Pcs«,»affe Nr. 16. Srpediti«»-- LJnserateu-Vureaü: «ongreßplatz Nr. 2 (Buch. Handlung von Jg. v. «Irin, mayr & geb. Bamberg.) JnsertianSvreise: Kür die einspaltige Petitzeile i 4 It, bei wiederholter fchaltnng i 3 kr Anzeigen biS 6 Zeile, vei größeren Jnferaren-" kfterer Einschaltung 1' ‘ chknder Rabatt. Kür complicitrten Satz besondere Vergütung. Nr. 221. Mittwoch, 26. September 1877. — Morgen: Cos. und Dam. 10. Jahrgang. Das Manifest Thiers'. Die der Republik treu ergebenen französischen Blätter publicierien da« Manifest T h i e r S' an die Wähler des neunten Arrondissement«. Ticsee auS der Hand Thier«' stammende Schriftstück hält folgenden Jdeengang ein: Die aufgelöste Kammer hat sich um Frankreich wol verdient gemacht, sie trat mit Mäßigung und Weisheit auf, und die zwei zurückgelretenen Ministerien sind nicht von ihr gestürzt worden. Der stille Staatsstreich j vom 16. Mai l. I. kam unerwartet, und ist derselbe' heute noch nicht aufgeklärt. Die Kammer hat Gesetzentwürfe über Steuern und Zölle votier», die! fttsunden Finanzprinzipien widersprechen; sie hak eine «rt der Heeresergänzung tingeführt, die schädlich ist und durch die allgemeinen übertriebenen Rüstungen in Europa hervorgerusen wurden. Die Kundgebungen o» französischen Bischöfe haben bedauerliche Debatten herbeigeführt. Der Senat erklärte sich fltgtn die republikanische Regierungsform mit un« geheuchelter Sympathie für die Monarchie und rief eine feindliche Haltung de» Senat« gegenüber der Kammer wach. Der Klerus trat immer mit neuen Forderungen auf, die geeignet find, den innetn und äußern Frieden zu stören. Der Vorwurf des Radicalismus, der gegen die aufgelöste Kammer erhoben wurde, ist ungerechtfertigt, eine leere Phrase; dem Vorwürfe liege ein Nichtdenken zugrunde, die Vorwürfe erwiesen sich als Lügen. Die Kammer wünschte, daß an Stelle der vonseite der Kriegsgerichte geübten Strenge Milde herrsche; die Kammer überließ es der Exekutivgewalt, Gnade zu üben. Im Jahre 1873 trat der Wunsch nach Begründung einer definitiven Staat«form in Frankreich lebhaft in den Vordergrund. Die drei mon archifchen Parteien wollten jede einen ändern Thron aufrichten, Thier« trat diesen Projekten entgegen, abdicierte, obwol er hätte auf seinem Platze bleiben, den König spielen können, und nur da« Ministerium zu wechseln brauchte. Da« Manifest bemerkt, daß man mit der Krone Frankreichs auf allen Landstraßen Europa'« hausieren ging: endlich mußte man einsehen, daß die Wiederherstellung der Monarchie in Frankreich unmöglich ist. Frankreich begriff, daß weder der Graf von Chambord noch der Sohn Napoleon« III. auf den zu restaurierenden Thron zu erheben wären; da« Andenken an die Lage Frankreich« unter mon« archischem Szepter war ein zu trübe«, als daß man da« Projekt inbttrtff der Wiederausrichtung de« gestürzten Throne« sympalhisch begrüßt hätte; Frankreich sank unter der Monarchie zusammen und feierte seine Auferstehung unter der Republik. Wie die Sachen in Frankreich heute stehen, ist die Monarchie — der Bürgerkrieg, und die Republik — eine Noth-wendigkeit; aber nicht nur die republikanischen Prinzipien, sondern auch die Prinzipien des liberalen Regimentes werden fort und fort gefährdet, und doch werden die liberalen, parlamentarischen Grundsätze nicht einmal mehr in Konstontinoptl zurückgewiesen. Der Schreckensruf, daß da« republikanische Frankreich aus dem Wege zum Untergange sei, erweist sich al« Lüge, und untergehen dürften diejenigen, die sich den republikanischen Prinzipien widersetzen, die Frankreich durch die Wiederherstellung des monarchischen Throne« zu retten vermeinen. Das Manifest schließt mit folgenden Stellen: Drei Monarchen stürzten über den Haufen, die Erben streiten sich um die Ruinen, treten wir ihnen in den Weg! Die Monarchie ist unmöglich! Schaffen wir eine Republik, eine ehrliche, kluge, konservative Republik! Die Svuveräneiäl der Nation kann sich nur durch die Republik geltend machen. Thier« faßte seine Ideen in folgenden Schlagworten zusammen: Nationale Souveränetät, Republik, Freiheit, Gesetzlichkeit, Kultur und Frieden. Die Corrnplion in Rußland. Wie der Warschauer Korrespondent der „Boss. Ztg." bemerkt, hätte selbst der ärgste Pessimist nicht oermuthet, daß der russisch-türkische Krieg Rußland ein solch' schmähliche« Fiasko bereiten würde. Der erwähnte Korrespondent schreibt: „Was ließe sich indeß von dem Geiste von Soldaten erwarre», die, e« ist noch gar nicht lange her, eine wahre Geißel für die Städte de« eigenen Lande« waren, in welchen sie Quartiere bezogen ? Mit Ausnahme der Schänker und Diebshehler erwartete jedermann mit Grauen dir Ankunft solcher Gäste, vor deren langen Fingern nichts sicher war und die, wie man sich ganz ungeniert