nichts helfen. Wichtiger dagegen taun es werden, das; cr von dcr großen Oper in Paris auf's entschiedenste verbannt ist und die vornehmen Damen dcö Faubourg St. Germain, nm dcr äemi-monäc Opposition zumachen, ihn ebenfalls ablegen wollen. Die Ucbcrhängc sind im Sommer Mantillcn nnd die sogenannten „Bcdumcn." Dcr Wintermantel hat den Kragen verloren: es herrscht dcr „Radmantrl" mit großen, wcitcn, ticf an bcidcn Seiten hängenden Acrmcln, oder auch dcr dein männlichen nachgeahmte, in der Taille einschneidende und also die etwaigen Vorzüge dcr Gestalt nicht so schonungslos wie dcr Mautcl verhüllende Paletot. Der Stoff dieser Winter-übcrwürfe war früher Tuch oder Seide, auch wohl Sammet, seit 1855 aber fast durchgängig dickes Dopfteltnch odcr Buckskin, wie cs damals von Cna, land ans bekannt wurde. Seitdem haben die Mäntel kein Futter mchr. Als Unterkleider wurden im Sommer wie im Winter wcißc Cotillons getragen, mit gewöhnlich durchbrochen gestickter Kante. Im Gefolge dcr Kri> nolinc kam aber anch hicr cinc andere Mode zur Gclluug. Ehe nämlich dcr Rcifrock wieder herrschte, war cs „ländlich sittlich", daß man in Staub uud Regen daö Obcrklcid, wie die weißen Untcrtlcidcr hochaufgcschürzt hiclt. Dic Kriuoliuc abcr, aus diese Wcisc in die Höhe gehoben, würdc nur cinc höchst unförmige, unschöne Gestalt bilden, man muß sic häugcu lassen, wie sie ist uud so trägt man denn jctzt, aus Gründen dcr Zweckmäßigkeit und Spar^ samtcit — um dcn Waschfrauen nicht zu viel zu verdienen zu gcbcn — nllgcmcin dic sogenannten „Vit-loriaröckc" statt dcr weißen Eolillons und nimmt auf schmntzigcn Wcgcn nur das Obcrklcid anf. Schließlich noch tin paar Worte übcr dcn Schmuck. Die Männer tragen hcntc anßcr etwa dcn Knöpfchcn des Vorhemdes und dcr Manchcttcn, cincr Uhr mit Kette und einem oder mehreren Fingerringen lein Gold. Gufcnnadcln waren nur bis in die vierziger Jahre gebräuchlich. Die Handschuhe von feinem Zic-gcnlcdcr gehören znm vollständigen Anzug. Sie wer-dcn in allcn Farben getragen, zur feinen Toilette, Ball n- f. w. müssen sie weiß sein, was von Weste und Halsbinde nicht mchr gilt. Auch die Frauen schmücken sich müßig. Dic Ohrgehänge wurden all« mühlig immcr kleiner — die sogenannten Boutons — jetzt sieht man sie nicht mchr allzuoft. Es wird von dcn Müttern durchaus nicht mehr für absolut nölhig gchallcn, daß man ihren Mädchen schon im Kindes« alter, „wo cs nicht so schmerzt, Ohrlöchcr sticht." Die Armbänder scheinen mit dein Verschwinden der langen Handschuhe wieder aufgetaucht zu sein, wie sic mil dcm Entstehen derselben verschwunden waren. Schon seit dcr Mitte dcs zweiten Iahrzchcnts sah man welche, allgemein wnrden sie mit dem Beginn dcr dreißiger Jahre und seitdem gchöicn sie fast znm Anzug, ebenso wie Broche nnd Halsband, letzteres mcist aus Pcrlcn odcr sogenanntem „^avaslcin." Diademe odcr Pcrlcnschüürc in dcn Haaren wcrdcn nur von den Reichsten und Vornehmsten bci großen Festen l gctragen, viel häufiger dagegen goldcnc Haarnadeln. Dcr Fächcr crhiclt sich in dcn bcidcn eisten Jahr« zchcntcn, vcrfchwand dann und tauchte erst nm die Mitle deS Jahrhunderts wicocr auf; er bchanplcl