''S. ^ ^ «Mheit, »«hlkm», ?»»,»! str A»e. «r 14» Aesitag, RS. Dezember tS«V. VI. Jahrga«s Die ^Narburger Zeituiift" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Areitnft. Preise für Marburg: ganzjährig 6 fl., halbjährig S fl.. vierteljährig 1 st. 50 kr'. fttr AMellvng in» Haus monatlich 10 tr. — mit Postversendung: ganzjährig 6 st., halbjährig 4 st., vierteljährig S fl. Dte ein Mal gespaltene Sarmondzeile wird bei einmaliger Emschaltung mit 1l), bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 tr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung 80 tr. Jnseraten-Stempel^ebühr kommen. Zur Geschichte i^es Tages. Zu der Kontordatssraqe hat der Kaiser einen Brief an de» Papst geschrieben nngefähr drs Anhaltet, daß seit 18üv. wo der Kaiser den Wünschen der Kirche in Bezug ans die bürgerliche Gesftzgr-bung willfahrte, eine große Veränderung eingetreten und der Kaiser nicht Mehr wie ftüher, als unbeschränkter Herrscher auch Herr der bürgerlichen Gesetzgebung ist, lvelche stets, entsprechend den geitforderungen, eine ver-ünderltche war. Der Kaiser habe heute nur u» gtnehmigen. was die andern gesetzlichen Mitwirkrr im Namen des Mrtschrittes an Abände-ruugeu in der bürgerlichen Gesetzgebung fordern, und er werde als ver« faffutiasmüßiger gürst diesen Korderungen seine gustimmung ertheilen, wenngleich darüber lvachend, daß sie sich in ihren berechtijtten Grenzen halten und nicht aus das Gebiet rein kirchlicher Fragen übergreifen. Der Versuch der suddeutschen Staaten, sich über ge« »einsame Heeresversassuna. gleichartige Bewaffnung und gleichartige Nafftuübung zu verstäudigeu, ist nicht gelungen und zwar durch die Schuld der badischen Regierung, die mit grober Geschicklichkeit die Ge» tchüfte des Grafen Bismarck betrieb.u und von vornherein jede Berstän. diguug unmöglich gemacht, wenn Würtembkrg und Vaiern das preußisch? System nicht in Pansch und Bogen annehmen wollten. Sie hat nämlich trotz der Stuttgarter Uebereiukunst, welche alle Tbeilnehmer zu einem gemeinsamen Lorgehen nach einem gemeinsam verabredeten Plan ver Mchtete. ohne die verabredete Münchener Konferenz abzuwarten, einseitig die preußistben Einrichtuuge« angenommen. Baden wollte von seinen uene» Tinrichtuugen nicht abgehe«, die beide» Königreiche wollten uud tonnten dieselbm^ Vicht sofort annehmen ; damit war die Müncheuer Ko»fere»z von vornherein auf Nebensüchliches angeiviesen. Ueber die deutsche Frage, die jetzt im gesetzgebenden Körper vethaudelt wird, schreibt die „Liberte": ,Man versichert, daß der Staats-Minister deu früheren, der deutschen Einheit sympathischen Erklärungen so wenig Rechnung tragen wird, als er die srüherm. der italienischen Einheit sympathischen Erklärungen berückl'lchtigte. Der Staats - Minister wird die genaue Eiuhaltuua des Prager Friedensvertrages so bestimmt fttdem, wie er die genaue Einhaltung des Septembir Vertrages verlangt Ein Ueiseakentmer am Nicaragua-See. Bon A. W»tsert. (Fortsetz»ng.) Es gelang mir ziemlich leicht, de« beleidigten Pedro zu beruhigen, denn, wen« a«ch sehr reizbar, war er doch im Grnnde eine sehr gut-müthige Haut, die leicht Kränkungen verzieh und vergaß, lvknn man ge« legentlich wieder ein freundliches Entgegenkommen zeigte. Auch beeilte der Mechanil!^r sich sofort, dem Beleidigten einige entschuldigende Worte zu sagen, und ein tüchtiger Schluck Aguardiente. den er ihm aus einer am Sattel l^er Pferde hängenden Flasche verabreichte, spülte vollends den Groll hinweg. Räch diesem ein wenig unetquicklichen Znterm^o machten wir uns a» die Verathnug über eine» Feldzugspla». Die Debatte war »ur vo» t»rzer Da»er. da meine Freuude erklärten, sie würde« «»t Vergnüge« de» Rathschlägen solgen. welche ich in Bezug auf die zuuächst einzu« schlagende Nonte zn geben hätte. So »vard denn sefttles'tzt. daß wir bis zn« Abend das Ufer durchstreifen und in einige S«dlucht,n dinabsteige« sollten, um dann ß«i eintretender Dunkeld'it Quartier in einer Hazienda^) zu «achen. deren Besitzer mich Tags zuvor mit groser Gastfreiheit de» wirthet hatten. Eine Halde Stnnde war kaum verfloffen. als unsere Koloune sich in Marsch setzte. Borau giug Pedro, der ganz heiter das Natio>all,ed psiff. dann folgte» die dnde» Va»tees «»d ich, einzel» hinter einander fort-reitend, »nd de« Beschl»ß «achte» die drei Z«dla«er. weiche «nsere Ledens mittel »»d ei»ige Kleid»»gsst«cke tr«ge«. Der a«f»'«gs zieml^ ebe«« Veg w«rde bald fcho« schwieriger zu Passiren. u»d e»dlich mvßte» wir «»s mehr dt« freie» Abhänge ei»es ^ Z«l^ifcher >»«. hat. Dem Preußen, welches den Main überschreitet, wird Rouber ganz so »vie dem Italien, das über die tiber geben will, ein Niemals! entgegtnrufeu." Außer dieser Mittheilu^ veröffentlicht die Liberte ein offenes Sendschreiben Girardin's an Bismarck, in welchem er diesem Staatsmann unter vielen Höftichkeiten nahesührt. daß sein Werk der deutschen Einiguna nur dann von Dauer sein würde, wenn Dentschland sich freiwillig entschlöffe. Frankreich seine natürlichen Grenzen, also das linke Rhein User, iviederzugeben. Sonst würde, meint G>ra»din. über l^rz oder lang auch in Frankreich der Bismarck erstehen, ivelcher diese berechtigte