erzählte, oft die Früchte ihrer Einbrüche mit dem Pulkownik (R'gimentS^ef) (heilten, der seinerseits das feiner Obhut an vertraute Regimentsgut aus die schamloseste Weise bewirtschaftete. Ich erinnere mich noch de« spötiisden, cynischen Gelächters, das mir entgegenschallte, als ich vor mehreren Jahren beim Löschen eine? in Feuilleton. Die Herrin von Kirby. Roman von Ed. Wagner. (Fortsetzung.) „Sie sind also noch ein Spieler?" fragte Lady fylene mit Abscheu. „Ja, ich stehe im Solde Fortuna'-, obwol die «Ite Dame sehr launenhaft ist, wie du weißt, und nicht immer ihren ergebenen Dienern sich bantbar »weist. Daher kommt es, daß ich bald reich wie tin Fürst und bald daraus bettelarm bin, welches ktzlere auch jetzt der Fall ist." „Sie sagten mir doch gestern abends, Sie ftien reich." „So, habe ich das gesagt? Dann habe ich v>ol aus die Zukunst gerechnet oder habe auch ge* ®uint, baß ein Mann, der eine Frau hat wie du Wft, immer reich ist. Aber daß ich augenblicklich wit Geld überladen sei, kann ich eben nicht sagen." „Aber Sie würden, um Geld zu erlangen, zu ®Öfm bereit sein und nötigenfalls sich selbst dafür verkaufen?" „ES freut mich ungemein, mein liebe« Weibchen, daß Sie mich nach so langer Zeit noch so gut kennen. Alle«, was ich habe, wünschte ich in Geld umwandt ln zu können.“ „Wenn Sie aber kein Geld zum Spielen haben, was sangen Sie dann an?" „Alles, was mir gerade sich barbietet," sagte Buonarotti stolz. „Ich habe in Australien verschiedene Geschäfte erlernt." „Sie wurden wegen Fälschung auf zwanzig Jahre nach Australien geschickt, sind ober nur sieben Jahre dort gewesen. Wie kam e«, daß Sie vor Ablauf Ihrer Strafzeit zurückkehren konnten?' „Ich bin natürlich durchgebrannt," antwortete Buonarotti offen und in einem Tone, als ob sich da« von selbst verstände. „Vor einem Jahre ließ ich, in der Ueberzeugung, dir, meine theure Helene, und einigen anderen Freunden eine Freude zu bereiten, meine Tobe-anzeige in eine Melbourntr Zeitung setzen unb sandte dir das betreffende Blatt zu. Gleichzeitig beabsichtigte ich ober auch, allerdings mit weniger Erfolg, die Polizei zu veranlassen, ihre Nachforschungen nach mir aufzugeben. Ich war nämlich in Australien an einen Farmer als Knecht verdungen worden, wo ich bald Gelegenheit fand, mit einem Gefährten in den Wald zu entfliehen. Einige Monate später gingen wir an die Küste mb fanden nach langem Suchen ein englisches Handelsschiff, welches uns aufnahm und nach England brachte. Ich habe mir einen langen Bart wachsen lassen und meine Gesichtsfarbe gebräunt, was mich, wie ich glaube, hinreichend verstellt." „Eie find fast zur Unkenntlichkeit verändert." ,Z>a» ist auch nothtoendig, denn die Polizei, welche fick durch mein Manöver nicht täuschen ließ, spioniert überall nach mir, so daß ich mich in England nicht sicher fühle. Ehe ich meinen Herrn in Australien verließ, hatte ich mir au« seinem Schrank so viel Reisegeld mitgenommen, wie ich darin vorfand — eine hübsche Summe; ober ich habt den größten Theil davon in London verspielt, während ich nach dir suchte. ES hat mir Müht gemacht, dich zu finden —" „DaS glaubt ich wol," fiel ihm Lady Helene ins Wort, „wenn ich bedenkt, unter welcher Sorte von Menschen Sie sich nach mir erkundigten. Ein ! Spieler, ein Fälscher, ein entsprungener Sträfling!“ fügte sie schaudernd hinzu. einem Militärdepot ausgebrochenen Brandes thä-tigen Antheil genommen und mir dabei die Kleidungsstücke ruinierte und Brandwunden zuzog. Dir Lacher waren über Ursache und Entstehung dieses Feuers besser unterrichtet, als ich In meiner deutschen Einfalt ahnen konnte. In diesen zwei Jahren, seitdem durch die allgemeine Militärpflicht auch bessere Elemente in die Armee gekommen, ist es wol noch nicht möglich gewesen, die Spuren dieser LandSknechlwinhschast gänzlich zu verwischen. „Die Eorruplion erstreckt sich aber auch bis in die höchsten Regionen hinauf. General Lewitzki, der Adjunkt des Generalstabschefs Nepokoischitzkij, der jetzt so viel wegen Verweigerung von Verstärkung, welche General Skobeleff forderte, von sich reden macht, ist, wenn ich nicht irre, derselbe, welcher unter dem Polen bezwingenden Trio: Murawieff, Poiapoff und Kauffmann als Generalintendant des Wilnaer Militärbezirks und später in gleicher Eigenschaft hier über den Warschauer Militärbezirk sunctionicrte, und der durch fein barsches, hochfahrendes Benehmen sowie auch dadurch genügend bekannt war, daß er den Bestechungsversuchen von Lieferanten sehr zugänglich war. Im Anfänge, als noch die Vorbereitungen zum Kriege getroffen wurden, befanden sich, wie mir ein Eingeweihter erzählte, die in den Wilnaer Militärdepot« aufgehäuften Getreidetiorräthe in der elendesten Verfassung. In der vordem Reihe lag das Getreide in schmucken, neuen Säcken, während sich dahinter unbrauchbares Zeug in zersetzten Säcken befand.