Nr. 167. PlänumelatiVu'prci»: Im Olomptol» ganzj. !I. li. haldi st. 5 5u, ü>lr die Zusttlluna in« H«n>' ^albl. üulr. Milder Poftganzl.fi. »5, h^ld), st.? 50, Dienstag, 24. Juli. Instltionsgtbll«: ffllr Nelne gnlllat« bl» ,n 4 .^tNparcasse»am!e für Ungelegenheiten des Postsparcassen. lenjt's unmittelbar und empfangen ihre Weisungen °"ect von den Abtheilungen I, II, III und V des Post-'panassenamles, je nach der Natur des Falles. Die "orstande. Beamten und Bediensteten der Sammel. ""en sind gehalten, diesen Weisungen ohne Ver-ZHlung zu entsprechen. Der Verkehr der Sammel< '"Um mit dem Postsparcassenamte ist ein directer, und ^aden die Sammelstellen alle Anfragen über Postspar. iMgeschäfte. mit Ausnahme derjenigen, welche die "^helluua der dem Postdirectious-Oekonomate zu< «rwiesenen Druckjorten betreffen, an das Postsparkasse,,. m selbst zu richten sowie Bericht über von demselben "Yaltcue Aufträge zu erstatten. ^.83. Datz Postsparcassenamt ist berechtigt, nicht eln für die Ueberwachung der Sammelstellen, son» ..,"., auch für die Entwicklung des Postsparkasse», ^icyastes und für die Förderung des damit verbun« denen Dienstes die Mitwirkung der Postdirectionen in Anspruch zu nehmen. Die Anforderungen, welche in Gemäßheit dessen das Poftsparcassenamt an die Post-directionen stellt, gehen in der Form eines Ersuchens. Die Postdirectionen sind veipstichtet. dem Ersuchen des Postsparcafsenamtes als einem dem Handelsmiuister direct unterstehenden Centralverwaltungs Organe zu entsprechen und über die Ausführung des Ersuchens dem Director des Postsparcassenamies Mittheilung zu machen. Die für die Ueberwachung der Postämter fungierenden Post' und Obelpostcommlssäre sind, insoweit es den Postsvarcassendienst betrifft, auch alk Commissure des Postsparcassenamtes anzusehen und haben in dieser Eigenschaft, jedoch durch Vermittlung der vorgefetzten Postdirection, an das Postsparcassenamt Bericht über Wahvnehmungen. betreffend den Postsparcasse »dienst, zu erstatten. Gegen Anforderungen des Postspalcassenamtes, welche an die Postdirectionen selbst gerichtet siud, steht den Postoirrclionen zu, Vorstellungen an den Handelsminister in Person zu richten; hiebei sind jedoch die Postdirectionen für tie Sistierung oder Verzögerung der Ausführung der vom Postsparcassmamte gestellten Anforderungen verantwortlich, wenn die Gründe für die Sistierung oder Verzögerung nicht gerechtfertigt erscheinen. § 4. Aufträge an den Director des Postspar-cassenamtes bezüglich der dem Handelsminister vor-behaltenen Gegenstände !'.7.d Entscheidungen können nur vom Handelsminister ausgehen. Der Director des Postsparcassenamtes hat seine Berichte an den Handelsminister, als seinen unmittel-baren Vorgesetzten, zu richten. In denjenigen Fällen, in welchen es sich um Angelegenheiten rechtsverbindlicher Natur gegenüber der PostVerwaltung handelt, werden diese Berichte mit der vorschriftsmäßigen Firma der Staatsfparcasse unterfertigt. Den Berichten werden die Erledigungsentwürfe in doppelter Ausfertigung beigelegt. In allen Angelegenheiten, welche die Staalsspar« casse betreffen, fungiert das Postsparcassenamt im ganzen oder in seinen einzelnen Abtheilungen als Referent des Handelsministers. ß 5). Das Rech'mngsdepartement, Abtheilung III, des Postsparcassenamtes vertritt für Angelegenheiten der Staatsjparcasse das Ministerial'Rechnungsdeparte-meut, dem es coordinirrt ist. Abgesehen von der Verantwortlichkeit des Direo tors deL Postsparcasseuamtes für alle Geschäftshandlungen in G?mähheit der bestehenden Vorschriften ist das Rechnungsdepartement des Postsparcassenamtes speciell verantwortlich für die Rechnungsangelegen- heiten des Amtes, in gleicher Weise wie das Mini« sterial.Rechnungsdepartement für die Rechuungsangele-genheiten des Handelsministeriums, insoweit diese Verantwortlichkeit nicht durch die besonderen, für das Post-sparcassenamt bestehenden Vorschriften verschärft ist. Die Richtigstellung der Abrechnung mit dem Postfach-Ncchnungsdepartement erfolgt selbständig durch das Rechnungsdepartement des Postsparcassenamles, dessen Vorstand berechtigt ist, die betreffende Ausfertigung namens des Rechnungsdrpartemenls zu unterzeichnen. Ausgenommen hievon sind diejenigen Schriftstücke, auf Grund welcher unmittelbar eine Gelb« behebung bei der Posthauptcasse erfolgt. § 6. Diese Ausführungsbestimmungen sind als ein integrierender Theil der Grundzüge zur Organisation des Postsparcassenamtes zu betrachten und in Ge-mäßheil dessen zu behandeln. _________ Pino m. p. Erkenntnis. DaS l. k. Landesgericht Wien als Pressgericht hat auf Antrag der k. l. Staatsanwaltschaft erkannt, dass der Inhalt des in Nr. 28 der periodischen in Zürich erscheinenden Drnct^ schrist „Der Socialdemokrat", Ccntralorgan der deutschen Social-demolratie — vom Donnerstag, den 5». Juli 1883 enthaltenen ersten Artikels mit der Aufschrist „Republik oder Monarchie? Zum Jahrestag des Bastillestnrmes" seinem ganzen Inhalte nach das Verbrechen nach § 65 lit. », St. G. begründe, und hat nach § 493 St. P. O. da» Verbot der Weiterverbrettung dieser Druckschrift ausgesprochen. Nichtamtlicher Theil. Se. Majestät derKaiser haben, wie die „Grazer Morgenpost" meldet, dem hochw. Herrn Fürstbischof Dr. Maximilian Siepischnegg zur Erinnerung an die Kaisertage ein prachtvolles Peclorale aus Topasen und Brillanten, dann dem Vutsverwaller von Windeuau Herrn Johann Äaumann für seine Bemühungen um Herstellung eines provisorischen Marstalles einen Ring überreichen zu lasseu geruht. Nach erfolgter Entbindung Ihrer k. und k. Hoheit der durchlauchtigsten Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie, welche in Wien durch Kanonenschüsse verkündet werden wird, wird in der Metropolitan-Kirche bei St. Stephan ein feierliches Tedeum abgehalten werden, und zwar, wenn die Geschütze zwischen 9 Uhr vormittags uud 3 Uhr nachmittags gelöst würden, am selben Tage um 6 Uhr abends, sonst aber um 11 Uhr vormittags des nämlichen, beziehungsweise des darauffolgenden Tages, welchem Tedeum sämmtliche Civil- und Militär-Autoritäten beiwohnen werden. __________ Jemlleton. Von der Kaiserreise. lck ll^" ^6 ""5 blk vor mir ausgebreitete Land-«tsldylle von St. Paul im Lavantthale. dem Para» " ee m den letzten Wochen auf mich eingestürmt, zu d«.,,^ ""^ ""r die Skizze zu entwerfen wagen zu - n wemalde. das von der ewig denkwürdigen Kaiser- n, ^ ?, I"" 1883 meine schwache Kraft zu liefern l/y drangt, und das in Buchform, sobald möglich, Yemen soll. Für heute hier nur ein kurzer Rück- ^ « auf da» Viele und Große, das wir soeben erlebt. S^l s/""dllch kurze Zeitspanne vom Beginn bis zum Flusse der Fahrt. Südbahnhof. Wien, ,. Juli mor. oM^s?'Zt"i°" Aussee. 