s 81. Yahrgong Erscheint wöchentlich sechsiu.' (mit Ausnahme der FcicrtuKC^ Schriftlcitung, Verwaltung und Buchdruckerci Tel. 25-67, 25-68. 25-69, Moribor. KopaiiSka ul. 6 Nr. «0 Mfttwech, don 1?. März 1941 iistTuicn- und Abonnements-Annahme In der VeruaitunK. tJezuBspieis: \Lholcn oder durch die Post mouutlich Din 26.—, bei Zustriluns Din 27.—. lür das Ausland monatlich Din 40.—. Einzelnummer Din 1.50 und Din 2.—. Manuskripte werden nicht retournicrt. Bei AnfraRcn Rückporto bellc«cn. Po^tnhia plaCana t cotovini. Preis Dfn 1'50 Deulscbe Vorschläge an Grietbenland ^euerficd' folgenfcfHncre QSorftöge &er Deutftfien £ufitDaffe in 5en 6riiff(t)en £uflraum — S>er ^aupiangriff toar auf 33ir-mfnglHiin onlt^t — Sriltf^ £uftongriffe auf eine nor{)&eutfcf)e eiaCt unö Xripoite - ilnberänOertc £age in 3Ilt)anien unt> cufrifa Athen, 12. März. (Avala—Reuter) Wie aus einer amtlichen Mitteilung hervorgeht, hat der deutsche Gesandte dein MMsterpräsIdenten Korizis bestimmte Vof^hläge überreicht. Berlin, 12. März. (Avala—DNB) In der vergangenen Nacht unternahmen deutsche Kampfflugzeuge Angriffe auf Birmingham und auf einen Hafen an der Stidkfiste Englands. Wie das Deutsche Nachrichtentriiro erfährt, war der Angriff der deutschen Kampfflugzeuge sehr erfolgreich und wurden militärisch wichtige Objekte getroffen. Zahlreiche Brände und starke Explostonen waren das Ergebnis der Angriffe. Berlin, 12. März. (Avala—DNB) Heute morgens unternahmen Einheiten der britischen Luftwaffe einen Angriff auf eine norddeutsche Stadt. Die Angreifer wurden durch das heftige Feuer der deutschen Flakbatterien verhindert, ihre Bomben auf die tiestimimten Ziele abzuwerfen. Die planlos aus den britischen Flugzeugen abgeworfenen Bom\)cn fielen auf das Wohnviertel ,wo mehrere Häuser teils zerstört, teils beschädigt wurden. Es wurde kein einziges militärisches Objekt getroffen. Mehrere Personen fanden den Tod, während eine größere Anzahl von Bewohnern verwundet wurde. Amsterdam, 12. März. (Avala — DNB) Der Angriff der deutschen Kampfflugzeuge auf England begann nach einer Durchgabe des Londoner Rundfunks bei Beginn der Dämmerung. Der Angriff umfaßte ehien großen Teil Englands und wurde hiebet eine ungeheure Anzahl von Brandbomben abgeworfen. Der Hauptan-griff galt den westlichen Gebieten, ebenso abe? auch den Städten in Südwest- und in Südostengland. Der angerichtete Schaden ist ungeheuer. London, 12. März. (Avala—Rciitcr) Das Luftfahrtministerium teilt mit: In der Nacht zum Mittwoch überflog eine größere Anzahl feindlicher Flugzeuge die britische Insel, insbesondere die Midlands und die nordwestlich liegenden Grafschaften. Es wurde eine gröl^re Menge BrandtK)mben abgeworfen, dreh ist der angerichtete Schaden trotzdem nicht groß. In einem Teil Nordwestenglands wurden Brände ausgelöst, die noch im Laufe der Nacht gelöscht werden konnten. Die feindlichen Flugzeuge t>esuchten Wales und den westlichen Teil der Midlands, wo die Angriffe jedoch nicht so heftig waren. CMe Angriffe wurden gegen Mitternacht ^endfgt. Die Zahl der Todesopfer ist nicht groß. Malta, 12. März. (Avala—Reuter) In der Nacht zum 12. d. wurde Malta von feindlichen Flugzeugen mit Bomt>en belegt. Eine Person kam hiebei ums Leben. Eines der feindlichen Flugzeuge wurde getroffen. Kairo,, 12. März. (Avala — Reuter) Britische Luftstreitkräfte tx>mbardierten Tripolis. , Auf dem feindlichen Flugplatz konnten zahlreiche Brände beobachtet werden. Zwei Maschinen wurden zerstört, mehrere andere beschädigt. Die britischen Flugzeuge kehrten unt>eschädigt zu ihren Basen zurück. Athen, 12. März. (.Avala — .Agence d'Athencs.) Der Bericht Nr. 136 des griechischen Armeestabes vom 11. d. lautet: Der Feind s^tzt seine Offensivbemühungen weiterhin fort. Alle feindlichen Angriffsversuche wurden mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen. Im Laufe der Operationen wurden 400 Italiener und mehrere Offiziere gefangen genommen. Die griechische Luftwaffe bombardierte erfolgreich die feindlichen Stellungen. Die feindliche Luftwaffe bombardierte Likuri und eine kleinere Stadt im westlichen Pel loponnes, wobei Materialschaden angerich tet wurde. Menschenopfer sind nicht zu beklagen. Die Solidarität