Forderung auf seine Fahne schriebe und dann die ganze Nation mit sich sorttiffe. Volttifche vereine. Marburg, 12. Dezember. Es kennzeichnet unsere politischen Zustände, daß nicht e i n Grund» recht bislier in seinem ganzen Umfange zur GUtung gelangt. So ist a ich das neue Bereinsgesetz nur ein halbes Recht: die Anz ige bei der Behörde — die Borlat,e der Satzungen — die Möglichkeit des Verbotes aus Gründen, die nicht etwa gesetz- und rechtswidrig, sondern blos „staats-z^efährlich". also vom Ermeffen der Staatsbeamten abhängen — die be« sondere Ueberlvachung durch diese Beamten liesern den Beweis, d ß tvir noch aus der Wanderung aus dem Polizristatte nach dem R'chtsstaate begriffen sind und die alten Vormünder uns auf dem Zuge noch beschützen. Und trotz Alledem l Hier wie überall ist's der Geist, der lebendig macht. Ohne Geist bleibt das beste Gesetz ein todter Buchstabe: leitet uns aber der gute, freie Geist des Volkes, dann gewinnen »vir den festen Pnnkt. von welchem aus wir im Stande find, eine verrottete Welt aus ihren Angeln zu hebe«. Wenn in allen Städten und Marktstecken wenigstens politische Vereine sich bilden und die Männer zahlreich theilnehmkn, so können wir durch leichtfabliche Vorträge über die Lehre vom Staate und von der Volks-wirthschast die Wiffeuschast in der Maffe veihreitcn — töunen durch die Hügels zuwenden, der zu unserer Rechten ausstieg, um nur vorwärts zu kommen. So schritten und ritten wir langsam vorivürts und gewahrten schon nach Verlauf einer Stunde wieder die von den Sonnenstraiile« vergoldete Fläche des Sees, als plötzlich unsere Avantgarde, der lustige Pedro. Halt machte und uns hastig zuwinkte, ein Gleiches zn thun. Wir hielten unverzüglich unsere Pferde ai,. und rasch sprang ich von dem meinigen herunter, »m Pedro entgegen zu eilen und «hn nach der Ursache seiner ängstlichen Bewegungen zu befra gen. Aber schon im nach« sten Augenblick schoß er wie der Blitz aus uns zu und berichtete mit athemloser Hast, er habe einen Trupp Bewaffneter am Rande der vor uns liegenden, zum See hinabführenden Schlucht bemerkt. „Es sind gewiß Leute von der Bande des Somoza!" rief er aus. „ivenigstens stnd's keine Soldaten der Re,;itrnng. das habe ich an der Kleidung der Kerle gleich erkunnt'^ P'dro's Bermuthung schien mir nicht so ganz aller Begründung zu entbehren, den« medrfllch hatte ich »a Granada g dört. daß einzelne Flucht-linge des Insurgeuienliaufeas bis hierher gekommen waren, nnd daß sie seither allen Nochstellunt,en Seitens der wachsamen Behörden sich zu ent« ziehen qeivußt hatten. Was war zu thnn? Unsere Berathung dl'uerte nur wenige Ange». blicke, de»n Pedro machte den Vorschlag, wir möchten lbn auf Kundschaft aussevden. eine Maßregel, die ja am Ende auch durcv die Umstände ge-boten war. wollten wir anders nicht vorziehen, den Rückweg anzntreten. NM hinterher viell ichi zu ersahren. die Kerle s ien keine Bandit.n. sondern ga»z ehrliche Lt»te <»s eine« benachbarten Orte geiveien. Der Mechaniker «aß «einen Diener M't gar erstannten Blicken, als dieser sich einen kurzen Säbel, der sich bei den von den Indianern ge-trag nen Sachen befand, nm de» L.ib sch»ollte. und zwei Pistolen, die ich ihm reichte, in den Gurt steckte, und zwar dies Alles «it der größten Rnhe nnd Gelaff ndeit. „Ich b»» kell» Has.nfuß. Senor.- sagte Pedro lächelnd, als er sah. daß der Pantee ihn so ansmerksam ^trachteie; „Zbr sollt jeben. daß ich «ich zn vertheidigen wifs«» werde, wenn die Banditen mich bemerke», »»d «ir a»f de» Leib rücke» sollte» " Ueberuugung bet Verstandes auch den Willen krästiAen. Die Männer werden sich an das öffentliche Anftretcn aewöhnen — werden sich ermn-thiat sutzlen. in kleineren und arößeren Versammlungen M Recht und Wat»rheit zu sprechen und zu fttiitmen — werden' sich gewöhnen, der höchsten politischen und sittlichen Pflicht gemäß jedes Unrcht. jede Luge zu bekämpfen, stets nach Recht und Wahrheit zu handeln. Die polltischen Bereine soli^r Männer werden in allen Fragen des öffentlichen Lebens ihre Anficht kundgeben — diese Kundgebungen insgesammt werden als die Aenterung des Volkswillens Achtung verdienen, sich Achtung Verschaffen. gweigvereine find nach dem neuen BereinSgesetze nicht gestattet und ist den Vereinen auch nicht erlaubt, „Verbände unter sich zu bilden, oder sonst mit anderen Bereinen, sei es durch schriftlichen Berkehr, sei es durch Abgeordnete in Verbindung zu treten." Dieses Verbot hindert aber gleichwohl nicht, daß der Veschlu». die Erklärung oder das Gesuch elneS Vereins, durch die Presse bekannt geworden, alle übrig,n politischen Vereine zu gleichen Beschlüssen. Erklärungen oder Gesuchen veranlassen Das Bereinsgejetz muß benutzt werden, um das volle Bercintrecht zu erstreben: die einfache Gewährleistung dieses Rechtes in der Verfassung genügt. Eines besonderen Gesetzes bediirfen wir nicht: das Recht soll ja keine Beschränkung erleiden und eine solche nur »vürde nähere, gesktz-liche Bestimmungen erheischen. Den Mißbrauch des Berein^echtcs zu ahnden, ist Sache des Strafgerichtes, »velches nach strengem Richterrecht urtheilt. ' Staotsgefährlich und strafbar ist nur, was dem allgemeinen