Sonntag, dm 1«. Jim 1871. J«hrAa«g. Vie „Marburger Zeitun S'-'iSH-i» s II > h°lbiShn° » «I--t.Wri» 1 fi. «» k! sür Suft«».», m« Haut monatlich lo kr. — mit Postversendung: ganziahrtg 8 fl., halbjahrtg 4 I., vierteljährig z fl. JnsertionSgebühr 6 kr. pr. Seile. Arei Mümentarifche Ausreißer Marburg, 15. Juli. Die Sitzung der reichsräthlichen Delegtition vom 12. Juli kostet ein Lehrgeld von lvtnigslens 20.000 fl. In dieser Sitzung gelangte unter Anderem auch die Fordcrung deS KriegsminifterS für ».Oberleitung. Bthörden und besondtre Bcrwal-tungszweige" zur Verhandlung. Die Regierung begehrte 2.S36.Ü43 fl. Der Ausschuß beantragt 2,407.010 fl.; CzertawSti stellte den Antrag, 2,427.972 fl. zu bewilligen. Dieser Autrag siegte aber nur mit der Mehrheit von einer Stimme. Bei ErSsfnung der Sitzung lvaren auch die Herren: Hasaer. kuranda und U»ger anwesend. Nach dtk Ablehnung der Regierungsvorlage, be treffend die Berittenmachung der Hauptleute bei den gußlrupptn, wurdr die Sitzung auf kurze Zrit unterbrochen; als sie wieder auftMommen worden, siehe, da fehlten diese Drei. Wären Hasuer, Kkranda und Unger auf ihrem Posten geblieben, so hö.tte sich eine Mehrheit von zwei Stimmen gegen die Bewilligung der fraglichen 20.000 fl. ausgesprochen. Bei einem Haare war' daS Lchrg'ld sog^ir um 220.000 fl. größer geworden. -^aS Kriegs-Ministerium hatte nämlich sür höhere Kommanden und Stäbe !.918.287 fl. verlangt, der Ausschuß nur 1.Sd0.0V0 fl. eingestellt, EzerkawSki 1.770.000 Gulden beantragt. Mit 26 gegen 2ö Stimmen wurde der Antrag des Ausschusses zum Beschluß erhoben — Dank der Einsicht des Areiherrn von WüllerStorf. welcher diesmal auf Seite der Linken stand. Wo befanden sich Hainer. Kuranda und Unger bei diesen zwei Abstimmungen? Waren sie vielleicht plötzlich erkrankt, oder auS einem zwin« genden Trund beurlaubt? Keines von Beiden! — Ladenburg, dir aastliche Bankherr, ist schuld daran! Warum halte er diese Drei zu einem Schmause einsleladen? Als Männer von Wort mußten sie ihr Versprechen pünktlich erfüllen — als wahrhafte Oesterreicher wußten sie den Werth eines wohlbesetzten TischeS zu würdigen und hatten darum gerne zugesagt. Hasner, Kuranda, Unger! Ihr l»abt Eure Wicht als Delegirte verletzt — eine Pflicht, die älter lvar. alS das Herrn von Ladenburg gegebene Wort; Ihr tragt auch kein Bedenken, Euer Tage-^ld einzustecken — daS österrüchisch - ungarische Volt bezeugt Euch sein Mißtrauen! Eure Pflicht Vergessenheit belasttt die gemeinschaftliche Kasse beider Reich« mit einer Mehrausgabe von 20000 fl. Von Rechtswegen müßtet Ihr verurtheilt werden, aus eigenen Mitteln diese 20000 fl. zurültzuer-statten! Daitk unserer Rechtspflege werdet Ihr dieses Geld nicht ersetzen. Wenn aber Eure Wäh-ler dem Spruche de» VolkrS nicht btistimmen und lZuch wieder Vertrauen schenken, dann stehen sie auf gleicher Slufe mit Euch; dann beweisen auch Eure Wäljlkr. daß nur Selbstsucht und nicht das Bewußliein der Pflicht sie leitet — daß sie Phäaken sind mit Leib und Seele — Phäaken, die. eines SchmauseS willen im Stande ivüren. das beste Bolksrechi preiszugeben! DaS Recht aber, von welchem hier die Rede, wird nur dann eine Wahrheit sein, wenn daS Volk, in Stimmgemeinden versammelt, die zur Deckung der StaalSbedürfnifse nöthigen Gelder selbst belvilligt. SoldatentHum und KulturWm. Ernst Häctel hat seine „natürliche SchöpfungS gtschichte" in zweiter Auflage herausgegeben. DieseS Vuch zeigt dem Leser ganz genau, wie er die Darwinsche Lehre von der natürlichen AuSlvahl zu verstehen habe. Was die „Züchtung" deS Menschen in gulem und bösem Sinne vermag, beweist unS Höckel durch die spartanische Erziehung und durch daS heutige Soldatenthum. Das Volk von Sparta verdankt der künst lichen Auslese der gesunden und kräftigen Kinder zum großen The,l „den seltenen Grad von männlicher Kraft und rauher Heldentugend, durch die es in der alten Geschichte hervorragt". „Gerade das Gegentheil". sagt der Berfaffer, „bildet die individuelle Auslese, welche in unserem modernen Milltärstaate allgemein behuss der Erhaltung der stehenden Heere ausgeübt wird, und welche wir unter dem Namen der militärischen Züchtung be-trachten können. Bekanntlich