der Dreierpaht-Mäciite Berlin, 12. März. (Avala — DNB.) Die Reise des japanischen Außenministers Matsuoka wird in Berliner politischen Kreisen als Beweis des konstruktiven Gei stes des Dreimächtevertrages ausgelegt, von dem gesagt werden könne, daß er nicht etwa eine zufallsmäßige Folge des Krieges darstellt. Die Solidarität zwischen Italien, Deutschland und Japan kommt aus der Revolte gegen die englische Despotie und den englischen Plutokratismus Rom, 12. März. (Avala — Stefaiii.) In römischen politischen Kreisen wird erklärt, der Dreimächtepakt sei schon in Abessinien, im Sudetengau und in Man-dschukuo gegen die Ungerechtigkeit, vor allem aber gegen die englische PUitokra tie erstanden. Dieser Pakt habe eine stäh lerne Brücke zwischen Germanentum und Romanentum geschaffen, und zwar mit dem gegenseitigen Willen des Verstehens und des Programms der nationalen Gerechtigkeit. I")ic Annäherung des Romanen tums und des Germanentums an die asiatische Zivilisation sei ein großes Ereignis von historischer Tragweite. Matsuokas Europa-Reie werde diese Ereignisse noch vergrößern. Die moderne Revolution — so heißt es in den genannten Kreisen — hat die Barrieren niedergerissen, die Europa ungerecht von .Asien gelrennt hatten Der Dreimächlepakt ist die Bestätigung für die bewußte Reife der Zivilisation Japans und seiner Mission in Asien. Japan besorgt den täiuligen Gedankenaustausch zwischen Europa und Asien. Es ist demnach klar, daß zwischen zwei universalen Mentalitäten Meinungsverschiedenheiten ausgeschlossen sind. Rom, 12. März. (Avala—Stefani) Die italienische Presse beschäftigt sich mit der Deutschland-Reise des jaipanischen Außenministers Matsuoka und weist darauf hin, daß dieser Reise zwei Gescheh nisse vorausgegangen s'eicn: der Beitritt Bulgariens zum Dreimächtepakt und Japans Erfolg in der Befriedung Siams und liidochinas. Italien, Deutschland und Ja-pa'n repräsentieren heute eine Macht von historischer Tragweite. Tokio, 12. März. (Avala — Reuter) Ministerpräsident Fürst Konoyc i^st für die Zeit der Abwesenheit des Außennn'ni-sters Matsuoika mit der interimistischen Leitung des Außenministeriunis betraut worden. ]$räfi6ent Tloofebelt Qt>er öao ^udmaS 6fr (Snalanöhilfr »DIE MATERIALMENGE DERZEIT NICHT GROSS« — »DEN GRÖSSTEN TEIL DAVON ERHÄLT ENGLAND, DEN KLEINEREN GRIECHENLAND« — ERKLÄRT ROOSEVELT Washington, 12. März. (Avala— Rt:uter) Präsident Roosevelt wollte in der gestrigen Pressekonferenz keine Angaben darüber machen, welchen Typs das Kriegsmaterial sein wird, das den Engländern zugute kommen soll. Roosevelt er- klärte lediglich, daß die Menge des Kriegs materials vorderhand nicht groß sei. Der größere Teil hievon werde nach England, der kleinere hingegen nach Griechenland abgehen. erploflon finer j!>önenmafd)lnr in 3ftant)ui DAS HOTEL PERA PALACE SCHWER BESCHÄDIGT — EIN HOTEL DAS VON ENGLANDERN FREQUENTIERT WURDE — MEHRERE TOTE UND VERWUNDETE Istanbul, 12. März. (Avala - DNB.) Gestern nach 10 Uhr abends explodierte im Erdgeschoß des Istanbuler Hotels ra Palace« eine Höllenmaschine, die da«? wurde ein Brand ausgelöst, der aber von der Feuerwehr unterdessen gelöscht werden konnte. Nach den bisherigen Ermittinngen forderte der Sprengstoff,-insrhlac: Gebäude schwer beschädigte. Aulierdi in 1 mehrere Tote und Verwundete. Ein im Moment der Explosion vor dem Hotel angelangter Tramwaywagen wurde ebenfalls schwer beschädigt. |n der letzten Zeit wurde das genannte Hotel insbesondere von Engländern bewohnt. Im Pera Palace Hotel wohnten auch mehrere englische diplomatische Beamten, darunter der Sofioter englische Gesandte George Rendell, der unversehrt blieb. Der chilenische Botschafter in London gestorben Lissabon, 12. März. (Avala-Reu-ter). Der chilenische Botschafter in London Octavio Senoret ist gestern abends gestorben. Freitag kein Empfang im Ministerpräsidium Beograd, 12. März. (Avala). Ministerpräsident DragiSa Cvetkoviö wird am Freitag, den 14. d. M. die üblichen Besuche der Senatoren und ehemaligen Abgeordneten nicht empfangen. Eine französische Kriegsgefangenen-Zei-tung Paris. 