“ ___________________________________________ Vom Kriegsschauplätze. Die militärische Situation hat sich in den letzten Tagen wenig geändert. Die Russen und Türken stehen in ihren innegehabten Positionen. Die türkische Reiterei recognoSciert fleißig jenseits des Baniza-Lvm. Wenn das schlechte regnerische Wetter noch zwei Tage anhält, kann an die Fortsetzung der Operationen nicht gedacht werden. (SS ist selbst leichten Fuhrwerken schwer, auf den schlechten, durch den Regen stark aufgeweichten Wege» vorwärts zu kommen. Mehemed Ali'S außerordentlich geschickt mattierte Bewegungen verursachen im russischen Haupt-quartier große Besorgnisse. Man beobachtet von der Bjela-Enceinte große Truppenmassierungen, fürchtet aber gleichzeitig eine Umgehung der eigenen Positionen vom obern Jantrageblet aus. Sämmtliche für Plewna bestimmte Verstärkungen werden deshalb über Hals und Kopf nach Bjela geworfen. Competente Fachleute behaupten, daß da« planlose Herumhetzen der russischen Truppen allein einen halben Sieg für Mehemed Ali bedeute. In den letzten 24 Stunden passierten durch Bukarest acht Truppenzüge mit je 700 bl« 800 Mann. Dem- „Und Gemat der stolzen und liebenswürdigen Helene Ehcverton!" ergänzte Buonarotti langsam und mit besonderem Nachdruck, während auf feinem Gesicht ein triumphierende« Lächeln sich zeigte. Lady Helene erriilhete vor Zorn, schwieg aber und blickte eine Weite gedankenvoll vor sich hin. „Es wundert mich, daß Sie mir Ihre Leben«-gesckichte so offen erzählen," begann sie dann wieder, „daß Sie mir gestehen, wie die Polizei auf Sie fahndet. Fürchten Sie nicht, daß ich, um mich Ihrer zu entledigen, Sie verrathen könnte?" „Ich weiß, daß du mich niemals verrathen wirst, mein liebe« Weibchen," erwiderte Buonarotti mit der größten Zuversicht. „Nicht etwa, daß ich zu große« Vertrauen auf deine Liebe fetze, nein, ich rechne vielmehr auf deinen Stolz. Wenn ich jemals verhaftet werden sollte, werde ich mich selbstverständlich al« dein Mann zu erkennen geben.“ Lady Helene zuckte zusammen, und wieder entstand eine Pause; dann fuhr sie fort: «Und na« ist aus Ihrem Kameraden geworden? Wäre e« nicht möglich, daß er Sie verrät!) ?" „Durchaus nicht, denn er ist in derselben Gefahr wie ich. Die Polizei hat nach ihm ebenso ungeachtet ist wenig Aussicht vorhanden, alle Verstärkungen vor Ende Oktober in Bulgarien zu sehen. Rußland beabsichtigt, den Krieg svttzusetzen, jedoch es gesellt sich zu den sonstigen Schwierigkeilen, den Krieg forlzusetzen, auch die finanzielle, alle Kaffen sind vollständig geleert, die Ergebnisse der letzten Änlehen bis auf den letzten Rubel aufgezehrt. Die Regierung ist noch ungeheure Summen für im Aus. lande gemachte Bestellungen schuldig, und schon stoßen neue Bestellungen, die fortwährend gemacht werden müssen, auf Bedenken seitens der Lieferanten. Der Gedanke einer neuen Zwangsanleihe wird lebhaft ventiliert, und überdies denkt man auch bereits an eine zwangsweise Requirierung der im Privatbesitze befindlichen Gold- und Silbergeräthe, um sie den Münzstätten zuzuführen. Doch schreckt man vor diesem letzten Mittel wieder mit Rücksicht daraus zurück, daß durch seine Anwendung viele in das nihilistische Lager getrieben werden könnten.____ Politische Rundschau. Laibach, 26. September. Julavd. lieber die Ministerbegegnung in Salzburg meldet „Hon," daß eine Acnderung in bet Politik der Monarchie nicht eingetreten sei, und heute die Interessen der Monarchie leichter zu behaupten sind, als vor Monaten. In Salzburg ist Graf 21 n d r a f f y keine Verbindlichkeiten eingegon» gen. Die Antwort, welche TiSza am Donnerstag auf die Orientinterpellationen erteilen wird, wird ausweichend lauten. Wie der „Pester Lloyd" erfährt, Ist nicht blos das gemeinsame Budget, sondern auch die Vorlage wegen Erneuerung der Präsenz st and-Bewllllgung für die nächsten zehn Jahre auf der Tagesordnung der Wiener Ministerkonferenz gestanden. Der österreichische Reichsrath wird heuer darauf verzichten müssen, den Staatsvoranschlag rechtzeitig zu erledigen, und sich mit einer provisorischen Steuerbewilligung behelfen müssen, da die Berathung der Steuerreform, der Ausgleichsgesetze und des Staatsvoranschlages in dem knapp zugemessenen Zeiträume unmöglich Ist. Anderen Blättern zufolge Ist ein Provisorium in den Ausgleichsangelegenheiten gewiß. Die Nationalbank erklärte, die neue Bank vor 1. Juli 1878 nicht aktivieren za können. Die meisten Blätter melden ungünstige Aussichten für die Verhandlungen zwischen Deutschland und Oesterreich.Ungarn. Bel den RelchsrathSwahlen in Süd-titol erhielt im Wahlbezirke Trlent-Borgo