2N3TNGNN3UU für Annst, Literatur, Theater u. geselliges Lebe,». Nedigirt von Leopold Kordesch. ^ BA. Montag ain 5. Augult 2839. ^H ' V»n dieser Zeitschrift erscheinen wiichentlich zwei Nummern, jedes Mal ein ballier Voaen. Der Preis des Blattes in in ?!>il,ach aanziiihl,« <; dalbiiidr,« ?>ss. Durch die t. t. Post unter <ünuvert mit r»st°src,er Zusendung aauziäbria ll, balbiülir,!! 4 s>, L. M., und wird licilbjad, ,„ "°r°u? bezahlt. Alle f. f. Postämter nehnien Pränumeralwn an. In La,dach pranumerirt man l>e,ui Nerleaer »,» öiaan, Nr. >>)ll, ,», erste» Stocke Gallerie berühmter Krainer. Nillas Ignaz Lippisch. Am ß. November 1746 erblickte Lippitsch zu Lai­ bach das Licht der Welt. Seine bürgerlichen Eltern ließen ihn die GymnasiabClassen und die Philosophie an dem Ie­ suiten-Collegium seiner Vaterstadt studiereu; die Theolo­ gie hörte er jedoch in Gratz und der damalige Fürstbischof, Graf Petazzi , ertheilte ihm 17«? zu Laibach die vier ersten Weihen. Der feurige, fromme Jüngling fühlte Nei­ gung zum Klosterleben; allein er wählte in seinem Eifer weder das reiche, heitere Sittich, noch das vornehme Land­ straß, noch das ernstschöne Freudenthal unter den vorzüg­ lichsten Klöstern seines Vaterlandes, sondern die strenge und zugleich älteste Carthause Deutschlands, Seitz in Steyer­ mark (sie wurde schon ii3 i vom Markgrafen Ottokar v. gegründet), um sein Noviziat würdig abzulegen. Allein ganz anders, als er sich gedacht hatte, sprach ihn die enge, düstere, von himmelanstrebenden Bergen umthürmte Car­thause an. Die dunkeln Zellen schienen kaum von leben­den Wesen bewohnt; bleiche Gestalten mit tiefgefurchten Wangen kamen ihm entgegen, doch er hörte von Nieman­den ein freundlich tröstendes Wort, ja fast gar keinen Laut und in der ersten schlaflosen Nacht schon fühlte der rasche junge Mann, wie wenig er zu diesem Leben tauge. Aber hat nicht das menschliche Leben tausend und abermal tausend Träumereien, an denen wir Jahre lang unzertren­lich hängen? —^ Erst wenn wir an's Ziel unserer Wün­sche gelangen, fällt uns oft die Binde von den Augen und das Kartengebäude unserer Fantasie zerstäubt in eitel Nichts. Lippitsch,verließ die todte Carthause und begab sich voll Vertrauens wieder zu den Seinen nach Laibach. Al­lein er wurde sehr übel empfangen und als er gar äußer­te, zu den juridischen Studien übertreten zu wollen, reiz­te er den Unwillen der Eltern auf's Höchste. Er mußte durch mehr als zwei Jahre in der Hauswirthschaft die Dienste eines gemeinen Knechtes verrichten, und nur auf sein Versprechen, Weltpriester werden zu wollen, erhielt er die Erlaubnis) seines Vaters, nach Wien zu gehen, wo er an der Universität die Philosophie repetirte und dann die Theologie unter den damals sehr berühmten Professo­ren Gazzanigga und Borthier hörte. Allein die Pflichten des priesterlichen Standes sind schwer, und der junge Mann, der nichts halb seyn wollte, fühlte sich nach mancher Lebensanschauung in der Residenz zu diesem Stande nicht genug stark, deshalb er zum Studium der Rechtswissenschaft überging. Nun begann die traurigste Epoche seines Lebens. Seine streng religiösen Eltern ent­zogen M l natürlich alle Unterstützung, er war ?hne Hülfe und nur auf sich selbst angewiesen, mußte, sich mit Lektio­nengeben befassen, und konnte nur hes Nachts für sich ar­beiten. Jahre lang lebte er so kümmerlich fort, konnce oft kaum den