sich scildcm. Inzwischeu trugen die Damen dcn Sonnenschirm, dcr allmählich immcr zierlicher n»d kleiner und in dcn vicrzigcr Jahren durch ein Gelenk am Stiel znm..Knicker" wurde. Verdrängt hat lchtcrcn jedoch schon wicdcr dcr „Entoutcas", so genannt, wcil er wcgcn scincs Umfanges im Nothfall nicht nur als Parasol, sondern auch als Parapluic benutzt wcr« dcn taun. 84 lung sci hiczu nicht berufcu, aber es sei zweifellos ein Recht dcs Bundes, die Anerkennung verschiedener Prätendenten cmszusprcchcn. Keineswegs habe sich der Bund nur mit der Frage der Anerkennung, nicht aber mit dcr Erbfolge zu beschäftigen. Letztere sei vielmehr die einzig zulässige Grundlage für den AuSspruch der Anerkennung. Es könne nicht zugegeben werden, daß die Bundesversammlung noch nicht in dcr Lage sei, ein gründliches Urtheil in der Sache zu fällen. Leich« ter war zu behaupten, daß die Bundesversammlung, indem sie die Erledigung dcr eben so dringlichen als wichtigen Angelegenheit noch immer ausgesetzt läßt, allmälig anfängt, sich im Vcrzugsfalle zu befinden. Berlin, 24. Jänner. Das Abgeordnetenhaus verwarf die Adresse Ncichensperger's mit 275 gegen 24 Stimmen, ebenso jene Wagcncr's. Das Herren« haus nahm die Adresse mit 84 gegen 67 Stimmen an. Im Abgcordnctcnhausc sprach Eulenburg, im Herrcnhausc Bismarck. Beide erklärten das Auf» geben dcr Hceresorganisation für unmöglich. Paris, 24. Jänner. In Rochcfort wurde dcr Candidat dcr Opposition Äcthmand mit 13.000 gegen 9000 Stimmen zum Dcputirten gewählt. Markt- nni Geschäftsberichte. Laibach, 25. Jänner. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 7 Wagen mit Heu und Stroh, 52 Wagen und 3 Schiffe mit Holz, 22 Metzen Erdäpfel. (Wochenmarkt - Preise.) Weizen pr. Metzen fl. —.- (Magazins«Preis fl. 3.72); Korn fl. —.— (Mgz.Pr.fi. 2.01); Gerste fi.—.—(Mgz. Pr. fl.2.47); Hafer fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 1.85); Halbfrucht fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.97); Heiden fl. —.— (Mgz. Pr. fl. 2.90); Hirse fl. —.— (Mgz. Pr. fi. 2.95); Kukurutz fl. —.— (Mgz. Pr. fi. 3.07); Erdäpfel fi. 1.70 (Mgz. Pr. fi. —.-); Linsen N. 4.- (Mgz. Pr. fi. —.—); Erbsen fl. 4.— (Mgz. Pr. fl. —.—); Fisolen fl. 4.20 (Mgz. Pr. fl. —.—); Rindsschmalz pr. Pfund kr. 55, Schweineschmalz kr. 40; Speck, frisch kr. 27, detto geräuchert kr. 40; Butter kr. 50; Eier pr. Stück kr. 2; Milch (ordinär) pr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 19—21, Kalbfleisch kr. 22, Schweinefleisch kr. 21, Schöpsenfleisch kr. —; Hahndcl pr. Stück kr. 30, Tauben kr. 13; Heu pr. Ztr. fl. 1.10, Stroh kr. 75; Holz, hartes 30", pr. Klafter fl. 9.50, detto weiches fi. 7.50; Wein (Mgz. Pr.) rother pr. Eimer von 11 bis 15 fi., weißer von 12 bis 16 fl. (Mit Einrechnung der VerzehrungSstcuer.) Steustadtl, 23. Jänner. (Wochenmarkt < Prei se.) Weizen pr. Mtzen fi. 3.90; Korn fi. 2.50; Gerste fl. —.—; Hafer fi. 1.30; Halbfrucht fl. 3.— ; Heiden fi. 2.40; Hirse fl.—.—; Kukurutz fl. 2.50; Erdäpfel fl. 1.70; Linsen fi. 4.80; Erbsen st. 4.1«; Fisolen fi. 4.— ; Rindsschmalz pr. Pfund kr. 45; Schweineschmalz kr. 40; Speck, frisch kr. 30; detto geräuchert kr. 35; Butter ki'. 