Gesetze, dem klaren Rechte zuwider: die Anfiösung eine» Vereines darf nur vurch einen richterlichen Spruch erfolgen. Das polizeilich Ermessen verbannen wir aus dem Gebiete des Strafrechtes und seiner Pfltge. Haben wir einr.ial das Recht, politische gweigvereine zu gründen, einen Verband aller Bolksvereine Oesterreichs zu bilven, dann liegt es in unserer Hand, eine Forderung der Partei durch hunderttausende von Männern zu stellen. Unter dem Schutze eines solchen Vereinsrechtes wird das Parleileben in Oesterreich frisch und fröhlich blühen und grilchte bringen. Die wichtigsten Fragen werden aus den Antrajj eines Bereines Vom leitenden Ausschuß des allgemeinen Berbandts den übrigen Bereinen zur Veschlußsassung vorgelegt. Jährlich wird ein Bereinstag abgehalten, welchen die Bereine durch Abgeordnete beschicken: die Beschlüsse haben für Alle verbindliche Kraft. Ein Bereinsblatt wird herausgegeben und von sämmtlichen Vereinen unterstützt. Durch Geldbeiträge wird eine ge meinschaftlichc Kasse gegründet, um sür die Ziele der Partei zu wirken. Volksversammlungen von den Vereinen allerorten zu gleicher Zeit ver anstaltet, verhelfen dem Willen des Volkes zu einem Ausdruck, wie er lauter und geivaltiger nicht möglich ist Was Millionen wünschen, fordern, kann von der Volksvertretung und von der Regierung nicht lange über-hört oder versagt werden — und der Wille des Volkes wird zum Gesetz! Schwere Moth. Der Winter des Zahres 1S67 ist, wie die „Frankfurter Zeitung" schreibt, mit härterem Grimme hereingebrochen, als seit langen Jahren einer von seinen Vo^ängern Ein großes Unglück nach dem anderen erschüttert die Herzen. Orkane verheeren blühende Hsimstätten und bedecken die Küsten mit den Trümmern gescheiterter Schiffe und den Leichen der Ertrunkenen. Der Vesuv droht; Erdbeben bringen Verderben. Handel und Gltverbe liegen darnieder. Der Lohn des Arbeiters sinkt in vielen Disiriktcn lus ein Minimum herab. Die Arbeitslosigkeit und mit ihr die Roth wächst Woche sür Woche. Der Hunger erpreßt in Frankreich, i" England, stettenweise auch in Deutschland der verzweifelnden Menge den Dan» reichte er mir die Hand und im nächsten Augenblick war er in dem dichten Unterholz, der den ivaldigen Uferabhang bedeckte, vir« schwanden. . ^ ^ Nhxr ^ ss fragten wir schon im nächsten Augenblick einander — dürfen wir, während der brave Mensch sich in vielleicht große Gefahr begibt, unthätlg bleiben? Müfsen wir nicht vielmehr darauf bedacht sein, ihm beizuspringen. falls er von den Betvaffnrten angegriffen und Verfolgt ivird? Rasch entschlossen übenzaben wir unsere Pferde der Obhut der 2^-dianer. denen ich die gemessene Weisung ertheilte, auf der Stelle, wo wir uns jetzt btfanden. unsere Rückkehr zu erwarten, und eilten dann, sorg-fältig den Schutz des Gebüsches suchend, den schmalen Pfad hinab, den wir Pedro hatten hinuntergleiten srhen. Als wir einige Minuten nachher in geringer Eutsernung die gedrun-gene Gestalt des kecken Burschen erblickten, wie er bemüht war. die Baum-aste >»d Blätier zu entfernen, die ihm die Aussicht auf die Schlucht be« nahmen, »achte» wir wieder Halt. P,dro arbeitete aus Leibeskräfeen. ohne sich auch nur einen Augen-blick umzusehen. Endlich tvar er fertig, und nun begann er anf allen Vieren bis an de« Rand des Abdan»jes zu schleichen. Wir folgten lar^ fa« »nd vorsichtig, und es gelang uns. unsern wack,rn Kundschafter stets im Auge zu beHalter.. Plötzlich warf er sich platt auf di, Erde nieder. ^ Was war das ? Au unserer Rechten vernahmen wir ein Gerauich. wie wenn Jemand sich Bah» bräche durch Gestrüpp und Zweige. Jeder von u»s spannte de» Hahn seiner Büchse und schaute mit athemloier Spannung nach der Richtung hin, tvc»her drr Lürm zu kommen schien. Als ich a»f einen Augenblick wieder zurückblickte, sah ich Pedro noch i««er a« Bode» liegen. « . Es verginge» »och einige Minuten, da trat aus dem Gebüsch ein M«Nll hervor, der in de« Augenblick, als er unserer ansichtig ward, erschrocken stehen blieb und das Gewehr, das er in der Hand hielt, zu Vöde» falle» ließ. ^D» bist des Todes, wenn Du Dich rührst, oder »m Hülse rnsst!- Ruf nach Vrot, treibt die Unglücklichen über die Schranken der Gesetze hinaus, in welche sie auf der britischen Insel — vielleicht bald auch anderwärts — mit Kugeln und Klingen zurückgejagt iverpen. xUnd im Osten Preußens hat die Massenarmuth auf dem flachen Lande stch so fest eingenistet, daß sogar der Hungertyphus schon stellenweise sein gramdurchfurchtes Todtengesicht zeigt. . ^ ^ ^ Es droht ein Elend, tvie wir es so schrecklich sett zwei Jahrzehnten nicht erlebt haben, und wenn auch die verheerenden Naturereignisse schnell vorübergehen, ivenn auch ihre letzte Spur bald von der Arbeit der menschlichen Hand getilgt werden kann, so ist doch keine Hoffunng vsrhanden. daß die Hauptursache des Rothstaudes in Europa und mit ihr der Nothstand selbst bald schwinde. Als vor zwanzig Jahren ein ähnliches Elend über Europa hereinbrach, tasteten die Versuche zur Ermittlung der Urquelleil des Uebels vielfach in die Irre; aber darin tvar alle Welt einig, daß eine ivestntliche Ursache de» Rothstandes in den uugeheueren SteuersumMen