unentbehrlichsten Nahrungsbedarf erwerben, aber sein thätiger und starker Geist erlahmte bei allen den Drangsalen nicht. Er siegte über alle diese Beschwerden des Lebens, und erhielt endlich im Jahre 1780 am 14. Oktober an der Wiener Universität den Doktorhut. So­dann kam er nach Laibach, lebte da als Advokat, holte sich nach zwei Jahren seine Braut aus Wien, und wurde im Jahre 1780 vom Kaiser Leopold li. in Hinsicht seiner ausgezeichneten Fähigkeiten zum Bannrichter des benach­barten Cillier Kreises ernannt. Nicht leicht war ein Bannrichter in seinem Bereiche nützlicher und verdienstlicher als Lippitsch; er sah bald in seinem nunmehrigen Amte ein, daß es im Cillier Kreise an einer höhern Bildungsanstalt für die Jugend gänzlich gebreche, denn die ganze LZvanter Diöcese hatte damals kein Gymnasium aufzuweisen. Es war daher nur reichen Eltern möglich, ihre Söhne nach Lczibach, Gratz, Mar­burg oder Klagenfurt zu schicken, undHx'ese entschieden sich dann gewöhnlich für etwas anderes, ^lö für die Theologie. Bannrichter Lippitsch fand daher die Errichtung eines Gymnasiums in Cilli für das zweckdienlichste Mittel, um auf die Cultur der Bewohner seines Kreises zu wirken, die Diöcese nach und nach doch mit eingebornen Priestern zu versehen, und besonders ärmer« Eltern die Ausbildung — Ritt ihrer 3 ohne zu erleichtern. Diese Idee verließ ihn nicht mehr. Er wendete sich vertrauensvoll dieserwegen an den Herrn Fürstbischof zu Lavant, Leopold Grafen v. Fir­mian , Erzbischof zu Salzburg, von welchem er auch, wie von allen Behörden in seinem Plane thätigst unterstützt wurde. Er legte diesen nun dem Grätzer Gubcrnio, wie auch der Hofstclle vor. Der Plan wurde mit großem Bei: fall aufgenommen, und von Sr . Majestät dem Kaiser ge­nehmigt. Nun both der brave, thätige Mann Alles ckuf, um seinen eifrigsten Wunsch bald gekrönt zu sehen. Er schrieb kräftige Briefe an die Reichen und Wohlhabenden, forderte sie zu Beiträgen auf, ja bereisete selbst den Cil­lier Kreis, um Menschen aus allen Ständen zur Subscrip­tion zu vermögen. Er sammelte so eine Subscription von mehr als 150.000 fl. (in damaligen Bankozetteln), indem er seine Reisen aus Eigenem bestritt, und brachte es da­hin, daß im Jahre 1808 mit Beginn des Novembers das Gymnasium zu Cilli mit der ersten Grammacikal-Classe er­ öffnet wurde. (Beschluß folgt.) Skizzen aus dem spa«ischeu Legitimitäts-Kriege. Factisch von I^uuIZ IZli-Käzer. Ein Guerillas-Streich. (Beschluß.) Mittlerweile hatten der Coregidor und Vinna s sich mit ihren Wachlumersuchungen dem Thore von Lerida zu­gewendet, wo sie unser alter Bekannte Francisco , der sich mit seiner ganzen Wache durch Erzählungen unterhielt, ehrerbietig empfing. Was gibt es neues? fragte Don Jos« gähnend den Alferez. — Nichts, als immer zunehmendes schlechtes Wet­ter, versetzte dieser. Da erhob plötzlich des Major Vinna s mitgebrachter Hund ein fürchterliches Geheul, und fuhr gegen das Thor zu. Was ist's? riefen alle der Schildwache zu. — Nichts und rein nichts, erwiederte der jetzt wieber auf dem Po­sten stehende Iayme, es müßte denn nur irgend ein Mar­der, der einen Weg in die Hühnerställe des Marktes sucht, vorübcrgestreift seyn, denn sonst ist ausser dem Plätschern des Regens nichts zu hören noch zu sehen. Der Hund hatte sich wieder beruhigt, und die Wache grüßend, gingen die beiden ihrem Hause zu. Da siel es Vinnas ein, noch einmal den Gefange­ nen besichtigen zu wollen, welchem Wunsche der Coregidor bereitwillig Genüge leistete. Sie fanden ihn äußerst sorglos, nur daß er seinem gezwungenen Wirthe mit reichlichen Vorwürfen der Knau­ serei überhäufte, weil es ihm bereits seit einer Stunde an Wein mangle; denn, sprach er, meine Rechnung mit dem Himmel schloß ich gestern ab; es ist daher billig, daß man mir noch die kurze Zeit die irdischen Genüsse gönne — zum Schlafen bleibt mir von morgen bis in Ewigkeit Zeit ge­ nug. Deshalb, ihr Herren, laßt mir meine Flasche füllen, noch einige Cigarren bringen, und besorgt mir auf morgen ein kräftiges Frühstück, damit es mir nicht an Zehrung für die lange Reise fehle. Gerne wurde seinem Begehren willfahrt, und die bei­den verließen ihn mit einer guten Nacht, wobei es nur Vinna s befremdete, daß ihnen der Gefangene mit einem Lächeln auf fröhliches Wiedersehen geantwortet hatte. Der Bursche kümmert sich gewaltig wenig um sein Le­ben, aber überaus viel um des Leibes Nothdurft, sprach er kopfschüttelnd zu Don Jose, und somit begaben sich diese nach einem kurzen Händedrucke zur Ruhe. VIll. Endlich brach der Dämmerschein des Morgens eben so hell und heiter an, als die Nacht regnerisch und stür­misch gewesen. Der ganze Markt war in wogender Bewegung; die Migueleis standen aufgestellt auf dem Platze, die Natio-. nal-Milizen auf der Hauptstraße, und die Freiwilligen, wozu in Vimbodi alles, was nur die Waffen tragen konnte, gehörte, mischten sich bewaffnet gruppenweise unter die übri­gen Zuschauer, die sich alle recht fröhlich unter einander drängten, im freudigen Vorgenuße des Vergnügens, eine!: Menschen hinrichten zu sehen, der die Meinung hatte, daß ein Herrscher ein Land glücklicher zu machen im Stan­de sey, als Viele, und daß dag alte Gesetz, der alte Glau­be und der alte Herrscherstamm, unter dem die Nation Jahrhunderte geblüht hatte, wohl Neuerungen vorzuziehen seyen, die dem Lande nur bisher unabsehbares Elend brach­ten. Auch Diego erschien mit seinen Leuten, nachdem er beim Coregidor das Frühstück eingenommen hatte. Sie stellten sich in die Nähe des Thores, ruhig auf ihre engli­ schen Musquecen gelehnt, das Vorüberkommen des Gefan­ genen erwartend. Endlich erschien der Coregidor mit Vinna s von meh­ reren Hauptleuten der Miguelets, National-Milizen und Freiwilligen begleitet. Ihnen folgte der Gefangene von bewaffneten Miguelets umrungen, festen und sicheren Schrittes, mit dem Cigarro im Munde. Voraus zogen die Miguelets, dann folgte die Junta mit dem Gefangenen, und die National-Milizen beschloßen den Zug, welchem sich die Volksmenge, mit den Freiwilli­ gen untermischt, ungestüm nachdrängte, so zwar, daß i» der Stadt außer den Wachen wenig Menschen mehr zu­ rückblieben. Diego verharrte mit seinen Leuten im freundlichen Ge­ plauder mit Francisco und den Thorwachen, indem alle von Zeit zu Zeit ihre Bücke nach dem Zuge und dem Hinrich­ tungsplatze wendeten. Nun war man angelangt. Die Mi­ guelets und die Milizen bildeten ein O.uaree von drei Flanken, dessen vier« Flanke nach den Scheunen zu offen blieb. Rund umher drängte sich das Volk. So eben wollte man den Gefangenen in die Mitte, wo sich die Junta be­ reits befand, einführen, da krachte plötzlich aus den ver­ lassenen Scheunen eine furchtbare Gewehrsalve Tod und Verstümmlung unter die Menge, und aus den hintern Gassen sprengte mit verhängten Zügeln und eingelegter