P ranumerations-Preise: Fur Laibach: Eanzjiihrig . . . 8 fl 40 fr. Halbjiihrig . . . 4 „ 20 „ Bierlcljithrig . . 2 „ 10 „ Mviiatlich „ 70 „ Laibacher l'i i t b it Post: Ga:i;jiihriq . . . II fl. — kr. Halbjahrig ... 5 „ 50 „ BiertcljUhrig 2 „ 75 „ gilt Zustellung inS HauS vier-Kljiihrig 25 kr, monotl. 9 tr. Binzelne Nummern 6 ft. Nr. 114. agblatt. Anonyme Mittheilungen werdea nicht beriickstchtigt; Manufcripte nicht zurtickgcsendet. tHeecttUm: Sahnhofgosie Nr. 132. Expedition- & In sera ten Bureau: livngrehplay Nr. 81 (Buch handlung Boil Jgn. v. Klein, mayr & Fed. Bamberg.> InsertionS-reise: gilt die einspaltige Petit,eite š 4 tr., bet rweinwliger Ein-Ichaltnng 4 7 ft., dreimaligei k 10 tr. JnsertionSstempcl jedeSmal 30 fr. ©et grLheren onfctaten nr.O bftcrtr Einschaltung enkspre, chender Rabait. Montag, 19. Mai 1873. — Morgen: Bernard. 6. Jahrgang. Unsere Schnlzustiuide. (Schlutz.) Und toit steht es ntit der Amtsfiihrung deS Ortsschulrathrs? Zuschriften, die vom Bezirksschul-rathe an den Ortsschulrath gelangen, werden ent-weder ad acta gelegt oder z erri s s en, und wenn dann spater der Ortsschulrath vom Bezirksrathe gedrangt wird, auf die erwahnten Berichte in be-stimmter Frist bei Vermeidung der Strafe zu ant-toortcn, dann wird wieder uber die neuen Schul-gesetzr ekclhast gcschimpft unb gepoltert, und zuletzt with bed) nui' der Vetter der Schnlc ben Bericht a» ben Bezirksschulrath verfasftn unb abschicken. Don ben cingelaufcncn Zuschriften werden die Letter der Schule nie verstcinbigt. Die monatlichen Orts-schulralhssitznngcn roerbeit fast nirgenbS abgc-Wtcit; nnr boit, too bic Lehrer tie Milglieber beS Ortsschulraches zu beu Sitznngen brtingett, gcfchieht ef'r ^ ma~ etroa breimal im Jahre verfam-tfrclt, vm iibcr Schnlsachen tin Wort zu redcn. Unlangst war in eincm Circnlarc zu lesen: „Jn Sch. bestclst gar icin Dtteichulrat^". Aber auch an manchen andern Ortcn bestehen kei.ie Ortsschulrathe, ober roenil bies aud) der Fall ist, so bcstehm die-felben nur bem Namcn nach, - Lebcnszejchcn geben sie aber keines von sich. Zu ben Obliegenhcilen beS Ortsschulrathes gehiirt insbcsonberc bic Schulbeschrcibung ober bas VirzeichniS ber schulpflichtigen Kinder am Ansang des SchuljahreS. Datz unsere Ortsschulrathe biesei. gesetzlichen Bestimmnngen grohtcntheils nicht nach-tomuten, ergibt sich auS bem vorhin Gesagten von seibst. Das Berzeiehnis ber schulpflichtigen Kinber, die Ausweise iiber die Schulersorbernisse u. s. w. mntz zu seinen anberen Obliegcnheiten ber lehrer vcrfasseu. Auf ben armen Lehrer werben bann ge« wohnlich auch bei vorkommendcr Schnlvtsiiation alle Mangel unb Uimrbiiungcn, an beitcn die Schule kraukl, gewalzt; bem Lehrer mirb auch bie gauze Gehassigkeit aufgebiirbet, welche bic Anzeige ber Schulversattmnisse rcgelmiihig in ihiem Gefolgc hat. Nach bem Gesetze hat der Ortsschulrath die pslicht-vergcssenen Ellern zu etmahncn unb bei sortacsctzler Bersaumnis bie Anzeige on ben Bezirksschulrath zu leiten. Nun werbcn aber Schnlversaumnisse von den Ortsschulrathen entweder ganz und gar nnbeochtet gelassen oder aber ohne vvrgcingige Waruung ber Eltern bem Bezirksschulrathe zur Amtshanblung an-gezeigt. Werben nun bie Eltern gcslraft, jo raunt ihnen so ein Hochwiirdiger inS Ohr: „Schaut, baran ist nur ber Lehrer schulb, bas sinb bie Aolgcn ber ncueii Schulgesctze", unb so sort im gewohnten Slylc. Aber, folltc man mtincn, wenigstcns jcnc Organe, treldje bie neuen Schnlgesetze als gotilvs ver-schreirn, wiirben boch bem so verhahleu mettlichen Un-terrichte ein Gegengewidit sd^asfen unb fur orbcnt-lichc ©rttjeitung bes NcligioneuiiteirichteS sorgc-tragen. Ist ihnen bod) burch bie neuen Kesetze in biefcr Bezikhung unbeschrankke Lollmacht cinge-raumt. Aber man tour be sich gmtiltig irrcn, tvoiite matt an strenge Pflichterfiillung unser flericaleti gieuiffeton. i'liftreifcii unb Rciselust. Dr. Erdmann, Professor in Halle, hielt un-,cinev leichten und humorislischen Weise £ ■ Reisen, Don bent wir in bicser @ai|on ber Lustreisen cmigeS mittheilei, mollen : n im die Welt zu fehen. DMer fo Sew°hnl.che Ausdruck ist ei.entlich sonber-bar, ba man boch schon nor bCr Reise in ber Welt war; er oerltett aber alles feftfaute, rocm, wir Korin ftatt bes Wortes Welt vielmchr d»s Sehen bitonen. Zuniichst namlich sieht von der jhn um-gebenbeu Welt ber Mensch hcrziich tucu:g; er latzt flir sich sehen, benn QiUcrc trzShicn ihm, was fie iicfehen haben, fa gen unb schreibtn ihm vor, was die Dinge sinb, trie sir heiheu, mie vicl sie geltcn. Unsere Kunde vou der Welt isl Tradition, bestcht Horensagen. Er>l wenn wir von den uns Bor-icheudcu unb 33ot'ip»echenbeu locfontmen, jangctt wir seibst zu sehen', cine eigeitc Ansicht zu gcmnnčn: daruui bod, wo wir sie verlassen, abrciscn. Der Nisciidc Giilhe schrcibt ben Frennden: du'ch Zcichnen Unb Malen im Sehen grubt, wollc er jctzt sehen, nur seden. Und er schreibt es nicht nur. (Sine be schwerliche Tour wird ititlernotnmtn, urn zu sehen, was er in bcti Aitcn ta<<, bast Sicilieri RomS Korn-kainmer; feit cr fie gcsehcn l)a#, bie iSuchtcif Sici-licnS, habcn Homers Bergleiche cine fast erschreckenbe Wahrhcil; knrz, er r.ist hierhin tins borihin, weii er nie gen tig setjen fatttr, unb and) wir benetben jedeu Bielgcreisten, toeil