liege, welche die stehenden Heere erfordern, und in der Berivenbung der rüstigsten Arbeitskräfte der Länder zum Waffendienste, statt sür fruchtbringende Arbeiten. Unser ga^er Erdtheil tvar einig in der Klage über die drückende Schwere der Mililärlast. Selbst in Preußen tvar die Unzufriedenheit über den dainals verhältnißmäßig gerinaen Präsenzstand allgemein. Die Bestrebungen des Jahres 1848 hal»en auf keinem Gebiete unfruchtbarere Resultate ergeben, als auf dem militärischen Das deutsche Parlament arbeitete allerdings ein Wehrgesetz ans. daß seine Grundzüge dem preußischen entnahm und in seiner gauzen Ausführung sich den schiveizerifchen Institutionen näherte. Als das Gesetz fertig tvar. hatte aber das Parlament nichts mehr zu sageu Das deutsche Äeerwesen blieb der Abgrund, welcher die beste Steuer- uud Arbeitskraft des Volkes verschlang. Der französische Staatsstreich illustrirte die Versicherung, das Katser-reich sei der Friede, durch Jnaugurirung einer Aera der Unruhe und der Rüstungen; er löste den Sicherhettsriegel von dem Guillotinenbeile, daß fieh laugsam aus den Wohlstand Europas niedersenken und il>m den tödtlichen Schlag versetzen sollte. Preußen erhöhte sofort die Wehrpflicht der Infanterie von zwei auf drei Äahre und vermehrte nach 18ü9 den Präsenzstand seii»er Armee nin mehr als ein Drittel. Oesterreich reorganisirte wiederholt das Heer mit der Haupttenderiz. die Zahl der Kadres zu ver-m»hren. Rußland hat seine Armee auf ganz neuen Grundlagen aufgebaut. Italien hat seii'e Finanzen anf mindesteits ein Jahrhundert hiuaus ruinirt. um ein großes stehendes Heer schaffen und unterhalten zu können. England hat Millionen von Psnnden für Vermehrung der Kriegsflotte. Küstenbefestigungen und Organisirnng der Freiwilligen - Bewegung ausgegeben. Belgien hat in dem allgemeinen Taumel eine Rietensestung gebant und muß nnn den Armeebestand erhöhen, um Mannschaften zur Besetzung der sehr iveit ausgedehnten Wall Liuien zu haben. Seit dem vorjährigen Kriege wird vollends allerorten reorganistrt. Frankreich erhöht die Dienst, zeit und dadurch den Präsenzstand, schafft für den Kriegsfall eine neue Reserve. Die preußische Militär Reorganisation ist über ganz Rord-deutschland ausgebreitet und wird im Süden Deutschlands nachgebildet. (Schlnß folgt.) Vermischte Nachrichten. (Selbstentkuppeluug von Eisenbahu Wagen.) Auf der Central .Eisenbahn von New-Jersey hat eine Probe einer neuen Wagen' Verkuppelung stattgefunden. Die Räder des dritten Wagens, der an beiden Enden vermittelst der neu erfundenen Vorrichtung an die flüsterte ich dem Bestürzten drohend zu. während ich ihm den Laus meiner Flinte auf die Brust sitzte. Er sagte keiu Wort, sondern fiel kraftlos zu Boden, indem er die Hände flehend gegen uns erhob. Der Mensch sah erbärmlich aus. Seine Kleider ivaren zerrissen und »nit Staub und Schmutz bedeckt, sein Haar hing in laugen Büscheln ivirr um Slirn und Schläfe, und sein blasses, abgemagertes Gestcht der-kündete nur zu deutlich, daß ei» heftiges Fieber in ihm tobte. „Wer bist Du. und woher kommst Du?" redete ich ihn an. indem ich neben ihm niederkniete. „Ich bin ein Flüchtling von der Armee Somoza's. dort unten lagern meine Genossen.flüsterte der Elende; „ich verließ sie. um zu den Meinen nach Leon zurückzukehren, »veil ich des Umherirrens müde bin." Seine Brust keuchte schiver und er senkte das Haiipt vor Erschöpfung. „Schont meiner." bat er dann ivieder nach einer Pause „schont meiner, ich habe eine alte Muttrr in Leon, die mich liebt uud die mir verzeihen wird, daß ich sie verließ." Schwere Thränen rollten über seine bleichen Wangen, als er diese Worte sprach. „Sri ruhig, sürchte nichts von uus. loenn Du uns die ganze Wahr-heit berichtest," entgegnete ith. meine Beri'tcherung mit einem Händedruck bekrästigend. Der Flüchtling erhob sich mühsam, und mich ängstlich anblickend, sagte er schnkll: „Zivri Leguas von hier in der Ebene «ach Süden soll eine Hazienda liegen, die wollen meine Genoffen heute Abend plünderu; eilt den Be-VrolitkN zn Hülfe, ivenn Älir könnt." DaS mußte das Gehöft meines freundlichen Wirthes Ramirez sein, der Punkt, d,n ivir noch vor Einbruch der Rächt zu erreichen gedachten. „Wie stark ist die Zahl Deiner Genossen?" fragte ich rasch ausspringend. „Es find ihrer noch zehn, und alle wohl bewaffnet." anderen befestigt war, warben so verdickt, daß ste an einem gegebenen Punkt ein dicht neben den Schi'nrn defeftjqtts Stück Holz treffen mußten; sobald die vorderen Räder des dritten Wagens die betreffkndc Stelle erreicht hatten, wurde der Wagen von den Schienen gepreßt; augenl»licklich löste er sich an beiden Enden von dem Zuge ab, rulschte von den Schienen, wahrend die drei Hinteren Wagen mit der größten Sicherheit auf den Schienen weiter fuhren, so lang? die Triebtraft dauerte. Der Erfinder ist ein Deutscher. Ernst von Jeinsen. Die Einfachhe»! der Borrichtung ermöglicht «uch eine große Sicherheit für die Arbeiter beim Verkuppeln der Wagen. Auf der Axe der Puffer steht senkrrcht eine um dieselbe sich drehbare SpiKe, ein länglich runder Sting, der vermittelst eines Hacken« an seinem Platz festgehalten wird, verbinc^et die