12. M.'ir/ ;Avala-DNB). Nach einer A^itteilung der Zentrale für die Sammlung französischer Kriegsgefangener wird jetzt dank dem Entgegenkommen der deutschen Behörden für die im Reiche lebenden französischen Kriegsgefangenen eine französische Zeitung gedruckt werden, Oeffentliche Gebete in Kanada Ottawa, 12. März. (.Avala — Reuter.) Nach einer vom Ministerpräsidenten Mackenzie King herausgegebenen amtlichen Mitteilung wird am 22. März in ganz Kanada der Tag des öffentlichen Gebetes abgehalten werden. Oberster Sowjetrat am 1. April Moskau, 12. Mär/. (Avala Tass.) Die vierte Session des Obersten Sowjetrates ist für den 1. .April anberaumt worden. Mehr Geburten und Elleschließungen im Protektorat Prag, 12. März. (Avala ~ DNB.) Wie aus einer hezüjjlichen Statistik hervorgeht, ist die Geburtenziffer in den ersten neun Monaten des Jahres 1940 um 15?,> gegenüber dem gleichen Zeitmaß des Jah res 193n gestiegen. Auch die Zahl der Ehe Schließungen hat im Protektorat zugenom rnen. Ein britisches Geschwader aus Gibraltar ausgelaufen Algeciras, 12. März. i^Havas.) Gestern verließ ein aus einem Flugzeugträger, mehreren Schiachschiffen, Kreuzern, und Zerstörern zusammengesetztes Geschwader den Hafen von Gibraltar. Bald darauf verließen zwei große Transportschiffe und 19 Handelsdampfer, begleitet von zahlreichen Patrouillenschiffen, die Hafenzone. Die auslaufenden Schiffe wurden von zahlreichen Flugzeugen begle'i-tet, die das Geschwader in künstlichen Nebel tauchten Unterstützet die iflntituherkijinsenliqal Matsuokss Europp-Reise ais Dolitisches Ertlgr^ s ersteig Ranges 3)ie i}ip!omaUf(Oe Offenffbe 6tr OD;ä(f)te dtii lOreierpalted gedt unaufgaltfam loeUer ' Oflom: (Sine :Z&arnunu an (ie ^&rrffr Der QBerelnigien 0taaien / S)ie erfien i^ommentare su tter beDeutlamen (Snt1(f)fiOung 5er Japanitc^tn Tteaierung Tokio, 12. März. Wie bereits bcrich-tct, bcfg-ibt eich der japanische Außenrnf-nister aus Tokio zu einem Besuch der be-freund«iten Mächte nach Deutschfand und nach Italien. Die amtliche japanische Xachrichtenagentur Doniei führt als Zweck dieses Besuches den Gedankenaustausch mit den Führern Deutschlands und Italiens sowie die gegenseitige per-•>önliche Begluekwünschung zum Abschluß des Dreimächtepaktes an. Außenminister Matsuoka wird sich mit seiner Begleitung bis zum 17. d. in Hsin-king aufhalten. Von der mandschurischen Grenzstation Mandschuli aius wird sich Matsuoka mit dem Si'birien-Expreß über Moskau nach Berlin begeben. Der Reise Matsuokas wird iju Fernen Osten, aber auch in den Vereinigten Staaten, größte Bedeutung beigemessen. Sein lüntschluß, persönliche Fühlungnahme mit den Führern Deutschlands und Italiens aufzunehmen, wird als ein Fireignis ersten Ranges dargestellt. Seit 1905 geschieht es zum ersten Male, daß der kai-scrlich-japanische Außenminister 'lilne so 'lange Ausland reise unternimmt. Damals war es Außenminis-ter Kuniura, der sich nach den Vereinigten Staaten begab, um den russisch-japanischen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Außenminister Josuko Matsuoka steht im 61. Lebensjahre. Er ist einer von den Hauptverfechtern der Neuordnung in Japan. Matsuoka ist vor allem einer der Führer der totalitären politischen Bewegung in Japan und gilt als größter Verteidiger des 'ongsten Zusammenwirkens mit Deutschland und Italien. Matsuo-ka war im seiner Eigenschaft als Leiter der japanischen Völkerbunddelegation im Jahre 1923 das lelzle Mal in Europa. Das Ressort des Aeußeren übernahm er 1940 gelegentlich der Neubildung des Kabinetts Konoye. Berlin, 12. März. Das Deutsche Nacli-richtcnbüro macht im Zusam-menhange mit dem bevorstehenden Besiuch des japanischen Außenministers Matsuoka die nachstehende Mitteilung: Ganz Deutschland b'ogrüßt herzlichst den Vertreter der verbündeten Macht. Dieser Besuch wird der ganzen Welt den Beweis für die Leb-haftig^keit der diplomatischen Verbindungen der tlrei Mächte Ivefern. Der Drcier-paikt hat S'ich als Mittel für die Durchführung eines grandiosen ditplomatischcn Gern cwschaftswerkcs Deutschlands, Japans und Italiens erwiesen. Matsuokas Besuch beweist ferner, daß die diplomatische Offensive der Mächte des Drei'jrpaktes pausenlos weitergeht. Es kann keinen Zweifel darüber geben, daß die bevorstehenden Beratungen -zwischen den Vertretern der drei Mächte vortreffliche