er soviet g,seden hat. Die Berwandlung bes in ber Heiniat Tra'bilionedcn in felbsigcsehcned unb cigenc Ansicht, so getvitj sic er= leichtert wird burch Trennung von beiten, welche die Tradition ntachen, mutz moglich boch auch baheitn fein, benn son ft bliebc jeber Nichtgereiste zeitlebens ein Nachsprecher. Dagegeu weist auf cine anbere Frucht, die nicht nur fchneller, sondcrn allein auf Reisen gebeiht unb reift, ein zw ilcr unb geltiufigcr AuSbruck hin, nach dent ber Rcisendc in ber Aremde rneitt, also bort, wo man nicht nur vorerzahltes I'elbst, sondcrn wo man solcheS sieht, von bein' un-fere Borerzcihler nichts roiffen, ncues, bis bahitt unerhortes. Mit Mesen bereichert sich, ber in die fsreinbc jog, unb wenn die Berbichtung bes Ueber« licfertcn zu eigener Ansicht ben Geist oertiefte, so wird cr trnrch bie Aneignung bes Fremben anSge-dthnt und evweittrt. — BeideS, daS Gewinnen eigener Anfichten und bic Bercicherung init dein Freunde fo inibebingt glattben. Es gibt in Krain Schnlcn — unb in fchr bebeutenber Anzahl —, in welchem ber Religi onSunt erricht gar nicht oder n ur fchr m a n g e l h af t unb na chliif -fig erthcilt tv i r b. An einer Schule flcschah es, bah bie Kinber schon das zweite Jahr weber bei ber ersten Beicht noch bei der ersten Communion waren; bie Kinber in ber ersten Klasse erhicltcn namlich burch brei Jabrc gar keinen Religionsnnter-richt, wahrend sich die Kinder der zroeiten Klasse mil einer Stunde rnonaMich begniigeti mnhten. Unb was sagt ber Borsitzende bes Ortsschulrathes bazu ? Nichts; hochften# wird der Lehrer gemahitt, ben sehlendeit K’atccheten zu ersetzen. Da fantt man wohl frageit: Wer gefahrdet am inelftcn bic Religion, diejcnigen, welche dttrch Gcsctzc fiir rcgeltnfi |ige Erthcilung bes Religionsunterrichtes in ber Boiksfchule norgeforgt, welche bie rel,igivs-si!tliche Erzichung als obersten Griinbsatz allcr Menscheu-bilbttnq aufgeftcllt, ober biejenigen, weldje ihre uder-nomincne Pflicht aufs gerniffenloicfte verabfaurncn ? Soll das ncue Werk gedeihen, die Dolkkschule auch in Krain bennaleinft in gesunber Frische em-porblnhen, 10 tnftssen tranftjafte AuSwiichse, rcie Unfcnntnis, Pflichtvergessenheit in den leitenden Or-ganen, IHattgel an Sclbstiinbigkeit, Sichgiingeln-lassen, bic leibigcti Riuisichten auf ben schulseinbli-chen Psarrcr unb Kaplau bei ben Lchrcrn u. s. w. als folcbe moglichst balb erfannt und beschnitten werben. (Sine Hauptanfgabč ber Lanbesregierung muh es fein, alle zur Hcbung ber Schnlc beruscncn bisher Unbefannten, vereinigt sich, wo man bic tigcncn Ansi*(ctt gegcn srenibe vertheibigt ober auSiauscht, im Gespriich unb Untgang mit fffembcn, wo sich bie fdjarfen ($cfdn ber gleich KrystaUen anschietz n> ben A»fichtcn abichleifen unb nbfunbett. Ebeti barittn ist es bic wichtigste Frnchl des Reisuis, auf welche ein britter unr wohlbcfannter Name besselben hin-rocist, nach welchem rrisen untcr Leulc foinmeit heigr. Alle brci Auebtudc aber wurden ziisammen-geiietlt, um-bitrch Rcdttciion auf cine allgcmeind ^ormel anjugeben, was bentt cigentlich olle Welt vom Reisen crroartet ober tvorauf bic Lust dazu gcht? Wenn id) als biescs Ziel bie Setanntschaft mit mSglichst viclem ticuem, ober auch: mSgltchft viele ncue B-kanntschasien angebe, so glaube ich eS gctroffcn zn habcn. Der oberflachlichc Ausbrurf Bc-fanntichast schlieht bie Gesunbheiis-, G schSfts unb wisscnschasilichen Rdifcii nut ihrcn crnsteren Lebens-uttb Erkcnntniszmecken aus, unb in ber Mehrzahl gebrancht, crinnert cr vor allem tin bcti Vcrkchr mit SDicnschen. Wo in ber Natur cin Korper sich v-rdichtt^ burch Aufnahrne con Sloffen sich ousbchnt unb nach Qupcn sich abruubct, sagt man, tr forme ober tMe f'ch- Da gerabe biefe brci 2?er5nberun^en mit be\!i Rnscnbcit Dorciiiigcn, so ist bas Reisen in it Recht Organe pflichteifrig ju machcn, sie uber ihren Wir-kungSkreiS aufzuklaren unb sie den schulfeindlichen Einflussen zu cntreitzen. Dazu bicnen vor allem han-fige Versammlungen der Bezirks- und Ortsschul-rSthe und Beiziehung dieser Korperschaften zu den Lehrertagen. Vor allem muh rasch gchandcll mer-den; denn menit irgendwo, so ist hier Gesahr im Verzug. Schon springen die abgesagten Feinde un-seres Volksschulgesctzes in freudiger Erregung und pfeifen ihr Liedlein immer lauter, je mehr routibc Stellen am heimischen Schulwesen zutage trelen. Politische Rundschau. Laibach, 19. Mai. Inland. Bei der erhohten Wichtigkeit, welche diesmal bent Ausfalle ber Wahlen in Bohmen inne-wohnt, wenbet sich bie allgemeine Aufmerksamkeit mit Recht ben Verhandlungen des deutsch-bohmischen Parteitages zu Teplitz zu. Die Erwartung, welche die Verfassuugsfreuude an diefc Versamm-lung kniipften, ward nicht getauscht. Die Theilnahme der ^Liihler aus alien Gauen des Landes war eine auherordentliche, die Stimmung eine gehobene, die Beschluhfassung eine einmuthige. Die Stadt Teplitz prangte am Tage des Meetings in reichem Flaggeuschmucke, die Hauser waren mit Blumen und grimcm Gezweige geziert. Die osterreichischen und beutschen Farben herrschten ausschliehlich bei der Deconerung. Die Abgeordneten, an ihrer Spitze Herbst und Plener, wurden mit tausendstim-Miigtn Hoch am Bahnhofe empfangen und vvm Burgcrmcister mit eincr bcgeiftcrteu Ansprachc be-grilht. Herbst