RiR Lanze ein starker Neltertrupp in drei Abtheilungen hervor, wovon die eine sich gleich gegen das Thor von Lerida zu­wandte, die zweite mit Windesschnelle den Gefangenen be­freite, die dritte aber sich mordend im geregelten Angriffe auf die entsetzte Menge warf. Zu gleicher Zeil brachen starke Massen Guerillas und Infanterie aus den öden Gebäuden, wovon ein Theil sich mit dem Morden und Vertreiben der im panischen Schre­cken gar keinen Widerstand leistenden Christinos beschäf. tigten, die andern aber im gestreckten Laufe dem Markte zurannten. Beim ersten Gewehrdonner wollte Francisco mit seiner gewöhnlichen Besonnenheit das Thor blenden, wurde aber zu seinem furchtbaren Erstaunen von Diego und des­ sen Leuten daran verhindert, welche ihn, ehe er nur recht begreifen konnte, was eigentlich vorgefallen scy, mit sei­ ner ganzen Wache entwaffnet und gefangen genommen hatten. Da eilten schon die carlistischen Reiter herein, und der sie führende Offizier näher« sich ehrerbiethig grüßend Diego'n, während ein Reiter ein prächtiges, reich aufge­ zäumtes Schlachtpferd herbeiführte, und ein zweiter ihm Säbel, Schärpe und die rothe Mütze der Carlisten reichte. Die Mütze auf den Kopf werfend, und Säbel nebst Schärpe umgürtend, schwang sich der vermeinte Diego leicht auf's Pferd und ertheilte den Reitern und dem mitt­ lerweile nachgerückten Fußvolke den Befehl, mit den übri­ gen Wachen der Christinos reine Hand zu machen, die Stadt zu besetzen, durch starke Patrouillen aber jede Un­ ordnung , Plünderung oder Mißhandlung wehrloser Ein­ wohner zu verhüthen, während er selbst von einem Trom­ peter begleitet, dem Getümmel zujagte. Was wir hier mit vielen Worten erzählt haben, war in der Wirklichkeit das Werk von nicht mehr, als fünf Mi ­ nuten. Die geängstigten Christinos hatten sich mit großem Verluste auf einen nahe gelegenen Hügel gedrängt, wel­ cher von der Menge so überfüllt war, daß es selbst den mit Waffen Versehenen beinahe unmöglich ward, davon Gebrauch zu machen. Rund um sie her schwärmte die feind­ liche Cavallerie, während der Schützenhauptmann Bal ­ maseda, der nun wieder frei an der Spitze seiner Leute stand, diese ein gut gerichtetes Feuer auf den Menschen­ knäuel unterhalten ließ und die Infanterie sich in einer Sternmasse aufstellte. Da ertönte plötzlich hinter ihnen eine Trompete zum Waffenstillstände, und Diego , den wir nun bei seinem wahren Namen Alonzo nennen wollen, kam herzu gallo­ pirt; er schwenkte ein weißes Tuch und ließ zur Unter­ handlung blasen. Langsam näherte sich der arme, erschrockene Don Jose, denn er allein und sein geheimschreibender Schulmeister waren noch von der Junta am Leben, und fragte, wo der Kommandant sei, mit dem er unterhandeln solle. Ich selbst bin es, erwiederte ihm Alonzo, da Jos« noch immer seinen Augen nicht recht trauen wollte, oder ist euch der Name des Guerillas-Häuptlings Alonzo und das Gesicht eures gestrigen Gastes so unbekannt geworden? — Verneh­met die Bedingungen, unter welchen wir euch, die ihr gänzlich und rettungslos in unserer Hand seid, Frieden, Freiheit und Sicherheit des Eigenthums bieten, und erken­net aus unserer Milde, daß Carlos Bergräuber, wie ihr uns. zu nennen beliebt, mehr Gefühl für Rechtlichkeit und Menschlichkeit besitzen, als ihr, Vercheidiger einer so hoch­gepriesenen, als chimärischen und Unheil stiftenden Frei­heit, und gestehet selbst, daß