Po8lnins pIsLsna v gotovini. Rr. 18. Erscheint jeden 1., 10. und 20. ,5. (20.) Jahrgang. Organ der Gottlcheer Lanenipartri. Bezugspreise : Jugoslawien: ganzjährig 25 Din, halbjährig 12'50 Dm. D.-Oesterrem : ganzjährig 40 Din, halbjährig 20 —Din. Amerika: 2'50 Dollar. — Einzelne Nummern 1 Dinar. Die Revolution in Bulgarien. Daß alle politisch wichtigen Ereignisse, die sich in unseren Nachbarstaaten abspielen, in unserem Lande hohe Aufmerksamkeit erregen, die sich mit¬ unter in regelrechte Aufregung steigert, ist zu be¬ greifen. Die Lage in Mitteleuropa ist durchaus noch nicht so fest, daß man in kalter Objektivität über wohlverwahrte und feste Grenzen blicken könnte. Besonders Ereignisse, die eine gewaltsame Abkehr von den in den Friedensverträgen den Staaten vorgeschriebenen Linien oder die Gefähr¬ dung einer unseren führenden Staatsmännern genehmen Politik des betreffenden Staates zu bedeuten scheinen. In Bulgarien ist über Nacht die Revolution ausgebrochen und in unserer Hauptstadt schäumt die Erregung bis zum Rande. Der Banernführer Stambulijski wurde seines Ministerpräsidenten- postens entsetzt, viele seiner Abgeordneten, Hunderte seiner Anhänger wurden ergriffen und eingesp.rrt. Daß Bulgarien ein Gebiet ist, dessen geringste Erschütterung den politischen Erdbebenanzeiger in Beograd fieberhaft hin und her pendeln läßt, geht aus dem Verhältnis dieser beiden slawischen Staaten ohneweiters hervor. Rivalität in der alten Zeit, kurze Waffenbrüderschaft, das Kehren der Waffen gegeneinander, der Weltkrieg, der Friede haben jene unbeschreibliche Atmosphäre geschaffen, welche bekanntermaßen zwischen diesen beiden tüchtigen und nahverwandten Völkern des Balkan herrscht. Der im Kriege als unerbittlicher Gegner dieses Krieges bekannte Bauernführer Stambulijski, der breite Massen der bäuerlichen Bevölkerung hinter sich zu bringen wußte, schien der Mann zu sein, der imstande war, bessere Beziehungen zwischen Sofia und Beograd, zwischen Sofia und Athen herzustellen, ohne daß dabei besonders von unserer Seite auch nur auf den Schein eines Vorteiles aus dem Friede» von Neuilly hätte verzichtet zu werden brauchen. Dieser Mann ist nun weg. Eine Nacht ge¬ nügte, um ihn von der Höhe seiner 212 Man¬ date hinauszublasen in die Obskurität irgendeines bulgarischen Bauerndörfchcns. Man weiß vorläufig noch nicht, wo er ist, was er mit seinen Bauern¬ massen beginnen wird, ob er und seine Jaee diese Massen gegen die Hauptstadt treiben werden. Gegen eine Hauptstadt, die dem bulgarischen Bauer als Sodoma und Gomorra gemalt wurde. Also blutiger Bürgerkrieg. Daß es dazu kommen müsse, zu dieser Ansicht kommt mau, wenn man die Verteilung der Ab¬ geordneten als Maßstab für die politischen Kräfte¬ verhältnisse in diesem Lande gelten läßt. Von 245 Abgeordneten wurden durch die letzten Par- Mittwoch, den 20. Juni 1923. lameutswahlen 212 auf die Liste der Bauern- regierung gewählt. Nur 33 sind Gegner, davon 15 Bürger, 16 Kommunisten und zwei Sozialisten. Das zugunsten der Bauernpartei abgeänderte Wahl¬ gesetz hat aber den Willen der Gesamtbevölkerung gefälscht. sjDenu während 557.000 Stimmen 212 Abgeordnete wählten, wurden den 460.000 Stim¬ men der gesummten Opposition nur 33 Mandate zugeteilt. Also aus dem Verhältnis der Abge¬ ordnetenzahlen vorzeitig eine Schwäche oder die Unhaltbarkeit der Revolutiousregierung herauszu¬ lesen, wäre nach allem gefehlt. Denn die 460.000 Stimmen beinhalten die gesamte nationale, natur¬ gemäß zielbewußtere, selbstsichere Intelligenz Bul¬ gariens, während die bloß um 100.000 Köpfe stärkere Anhängerschaft Stambulijski's mehr oder weniger der dumpfen Masse angchört, deren Festig¬ keit mit dem Haupte ihres Führers steht oder fällt. Man kann die zahlenmäßige Übermacht im übrigen mit ruhigem Gewissen auf Rechnung der Wahl¬ praktiken der Wahlregieruug fitzen. Ob demnach, abgesehen von kleineren Auf. flackern, dem kühnen Handstreiche in Sofia der Bürgerkrieg folgen wird, ist noch die Frage. Die neue Regierung scheint auf festen Füßen zu stehen, wenn nicht Einmischungen äußerer Mächte ihr den Garaus machen. In der Tschechoslowakei, wo der Umsturz nicht unsympathisch ausgenommen wurde, scheint vorderhand keine Lust dazu vorhanden zu sein. Unser Staat, der begreiflicherweise am meisten interessiert ist, schützt seine Grenzen und bereitet sich auf alle Möglichkeiten vor. Das ist natürlich und braucht an sich nicht zu beunruhigen. Gewiß ist, daß Jugoslawien in der Betrachtung der bul¬ garischen Lage ein großes Wort und dementsprechend auch eine große Verantwortung zugeteilt wird. Da die Mazedonier dem Umstürze fernzustehen er¬ klären, dürfte er als innere Angelegenheit Bul¬ gariens betrachtet werden. Immerhin muß im Hinblicke auf mögliche Zusammenhänge zugegeben werden, daß auf dem heißen Boden Südosteuropas auch aus einer unverhältnismäßigeu Ursuche ein Brand entstehen kann. Und ein ganz anständiger. Inzwischen überstürzen sich die Ecreignisse in Bulgarien, so daß man ihnen kaum folgen kann. Die eine Quelle meldet, daß Stambulijski ge¬ fangen und verraten wurde, die andere, daß er in den Kämpfen mit de» Regierungstruppen sieg¬ reich bleibe und auf dem flachen Lande der Herr sei. Die Kleine Entente will energisch einschreiten, fordert Entlassung der Osfiziere, Entlassung der Truppen, die über dem Stande da sind usw. Man redet von