17. Juli abends (wo die Er- «^"se endete), was umschloss sie alles an "lgmjsen. welch unabsehbare Reihenfolge von Bil-st«,?' lÜ? V^cht nnd Herrlichkeit in Farbe und Ge-unk >,'? '6 sich nicht nur aneinander, nein schob in s'I 6^ sich und ließ kaum die Wirkung des einen sick aufnehmen, als fchon ein zweites und drittes 5? iur Geltung zu bringen fuchte. wobei es in der Ii^ "^ "'""' ganz hervorragend geübten Auge mög-, «I werden konnte, den sichern Blick, den alles übertuenden zu bewahren! Der Allerhöchste Herr war es, dem sichtlich nicht das kleinste Detail entgieng. der oft und oft auf der wenngleich kurzen fo doch vielinhaltlichen Reife es zur beglückenden Freude der da und dort in bescheidenster Zurückgezogenheit ihre Huldigungen Darbringenden geübt, auch die verborgenste Ovation in gnädigster Huld zu erkennen und gütigst zu würdige» l War das eine Fülle von Gestalten, eine Fülle von Objecten, die uns allortö umgab; mit allen Mit» teln der reproducierenden Kunst müsste man sie festhalte» , um der Nachwelt eine Suite von würdigen Nachbildungen zu erhalten; in Marmor und Erz. in Gemälde,, auf Leinwand gemalt und in Gobelins ein« gearbeitet, in Kupfer gestochen und als Radieruug, wie nicht minder auf vollendet photolypischen Wege müsste man das Einzelne, je nachdem es sein Wesen, sein Charakter erfordert, wiedergeben und die Schrift müsste es verewigen im Liede und im Chroililenstil, in historischer Darstellung und im modernen Gewände der Feuilletons.Collection. Sechs Jahrhunderte wurden lebendig vor unserm geistigen nicht nur, nein vor unserem physischen Auge. Oder war es nicht das Stück Geschichte selbst, das wir miterlebten, als wir den frommernsten Zug der «weißen Mouche" vom heil. Bernhard im alt-berühmten Cisterzienserstifte Rein Kaiser Franz Josef I. nach jener Prälatur geleiten sahen, wo die Vereinigung Steiermarks mit der Hausmacht der Habsburger auf einem Congress der steiermärtischen Stände vorbereitet wurde?! Weiters führten die historischen Tableaux in Vraz und Laibach Thaten der Habsburger und ihrer treuergebenen Völker in Steyer und Krain im Laufe der sechs Jahrhunderte vor; die culturgeschichtlichen Ausstellungen in Graz und Laibach, sie hatten dasselbe Motiv und dieselbe Wirkung und wussten dies noch durch die Beibringung der Staffage an Hausrath aus all den Zeiten zu erhöhen! Das Grazer Zeughaus mit seinem Waffen-Apparat brachte die Sorgen und Erfolge von Fürsten und Ländern in den heißen Tagen der Türkenkämpfe zur Erinnerung. Der Besuch Sr. Majestät auf der älma matsr Orll,6C6ll8i8 war wohl die glänzendste Vorfeier drs bald dreihnndertjährigen Gründungsfestes dieser die Jahrhunderte her für Innerösterreichs Jugend so fegen-oolleu Stifung der Habsburger. Und in den Empfangssälen der Burgen i" Graz und Laibach, in der sürstbischöflicheu Residenz m Marburg und im Rathhause in Leoben, wie wogten da bunt durch einander die geistlichen und weltlichen Festkleider und Ordenstrachten, die Umformeu der Hof-Würdenträger, der Herren von äwll und Milltär. die Landestrachten und das schwarze Gewand; und in den Bahnhofhallen die Plachtlolletten der Damen und die hellfarbigen Crömekleioer der Festjungfruuen. Und die Blumenpracht uud der Blumenduft all« überall und die kleine Welt der Knaben und Mädchen vielerorts in Nationalcostümen und die Iagdaufzüge in der grünen Steiermarl und beim Laibacher Volks« Nr. 167 _________1444 24. Juli 1883. Wien, 22. Juli. Der „Nordd. allg. Ztg". wird au« Wien geschrieben: «Unsere Oppositionellen geben allerdings vor, die einzig richtigen Patrioten und zur Wahrung der österreichischen Interessen ausschließlich berufen zu fein, aber es verträgt sich offenbar mit dem liberalen Patriotismus, in Deutschland Misstrauen gegen Oesterreich zu erregen und unausgesetzt an jenem Bündnisse zu rütteln, als dessen einzig verlässlichen Hitter man sich proclamiert. Dieses Treiben charakterisiert unsere Opposition in der erschöpfendsten Weise. Sie würde es als großen Erfolg betrachten, wenn es ihr gelänge, ein Loch in das Bündnis zwischen Deutschland und Oester-reich zu reißen, Zwiespalt zwischen den beiden Reichen zu erzeugen. Dennoch hat die «Deutsche Zeitung" die Naivetät, sich mit der heimlichen Liebe des Fürsten Bismarck zu brüsten, ihren Gläubigen zu predigen, der deutsche Kanzler stelle sich nur uus diplomatischen Gründen äußerlich unfreundlich gegen die österreichischen Fortschrittler, innerlich glühe er aber vor Zuneigung für dieselben, und die „Herbstzeitlosen" könnten ihn demnach getrost als ihren heimlichen Vnbün» deten betrachten. Die Erklärung für diese neueste Taktik ist leicht zu finden. Wer zwei Verbündete trennen möchte, muss mit seinen bösartigen Denunciationen nach beiden Seiten hin zu wirken suchen. Indem sie nun den deutschen Kanzler als ihren stillen Associe hinstellen, suchen sie die deutsche Regierung bei den österreichischen Völkern und Negierungen ebenso zu verdächtigen, wie diese bei jener. Wohl wissen die fortschrittlichen Diplomaten, dass ihr Spiel von vorne-herein verloren ist, denn weder in Wien noch in Berlin dürfte man sich an maßgebender Stelle über die entscheidenden Intentionen aus dem genannten Blatte unterrichten. Glücklicherweise sind die Herren in der Wahl ihrer Mittel ebensowenig geschickt, wie scrupulös. Neue-stens machen sie in französischen „Stimmen". Sie begannen mit Herrn Henri Martin. Utbereinstimmend erkannten wohl „Neue freie Presse" und „Deutsche Zeitung", dass die französischen Staatsmänner Oester« reich nie verstanden haben und auch heute noch nicht verstehen, dass die „politische Studie des Herrn Martin eine Unkenntnis österreichischer Zustände an den Tag legt, die auf den unterrichteten Leser geradezu belusti» gend wirken muss. Von den meisten französischen Blättern sagt dcr Pariser Correspondent der „Neuen freien Presse", dass sie in österreichischen Dingen die „Dupes" slavischer Correspondent«« sind, die ihnen die lächerlichsten Märchen aufbinden, dass aber die „Io-beurs unter den Franzosen" jedem willig auf den Leim gehen, der ihr Herz durch die Erzählung von Niederlagen der „Allemands" erfreut. Nichtsdestoweniger wird das unwissende Geschwätz des Herrn Martin als großartige Offenbarung gefeiert, werden die Pa< riser „Dupes" benützt, um den deutschen Leser zu düpieren, und die „Iobeurs unter den Franzofen" werden als untrügliche Zeugen dafür angeführt, dass Oesterreich dem Föderalismus zusteuere und das slavische Oesterreich unmöglich dcr Verbündete Deutschlands bleiben könne. Wenn Herr Martin und seine Nach» beter so lange leben bis Oesterreich slavisch wird, werden sie wahre «Unsterbliche" sein." Ein heiterer Zufall will es, dafS mitten in diese Discussion eine Enunciation der russischen Presse gleich einer Bombe hineinfällt. Das leitende Organ der Panslavisten in Petersburg „Nowoje Wremja" schließt eine Betrachtung über die österreichischen Verhältnisse mit der klaren und netten Erklärung: „Wir Russen können in unserem nationalen Interesse nicht umhin, dem deutsch - centralistischen Oesterreich den Sieg zu wünschen". Die Hauptorgane aller russischen Centren, wie die „Moskowstija Wedomost.", „Sowremenija Iswestija". „St.Petersburgskija Wedomosti", „Kyew-lianin Nedjelia" u. s. w. sprechen sich in gleicher Weise zu Gunsten unserer Liberalen aus. Die Nüssen wissen ohne Zweifel, was ihnen wohl und wehe thut, und man ist demnach zu dem Schlufse berechtigt, dass es eigentlich das System unserer Liberalen ist. welches das Wasser anf die Mühlen der Panslavisteu treibt, die dem deutsch'österreichischen Bündnisse ebenso abhold sind, wie ihre republikanischeil College« in Paris. Dieser Schluss ist nichtsweuMr als absurd. Die Berliner „National-Zeitutig" veröffentlichte im September vorigen Jahres einen Artikel, in welchem ausgeführt wurde, dass das System Taaffe allerdings bestgeeignct sei, die Slaven Oesterreichs von den panslavistischen Ideen abzuwenden und sie dem deutschen Bündnisse zu gewinnen, indem es den Beweis liefert, dass unter der Aegide desselben die nationalen Interessen der österreichischen Slaven besser gewahrt werde» können, als unter den Auspicien einer österreichisch-russischen Allianz. Wir stellen es auf das entschiedenste in Abrede, dass dem deutsch-österreichischen Bündnisse in Oester« reich irgendwelche Gefahr drohe. Weder deutsche Liberale noch slavische Autonomisten werden, selbst wenn sie Gelüste danach trügen, dieser Allianz etwas anzu-haben vermögen. Aber gewiss ist, dass, wenn es eine Gefahr gäbe, diese nicht in der Richtung läge, auf die Visionen der Parifer „Dupes" hinweisen, fondern in jener deutsch-liberalen Politik, die sich der besonderen