tritt »n der neuesten Zelt das Soldatenthum mehr als je in dei^ Bor« dergrund des sogenannten „Kulturlebens"; die ganze Kraft und der ganze Reichthum blühender Kulturstaaten wird sür seine Ausbildung vergeudet. Die Jugenderziehung dagegen und der öffentliche Unterricht, die tiefen Grundlagen der ivahren BolkSwohlsahrt und der humanen Veredlung werden in einer Weise vernachläßigt und mißhandelt, welche unseren Nachkommen die Scham-rüthe über die barbarische Rohheit ihrer Borfahren ins Gesicht trelben wird. Und daS geschieht in Staaten, welche fich einbilden, die bevorzugten Trüger der höchilen menschlichen Intelligenz zu sein und an der Spitze der Elvilisation zu stehen. Die allgemeine Wehrpflicht, eine republita Nische Jnstitutioit, ist mit dem stehenden Heere, das dynastisch-absoluliftischen Zlvecken dient, zu dem unnatürlichsten Zlvltter»vrsen zusammenge-toppelt worden. AuS allen Kreisen der iSesetl-ichast lverdeu alle gesunden und starken jungen Männer durch ßreuge Retrulirung ausgelesen. 3e kräftiger, gesunder, normaler der Jüngling ist, desto größer ist für ihn die Aussicht, durch Zünd-nadeln, gezogene Kanonen und andere dergleichen Kultur.Jnstrumente gtmordet zu »Verden. Alle kranken, schivächlichen oder mit Gebrechen behafteten Jünglinge dagegen lverden von de» militärischen Auswahl verschont, bleiben während deS Krieges zu Hause, heiralhen und pflanzen sich fort. Daher brauchen wir unS wahrlich nicht zu wuudern, wenn in Wirklichkeit dieKörperschlväche und Charakterschwäche unserer Kulturnationen in beständiger Zunahme begriffen ist und mit dem starken, gesunden Körper auch der freie, uncib-hängige Geist immer seltener wird. Und wofür, fragen wir, wofür wird diese Blüthe deS Volkes dahin geschlachtet? Meistens für Ztvecke, welche mit den humanen Zlklen der Menschheit nicht daS Geringste zu thun haben, welche jedem wahren „Kulturvolke" fern liegen sollten! In vielen Fällen für rein dynastische Familienzwecke, die daS wahre Wohl der gegen einander gehetzten Völker gar nicht berühren!" Zur Heschichte des Hages. DieDelegationSverhandlungen über den HeereSbedarf bezeugen die Trost« losigkeit unserer Zustände. Von einem Jahre zum anderen bewilligen die Vertreter der gemeinsamen Angelegenheiten riesigere Summen — und dennoch erklärt die Militärpartei sich nicht befriedigt. Und die Zufriedenheit deS steuerpflichtigen Volkes? Wohin ist diese verschwunden? Sage Niemand, daß wir an der äußersten Grenze der Zahlungsfähigkeit angelangt — wir haben dieselbe schon lange überschritten! Die Rückstände der Steuerträger und die Unmöglichkeit deS Staates, auch nur die Interessen seiner Schulden voll zu ent' richten, lasten keinen Zweifel mehr, daß wir diese Grenze hinter unS haben. Und wir vollenden bald schon das sechste Jahr nach dem letzten Friedensschluß! — Gestern vor einemIahre hat Emil Ollivier dem gesetzgebenden Körper mitgetdeilt, daß der Kaiser an „Preußen" den Krieg erklärt l Wie jubelten die Mameluken, wle jauchzten niun-undneunzig Hunderttheile deS französischen Volkes Napoleon M zu. Und die Ultramontanen und die Rassefetzenpartei — wie hoch spannten diese ihre lielisten Hoffnungen! Und . heute? Ollivier ist eine gefallene Größe — der allmächtige Kaiser ist ein „ältlicher Herr" geworden und denkt als Einsiedler von Chiselhurst an die Wiederaufrich-tung seines blutbefleckten ThroneS. DaS französische Volk sprüht Rache. Rache für den Sturz von der angemaßten Höhe. Preußen ist in Deutsch« land aufgegangen. Die Ultramontanen jubela auch heute wieder, aber nur in Oesterreich und die Nassefttzenpartei trocknet ihre Wüsche. In New'Nork hat die kirchliche Parteinag blutige Opfer gefordert. DaS Verbot deS feierlichen Protestantenzuges wurde von der Re^eruug zurück-genommen mit der Weisung an Truppen und Polizei, die Protestanten in ihrem Rechte zu schützen. Der Gouverneur Hoffmann hatte außerdem noch die Bürger der Stadt ersucht, die Behörden in der Ausrechthaltung der Ordnung zu unterstützen. Am 12. Juli Nachmittag 2 Uhr setzte sich der Zug in Brlvegting. Wie gedroht worden, griffen die Katholiken (Jrländer) denselben mit bewaffneter Gewalt an. Die Truppen und Polizeimänner gaben