der conservatlve Kandidat Baron Alois Hippoliti, Podeslä von Borgo, 155 Stimmen (davon 41 in Borgo und 114 in Trient). Der Bezirk Cles> Cavalese wählte den klerikalen Kandidaten Monsignore N egt elll mit 161 gegen 45 Stimmen. große Sehnsucht, wie nach mir. Er ist jetzt drüben Im nächsten Dorfe als mein Diener. Er Ist ein roher Bursche, kein Gentleman, wie ich es bin." „Also sind Sie ein Gentleman? Es überrascht mich, dies zu hören; denn ich wußte bisher nicht, daß ein Mensch ein Spieler, ein Fälscher, ein entsprungener Sträfling und ein Gentleman zugleich sein könnte." Buonarotti erröthete, lachte aber und sagte trocken: „Wahrscheinlich ist Lord Berry dein Ideal eines Gentlemans? Wie ich höre, hat er sich, um seine Courmacherel gegen dich zu verdecken, drüben in Dalton-Court seit Monaten aufgehalten und die intimste Freundschaft mit dem wilden Dalton erheuchelt. Er ist beinahe rasend, bet arme Schelm, über den Verlust seines feinen Liebchens, und aller Wahrscheinlichkeit nach klagt er heute allen Advokaten, die er nur finden kann, fein Leid. Nun, Ich will wünschen, daß er getröstet von ihnen geht!" „Wir wollen nicht über Lord Berry sprechen —" „Das werden wir doch," unterbrach sie Buonarotti trotzig. „Es wird mir wol sreiftehen, mit Rovercdo-Risa-Tione wählte den klerikalen Kandi-baten Don Gencilini, Dekan von Ealavino, mit 130 gegen 92 Stimmen. Ausland. Aus Berlin wird der „Kölnl-"chen Zeitung" in Bezug auf die Salzburger MlnijUrtonferenj mitgetheilt: „Rasche, große Siege der Russen würden wenigstens für Oesterreich und unmittelbar auch für Deutschland größere Bedenken und Verlegenheiten herbeigeführt haben, als deren gegenwärtige Mißerfolge. Es fehlt in Berlin freilich nicht an Politikern, welche schwarze Walken aufsteigen sehen am europäischen Horizonte. England, so fürchten sie, wird mit Frankreich und Oesterreich eine Koalition schließen, die anfangs nur gegen Rußland gerichtet sein, bald sich aber auch gegen Deutschland wenden werde. Bis jetzt wenigstens verrathen aber alle drei Mächte keine Lust zu einem thätigen Hervortreten. Aber nehmen wir einmal an, im Laufe des Winters könnte eine solche gegen Rußland gerichtete Koalition zustande kommen, so würde sie Deutschland doch nur bann gefährlich mnden, wenn es sich mit Rußland ibentisicierte. Und dazu sehen wir keine Veranlassung. Rußland ist gar nicht unser treuester Freund, wie man zu sagen beliebt, sondern das ist nur Kaiser Alexander, dessen Gesundheit leider seit Jahren erschüttert ist, und dieser Krieg kann seiner Gesundheit leicht beit Rest geben. Was wir vom russischen Thronfolger zu erwarten haben, wissen mir nicht. Wir wissen nur, daß er die Vorliebe seines Vaters für Deutsch» land nicht theilt." DoS genannte Blatt erfährt eben auch au« Berlin, daß alle von ultramontaner Seite verbreiteten Nachrichten über eine mildere Anwendung der Maigesetze grundlos sind. Auch werden die' zu unternehmenden CoUcciivschritte betreffs des t« den Schulen zu ertheilenden katholischen Religion«» unterrichte« keinen Erfolg haben, nachdem die Forderung, diesen Unterricht lediglich durch solche Personen ertheilcn zu lassen, die von der Kirche beaus« tragt seien, zurückgewiesen worden ist. Die italienische Regierung richtete an die Pforte eine Note, in welcher sie den Protest Griechenlands gegen die Beschränkungen, betreffend das Einlaufen der Schiffe bei Nachtzeit in den Golf von Atta, unterstützt. „Dziennik Polsti" bringt Nachricht, daß sich zahlreiche Gemeinden in Kongreß-Polen der Aushebung der Rekruten widersetzen. Die russische Regierung bereitet neuerdings die Aushebung eines Kontingents vor, wobei Männer bis zum Alter von vierzig Jahren zum Militärdienst herangezogen werden sollen. Besonders ist es auf die intelligentere Klaffe der Bevölkerung abgesehen, um dem fühlbaren Mangel an Offizieren in der russischen Armee thutt' liehst abzuhelfen. meiner grau ein Wörtchen über ihre Liebhaber zu sprechen." „Das ist vorbei," entgegnete Helene schmerzlich. „Lord Berry mag mein Freund sein, aber nicht mehr mein Geliebter —" „Bis die Polizei so freundlich ist, mich weg-zufangen und wieder nach Australien zu expedieren," fiel ihr Buonarotti hastig ins Wort; „und matt kann nicht wissen, wie bald so ein Spürhund mit auf den Fersen sitzt, weshalb ich für mich und meinen Freund eine sichere Zufluchtsstätte haben muß. Schloß Kirby würde der passendste Ort füt uns sein; denn niemand wird ein paar entsprungene Sträflinge in einem solchen Hause suchen Ich bitte dich, mich als Gast im Schlosse aufzunehmen." „Das ist nicht möglich!" tief Helene. ,3* selbst kann nur noch vierzehn Tage hier bleiben, da ein anderer Erbe sich gefunden hat und nach vierzehn Tagen Besitz von dem Schlosse