Sympathien der Panslavisten zu erfreuen hat. Die Decentralisation der Eisenbahnen. Wir lefen in der „Wiener allgemeinen Zeitung" vom 22. d.M.: „Wir constatieren nochmals, was wir bereits in unserem Mittagblatt vom 20. d. gethan haben, dass der Begeisterungs«Chorus für die Adresse des Gemeinderathes in Sachen der „Decentralisation" der Eisenbahnen noch immer ausgeblieben ist. Sollte die Presse der „Linkischen", die sonst der Partei mit munteren Vockssprilngen voranzueilen Pflegt, diesmal die Blamage wittern und sich deshalb so behutsam im Hintertreffen hallen? Man erinnert sich, dass vor kurzem einige Gemeinderäthe, aus Berlin zurückkehrend, höchst bewundernde Berichte über den Aufschwung der nordischen Rivalin erstatteten. Ohne zu erörtern, wie viel in diesen Berichten unbefangene Wahrnehmung, wie viel Tendenz ist, möchten wir denen, die auf den ganz unzweifelhaften Aufschwung Berlins hinweisen, doch folgende kleine Thatsachen zur Erwägung bekanntgeben. In Sachen der Eisenbahn-Decentralisation ist in Berlin in letzter Zeit Folgendes geschehen: die Direction der Pots-damer Bahn ist von Berlin weg nach Magdeburg verlegt worden (KL. die Direction, nicht elwa eine Unter-Direction), die Direction der Anhalt'schen Bahn ist von Berlin weg verlegt und theils nach Frankfurt, theils nach Erfurt gekommen (NZ. wie oben), die Direction der Ostbahn ist nach Bromberg verlegt worden, und wenn die Verstaatlichung der Hamburg-Berliner Bahn durchgeführt ist, soll deren Direction nach Hambnrg verlegt werden. Trotzdem ist Berlin im Aufschwung, Wien aber geht zugrunde, weil — nach höchster Schätzung! — im schlimmsten Falle etwa ^ bis 100 Beamte von den General-Directionen weg >" Provinzstädte kommen sollen. Das wären also 25(1 b>» 500 Personen, wenn wir annehmen, dass es sich durH' weqs um Familienväter handelt. Eine Stadt vü» 700000 Einwohnern geht zugrunde, weil 500 M' schen wegziehen. Man muss derartige politische Sp^ tzenschrecker nur immer hübsch in der Nähe besehe!'' um genau zu erkennen, was an ihnen ist. Uebrigtl" werden wahlscheinlich infolge der Errichtung der EiseN' bahn-UiUl'ldilectionen nicht einmal so viel Personen» als wir eben aufgezählt haben, von Wien wegkomme»' Das hindert aber den löblichen Gemeinderalh tW< in seiner Adresse an den Kaiser zu sprechen, als ^ Wien im Zugrundegehen wäre. Wien ist unzweifelW hinter Berlin in vielen Dingen zurückgeblieben, ^ Ursache aber liegt wahrhaftig nicht in etwaigen E>s^ bahn<„Decentralisations"-Plänen. Man kann sie rM leicht irgendwo in der Nähe der Wipplingerstraße e? fragen." Zur Lage. Die „Wiener Abendpost" vom 21. d. M. schreibt! Die gestern vom Wiener Oemeinderathe beschlosst^ Adresse, welche den „Besorgnissen" dieser KörperM' in Angelegenheit der „Decentralisation" der Eise»' bahnen Ausdruck geben soll, wird heute von falling lichen Blättern im Wortlaute reproduciert, ^e „Deutsche Zeitung" ist vollkommen befriedig und zwar, wie sie sagt, insbesondere deshalb, weil d>e Eingabe sich nicht darauf beschränkt, die SchädigM der Hauptstadt darzuthun, sondern die „Angelegenhe'' auch noch vom Gesichtspunkte der Reichsinteressen aul' fasst" und ferner auch noch „ernsten Bedenken fül den Fall der Kriegsgefahr" Ausdruck gibt. Im MlM< der „Deutschen Zeitung" soll das jedenfalls ein 2"' fein; in der That ist es aber nichts anderes als el« mit dankenswerter Naivetät abgelegtes Geständnis, dass der Gemeinderath mit der von ihm beschlosst»^ Eingabe nach mehrfachen Richtungen die Grenzen del ihm zustehenden Competenz überschritten hat. — 3)" „Wiener Allgemeine Zeitung" sagt ulitel anderem von der Adresse: „Da die Absichten .del Regierung in Sachen des Eisenbahnwesens noch nw authentisch bekannt sind, die des Reichsrathes »M nicht bekannt sein können, so kann die Adresse ^ Wiener Gemeinderathes nichts schaden. Nützen wi^ sie nicht viel, weil ohnedies eine durchgreifende A' centralisation der Eisenbahnen gewiss nicht gevla»' war. Die Schaffung von Unterdirectionen aber tvi^ sich nicht umgehen lassen; existieren ja solche jehl schon theilweise.....Ein Halbhundertmal kommen '" der Adresse die Worte „Besorgnis", „befürchten" ul^ Aehnliches vor, der Gemeinderath erscheint förinM als Zitterespe. Dass von den in den Kronländec" „üblichen fremden Sprachen" die Rede ist, muss NM als ein Lapsus angesehen werden. In Oesterreich ß^ Französisch oder Türtisch „fremde Sprachen" die «" den „Kronländern üblichen" sind keine „fremden", s^ dern eben die Reichssprachen." Der amtliche Bericht über die Geschäflsthätigleit z des Handelsmmlsterlums während des Jahres 1s^ w.rd heute von den meisten Blättern auszugsweise vtt' offentl.cht und bereits von einigen derfelben commA i «ert. So fag d«e „Vorstadt.Zeitung": FZ ! kann nicht geleugnet werden, dass im Jahre 1s^ lm Handelsmlnlsterium eine fieberhafte Thätigkeit elit- fest, der ländliche Hochzeitszug mit den cultur'historisch hochinteressanten Voltstypen aus dem Möttlinger und Tschernembler Boden, während in Vrldes droben die ansehnliche Zah! von schmuckst?.". Oberkiainerinnen und Overkrainern, am ganzen Wege der Fahnen- und Flaggenschmuck. Triumphbogen und Pforten, hoch-ragende Baldachine. Kunstbauten mit allegorischen Figuren und lebenden Bildern (Veldes) — noch heute ist es meinem Griffel nicht gegönnt, auf dem engen Raume hi.r all diefe Scenerie da aufzuzeichnen, wo sie in die Erscheinung trat. Was soll ich von den überall treuestgemeinten und in ungeschminkter Weise zum Ausdrucke gebrachten Ovationen sagen, wie sie sich in Ansprachen und Adressen, in Lied und Wort. in Haltung und Ausrufen kundgaben?! Ob deutfch oder slavisch die Kund-aebung, sie war gleich loyal, gleich herzlich; sie war aleich ob sie von Corporationen ausgieng, oder von Einzelnen, oder von der Menge als solcher! Und wo sich die Resultate der Arbeit in den Ländern Steiermark und Kram zeigen konnten, da äußerte Sich der Monarch überall hochbefriedigt über den Fortschritt auf allen Gebieten in Schule und Amt, in dieser und jener Humanltatsanstalt, m den Statten der Industrie und des Gewerbes, bei der Vestchtlgung der Producte der Hausindustrie (Lalbacher Ausstellung), der Landwirtschaft und des Pferde, und Rinderzucht« wesens, überall zeigte sich das ernste Streben und d,e rastlose Thätigkeit, es den Besten gleich zu thun. Und wo die Producte der Ernährung in betreffenden Etablissements, Champagner und Aierfabriken, in Kosthallen zur Geltung gelangten, da erwiefel! sie sich concurrenzfähig mit den besten Erzeugnissen des In- und Auslandes, und Marken und Firmen wurden mit huldvollster Berücksichtigung ausgezeichnet. Wie aber alle Aeußerungen des Staatslebens, wie alle Anspannung der Kräfte nach innen nur dann einen abfoluten Wert haben, wenn der Staat fein An« fehen, feine Macht auf die Schlagferligkeit feiner Armee stützen kann, so führten uns historische Bilder und das „lebendig gewordene" Fähnlein steierischen Aufgebots die stets glorreiche Wehrkraft Oesterreichs geschichtlich vor, so zeigten aber auch die Revuen und Inspicie-rungen, die Besuche der Militär-Bildungsanstalten, den mit Allerhöchster Befriedigung aufgenommenen trefflichen Stand unferer heutigen Wehrkraft, und ließ mit Stolz und Freude in die Zukunft blicken! Was auf dieser Kaiserreise somit allerorten als schönste, glänzendste Inschrift für ein Iubeldenkmal, welcher Form immer, zutage trat, ist in drei Worten ausgeprägt, die alles andere in sich schließen: „Treu dem Kaiserhause" — treu dem Kaiserhause, das alle Tugenden in sich schließt und in der Uebung derselben durch seine Völker deren Treue erkennt. Und da die Menschenkraft zu geringe schien, um all die Liebe und Treue auszudrücken, die alle Völker zum angestammten Herrscherhause beseelt, so wurde die Natur zuHilfe genommen und die Kraft des Lichtes musste es beweifen, wie sie der Mensch dienstbar zu machen verstand, um in Flammenzeichen von der Höhe der obersteierischen und obertraiuischen Gebirge, in den Gassen und Straßen, auf den Plätzen der volkreichen Städte und in den entferntesten Hütten „von Wand und Deck? zu qmllen" und selbst in den Schachtel der Bergwerke und in den tiefsten Räumen der lra'< !