beiden Spitzen zweier Wagen eines Zuges; sobald ein W gen seine wagrechte Lage aus den Schienen verläßt, öffnen sich die Hacken an beiden Enden nnd laffkn die Ringe sailen. sodann wird der Wagen entkuppelt (Die drei Breslauer Burschenschaften) haben in einer von Z00 Mann besuchten Versammlung in Sachen des österreichischen Konkordats folgende Adresse an die Wiener Studenten beschlossen: „Kommilitonen! Ueber die Schranken hinweg, welche die Macht der llreigniffe zwischen uns errichtet, reich,» wir euch die Bruderhand. Das geistiae Band, das den Deutschen mit dem Deutschen verknüpft, ist nicht zerriffen; dem Siege, den der freie Gedanke im deutscheu Süden erringt gelten unsere wärmsten Sympathien. Wir beglückwünschen euch zu dtr unerschrockenen Bethätigung deutscher Gesinnung und deutschen Manne«-Muthes im Kampfe für die Freiheit d?r Wiffenschaft und ihrer Lehre ^gen die Männer des Konkoroats. und wen» neben dem beglückenden Bewußtsein der erfüllten Pflicht eine äußere Anerkennung der Brüser aus d,m Norden für euch von einigem Werthe ist. so möget ihr ne in der Versicherung finden, daß wir unseren Stolz darein setzen werden, auf den Bahnen der Freiheit und des Rechtes, der Walirheit und der Viffenschaft uns mit euch immer zusammenzufinden. Mit brüderlichcm Gruß tt. tt." ^er Tabakhandel) htZt dem Staate in der ersten Hälfte dieses Jahres 2ö.2S9.243 si. eingetragen, um 1.l61.6S5 fi. mehr als im Borjahre. Am beträchtlichsten war die Zunahme des Verbrauchs in Ungarn (6l2.7SS fl ). Riedetöfterrelch (120.440 ^ und Ostgal'zirn (tÄ.S36 sl.); das.egen fand eine Abnahme statt in: Mähren (1ü4.6l6 fl.) und Dalmatien (SS.469 fl.) (Maschi nen und Geräthe.) Die Fabrik landwirthschastlicher Maschinen von Th. Weiße in Prag hat ihrer neuesten Konslruktion von Pflügen den Ramen „Bohumil- beig,l»gt. Dieser Bohumil. ein zierliches Ackergeräthe. ist ein sogenannter „Schlvingpflug", d'r nämlich die Bespannuiw unmittelbar am Grindel ohne Hilfe eines öläderqestelles gestattet. Der Bohumil leistet selbst bei bloßer Brspannung mit Einem Pferde eine tüchtige Arbeit nnd ist überdies dem Gewichte nach, trotzdem er fast ganz aus Eisen ist, kaum über einen halben Zentner schwer. (tabatbau diesseits der Leitha.) Der Ausschuß des Abaeordnetenhauses zur Beratbung der grage wegen Förderung des Tabakbaues in den diesseitigen Ländern hat beschloffen, die Regierung zu ersuchen, einen Vertreter zu den Ausschußverhandlungen zu entsenden, welcher über die Verwalwng dieses Monopols Aufschlüffe zu geben hätte, sowie auch einige Sachkenner beizuziehen, die ihre Ansicht auseinandersetzen sollen, wie der Tabakbau in den diesseitigen Ländern am besten eingeführt werden könnte. (Der Ausschuß des ersten demokratischen Wiener Vereins) hat sein Programm veröffentlicht; dasselbe lautet; „Areilieit Unser Entschluß war gleich gefaßt: dem Bedrohten mußte Hülfe ge-bracht werden. ^ Mittlerweile war auch Pedro zu uns herangekommen. Als er das Geräusch in den Büschen verttahm, hatte er sich ans die Erde geworfen und in dieser Stellung so lange ausgeharrt bis er uns erspäht unv sich so das Borgefallene klar gemacht hatte. Ich befahl ihm, den kranken Flüchtling zu den Indianern zu führen, ihn der Obhut eines derselben zu überlaffen «nd dann unsere Pferde und die zurückgelaffenen Waffen in Vereitschast zu halten. Znzivischen wollten wir untersuchen, ob fich ein Weg. der nicht von der Schlucht aus beobachtet »Verden konnte, am Ausgange der Hölzung nach der Ebene zu öffne. Räch halbstündigem Suchen fanden wir. was wir wünschten. Der Pfad lt,f an dem Fuße eines Neinen Hügels vorbei, der die Schlucht, in der die Bewaffneten lagerten, verdeckte; wir durften also hoffen, die Ebene unbemerkt zu erreichen. Als wir wieder bei den Unsrigen anlangten, fanden wir ste damit beschäftigt, dem Kranken Wafter und Früchte zu reichcn. Ich befalil zweie« der Indianer, ihn nach unserm verlassenen Lagerplatze zu führen dort z» verpflegen und nnserer Rückkehr zu harren. Den dritten ließ ich mein Pferd mit besteigen, während Pedro auf dem des Mechunikers mit Platz nahm. So machten wir un« auf. durchtrabten rasch die Ebene und erreich-ten. als die Dämmerung hereinbrach, die Hazi-nda des Don Ramirez. Der würdige Mann war nicht wenig erftannt. eine so seltsame Kavalkade durch sein Hofthor reiten zu sehen; seiae Berivunderuug ging aber iu dankbare Rührung über, als ich ihm in kurzen Worten den Zweck unseres Kommens erklärte. ^Und hier." fügte ich hinzu, „stelle ich Ihnen zivei Freunde vor. die eigentlich r»ur in diese Gegend gekommen sind, um die Schönheit n derselben zu beschauen, die mir aber nicht zürnen lverden. well ich n, veranlaßt habe, sich bei der Vertheidigung eines Mauues mir zur Seite zu stellen, deffen edelmüthige Gaftfrenndschast ich erst gestern genossen habe.- ^Ihnen zürnen?" riefen «eine Freunde lachead; „im Gegealheil. solch' ein Rei^nbenteuer ist ja köstlich!- ans alleu Gebieten des Volkslebens, das ist die Faljne. dle ber erfte Wiener demokratische Klud hochhält. Di^se Frelhrit ist ihm der Anker, auf dem die sociale Eniwickelung, die Kräftigung der Rationalität und da« demokratische Princip ruht. Rächst,henoe Sätze sollen ihm als Richt« schnür diei»en. zur Erreichun.i seines Zweckes, der Entwickelung des Volks-lebens. 