Feuer; sechzig Friedens« brecher wurden getödtet, einhundertundfunfzig ver-wundet. Die Soldaten verloren zehn, die Wach-Männer sechs Todte. Die Regierung, welche zwölf Regimenter VolkSwehr zu den Waffen gerufen, stellte bereits um Mitternacht die Ruhe wieder her, nachdem sie hundertundfüufzig der wüthend-sten Jrländer in Haft genommen. Vermischte Stachrichte«. (Die Ehe und die Sterbl ichkeit.) Nach den statistischen Ermittelungen von Dr. Stark in Edinburg ist die Sterblichkeit Verheirateter g«. ringer, als jene der Ledigen. Diese Thatsaes^ ist allerdings seit länger bekannt, wird aber häu-Iig falsch gedeutet. Denn diese Erscheinung. ist iiicht ausschließlich Folge deS geregelten Lebens Verheirateter, sondern vielmehr deS UmstandeS, daß in der Regel nur solche heiraten» deren Gesundheit durch Sorgen, Noth und vi^e Arbeit nicht gelitten. Am deutlichsten zeigt sich dies bei dt» Z«»gstq»e». dere« Sterblichkeits-Vetiältniß bis zu« 4b. Jahre gkaftiger ist, als das der Fra»ea. Vom 4k. Jahre a» beginnt die Gorge. Ts ist also wohl richtig, daß die „Berhei ratßtea" ltnaer lebe», als mcht Verheiratete; daraus folgt atzer nicht, dat. wer sich verheiratet, deshalb anch länger lebe« muß. Ts kommt viel «ehr ans die Umftäade au. (Seschästsgaag in Paris^ Die Zahl der Pariser Arbeiter hat seit dem Vtginue des Krieges bedentend abgenommen. Abgesehen von l^eaeu, welche währead des Aufstandes gefallen, verwundet oder verhaftet worden, find auch viele während der Velagerung geblieben, «ad von denen, die bei Legion det Krieges Paris ver ließen, nnr äußerst wenige zurüSgetommen. Am meisten fehlen die Gchueider» und Gchnstergesellen. Bon letzteren sind jeßt in Paris 16.000 weniger als vor de« Kriege. 3» «iaigen Zweigen man« gelt es gänjlich an Arbeitern; so gibt es z. B. fast keine Pfeifenschneider und keine Graveure aus Krystall mehr. Da die Geschäsle wieder zu gehen aufaugen. lo macht ftch dieser Mangel an Arbei-teru sehr sthlbar und der Arbeitslohn ist bedeu-teud höber, als vor dem Krieg'. Was zum Stei-gen desselben noch beiträgt, ist auch der Umstand, das die Arbeiter vou dem, was sie früher ver-dieuteu. kaum noch leben könnea, da Alles noch furchtb^ theuer ist. Die Aahl der Deutschen, welche dort früher etablirt waren und zurückge-tommeu ftnd, ist uicht sehr beträchtlich. Viele Pariser Geschäfte haben übrigens bedeirtead ver-loreu, besonders das Vlnmengeschäft. Die Amerikaner. Walachen, Sluffeu u. s. w., die früher fast Alles in Paris kauften, wandten fich nüm-lich wählend des Krieges uach vrüffel. verlin u. s. w. nud faudeu. daß viele Diuge. die sie früher iu Paris kauften, ans Deutschlaud u. s. w. kameu. Als Beispiel führeu »ir uur einen Ver» liner vlnmenhändler an, der früher seine gabrikate nach Paris saudte, wo fie vou deu Amerikanern, natürlich «it eiuem Aufschlage von 33 Peezent. gekauft wurde». (Vereiu für freies thrifteuthum) Zu der lchweizerischen Eidgenossenschaft gehen die Wogen der kirchlichen VewMng so hoch, wie seit dreitznndelt Iahren uicht. Neulich waren in Biel (Kanton Bern) über zweihnndert Abgeordnete aus allen Gauen der Schweiz versammelt — Refor-«irte uud Katholikin, auch sechs graueu waren damnter — nm den „Verein für freies khristeN' thum- zu grüudeu. Der Vereiu zählt fchoa fünfzehnhundert Mitalieder und bildet elf kantonale Abtheiluugeu. Der Zweck dieses Vereius ist: „treunnng von Kirche nnd Ttaat — Auf-rechttzaltuug uud Durchführung des Grundsatzes der Glaubeus- und Gewiffensfreiheit — Verbrei» lnng einer veruuuftmSßigen religiösen Bildung.- (Vom dentschen Zourualistentag.) Der deutsche Zournallstentag. welcher jetzt in Breslau abgehalten worden, hat eiuen Preßgesetz. Entwurf ausgearbeitet und beschlossen, denselben in einer Denkschrift dem dentschen vnndesratb mitzutheileu uud dem deutschen Reichstag als Pe. tition zn überseaden. Den österreichischen Mitgliedern soll es sreigestellt bleiben, diesen Entwnrf dem Neichsrath als Denkschrift zu übergebe«. Dem deutscheu Iuristeutage (Stuttgart. 