üVen Grottemoelt zu leuchten und in glühende" Schrlflzeichen ms Gas-Fronten und Transparente", m Lampions auf fchauckelnder See allüberall zu zeige"' w,e m glänzendstem Lichte strahlt die Liebe und d« Treue der Steirer und der Kramer zu ihrem alltt' gnädigsten und gütigsten Kaiser und Herrn und seit'^ ganzen erlauchten Hause, und die Stutzen der LalM' schuhen knallten freudig hinaus die gleiche Devise, «"^ die Pöller und Kanonen in Dorf und Stadt sie fec^ dlerten nach echtem, wahren Schützenbrauch, und d" Jodler und der Iuchezer sie schmetterten lustia in d>e Lüfte um die Wette mit den Choraesänaen der ge' schulten Musik- und Gesangsvereine, alles zur We und zum Preise als im Liede vielgefeierten M"' archen! Und wie der Monarch da und dort im Bau b^ gr'ffene und eben vollendete Kirchen besucht, wie er,»' altertümliche Dome eingetreten, aber auch den Sch"" i"« ^V"r"a Sm'er Andacht in die Dorflirche. '' das Wallfahrtskirchlein (in Veldes) gelenkt wie der . 4°""Z?.° d"2 Erzdenkmal für einen der beruh'"/ «,/">, HKensöhne Oesterreichs (Tegelthoff) enttM "'e der Monarch den Grundstein zu unserem viel" sp echenden neuen Museum „Rudolphinum" gelegt, ft mag an dem zwe.ten Frontispiz des Iubeloenkmals '" ^Wüsten Ze^en als vollster Ausdruck des echtesten Volkslebens m Oesterreich die altbewährte österreichM Devise prangen: „Für Gott, Kaiser und Vaterland! Stift St. Paul (Lavantthal), 22. Juli 18S3. __^_______ —es. ^nibachcr Zeitung Nr. 167 1445 __________24. Juli 1883. wickelt wurde; es wäre auch unbillig, wenn nicht zuManden würde, dass manches Ersprießliche ge. «Met wurde." Der Anerkennung von dieser Seite kann wohl der Umstand nichts von ihrem Werte benehmen, M die „Vorstadt.Zeitung", offenbar zur Wahrung Me» oppositionellen Gewissens, beifügt, dass es für Handel und Industrie zuträglicher wäre, „wenn nicht W sehr Vieles als viel geleistet worden wäre" — eine Bemerkung, die durch den Inhalt des Berichtes selbst wohl genügend widerlegt wird. — Das „Illu-Nr, erte Wiener Extrablatt" schreibt: „Der V^lcht liefert ein getreues Spiegelbild der außer« ordentlichen, anerkennenswerten Rührigkeit unseres vandelsamles. Auf dem Gebiete der gewerblichen Industrie sowohl wie auf dem des Handels« und des ^erkehrswesens sind wichtige Errungenschaften zu ver-zeichnen. Herr Baron Pino war eben bemüht, nach auen Richtungen hin Erleichterungen und Verbesse, lungen zu schaffen. Insbesondere auf dem Eisenbahn-»emete wurde vieles geschaffen." In demselben Sinne constatiert das „Fremden-vlatt" aus dem Berichte, dass in der Behandlung "er zahlreichen Agenden des Handelsamtes eine „an» Nennenswerte Rührigkeit" obwaltet und dass die Ab« Mvierung aller dieser Gegenstände in „zweckdienlicher, °em allgemeinen Wohle föroersamer Weise" nur durch ununterbrochenes Zusammenwirken aller vorhandenen "wählten Kräfte möglich war. Das „Prager Abendblatt" beschäftigt sich Ml de>, „Iubelhymnen" der Wiener Oppositionsblätter nMllMch des Gemeinderalhibeschlusses hinsichtlich der ^aculaifeier der Türken-Befreiung und bemerkt, dass e» schwer sei, dieselben ernst zu behandeln. Per eigent« uche odcr richtiger der vorgeschützte Streitgegenstand Auclere sich auf die bescheidene Gelddifferenz von M? fl. serner auf die subtile Silbenstecherei, ob die Mwitäten den vornehmeren Titel „Festlichkeit" oder "'' Populärer klingenden Titel „Volksfest" tragen wUen. „Pas ist so ziemlich alles — fährt das Blatt n« ^ ""^ ^ gehört eine ganz ausgiebige Portion "on Gedankenlosigkeit dazu. um nicht sofort heraus. zuNnden. wie müssig kleinlich, ja wie lächerlich dieser Nanze Abderiten. Streit ist. welch komische Figur leoe Köfterschaft spielen muss, die solche Discussionen °uch nur einen Augenblick ernst nimmt. Und da» 5"ch, dass man eine solche kleinliche Zänkerei auf oa« hochpolitische Gebiet zerrt, mit volltönenden -pyraftn um sich wirft, wird der lächerliche Eindruck 3^""/ 3" wienerisch die „Blamage", die in der ^ache selbst liegt, nur noch verstärkt. ... Man spricht ii^l °"H« v°" einer „Niederlage" der Regierung, "lchres Wlssens hat die Regierung zu der ganzen «rage überhaupt nicht Stellung genommen; ihr konnte und musste doch die Höhe der für die Festlichkeiten stimmten Summe ebenso gleichgiltig sein als die Be« MMlnung der Details dieser Festlichkeiten selbst. Es ^are auch gar nicht abzusehen, welches Interesse die Legierung an dem Volksfeste hätte nehmen können... "er Beschluss, nur 7200 fl. den Festlichkeiten zu wid« „"' lasst die Regierung ebenso kühl als der Antrag. """00 fl. demselben Zwecke zuzuführen." Von den Landtagen. N, .Hrag, 21. Juli. Im Einlaufe befindet sich ein ss^lest einiger Wähler des Prager Bezirkes Josef. 3"t gegen die Wahl Reitlers und Dr. Zaluds als ^ndtagsabgeordnete. Die Wahl beider ist übrigens lln, verificiert. — Namens der Budweiser Handels-ein« ^ überreicht Präsident Fürst Franz Lobkowih lne Potion um eine Subvention für den Ausbau rr ^ocalbahn Budweis-Krumau-Salnau. — Die Com» er,l« n für Bezirks« und Gemeinde.Angelegenheilen 2"UM Treffs ^r Präcisierung deS übertragenen 7" rrungslreises der Gemeinden Folgendes: In Fest-lUung an dem Landtagsbeschlusse vom 21. Oktober °«1 «scheme es im Interesse der öffentlichen Ver-Mtung wünschenswert, dass die Regierung durch ihre "rgane eme Zusammenstellung aller jener gesetzlichen , ^Mmmmigsin veranlasse, durch welche der übertragene ?""l''Mrels der Gemeinden präcisiert wird. Im wii,V^ ^ öffentlichen Verwaltung erscheine es ferner N3"'^c"// bass die Regierung einen Gesetzentwurf bebn' ^."sa sungsmäßiger Regelung der Steuerein« ^eoung embrlnge. Buk?/" ^'"lanfe befindet sich ferner der Bericht der UMcommlsswn mit dem Antrage, die Baukosten« heit«?".'r"^ "" ^"^ae von 31280 fi. für Sicher. lHpn.. Fl""^" und Adaptierungsarbeiten im deut-on^^^^^^" 'n die Verrechnung des Domestical« zu f.? ^ ^^ aufzunehmen und den Landesausschuss eine m' "^"' bem Landtage in der nächsten Session vor,?5. ^"""6 iiber die gesammten Sicherheits« Lan^"^" ""b Ndaptierungsbauten im deutschen Vrä i^i ^ ^ "orzulegen und dabei nicht bloß die N^uuerte Summe von 334 792 fl.. sondern ins-sick s/ Ucberschreitungen zu rechtfertigen, welche eraps.» ' ""^ vollendeter Collaudierung 'ziffermäßig Wer^ 5^^"' v?ach Uebergang zur Tagesordnung ouzs^ c ^ lm Vorjahre unerledigt gebliebenen Landes-G^"'»berichte, betreffend die Errichtung eines zweiten roaudes für das deutsche Landestheater und betreffs Annuierung des auf den Nationaltheaterbau aufgenom« menen Darlehens mit 150 000 fl. der Budgetcommis' sion zugewiesen. Der Landtag genehmigte ferner den Bericht der Budgetkommission über die Gebarungsausweise des Landeshaushaltes pro 1882. — Die nächste Sitzung findet Montag statt. Auf der Tagesordnung befindet sich unter anderem der Bericht der Budgetcommission über die Sicherheitsvorkehrungen und Adaptierungs' bauten im deutschen Landebtheater. Vom Ausland. Der in Paris abgehaltene Cabinets:ath beschloss, die Wahlen für die Grneralräthe auf den 12. August und die Stichwahlen auf den 19. August anzuberau-men. Auf diese Weise würde es sich ermöglichen lassen, dass die Kammern ihre schwebenden Arbeiten erledigen und die Session der Generalräthe doch noch zu dem gesehmäßigen