Resultate zeitigen «werden. Tokio, 12. März. (Tass.) Vor seiner Abreise empfing der japanische Außenminister die Vertreter der Presse und erklärte ihnen, er wolle den deutschen und den italienischen Staatsmännern persönlich dafür danken, daß sie den Dreibund mit Japan geschlossen und noch andere Staaten zum Beitritt gewonnen haben. dem Sesiich bei Hitler hofft Matsuo ka Ende März bzw. Anfang April in Italien einzutreffen. Die Staatsmänner des Dreierpaktes werden bei dieser Gelegenheit Beratungen übei alle Fragen pflegen, die ihren europäischen und asiatischen l'c bensraum tangieren. Dies gilt auch hinsichtlich der gemeinsamen Position gegen über den Vereinigten Staaten, die offen ins englische Lager übergegangen sind. Die Neutralität des Stillen Ozeans ist dadurch wesenxlich bedroht worden. Rom, 12. März. Die italienischen BIät ter bezeichnen die Tüiropa-Reisc M a t -s u o k a s als eine Warnung an die Adres se der USA. Der Besuch Mastuokas komme in einem entscheidenden Augenblick europäischer Gcschichte. nGiornale d'Ita-lia« schreibt, der Dreierpakt, zu dem noi h andere Staaten beitreten würden, werde die Entfernung zwischen beiden Kontincn ten beseitigen, da sowohl die Achsenmächte als auch Japan vom gleichen Ziel beseelt sind: von dem Kampf gegen den angelsächsichen Imperialismus. Die »Tri-buna« meint, Matsuoka komme nach der Verabschiedung der Roosevelt-Bill nach Europa. Die bevorstehenden Besprechungen der Führer der .Achsenmächte mögen die Vereinigten Staaten daran erinnern, daß man keinen Eingriff im Westen wagen kann, ohne auch im Osten eingreifen zu müssen. Der Imperialismus Roosevelts hat den Dreimächtepakt bestätigt, mit dem die Pläne der angelsächsichen Staaten sowohl im Westen als auch im Osten zunichte gemacht wurden. Gestern hat Amerika gesprochen, in Bälde wird jc-doch Japan sprcchcn. Berlin, 12. März. (Avala.) Das DNB meldet, dem bevorstehenden Besuch Matsuokas widmeten deutsche Blätter sehr herzliche Artikel, in denen sie das gemeinsa'mc Ziel der Mächte des Drei erpaktes betonten. Keine politische Konjunktur, sondern gemeinsame Interessen, dieselben Feinde in der Gegenwart, die- selben Aufgaben in der Zukunft hätten die drei Mächte vereinig't. Der »A n g r i f f« schreibt, Japan habe sich entschlossen, sich auf Seite Deutsch lands und Italiens zu teilen, so daß der Pakt dieser drei Mächte eine gemeinsame Front der lebenskräftigen Völker Europas und des Fernen Ostens gegen die britische Vorherrschaft darstelle. In Japan ge höre Matsuoka zu den Bürgen dieser Politik. Der Besuch Masuokas sei weit mehr als eine Demonstration der 'bewaffneten Solidarität der drei Mächte. Zweifellos werde es zu gemeinsamen Beschlüssen u. Entschlüssen kommen, die der deutschen Gewohnheit entsprächen, niemals zu war-'ten, bis die anderen vollendete Tatsachen schüfen oder das Gesetz des Handelns bestimmten. Die »Berliner Börsenzeitung« schreibt, die Reise des japanischen Außenministers nach Berlin und Rom werde die größte Beachtung außerhalb der Grenzen der .Achsenmächte finden. Sic erfolge zu einem Zeitpunkt, da der Kampf zwischen den satten und den jungen Völkern nicht mehr nur auf dem militärischen Gebiete dieses Krieges geführt werde, sondern auch auf geistigem und politischem Gebiete, wo er auch die entferntesten Länder umfasse. Das sei eine Kundgebung der unantastbaren Festigkeit des Dreierpaktes zu einer Zeit, da die neue Ordnung in der Welt rasch heranreife. Das »Hamburger Fremdenblatt «schreibt Matsuoka ist für das deutsche Volk längst ein Begriff geworden, nicht nur als Staatsmann, der die diplomatischen Waffen Japans im Kampf um die neue Ordnung im Fernen Osten mit Leidenschaft und Weisheit gebraucht, sondern ebenso als einer der geistigen Väter des Dreierpaktes, den er wiederholt offen und ohne Einschränkung mit allen weittragen den Bedingungen dieses Schutz'bündnis-scs, das die Welt umfaßt, anerkannt hat. Der Besuch Masuokas in der Rejchshaupt Stadt ist eine sehr starke Taitsache, die geradezu zu einem Vergleich mtt den goldenen Zeiten der angelsächsichen \\^lt-herrschaft herausfordett, ;S)er t)erf(Därfte £uftfrieg 3)le öeutf(t>c «ufttooffe feftt iöre (öropaftionen gegen englanß fort / SritHAe^Suftoiigrfff^ auf öeuifcfied ?lei(t$(ige()iet uno ^anal^äfen / 0>leuter mel&et grietOM^^ Offenfnie Berlin, 12. März (Avala-DNB). Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht gab gestern bekannt; »Die deutsche Luftwaffe setzt die er-folgreiehen Flüge gegen Großbritannien fort. Starke Kampfflugzeuggeschwader griffen im Lauf der vergangenen Nacht den Hafen und tlie Docks von Ports-m 0 u t h an. Der Angriff ilauerte einige Stunden. Heftige Explosionen und große Feuersbrünste verursachten schwere Verwüstungen. Vor der Südostküste Englands und vor dem Kanal von Bristol bombardierten deutsche Flugzeuge feindliche Schiffe. Zwei Frachter wurden schwer beschädigt. Bei einem Angriff auf den Flughafen Hawkins wurden Hangarc und andere Gebäude zerstört. Dabei wurden einige feindliche Flugzeuge auf dem Boden vernichtet. Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff den Hafen La Valetta und den Flughafen Lucca auf der Insel Malta an. Abgeworfen wurden Bomben mittleren und schweren Kalibers. In Nordafrika griffen deutsche Flugzeu ge britische Truppenansammlungen in der Nähe von Agedabi an. Zahlreiche Pan zer und andere Wagen wurden zerstört. Im Lauf der vergangenen Nacht warf der Feind auf" eine Stadt in Westdeutschland Bomben ab. Militärische Ziele wurden nicht getroffen. Dagegen wurden Wohnhäuser und ein Krankenhaus schwer beschädigt. Mehrere Zivilisten fanden den Tod, andere wurden verletzt. London, 12. März. (Avala). Reuter berichtet; Amtlich wird mitgeteilt, daß kleine Geschwader britischer Bomber in der Nacht auf Dienstag Ziele in Westdeutschland angegriffen hätten. Ein weiteres britisches Geschwader habe einen Angriff auf die vom Feinde besetzten Invasionshäfen unternommen. Rom, 12. März. (Avala—Stefani) Der 277. Bericht des Oberkommandos der italienischen Wehrniacht lautet: »G r i e c h i 'S c'h c Front; Im .Abschnitt der 9. Armee Patrouillentätigkeit. Im Abschnitt der 11, Armee Gescliütztä-tigkeit und lokale Infanterietätigkeit. Italienische Flugzeuge bombardierten den Seestützpunkt La Valetta auf Malta. Deutsche Flugzeuge, die im Sturzflug den Wasserstützpunkt auf Malta angrif- in Sapan Konoo fen, Ibeschäidigten zwei Was*ser£lugzeogt: schwer. In Nordafrika uad ian Oebiet vw Giariibub wietsen wir neuerlich einen ffthrd-lichen Angriff ab. Deutsche Fliugzeugc griffen in der Cyrenaiika feindüche Panzerwagen und Lastau tomoibiic an um! riefen durch Bounibenabwiirf Brände hervor. Italienische Jäger schoßswi eisen fcindlLchc. Die griechischen Trupipen s^i-en zur Offensiiive ütbei^pegangen und rückten stäBid^ vor. Der Peiod hatte große Verluste. Die Gricohen Iiötteai große Mengen von Krfegsgut, IjeibcnsniHtdl und Sa-nitätsmarlerial eltbeutet. Unter den Gefangengen, die gemacht worden seien, befände sich ein Major. Die Griecben hätten wicht'nge feindiliche SteKumgfin genommen. Alle feindlichen Gegenangriffe seien abgewiesen worden. Die Griechen befestigen nun die eroberten Stellmngen. Großer Prozeß In Paris. Paris, 11. März. (DNB) Nach einer fast vier Jahre währenden Untersuchung v/ird demnächst in Paris ein großer Prozeß in Szene gehen, dessen Hintergrund der Zusammenbruch der französischen Film-Produktionsfimia »Pathe Freres« bildet. Direktor dieser Gesellschaft war der Jude Bernhard Nathan, recte Na-thaniel Tannenzapf Die Untersuchung hat eine Reihe von Unterschlagungsdelikten ans Tageslicht gebracht. Mitangeklagte sind mehrere jüdische Filmleute, Direktoren und Bankiere. In ganz Japan wirt.^ eifrig darauf geachtet, daß die Gesundheit der Rasse in jeder Weise erhalten bleibt. Vor allen Dingen versucht man durch den Sport, diesen Zweck zu erreichen, japanische Mädchen bei »Kondo«-Uebungen. »K.O.« »Wae, Herr Kümmel, nicht einmal Bi'ir-appetit haben Sie mehr?« »Ja, es ist ganz aus. Ich trinke jetet nur iwch Bier, \v^nn»'s mich dürstet«. i (Eigene 3ntereffen Doran! 2>a0 j^auDlorsdii (er jugotlolDifcbtn ?t(gt(runfl0f>artri ma^nt jur 3urfl(f&altung in &er 3rurteilung Der fnternalionaltn £age Öcograd, 12, März. Das Hauptor-gan der Jugoslawischen Radikalen Gemeinschaft »Samouprava« bringt unter obigem Titel eine Aufsatz, der um so mehr Beachtung fand, als »Sanioupra-va0TnTnen. Gegen Abend wurde die Eng- landhil'fcbill dem Präsidenten Roosevell zur Unterzeichnung vorbereitet. Die Eng-landhilfebill, die al'S Gesetz die Zahl 1776 trägt, ist demnach definitiv in Kraft gi.'