45; Eier pr. Stück kr. 1^; Milch pr. Maß kr. 10; Rindfleisch pr. Pfund kr. 19; Kalbfleisch kr. 26; Schweinefleisch kr. 20; Schöpsenfleisch kr. —; Hähu. del pr. Stück kr. 20; Tauben kr. —; Heu pr. Ztr. fi. 2.— , Stroh fl. 1.— ; Holz hartes, pr. Klafter si. 6.20, detto weiches fi. —.—; Wein, rother, pr. Eimer fl. 5.—, dctto weißer fl. 4.— (neuer). Theater. Heute Donnerstag: Fünfte Gastdarstcllung des Frl. Alexandrine Calliano und viertes Debüt des Frl. Marie Schröder: F r a u e n k a m p f, Lustspiel in 3 Akten, nach dem. Französischen des E. Scribc, von OlfcrS. Mit Schluß dcs abgelaufenen Jahres 1804 entledigt sich die Direktion dcr Klcinkindcrbcwahr-An-stall ihrer Pflicht, dic Nachwcisung übcr die Verwendung dcr ihr im vcrflossmcn Jahre zugekommenen milden Beiträge zu veröffentlichen, und den vielen Gönnern und Wohlthätern anmit den innigsten Dank im Namen des Vereines mit der Bitte darzubringen, auch fernerhin dieser Anstalt eingedenk zu bleiben, die durch edle Mcuscheufrcunde gegründet und erhalten, von dem nie ermüdenden Wohlthätigkcitssinnc der Bewohner ^aibach's das ehrendste Zeugniß gibt. Der uicljährigc Bestand dicscr Anstalt bcurkun" dct jedoch auch das richtige Verständniß dcr Zeitver-hältnissc, daß nämlich fnr die Besserung dcr Znstäude der ärmeren Volksllasscn, und namentlich deren nicht immer genügend beaufsichtigten Kinder nnr dann geholfen zu werden vermag, wenn schon so friih als möglich dafür gesorgt wird, sie zur Gottes' furcht, Ordnung und Folgsamkeit anzuleiten, und sie durch den Aufenthalt in dcr Anstalt in allen ihncu angemessenen und abwechselnden Beschäftigungen dcS Tages sorgsam zu übcrwachcu. In dicscr Art uud Weise wirken seit Jahren derlei Institute in allen gebildeten Staatcn, dic Vor-urtheile, wic gcgcn allcö ncuc, sind auch da geschwun-den, die Nothwendigkeit dcr Kleinkinderschulen hat sich allerorts als nützlich und entsprechend bcwicscn, und somit darf man wohl mit Zuversicht hoffen, daß unsere Kindcrbcwahr-Anstalt auch fortan jene Theil-nahmc dcr wohlthätigen Bewohner Vaibach's genießen werde, um in dcr Stufenfolge dcr ^okal-Hnmanitiits-Anstalten die Sorge für dic kleinen Kinder dcr Armen nicht vermissen zu lassen. Nahezu au 120 Kinder aus allcu Stadtthcilcn, so viel nämlich, als die Räumlichkeiten es gestatten, erfreuen sich dicscr Wohlthaten, dic wic üblich cmi verflossenen h. Christfeste noch dadurch erhöht wurden, daß die Kinder durch die Sorgfalt dcs Fraurn-Comit^ mit reichlich ciugclaufcncn Vcllcidungögcgcnständcn ucr-schicdcnstcr Art bctheilt zu wcrdcu ucrmochtcn, wcßhalb auch allcu Icncu, dic durch ihrc besonderen Svcudcn diese Vcrthcilung crmüglichtcu, schließlich die verdiente Danksagung ausgesprochen wird. ^aibach am 2. Jänner 1805. Anton Zamassa. Verantwortlicher Redakteur: Ignaz v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Ignaz v. Kleinmayr st Fedor Vamberss in Laibach. Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurse an dcr k. k. öffentlichen Börse in Wien. D,n 25. Jänner. 5'/« Mctasliques 72..N 1860-er Nnlcih, 95 95 5"/« Nat.-Änleh. 30,30 Silber . . . 114.^5 Vankaltie» . 