erwiderte unter aflgeitteitier Aufmerksamkeit ber Anwesenden. Er erinnert an die Hoheu-wart'sche Zeit, an die Lerhiiltnisse, in welchen ba-mals bie Deutsche« sich besanben, und zieht eine Parallele zwischen heute und bamals. Heute wie bamals herrsche Einigkeit, und heute sei sie boppelt werlhvoll, roeil sie ben Beweis liesert, bah die Deutschen nicht nur einig sinb, wenn es ben Kamps urn ihre Existenz gilt, sondern auch dann, wenn es gilt, ertungenes zu behaupten, und weil femer bicfe Einigkeit beweist, bah das Werk der Abgeordneten seit damals die Zustimmung und Befriebigung der Bevolkerung sand. Nachbem ber Rebner ber Stabt Teplitz unb ihrer Biirgerschast, bie stets patriotisch-osterreichisch und deutsch fiihlte und treu stand zu Reich und Berfassung, den Dank ausgesprochen, be-wegte sich der Festzug unter cnthusiastischcn Zurufen des Volkes in die Stadt. Nach dret Uhr nachmittags begannen im Saale deS SchiitzenhauseS unter Dr. Herbsts Settling die Verhandlungen, die sich zu einer glanzenden Ver- tin Bildungsmittel genannt warden. Dann aber ist es auch, da daS Gefllhl gefteigerten SichbildenS immer mehr Genuh ist, Genuhmittel. Dabei ist voraus-zusagen, dah, wie die grtisjte FSrderung, so ben grShten Genuh bie in jungen Jahren unternom-menen Reisen gewahren miissen; vor allen die ersten. Der unter Aufsicht gehaltene Knabe, der keine An-sichien haben soll, wird auch nicht auf da» Felb, auf bem sie wachsen, auf Reisen gelassen, sonbern wenn die Eltern reisen, oder eine Klassenfahrt statt-hat, mitgenommen. Auch dieser hat . zwar noch nichtS selbst gesehen, aber sflhig dazu und darnach vrrlangend, bringt er eineti Geist auf die Wander-schaft mit, welcher der eben praparierten Lichtbild-platte gleicht, bie weder mit Bilbern bedeckt, noch im Muhiggange geschwarzt, jeden Eindruck aufnimmt unb behalt. Neu unb fremd ist ihm viel mehr alS bem Aelteren, nSmlich AlleS. Der Pflug. bet anderS geformt ist alS zu House, der Baum, welcher baheim nicht mehr fortkommt, da« Haubchen auf dem Kopfr eineS MadchenS, daS tlnen fremden (alfo reizenben) Dialekt spricht — alles ist so fremd unb neu, datz eS sich urn so mehr einprSgt. Endlich jeder Mensch, mit dem er zusam-mentrifft. ist ihm, der nie einen Unbekannten urn AuSkunft tinging odcr ihm tine gab, mertroflrdig, und selbst datz er (wa- gewiihulich geschieht) die trauenSkundgebung fur die deutsch-bohmischen Partei-siihrer gestalteten und in folgeitder Resolution gt-pfelten: „Der Parteilag ertlart, bast das dcutsche Volk in Bohmen, roie bisher, so auch in Hinknnft an jenen Grundzedanken und Zielen seines nalioiialeu und politischen Strebens unverri'tckbor festhalten werde, fur welche es mit jederzeit bewahrter Einmiithigkeit und Riickhaltlosigkeit eingetretcn ist unb welche in Ucbeieiuftinimung hiemit stets von feiiten Abgeord-neten im Reicherath unb Landtag mit pflichtmatziger Gewissenha f ti g keit zum zweifellosen AuS-brncke gebracht worben sinb. Indem baher ber Parteitag bie Aufftellung speciell formulierter Programmartilel als iibersliissig, ja ber unerlahlichcu Einigkeit bes beutschen Volkes in Bohmen ablraglich unlerlaht, spricht er zugleich bie Ueberzeuguitg aus, es werden die deutschen Wah-ler Bohmens nur solche Abgeordnete in benReichS-rath entfendcn, welche dem durch die Verfaffung verwirklichtcn osterreichischen St a at s ged at<» ken, glcichwie den dutch sie gewahrleisteten Grunb-lagen der biirgerlichen und religiosen Freiheit in utt* wandelbarer Treue aithangcn, welche in ber Zu -samm eng eh origkei t unb in ber (Sinut iit h ig-keit ber Deutschen aller Lander Oesterreichs die Quelle ihrer Krast und Bedeutung, die Biirg-schast der Freiheit unb ber Macht bes Reiches er-kcniten, welche opscrwillig unb mannhast eiiitreten sitr Recht unb Qnteresfen des deutschen Stammes und zur Abroehr jeder Verkummerung unb Ver-gewalligung seines Wesens unb seiner Silte, welche eublich in voller Selbstanbigkeit unb Unabhangigkeit sich bei ihren Abstimmungen nur burch bie Riicksicht siir bie wahrett Jnteressen bes Staates unb Volkes leiten unb beftimmen iassen." Sowohl die Resolution als auch die dem Partei-tage behufs der Wahlorganisation zur Verhandlung und Beschlutzfassung unterbreiteten Antrage wurden nahezu einstimmig zum Beschluh erhobeit. In ber Schluhrebe betont Herbst noch etnutal bie Einigkeit ber Deulschbohmen, dankt ber Stabt Teplitz unb ihrer Vertretung unb schlietzt mit einettt Hoch auf ben Kaiser und auf bas beutschbohmische Volk. Ansland. Im beutschen Reichstage tuurbe am 14. b. nach sehr belcbtcr Debatte, bei welcher sogar ber Bnnbesbevollmachtigte fur Lippe, Flotiwell, nur mit genauer Roth einent Orbnungs-rufc entging, ber vom mecklenbnrgischen Deputierten gestellte Antrag, auch in Mecklenburg eine aus Wahlen ber Bevolkerung hervorgehenbe Vertretung eiiv zusuhren, deren Zustimmung bei jedem Landesgesetze unb bet ber Feststellung bes Staalshaushalts-Etats fliichtige Reisebekanntschast itberschatzt, wirb ihm etn Grunb, urn so achtsamer auf jebeS Wort zu merken. Kurz, es vereinigt sich hier alles, was bilbet, und es begreift sich, bah mancher Jiingling van seiner ersten Rcise nicht nur gebraunte Wangen, sonbern so befestigte Ansichten, einen so erweiterten GesichtS-kreis unb solche Fahigkeit, Rebe