Italien, von Koburg, von Hohen- zollern usw. Alles in allem eine kitzliche Geschichte, in die man vielleicht doch nicht mit zu vollen Backen hineinblasen sollt?? Cillier Zeitung. Briefe ohne Unterschrift werden picht berücksichtigt. — Zuschriften werden nicht zurückgestellt. — Berichte sind an die Schriftleitung zu senden. — Anzeigen-Aufnahme und -Berechnung bei Herrn Carl Erker in Kočevje. Der neue Wehrgesetzentwurf. „Politika" bringt an leitender Stelle den Ent¬ wurf des neuen Wehrgesetzes, dem wir nachste¬ hende Bestimmungen von allgemeinem Interesse entnehmen: Z 10. Die Dienstpflicht im Heere beginnt mit dem vollendeten 21. Lebensjahre, dauert bis zum vollendeten 50. Lebensjahre und wird geleistet: 1. in der operativen Armee vom vollendeten 21. bis zum vollendeten 40., 2. in der Reservearmee vom vollendeten 40. bis zum vollendeten 50. Lebens¬ jahre. Z 11. Zur Zeit der Mobilisierung oder in Kriegszeiten kann der Kriegsminister nach Bedarf zum Heeresdienste auch Jünglinge vom vollen- deteu 18. bis zum vollendeten 20. Lebensjahre heranziehen. Ebenso können auch Personen bis zum vollendeten 60. Lebensjahre herangezogen werden, wenn sie für den Dienst im Hinterlande taug- lich sind. Z 43. Der Dienst im ständigen Kader beginnt mit jenem Kalenderjahre, in dem der Rekrut das 21. Lebensjahr vollendet und dauert für alle Waffengattungen und Branchen 18 Monate. 8 48. Niemand kann Staats-, autonomer oder Gemeindebeamter, Priester, Mönch oder über¬ haupt Geistlicher werden, noch auf seinen Namen ein Geschäft führen, für welches die Bewilligung des Staates oder einer autonomen Behörde not¬ wendig ist, wenn er seine Dienstzeit im ständigen Kader nicht abgelcistet hat, außer er sei voll- kommen oder zeitweise von der Dienstpflicht befreit. 8 50. Die Dienstzeit im ständigen Kader wird aus neun Monate herabgesetzt: 1. Für Personen, die bis zum 27. Lebens¬ jahre die Universität, eine Mittelschule oder eine Fachschule, die der Mittelschule gleichgestellt ist, oder höher steht, oder mindestens sechs Klassen eines Gymnasiums oder einer Realschule voll¬ endet haben oder vollenden, wenn sie in der Frist von neun Monaten die Reserveosfiziersprüsung ablegen oder den Reserveosfizierskurs mit Erfolg absolvieren. Wer die Prüfung nicht ablegt, hat 14 Monate zu dienen. 2. In Hauskommunionen und Familien, wo der erstgeborene Sohn bei Lebzeiten des Vaters (Onkels, Großvaters) assentiert wird, wenn kein jüngerer Bruder oder männliches Mitglied der Kommunion mit über 17 Jahren vorhanden ist, während die folgenden zwei männlichen Mitglieder abwechselnd die volle Dienstzeit dienen. Wenn in einer Hauskommunion oder Familie der Erstge¬ borene einem jüngeren Bruder (ein männliches Kommunionsmitglied) von 17 Jahren und dar¬ über hat, so dienen der Erstgeborene und der nach Seite 70. ihm an die Reihe Kommende die volle und. der dritte die abgekürzte Dienstzeit abwechselnd. Die beiden Kommunionsmitglieder, welche die volle Dienstzeit dienten, geben dem folgenden das Recht auf die abgekürzte Dienstzeit auch dann, wenn einer von ihnen sterben sollte. 3. Einzelstehende und Junggesellen, welche ein landwirtschaftliches Gut oder Geschäft erbten, das sie selbst bearbeiten oder führen müssen. 4. Für jene, denen im Kriege 1912/18 zwei oder mehr Familienmitglieder sielen oder ihren Wunden erlagen, gilt diese Begünstigung bis 1938. 8 51. Vom Dienst im ständigen Kader sind befreit: 1. die gänzlich Untauglichen, 2. die derzeit Untauglichen, wenn sie bis zum 25. Lebensjahre nicht tauglich werden, 3. dir einzigen Erhalter arbeitsunfähiger Kom- munions (Familien) Mitglieder, die von landwirt¬ schaftlichen Gütern oder von ihrer Hände Arbeit leben und 20 Dinar oder weniger Steuer zahlen, ohne Einrechnung der Personaleinkommensteuer. Zu den arbeitsunfähigen Kommunions (Familien). Mitgliedern zählen alle weiblichen Mitglieder und von den männlichen jene, die unter 17 und über 60 Jahre alt sind. Die Entscheidung über die Befreiung fällen die Divisionskommandanten. 8 56. Für alle stellungspflichtigen Jünglinge sowie für alle Rekruten und Heerespflichtige, die sich verstecken oder der Dienstpflicht entziehen wollen, ebenso auch für Deserteure, sind die Ober- Häupter der Familien und die Octsbchörden ver- antwortlich. 8 57. Wenn nachgewiesen wird, daß das Oberhaupt einer Familie oder Kommunion, der Bürgermeister, Ortsvorsteher oder ein Amlsorgan oder eine Privatperson es besonders erschwert, daß ein Dienstpflichtiger überhaupt, ein Rekrut oder ein Stellungspflichtiger gefunden und seinem Kommando überstellt wird, so ist eine solche Per- svn nach dem Militärstrafgesetze als Mitschuldiger verantwortlich. Das neue Wchrgesetz tritt mit dem 1. Jänner 1924 in Kraft und gilt bis dorthin das alte Wehrgesetz. Für die Rekruten des Jahrganges 1923 gilt noch das alte Gesetz, mit Ausnahme der Studenten, für die das neue Gesetz gilt. Alle nach dem bisherigen Gesetze erworbenen Begün¬ stigungen werden anerkannt. Aus Stadt und Land. KoLevje. (Personalnachricht.) Der Lan¬ desbürgerschullehrer, Herr Adolf Perz, wurde de¬ finitiv angestellt und auf seinem bisherigen Dienst- orte, in Hartberg, belassen. — (Unfall.) Forstoberkommissär Jng. Franz JenLic glitt am 18. d. M. in seiner Wohnung so unglücklich aus, daß er sich einen schweren Beinbruch zuzog und in das städtische Spital überführt werden