Termine am 20. August eröffnet wird. Im französischen Senate kam es am 18. d. M. zu einem ziemlich scharfen Redeturnier zwischen Ge< neral Billot, dem ehemaligen Kriegsminister, und seinem Nachfolger Thibaudin. Es handelte sich um die Frage der Festungsartillerie. Zuerst hatte der Senat sich gegen das Project des Kriegsministers und zu Gunsten des von General Billot eingebrachten Gegen-cntwurfes ausgesprochen, wenigstens dieses Conlre-project an eine Commission zugewiesen. Der Aus« schuss jedoch, dessen Berichterstatter ebenfalls ein ehemaliger Kriegsminister ist, General Farre, hat den Entwurf des Generals Billot beiseite gelegt und ist auf denjenigen des General Thibaudin zurückgekom» men. General Billot erhob sich nun, um seine Vor» läge zu vertheidigen. Er bemerkte, dass es sich Haupt« sächlich darum handelt, ob das Artillerie-Fuhrwesen« corps beibehalten werden soll ober ob dasselbe mit der eigentlichen fechtenden Artillerie verschmolzen werden muss. General Billot ist gegen diese Verschmelzung und beruft sich auf die Autorität des Strategen Lewal, welcher sich für die Schaffung eines einzigen und ein« heitlichen Fuhrwesencorps für die ganze Armee ausgesprochen habe. Ihm entgegnete der Kriegsminister Thibaudin, es sei gar nicht nöthig, für die Artillerie ein besonderes Fuhrwesencorps zu haben. Die Osfi« ciere des gewöhnlichen Trains seien sehr intelligente Leute und können der Artillerie vortreffliche Dienste leisten. Nachdem Oberst Menadier den Entwurf des Generals Billot vertheidigt hatte, mit Betonung des Umstandes, dass der Entwurf des Kriegsministers einstimmig sowohl von dem obersten Kriegsrathe als von dem Artillerie-Comitö verworfen wurde, ergriff Herr de Freycinet das Wort und bemerkte, dass jedermann die rasche Schöpfung eines Festungsarlillerie.Corps wünsche. Die Meinungsverschiedenheiten beziehen sich bloß auf die Organisationsfrage. General Billot machte den Vorschlag, die Hälfte der Mannschaften für die neu zu errichtenden Batterien der gesammten Artil« lerie zu entnehmen. Der Minister dagegen will die bis jetzt dem Fuhrwesen zugetheilte Nrtilleriemannschaft als wirkliche Kanoniere verwenden. Herr Freycinet vertheidigte eifrig das letztere System und wiederholt die von Herrn Thibaudin geltend gemachten Gründe. Der Kriegsminister siegte auch schließlich, und sein Entwurf wurde mit 142 gegen 115 Stimmen an« genommen. Der französische Senat verhandelt gegen« wärtig auch über die von der Abgeordnetenkammer bereits angenommene Gerichtsreform, welcher er die Dringlichkeit zuerkannte. In der Form, welche der Gesehentwurf gegenwärtig erhalten hat, wird derselbe die Regierung in den Stand setzen, eine große Zahl der kleinen Gerichtshöfe, welche weniger als 150 Pro« cesse im Jahre zu behandeln haben, abzuschaffen und zugleich bei anderen Gerichtshöfen die Zahl der Nichteistellen zu vermindern. Nach dem Berichte, den Herr Tenaille-Saligny namens der Commission an den Senat erstattet hat, sind 857 Richterstellen zur Einziehung designiert, und über ebensoviel Mitgliedern der Magistratur schwebt das Damokles'Schwert der Amtscntsetzung. In England wird die Agitation der Handels« kreise gegen das zwischen der Regierung und Lesseps abgeschlossene provisorische Abkommen behufs Baues eines zweiten Suez Canales mit ungeschwächten Kräften fortgesetzt. Doch hat es den Anschein, als ob der Sturm der Entrüstung geqen die Uebereinlunft viel von seiner anfänglichen Wichtigkeit eingebüßt habe. So erklärte sich eine am 18. d. M. abgehaltene Generalversammlung der Londoner Handelskammer dafür, dass, um allen Stilen gerecht zu werden, die ganze Frage des Canales entweder von einer königlichen Commission oder in solcher Weiss, die Ihrer Majestät Regierung bestimmen dürfte, geprüft werden sollte, aber so, dass die Rechte und Interessen aller interessierten Parteien genau und endgiltig ermittelt werden mögen als eine Basis, auf welcher weitere Schritte gethan werden könnten. — Schon macht man sich klar, dass, wenn die Durchgangszölle hoch sind, England als Besitzer der Hälfte der Suez-Canal.Nctien auch die Hälfte des aus den Zöllen fließenden Ge. winnes beziehen würde. Nicht ohne Einfluss bleibt die Festigkeit des Landengen - Durchstechers Lesseps selbst, welcher in den Zusammenkünften, die er allen Berichterstattern englischer Blätter in Paris der Reihe nach gewährt hat, stets dieselbe Wendung verwertet, dass er den zweiten Canal selbst ausführen werde, wenn die englische Regierung sich davon zurückziehe. Aus Brüssel schreibt man unterm 19. d.M. über die Affaire Vrialmont: Die Regierung fand sich bewogen, die Gründ?, welche sie zur Maßregelung des Generals Vrialmont veranlasst hatten, klarzulegen, und ließ im Amtsblalte den Bericht veröffentlichen, der dem König in dieser Angelegenheit vor dem Maßregelungsbeschlnsse vorgelegt wurde. Der Bericht sagt im wesentlichen Folgendes: Im August 1882 richtete der griechische Vertreter in Brüssel an die belgische Regierung die Bitte, dem General Vrialmont die Erlaubnis zu einer Reise nach Athen zu gewähren, wo man seme fachmännischen Rathschläge betreffs der in mehreren Jahren in Griechenland auszuführenden öffentlichen und fortificatori« schen Aibeilen einholen wolle. Da das Cabinet zu der Ueberzeugung gelangte, dass dem Wunsche der griechischen Regierung keinerlei politische Schwierigkeiten im Wege stehen, beschloss es mit Zustimmung drs Königs, dem General einen Urlaub nach Athen, falls er denselben verlangen sollte, zu bewilligen. Der General unterließ es jedoch, um Urlaub für diesen Zweck einzukommen, und der griechische Vertreter machte in dieser Sache keinen weiteren Schritt mehr. Am 2. Mai 1883 suchte General Brialmont um einen Urlaub für feinen Adjutanten an, der denselben zum Studium der in Ausführung begriffenen Genie-Arbeiten in Oesterreich und Rumänien benutzen wolle. Am 12. Mai d. I. verlangte General Brialmont selbst einen sechswöchentlichen Urlaub, „um sich nach Österreich, Rumänien und Griechenland zu begeben". Drei Tage später richtete der Kriegsminister an den General die Aufforderung, sich darüber zu äußern, ob die Gerüchte, welche ihm eine Misston im Auslande, namentlich in Rumänien, zuschreiben, begründet seien, und wenn dem in der That so wäre, die Regierung über die Natur und die Einzelheilen der etwaigen Mission aufzuklären. Bei dieser Gelegenheit erfuhr es die belgische Regierung von dem General zum erstenmale, dass derselbe sich im vergangenen Jahre ohne Ermächtigung der Regierung nach Rumänien begeben hatte und dass er daselbst „über verschiedene Fragen, betreffend den Mililärunterricht und die Landesvertheidigung" zu Rathe gezogen worden war. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Herr Frcre.Orban, erstattete hierauf ungesäumt dem König über diese Angelegenheit einen eingehenden Bericht. In demselben Wird dem Bedauern Ausdruck darüber gegeben, dass ein belgischer General, ohne Wissen seiner Regierung und ohne die Verantwortlichkeit, welche auf dieselbe in dieser Richtung fallen könnte, zu berücksichtigen, an Fragen, welche die Vertheidigung eines fremden Landes betreffen, activ theilgenommen habe. Dann heißt es wörtlich: „Per Mirnsterrath würde in der Gewährung des von General Brialmont unter den bezeichneten Umständen verlangten Urlaubes eine schwere Unzu-kömmlichkeit erblicken. Jedenfalls könnte die Ermächtigung nur dann ertheilt werden, wenn die rumänische Regierung, die dies unterlassen hat, selbst bei der Regierung Eurer Majestät einschreiten und derselben gleichzeitig den Beweis liefern würde, dass hieraus für uns keinerlei Schwierigkeit erwachsen werde." Der Bericht erhielt die Zustimmung des Königs. Am 30. Mai d. I. richtete General Vrialmont an den Kriegsminister ein Schreiben, in welchem er erklärte, dass er aus der Nichtbeantwortung seines Ge« suches um einen Urlaub nach Oesterreich, Rumänien und Griechenland schließe, die Regierung glaube, den Urlaub „unter den gegenwärtigen Umständen" nicht bewilligen zu können. Er ziehe daher sein Ansuchen zurück und bitte einfach, dass man ihm gestatte, „sich nach Deutschland zu begeben, 'um daselbst während eines Monates eine Cur zu gebrauchen." Am nächsten Tage zog der General auch sein erstes Gesuch um einen Urlaub für seinen Adjutanten zurück und reichte ein anderes ein, in welchem er um einen Urlaub zum Zwecke d?s Studiums der in Ausführung begriffenen Genie«Arbeiten in Oesterreich einkam. Die Regierung verweigerte jedoch den für den Adjutanten verlangten Urlaub, bewilligte dagegen dem General eimn solchen für d^n Curgebrauch in Deutschland. Die Nealerung wollte auf diese Weise den Charakter ihrer erwähnten Beschlüsse schärfer hervortreten lassen und verhindern, das« die Vorgänge, welche sich im Vorzahre ohne ihr W.ssen vollzogen, sich diesmal w.ederholen Kaum hatten jedoch die Journale die Nachr.cht gebracht, dass der General sich in Rumamen befinde, als d,e Re< aieruna in Karlsbad Erkundigungen einholen li.h und erfuhr, dass der General den Curort nicht einmal be« treten habe. «lm 3. Juli traf der General, der von der Re« nicrnng zurückberufen wurde, wieder in Brüssel ein. Die Regierung verlangte von ihm sofort Aujklarun« Laibacher Zeitung Nr. 167 1446 24. Juli l88lt. gen über sein Vorgehen, die er am 5. d. M. überreichte. Welchen Eindruck die Rechtfertigung des Generals Brialmont bei der Negierung machte, ergibt sich aus dem jeitens der letzteren dem Könige vorgelegten Berichte In demselben heißt es: „Entfernt davon, einen Fehlschritt zu mildern, erschwert sie (die Recht-ertignng des Generals) denselben. Um sich den Con-cqucnzen feines Schreibens vom 30. Mai d. I. und des Widerrufes seines Gesuches um einen Urlaub nach Rumänien und Griechenland zu entziehen,, hat er kein Bedenken, sich aus dem Missbranche, den er im vergangenen Jahre beqieng, indem er mit der heimlichen Absicht, ohne Wissen des Kriegsministers, nach Rumänien zu gehen, einen Urlaub nach Oesterreich ver» langte, einen Rechtstitel zu schaffen. Er fügt hinzu, dass er glauben musste, die Regierung zaudere, ihm einen directcn Urlaub mich Rumänien zu gewähren, und würde es vorziehen, ihn ohne officiellen Charakter als einfachen Ausflügler, wie er dies im Vorjahre gethan hatte, dahin reisen zu sehen. Nach dieser selt» samen Erklärung hatte sich die Regierung Eu. Majestät in einer gewissen Comftlicität der Dissimulation des Herrn Generallientenants Brialmont angeschlossen, wohl in der Absicht, um sich im Falle einer Reclamation eine Ausflucht offen zu halten. Eine solche Erklärung könnte mit vollem Rechte als eine Beleidi» gung angesehen werden." Der Bericht schließt mit den Worten: „Der Ministerrath, welchem diese Thatsachen vom Kriegsminister vorgetragen wurden, hält in Anbetracht der politischen Conseauenzen derselben dafür, dass über den Herrn Generallieutenaut Brialmont die Maßregel der Versetzung in Nichtactioitä't verhängt werden soll." (Pol. Corr.) Tagesneuigkeitell. — (Allerhöchstes Handschreiben.) Seine Majestät der Kaiser haben an den Commandierenden FIM, Freiherrn v. ttuhn folgendes Allerhöchste Hand« schreiben zu erlassen geruht: «Lieber Feldzeugmeister Freiherr von Kühn! Es gereicht Mir zur besonderen Befriedigung, dass Ich den Worten der Anerkennung, welche Ich im Vorjahre den von Mir inspirierten Truppen und Anstalten Ihres Corpsbereiches auszudrücken Gelegenheit fand. Worte des Lobes beifügen kann für die im allgemeinen befriedigende Ausbildung, die gute Haltung und das vorthcilhafte Aussehen der Mic heuer vorgeführten Truppen, die Ordnung und den correcteu Dienstbetrieb in den von Mlr besichtigten Anstalten. Es fiel Mir besonders angenehm auf, dass die Ausbildung der Truppen eine kriegsmäßige und dem Geiste der Vorschriften entsprechende ist. Ich spreche Ihnen hiefür Meiue Anerkennung aus und beauftrage Sie. den betreffenden Commanden und Anstalten Meine Zufriedenheit bekannt zu geben. Iudeuburg am 17. Juli 1883. Franz Iofeph m. p " — (Graf von Chambord) Am 20. d. M. wurde folgendes Bulletin auönegebcn: „In heutiger Nacht Rückkehr mäßiger dyspeptifcher Befchwerden mit Nachlass am Morgen." — (Personalnachricht.) Se. Excellenz der Herr Statthalter von Tirol Freiherr von Widmann ist von Linz in Salzburg angekommen. — (Die Phylloxera in Frankreich.) Nach dem letzten officiellcn Ausweise waren von diesem gefährlichen Feinde des Weinbaues 51 Departements befallen. Die Ausdehnung der Infection zeigt sich am besten darin, dass die Area des Weinbaues in diesen Laudkstheilen vor der Infection von 2 415986 Hektaren auf 1995 290 Hektaren zurückgegangen ist. Derzeit sind 763799 Hektare Weingärten gänzlich zerstört. 642978 Hektare wurden zwar befallen, bestehen jedoch noch fort. 17096 Hektare Weingärten waren 1882 mit amerikanischen Neben wieder ausgepflanzt, 12 543 Hektare tonnten der Ueberstauung ausgesetzt werden. Exemplarische Strafen wuroen über jene verfügt, die Reben oder Pflanzen au3 verseuchten Gegenden einzuführen verfuchten. — (Die Farbe des Wassers.) In einer der jüngsten Sitzungen der belgischen Akademie der Wissenschaften theilte Herr W. Spring die Ergebnisse seiner Untersuchungen über die Farbe deS Wassers mit. Vollkommen reines Wasser besitzt in einem Rohre von zehn Metern Länge deutlich blaue Farbe. während es nach der Theorie von Tyndall. dass die blaue Farbe vom reflectierten Lichte herrühre und durchgehendes Licht rothe Farbe erzeuge, roth erscheinen müsste. Spring zeigte ferner, dass die im Wasser gelösten Salze und in ihm suspendierten Mineralpulvcr den, Durchgange des Lichtes bedeutenden Widerstand leisten. Die rothen und violetten Strahlen werden absorbiert, und das gelbe Licht dringt durch. Indem es sich mit der oem remen Wasser eigenthümlichen blauen Farbe vereinigt, entstehen die verschiedene» Nuancen von Grün. je nach der Menge der fremdartigen Beimengungen und nach der Wasser» tlefe. So sind das Mittelmeer indigoblau, der Genftrfee azurblau, der Bodensee. Vierwaldstättersee und der 3ihein Hromgrün, dn> Nordsee himmelblau n f. w. Locales. Aus dem k. k. Aandesschulrathe für Drain. Auszug aus dem Protokolle über die ordentliche Sitzung des k.k. Landesschulrathes für Krain in Laibach am 9. Juli 1883. Nach Eröffnung der Sitzung und Begrüßung der neugewählten Herren Abgeordneten des lrainischen Landesfchulrathe« Johann Murnlk und Dr. Josef Vosnjak durch den Herrn Vorsitzenden trägt der Schriftführer die feit der letzten Sitzung erledigten Geschäftsstücke vor, was zur Kenntnis genommen wird. Hierauf wird zur Tagesordnung übergegangen. Ueber den Recurs der GememdtVertreter eines Ortsschulrathes wider die Erledigung des B^nks» schulralhes, belangend das Wohnungsrecht des Lehrpersonales einer mehrclassigen Volksschule im Schul-gebäude, werden Beschlüsse gefasst. Einem Recurse wider die Entscheidung dcö Be« zirlsschulrathes in Stein, betreffend dir Zuweisung dreier Ortschaften zum Sprengel einer neu zu errichtenden Schule, wird keine Folsse gegeben. Das Ansuchen eines geweseneu Nothschullehrers um eine Gnadengabe wird abgewiesen. Mehrere Berufungen und Strafnachsichtsgesuche in Schulversäumnis-Straffällen werden erledigt. Ein Lehrer wird aus Dienstesrücksichten überseht. Ueber die Berichte der k. k. Bezirksschulräthe, be-treffend die Einberufung von Lehrern zum diesjährigen landwirtschaftlichen Fottbildunqscurfe in Slap, werden dem krainifchen