28. August), auf dessen Tat^esordnnng das Preßgesetz steht, soll ebenfalls der Entwurf mitgetheilt werden und Jene Mitglieder des Ionrnalistentages, welche am Inristeniage fich betheiligen. find eingeladen. die in diesem Enttvnrf niedergelegten Grnudsätze dort zn vertheidigev. Im fraglichen Entwurf ist zuuächft die Krei-heit der Gewerbe, die ftch auf die Hervorbriuguug vou Preßerzeugnifsen beziehen, ausgesprochen, wie ja schsu die deutsche Gewerbe-Ordnnng von l869 das Konzesiionsmesen für Drucker. Buchhändler n. s. w. uicht keuut. Desgleichen wird das Aecht, auch. POMjztAßUisie öf^ch auf Vtraßeu. PlöOtz A. ßu Pttkaufeu, im Viuue dieser Ge-werßÄörduung aufgestellt, welche vorschreibt, daß die!Aaiti«atio> zur Ausübung dieses Geschäftes uutzW»lteueu Personen, die das ßl Lebensjahr überschriiteu. ertheilt werde« muß. Dabei fordert der Zo«r«altfte«tag die gnlaffaug von Kuaben zu diese« Berkauf unter Veroutwortlichkeit dee mit Legitimationen versehenen Personen. Grund-jätzlich von der einschneidendsten Bedeutung ist die Vestimmnng, daß milleis der Presse eine strafbare Handlung erst begangen werden soll durch die Verbreitung. Eine Verbreitung soll aber erst angenommen werden, wenn das Preßerzrngniß vertanst. öffentlich angeschlagen, ausgestellt oder aufgelegt oder wenn es dergestalt vertheilt worden ist. daß jede beliebig^ Person ein Exemplar er» halten konnte. Die Absendung an die Post gilt uoch nicht als Verbreitung. Kür den Inhal» rines Schrist- oder Bildwerkes haftet zunächst der Be»breiter (Buchhändler u. s. w.). Wenn jedoch der Name des Druckers. Herausgebers. Berl,gerS oder Verfassers aus der Schrift wahrhaft angegeben ist, oder wenn der Verbreiter eine i>ieser Per sonen vor Fällung des Urtheils namhaft macht und diese im Bereiche der einheimischen Gerichte ist, so soll angenommen werden, daß der Verbreittr in gutem Glauben gehandelt hat. Unter denselben Voraussetzungen wi, der Verbreiter wird auch der Drucker durch Nennung de» Verlegers. Her» ausgebers, Redakteurs oder Versassers, der Verleger durch Nennung des Redakteurs ober Her-ausgebers, dieser durch Nennung des Verfassers von der strafrechtlichen Verantwortlichkeit krei. Folgt die Bestimmung, daß über die Presse Gr-schworue urtheilen sollen, daß die Preßverbrechen in sechs Monaten oerjähren, daß die Beschlag« nahmen nur auf richterlichen Befehl zuläffig find. Gegen Beschlagnahmen stimmte eine große Minderheit, zu lvelcher namentlich die Oesterreicher ge« hörten. (Bücher für Bolks schulen.) Im Jahre 1869 — nur für dieses liegt ein vollstäu-diger amtlicher Bericht vor — wurde« tljeils verkauft, theils zu ermäßigten Preisen oder uuent« geltlich abgegeben: in deutscher Sprache 9ö1.0l)7. in böhmisch«? Sprache ö0ö.766. in italienischer Sprache 1l 2.640. in polnischer Sprache 1Sb.b81, in kroatischer Sprache 116.S0S. in slovenischer Sprache 6ö.ü64. in serbischer Sprache 36.170. in ungarischer Sprache 13.346, in romanischer Sprache 12408. in kirchenslavischer Sprache 1l.681, ia hebräischer Sprache 4189 Stück. An „Bolkshymnen- iu verschi,denen Sprachen war-den 3136 Ezemplaren abgesetzt. Militär-Erzie' huugsaastalteu und Strashäuser werden uuentgell« llch mit de» nöthigtn Volksschuibüchern betheilt. (Zum österreichischen Parteilebea.) Nach dem Vorlage in der Steiermark ist auch iu Wien eine Verständigung der Arbeiter mit der deutscheu Partei angebahnt worden. Als Punkte, worüber Verhandlungen gepfiogen tverden. hat die deutsche Partei aufgestellt; Die E»richtung vou selbstäudigeu Gewerbe- und ArbeiterKamoiern. welche die Intereffen der Gewerbe uud Arbeiter zu vertriteu uud zur Waheung derselbe» eine de stimmte Anzahl von Vertretern in alle Vertretungs körper zu entsenden hatten. Es sollen serner die namentlich auf die ärmeren Bolkstlassen drückenden mittelbaren (indirekt-n) Steuer» ganz abgeschafft und an deren Stelle eine gerechte unmittelbare (direkte) Steuer aesetzt werden. Ferner sollen die Zlvangsgenossenschasten fallen und im Handelsmiaisterinm eine eigene Abthkilung errichtet »Verden, welche stch die Förderung der Arbelter-»ntereffeu angelegen sein läßt. Endlich soll ein Gewerbegesetz ausgearbeitet »Verden, welches die Verhältniffe zwischen den Fabrikanten und Ar bettrrn in ei»zer biiligcn Weise regelt. Marburger Berichte (Neues Postamt.) In Ober-Pulsgau ist eiu ueues Postamt erösfnet worden; es besaßt fich mit dem