uns in eucrn Händen wohl nur das Todesloos treffen konnte. Ihr reißt nämlich die Befestigungen eures Marktes nieder, liefert alle eure Waffen und Munition an uns aus, verpflichtet euch, niemals mehr wider Carlos zu fechten, und zahlt für dies eine Mal 1000 Gold-Unzen Kriegsstcuer, wo es mir wohl bekannt ist, daß es unter euch Leute gibt, die für sich allein den zehnfachen Betrag im Baren besitzen. Von sich selbst versteht es sich, daß mir mein, euch Don Jose in Verwahrung gegebenes Gold, meine Maul­ihiere und mein Getreide zurückgeliefert »Verden. Wem diese Kapitulation genehm, der rufe: Es lebe Don Car­los der v., werfe seine Waffen von sich und steige vom Hügel herab;—wer aber durch längere Vertheidigung sich größere Vortheile zu erringen gedenkt, der bereite sich vor zur Fortsetzung des Gefechtes, und die Waffengewalt möge entscheiden. Da erschall« ein tausendstimmiges Freudcngeschrei, und der Ruf: Hoch lebe Carlos der V.! dem sich auch die Stimmen der carlistischen Krieger beimischten, machten das Gebirge wiederhallen. Alles zog nun seinen Wohnungen zu, und bis Abends waren die Befestigungen niedergeworfen, der Kriegsbedarf abgeliefert, die Kriegüsteuer bezahlt, und die sonst so ge­fürchteten Carlisten waren nun freundlich geachtete Gäste derer, die durch weise Milde sich aus wüthenden Liberalen in warme Anhänger Don Carlos , als welche sie sich noch heut zu Tage erweisen, umgewandelt hatten. — Revue des Mannigfaltigen. Eine den amerikanischen Nationalcharacter schroff, aber ehrenvoll bezeichnende. Versteigerung fand am 1Z. Mai dieses Jahres in Philadelphia Statt. Ein von Washing­ton gebrauchter Degen wurde für 2.5 80 Dollars, ein von William Penn getragener, bloß von der amerika­nischen immergrünen Eiche abgeschnittener Stock von Ma­ster Godpraise Holloughton , dem reichsten Quäcker, nicht nur der vereinigten Staaten, sondern der Welt, für e.000 Dollars erstanden. Dieser Letztere gibt, nach ge­nauen Nachweisungen des „i'!,ii,'>iwii!!,,!l c,'l>>,>»>eiK,« jährlich an 30.000 Dollars Almosen. — So ganz durfte den ma­teriellen Mankee's doch nicht rege Nationalität (ic-ol X.iUu. ui»llt)') abzusprechen seyn, und wohl möchten sie, außer der Liebe für ihre Geldsäcke, auch noch manchem edleren Ge­fühle huldigen. — Am iß. Juli dieses Jahres beging ein Knabe von zwölf Jahren einen Mutcermord aus Rache, weil diese, eine vermögende Witwe zu Hyeres nächst 'j'nulon eu pru­veno« ('l'uliwu 5tir mer), ihm wegen seines aufbrausenden Ät2 und gewaltthätigen Benehmens durch die Bedienten eine derbe Nuthenzüchtigung auf die enrblößten Lenden, und zwar zum ersten Male in seinem Leben, ertheilen ließ. I n der darauf folgenden Nacht ermordete der junge Bö­sewicht seine Erzeugerin«, mit einem Küchenmesser im Schlafe. Wann wird man endlich der ungezähmcen Lei­ denschaftlichkeit der heutigen Jugend mit weiser, aber uner­bittlicher Strenge von Seite der Eltern und Erzieher be­gegnen? — Man beuge den Sprößling, denn das Bäum­chen bricht, oder verletzt den dies Versuchenden. — I n der Gegend von Schleswig, im Hollsteinischen, macht ein gewisser Trolls Nilsen Ro derma nn mit sei­ner Bande den Behörden viel zu schassen. — Er beschränkt sich auf die Ausplünderung von Wirthen, Müllern, Flei­schern, Bräuern und Bäckern, ohne ein nicht einem dieser Gewerbe ungehöriges Individuum zu belästigen, und ent­wickelt in seinen Handlungen eine ungemeine