zu stehen, zuriick-brachte, bah man den scheuen, bloden Menschen taunt toieder erkannte. Schon die zweite Rcise konit solche Wunder nicht wirken, bartim aber auch nicht solchen Genuh gewahren. Sehr vieleS ist jetzt Wiederholung; dainit es reizend set wie bas erste mat, muh es durch irgend ein Rassinement gewiirzt werden. Da man tein Gewiirz umfonst hat — dies ist cm Privilegium nur bes Tobes — so ist es cine Selbsttauschung, wenn Rculinge im Reisen zu sagen pflegen: Wiederholte ich jetzt ttteine Reife, ich machte sie wohlseiler. Viel wahrscheinlicher ist, bah sie bas Doppelte fasten wiirde. Unb ebenso tauschen sich die, welche dem Alten, dem alles „fchon dagewefen" ist und ber es betlagt, bah die Reisen immer tostdarcr unb gennh-loser werden, dies so auslegen, als wenn dem Filz die Kosten den Genuh vcrbittcrn. Gerade umgetehrt: die Gennhlosigteit vcrmchrt die Kosten. Man reist, urn Bckanntschasten erst zu machen; je mehr unS bekannt, urn so mehr muh rafsiniert werden, urn erforderlich ware, mil uberwiegender Mehrheit an« genommen. Der ueue preuhifche Handelsminister, Dr. Achenbach, debiitievte ant 15. d. im Abgeordneten-hause ersolgreich mit einer Rebe zugunsten ber Eisenbahn-Anleihe, welche, nachbent auch ber Finanzminister Camphausen unb LaSker fur biefelbe eingetveten waren, mit groher Majoritat angenom-tneit wurbe. Wahrscheinlich nicht mit bent namlichen Gliicke wirb Dr. Achenbach vor dem Herrenhause befteheit, welches an ihm fur die Demission bes Grafen Jtzenplitz Revanche nehmen zu wollen scheint. Es ist bekanntlich ein Herzenswnnsch ber Regierung und aller Liberalen, batz bie Eisenbahn-Anleihe noch in biescr Session befinitiv beroilligt werbe. Eben beshalb aber fteinint sich bas SlbgeorbnetenhauS da-gegeit und will toieder ben namlichen Commisfions-Schwinbel wie mit ben Kirchengesetzen ausfiihren. Damit ware aber die Bewilligung der Anleihe auf die nachste Session htnausgeschoben, denn aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Landtag schon im Leginne der nachsten Woche geschlossen werden. Aus ber breslauer Diocese werden in kurzen Zwischenraumen Erklarungen katholischer Geistlicher iviber das Unfe HI barkeitS-Dogma gemeldet. Wie kurzlich ber tocltberiihmte Bienenvater, Pfarrer Dzierzon, so hat auch ber Domherr Richthofen ben Beschliissen des letzteit Eoncils bie binbeitbe Kraft abgesprochen. Der Wiberrns ber friiheren Unter-roersung unter das Dogma deutet wohl darauf hin, bah der katholische Klerns bie nicht miberechtigtc Hoffnung hegt: mit ber nahe bevorstehenden Wahl des n cue n PapfteS werbe bas Enbe des jesniti-schen Terrorismus gekomnten sein. „Bien Public" schreibt officios : „Ein Journal fiindigt an, bah General L e FlS, Gesandter in Petersburg, an die Regierung eine Depesche gesandt Habe, toorin er von der Unruhe spreche, welche die Politik ber franzosischen Regierung seit dem 27. April den beiden Kaisern verursacht Habe. Ungeachtet ber Unwahrscheinlichkeit dieser Rachricht miissen wir unsere Leser vor biesen Mittheitungen women, welche nicht ernsthast find." Ein pariser Eorresponoent der „Koln. Ztg." bemerkt dazu: „Rid)tig ist es aber both, bah vor zwei Tagen ein besonberer Courier mit Depeschen bes russischeit BotschasterS, rooritt berfelbc tiber die Zusammenkunft ber beibett Kaiser berichtet, auf dem hiesigen Minifteriuut des Aeuhern eingctroffen ist. Herr von RSmusat brachte diese Depeschen fofort nach bent Elysee, urn mit Herr« Thiers baruber zu berathen. General Le FlS berichtet namlich borin, dah in Petersburg ein Protokoll betresss ber orientalischen Frage unb ber Stellimg bekanntes in srcmdcs, attes in neues zu verwan-deln. Unb ganz fremd wird es doch nicht. Raffiitierten wir auch wie jeiter Riinter, in dcsscn Reisezelt allabendlich ein Mosaikfutzboden gelegt ward, oder wie jene Romerin, der filnfhunbcrt utit' gefiihrte Efclinncn bie frische Milch zum Morgen-babe tiefern muhten, solchen Ruben unb also solchen Genuh wie von unseren Jiinglingsreisen hatten wir bo 1) nicht. Soll bie« auch nur amtiihernb von bem alteren Manne crreicht werben, so muh cine ganz neue, von ber seinigen wenn nicht bnrch ben Ozean, so boch burch Klima, Bode«, Sprache, Kunst, Alter-thiimcr vollig getrennle Welt sich ihm erSffnen. Erst feit ich erfatjren Habe, welche verjllngende Wirtnng auf den hypochondrischen Vierjiger das zum ersten male besuchte Paris auhern tonnte, verstehe ich, warum Goethe die Reise, die er sein Leben in Ar-kadien nennt, erst von da ab datiert, wo tein deut-sches Wort um ihn gesprochen wird. Weil ich et abet verstehe, deswegen witnsche ich kcinem Jilnglinge, dah er seine Reisen mil eincr pariser oder italit-nischen beginne. Erst wo cin Halbe« Millennium abgelaufen, verjungt sich der Phiinix durch Selbfl' verbrennung: ttahtenb besselbett ist er ohncbicS jung und glucklich. sSchluS filflt.) bet beiden Machte Frankreich gegennber untetzeichnet Worden sel und datz man dasselbe fpater Oesterreich jur Begutachtung vorlegen werde." Die enthusiastischen Auslaffungen bet tussischen Blatter iibcr den Besuch bes beuts ch e n Kai s e rs in Petersbutg beginnen nunmeht, nachdem der kai-setliche Gast die Newastadt roieber vcrlaffen, niich-temeren Raifonnements platz;umachen. Ein Arti-kel des „Golos", desjemgen