-treten. 3)ir QßilArimftraB« fi&er Die deutfcf) fugoflolDifchrn 33t}ieiiunaen »DIE AUFSTELLUNG VON PROGNOSEN INOPPORTUN« ~ »ES IST BESSER, DIE EREIGNISSE SELBST ABZUWARTEN« — EIN TELEPHONBERICHT DER BEO- GRADER »POLITIKA« Beograd, 12. März. Die gestrige »P 0 I i 11 k a« bringt an erster Stelle einen telephonischen Bericht ihres Berliner Korrespondenten Radulovic. Der Bericht lautet: »Anläßlich der Zirkulation der niannig-faltiigston Versionen über die Beziehungen zwischen Jugoslawien und dem Deutschen Reiche erklärte der Vertreter der Wiliii-helmstraße in der gestrigen Pressekonle-renz, es sei noch nicht opportun, über die deutsch-jugoslawischien Beziehungen irgendwelche Prognosen aufzustellen. Viel bcFser sei es, abzuwarten, bi'S die Ereignisse selbst in Erscheinung treten.« XDilfon unb Jloo|epßlt DIE EINMENGUNG AMERIKAS IN EUROPÄISCHE ANGELEGENHEITEN IM LICH TE DER DEUTSCHN PRESSEKRITIK 0perrr aller europäifcften ($)ut-Aabrn in i^n 'bereinigten 0laaten AUCH DIE AKTIEN AMERIKANISCHER UNTERNEHMEN INBEGRIFFEN ~ DIE AMERIKANISCHE GESCHÄFTEMACHEREI MIT POLITISCHEM DRUCK GETARNT Washington, 12. März. In amerikanischen Finanz- und Wirtschaftskrei-sen wird erklärt, daß die Regierung der US.A dieser Tage eine allgemeine Sperre aller europäischen Guthaben in den Vereinigten Staaten proklamieren werde. Die se Mitteilung hat in europäischen Finanzkreisen nicht geringe Ueberraschung ausgelöst. Der Zugriff der amerikanischen Regierung bezieht sich nämlich nicht nur auf jenes europäisphe Vermögen, das sich in den USA befindet, sondern auch auf die in neutralen europäischen Staaten be findlichen Aktien lukrativer amerikanischer Unternehmungen. Diese Aktien sind bereits unter Sperre gestellt worden. Nach dem Kriege soll das Vermügen der Staats angehörigen der »feindlichen« Länder be-schlagnalimt werden, während die übrigen wieder das Vcrfügungsrecht über ihr Vermögen rückerstattet erhalten sollen. In europäischen Finanzkreisen wird darauf hingewiesen, daß die mit dem europäischen Kriege zusammenhängende nme rikanisclie Geschäftemacherei durch politischen Druck getarnt werde. Berlin, 12. Mär/. (Avala.) Das DNB meldet: Im Leitartikel der »Deutschen All gemeinen Zeitung« unter dem Titel »Die Einmengung Amerikas« heißt es, im Welt kriege sei das Losungsport der Gegner Deutschlands »Offene Diplomatie« gewesen. Man habe besonders der amerikanischen Oeffentlichkeit erzählt, zwischen der Welt und dem ewigen Frieden stehe der deutsche Absolutismus, Während Prä sident R o o s e v e 11 sich das Ziel gesetzt habe, die neue Ordnung in Europa zu ver hindern, hätte Präsident Wilson für eine neue Ordnung in Europa gekämpft. .\us Wilsons 14 Punkten sei nicht der wahre, sondern der Vcrsailler Völkerbund entstanden. Die Amerikaner aber, die durcii ihre Mitwirkung am Kriege ein Versailles-Europa ermöglicht hätten, hätten sich der Verantwortung entzogen. Das Blatt erinnert an den 28. Juni 1019, an dem das Diktat unterzeichnet worden sei, da Wilson und Lansing den Bündnisvertrag mit Frankreich unterschrieben hat ■ten, demzufolge Frankreich gegen jeden Angriff sofort Hilfe erhalten sollte. Als der Kongreß den Vcrsailler Vertrag abgelehnt habe, sei auch die Unterschrift Wilsons auf dem Bündnisvertrag mit Frankreich zurückgezogen worden. Die Englän der seien gefolgt und die Franzosen hätten'über Verrat geklagt, wobei sie auf die Suche nach Sicherheit ausgegangen seien. Auf diesem Wege hätten sie das Ruhrgebiet besetzt. Das also hätten die Amerikaner mit ihrer Einmengung in Europa und mit ihrer Ankündigung einer neuen Ordnung erreicht. Das Blatt legt dann noch einmal dar, wie die allgemeine Lage Europas immer drückender werde. Wegen der Nöte der Zeit hätten die europäischen Völker noch einmal versucht, sich eine neue Ordnung zu geben, aber wie man aus der Metztätigkeit der amerikanischen Botschafter ersehe, betrachten viele Amerikaner den europäischen Krieg als ihren Krieg. Sic hätten ihn als ihren Krieg betrachtet, noch bevor er begonnen habe. Wähend man im Weltkriege