Geisteskraft. Er soll ein Töpfergeselle aus Koppenhagcn seyn. — Viele, die leider gerade mit der Feder am meisten zu thun haben, sind mit einem ganz eigenthümüchen Talente, breite, holperichte, ohrzerreißende Sätze zu bilden, begabr. Wem fällt hiebei nicht die Predigt eines frühern Profes­sors aus Tübingen ein, die also anfing: „O du, der du den die das Menschengeschlecht beglückende Anstalt stiften­ den Heiland in die Welt gesandt hast." — Französische Blätter melden, daß Einer der An­gestellten bei dem Journal l^-» !>i-L««6 eine so zahme Schlan­ge hatte, daß sie ihm überall nachschlich, sich ihm um den Hals schlang, ihn mit ihrem Zünglein küßte, zu ihm in's Bect kroch, aus einer Tasse, in welche er Milch goß, trank, craurig lag, so lang er vom Hause abwesend war, und ungewöhnliche Freude bezeugte, wenn er wieder nach Hause kam, sich zu ihm begab, wenn erste bei ihrem Na­ men Psplla rief. Unglaube. Frau Liebcreich pflegt stets zu sogen: Em wahrer Engel ist mein Mann. Doch auch nicht Einer glaubt daran, Weil Engel keine — Hörner tragen. Korrespondenz. Wien am 28. Juli l»5g. I n einer Jahreszeit, wie der gegenwärtigen, ist selbst der Korre­spondent ans einer Residenz in der Berichterstattung des Erheblichen um Vieles beschrankter, als sonst; denn trotz der steten Lebhaftigkeit, trotz des immerwährenden Geräusches ist doch das eigentliche Vornehuie und elegante Wien im Sommer absent und auf de», Lande, daher die Kaiserstadt in mancher Beziehung wie ausgestorben. Was uns indessen der an drückender Hitze überreiche Juli Vcmelteuswerthes both, folgt hier in gedrängter Kurze, wie Sic es lieben. Weil die Vay » dere n schon durch ein Paar Jahre her in Europa Lärm machen (ob Verdient «der unverdient, mochte ich nicht entscheide,,), so will ich zuerst erwähnen, daß sie am l?. Juli im Theater an der Wien, und zwar unter sehr zahlreich Versammeltem Publikum zum ersten Male auf­getreten sind. Wer mit überspannten Erwartungen in's Theater geht, wird cs sicher mit unerfüllten Wünschen Verlassen; wer sich aber mit einem gewiß originelle», außereuropäischen, und durch echte Charakteristik interessanten Spektakel zufrieden stellt, wird die heiligen Tänze dieser braunen Dienerin­nen des Broma, Vischnu und Schiva in vieler Beziehung der Be­wunderung werth achten. Es sind ihrer fünf, sie heißen: Tilli , die älte­ste, 2N Jahre alt; Am an,)-Amol, ein hübsches Mädchen von « Jah­ren, Soundiroun und Rongoun, 14jährige, ausdrucksvolle Mädchen, undVendoun , ein Kind Von « Jahren, ein liebliches kleines Wesen. Die Produktion der Vayadere Rangoun : »die Taube auf dem Palm­stamme«, wobei sich dieVayadere beinahe eine volle Viertelstunde schnell und ohne die „lindeste Austrenaung im Kreise dreht, und während dieses Dre­ hens aus einem 55 Fuß langen Stück Mousselin mit den Händen eine wohl­ gebildete niedliche, auf einen, Palmstammc sitzende Taube formirt, muß in der That Freund und Feind in Erstanne» setze». Mögen sich auch die Re­ferenten in hiesigen Blättern, was die Tänze der Nayaderen betrifft, »ls in ihren Erwartungen getäuscht, beklagen, originell bleiben sie doch, dem Europäer neu, und das ist in unfern Tagen schon etwas. Das k. k. Nurgtheoter ist jetzt, wie Sie wissen, geschlossen. Dage­gen tauchen im k. f. Hofoperntheater nächst de»! Kärntnerthore ausländische Gäste auf. Diese sind: Mad. Walker , erste Sängerin des Stadtiheaters