Landesausschusse die geeigneten Anträge gestellt. Einem Zöglinge der k. k. Lehrerbildungsanstalt wurde wegen Disciplinarvergehens das Staatsstipendium entzogen. Mehrere Remunerations- und Geldaushilfsgefuche werden erledigt. __________ — (NuSstellung.) Der prachtvolle goldene Pokal, welchen Se, Majestät den Schützen des Laibacher Schieß, standes gewidmet hat. ist seit einigen Tagen in der Landesausstellung zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. — (Brände.) Wie man uns auS Stein. Rudolfs-wert und Gottfchee fchreibt. sind im Laufe diefes und Ende des vorigen Monates in mehreren Gemeinden dieser Bezirke größere uud kleinere Feuersbrünste zum Ausbruche gekommen, Am 28. v. M. brannte es in der Dreschtenne des Martin Dohler in Podretsche, und es äscherte das Feuer außer dem Brandobjecte auch das HauS, den Stall. Einrichtungsstücke und Lebensrnittel des genannten Besitzers, der einen Schaden von 990 ft erlitt, ein, Dasselbe Feuer zerstörte auch ein Haus. Stall. Haus- und Fcldgeräthe des Besitzers Barthelmä Koncilja, welcher dadurch um 1500 fl. geschädigt wurde. Beide Besitzer sind je mit 600 fl. versichert. Am 13. d. M, brach durch Blitzschlag in dem mit Stroh gedeckten Stalle bes A. Lavriö in Loke Feuer aus, sowie der Blitz von den sieben im Stalle befindlichen Rindern zwei tödtete. Auch das Wohnhaus des gleichen Besitzers brannte vollständig ab. Der durch dieses Elementarereignis entstandene Schaden wird auf 750 fi. gefchätzt; Lavric ist bloß auf 300 st. Versichert, Der dritte Brand entstand in Nieg in der Scheuer des Johann Wittwe; das Weitergreifen deS Feuers wurde durch die sofortige Hilfe feitenS der Bewohner der Nachbarorte verhindert. Der dem Wittine verursachte Schaden beträgt 700 fl. Der Abbrändler ist mit 100 si. versichert. — (Literatur.*) Katalog deS k. t. Schulbücher-Verlags. Der am I.Iuli ausgegebene Katalog enthält die Vorfchriften über den Bezug und Verschleiß von Schulbüchein. dann ein vollständiges Verzeichnis der Artikel des Vollsschulbücher-Verlages für Schulen mit deutscher, italienischer, böhmischer, polnischer, ruthe« nischer, kroatischer, serbischer und slovenischer Unter-richtssprache. danu der NeligionSbücher in ungarischer, romanischer und hebräischer Sprache, der Bücher für Lehrer'Bildungsanstalteu, diversen Drucksorten (Zeug< nisse für Steiermarl iu deutscher oder slovenischer Sprache), der Vollshymne in (zehn Sprachen). Schulgesetz°Aus-gaben, katechetischer Schriften, der Bücher des Gymnasial» und des Ministerial-CommissionSverlages u. s. w. Bei jedem Buche finden wir Bogenzahl und Preis notiert. * Alles in dieser Rubril Angezeigte ist zu beziehen durch dic hiesige Buchhandlung Jg. v. Kleinmayr H ssed. Vawbera. An die P. T. Subscribenten auf das historische Gedenkblatt: Acrbsbuvgev in I^crin. Infolge vielseitig kundgegebenen Wunsches, es möchten in das Gcdcnlblatt auch die so glänzenden festlichen Momente der Landesjubelfeicr vom 11. bis 16. Juli 1883, die beglückenden Delails der Allerhöchsten Anwesenheit unseres allergnädigsten ssaiscrö und Herrn Sr. l, und l. Apostolischen Majestät Franz Josef 1, Allsiillhmc finden, ist eine ganz veränderte Anordnung des Stoffes eingetreten und dadurch auch eine Verzögerung in der Ausgabe. Dieselbe erfolgt sobald möglich, und wird der Tag des Erscheinens des Gedculblattes demnächst mitgetheilt werden. Diejenigen P. T Subskribenten, welche das Gcdcntblatt in der Form als Beilage zur umfassenden Beschreibung der Allerhöchsten Kaiserreise cms der Feder des Gefertigten, die Graf Kalnoly, und der Reichs-Finanzminister voü Kallay treffen morgen hier ein und haben Wohnung im „Hotel Kaiserin Elisabeth" bestellt. Prag. 23. Juli. (Landtagssitzung.) Graf Harrach bringt eine Petition mehrerer Gemeinden um Hebung der Flachs-Industrie und Leinweberei in den böh' mischen und deutschen Gebirgen ein. — Die Budget' Commission beantragt zu den Straßenbau-Dotationen für das Jahr 1884 in den Landes-Voranschlag 152000 fi. einzustellen. — Cardinal Schwa,zenwg erschien hente zum erstenmale im Landtag. Stuttgart, 23. Juli. Der Kriegsminister General o. Wundt ist in Tarasp gestorben. Die Beerdigung erfolgt Mittwoch hier. Belgrad. 23. Juli. Der Ministerrath beschäftigt sich mit der Ausarbeitung eines Verfassung^ Modificationsentwurfes. — Nikolo Kristi. "/x81"!l.l,^s>l (Vo^2UUNg8-s!l0NSl,). NNNlick Ugttoni. K3li5d36 «Mmen). 1 1447 ÄnMlall zur Laibacher Zeilulla Nr. l67. Zienstag. den 24! Zuli 1883. " l3i92-i) Coneur,kunämaHunl,. Nr. 1349. di,Q?" der l l. Marine-Akademie zu Fiume ist «nd «?^ °""s Professors fllr deutsche Sprache " «lteratur mit «"besehen/'^°^"°ber1883 be^ herber um diese Stelle haben sich mit L^F5"gnis der theoretischen und praktischen ü» ^^"t ^^ h^lf^,. Sprache und Literatur ti^Mtcmdigen Mittelschulen deutscher Unter-"chtssprache auszuweisen. nl^.^?"^""a si"' die Anstellung ist das noch «M überschrittene 40. Lebensjahr. ... ,"it der erwähnten Professur ist ein Jahres« »cyan von 1600 fl. mit dem Ansprüche au» ," ^rszulagen von 200 si. nach je 5 Jahren bis zu.dem Maximal. Wns,i,»« ' «r. ^> ferner eine competente V "^ "'''ltademiege'bäude oder das system-Mr?^ ^'^°^'lvlllent (gegenwärtig 604 fl. N S "ud d'e Pensions ähigleit nach dem "N^rsmgungsgesehe verbunden, liöro.. ^ -p"frssorcn der Marine.Akademie ge» in ^ ,".^"dc der Beamten für das Lehrfach "r l-t. Kriegsmarine an. bellei?o"^"'^" Dienstlcistuuq unter 1b Jahren de n 1^'^.^"^ 5"itc Diätenclasse, nach vollen- ^«3nllass?vo?^" ^"' ^ '" ^'' ^b""e Uebr^ /." Verwendung an anderen Staats« °ls ?n,^ /' '"^^^^' Dienstzeit zählt zwar ^"rchnun^!!.^''."^"" Pensionierung bei nick» s/.."^ ^ulnquennicn wird dieselbe jedoch a,t berücksichtiget, und es erfolgt die Vorrückung d°r „s). ^'k D'ätcnclasse und die Zuerlcnnung »°be ^"'/^Z'll^lterszulage nur nach Maß-zutuckn-s k Pro essor an der Marine-Alademie «"Uckgelcgten Dienstzeit. ! Allldemi. «?Ä.°^ ^""^ «" der Marine-s?chz m°//« Monate, worauf eine vier bis Cee^/N^. dauernde Instructionsreise zur tour^.-!l° ^'"sc ^lat; an dieser lchtern nimmt ^ se cmcr der Professoren theil. Alter," >5'"A lü'd mit dem Nachweise über die bi^n ,^^ble» und sonstigen Ausweisen über "en? 2 U« Dienstleistung im Üehramtc. über besonders ^"'^''le l""'^ Sprachen oder und l°i"^'ss«'schaftliche Leistungen zu versehen °nd°«m> ^'^ ^ August 1883 (Marineseetion) Wien im Juli 1883 ^.^^__ (Marlnesection.) (3111-2) G°neur,llu^reibm^7N^7966^ ""ierstipendien für die Gärtnerschule , Eli- sabethinum" in Mödling ^rancileo"^"^ Lehranstalt den ?«^ ^^""m m Verbindung stehen. «Elisabethinum« gelang«« und 18«!»?^" zweliahngcn Lehrcurs 1883^84 2b0 fl ^ iwe, Stipendien von je jähr ich des Kaiser?"."«" ^" ^'"°" Sr'MajestZ ViairU'?' ^"^ andere den Namen Ihrer Ne°er3/°'^"^"L"' ^r Verleihnng "«suche längsten" ^'^ Stipendien haben ih?e bei d n ''^ ^^ ^"6«st 1863 bn wclckerÄ'^' ?.