mußte. — (Seltenes Jagdglück.) Am 8. d. M. begab sich der Inhaber der Mitterdorfer Jagd, Herr Peter Petsche, Kaufmann und Hausbesitzer in Gottschee, auf die Rehpirsch. In der Nähe der Ortschaft Niederloschin, am Fuße des Berges, tauchte plötzlich eine Bärin auf, welche Herr Peter Petsche mit einem wohlgezielten Kopfschüsse nieder- streckte. Die Bärin wog 100 kß. Ein kräftiges Weidmannsheil dem guten Schützen! — (Am Staatsrealgymnasium) in KoLevje werden die Anmeldungen für die Auf¬ nahmsprüfung in die erste Klasse am 29. Juni von 9 bis 11 Uhr entgegengenommen. Aus¬ wärtige Schüler können auch schriftlich gemeldet werden, wenn sie den Taufschein und das letzte Schulzeugnis mit der Bemerkung einschicken, daß dasselbe zum Zwecke des Eintrittes in die Mittel¬ Gottscheer Zeitung — Nr. 18 schule ausgestellt wurde. Die Aufnahmsprüfung wird am 30. Juni erfolgen. Entfernt wohnende Schüler können auch an diesem Tage von 8 bis 10 Uhr eingeschrieben werden. Pünktlich um 10 Uhr beginnt die schriftliche Prüfung; mündlich wird nach Bedarf nachmittag geprüft werden. Die Schüler haben sich in Begleitung der Eltern oder deren Stellvertreter bei der Gymnasialdirektivn zu melden. Bei der Einschreibung werden auch Anmeldungen für das Studentenheim entgegen¬ genommen. Im nächsten Schuljahre wird die fünfte Klasse wieder eröffnet werden. Die Gymnasialdireklion. — (Die Hauptversammlung desAllg. Ein- und Verkaufsvereines) findet Sonn¬ tag den 8. Juli 1923 um 10 Uhr vormittags im Hotel „Stadt Triest" statt. Tagesordnung: 1. Bericht über die finanzielle, 2. über die wirt- schastliche, 3. über die rechtliche Lage der Ge- nossenschaft, 4. Allfälliges. Sollte die um 10 Uhr vormittags einberufcne Hauptversammlung nicht beschlußfähig sein, so findet eine halbe Stunde später eine zweite Hauptversammlung statt, welche ohne Rücksicht auf die Anzahl der Erschienenen beschlußfähig ist. Für den Allg. Ein- und Ver¬ kaufsverein: Wenusch. — (Vogel-Wald fest.) Am 10. Juni ver¬ anstalteten die hiesigen Vogclliebhaber, an deren Spitze der allseits bekannte Vogelwirt Herr Josef Dornig und dessen Beirat Heinrich der Finkler steht, ein Waldfest. Die Mösler Blechmusik, welche zu diesem Zwecke ausgenommen wurde, eröffnete das Fest mit einer Platzmusik um 11 Uhr vor¬ mittags am Hauptplatze. Schon der Besuch der Platzmusik ließ durchblicken, daß für diese gedie¬ gene Unterhaltung ein reges Interesse herrsche. Um halb 2 Uhr nachmittags marschierte die Musik unter Führung des Herrn Dornig mit klingendem Spiele von der Schulwiese durch die Stadt auf den Unterhaltungsplatz über Mooswald zum Ro- senbrunnen. Der Besuch aus der Stadt und den nächstgelegenen Ortschaften war ein so großer, daß der Wirt seinen Anforderungen nur mit größter Mühe gerecht werden konnte. Der hier¬ orts bekannte Spicßbrater Herr Alex Verderber hat seine Sache diesmal ganz besonders gut ge¬ troffen. Mitglieder des hiesigen Sport- und Turn- klubes führten zur Belustigung für das junge Völkchen verschiedene Volks- und Jugendspiele durch. Eine große Überraschung bot den Teil¬ nehmern des Waldfestes auch das Gesangsquartett Juraisch Josche, Gusterle, Dr. Röthel und Sche- schark, das mitten im Unterhalrungsraume auf den Ästen einer Fichte mehrere Einzellieder zu Gehör brachte, welche allseits lebhaften Beifall fanden. Bis in die späte Dunkelheit dauerte bei Musik, Tanz und Gesang die schöne Unterhaltung, welche manchem Teilnehmer sicherlich noch längere Zeit in Erinnerung bleiben wird. Vivant scquentes! — (Der gottscheerfreundliche Bür¬ germeister.) Daß uns Gottscheern der Bürger¬ meister von Gottschee, Herr Medved, nicht wohl¬ gesinnt ist, wissen wir recht gut, doch glauben wir, annehmen zu dürfen, daß es schon das Ge¬ bot der Moral vorschreibt, seine Herzensmeinung, wenn dieselbe lasterhaft und vom Gesichtspunkte der Menschlichkeit verwerflich ist, für sich zu be¬ halten, da sie sonst erregend wirkt. Als vor mehreren Tagen ein Hagelwetter in der Gottscheer Gegend an den Kulturen großen Schaden ange- richtet hat, konnte Herr Medved mit seinem from¬ men Wunsche, daß das Hagelwetter so lange hätte anhalten sollen, bis es uns Gottscheer mit Stumpf und Stiel ausgerotlet hätte, nicht zurück¬ halten. Wir raten dem Herrn Bürgermeister, da ihm unser Anblick so große Pein verursacht, dem Gvttscheerlande den Rücken zu kehren und in seinen Geburtsort zu übersiedeln, was ihm mit Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit sehr gut bekommen würde. Jahrgang V. — (Sängerausflug.) Der Gottscheer Gesangverein veranstaltet Sonntag den 24. Juni einen Sängerausflug nach Lienfeld, zu dem alle Gesangsfrcunde herzlichst eingeladen sind. Gemein¬ samer Abmarsch von der Schloßpromenade um 2 Uhr nachmittags. Im Falle schlechten Wetters findet der Ausflug am nächsten Sonntage statt. — (Personalnachrichten.) Zum län¬ geren Aufenthalte in der alten Heimat sind aus Cleveland eingctroffen, die amerikanischen Staats¬ bürger Herr Matthias Hirsch aus Schöflein mit Frau, desgleichen Herr Frank Lukan aus Tschcr- moschilitz mit Frau. Herzlich willkommen! — (Zur Aufklärung.) In letzter Zeit sind auch in der Presse Mitteilungen erschienen, in denen Warnungen vor Reisen von Ausländern nach Deutschland enthalten sind. Diese Warnun- gen sind unbegründet. Für gut beleumdete Rei¬ sende aus Jugoslawien sind weder Schwierigkeiten bei der