1. Selbstbejtimmungsncht des Volkes auf allen Geb'eien des staatlichen Lebens: für den Reichstag, die Landtage und die Gemeinde-Vertretungen, direkte Wahlen auf brntester Vasis Mit geheimer Abstimmung; Umbildung des stehenden Heeres in eine Volkswehr; Ausbau der Ver« sassuna auf demokratischer Grundlage. 2. Hebung der materiellen uiid socialen Lage der Arbeiter und de» kleinen G. ,verblst'Mdes; Koalitionsr cht. 3. Trennung der Schule von der Kirche; Unterwerfung jeder Religion«-genoffenschaft unter d e Veieins (Staat») Gesetze; Hebung d r Volksbildung durch Eirichlunt, von Fackschulen uud Halten von Vorträgen für Arbeiter und Sewerbsl uie. 4. Hebung des Bolköbeivußtseins dU'ch: a) dir Prrsse b) Volksversammlungen und Adreileu. e) populäre Vortiäge über die politischen und logei annt n Tag »sragen. d) Diskuilioneu. ü. Förde«u»ig der dentsven Rati0iial,tät durch reize !he>lnahme und Unter-stütznng der deutschen Stammgenoffen in dea auch von andern Rationalitäten beivohnten Ländern O sterrerchs. uud fortwährendes Verfolgen der großen Intereffen der deutschen Ration." Marburger Berichte. (Sitzung der Bezirksvertretung vom 10. Dezem-ber. Schluß) Für die sortlaufenden Arbeit-n an Vrückeu. Kanälen und Straßengeland,rn sallen Vorräthe bis znr Höhe von 1300 fl. von Min-destfolderndkn angekauft iverden. um zur Deckung des Bedarss für beiläufig drei Jahre zu genügen. Der Bezirksausschuß «»»ird beauftragt, für entsprechende Verwahrung dieser Vorräthe zu sorgen. Der Boranschlag für das nächste Jahr, den »vir bereits in diesem Blatte mitgetheilt. wird nach dem Aatratie des Bezirksausschuff« genehmigt. — Pößnitzhofen hat in den Jahren 18bö, 1SS7 «nd 1.gk9 371 fl ö7^,, kr. für die Beschotterung der Bezirksstiaße ausgeben müffen und fordert nun das Geld zurück, da die Gemeinde nnr vorschußweise die Fuhren bestritten. Dies Gesuch wird abgewiesen: es war Pflicht tier Gemeinde, den Schotter fütiren zu lassen. — D>e G.meinde Brunndorf wünscht einen Weideplatz von S4Ü Gevierttlaftern um 200 fl. zu verkaufen und ersucht um die Beivilligung, die auch erlheilt wird. ^ Brunndorf und Rothivein ivollen fich in der Weise vereinigen, daß sie einen Vorsteher und einen Gemeindediener haben, die gemeinsamen Angelegenheiten in ge-meinschastlichen Versammlungen, beider Ausschüsse ertedigen, die inneren Angelkgenheiten aber selbstünoig entscheiden Die Bezirksvertrelung eiklärt jedoch, es sehle ihr die Zuständigkeit, diesem Gesuche zu enlsprecheii. — Der Laudesausschuß verlangt ein Gutachten über die Frage der Zusammenlegung von Gemeinden; die Bersammlnng beschließt, den Bezirtsau«-schnß durch fünf Mitglieder znr Entwerfung dieses Gutachtens zu ver-stäiken nnd in einer der nächsten Sitzungen Bericht eistatten zu lassen. Dieser Ansschuß wird auch das Gesuch der Gemeinden Vrunndors ui»d Rothi»»ein in den Kreis seiner Berathuugen ziehen. — Der Bezirksausschuß beantragt, für die Weinbauschule, die tn Marburg errichtet werden »oll. fünf Freiplätze mit je 120 fl. zu gründen; zwei von diesen Plätzen sollen aus vier Jahre, die übrigen dre» aus zehn Jahre gestiftet »Verden. Der Antrag des Bezirksausschusses, im behördlichen Wege dahin zu wirken, daß am Kärntner-Bahuhofe eine Haitiielle errichtet «verde, findet allgemeine Zustimmung. — Herr Franz v'uptmann begründet den Antrag. zur Herstellung der Bezirksstraße von Leite,sberg bis zur Arn- Dabei sah fich der Mechaniker nach Pedro um. Der hatte sich aber gleich bei unserer Ankuust fortgeschlichen und war jetzt beschäftigt, das Hofthor geltörig zu verrammeln, wob«» ihm die sechs Leute unseres Wir-thes nach Kräften behüiflich ivaren. Diese Borfichtsmaßregel erschien bei genauerer Besichtigung d-s Terraius als ziemlich z»v.cklos. denn die Umzäumung der anderen Seit,n des Hofes ivar so nieorig. daß !le le»cht überstietien werden konnte, und ich befahl deshalb meinem e frigen Dienkr. seine fortifikatoilschen Talente lieber auf die Vereammelung des Hause« selbst zu verwenden, das »vir alsbald in eine, kleine Festung umzuwandeln beganr»tn. — Mitternncht war schon vorüber, als wir uusere Arbeit vollendet hatten. Wir «varen alle in dem »zroßen Zimmer versammelt, aus loilchem man unmittelbar durch das große Portal in den Hof hinaustrat, und harrten gespannt der Dinge, die da kommen ivürden. Die sech« Leute des Don Ramirez. tüchtige, bandfeste Bursche, hielten, ttieils mit Flinten, theils mit lang'n Säbeln beivuffnet, an den bis zur lialben Höhe ver-schanzten Fellftesöffnu«,»en Wache, ivährend unser Wittl) meine b'id n Freunde und ich in die Thüre Obacht uahmen. Pedro und der Jndiane- schlichen im Hose umher, und in eine« der S itenzimmer waren die Arau und z>vei Kinoer nebst den drei Mägdcn »erborgen. So harrten wir saU eiu, volle Stund«-, und schon stieg der Arg« ivohn IN mir auf. der in «ufere Gewalt sierathene F uchtliug habe un« getäuscht, als Pedro plötzlich leise an die Tvür klopfte. Ich öffnrte Uiid ließ ihu eiutreten. „Unter den Kakaobäumeu wirds lebendig;." ranute er mir zu. ^es bewkgeu fich d0't