ergreifen wird. ( „Was wird aber aus Lady Olla werden r fragte verwundert Buonarotti. „Sie wird mit mir auf mein Gut gehe«/ wenn es Ihre Vormünder erlauben." (Fortsetzung folgt.) Zur Tagesgeschichte. — Handelspolitisches. Die „freie Vereinigung" der fogenannten „platonischen Schutzzöllner" hat folgendes Programm ausgestellt: „Bei dem bevorstehenden Ablaufe der Zoll- und Handclsbündnisses mit Ungarn sowie der meisten und wichtigsten ändern Handelsverträge sehen sich die Unterzeichneten veranlaßt, aus Grundlage der nachsol» genden Gesichtspunkte zu einer freien, die politische Partei» Heilung nicht berührenden Bereinigung zusammenzntreten. Bei Feststellung der in Hinkunft einzufchlagenden Handels. Politik darf in erster Linie nur die Gesamtheit der wirth. fäaftlichen Interessen maßgebend (ein, innerhalb welch« die Interessen einzelner Wirtschaftsgebiete und Productious-zweige ihre Berücksichtigung zu finden haben. In diesem Gefamrntinterefse liegt die Erhaltung des Zoll- und Han-delsbündnisses mit Ungarn, insofern sie ohne finanzielle Benachtheiliguug der österreichischen Reichshülste erreichbar ist. Demselben Gesammtiuteresse entspricht es, daß zwar die Kündigung der gegenwärtig bestehenden Zoll- und Handelsverträge erfolge, daß aber das bisher eingefallene handelspolitische Prinzip der Handelsverträge nicht verlassen werde. Denn nicht diefern Prinzipe selbst, sondern nur einigen bei seiner Anwendung vorgekommenen Mißgriffen muß der bedauerliche Rückgang einzelner Industriezweige zu-geschrieben werden, indem theils eine allzu sprunghafte Herabsetzung von Zöllen und eine fehlerhafte Classificierung der Waren, theils der Mangel genügender Gegenconcesftonen einen »achtheiligen Einfluß anSgeübt haben. Die Feststellung eines sogenannten MtnimaltariseS ist sowol mit Rücksicht aus die eigentümlichen österreichisch-ungarischen Berhältnisse, als auch deshalb, weil damit der Abschluß von Handels- und Zollverträgen praktisch wesentlich erschwert würde, nicht zu empfehlen. Die vertragsmäßige Regelung des gegenseitigen Zolltarife« ist auch wegen der allen Industrien so nöthigcn Stabilität besonders jenen Staaten gegenüber geboten, mit welchen Oesterreich den bedeutendsten Handelsverkehr pflegt." ~ Revision der Dampfkeffel. Die Frage, ob für die von fünf zu fünf Jahren vorzunehmenden verschärften Dampskesselrevistvnen die Revisivns- oder Probe-tat'e vorzuschreiven sei, wurde dahin entschieden, daß ungeachtet der Wiederholung der Druckprvbe von der Partei leine andere als die im 8 2 des Gesetzes vom 7. Juli 1871 festgesetzte RevistonStaxe verlangt werden kann, weil die fragliche Amtshandlung in dem Erlasse des Handelsministeriums vom 1. Oktober 1875 ausdrücklich als JahreS-revifion bezeichnet wird. — Aus oem Batican wird der „Kreuzzeitung" mitgetheilt, daß die Kräfte des Papstes in so rapider Ab-nchmt seien, daß der Tod als nahe bevorstehend anzn» sehen sei. &lal= und Provinzial-Angelegenheiten. Wriginal-Korresponden;. Jdria, 25. September. Wir haben jetzt ein prächtiges TchulhauS, jedoch dasselbe hat nicht der krainische Lan-tt8auss bis 61/« Uhr abends bei günstiger Witterung in der ©ternallee. Programm: 1.) Marsch; L.) Quvertute zur Oper „Figarv'S Hochzeit,« von Mozart; 3.) Saoatlna aus der Oper „Masnabieti" von Verdi; 4.) Miscellen-Potponrri von Maffak. — (AuS den Nachbarprovinzen.) Auf der internationalen ©peziolausstellung für Leder, Lederwaren, Gerbefloffe und Gerbeteimaschinen in Berlin wurden drei Aussteller aus K l a g e n f u r t mit Ehren-, beziehungsweise SlnerkennungSdiplomen ausgezeichnet. Die Kärntner San* desthierschau in K l a g e n s u 11 wurde, nach Bericht der „Klagens. Ztg.", ungeachtet der ungünstigen Witterung von mehr als 10,000 Personen besucht. DaS zur Feier der Thier-schaugäste arrangierte Festichießen verlies in animiertest« Stimmung, es fielen mehr als 6000 Schliffe; Herr Filipp Miller aus Paternion machte 116 ©chwarzschüsse. — «m 24. d. fand in Graz die Eröffnung des dritten österreichischen Advokatentages statt, Dr. Schreiner wurde zum Präsidenten, Herma n und RaiSky zu Vizepräsidenten gewählt, eint* Serie von Standes- und Rechtsfragen wurde erledigt. Bon den anwesenden Theilnehmern, darunter 100 aus Wien, nennen wir: den Präsidenten der Wiener Advokaienkammer Dr. Freiherrn v. Härtl, den Präsidenten der Präget Advokatenkammer Dr. Ritter v. Wiener, den Vizepräsidenten der Lemberger Abookatewfammer Dr. Ärat» ter, das Mitglied des Staatsgerichtshofes Dr. Rabl aus Triest, dann den bekannten Bertheidiger Dr. Neuda, den Nestor der anwesenden Advokaten Dr. Obermayer aus Wien, Dt. Ritter v. Aull und Dr. Koreff aus Prag, Dr. Peter Ritter v. Hryszkiewicz und Dr. Raisky aus Lemberg. — In der Nacht zum 