Slatted, welches man fur das Organ des Kriegsministers Miljutin und des General Jgnatieff anzusehen gewohnt ist, rnacht darauf aufmerksam, dab die Friichte der russisch-preutzischen Freundschaft irnrner nur Preuhen in den Schotz gefallen seien. Auch diesmal werde Deutschland den Lowenantheil von dieser Freundschaft davonlragm, denn es werde durch sie in den Stand gesetzt sent, seine Macht im Jnnern zu consolidieren, Me Agitatoren tiorn Schlage der Bebel, Liebknecht und anderer Mitglieder der ..Internationale" zu unterdriicken und die neu annectierten Provinzen zu gerinanisieren. Allerdings werde auch Ruhland von dieser Freni,dschaft den Vortheil haben, datz es unge-hindert seine civilisatorische (!) Politik im Often werde verfolgen und fur ben Fall, datz der Zeit-punkt zur Losung der orientalischen Frage gekommen fain wird, wenn nicht aus die Mitwirkung, so doch lruf die Neutralist Deutschlands werde rechnen konnen. Autzerdem abet profiliere Rnhland von die-set Freundschaft noch, datz es die Politik, welche Preutzen in Elsah-Lothringen und Posen durchsuhrt, "un auch seinerseits werde nachahmen mussen, indem ks Polen und die Ostseeprovinzcn entgiltig russificiert. Die energische Thatigkeit, die bckanntlich die russische Admiral it at seit der Zeit der Auf-hebung der die Schiffahrt Ruhlands auf bent schwarzen M^ere beengenden pariser Tractate auf balbige Herstellung einer tiichtigen Flotte, guter Hafen und fester Platze tin Suden verwendet, hat sveben wieder ein tiichtiges Stuck Arbeit aufzuwei-sen. Die Werften von Nikolajefl wurden in letz-‘er Zeit mit allem nothigen ausgerustet, urn auch JUtn Baue von Panzerschiffen fur die IM Werden begriffene russische schwarze Mecr-Flotte beniitzt wer-den zu konnen. Bereits ist, wie die russischen Blatter melden, das erste in Nikolajeff gebaute Pan-zerschiff, „Nowgorod", fertig und wird Mitte Mai feierlich vom Stapel laufen. Der Feier wird der Grohadmiral, der Bruder des Czaren, Grohsurst Constantin, beiwohneu, worauf er sich zur Besich-tigung her Hasenbauten von Balaklawa begeben wird. Local- und Provinzial-Angelegenheiten. — (An die Herren AuSsteller.) Laut Kundmachung der krainischen AuSstellungScom- kiinnen die ftir die Erlangung der FahrpreiS-srmatzigung auf den Bahnen zum Befuche der Welt, ausstellung erforderlichen Certificate' fowohl bei der Generaldirection der Weltausstellung in Wien ale anch bei der AuSstellungScommiffion in Laibach behoben werden. Freitag abends gegen neun Uhr an. e el” Kestelschmied der RlldolfSbahu auf dem ge nach Hause in der NShe der fogenannten Zu-ckerraff.ner.e von zwei Miinnern erschlagen. Eine Frau, dre Zeuge der Blut.hat war, machte Arm, und die Pl o£rf?en bU 5tu*‘' nachdem sie ihr Opfer in bte Latbach zu zerren versuch, hQlten Der Er- Wordete hinterlleh eme Wltwe rnh drei kleinen Kindern — (Ernennung.) DaS I. k. OberlanbeS^ grrichtS-PrLsidium hat eine beim KreiSgerichte Rudolf«. Wrrth erledigte OfficialSstelle dem Herrn Franz Klt-Benčič, Ktnzlistenbeimf. k. BezitkSgenchtein Gurk. feld, verliehen. — (Unset Feuerwehrhauptmann Hr. Doberlet) wurde von der freiwilligen Feuerwehr 1® Oberkreibitz'Schiinfeld in NordbLdmen rum Ehten-Uritgliede erwiihlt. — (©pen be.) Auton Moschak, HauSbesitzer «»d Bitrger in Laibach, fpenbett ffir bie hiestge fret. Witfige Fenerwehr ben Betrag von 10 fl. — (Die Maifahrt der evangeli-schen Schnle) ist aufgefchoben, bis bestiindigereS, gutes Wetter eintrtt. — (Zur Besetzung be 8 laibacherBi-schofSfitzeS.) Jnbelreff der geheimnisvollen „Be-dingungen", welche die Minister Laffer und Stre-mayr dem Candidaten des bifchostichen Stuhles grfetzt haben sollen, berichtet der in fvlchen Dingen zuver-laffige „VolkSfreund": ..Ueber Dr. Valentin Miiller alS evenluellen Fitrstbifchof von Laibach waren in letz-tet Zeit eine Menge von brieflichen und telegraphischen Nachnchten im Umtaus, fiber welche wir jedoch aus guten Grllnden bis heule gefchwiegen haben. 11m alien weiteren mllhigen Gerllchlen dieser Art vorzubeugen, konnen wir bestimmt verstchern, dah alleS, was man von ..Bedingungen" zu sagen wuhle, welche von Seite der Minister Stremayr und Laffer sollen gestellt root« den sein, einsach erfunden ist. Wahr ist es, bah Dr. Mitller das Bisthum nicht annehmen will, einerfeitS weil das Amt eineS BifchofS in nnferer Zeit iiber-haupi tein fehr begehrenSwerlhes ist, anderfeilS aber weil in Laibach fpeciell ganz befondere Schwierigkeilen existieren, welche allerwartS bekannt find. Endlich ist es auch wahr, datz Dr. Miiller nach Wien berufen wurde; aber er tarn hierher auf allerhochsten Wunsch und nicht infolge einer Einladung vonfeite eines der beiden genannten Minister." Gleichzeitig gehen der „N. fr. Pr". von wohlunlerrichteter Seite Nach-richten zu, welche inbetreff der wirklichen Grllnde, die Herrn Dr. Mllller zur Ablehnung der ihm -angebote-nen Wtitbe bewogen, den Bericht deS ..Volksfreund" ergLnzen. Man fchreidt ihr namlich unter dem 15tcn b. aus Klagenfurt: „Die vor einigen Tagen hier be-kanntgewordene Berufung unferes DomfcholasterS Dr. Valentin Miiller auf ben laibacher Blfchofssitz Hat allgemein befriebigt; Dr. Mllller hat sich durch fein mildes, wahrhaft priesterlicheS Wirken die Sympathien aller Kreife zu erwerben gewutzt und andererfeitS in ben