Einreise noch beim Aufenthalt in Deutsch, land zu befürchten. Mit Rücksicht auf die kom- mende Reisesaison wird noch bemerkt, daß in den deutschen Ostseebädern ein Kuraufenthalt von 1 bis 2 Monaten ohne Zuzugsbewilligung gestattet ist. Ein Verzeichnis der Ostseebäder kann im Deutschen Konsulate in Zagreb, Mihanoviceva ulica 2, eingesehen werden. Für die süddeutschen Bäder in Baden und Bayern ist nach wie vor die Einreisebewilligung erforderlich. Diese wird für Bayern von der Polizeidirektion (Fremden¬ amt) in München erteilt. In eiligen Fällen kann beim Konsulat die Gewährung einer Vvrgeneh- migung nachgesucht werden. Reisende nach Deutschland werden darauf auf¬ merksam gemacht, daß vom 1. Juni d. I. ab die Reisedauer mit dem unmittelbaren Wagen Zagreb- München um mehrere Stunden verkürzt worden ist. Auch werden von Deutschland aus bereits direkte Billetts München-Zagreb ausgegeben. In entgegengesetzter Richtung dürften die Billetts beim Staalsbahnhof in Zagreb in den nächsten Tagen gleichfalls zu erhallen sein. Stara cerkev. (Der letzte Hageljchlag und Reif) hat unsere Gemeinde am ärgsten mitgenommen und zumal in den Lvschiner Dörfern und Windischdorf die Saaten zerschlagen. Einiges dürste sich erholen, aber zur vollen Reife nur gelangen, wenn der Herbst besonders schön wird. Das Gemeindeamt und die Bezirkshauptmannschaft dürfen es nicht versäumen, der Regierung zu ver¬ meiden, daß von den für Hagelschaden bewilligten Millionen auch unser Ländchen seinen Teil und zwar in Lebensmitteln erhält. — (Gestorben) ist am 8. Juni die Frau des Maurermeisters König in Geschwend, Gertrud König, 41 Jahre alt und am 18. Juni die 81 jährige, verwitwete Auszüglerin Maria Sbasch- nik in Windischdorf 14. — (G e m e i n s a m e W a llf a hrt.) Wie im vorigen Jahre, so veranstalten Heuer die Gott¬ scheer Mädchenkongregationen eine gemeinsame Wallfahrt am Sonnlag den 8. Juli und zwar diesmal nach Mösel. Ihre Teilnahme haben bisher die marianischen Kongregationen von Gott¬ schee, Mitterdorf, Ebental, Altlag und Nesseltal angemeldet. Recht wünschenswert wäre es, daß sich auch das Hinterland durch Mitglieder und solche, die es werden möchten, vertreten ließe. Mozelj. (Selbstmord.) Der bei der Frau Olga DabiL im Dienste stehende, schon alters- schwache Knecht Primosch hat sich vor einigen Tagen in einem Anfalle von Geistesverwirrung in seinem Zimmer erhängt. Merdrerrg. (Allerlei.) Wie Anno dazumal ist es auch heute mit unserer Postverbindung. Seit einem halben Jahre ist der Briefträgerdienst beim Posiamle Obermösei eingestellt. Warum? Weil um einen so geringen Lohn diesen Dienst niemand übernehmen will, noch kann. Durch diese Einschränkung sind die beiden Schulsprengel Ver- Weikage der „Kottscheer Zeitung" Wr. 18 über «locken- unü feuerwebrzpenüen. Arerigek. Nachtrag zu unseren Bronzeglocken. Da nun alle Spenderlisten aus Amerika eingetroffen sind, können wir dieselben, wie folgt, mitteilen: Als Gründerin der Glocken müssen wir die großmütige Spen- denn Frau Maria Mantel aus Prerigel 4, die den Be¬ trag von 80.000 K spendete, hervorheben. Ihr Name ist in der größeren Glocke verewigt. Aus Kansas City spendeten, gesammelt durch Andreas Mantel, je 5 Dollar Andres Mantel, Johann Vogrin, Josef Vogrin; je ein Dollar Margareta Kobetitsch, Ma¬ ria Erker; je 50 Cent Johann Mantel, Margareta Vogrin, sämtliche aus Prerigel; ferner Louis Loschke aus Diroch, Georg Vogrin aus Unterdeutschau je 1 Dollar und Ma¬ ria Mantel aus Obermösel 50 Cent. Aus Weling spen¬ deten, gesammelt durch Franz Kump, Deutschösterreichi¬ scher Geselligkeitsverein 9 Dollar, Franz Kump 3 Dollar 50 Cent; je 1 Dollar: A. Fink, John I. Higgins, Loi Mic Callouf, Clack Sprant Mayor Jongl Ronsco, Gressi Murry; je 50 Cent: C. L., Georg Johns, Willy Schauer; aus Brooklyn spendeten, gesammelt durch Heinrich Mantel, je 2 Dollar: Michael Lackner, Franz Mantel, Maria Verderber; je 1 Dollar: Matthias Lackner, Johann Lackner, Christine Baricevac, Aloisia Göstel, A. Keßler, Johann Springer, sämtliche aus Prerigel, und Rosi Kump aus Oberdeutschau 1 Dollar. Aus Joliet spen¬ deten, gesammelt durch Maria Göstel, 2 Dollar Josef Göstel, 1 Dollar 50 Cent Rudolf Göstel, 1 Dollar 75 Cent Maria Göstel; je 1 Dollar Ferdinand Dalian, Fanny Hirsch, John Hirsch, Georg Heratt, Frank Heferly, Jonnes Kely, John Herbst, Rudolf Herbst, Josef Haas, Josephine Herbst, Emma Köstner, John Schauer, Felix Lukan, John Köstner, Anton Schefler, I. Klendworth, Henry Lackner, Joseph Herbst; je 50 Cent: Frank Dild- rasa, Chas Stark, Ed. Barry, Josef Muchitsch, Paul Matcsnac, Emil Heimrin, Max Brinskely, Lena Lukan, Joe Lukan, Anton Slonitsch, William Muchüsch; je 25 Cent: John Muchitsch, Harry Wilson, John Gitra, Albert Lowe, Georg Schucan, Karl Schmith, Anton Ko- palice, John Ormadiz, I. Deriek. Allen edlen Spendern und großmütigen Sammlern ein herzliches Vergelt's Gott! Höttenitz. Spenden für Glocken und für Renovierung der St. Leon- hardskirche bei Göttenitz. Josef und Maria Fink aus Göttenitz 37 100 Dollar, Johann und Gertrud Grünseich aus Göttenitz 37 50 Dollar, Maria Grünseich aus Göttenitz 37 5 Dollar, Johann und Gertrud Grünseich aus Göttenitz 37 5 Dollar, Margareta Hadermann geb. Grünseich aus Götte- nitz 37 5 Dollar, Maria und Alois Primosch aus Götte¬ nitz 75 5 Dollar, Franz und Aloisia Michitsch aus Götte¬ nitz 