23. d. wurde, wie der Grazer „Tagespost" berichtet wird, in das Amtslokale des Hauptsteueramtes in Marburg eingebrochen. Die Diebe wurden bereits von der Gendarmerie aufgegriffen. Sie verübten den Einbruch durch das Fenster, nachdem sie die eisernen Gitter entfernt hatten. Sie stahlen nur fämmtliche Bureau» rücke. — Am 22. d. fand inKlagenfurt die Eröffnung der Ackerbau- und Bergschule statt. Inspektor Seeland erörterte, nach Bericht der „Klagens. Ztgin einer Rede die Genesis der Bergschule und schloß, anknüpfend an den Wahlsprnch Sr. Majestät: „Viribus unitis“ — da auch das HauS fein Entstehe» vereinigten Kräften zu verdanken hat — mit einem „Glückauf!" auf den Kaiser. Statthalter Graf Lodron sprach seine Freude über da-Gedeihen der beiden Anstalten aus, mit dem Wunsche, das Kapital möge reichliche Früchte tragen. Schließlich ergriff der Sectionschef des Ackerbauministeriums Baron © ch r ö -finget das Wort, um seiner Befriedigung über diese-edle Streben, dessen Zeuge er in Klagenfutt war, Ausdruck zu geben, mit dem Wunsche, daß dieses Streben von glücklichem Erfolge begleitet fein möge. Sodann erfolgte die Besichtigung des Schulgebäudes. — (Aus der Bühnenwelt.) Die Tagesblätter haben vielfach auf die erstaunliche Fruchtbarkeit G. von Mofers hingttmefen, welche den deutschen Bühnen zugute kommt. Diese Produktivität wird nun durch den Umstand erklärt, daß die sämmtlichen letzten Stücke, die bis jetzt unter Mosers alleinigem Nomen annonciert find, wie „Die Raben," „Der Sklave," „Mädchenschwüre" und diverse Einacter, zweier Verfasser Werke sind: MoserS und deS bekannten Schauspielers Stanislaus Sief fer, welcher jetzt aus seiner Anonymität heraustritt und nächstens mit einigen selbständigen Arbeiten debütiert. — (Landschaftliches Theater.) Laibach den 26. September. J. B. Die gestrige Theatervorstellung, ein mixtum compositum von Deutsch und Französisch, verlief flüssiger, als die Mischung des vorangegongenen Abends, sie trug den Stempel des guten Einvernehmens zwischen den Vertretern des deutschen und französischen Idioms. Trotzdem und obschon auch Direktor Fritzsche sich fest ins Zeug warf, war das Haus, Logen ausgenommen, womöglich noch leeret als das erstemal, jedoch bemerkte man an beiden Abenden, vom französifchen Elemente angezogen, die Elite der Gesellschaft. Die Komödie von Mr. Batriöre: „Le piano de Berthe“ behandelt eine Liebesepisode aus der Jugend eines gewissen Frantz, eines Musikers, der feine musikalischen Kenntnisse in Paris zur Geltung brachte. Er tritt bei Madame Berthe de Beaumont gleich anfangs mit einer solchen Zudringlichkeit auf, daß ihm diese in Gegenwart ihres Kammermädchens Julie mit den verhängnisvollen Worten die ThÜre weist: „Julie, eclairez Monsieur“, waS abends fc viel bedeutet als bei Tag: Allez-vous promener, welche beide Ausdrücke vonfeite der viel umworbenen Dame Verachtung ««deuten. Im Verfolge weiß Frantz durch Ge» fang und Musik am Piano Bertha's feine Zudringlichkeit wett zu machen. Er versöhnt die junge Witwe bis zu einer ohne weitern Widerwillen aufgenommenen Liebeserklärung, welche, da Madame den kühnen Bewerber als musikalischen Lehrer aufnimmt, interessante legons zur Folge haben mag. Alle drei beteiligten französische» Schauspieler spielten mit Verve, was man so platt sagt: comme il faut. Das einzige Wort „Frantz" aus dem Munde der Mlle. Scri-oana klingt „einzig" und charakterisiert die echte Französin pur-sang. Sie war ravissante. Alle drei wurden wiederholt gerufen. Der Schwank von Bittnet: „Dome-stikenstreiche" und das Vaudeville von Schneider : „Kurmärker und die Picarde" find hier sehr bekannt, wurden recht lebendig abgespielt. Die Picarde Mlle. Scrivana machte die Vorstellung um so pikanter, als die wenigen deutschen Worte > Ihre- ParteS köstlich betont touttitn. Bei dem Kurmärker vermißten wir den sonst üblichen kleinen Effect, beim Tanze FLustlinge anznzieben. um der galanten Französin gegenüber deutsche Lourtoifie zu zeigen. Im übiigen war der vhrfeigenwüthige «rrmärker ganz draller Soldat. — Die Karce: „Lord Waterproof » Graz“ ou ailleure, hat Mr. De-champs sür sich geschrieben und mit der bescheidenen Bezeichnung: „pochade“ so viel wie: croquia belegt, um sich dem Publikum als Engländer und ©äug« vorzusühren, sofort den Künstler nach allen Seilen zu entfalten. Er radebricht daS Englisch-Französische gewandt und zeigte sich auch, wie man schon im „Piano de Berthe" an der Seite der ebenbürtigen Sängerin Scrivana bemerkte, im (Besänge routiniert. Stimme und Bortrag beider läßt musikalische Feilung nicht verkennen, und schließt sich auch hierin im Bunde die dritte Mllc. L a c r o i x als Julie femme de chambre löblich an. Zu dem gestrigen Schlußworte sei noch zum Abschiede beigefügt: „Si voua revenier ä temps et ä point vous seriez toujours lea bien venus!