kirchlich-politifchen Streitfragen eine dcrart ver-mittelnbe Haltung eingenommen, bah man sich von seinem Wirken in bet neuen, ihm zugebachten Wllrbe die Herstellung eines FriedenSznstandeS in der dem laibacher Bifchofsitze unterstehenden DiLcefe verfprechen burfte. Urn fo unangenehmer wutben a lie Kreife be-rllhrt, als aus bet Umgebung bes prSfumtiven BifchofS befaifnt wurde, betfclbe Habe bie ihm jugebachte Wllrbe abgelehnt, unb bieS bereiis auf bie erste, ihm im ver« trautichen Wege zugekommene Mittheilung von bet ihm bevorstehenben RanqSerhohung hin. Die Motive, von benen sich Dr. Mllller bei feinet Ablehnung leiten ISHt, beruhen auSschliehlich in seinem geschwLchten Ge-funbhcitszuflanbe, bie sich seit bem Jahte 1866, in welchem ihn eine schwere Krankhcit an ben Ranb beS GtabeS brachte, nicht wefeniltch beffern will unb ihn zur Zurvckgezogenheit unb Ruhe zwingt. Wie ich zu wiflen glaube, hat Domfcholastet Mllllet biefeS Moliv bei bet Sielle, bie ihn bertef, in so Uberzeugenbet Weife zut Geltung zu biingen gewuht, boh man nicht ohne AuSbruck bes lebhaftesten BebauernS felnem Wun-fche enifprach unb jetzt fllr jenen Bifchofsitz eine Per-fSnlichkeit fuchen wirb, bie jene Bollkraft besitzt, beren es zu bet llberaus fchwierigen Leiiung bitftr DiScrfe debars." DieS ber einfache Sachverhalt. Wenn nichis-bestoweniger bag wiener feubale Organ aus biefer Ablehnung feitens des Dr. Mllller politifcheS Kapital zu fchlagen fucht unb sie barauf znrllckfllhren will, man Habe ihm ..unannehmbare Bebingungen fllr bie Uebetnahme jeneS Poflcns" gestellt, fo ffilfcht es die Thatfachen unb gibt sich ben Anfchein, nicht zu wiffen, bah bie ablehnenbe Eckliirung Dr. MllllerS fchon zu einer Zeit erfolgte, als bemfelben vonfeite bet Re-gierung Bebingungen ttbethaupt noch gar nicht gestellt roetben konnten. — (HohenwartSCanbidatnt inKtain ) Det „A. A. Z." wirb aufl Laibach gefchrieben: „Bot einigen Tagen ist Graf Hohenwart, bet 2RinijlctprS» sibent ttostlofen AngedenkenS, hiehet gekommen, urn mit feinen alljiovenrfchen Fttundtn fiber bit M obali« tiiten feinet ReichStaihScanbibatut zu conferieren. Man einigte sich bahin, ihn in ben Sanbgerneinben von aRiiicttrain ate Candidaten aufzuficOtn, weil die sc noch zumeist abhSngig von den Fllhrern der Allflode-uen find unb man ben Mann hier am leichlesten burch. zubringen hofft. Die Jungflovenen inbeffen, bie befannt* Uch Gegner ber czechifchen Declaration sinb, ben Gra-fen Hohenwart aber mit berfelbeii ibentistcieren, wollen VON beflen Canbibatnr unter kelner Bebingung Horen unb riisten sich zum etbittcrten Kampfe gegen biefelbe. Ob ber Herr Graf nicht aber trotzbem ge-wiihll werben wird, lLht sich bei dem Einfluffe, ben bie Altflooenen in bent bezeichneten Wahlkreife besitzen, fchwer bestimmen." — (Die Oper „Nor ma") gelangt — urn auch ben Wllnschen bes grohen PublicnmS zu ent. sprechen — nach Ueberwinbnng ber attftinglich aufgetre« tenen Schwierigkeilen morgen zur btitten unb letzten SluffUhrung. Die Preise sinb biefelben wie bei ben Opernvorstellungen in ber Winterfaifon. — (Theater.) Die vorgestrige Wieberholung ber Oper „Norma" fanb vor einem in allen Raumen llberfllllten Haufe statt; bas Publicum verfolgte die intercffante Vorstellung mit gefpanntefler Aufmerkfamkeit, fpenbete abetmals ben einzelnen Leistungen ben unge* theiltesten Beifall unb warf ben beiben Damen Eberhart Blumenkranze, bem Herrn Stoll einen Lotberkranz. Wiebetum war ts bas Duett im zweiten Akte, welches ben grLhten BeifallSsturm hervorrief; Frl. Clementine Eberh art leistete in Gesang und Spiel wie-ber vorzllgliches, bas Publicum begleitete jebe Arie berselben, sowie ouch ben Gesang bes Ftl. CScilie E bet hart unb ber Herren ©toll unb Schulz mit rauschendem Beisalle. Hett Schulz sang biesmol nach beffet als bas etstemal; bie Chbte gingen ptScis, ber Kriegerchor im zweiten Akte llbertrof bie Leistung in ber etflen Vorstellung urn ein bebeutenbes. FrSulein HauS hatte bie Freunblichkeit, ben Part ber Klotilbe anstatt bes erkrankten Frl. Pototfchnigg zu iibernehmen, unb fiihrte ihn, wenngleich sichtlich befangen, recht hllbfch burch. DaS fzenifche Arrangement, bie reichen Costllme, bie Entwicklung ber grohen Maffe von Kriegern befticbigten auch bieSmal die Schaulust in hohem Grabe. Die wackeren Bllrger unb Gewerbs-leute, welche, urn auch ihrerfeilS fur bag Gelingen bet auhergewShnlichen Datstellung ihte Opferwilligkeit an ben Tag zu legen, als gallifche Krieger unb TempelwLchter Statistenbtenste leisteten, haben sich burch bitfe Be-thiitigung ihres Kunstsinneg ein ehrenbeg Zeng-nig auggestellt unb bie philharmonifche ©efellfchaft sowohl alS bag Publicum zu grohem Danke verpflichtet. DaS (SrtrSgnie Ubertraf noch ben Erfolg beg trsten Slbenbg. — Nach bet Oper versammelicn sich bit ausllbenben Mitglieber ber philharmonischen Geftll-schaft unb ihre AngehSrigen sowie anbere Fteunbe beg Vereineg, darunter Herr Panbeghauptmann bon ffaltenegget, Bfirgermeister Defchmonn unb Oberst b. Hankenstein, in ben festlich geschmllckten Raumen bet Casinorestauration zn einem Bereingabenbe, bet butch bie hiebei hetrschenbe ftbhliche Stimmung ben Charaktet eineg Familienfesteg trng. Herr Schulz begrtthte ben Mufltbirector Nebvsb in einer schwungvollen Anfptache, in