27 5 Dollar, Josef und Lena Woldin aus Göttenitz 56 5 Dollar, Franz Michelitsch aus Händlern 5 Dollar, Josef und Maria Duzi aus Göttenitz 46 3 Dollar, Jofef und Gertrud Sumperer aus Göttenitz 47 3 Dollar. Je zwei Dollar spendeten: Georg Parthe aus Göttenitz 42, Karolina Haindl geb. Grünseich aus Göttenitz 37, Joses und Theresia Stampfl aus Göttenitz 95, Kletus, Fanni, Alois und Sophie Stampfl aus Göttenitz 51, Jo¬ hann Weber aus Göttenitz 7, Peter und Maria Sbaschnig aus Göttenitz 30, Matthias Burga Weber aus Göttenitz 103, Maria Gförer aus Göttenitz 20, Paul Julia Poje aus Göttenitz 71, Matthias Widmer aus Göttenitz 44, Maria Hrank Maisel aus Hirisgruben 3, Franz Weber aus Brooklyn. Je ein Dollar spendeten: Anna Peimtsch geb. Michitsch aus Göttenitz 97, Paul Maria Michitsch aus Göttenitz 33, Paul Lena Michitsch aus Göttenitz 83, Johann Angela Krisch aus Göttenitz 9, Matthias Maria Parthe aus Göttenitz 42, Maria Weber geb. Sumperer aus Göttenitz 47, Philipp Maria Stampfl aus Göttenitz 87, Karolina Schneider geb. Grünseich aus Göttenitz 96, Franz Wiederwahl aus Rieg, Johann Lena Michitsch aus Händlern 43, Nckel Maria Mentel aus Rieg 22, Johann Julia Putre aus Hinterberg 3, Gertrud Schneider aus Händlern 7, Josef Vogrin aus Brooklyn, Paul Lena Tscherne aus Göttenitz 57, Johann Ostermann aus Hinter¬ berg, Georg Anna Parthe aus Göttenitz 74, Frank Anna Widmer aus Göttenitz 35, Matthias Stalzer aus Unter¬ lag, Fräulein Anna Widmer aus Göttenitz 35, Josef Antonia Weber aus Göttenitz 100, Franz Michitsch aus Göttenitz 58, Anton Kreuz aus Grafenfeld, Michael Gerbitz aus Rieg, Josef Lena Gerbitz aus Rieg, Johann Angela Loy aus Rieg, Johann Poje aus Göttenitz 86, Familie Agnitsch aus Brooklyn, Franz Theresia Tschmkel aus Masern 12, Leopold Stalzer aus Altfriesach 1, Maria Widmer aus Göttenitz 44, Paul Sophie Michitsch aus Göttenitz 3, Maria Weber aus Göttenitz 100. Bielen Dank schuldet die Kirchenvorstehung Göttenitz allen Spendern, besonders der Frau Maria Fink geborene Grünseich für die hochherzige Spende von IW Dollar zwecks An schaffung von neuen Glocken für die St. Leonhardskirche sowie dem Herrn Johann Grünseich für die namhafte Spende von 50 Dollar, der sich um die Sammlung be¬ sonders angenommen und so die dringend notwendige Eindeckung des Kirchturmes der genannten Filialkirche größtenteils (zu zwei Dritteln des Kostenvoranschlages) ermöglicht hat. Kornverg. Zweite Glockenspende. Herr Nikolaus Mentil und die Frau Lena Wolf hatten die Güte, unter den Landsleuten in Brooklyn neuerdings wieder eine Sammlung einzuleiten, durch die ein glänzendes Ergebnis erzielt wurde. Es spendeten: Peter Verderber 10 Dollar; je S Dollar: Nikolaus Menlil, Josef und Maria Zeckoll; je 2 Dollar: Thomas Stampfl, Matthias und Maria Parthe, Josef und Gertrud Perz, Fred und Josefa Hutter, Joh. u. Joh. Wolf 13, Maria Schemitsch 38, Anna Wolf 3, Maria Jonke 41, Maria Schemitsch 15, Josefa Schmuck 10, Pauli Jonke 21, Georg und Flori Verderber 2; je 1 Dollar: Joses Duzzi aus Göttenitz, Maria Mayer 15, Franz Petsche aus Mitterdors, Julie Plesche 21, daher zusammen 50 Dollar. Den gütigen Sammlern und edlen Spendern sprechen hiermit die Ortsinsassen von Hornberg den wärmsten Dank und ein Vergelt's Gott aus. Noch eine Sammlung unternahm Herr Ludwig Stampfl durch die Kirchenpröpste im Gottscheerländchen, die den nam¬ haften Betrag von 1910 K ergab, wofür wir ebenfalls den schönsten Dank sagen. Und endlich gelang es auch den neuen Kirchenpröpsten, in unserer Ortschaft 21.500 X an Bargeld aufzun eiben, um die große Kirchenreparatur vornehmen zu können. Die neuen Glocken wurden bereits in der Aßlinger Gießerei angeschafft. Hrafenfeld. Spende. Der Feuerwehrverein in Grafcnseld erhielt von Landsleuten aus Amerika zwecks Anschaffung von Schläuchen und dergleichen 17 Dollar 50 Cent. Es spen¬ deten: Josef Tornitz 2 Dollar 50 Cent; je 2 Dollar: Max Tornitz, Matthias Lampeter, William Schmidt und Frank Petsche; je 1 Dollar: Franz Poje, Josef Tomitz, Franz Becker, Luis Kump, Frank Deposcheg, Josef Wen¬ zel und Frank Michelitsch. Das Kommando fühlt sich angenehm verpflichtet, den Spendern hiesür den wärmsten Dank auszusprechen. Werdreng. Spende. Herr Johann Jaklitsch aus Verderb, derzeit in Broo- klyn, sammelte dort zu Gunsten unserer Feuerwehr 30 Dollar, welchen Betrag (11.108 X) wir kürzlich erhalten haben. Dazu haben gespendet: Herr Johann Jaklitsch 5 Dollar, Paula Lackner 4 Dollar, Sophie Tramposch 2 Dollar; je 1 Dollar: Johann Petschaucr, Johann Pctschauer, Josef Petschauer, John Luscher, Johann Sterbenz, Johann Sider, Josef Sider, Georg Etaudacher, Wilhelm Verderber, Willy Wolf, Rudolf Maichin, Jo¬ hann Maichin, Mitzi Jaklitsch, Lina Jaklitsch, Peter Herbst, Ferdinand Perz, Lina Högler, Rudolf Jaklitsch; je 50 Cent: Emma Jaklitsch und Emilie Jaklitsch. Herrn Jaklitsch dankt für sein Bemühen und seine Spende sowie allen Spendern für diese hochherzige Un terstützung recht herzlichst im Namen der freiwilligen Feuerwehr in Berdreng das Wehrkommando. Almdorf. Spendensammlung. Herr Wittreich aus Klindorf 35 hat in Brooklyn (Amerika) bei seinen Geschwistern und bekannten Lands- leuten eine Sammlung vorgenommen und als deren Ergebnis l.ns den Betrag von 6700 X als Beileistung zum Ankäufe der neuen Glocken für unsere Ortskirche in Klindorf übermittelt. Es spendeten: die Geschwister Josef und Matthias Wittreich je 3 Dollar, dann Franz, Alois und Pauli Wittreich und Josefa Weber je 2 Dollar, alle aus Klindorf 35, sowie Anton Stalzer 2 Dollar und Joses und Josefa Kren aus Klindorf 22 je 1 Dollar, zusammen sohin 18 Dollar. Dem liebwerten Sammler Josef Wittreich und allen gutherzigen Spendern wird im Namen der Ortschaft Klindorf der beste und wärmste Dank ausgesprochen. Gleichzeitig bittet die Ortsvorstehung in Klindorf alle lieben, guten, von der Heimat abwesenden und besonders die in Amerika weilenden Landsleute aus Klindorf um weitere heimatfreundliche Spenden. Herr Alois Händler, Kanzleiassistent in Novomesto (Rudolsswert), hat vor kurzem seine Verwandten in seiner Heimat Klindorf besucht und hat für die Klindorfer Glocken 400 X gespendet, wofür ihm der herzlichste Dank ausgesprochen wird. Ortsvorstehung Klindorf. Kventak. Spende. Für die Glocken der hiesigen Pfarrkirche haben folgende Personen gespendet: P. Pfeil, Rektor der St. Peterskirche in Cleveland, 50 Dollar, Josef Erker 3 Dollar; je 2 Dollar: Andreas Eppich, Matthias Eppich, Joseph Eppich, Johann Eppich, Jakob Verderber, Johann Stampfl, Matthias Eppich; je 1 Dollar: Emil Sigmund, Johann Eppich, Josef Pogorelc, Alois Högler, Anton Dornig, Anna Dornig, Josef Köstner, Johann Lobiffer, Franz Lobiffer, Johann Eppich; je 50 Cent: Johann Verderber, M. Smith; Julie Eppich aus Brooklyn 20 Dollar, Anton Eppich aus Chicago 10 Dollar, Anton und Franz Herbst 5 Dollar, eine unbekannte Perfon 1 Dollar. Der Abgeordnete Pfarrer äkulj spendete IW Dinar. Besten Dank und ein Vergelt's Gott! Jahrgang V. Gottscheer Zeitung — Nr. 18. Seite 71. dreng und Skrill schlecht bestellt. Sozusagen nur durch Zufall können wir noch die Post absenden und bekommen. Es wäre höchste Zeit, daß hier Abhilfe geschaffen wird. Wenn es noch so weiter geht, so dürfen sich die Herren im Gericht (wir sind, ausgenommen ein paar Weiber, Gott sei Dank sriedliebende Leute) nicht wundern, daß wir zu spät kommen. Auch das Steueramt darf nicht ungehalten sein, wenn wir verspätet Steuer zahlen. Denn manchmal bleibt die Poft 8—14 Tage beim Postamte liegen. Aber sonderbar, alles könnte eher in Verlust geraten, nur der gesürchtete Steuer- zettcl nicht. Obzwar er zu den sichersten Wert- papieren zählt, nimmt er doch tagtäglich rapid an Werl zu, verliert er nie seinen Weg. Aber heutzutage heißt es gedulden. Viel¬ leicht kommt die Postdirektion doch einmal zur Einsicht, daß der Briefträger, wenn er seinen Dienst ordentlich versehen soll, auch das unent- bchrliche Leben dazu braucht. Kein schlechtes Zeichen ist es, daß wir schon jahrelang kein Wirtshaus haben. Niemand will um dieses Gewerbe ansuchen und anderswo reißen sie sich um dieses Gewerbe. Es zeigt sich, daß wir keine Wirlshausbrüder sind. Wir fühlen uns ohne Wirtshaus ganz glücklich. Freilich, der Fremde oder Durchreisende findet es unbequem, daß ihm kein Wirt entgegen lächelt. Doch auch hier heißt es abwarten, vielleicht werden wir noch zu viele Wirtshäuser haben. „Hilf dir selbst, so hilft dir Gott", dachten die Verdrenger, als sie vor einem Jahre anfingen, selbst Kohle brennen zu lassen und sie am Erzeu¬ gungsplatze zu verkaufen. Wir sind sehr zufrieden damit, denn man braucht doch nicht, um sich in der schweren Jetztzeit durchzubringen, gleich einen ganzen Wald zu opfern. So hält man doch länger mit dem Holze aus. Anterjkiegeudorf. (Todesfall.) In der Pfingstwoche starb im Landesspitale in Ljubljana der zwanzigjährige Franz Putre aus Unterfliegcn- dors 17 an Lungentuberkulose. Der Vater, Herr Matth. Putre, fuhr am Pfingstsamstag nach Ljubljana und wollte seinen Sohn nach Hause nehmen. Aber das tragische Schicksal — er sah das Kind nicht mehr, sondern nur das Grab. Dem so schwer geprüften Vater unser aufrichtigstes Beileid. Borovec. (Trauungen.) Am 7. Juni l. I. wurde in der hiesigen Pfarrkirche Herr Oberlehrer Josef Wittine aus Banjaloka mit Fräulein Maria Stampfl aus Jnnlauf 2 getraut. Als Trauzeugen fungierten Herr Oberlehrer Hans Loser und Herr Viktor Petsche, Gastwirt in Ko- Levje. Am 12. Juni schlossen hier den Bund fürs Leben Herr Josef Verderber aus Katzen¬ dorf mit Fräulein Emilie Oswald aus Plüsch Nr. 8. Die Braut zählt erst 16 Jahre. Viel Glück und Segen den beiden Brautpaaren. Starikog. (Die Feuerwehr) in Altlag hielt am 27. Mai ihre Jahreshauptversammlung ab, in welcher auch die Wahl des neuen Wehr¬ ausschusses vorgenommen wurde. Gewühl wur- den: Wehrhauptmann Kaufmann Alois Hönig- mann, Stellvertreter Schmied Alois Kinkopf, Schriftführer Schneidermeister Leopold Locker, Kassier Gastwirt Johann Samide, Spritzenob- männer Schmied Andreas Samide und Schmied Johann König, Steigerobmänner Joh. Schauer und Franz Schneider, Schutzobmänner I. Eppich und Vinzenz Pibernik, Fähnrich Anton Eppich, Hornist Anton Persche, Rechnungsprüfer Franz Hutter und Gastwirt Franz König- Die Bevöl¬ kerung von Altlag und Umgebung begrüßt die Wahl des neuen Wehrausschusses auf das herz¬ lichste und ist überzeugt, daß sich derselbe unter Leitung des neuen Wehrhauptmannes voll und ganz der guten Sache widmen wird zum Wohle und Schutze unseres Eigentums. Rajndok. (Nachfeier.) Zum Nachtrage des 25jährigen Gründungsfestes der freiwilligen Feuer- wehr in Reintal fand Hier nachmittags am Fron¬ leichnamstage eine Feier statt, welche besonders