Brief- und Fahrpostdienste und steht mit der Expedition zu Pragerhof durch eine lüg-iichr Posthotenfahrt in Verbindung. (PoKwese n.) Das Postritt-Geld, betreffend ein Pferd und eine einfache Post, ist im »«e»te« Halbjahr 1871 für den ehmaligen Kreis Marbnrg auf 1 fl. 3ö krl festgesetzt worden. (AuszüglerSchicksal.) Andreas Se« ligo, Auszügler in Rsginskagora, Gerichtsbezirk St. Marrin, wurde neniich ertrunken anfgesunden. Da Geligo vom eigenen Sohne, bei welchem a«it ein Fest (Spiel, Gesang, Deklamation und eine kleine Erfrischuug) zu ver-hiudeu. Mom Mcherttsch Dt«tschla«d »ach de« ikieße. (Ideen zu einem Programme nationaler Politik von A. Lammers. Leipzig. Dunker nnd Humplot. 1871.) Nicht Viele find es. »velche nach den großen Uaffenerfolgen des deutsch-ftanzöfischen Krieges sich so viel Btsonnenheit beivahrt, um die Auf-gaben zu erkennen, die eines wahre« großen Deutschlands würdig sind. Die Menge huldigt dem Vötzea des Erfolges und während der „in's All« gemeine stredende" Gelst der Deutschen bisher immer von dcr hohen Warte der Wissenschaft die Alltäglichkeiten des Lebens betrachtete, ist jetzt die entgegengesetzte Anschauung allgemein geworden, welche auch an die großen Prozesse der Geschichte einen unzulänglichen Maßstab legt. Sahen sie früher zu w'it. so sehen sie heute zu kurz; eS ist durchaus undeutsch, die heutige Entwicklung Deutschlands, oder besser, die innere Kraft, die eS bewährt, dem Preußenthum zuzuschreiben. Ja, die Meisten gehen weiter und es sind Wenige, welche nicht ihr Alles zuversichtlich den Hände» der erfolggekrönten Hohenzoller anvertrauen könnten. Dem gegenüber vertritt nun Lammers das Deutschthum, wie es lein soll. Freilich spielt auch bei ihm die Dynastie und Diplomatie eine zu große Rolle, aber er steht es klar und mit osse-nen Augen, dnß Deutschlands Wohl und Wehe, also auch seine wahre Kraft auf ganz anderen Punkten liegt. Die große» Fragen der Gegenwart, in ihrer Mannigfaltigkeit und Tragweite, fordern seine Aufmerksamkeit heraus und er versagt es sich nicht, seine deutschen Brüder auf die riesigen Felder aufmerksam zu machen, wo nicht geringere Lorbeeren zu erringen find. Die Klar-heit, die Unparteilichkeit, die Freiheit des Urthei-les und der offene Sinn für Freiheit und Fort- schritt gebtn diesen Csörterungen tiae Unmittelbarkeit, welche den Leser zu vorurtheilsfreiem Nachdenken anregen und wir können nicht umhin, dieses gediegene Werk bestens zu empfehlen. Na-mentlich machen wir unsere Leser auf die Theile des Buches aufmerksam, welche von den Gefahren deS Krieges, von dem Berhältniß deS neuen Deutschlands zu Oesterrrich und zu Rußland, von den kirchlichen Fragen und vom Unterricht handeln. Eingesandt. Um ein durch die Klerikalen besetztes und von ihnen schon als berechtigtes Eigenthum be» handelte« Gebiet wieder den Händen des freien BolkeS zurückzugelvinnen, werden jetzt öfter« Volksversammlungen durch Liberale auf dem Lande veranstaltet. Wie nothwendijz hiebet Parteidisziplin ist, um ein günstiges Resultat zu erzieleu. haben die zwei Versammlungen von Deutsch Feistritz und von Mürzzuschlag bewiesen. Während in ersterem Orte die Liberalen durch die lleberzahl und Rohhfit der Klerikalen erdrückt wurden, haben in Mürz-^schlag die zahlreiche Betheiligung und die gute Organisation der Liberalen der freiheitlichen Sache den Sieg errungen. Heute Rachmittag 3 Uhr ist in Straß wieder eine solche durch den BolkSbildungsverein einberufene Volksversammlung. , Liberale Marburgs und der Umgebung! zeigt durch Eure zahlreiche Tlzeilnahme, daß eS Euch Ernst darum ist, daß die saukNonirten Gesetze gehalten und nicht zum Bortheile des KleruS umgestaltet werden, daß Ihr in der freien Schule die beste Stütze des Staates, die Grundlage des BolkSwohleS erblickt. Die Städter müssen durch ihr Erscheinen die Liberalen auf dem Lande unter-stützen, bis diese selbst auf eigenen Füßen stehen und den Kamps mit den Ultramontanen bis zum endlichen Siege führen. Darum: Aus nach Straß! Mehrere Mitglieder des Volksbildungsvereines. Letzt- Most Vom ungarischen Ministerrath ist dik Organisation der LandeSpolizei festgestellt worden. Der Papst soll eine Bulle vorbereiten, durch