^ "Irancisco-Iosephinum". ''nzuNge3"""utsProgramme zu beziehen sind' '^H^WWe^^Gä^^ ,' Ar U^ ^»o^^°utem.rfo^ ' ^M!de7^V^^e?N Sehr wünschenswert ist der Nachweis einer im Gartenbau durch längere Zeit genossenen Praxis. Stipendisten sind von der Entrichtung des Schulgeldes nicht befreit. Wien am 17. Juni 1633. Vom l. e. «ckerbau.Ministerinm. (3173-3) Kundmachung Nr. 4619. Die auf dem Vollsfestplatze unter Tivoli befindlichen Bauobjecte, nämlich 8 Pavillons, 1 KaffccMcstaurant, 1 Tanzboden, 2 Kegelbahnen, 1 Trasikhütte, 1 Schaukel, 3 Kletterbäume und 3 Cabinette werden einzeln oder alle zusammen veräußert werden. Darauf Reflectierende wollen ihre dies« fälligen Anbote bis inclusive 26. Juli 1883 beim gefertigten Landesausschusse schriftlich ein» bringen. Laibach am 20. Juli 1883. Vom kraillischcn Landesausschnffc. (3159-3) Uowrftelle. Zur Besetzung der durch den Tod des l. l. Notars Dr. Wilhelm Nibitsch erledigten Notar« stelle ill Laibach wird hicmit neuerlich der Concurs ausgeschrieben. Die Bewerber haben ihre gehörig belegten, mit der Qualificationstabelle, wovon ein Excm° plar bei der Notariatskammer behoben werden kann, versehenen Gesuche längsten« in vier Wochen vom Tage der dritten Einschaltung dieses Ebictes in das Amtsblatt der „Laibacher Zeitung" an bei der gefertigten Notariatslammer einzubringen. Laibach am 19. Juli 1883, K. l. Notaxiatslammer für Kram. Dr. Barth. Suppanz. (3179-2) Lehrerftelle Nr. 446. An der elnclassigen Volksschule zu Hotc< berschiz lommt mit Beginn des nächsten Schul» jahres die Lchrerstelle, mit welcher ein Gehalt von 450 fl. und dcr Gcnuss der Naturalwohnung verbunden ist, zur Besetzung. Eompctenzgesuche fur diese Lehrcrstelle sind bis 25. August 1883 im vorgeschriebenen Dienstwege hieramts ein« zureichen. K. l. Bezirlsschulrath Loitsch. am 19. Juli 1863. "(3171^2) LenrerfteNe. Nr. 424.' An der einclassigcn Volksschule zu Godovii gelangt die Lchrerstcllc, mit welcher drr Gehalt jährlicher 400 sl. und der Grnuss einer Natural» , Wohnung verbunden ist. zur definitiven Besehung. Vewcrbuugsgesuchc sind im vorgeschriebenen Wege bis 20. August 1883 hierorts einzureichen. K. k. Bezirksschulrat!) Lollsch. am 17. Juli (3178-2) Nr?6730 Ein golllmeg Rrmlianll wurde am 15. d. M. in der Grotte gefunden. Der Eigenthümer wolle sich hicramts melden. K. t. Nezirkshauptmannschaft AdelSbera., am (3201—1) KnnämaHun«. Nr. 10 402. Für da« Jahr 1883 ist die zweite Anton Raab'sche Stiftung jährlicher 200 fl zu verleihen. Auf die eine Hälfte dieser Stiftung hat eine ehrbare Laibacher Vürgerswitwe, aus die andere eine arme wohlerzogene Laibacher Bür» gerstochtcr, welche sich im wirklichen Braut« stände befindet, nach ihrer Copulation Anspruch. Die mit den Nachweisungen der Armut, des Leumundes und der bürgerlichen Abkunft belegten Gesuche sind bis 20. August d. I. bei dem gefertigten Magistrate zu überreichen. Stadtmagistrat Laibach, am 17. Juli 1883. Der Bürgermeister: Gras sell« m. z>. (3184-1) KunämllHun«. Nr. 4798. Vom k. l. Bezirksgerichte Tschernembl wird hicmit bekannt gegeben, dass auf Grund des Gesetzes vom 25. März 1874, L. G. B. V. Nr. 12, mit den Localerhebungen zur Anlegung der neuen Grundbücher de^ Cataftralgemeinde Bojance am 31. Juli 1883 begonnen werden wird. Es ergeht nun an alle jene Personen, welche an der Ermittlung der Besihvcrhältnisse ein rechtliches Interesse haben, die Einladuna. vom obigen Tage an in der Amtskanzlei in Tscher» nembl zu erscheinen und alles zur Aufklärung sowie zur Wahrung ihrer Rechte Geeignete vor» zubringen. K. l. Bezirksgericht Tschernembl, am Listen Juli 1883. ^^_^ lllNLNllo. öt 47V8 X» 2N2N^0 80 äajo, <1H 8« doäo n» poä» 1»ßl lioisino Z)08t,»vo 0(1 25. guillll 1874, ärillv. 2ak. V, ätov. 12, uriiolo poi^voädo 2» äuö 13. juli^» t. l. vv 8. uri äorioluänö v pl8»,rm v ^ruomlzi in , Icatsrim ^o i» pr^vclnill llläov ru»r, 21. ^uU^» 1833. (3195-1) Nr. 1732. iLiesernngl-Hnlstnreibung. Bei der t. k. Bergdirection Idria in Krain werden 1000 Hektoliter Weizen, 800 . Korn und 600 . Kukuruz gegen Einbringung schriftlicher Offerte unter nachfolgenden Bedingungen angekauft: 1.) Das Getreide muss durchaus rein, trocken und unverdorben sein. und es muss der Weizen wenigstens 77, der Roggen 70 und der Kukuruz 75 Kilogramm je ein Hektoliter wicaen. Das Getreide muss bemustert, dessen Provenienz und Alter sowie allfällig garantierte Ueberschwcre angegeben werden. 2.) Das Getreide wird von der k. l. Material« Verwaltung zu Idria am Kasten in cementierten Gefä'slcn abgemessen und übernommen und jenes, welches den Qualitä'ts-Ansordcrungen nicht voll» kommen entspricht, zurückgewiesen. Dcr Lieferant ist verbunden, für jede zu» rückgcstoßene Partie anderes, gehörig qualifier» tes Getreide dcr gleichnamigen Gattung um den contractmiislissen Preis längstens im nächsten Monate zu liefern. Es steht dem Lieferanten frei, entweder selbst oder durch einen Vevoll» mächtigten bei der Uebernahme zu intervenieren. In Ermanglung der Gegenwart deS Lie« feranten oder Bevollmächtigten muss jedoch der Befund der k, l. Materialverwaltung als richtig und unwidersprechlich anerkannt werden, ohne dass der Lieferant dagegen Einwendungen machen könnte. 3.) Hat der Lieferant das zu liefernde Ge» treide loco Gctreidekasten Idria zu stellen, wobei es demselben auf seine Gefahr frei steht, sich zu der Verfrachtung des Getreides von Loitsch nach Idria des Werlfrächters Herrn Johann Sichert in Loitsch zu bedienen und sich diesbezüglich mit dem letzteren in das Einvernehmen zu setzen. 4) Die Bezahlung geschieht nach ueber« nähme des Getreides bei dcr k. k. Vcrgdirections» casse zu Idria gegen classcnmäßig gestempelte Quittung, wenn oer Ersteher lein Gcwerbsmann oder Handelstreibender ist, im letzteren Falle aber gegen eine mit einer 5°Kreuzer-Stempelmarle versehene saldierte Rechnung. 5.) Die mit einer 50'Neutrcuzer-Stempel« marke versehenen Offerte haben versiegelt und mit der Bezeichnung „Getreide-Offert" längstens bis 10. August 1883, Schlag 3 Uhr nachmittags, bei der k. k. Berg« direction zu Idria einzutreffen. Telegramme werden nicht berücksichtiget. 6.) In dem Offerte ist zu bemerken, welche, Gattung und Qualität Getreide der Lieferant zu liefern willens ist, und der Preis loco Ge» treidetasten Idria zu stellen. Sollte ein Offert auf mehrere Kärnergattungcn lauten, so steht es dcr Bergdirection frei, das Anbot für mehrere oder auch nur für eine Gattung anzunehmen oder nicht. 7.) Zur Sicherstellung für die genaue Hu-Haltung der sämmtlichen Vertragsverbindllch« leiten «st dem Offerte ein lOproc, Vadium cnt« weder bar oder in annehmbaren Staatspapicren zum Tagescourse, oder die Quittung über dessen Deponierung bei irgend einer montanistischen Cassc oder des l. k. Landeszahlamtes in Laibach j anzuschließen, widrigens auf da« Offert leine Rücksicht genommen werden würde. Sollte Contrahent die Vertragsverbindlich' leiten nicht zuhalten, so ist dem Acrar das Recht eingeräumt, sich für einen dadurch zu» gehenden Schaden sowohl an dem Vadium als an dessen gesummtem Vermögen zu regressieren. 8.) Denjenigen Osferenten, welche keine Ge» treibclieferung erstehen, wird das erlegte Vadium allsobald zurückgestellt, dcr Erstehcr aber von der Annahme seines Offerte« verständiget werden, wodann er die eine Hälfte des Getreides bis Ende August 1883, die zweite Hälfte bis Ende September 1883 zu liefern hat. 9.) Auf Verlangen werden die für die Lie« ferung erforderlichen Getreidcsiicke, doch nur insoweit es der hieramtliche Vorrath daran er« laubt, von der l. k. Bergdircction gegen jedesmalige ordnungsmäßige Rückstellung unentgelt» lich. jedoch ohne Vergütung der Frachtspese», zugesendet. Der Lieferant bleibt für einen allfällige» Verlust an Säcken mit 1 st. per Stück ersatz« pflichtig. 10.) Wird sich vorbehalten, gegen den Herrn Lieferanten alle jene Maßregel,, zu er« greifen, durch welche die piinltliche Erfüllung der Contractsbedingnisse "wirkt werden kann, wogegen aber auch demselben der Rechtsweg für alle Ansprüche offen ble.bt, die derselbe aus den Contractö-Vedinaunaen nmchcn zu können alaubt Jedoch wird ausdrücklich bedungen, dass die aus dem Vertrage etwa entspringenden Nechtöstreitialciten. daS Acrar möge als Kläger oder Geklagter eintreten, sowie auch die hierauf Bezug habenden SicherstellungS» und Executions» schritte bei demjenigen im Sifte des Fiscalamtes befindlichen Gerichte durchzuführen sind, welchem dcr FiscuS als Geklagter untersteht. Von dcr l. l. Vergdirectkn Idri« am 21. Juli 1883.