durch das fast vollzählige Erscheinen unserer Nach¬ barwehr Verdreng verschönt wurde. Herr Wehr¬ hauptmann Johann Weiß der I. begrüßte die Kameraden von Verdreng aus das herzlichste und hielt eine kleine Ansprache, worauf er dem Herrn Schneidermeister Josef Schemitsch d. Ä. in Rein¬ tal 25 die Erinnerungsmedaille an die Brust hef¬ tete. Hierauf ergriff der Schriftführer der Ver¬ drenger Feuerwehr Herr Karl Schuster das Wort und beglückwünschte im Namen der Wehr Ver¬ dreng die Jubelwehr Reintal auf das innigste und entbot ihr die kameradschaftlichen Grütze. Unter anderem sprach er in gut gewählten Worten über Zweck und Ziel der Feuerwehr und über die Treue und Nächstenliebe, gedachte in anerkennenden Worten der Männer, die sich ein Vierteljahrhun¬ dert dem Dienste der Nächstenliebe weihten, und hob hervor, wie sich beim Hauptfeste allen An¬ wesenden ein rührendes Bild darbot, als der Sohn als Hauptmann der Jubelwehr das Zeichen der Ehrung auf die Brust seines Vaters heftete, und auch heute bietet sich uns wieder ein erhebendes Bild, gilt es doch, einem Manne die Ehre zu geben, der es besonders verdient hat. Der Redner beglückwünschte die Ausgezeichneten und betonte, daß uns diese Männer als leuchtendes Vorbild und Beispiel dienen und wir ihnen nachahmen sollten. Der Redner bemerkte auch, daß der heu¬ tige Tag besonders erhebend ist, daß es ein Ver¬ brüderungsfest ist, denn geeint wie ein Mann nahmen heute die drei größten Feuerwehren der Gemeinde (Obermösel, Reintal und Verdreng) am festlichen Umzug der Fronleichnamsfeier teil, um auch Gott die Ehre zu geben. Und zum Zeichen der Treue reichen wir einander die Hände und wollen Freud und Leid mitsammen teilen. Seien wir einig und treu Mann für Mann in der Stunde der Freude, aber auch Mann für Mann einig in der Stunde der Gefahr. Zum Schluffe brachte der Redner ein Hoch auf die Jubelwehr und deren Jubelmitglieder aus. Herr Wehrhaupt¬ mann Weiß sprach im Namen der Feuerwehr und der Ortschaft Reintal dem Redner und allen anderen Kameraden aus Verdreng, Verderb und Pockstein den besten Dank aus und mit einem Hoch auf die Verdrenger Wehr entbot er den Brudergruß. Beim fröhlichen Gläserklang und Singen von trauten Heimatliedern fand die er- hebende Feier erst am Abend ihren Abschluß. Hraz. (P r o m o tio n.) Samstag den 9. Juni l. I. promovierte Herr Othinar Herbst, Professor an der Lehrerbildungsanstalt in Graz, gewesener Übungsschullehrer an der Vorbereitungsklasse in Gottschee, an der Grazer Universität zum Doktor der Philosophie. Unser Landsmann hat trotz seines reifen Mannesalters es sich nicht verdrießen lasten, die Gymnasialmatura nachzutragen, die Hochschulstudien zu vollenden und sich mit dem Doktorate zu krönen. Unseren herzlichsten Glück¬ wunsch ! Wien. (Todesfall.) Im Alter von 60 Jahren verschied in Wien am 12. Mai l. I. Herr Josef Wüchse, Kaufmann und Ehrenvbmann des Vereines der Deutschen aus Gottschee in Wien. In Schäflein geboren, kam er nach den Volks¬ schuljahren als Kaufmannslehrling nach Wien, und er brachte es, nachdem er sich im Jahre 1894 selbständig'gemacht hatte, in kurzer Zeit von be¬ scheidenen Anfängen zu Wohlstand und Ansehen. Der Verein der Deutschen aus Gottschee in Wien beklagt in dem Heimgegangenen seinen langjäh¬ rigen Führer und Obmann, der in echt deutscher Treue und Liebe zur Heimat in unermüdlichem Eifer für die Ehre der Landsmannschaft eintrat und es verstand, trotz der langen Kriegsjahre dessen Bestand zu sichern. Von der Wertschätzung, die der Verstorbene genoß, zeugte die überaus zahlreiche Beteiligung am Leichenbegängnisse. Am offenen Grabe würdigte in einem tiefempfundenen Nachrufe Herr Direktor G. Widmer die Verdienste des leider viel zu früh Dahingeschiedenen. Das Andenken des Verblichenen wird fortleben bei allen denen, die ihn näher kannten. Klagenfurt. (Nachrichten.) Unser Lands- mann Dr. Franz Luscher, bisher Staatsanwalt, stellvertreter in Leoben, wurde zum Staatsanwalt ernannt und nach Graz versetzt. Dr. Karl Hoff¬ mann, bisher Ass.-Arzt im Rochusspital in Wien, wurde zur Dienstleistung zur Landesregierung in Klagenfurt, Sanitätsdepartement, einberufen. Be- .zirksrichter Josef Kapsch beim Landesgerichte in Klagenfurt wurde zum Landesgerichtsrat beför¬ dert. Dem Landesgerichtsrat Joses Händler in Klagenfurt wurde der Titel Hofrat verliehen. Kleine Aachrichten. — Der Londoner „Daili Expreß" meldet, daß die Besetzung des Ruhrgebictes Rotterdam, die wichtigste Handelsstadt Hollands und einer der größten Handelshäfen der Welt, lahmgelegt habe. Der Handel von Rotterdam sei um 30°/o zurückgegangen, 30.000 Arbeiter seien erwerbslos geworden. Es wurde betont, daß die französische Aktion eine Verletzung des Vertrages von 1868 darstclle, durch den die Freiheit der Rheinschiff¬ fahrt garantiert werde. — Wie aus Berlin berichtet wird, wurde auf der Bahnstrecke Berlin-Hamburg das Bahntele¬ phon ausprobiert. Man konnte sich unterwegs überzeugen, daß der fahrende Zug mit sämtlichen Telephonstationen von Berlin verbunden werden konnte, ohne daß der Aufgerufene gemerkt hätte, daß er mit dem Hahrgast eines in voller Fahrt befindlichen Zuges spreche. — Blind und von selbst wieder sehend geworden ist der englische Dichter Hibbart Gilson, der im Weltkriege bei den Kämpfen in Frankreich durch Giftgase das Licht der Augen verlor. Auf einer Seereise