welche über die Ttadt Rom das Verbot aller kirchlichen Handlungen mit Aus nähme der Tanfe verßSngt wird. Trotz aller Mrkischen Befehle dauern in Egypten die Waffenbestellnngen und Befestigungen fort und wird die Nebung der Trup Pen eifrigst betrieben Z»er Aiamantmyändker. Bon K, Vehnikt. (Fortsetzung). ^Mit hundert meiner Leute halte ich es gegen Tausende." lachte der Scheich verächtlich. „Auch haben wir Alles, was wir selbst bei einer langen Belagerung gebrauchen. Haben wir doch die Borrathskammern dieser Huude ausgeräumt." „Run, dann kannst Du mit Ruhe den Er eignissen entgegensehen." «Mit Nvhe l" fuhr der Scheich wild aus. „und die Beute von Damaskus — soll sie mir entgehen?" „Wer weiß, ob der Schlag nicht mißlingt und die ihn mit ihren Köpfen zahlen müssen, die dabei betroffen werden. Wer kennt das große Schicksal?" „Du Haft früher anders gesprochen. Aga " fuhr der Scheich den Türken an. indem er ihn zugleich durchbohrend anblickte. „Du weißt, wie ich denke," entgegnete dieser ausweichend, „aber wenn das Berhängniß Dir dies unerwartete Hinderniß in den Weg legt, wer kann sagen, wozu es gut ist?" Der Scheich machte eine ungeduldige Bewegung. „Und was Haft Du mit diesen Fremden be-schlössen, die zu so ungelegener Zeit gekommen sind, um unter dem Schatten Deines Hauses zu weilen Eine Verwünschung entschlüpfte den Lippen des Drusen und seine Hand fuhr krampfhaft nach dem Dolch. „Weiß ich's?" sagte er. „Dieser Morton ist ein mächtiger Mann; tödte ich ihn. möchte ich unter unserm Stamme selber Leute finden, die als seine Btuträcher auftreten, um mich zu verderben und meine Habe als Beute zu theilen. Und dennoch, er hat Blut auf meiner Schwelle vergossen — Blut —" Er schritt wild in dem Gemach aus und ab. „Haft Du mit ihm gesprochen?'' fragte er dann plötzlich stehen bleibend und dem Aga tief in die Augen sehenl». „Was soll ich ihm sagen?" entgegnete dieser ausweichend. „Du hast den Znganz zu ihm verwehrt." „Run. wir wollen sehen," Aga, wir wollen sehen," knirschte der Scheich zwischen den gähnen werden und sie in ihre Höhlen zurückjagen, dann wollen wir daSFernere beschließen." Er rieseinen Diener und gab ihm die nöthigen Befehle. „Und jetzt." sagte er, „laß mich ollein. Aga, ich bin müde wie ein Mann, der aus der Schlacht kommt. Wäre ich Deinem Rathe nicht gefolgt, ich säße nicht hinter diesen Mauern." „Der Rath war gut. wer konnte wissen, daß die Maroniten sich so bald sammeln würden?" Der Scheich biß sich aus die Lippen, um nicht hestig zu erwidern, dann verabschiedete er den Aga durch eine ungeduldige und herrische Gebärde. Nie Eefangenen. Kriegerisches Getümmel herrschte jetzt auf dem. gleich eiuem Raubneste hoch aus den nackten Felsen Syriens throaenden Schlosse. Bon den ginnen desselben konnte man zahlreiche Reitcrschwärme sehen, welche theilS lagerten, theilS die Ebene durchjagten. Alle Zugänge zu dem Schlosse waren besetzt. Freilich waren die Psade. die zu den Mauern Mhrten, derart, doß selbst die darin Hausenden sie nur mit Mühe passiren konnten, während Angreifern, selbst bei bedeutender Ueberzahl, sich nur die Aussicht eröffnete, die Belagerten durch Hunger zur Uebergabe zu zwingen. Inmitten deS Getümmels sah man, die Andern überragend, auf pechschwarzem Roß einen Reiter, welcher einer der Führer zu sein schien. Es war Ali, der Löwentödter. Ihm vor Allen war es zuzuschreiben, d^ß die bewaffnete Macht der Maroniten. die leiver zu spat von ihren Häuptern aufgeboten worden war, sich ge-sammelt und um den Aufenthalt ihres ärgsten Feindes. deS VerwüsterS von Deir-el Kamar zu-sammengeschaart halte. Biel dazu beigetragen hatte einerseits die Aussicht, durch die Eroberung des Schlosses den größten Theil der Beute den Räubern «vieder ab-zunehmen, welche diese hier in Sicherheit gebracht hatten, andererseits daS Gold. d^S Ali von dem Diamantenhändler zu seiner Unternehmung erhal-teu und sreigebig an die einflußreichsten Maroniten vertheilte. Der Scheich war so ganz von kriegerischen Zurüstungen in Anspruch genommen, daß er aUeS Andere darüber vergaß. Es war dies ein seltenes Glück für vie hervor. „Erst soll ein Bote meine Leute zurück-ibeiden jungen Mädchen, die er in seiner