in Hamburg und Hr. Steinmüller , erster Sänger des füüigl. Hofthcc,­ters i» Ha»nover. Erstere trat als Alice in »Robert der Teufel» u»d als Norm» — Letzterer als Prinzregent im »Nachtlager" und als Baron W»l­ deburg in der »Unbekannten« auf. Mad. Walker ist eine Sängerin vo» ziemlicher Schule, begabt mit einer kräftigen Vruststimme, die besonders in den höher» Tonlagen auacnehm ist. Sie wurde als Norm« durch öfter» Beifall belohnt. Hr. Steinmülle r ist ei» j»»gcr, kräftiger Sä»ger, der aber »och weit mehr verspricht. Er hat einen schon sehr gebildete» Vor­trag und seine Stimme ist umfangreich, schön und weich. I n beiden Vor­stellungen wurde ihm die Ehre des öfter» Hervorrufens zu Theil. Auf der Eisenbahn nach Brunn geht cs lebhaft zu. Es ist in de» Gasthöfe» Wien's jetzt glcichsam Mode geworden, daß der Lohnbediente de», angekommencn Fremden am andern Tage mit der devoten Frage entgegen tritt, ob Se. Gnaden nicht etwa nach Nrünn f.ihre»? —I m Monat August soll auch die Fahrt für die Frachten beginnen. Zum Lchluße noch etwas, Ihre» Lesern Vielleicht Interessantes. Man Vcrnininit hier, daß Ihr Theater-Director Glöggl den hiesige» k. k. Hofopern­sänger Reich in ann, wie die zuletzt i» Hamburg gewesene Opernsoubrcite Dlle. Brückne r für das Leiblicher Theater gewonne» habe. Die Doni ­zctti'schen Opern: »Ueliziirio», »^nn» Lnlen»« und »lVIarinn Malier»« sollen zuerst auf's Repertoire komme». Ich grüße Sie und bin Ih r Hugo. G h a r a d e Die erste Silbe. So oft man sich wuiidcrt, so oft mau sich irrt So pflegt man mich doppelt zu nennen, Sonst—offen muß ich es bekennen — Werd' ich wohl seilen nur je niolestirt lind selten mich Schriften erwähnen. Die zwei letzten. Die Meiste» erschüttert der Name schon Von uusern friedliche» Halle», Wo freilich nicht Jubel erschallen, Doch Mancher zieht, ewig verpflichtet, davon Und nichts kann die Wohlihat bezahle». Das Ganze. Es kann die Erste der letzten Zwei Bedeutung wohl nimmer verdrängen, D'ru», mag sie an diese sich hängen! Der Sinn des Ganzen, stets einerlei. Wird nicht bei,» Rathen beengen. 3. K. Krain's Flora Mitgctheilt von Andreas Fleisch m a n n. Von den vorzüglichsten Gewächsen des f. t. botanische» Gartens zu Laibach sind bis zum 5. August folgende zur Blüte gekommen: Hliter ^melius, Virails - Sternblume. — ^etnuzu «ü^nOpiu,», Gartcn-Glaisse. — Hünnitum variegnlum, bunter Eiscnhut. — ^c, cam­in^ru»!, lichlblauer Eisenh. — <üun>l:i Lciu.iruZl,, spariige Dürrwurz, -­<üi>-5iu,!i eriu^nurum, wollköpfige Kratzdistel. — <2ir. lirver>8e, Brach« Kratzdistel. — l_!ir. paluztre, Sumpf-Hratzdistel. — Uii>5»cu5 riilusu«, behaarte Karden. ^ (»i,,!>Intl><, ii>?ntki»eluiii>, »iünzenblättr. Ncrgme­lisse. — Inu!» Lritiinnici,, Nrita»»ischcr Alaot. ^ lÜiirrubium pere>;ri' nui» , fremder Andorn. — lVIulini« «grille» , blauer Sieiflialm. — 8«­neciu nemnrenziz, Hain-Kreuzkraut. — 8en. ?ucn5>>, Fuchsens-Krcuzkr. — 8en. 8l>rilcenicuü, Saracenisches Kreuzlr. — 8c:u!^,!!,!3 !!>«culc>tu5, gesteckte Golddistel. -— 8te1Ii,riu l>c!u»lic:l>, Wasscr-ölernmierc. Kunstnotiz. Herr F. I . Frühbeck aus Wien, unser», Publikum seit August des vorige» Jahres bekannt, gedenkt im Laufe dieser Woche,sein zu Wien durch zwei Jahre aufgestellt gewesenes, bcifattswerthes Cosmorama mit ganz neuen Ansichten in, hiesigen stand. Redoutcnsaale öffentlich aufzustellen. Laibach. Druck «nd Verlag von Joseph Vlasnik.