“ Zielen beitten wvü.n, jo zeigen sich solche Erscheinungen nicht minder auch im Leben der Schule. (Fortsetzung folgt.) Abonnements-Einladung. Mit 1. Oktober 1877 beginnt ein neues Abonnement auf das „Laibacher Tagblatt." Bis Ende Oktober 1877: Kür Laibach......................— fl. 70 kr. Witt der Post.....................1 fl — kr. Bis Ende Dezember 1877: Kür Laibach......................2 fl. 10 kr, aiiit der Post....................3 fl. — kr. Für Zustellung ins Haus monatlich 9 kr. W Auf das „Laib. Tagblatt" kann täglich abonniert werden, doch muß das Abonnement immer mit Schluß eines Monates ablaufen. Briefkasten der Redaction. An den geehrten Ausschuß deS Arbeiter-Bil-ungSvereins in Laibach. Die Generalversammlung vom 23. d. M. hat einen Beschluß gefaßt, womit der am Schluffe unseres, in der 217. Nummer an leitender Stelle leheiiden Artikels: „Ein neues Programm der Social' Demokraten" verkommende Passus nicht als der Ausdruck der öffentlichen Meinung anerkannt, sondern als Beleidigung angesehen und mit Entrüstung zurückgewiesen wurde. Wir verweisen die angeblich Beleidigten aus den in der „Neuen teien Presse" vom 19. d. M unter demselben Titel er* chienenen Artikel, der den beanständeten SchlußpassuS in chärserer und ausgedehnterer Form bringt als daS »Laib. Tagblatt." Unterrichtswesen. (Fortsetzung.) Mendelssohn sagt: „Mir ist nichts widriger, alS ein Tadel der Natur, man hat mit demselben keine Elle der Anlage und dem Talente -»gesetztwol aber möchten wir hinzufüge»! „dem Schüler Beist zerstörende Mutlosigkeit beigebracht, denselben in seinem fleißigen Streben gestört Wenn eine solche Aenßerung auch thatsächlich begründet als ganz überflüssig zu betrachten ist, mit welchem Maßstabe müssen wir erst eine übereilte und irrige messen. Und wie oft begehen mit diesen Uriheilen manche Lehrer die größten Jrrthümer, wie oftmals äußert man weg werfende Unheil« Über natürliche Anlagen, eben weil es IheilS eine triviale pädagogische Mode ist, gleich beim ersten Zusammentreffen hier Talent, dort Blödsinn und geistige Beschränktheit herauszuwittern und dem Knaben dieses vermeinte Gebrechen in den schnväusigen trivialen Termen vorzuhaltni, theils aber, was noch schlimmer, als Palliativ eigener Unbeholfenst dient oder aus dunkler persönlicher Abneigung geschieht. Wol strebt der junge Fichtenstamm auch durch dichtes Steingerölle unter Mangel eines nährenden Erdreiches in die Höhe, seine Natur treibt ihn trotz der feinem Streben entgegenwirkenden Umgebung »ach oben. Wie herrlich jedoch wäre dessen Entfaltung gewesen, wenn die Umgebung mit» geholfen, wenn dieselbe in mehr freigebiger Weise seinem Wachsthum emporgeholsen, seinem Emporstreben eher hold als feindlich sich «wiesen hätte? Wie ähnliche Analogien mit dem Schicksale dieses wackeren Bäumchen« bietet nicht daS menschliche Leben felbii. Dieses feindselige, jedes edle Emporstreben erdrücken wollende Serölle sind in der Gesellschaft jene negativen Genies, die den Mangel positiver Fähigkeiten und wahren inner» Werthes durch Wortreichthum, durch abjprechende Kritik zu ersetzen glauben und im großen Troß der Halbgebildeten durch die Blasiertheit ihre» Benehmens, durch triviale Spott-und Tadelsucht im stande sind, einen gewissen geistigen Ter-rorismus auZzuilben. Stets besorgt um ihre durch den genannten Terrorismus errungene Stellung, durch welche sie die Gesellschaft solcher Halbdenker deherrfchen, dem einen Fähigkeiten, schöne Eigenschaften, dem ander« Untugenden, Mangel an Bildung und GeisteSgabrn dekretieren, ist ihnen keilt Mittel zu schlecht, um Männer, von denen sie verdunkelt zu werden vermnthen, gleich im Anfänge aus dem Felde zu schlagen, vergessen jedoch, daß die Anerkennung alles Großen und Schönen das Emblem einer genialen Nation sei. Die äußere Hülle einer gewissen Unbeholfenst, Mangel geselliger Romine, durch welche doch hie und da der innere Werth durchbricht, find für solche Meister schmähender Kritik Behelfe genug, um solche Rivalen nicht auskommen zu lassen, ihnen die Möglichkeit, zu irgend einem Ansehen zu gelangen, durch alle kleinlichen Hausmittelchen entziehen wolle». Findet der strebsame Mann schon im ernstlichen Kampfe des Lebens, das die Eharakttre bildet und stählt, eine große Fülle solchen BrrölleS, welches das geistige Wachsthum be flabter Naturen in neidischer Weise behindert; — findet er schon hier Pvottusgeflalten, die so manchen in dessen edelsten Witterung. Laibach, 26. September. Angenehmer sonniger Tag, schwacter SSO. Wärme morgens 7 Uhr -j- 7 4', nachmittags 2 Uhr + 12 0° C. (1876 + 18'9°; 187.