Gesan-rufen. erst will ich mit diesen Maroniten fertig! genschast hatte. Sie waren ganz abgesondert von den übrigen Bewohnerinnen des Schlosses auf diejenige Seite desselben gebracht worden, an welcher gar kein Zugang lvar. sondern wo, wie wir bereits erwähnt, ein tiefer Abgrund sich befand. Auf einem FelSvorsprung. welcher denselben überragte, halb in den Stein gehauen, war ein kleines Gemach, daß einem Z^äsig sür arme gefangene Bogel äußerst ähnlich sah. Hier sahen die Beiden und sahen dem wechselnden Zuge der Wolken nach uud brüteten über ihr entsetzliches Schicksal. Ein Sonnenstrahl war in dieses gefallen, durch ein unbegreifliches Zusammenivirken der Umstände hatten sie Hansen gesehen. Ein Freund war in ihrer Nähe, aber acht sollten sie sich darüber freuen? Sollten sie tra n-ern? Mit der Lebhaftigkeit der Zugend deuteten sie jene seltsame Begegnung sich als den Bor-boten des Glücks, der Rettung aus und hofften, wo sie sonst nur verzweifelt hatten. Auf der Seite, wo sie sich befanden, war das Gebirge so steil, daß die Schaaren der Maroniten. wenigstens die berittenen, daselbst keinen Zugang hatten und deshalb nicht sichtbar wurden. Fanny und Noemi ahnte», also nichts von der lSegenwart derselben, und der kriegerische Lärm, der au der anderen Seite tobte, drang nicht in die tiefe Stille ihreS Gemachs. Ein günstiges Geschick wollte es. daß auch sie jene stumme Dienerin zur Wärterin hatten, welcher wir im Kerker HansenS begegnet sind. Den beiden Mädchen gegenüber benahm sie sich ernst und ruhig, indem sie durch keine Miene ihres leidenden Gesichts den Wunsch einer An-Näherung verrieth; auch hatten Beide eine geheime Scheu vor diesem schweigenden Wesen. daS wie ein Geist sie umschwebte, unerwartet erschien und verschwand. Um so mehr waren sie überrascht, als sie nach einem langen, entsetzlich langen Tage, als die Ruhe der Mitternacht über ihren Wimpern lag. plösiltch die Stumme mit einer Lampe sich über ihr Lager beugeu sahen. Sie legte, als die Mädchen ekschreckt ausfuhren, den Finger auf ihre Lippen und mahnte durch ängltliche Gebärden zur äußersten Borsicht, dann deutete sie auf die Kleider neben dem Lager und machte ihnen begreiflich, daß sie sich so schnell wie möglich anziehen möchten. Als dies mit Sekundenschnelle geschehen war. löschte sie die Lampe auS und zog die beiden Mädchen nach sich. Fortsetzung solgt. 8packasse -Aundmachung. In derAuSschußsitzuiig am 5. Juni l. I. wurde beschlossen- Vom 1. Jänner 1872 an bei sämmtlichen Darleihen onf Häuser nnd Realitäten die Annuitäten von 8 auf 7 °/, zu erniäßigen, so daß slatt der bisherigen 2 nur l auf Kapitalsrate» nnd 6 "/„ auf Ziuseu zu entfallen haben. 4li Sptirkasse der Gemeinde Marburg an, i. Juli ts?!. s cz c? Ii! 'WD liivlii' Äs MV Allvit Kolönngv von i!. 3 bis ZV il. 8 v»« KI» A. rZlns IZ» a«z«Ksrts» KZi'ooIiviK, Ol^r'nknsS» d»tss LSU 180 n. V»' ^leius 8ro88artiK6 ia (»olä» Lilbervaarso, vis mau eine äklllietis uiekt Iviekt wo iiväet, ist vi^neliin rükwlictist kelcavlit, nur tlade iek bvi^uküZön, äass 5ür äiv tioedv. (^eistlivklceit auek silberne inveuäiK feiierverxoI6ktv Vorivkvdüokivu uvä tiir 6ie Herren öauunternetiiner auob LUtikdleitvr in jeäer Wlie unä 8tarlc seuervergoläet, v^Mr meine k'irma Sarautirt, in beäeutenäen Vorrätden dei mir sivb am I^ager beünäen. Lalltsn »iok vislleiodt medroro mir vo!ilvo!!onäv, xssodoiäto Ovsiolltsr sotlneitjenäs ?vr»öulivdtcsitsv Äie niekt >vsit tisr?.uko!sn6s ksmerkun^: „kim! es ist »Uss Lobviväel" er-Ikudon, nun so »tvdt os ^oävm trsi, siok in meinem (Fssokkktslolcals 2U üdsrssu^vn; mein <^o»ot»äft»kü^rsr, rssp. Üuokkslter virä ^sllermsou lisrsitvillixst svt^sxsnlcomwoo. Oio vortlisn?vrsövUoi»lcsitov soUttn 600!» wissen, äass si» lZosokätt, vis 6»s wsino, smvn jäkrix»'» Lokvilläv! niokt srlaul>t, äsni» iol» vsiss »us Lrsakruvz» äass 6»vv 6jv (ZiläudiASQ «odr sekvoll uvxläudix vorävn. ^ook eins» Lsvsis meiner rsäliedon t?ö«ok»Ltstudrunzx irann ivli aufükren. ^m 14. ^um t'anä oino Rsvislon meines xesammten >V»arvnvvrmüz^vn« unter persönliodsr I^ei-tun^ äes Herrn Direktor» Äes Ic. lc. Künssnttes su vr»2 ststt, vodei trots Äsr rivsixeu Vorrätlie kein ein-i^os Stüolc vorxesunäen vuräo, velcke» xexoa äie Ickiserliobe Vsrorä-nuußs vom 26. U»i Verstössen dätte. 