G'ftalteo bin und her. «nv ich s»ib Waffen blitz»." Der Mond schien hell nnd beleiichtcte die Gegrud. welche wir vor der Fronte des Gebäud s übers,her, konutin. Ich erNi.A die Vtrschan-z««g vor einer der A.nfterKffaungen und gewahrte nun auch medrere Männer, die im Schatten der träume hin »nd her s.lUtle». Jlire Zahl mochte fünf oder sechs brtr»'ge». aber schon im nächst.» Augenblick traten »och einige Hinz», und «ach kurze« Verweilen schritt a alle laagl'M »»d vorsichtig a»f die Umzäumuag des Hause« zu. (Schluß folgt.) ftlser »rm« «ine Uatelftützung au« Landelmitttl« z» erwirken; die B«r. tretung weift diese» Ankaz a» den Bezirttautschuß juriilk, um denselben vorberathen zu lassen. Die Anstellung des Herrn Joseph Hihl alt BezirtSdiener wird genelimigt. — Hnr Badl und sieben Genossen bean-tragen, den ginanzminister um die Bestimmung deS Begriffes: «Wirth-schaftsfuhren" zu Händen unserer Finanzdirektion zu ersuchen und die Bcrle' aung des MautbschrantenS an der Triester Straße biS zur Grenze de» Stadtgebietes, also jenseits der Pettouer Straße, zu begehren. Wird dem Bezirksausschuß zur Berichterstattung zugewiesen. — Den Ausschuß sur die Berathung der Frage, betreffend die Schlapfenstraßk. bilden die Herren i Girstmayr, Mohor. A. von Kriehuber, Perto und Brandstätter; jenr Mitglieder, welche den Bezirksausschuß zur Borberathung der Gemein^-frage verstSrken. find die Herren: Brandstattcr. Wretzl, Baron Rast, A. von Kriehuber und Mohor. (Zur Bahlbesprechung am 10. December) hatten viele TheilNthmer stch eingesunden. DaS älteste Mitglied der Versammlung. Herr Hauptmann Grul»er übernahm den Borstß und ließ den Obmann küren: Herr GerichtSadjunkt Laßbacher wurde durch guruf gewählt. AlS Stimmwerber traten Franz WieSthaler. Herr Dr. Mulle und Herr Fried. BrandstStter auf. Herr Dr. Mulle bekannte stch zu den Grundsätzen der LaudtagSmehrheit: WieSthaler und Herr Brandstätter sprachen in Sinne des entschiedensten Fortschrittes. Zur Bornahme der Probewahl wurde ein Ausschuß von fünf Mitgliedern ernannt, die Herren; Bankalari ^Obmann). Karl Reuter. Pvvfeffor Rieck. Untersuchungsrichter RaSko und Dr. Taurer. Die Probewahl findet heut' Abends um 8 Uhr im Saale drS Herrn Kartin statt. »Ä S. 308. (VV1 KmudWachuttg Die BezirkSvertretung Marburg ha» in ihrer Sitzung vom 10. l. M folgende Beschlüffe gefaßt: ^ . I. Annahme der MandatSniederlegung deS ObmannS Andreas Tappeiner; Reuwahl innerhalb 14 Tagen. S. Genehmigung deS Antrages deS Bezirksausschusses aus Erlaß einer Adresse an daS hohe Herrenhaus deS ReichSrathS für Aufhebung des Konkordats und Trennung der Schule von der Kirche. g. Genehmigung deS Antrages deS Bezirksausschusses. eS sei dem selben behufs der Veröffentlichung und Verbreitung einer den Zweck und die Bortheile von Borschußkassen «ereinen behandelnden Druckschrist ein Betrag von 40 si. zu bewilligen. 4. Genehmigung deS Antrages deS Bezirksausschusses aus Erwei-terung der BezirkSstraßenstrecke von der Faaler Ueberfuhr am linken Drauufer aufwärts in einer Lange von beiläufig S0 Klafter« um 3 Schuh. k. Genehmigung deS Antrages deS Bezirksausschusses auf Rekon struktion einer Brücke an der Maria Raster BezirkSstraße bei Hollern und wird der Bezirksausschuß beauftragt, im Sinvelnehmen mit der politischen lörhörde und den betlieiligien Gemeinden gelegentlich des Brückenbaues die übrigen nöthigen TerrainbersteUungen zu veranlassen. 5. Der Antrag deS Bezirksausschusses, die sviienannte Schlapfen-straße vom Ende des städtischen Territorium» bis zum Zäger^chen Wcin-gartliause definitiv als BezirkSstraße zu erklären, wird einem Komit^ von ü Mitgliedern zur Berathung und Borlage iu einer der nächsten Sitzungen zu,;ewiesen. 7. Genehmigung deS Antrages d,S Bezirksausschusses, derselbe werde ermächtigt. Matenal Borräthe sür Brücken, Kanäle und Straßengeländer im MmuendolizitationSwege um den Ausrusspreis von beiläufig 1300 st. anzuschaffen und zu verrechnen. S. Genehmigung deS vom Bezirksausschuß vorgelejiten Boraul chlage» pro 1868 und Ermächtigung, zur Deckung deS Abgange» 6^/« auf die direkten Steuern umzulegen . 9. Die Gemeinde-Borstehnng Peßnitzl>ofen ist mit il»rem Anjuchen um Refundirung emeS Betrages von 371 st. 57'/» kr. ou» der Bezirk»' kafse für oNj^eblich nur vorschußiveise au» G^meindemitteln brstritttne Beschotterung von BezirkSstraßenstrecken abweiSlich zu verbescheideu. 10 Der von der Gemeinde Brunndors beabsichtitite Berkauf der Vtidenparzelle Nr. SS4 mit dem Flächeninhalte von Z4S Quad -Klst. um 200 st. wird genehmigt. II. Ucber daS Ansuchen der Gemeinden Rothivein und Brunndors »m Genehmigung der Bereinigung erklärt stch die Bezirksvertretung für inkompetent, da die Bereinigung, wie fie angestrebt wird, den gesetzlichen Bestimmungen zuwiderläuft; diese Gemeinden seien aber aufzufordtlii. eutweder ein neuerliches auf gesetzlichrr BasiS beruhende» Ansuchen um Bereinigung» - Genehmigung an den Bezirk-auSschuß zi» richten oder sich Wege» bloßer Bereinitzung zur gemeinschaftlichen Geschäftsführung an die politische Behörde zu wenden. ... 