noch habe sagen können, daß die Amerikaner für seine Verlängerung verantwortlich geworden seien, könne man heute sagen, daß sie für seinen Beginn vcranlwortlicii seien. Die bekannte Erklärung Roosevcits in dem Telegramm an den Sütlen, »daß er mit allen Kräften die neue Ordnung in Europa aufhalten werde-*-:, könne von dem Beginn dieses Krieges nicht getrennt werden. Das Blatt fährt fort, wieder einmal könne sich Amerika von der Verantwortung nicht trennen, das Schicksal Europas zu bestini men, und nach der Erfahrung mit dieser amerikanischen Verantwortlichkeit von Versailles angefangen über den Dawcs-Plan und den Voung-Plan, von München und weiterhin, wisse die Welt, was von einer solchen amerikanischen Verantwortung zu halten sei. Deutschland erwarte nicht, daß derartige Betrachtungen die amerikanische Regierung veranlassen könnten,'auf den Weg zu verzichten, den sie mit dem Gesetz über die Hilfe an Eng land eingeschlagen habe. Es könne keinen Nutzen bringen, den denkenden Amerikanern Anregungen aus der Geschichte der amerikanischen Verantwortlichkeit zu geben. >RouseveIt am Balkan« sei ein Thema für die Verteidiger der Monroe-Doktrin, für den Balkan sei d;»« ' " Thema. // 7niiitärif(De Erfolge oDne QSluibfrgir^n" •WIE GENERAI DR. GLAISE-HORSTENAU ANKÜNDIGT, WERDEN DIE DEUTSCHEN U-BOOTE DIE VERSTÄRKTEN ZUFUHREN AUS AMERIKA NACH ENG LAND ZU VERHINDERN WISSEN Berlin, 12, März. Der militärische Mitarbeiter des Deutschen Nachrichtenbüros General Dr. h. c. G l a i s e - H o r-s : e n a u befaßt sich in seiner Wochenschau mit den Vorgängen in Bulgarien und menit, diese Ereignisse bedeuten für England eine verlorene Schlacht und eine neue Etappc auf dem militärischen Marüch, den die ''eutsche Diplomatie ohne Blutstropfen durchgeführt hat Da in .Anierika die Englandh'lfe-Bill angenommen worden Ist, wird England Gelegen- heit bekommen, von der Hilfe zu sprechen, die es erhalten soll. Die deutschen U-Boote werden indessen jede verstärkte Zufuhr aus den Vereinigten Staaten zu verhindern wissen. Die kürzliehen Erfolge der deutechen Seestreitkräfte sind ein Be weis für difjse Behauptung. Deutschen U-Booten ist es in der vorigen Woche gelun gen, 90.0()ü Tonnen SchiÜfrauni zu versenken. Für die baldige große Schlacht im Atlantik werden den deutschen Tauchbooten die Schnellboote zur Seite stehen. Ttom: „3)00 amerifanif(t)e 'Boit ifi toerfU&ri toor^en" Rom, 12. AAärz. »II Popolo di Roma« betont in einem bezüglichen Aufsatz, daß das amerikanische Volk durch die falschj und allgemeine Solidarität der Demokraten verführt worden sei. Man werde zunächst einmal sehen, ob die Englandhilfe aus Amerika überhaupt kommen wird, und wenn dies geschehen sollte, ob es auch rechtzeitig sein werde. Sollten die Vereinigten Staaten die Ambition besitzen, die Achsenmächte anzugreifen, dann möge man jenseits des Atlantik eines wissen: Wir warten diesen Angriff in Ruhe ab! »Corriere deila Sera« schreibt, die jüng-steji Vorgänge in den Vereinigten Staaten hätten gezeigt, daß das ameriikanische Volk in der Frage der Englandhilfe überhaupt nicht befragt worden sei. In US.A liege die Entscheidung lediglich bei einigen ambitionierien Politikern. Das Blatt erklärt an» Schlüsse, es sei nicht wahrscheinlich, daß die amerikanische Hilfe für England angesichts der kräftigen Konzentration der Aclisenniächte rechtzeitig kommen würde. 3agret>er Qafuröeure In einem Zagreber Spielklub verlor ein Teilnehmer beim »Sprengen der Bank« 300.000 Dinar, ohne mit einer Wimper zu zucken 'Zagreb, 12. März. Der Redakteur des »Hrvatski Dnevnik«, Miiko G!^Bankv< auf dem Spieltisch. Ein bekammter »Herr der Gesellschaft« trat in diesem Augenblick in da'S Zimmer und schrie, als er des Geldes gewärtig worden war, »...für die ganze Bank!v; Die Spieler nahmen das Angebot an und verteilten die Karten. Der Mann verlor den Betrag von aOO.flOO Dinar, ohne mit dem Wimper zucken, l-.r war so ruhig, als ob nichts geschehen wäre. x-Gut,« sagte er, >>ich habe verloren, aber ich komme in fünf AVmuten zurück.« Der Mann brach-k' wirklich fünf Nolrnpakcte /u ic cin-hundirt tau:ind Dinar und bezahlte die erwähnten 3ÜÜ.