412 ^uek kmeks^olö unä Lildvl' ned8b /^ntiqulMvN veräen bei mir xelcautt, Venn aueb niobt tür 6a8 I^anäe8mu8sum, äovb tür mieb 3ö1b8t. Vom xsueixten ^ot»!vollen miok bestens empfeblenä I'kiel, HßtzvUlüvßr ä«r Gr>t»d «ä grviit»» ^uUGl»v>, Solü-. Sildsr- uvä Sdlv»»Ud«rU»»r«v'L»»ä1uuss L»uxtv1«ä»r1»i» tv I^ar'vTUl'zr uvä vo» L. ä. U. »u. Heute Toimtag den IS. I«>i: OO^OM'r-soikLL In Ät r von »,sb dintll'jssen um 46W si. aus freier Hand verkauft. Nähere» bei den Eigenthümcrn Anton und Elisabeth Gchweinzer, ^larntnervorstadt Nr. 70 in Ml>rbur.,. 429 Bon der hohen k. k. Statthalterei tonzeffionirte Mvat-Agentie, Hentral-cheschästs-Kanzlei des Anton Kolnigg in Herrcngasse Nr. ll2. vis-a-vi» Caj6 PlchS. empfiehlt ttn Herren Industriellen, Vekonomie-, Handel- nnd Eewerbe-treibenden I. Eine große Auswahl von Dienstboten, als: Hausmeister, Hausknechte, Kutscher, Reit- und Pferde-Knechte, Bediente, Kellner, Gärtnergehilfen, Verzehrungssteuer-Bestellte Zt., dann Gast- und Privathausköchinnen, Gast- und Privathausstubenmädchen, Kellnerinnen, Laden-, Kinds- und Küchennlädcheil zc. Ferner II. SteUensnchende, als: Förster, Jäger, Oekonomie- und Privatbeamte, Gärtner und Wirthschaftsbeamte, Wirthschafter, Weingartenlohner, Winzer, Schaffer, Vteier zc dann Kalnlnerjungsern, Weißwäscherinnen, Kleidermacherinilen, Wirthschasterillnen, Kasiierinnen, Zahlkellnerinnen zc. mit sehr empsehlenden Zeugnisien. Itl, Die Bern'ittinng der Käufe und Verkäufe von Realitäten, besonders schöner zinserträglicher Stadt-und Landhäliser mit Oekonomie ?c., dann sehr gut gelegener Weillgärteil und Glltsbesitzllngen, welche wegen guter Arrondirung zu a»lgenehmen Familieil-sitzen geeignet sind, eildlich eiile viersitzige Kalesche und einen halbgedcckten leichten Wagen um sehr billigen Preis. IV. Pachtungen und Verpachtungen von Stadt- llnd Landrealitäten zc. unter welchen besonders ein in der belebtesten Straße Marburgs gelegenes, zu jedem Geschäftsbetriebe geeignetes Ha»lS nlit Gewölben, Garten zc. den Kauflustigen empfohlen wird. V. Berkaufsvermittlung von mehreren hllndert Eimern echter steirischer Weine vorzüglicher Qualität; endlich sonstigen Lmldesprodukte und Gewerbserzeugnisse. Mündliche Auskunft wird unentgeltlich, schriftliche nur gegen Einschluß von 50 kr. in Brief- oder Stempelmarken ertheilt. 3. 3279. Kundmachung. (371 Im Sinne des Allerhöchst genehmigten Sc-skh^s vom Jahr, 1863. nach welchem für den Brsiß tjlus Hundes in der Stadtgkm?inde Marburg eine Atifl.ige von jährlich zwei Gulden zu rntrichtkn ist und in Folge drr diesbezüglichen Vollziehungsvoischrist werden die BesiKer von Hundtn anf^l'forüert. drn Besitz derselben vom l. bis 25. Iljl« 1871 in der hiesigen Gtmeinde-tanzlci anmelden zu lassen und die Auflage gegen Empfangnahme der Quittung und Marke um so gewisser zu berichttN. widrigcns jeder Hund. Ivel-chcr vom 26. Juli 187l an mit keiner sür dt,S nächste vom l. Zull 1871 bis Ende Juni 1872 laufende Steuerjahr gültigen Marke neuer Form veisehen ist. vom Abdecker abgefangen und nach Umsländcn soglnch v riilgt werden wird. Für Hunde fremder oder durchreisender Per-sonen können Fremdenmarken in der Gemeinde-kanzlei erhoben werden. Jede Umgehung der Steucrenlrichtung, ii'Sbesondere die Verheimlichung cints steuerbaren Hundes oder die Benützung einer f.^lfchen oder eilofchenen Marke lvird, infoferne dadurch nicht eine ohnehin durch die Strafgesetze verpönte Handlung eintritt, außer der zu rntrich-tenden Jahrestaxe pr. 2 fl. mit drm doppelten Erl 'ae ders'lbcn pr vier Gulden bestrast, wovon die Hälfte dem Anzeiger zufällt. Stadtamt Marburg am 18. Juni 1871. Der Bürgermtister: Dr. M. Reiser. Mtel »»dr« 415 i» Mardorg, Ztadt, Herrtltßßjst, ist zu verpacb« ten. Der Pächter erhält zur Verfügung: Au ebener Erde 3 Gastzimmer. 3 Passagierszimmer. eine Küche, Speise, Kammer, 2 geräumige Krller und einen Stall mit Raum für mrhr als 30 Pferde. Im ersten Stocke 5 PassagierSzimmer, Antheil am Boden, einen separaten Heu- und Strohboden. Pachtanträge wollen an den lKigen-tliümer It. Aabinstl!^ gerichtet werden. kertixvr Herrenkteider u»«T Stotr« LU 6