60o. London . . 114 <,i») .ssredltaktien . 1V9.10 K. l. Dulattn 5,43»/,« tc»tto)iehung vom 25. Jänner. Trieft: 77 .5V 5« 5.5 4« fremden-Hn^eige vom ii4. Jänner. Stadt Wien. Die Herren: Hamwai, RegimenlSarzt. a«S Ungarn. — Weber. Kaufmann; Henl'eld. Agent, und Prinz von Wien — Fisiler. Tischler, vun Warasdin. — Mayerle , Handels,»»»», vun Gottschee. Elephant. Die Herren: Graf Gramer von Vcrliü.--Nechuta, Fabrilant; Hartl und Curhe, Kauilcilte, und Steiner, Hanbluligsreisender, von Wien. -Maylänber von Fiume. — Braune, Handeln mann, von Gottschee. (115-3) Nr. 140. Dritte exekutive Feilbietung. Vc>n dem k. k. Vezirlsmnte Planinci. alö Gericht, wird im N^chlicmge zu den Edikten vom 8. 'Ailgüll 1864. Z. 3741. uud 2. Drzeml'sr 1804. Z. 5534. i» ?sr Elellllimisfülmmg des MalldäuS Skcil von Nmlel. grge» Gregor Mlle von Marlinbrib petn. 301 fi. c. 5. c. bekannt gemacht, daß mich zur zwrilen NralfeilbilllmMagsahllüg am 10. Iän< lier d. I. Niemand erschlrn. und daß cS demnach bei der auf den 7. Februar b. I. auberallMtenlet)tc,lIellble»ung«l«g^hM zu vrrlilsidsil bat. K. k, Bezirksamt Planiua, als Ge-richl, am 14. Jänner 1865. Rechnnnas Abschluß über dic Empfänge und Auslagen zur Erhaltung der hierortigcn Kleintindcrbcwahr - Anstalt fiir die Zeit von, 1. Jänner bis Ende Dezember 1804. ^ Vcldlictrag .ß. GmpfaNg östcrr.Wahr. ^ fl. ' kr. 1 Verbliebener Kassarest am 31. Dezember 1863 . . 68' 68', Neue Zuflüsse im Jahre «5ft4: 2 An snbskribirtcn Beiträgen und Geschenken: l>) Vom ?. I. hochw. Domkapitel und dcr Stadtgeistlichkcit 38 20 l») von p. 1'. Wohlthätern dcö Adels, dcs Beamten- und ^ Mrgcrstandcs . . . . . .69! — c) „ dcn ?. '5. Frauen dieser Hauptstadt . . . 465' — <1) „ eincm Kindcrfreundc..... 100 — e) „ r. I. Herren Rudolf und Otto Freih. v. Apfaltrern 10! 50 ^ „ Herrn Gustav Tonics, Bauunternehmer, hier . 10! — 3> „ „ Ferdinand Schmidt, durch dcn löbl. Stadt« Magistrat ...... 10> — 702, 70 3 An andcrscitigen Einkommen: ») an Zinsen von Aktiv-Kapitalien 219 fi. 85'/, kr. und Münzverwcchslungsgcwinn 3 si. 3 kr. . . . 222 88'/, li) Micthzinöcrtraa, dcs eigenthümlichen Hauses dcr Anstalt 262 50 485 38'/, Tulnma der Empfänge . 1256 77 H'.cvon abgezogen dic jenseitige Summe dcr Ausgaben mit 1148^ 42 V erbs.cibt mit 31. Dezember 1864 ein baarcr Kassarest ftr. 108, 35 Sage: Einhundert Acht Gnlden 35 kr. öst. W. ^ -_: Geldbetrag Z Ausgab« ,ftrr!«.hr, ^ I ......,, , _______________fl. > kl. 1 Auf Besoldung des Lehrers..... 300' — 2 „ Löhnung der Wärterin nnd Magd . . . 176 40 3 „ Remunerationen derselben..... 48 30 4 „ Verkostung von durchschnittlich 60 armcn Kindern durch die Wintcrmonatc übcr Mittag . . 211 1 5 „ Brcnnholzbcdarf....... 78 — 6 „ Hauörcparaturcn, Assekuranz, Militär-Einquartierung uud Nauchfaugtchrcr - Bestallung . . . 152 2 7 „ Steuern und Gebühren..... 110 80 8 „ verschiedene kleine Bedürfnisse und Auslagen . . 71 «9 Summa dcr Ausgaben . ^45^ 4" Laiback) am 2. Jänner 1865. Franz Hrovath, Direltor. Anton S'amassa ^ Kassier und Rechnungafilhrer. _____________________________________________________________________^ Hiezu eiu halber Bogeu Amts- und Intelligellzblatt.