welchet berfelbe bit Berbitnste Nebvsbg urn bie Kunst, urn bie Hebung beg Geschmackes, urn biephiU harmonische Gesellfchafl llberhaupt heivorhob. Sine Dame llbtrreichte fobann bem Musikbirector NedvSv auf einem prochtvoll geflicften Sommtpolster einen kunstvoll ge* arbeileten Lorberfranz aug Silbcr, auf beffen Bliittem bie Namen ber Mitglieber bes Damen- unb Herrenchotl eingraviert sinb. Der Gefetcrte, von biefer mit stfirmt-fchen BeifallSrufen begleiteten Ooation sichtlich ergtiffen, banfte in wenigen abet herzlichen Worten, bie Sfing« unb SLngerinnen zut AuSbauet auf bem Wezt btr Kunft oufforbtrnb. Sobann begtllhte Director SchLppl bte mitroirfenben SJJitgliebet unb aUt Frcunbe btr phil« hirmonifchen Gefellfchaft; Dr. Keegbocher feitrte ben Damenchor; Dr. ©chaffer gebachte beg Publicum«, welcheg bie jllngste Umtrnehtnung bet philharmonifche« Gefellschaft so frtunblid) unb kunstsiunig nnterstfitzte, unb fchtoh mit einem Toaste auf bie zwei hetvor-ragtnCtn anweftnben Bertreter beSfelben, be6 Htrr, Landtghauptrnann unb ben Herrn Bfirgermeister; bits« loast'ten, erstetet auf Herrn Ntbrčo alg Lthrtt ber 3ugtnb, letzleret auf Hettn NebvSv aU ben Ouefltnftobet ouf dem ©ebietc be« GefangeS, auf die philharmo-nifche Gesellfchast und derm Vorstand. Zwischen diesen leaflet! wechselten Ch»re und Quartette in bunter Reihe. Sine spSte Stunde erst schloh den heiteren und gemUthlichen Abend. Lavdwtrthschaftliches. — (Wurzellange und Tiefkultur.) Bor wenigen Jahren noch war wan ailgemein bet Ansicht. datz Getrcibe mil ben Wurzeln nur auf eine unbebeutende Ties- in bie Erbe eindruigt unb eS da-her auSreichenb fci, roenn ber Boben even nur so weit burch Pflligen ober Graben gelcckert unb flic daS Ge-deihen ber Pflanzen geeignet g-machl wiirde, alts man annahm, batz bie Wurzeln in ten Boden eindringen. Erst in neuerer Zeit hat man Lurch Erfahruug und specielle Errnittlungen bie Ueberzeugung gewonnen, datz bie Cerealien mit ihren Wurzeln ties, unb zwar oicl liefer in ben Boben eindringen, a 16 eine Beackerung bcefelben moglich ist. Wenn man frliher auf biefeS Ber-HSltniS fein Augenrnerk nicht genllgeud richlete, fo fcheint e», datz man natnenttid) feit ber Zeit, fett welcher Drainageanlagen vorgenommen und babri bie Acker fla-chru mit Bitten Graben durchzogen wurtzen, urn so aus-tnetlfamer barauf geworden ist, ba tiese Graben bag im VerhallniS zur GrLtze bet Pflanze so iiburascheub tiefe Einbringen ter Wurzeln immer wieber zur An. schauung brachlen. Dian Hal gesunden, batz jedeS La-nienkorn unferer Getrcibeatten gleich bci seiner Eut-wicklung mehrere Wurzeln treibt, von welchen in ter Regel eine glrichsam ale eine Psahlwurzel ben Ubri-gen voran in ben Unlergrunb eindringt, wal,renb die jlbtigen nach ten Seilen sich iccnben, spaier abec gleich* falls in tie Tiefe einzudringeu suchen. Die Eniwick-lung ber Wurzeln geht ber Jpalutbtlbuttg ftetS voran, roic bie« namentlij) bei bem Winlergeneibe flat her. vortrilt, wenn man bie Wnrzelbildung in ben vet. schiebenen Slabicn terfolgt. Die Psahlwurzel biingt tm Herbste, wenn die AuSsaat srlthz.itig ersolgt, eim^e Futz in ben Boben cin und verlarigi« sich tcigltch um % Zoll. Die Wurzeln tes SvmmergetreideS enlrov tfeln sich wie befien Blatiriebe tajcher alS bie beS WinletgelreibeS, eben weil ihre AuSbildung unb ihr Pflanzenleben ein kUrzereS ist; abec taS Etudringen ber Wurzeln ist ein mit bem Wimerzetreibe ganz gleiches. Bei ben Detstttchten sinb bte Wurzeln ttibetv arltg, es theilen sich bteselben tiefet im Boden zweig. atlig, unb eniwickeln sich an ben tUbenattigcn Wut. z«l» und bcren Zweigut feine Aasern, wie tiefe fei-neren Seitenlriebe bei ten Wurzeln aUer (Semite* arten gefunben werven. Die Blaiifrlichle Opuljcnfttichte) entroij'ln gegenUber ten §almfiUchten elite bidete, fidftigetfr Sffiurzel, roelche ein quastertartigeS Ausfehcn ethiilt. Jeder Wurzelzweig ist wvhl um ba« bop. pelte flatter ole bte Wurzeln ter halmstlichte. Lian hat Wurzeln ten Cerealien schon tie zu einrt Ttese von vicr Futz gefunten; tonimen sie in tae tm Untergrunb fteheiibe Waster, so sauleu tie Wurzeln, tint) tie Pflanze Icibet babuich. Dahr't bae krank-hoflf, gel be Aurseyen ber Wlntetfrucht aus natzkal-tem Bobcn. Die nahere Etkenntiiis ber Wurzcl-dilbung kann man sich burch WuOsplilfii ber Wurzeln titt vetschiedenen Kulturpflanzm verschaffen. E« ist ditse Operation jeboch miihfam, und' auch bet ber grLtz-teii ^otftcbt gelingt eS fetlen ober nit, bie aujjeistctt feinttt WurzelsSben mit onSzuspiilen. Die tm Norfte-henben witgcthcilten Thatsachen sprcchcn slir daS Tics, dtfetu. E« rnujj ber Wurzelbildung ber HalmfrUchle in ihrer etsten Enkwicklvng wSglichst Beihilfe fldetslet, c« mu| ba« fchnklle Einbringen ber Wurzeln in bie un» teren @d)ichten be« BobenS woglichst gejjirdert tmtien. Ctngefenbet. Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Biedizin nnd ohne Kosten. Revalesciere du Barry »on London. Keine Krankheit vennag ber delicaten Revalesciere (la Barry zu widerstehen, unb befcitigt bicfclbc ohne Mebizin unb ohne Kosten alle Magen-, Nerven-, Brnst-, Lungen-, Leber-, Driisen-, Schleimbaut-, Athem-, Blasen- nub Nierenleiben, Tnberculose, Schwinbsucht, Asthma, Husten, Unverbaulichkeit, Berstopfung, Diarr-hocn, Schlaslosigkeit, Schwache, Hamorrhoiben, Wassersncht, Wieber. Schwinbel. Blutausstei. gen, Ohrenbrausen, Uebelfvit unb Erbrechen sclbst wahrenb ber Schwan- > aerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagernng, NbeumattSmuS, Gichr, t Bleichsucht. — AuSziige auS 75.000 Certittcaten iibcr Genesnngen. bie ftUer Mebizin wiberstanben, werben auf Berlangen franco eingesenbet. | Nahrhafter als Fleisch erspart bie Revalesci&re bei Erwachsenev | unb Kinbern fitnfzigmal ihren Preis in Arzneien. On Blechbiichscn von ein Halb Psunb ft. 1 50, 1 Ufb. fl. 2 50 j « Pfb. fi. 4-50, 5 Pfb. 10 fi., 12 Ps'b. 20 fl., 24 Psb. 36 fl. - Ke- I valoscifere-Biscuiten in Brichsen a fl. 2 50 unb fl. 4 50. — Revalescišre ' cliocolatoe in Pulver unb in Tabletlen stir 12 Tafscn fl. 1*50, 24 Tasseu ! fl. 2'50, 48 Tassen fl. 4-50, in Pnlvcr fur >20 Tassen fl. 10, stir 28-, j Tasfen fl. 20, fiir 576 Tassen fl. 36. — Au bezieheu burch Barry bu i B a rr y & Comp, in Wien, Wallflscligaase Nr. 8, inLalbaoh bet E. Itlahr, sowie in alien Stabten bei guten Apothekem nub Eve-! zereihanblern; auch versenbet baS wiener HauS nach alien Gegenden gegen Postanweisung ober Nachnahme. tiofv ber XV. StaatS-WvbltbatigkkitS Lvttcric, uug am 26. Inr.i b. £»., jpoupttnffrr 100 000 fl. ©ilbcvrcnte k 2 fl. SO fr ) siud zu b?ziche» diirch Miidoif FBucii, W eehselstube, (210-241 Gra«, Sackst: ahe Nr. 4. Biicsiichc Auflitigi mevbtii prompt cffrctuicrt Lottoziehung vom 17. Mai. Wien: 1 25 ‘27 48 08. Graz: 25 75 50 15 19. 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Lerstorbene. Den 1 6. M a i. Jakob Ku^ar, Maschinenschlofser, -! 38 I, injolflt crlittetirv Lerirtzung. D c n 17. M a >. Antonia edjlcbnif, biirgrrl. Ricmcr-11 meisteiSkiiid, 16 Moiiatf, Stabt Nr. 203, Luiigciilichmmig. — N. Johann, itietttcr, 47 I., Siuiifpital, Apoplexie.^ i! D e n 18. 33( a i. Sliitrn Jcfof, Kucchl, 28 3 , Civil- ! spital, Typhus. z j I Gcdcnktafel iibcr die ant 23. 'Di a t 18 7 3 flattfindenden Li-ciiationett. | 2 Fcilb., Rahne'fcho Rcal. ad Grotzkahlcnlicrg, BG. firoiubuig. — 2. gcilh., SRogtua’fchc Rcal., Olareuj, BG. Xfd)erntnibl. — 2. Fcilb., Obcifiai’jcHc 9tcul„ Slaleucgg, BG. Rcifniz. — 2. gvilb., Aijatic’fd)e Rcal , Budajnc, BG. Wlppach. - 2. Fcilb., ®o|Vvl M)t Rcal. ad Tiirnan, LG. Tschcrncmbl. — 1. Fcilv., 8i-bu(v’id)c Rcal. ad Tnniau, BG. Tschcrncmbl. — 3. Fcilb , Llojii'S'schc fltral. nd ‘Zfrtjcr; ncmbl, BG. Tfchernembl. — 3. Fcilb., C jlcrmotm’fd). Real.. Breilktborf, BG. Tschcnicinbl. — 1 Fcilb , Trost'schc Real., Pobbrcg, BG. Wippach. — 1. Fcilv, Glajar’fdjc Rcal, Steli, BG. AdcISbci g. i Wiikermrg. Laibach, 19. Mai. Eeslern abends Regen, (pStcr Wetterlenchten. 6cute thbrgetiS ftciter, bormitlags Regcnwolken aus SiiLwest. 1 S? a vine Morqens 6 Ubr + 13; »f nad'mitlags 2 llhr , 4- 194' (£. (1872 + 24 8°, 1871 + 14-4«) Barometer im Steigeii. 729 98 Millimeter. Das vorgestrige Tages- I uiittel der Warme + lf' O0, das gestrige -f- 14 V"»°; be-; Miniflsweise uni 0-6" iibcr bem Rorwalc und mit bemielben iibereinflimmenb. Der gestrige 'Jiie6er|d)lag 715 Millimeter. Druck von Jgn. v. «leinmayr & Fed. Bamberg in Vaibaco. f Dank. Fftr bit- liebcvoll« Thcilnahme mflhrenb bet 8ranfl)eit imb bic rege Beihciligung bci brm Leichcnbegangnis brs Heirn sprcchcn Hirlrmit nflrii Doivanblcil unb Frciinbeit bcn tirfgrftiljtufUnv iimigfteii Tank alls die Hliitcrblicbenen. Laibach, am 19. Mai 1.-73. Ciullidnngrincm Glucksvcrsncht! 300.000 m. ct. im gilnfligcn Falle als [)#d:(lcn fficininn bietct die nencftc flvi'pr (tic dverlvsiing, ,ikiiclimigr >>>sv rtnrniitint vt>u ter hohei, 'jicflieriitifl Vcr frctcn Ltadt Hamburg. ®:c (Siuviil tiiiig t>:cfet* OelbPevfofiini) ift so qc-Ircffen, bog in ciium kurzen Zettrr ititc (in f Ablhei-luiigcii) 43.800 Gcwinnc jur ficherrn Enlschcibnng kom-men iinb bcfindcn sidi fjiviuntcr .Oanpvttvcffev uon op c lit. '.W. (2 it 500, 472 a 200, 19800 a 110 re. S-dion am 18. unb It). Suiti 1873 finbct bic nttd)fie crstc Gerninn^ichiinq tirfrr vom Onrntiticvten .^apitali,,, Vct lvsnng, uiie amt-Itch feflgcfryt, stall, unb tcflct Licrju 1 gai,;r« CriflitiiiUVoS nur fl. 3%, l b.;tin-* eto. bto I1/,, I vitrtcl I'to. Dtp. I, wclchc Oii"g.=Vcfv, gain nach Dclicbrn, flegtu Einscn-bnng bcs beinffvnbrn BrtvngvS biird) d.,s tiiilcizcich-iiflt Bonkhaus bcjofini iunb.li loniicn. Sirili frit imtiiticljr 21 ^jobvetr bfflchciibc«1 Gcfdjaft ci si oil fid) cincS gain befonbf n-n GilickcS, bcun oichcr viclcii oubciiii bupcntvnbvit S'OUpt-firivitinett babe tvfi jiinp.f! lent oifici.tlvv Bcwcise 1 Pramie von 152.1100 M. (?t. unb 1 Pramie von 152.500 M. Ct. in benign Gcgcnb auSgcznhu, nnb baif id) bahcr mit Rcdjt jiir flUgcmctiien und gllicklichen Thcilnahnie onf* fordcrn. 1 Bei AnS iihrniig bft- jliiflrfige filge bic n forcer-lichen amtlid)en Plane gratis bci, nnb nach stallgchab-tcr Gcwiiiiiztkhnng crhiilt jfber meiiier Jntercfscnlcii miaiifgcfotbrrt bic aintlichcn Listcn, worans daS Rc-filltnt cistchllich. Dic tzicwi inaiisjahliiiig gcschichl prompt ' uttlcr Garni,ric dcS Srnntes. I / Da, wie voranSziischcn, die Betheilignn,- an dicfer 1 auf solidcstcr B-siS gegriinbeteu Vrrlosung !. !> lcbhaft ! mcrbiti. ivirb, fu robile man brr tialteu Zi l: roegeti i bic rcsp. 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