von Südafrika nach England, die er kürzlich machte, erkrankte er schwer mit Anfällen von tagelanger Bewußtlosigkeit. Nach seiner Ge¬ nesung kehrte sein Sehvermögen nach fünfjähriger Blindheit nach und nach wieder. — Einen Orden gemarterter Ehemänner gibt es natürlich in Amerika, wo sich eine „Vereini¬ gung der Ehemänner, die Märtyrer ihrer Frauen" sind, bildete. Verzinst 8psrem laxen mit unä rsklt ltie lavali- tten- u. Kentonsteuer sus eigenem. Ilklvnlrsnlikksnlc Koövvjv gsväbrt Kneililv unter kulantesten Leäingungen, übernimmt 8pSI*sinIsgSN ebne 2iusverlust unä rabit sie über Verlangen sofort aus, übernimmt ^ÜnIsgvN gegSN Kündigung, xsgen böbere Verrinsunx, übernimmt TvKvvK, SsnKsNNkeisUNgvN usv. rur Linlösung, kauft VsIulvN aller 8taaten, deson- äers ru äen böobsten lageskursen. Skite 72. Goltscheer Zeitung — Nr. 18. Jahrgang V. — Prinz Sigismund von Preußen hat die Vertretung einer Hamburger Kaff-, firma in Süd¬ amerika übernommen. Er hat, nachdem er sich in Südamerika eingelebt hat, seine Frau, eine ge¬ borene Prinzessin von Sachsen-Alienburg, nach- kommen lassen. — Das Hochglas fiel um 10 und das Tafel- glas um 30 v. H. Mitteilung der Verwaltung Jenen Lesern in Amerika, die die Bezugs¬ gebühr für 1922 noch nicht entrichtet haben, zur Kenntnisnahme, daß ihnen von nun an unser Blatt nickt mehr zugeschickt wird. — Zu wenig frankierte Briese, für die wir Strafporto zahlen müßten, werden in Hinkunst nicht mehr ange¬ nommen. Verantwortlicher Schriftleiter C. Erker nerausoeber und Verleger „Gottscheer Bauernvartei" Buchdruckerei Joses Pavlicek in Gotisch,e Schönes Keu ist auf der Wurzel zu verkaufen. Anzufragen bei Carl Erker in Koäevje 69. Areiwillige Meuerwehr in Schalkendorf. Einladung. Sonntag den 24. Auni findet im Eastgarten des Kerr« Aaimuud Erker ein Hartenfest mit Wustk Eintritt: 5 Dm für die Person. Für Tanzlustige ist ein Tanzboden zur Verfügung. Für gute und echte Getränke sowie für frische Speisen wird bestens gesorgt. Ser Wchraiisschuh. Mei ungünstiger Witterung findet das Mest am folgen¬ den Sonntage statt :: ttAlVlvvkrO-ANLkriKA-LIKIlL :: Gemeinsamer Dienst mit clen „Onitecl - American - I^ine8inc" Oensralrepräsentanr kür Ingoslarvien: 0. Dk^äKOvic, Leköräerung äer kassagiers Labineu I., II. uuä III. Llasss mit woäernstsn Seknell- unä kosräamptern. virekte Linie Hamburg-Wew-Vork ebne Odersebilkunx. „SKULIfLO-KLUlLILL-I-IXIL" beste uncl anxenekmste Verdinäunß nsck 8üäamerik». Informationen erteilt kostenlos cias ^us- vvanclerungsdüro o. vk^äliovlL, 2^0lrLL cesta »8" dir. 3 - (neben clem 8taats- dabnboke). Telekon 24-98 ocler ctie Filialen LL66R.LV, Lalkauska ul. dr. 25, LHILI-3K.XK, Loloävorska ul. Rr. 26, Vie Passagiere begleitet suk der uncl clie Vertretungen LI10K3, Ojorgje 3. vimitrifeviö i 6owx. Lulevarä Lralfa Lleksauära 187, VLL. LüöXLLXX, Dusan Dj. Llikajlo- vlö, Xralza kstra trg 4, 8V8LX, lovo 6f. Ivosevie, 8DDI1, Knton Luiö, Diokleoisanova obala 13, 6LV2, Ivo Iwvriöevie. keise ein vesmter cier' Oeseilsckskt. Kktien äer lllerkantilbank veräen 2U Kaulen gesuobt. Verkauksolksrte an äie lKerkantil- dank in Xoöevje. Danksagung. Gefertigte finden sich veranlaßt, der „Herzeg- Bosna", Landesverficherungsanstalt, für die alatte Be- zablung und rasche Erhebung des unter tragischen Um¬ ständen an ihren zwei Wohnhäusern in Hohenegg cin- getretenen Brandschadens, Anerkennung und Dank aus¬ zusprechen und diese Gesellschaft, vertreten durch Herrn Karl Brinskelle in Kočevje, wärmstens ihren Mit¬ bürgern zu empfehlen. Hohenegg, am 31. Mai 1923. Marie Kump, Alois Kölkuer. VW" kllts Mö lobt 8ieli 8ölb8t! "SG Ein Besuch genügt und Sie werden überzeugt sein, daß Sie in unserem Geschäfte .Lum Wimen Uomum* nur wirklich erstklassige Ware kaufen. Sie finden bei uns stets ein gut sortiertes Lager von sämtlichen Manufak¬ tur-. Kolonial- und Spezereiwaren, Wehl, Kafer und prima Schweinefett. Sämtliches Zugehör für Schneider und Mäherinnen. Schuhe und Wäsche heimischer Er¬ zeugung zu Konkurrenzpreisen. Kier wird auch ein Lehrjnnge sofort anfgenommen. Kontoristin der deutschen und slowenischen Sprache in Wort und Schrift mächtig, sowie im Maschinschreiben kundig sucht Posten. Anfragen bei Damse, Grafenfeld 42. l)L8 §rö88le Keimi8ctie Ver8iclierun§8in8litut ^u§08lawien8 i>8l K08I^ ssON8l^k Ver8ickerunA8- uncl k-ückver8iclierun§8an8talt in 8eo§raci. TIsmnikspilsI 3,000.00V Oin Llsmmkspiisl 8,O00.000 Oin virektion kür Slowenien: Ljubljana, 8oäna ulica I>ir. 2/1. Ls werden sämtlicke Krten der Versickerung vorgenommen: 1. Vrandsckadenversickerung. 2. Unirtllversickerung. 3. Versickerung gegen klagelsckaden. 4. „ „ Linbruck, Oisbstakl. 5. „ sämtlicker Transporte. 6. Hattptlicktversickerung. 7. kebensversickerungen aller K.rt unter den günstigsten Bedingungen. 8. Versickerungen von Olasbruck. 9. „ gegen peiseuntälle. Vie Oesellsckakt übernakm alle Versickerungspolirren der Versickerungsanstslt Lonciere, 6rar. 8pU!(g88K llks wllt Xllkkvjs Einlagenstand am 1. Jänner 1923: Din 9,401.731 53. Zinsfuß für Einlagen lohne Abzug der Rentensteuer) 4>/2°/o. Zinsfuß für Hypotheken 5Vs°/o. Zinsfuß für Wechsel 7V2°/o. Das Amtslokal der Sparkasse der Stadt Kočevje be- findet sich im Schloßgebäude am Auerspergplatz. Amtstage jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 11 Uhr und an allen Jahrmarkttagen von 8 bis 12 Uhr vormittags.