12. Zur Abgabe eineS Gutachtens über die Aufforderuag deS hoben Landesausschusses betreffend die Zusammenlegung der Gemeinden wurden fünf BertrauenSmänrer gewählt, welche vereint mit dem Bezirksausschuß die Beautwottung der Frogepunkte deS LandeSauSschusse» zu berathen »«d zu beschließen haben; den tabellarische» Au»w,iS hat der Bezirks-auSschuß zu verfassen «»d dem verstärkten Ausschuß zur Benützung bei der Berathung vorzulegen. . 13. Für die in Marburg zu errichteude Wein und Obstbau Schule sind 3 ÄiftSplätze auf die Dauer von 10 Jahren und 2 StiftSplätze auf die Dauer von 4 Zähren, je zu 120 fi. mit dem Bordehatt de» BesetzuugSrechtcS zu gründen. 14. Genehmigung dcS AntraaeS deS Bezirksausschüsse», im behörd lichen Wege dahin zu wirken, daß am KärntnerBahnhofe zu Marburg eine Halchelle errichtet werde. ^ ^ ^ ^ 15. Der Autrag de» BezirkvertretungSmitgliedeS ^rrn Franz Haupt «an» auf Beseitigung mehrerer Gebrechen an der BezirkSstraße vou Lei-terSberg biS zur Arnftlser BezirkSstraße und Erwirkung e.uer Subvention au» LaudeSmitteln behufS Erhaltuug derselben wird an den Bezirksausschuß zur »euerlicheu Berathung zurückgewiesen. 16. Die Anstellung deS Josef Hitzl alS Bezirksdirner wird genehmigt. BezirkSvertretung Marburg am 11 Dezember 1867. Kourad Sei dl. Obmannstellvertreter. (Diebstahl.) Roch dem Schluße der Nahlbesprechung ging Herr Klaus, Kleiderhändler in drr Herrengasse, in daS Vayer'sche GasthauS. hängte seinen Mantel in der Rahe eineS TischeS auf, wo zwei Fremde saßen und begab sich zu einem entfernteren Tifche. AlS er gegen IIV4 Uhr heimgehen wollte und den Mantel suchte, war dieser verschwundm und von den zwei fremden Gästen keiner mehr zu jehen. Sn der Tasche de» Mantel» befanden sich ein Paar Handschuhe und der Schlüssel zum Kleidermagazin, dessen Thor mit einem neuen Schlosse Verseheu werden mußtr, um den Gaunern nicht Gelegenheit zu einem Diebstahle zu get»en. (St. Lorenzen an der Kä rntn e rBa hn) hat von der Statthalterei die Bewilligung erlangt, die Biehmärkte. die bisher am 4. Mai und 10. August stattgefunden, auf Montag nach Christi Himmel-fahrt und Lorenzi . Sonntag zu verlegen und am 1ö. Oktober ein?^» Waarenmarkt in Berbinvung mit einem Biehmarkt abzuhalten. (Zur L a u d ta gS w a h l.) Drei Mitglieder unfereS löbliche» GemeindeauSfchusseS solle«, wie uns versichert wird, mit Stimmzetteln zu Gunsten des Herrn Dr. M. Reiser von HauS zu Hause gehen. Letzte Post. 3« Kroatte» find viele «ationalgefiuute Beamte ihres Dte«fte4 »utlane« Wörde«. Der Bundesrath des Aollvereius, a« welche« die GAdAasteu iKeil«eh«eu, trtet i« MOUst ZSuuer unter vsrfitz des «rckfe» Bts«ar«k t>lsa««eu. Der «aiser von NuiUsud h^at die BewaBuuug des Heeres «it Sauduadelgewehreu uaeh de« Otzste«e Karl^s seueh«is», die stch »»rzitglicher als die preußische« Htuterlader erwiese«. Aufruf! (690 DaS am 10. d. M. gewählte Comit« zur Wahl eineS Landtags-Abgeordneten ladet hiemit die P. T. Herren Wähler der Stadt Marburg zu einer Wahtbefprechumg und Probewahl für he«te Abends S Ahr in den Saal der Kartin'schen Lokülitäten eln. Zutritt haben nnr Wähler gegen Borweisung ihrer Wahlzertifikate und Kandidaten. A Viucoliri. Z. Rssts. t. «euter. I. >. Weck. ?r. A TßUtttt HailSSi (662 zeigt ergebenst an. daß er um Souutaß deu 15. d. M. in Marburg eintreffen und in Hrn. Oehm'S Gasthaus ..»«» VrMNldOb» wohnen wird. Die hohe k. k. Statthalterei hat mir mit Erlaß vom 28. Rovem-ber 1867 Z. 13741 die Besugniß zur Führung einer öfftüllichr« Privlltgeschüsts-Ksllzlki verliehen. Ich erstatte hiervon die ergebenste Anzeige «it dem Anhange, daß ich meine Kanzlei am 4. Jänner 1868 im Hause Rr. 112 im ersten Stock in der Grazervorstadt gegenüber dem Bahnhofe eröffne» werde. Tf«W«b«U, 68» emerittetee Vberbea«te. ?>> WliliUlik- Mkzxt8el>eiill« empgvdlt (S79 .losvL KekmiÄ, Stuät, Lsrr»»U»«»s Rr. US» äs» Vutt »viv vodlAssortirte« V»»»» '0»r»QtiO 1 /»kr. L«i Ttook- uaü?suäi1INuH» > /udrs.^M virollt« VvrbilläuvLsen mit 6en or»t«o ia ä«r 8okM«i» maodvo v» mir uvÄ r«sl v«rlr»uk«a »a IrHvasv. Auffordenmg (SSg ll« sö««Uiche?. Ichorsschötzti M«rb»riß. Mit Hinweisung auf die eben ergangene Einladung deS Deu^n SchsitzenbundeS zu dem im Juli 1868 iu der RcichShauptstadt lwien stattfiudeuden dritten Deutschen BundeSschießeu erlaubt fich die gefertiate Schützenvorstehung alle P. T. Herren Scharfschützen zur zahlreiche« Be-theiliguug aufzufordern und macht darauf aufmerksam, daß der Beitritt zum Deutschen Schützeubunde nothwendig sei. — Die»sällige Beitritts-Erklärungen nebst dem Iahre»beitrage pr. 60 kr. Oe. W. übernimmt die gefertigte Schützenvorstehung. Scharfschützen-Gesellschaft zu Marburg», am 12. Dezember 1867. ?. Perto, I. Gr^rt, vt«r.TchUtzenm«ifter. U»tee>Gchittze««eiß ^ Vo^^ler. VINM. «olljtiie Aertraudtenstraß« 7. Geimmaisch« Str. 11. « M» gr. OaUusstraße St. gr. Zohan>isstrgß« 14. Frei« Straße 54. lv«rd«» Pnmipt i»er«ittelt unter Verechimnß «Och de» VriHiiislPeeift« i» »i» Seit>«gs.Be?zetch«iffe gr«tis »«d fta«». VelegeblStßer Sber j«d« Suferti««. «»d«tt»oeth-Ue. >««z «ch de« bei S«ltu«ge« Mbfi Delte«de« Us««,«. Koftena«schlaße stehe« auf vnnsch eortzer z» Dmihe«. (0201 W«M»U»o?«»cher Redak»e»r: i^r««z Mie«ttz«ler M ». «t. O. Dmck ««» «evi«, »»« Gd»«rd S«»fchitz »