-> + 15 0° C.) Barometer im Steigen, 740 44 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme + 9 3, um 4 6" unter dem Normale. Angekommene Fremde am 26. September. Hotel Stadt Stilen. Seydler, Supplent, u. Diedterman Josefine, Graz. — Petsche, Privat; Ranzinger u. Wenzel, Gottschee. — Majoii, Mannsbnrg. — Nodnausky, Kfm., Rozadegy. - Fuchs, Besitzer, Oberkrain. — Koppmann, Eckstein, Kflte.; Fleischman», Oberländer, Brandt, Re, sende; Wolheim, Ingenieur, und Steiner, Wien. — Lezar>ch, Fiume. — Äoirnsky und Kacskooits, Kaposvar. Hotel Elesant. ZmtarSie, fiausmon, Maas. — Zwölber, Pfarrer, Golagoizia. — Kleuicntini, Prof., Venedig. — Lhotta, Schäfer, Reisende, und Landers, Wien. — (Sra Thurn, Lieutenant, Salzburg. — Waizmann, Marburg. — Munk, Ingenieur, St. Peter. — Ogrinec, Professor, Vinkovce. Hotel Europa. Troger, Restaurateur, Olmütz. — Dejak, Handelsmann, Triest. — Petschar, Doktorsgattin, Spittal. — Honnlhak, Rath, Franz. — von Gaspur, Advokat, Ungarn. Kaiser von Oesterreich. Hoievar, Loitsch. — Hirschen selber, Lees. Mohren. Kraus, Kfm., SiSi. — Kraus, Kfm., Gurkfeld. — Gregoretz, Billach. — Strlzko, Lemberg________ Verstorbene. Den 25. September. Johann Podslep, Instituts armer, 69 I., Vcrsorgungshans, «chlagflnß. ititorga retha Drobue, Taglöhnersgattin, 69 I., Schießstättgasse 91t. 8, Lungenewphysem. — Franziska Ogrin, Spinnfabrik» Arbeiters Kind, 22 Mon., Polanadamm Nr. 48, Lungen lährnung. — Slmalia Sftijditier, Bahnhos-ArbeiterSwitwen Tochter, 20 I., Polanafttatze Nr. 58, Lungentuberkulose. Telegramme. Budapest, 26. September. (F r u cd l b ö r s r.) Prima-Wei^e^, per Meterzentner 80 Kilo effektiv wiegend, kostet 12 fl. 35 tr., Mühlen reserviert, wenig AuSgebot; Usance-Wei;en 11 fl. 10 kr. Konstantinopel, 24. September. Schefket Pascha meldet heule: Zwanzig Bataillone Infanterie und ein Regiment Kavallerie schlugen die auf dem Wege befindlichen Ruffen und rückten in Plewna mit Lebensmittel- und MunitionSlranSporlen, welche ie geleiteten, ein. Bon Mehemed Ali Pascha wurden keine Nach» richten veröffentlicht. Konstantinopel, 24. September. Der Gouverneur von Plewna telegrafiert, Oeman Pascha 'chlage fortwährend die russischen Angriffe zurück. Konstantinopel, 25. September. Die die türkische Redoute bei Plewna angreifenden russi-chen Truppen wurden am 18. September mit einem Verluste von 1000 Todlen zurückgeschlagen. Suleiman Pascha vertrieb die Ruffen in Bulgarien am 23. September aus dem Dorfe an der Jantra zwei Stunden von Gabrowa. Gedenktafel über die am 2 8. September 187 7 staltfin denden Licitationen. 1. Feilb., vosijaniii'sche Real., Smerje, BG. Feistriz — 1. Feilb., Zenkmc'sche Real., Sarnbije, BG. Feistriz Reass. 3. Feilb., «rudar'sche Real., Pechdorf, BG. Ru- dolfswerth. — 2. Feilb., Meierle'sche Real., Bornschloß, BB Tschernembl. — 1. Feilb. Absez'sche Real., Vertäte, BB Möttling. — Reasf. 3. Feilb., Tomsii'sche Real., Batsch BG. Feistriz. — 3 Feilb., Bizjak'sche Real., Unterkoschana BG. Adelsberg. — Rellc. Verch'scher Real., Unterfemon, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Lipoglovsek'sche Real., Apncnik, BG. «atschach. — 1. Feilb., Pouch'sche Real., Oberkoschana BG. AdelSberg. Am 29. September. 3. Feilb., Klun'sche Real., ffleinbcrdo, BG. Senosetsch — 3. Feilb., Kveder'sche Real., Stefansdorf, VG. Laibach. — 3. Feilb., Ssioj'sche Real, Bresowiz, BG. Laibach. — 3. Feilb., Tancig'sche Real., Oberigg, BG. Laibach. 3. Feilb., Krasna'sche Real., Bndanje, BG. Wippach. 3. Feilb., Slnbav'sche Real., Gotsche, BG. Wippach. - 3. Feilb., Martiniii'sche Real , Senosetsch, BG. Senosetsch — 2. Feilb., Bergant'sche Real., Äertina, BG. Egg. — 2. Feilb., Soetic’sche Real., Moräutsch, BB. Egg. — Iste Feilb., Zobec'sche Real.. Niederdors, BG. Reisniz. - 1. Feilb. Simonii'sche Real, Boldresch, BG. Möttling. — 1. Feilb, Jtlemenfii’sche Real., Selo, BG. Möttling. - Reass. 3. Feilb Zorc'sche Real., Mitterdors, BW. Oberlaibach. — 2. Feilb. Baljavec'sche Real., Unterschischka, BG. Laibach. Theater. Heute (gerader Tag): O, diese Männer! Schwank in vier Aufzligen von Julius Rosen. Herren-Wäsche, eigenes Erzeugnis, solideste Arbeit, bester Stoff und zu möglichst billigem Preise empfiehlt C. I Hamann, Hauptplatz Nr. 17. 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Siebevbürg. klugarv Aotten, Üngto-Bank . . . , Äcebitanftatt ... ßevofitenbant . . , 6ecom#te-Hudelt , Franco »Bank . . penbcMBant . . . »tationalBant . . Oeft. »antgefeOI. .Inion»Bant . . . t«cr!ihrsban . . . Ülsöld-B-Hll . . Hart iinbtoigbabn ikarl. Llif.-Bahn «tai|. Kr. Oofcföb gtoatebabn . . . Südbahn........ 75 75 70 80 100 50 100' 211-76 212 166 —1160-740— 17*0- 850 — |85S*- 63*50 64-88.--] 99 116-60 117 240-60 216 177— 178 134 — 185 262-50 2(8 71-76 72 76 60 Lose. Ärcbit»