Ü00 Dinar, um sodann das Spiel fortzusetzen. Als er davon genug hatt«, erhob er sich in Seelenruhe und ging von dannen. Glojnaric weiist auf diesen typischen Fall hin, der sich in einer Stunde abgespielt hatte. Glojnaric beantragt für Hasardeure, diu in Wirkikhkeit Tagediebe und' Parasiten sind, die Zwangsarbeit. Wer so viel Geld ohne Bedenken fortwerfen könne, müsse unter Kontrolle gestellt werden. Es gebe in Kroatien sicherlich keinen Bauer und Arbeiter, der darüber anders dächte. Aus Stadt uiul 01larit>or. ^ItitttoocD, Oen 12. 150 Schwarzbörsianer verhaftet Preßburg, 11. März.'(Avala-DNB). Die Polizei hat in einem Preßburger Cafe eine Schwarze Börse ausgehoben, an der rund 400 Personen beteiligt waren, und zwar größten'teils Juden. 150 Personen wurden bis jetzt verhaftet. Neue Brücke über die Niagara-Fälle Kürzlich ist mit dem Bau einer neuen, etwas mehr als 300 m langen Brücke über die Niagara-Fälle begonnen worden. Diese soll die alte sogenannte Honeynioon-Brydge (Honigmond-Brücke) ersetzen, die vor zwei Jahren bei einem schweren Eisgang zerstört worden war. Die neue Brücke ist eine der längsten und in ihrer Art einzig, da sie ohne jede Stützpunkte erichtct wird. Es werden von einem Ufer zum anderen, von der kanadischen zur amerikanischen Seite, Stahltaue von aus-seordenlicher Dicke gespannt. Das Gesamtgewicht der Taue wird sich auf 375U Tonnen belaufen. FMHJOIEF Biimsifii niS S. t)» V2365. . f .< 1« .9. BiifhiT^rtiwii b, Glasnik direkcije za spoljnu trgovuiu Erscheint in Beograd^ Ratnicki dorn. Im Jahresbezug Din 60.—, Wichtig für alle Exporteure, aber auch für jeden Wirtschaftler, Industriellen und Großkaufmann. Nebst Aufsätzen aus allen Gebieten der Wirtschaft reiht sich ein rcichhal tiges statistisches Material, welches einen genauen Ueberblick über den Stand des .Außenhandels bietet. WeHmarkt- und Bör senberichte sowie ein Verzeichnis ausländischer Anfragen und Angebote beschlles-sen den Inhalt eines jeden Heftes. b LauKCnSchcidts illustrierte Spracli-zeitschriften (Langenseheidtsche Verlaffs-buch'handlung, Berlin-Sdiöneberg) »Lan-Kcnscheidt's Ancrlish Monthly Magazine«, ^Lc Journal frantais Langenscheidt<., irLii Rivista italiana Langensclieidt« i»ind eines der besten Mittel zur Pflege und Vervoll'koinmu'ng der Spraolikcnnlnisse. S'e verziohteii auf schulmaßiges Belehren und führen in frischcr, unter-Iialtender Weise nrittcn in das Leben der P'remdsprachc hinein. Zeitgeinässe Artikel, unterhaltend und belehrend. Erzählungen, Humor und Kaufmännisches gestalten den Inhalt vielseitig und machen das Lernen kurzweilig, Vokabel-übcTsetzungen und Erlauterungen erleichtern das Lesen und machen auch dem weniger Geübten diese Lektüre zu einem Genuß. Langenscheidts illustrierte Sprachzeitscliritten sind zu dem geringen Preis von 35 Pfg. in jeder Buch- und Zeitschriftenhandhing erhältlich. b. Lieder und Spielhefte. Von Edith Lol höffei. Verlag Ludwig Voggenreiter, Po'ts dam. Diese Bewegungsspiele für Kinder, von denen bereits die dritte Folge erschienen ist, führen das Kiad unbewußt und spielend in ein tätiges, selbständige?? Leben. Durch Spielzeug und Spielkameraden erwirbt es allmählich die Kräfte und Fähigkeiten, die es später zur Arbeit braucht. Es lernt greifen, halten, fangen. Werfen und zielen, es verfeinert durch täg liehe spielerische Uebung seine Sinne und gewinnt durch seine Bewegungsspiele Kraft und Gewandtheit, aufrechte Haltung^ sicheren Stand und Gang. CRafd) toadifrndr Srforderniffr öer Umarbungeflfmeinör ßobreif: DIE AUSGABEN IM NEUEN FINANZJAHR UM MEHR ALS 20 PROZENT ANGESTIEGEN — KEINE NEUEN ABGABEN EINGEFÜHRT Der Gemeinderat der großen Umgebungsgemeinde Pobrezje hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Strzina seine Voranschlagssitzung ab, in der der Hauishal'tpian für das nächste, mit 1. April beginnende Finanzjahr geneh migt wurde, das diesmal nur neun Mo-naite ('bis Neujahr) vorsieht. Der Ernst der Zeit bringt es mit sich, daß auch hier die Bedürfnisse rasch zunelimen und der Bevölkerung immer größere Opfer auferlegen. Die A u i, ga b e 11 stellen sich ini neuen Voranschlag auf 725.000 Dinar und auf ebenso viel die Einnahmen. Dur laufende Haushaltplan nimmt die Bedürfnisse mit 751.6{)8 Dinar an. Würde auch das neue Finanzjahr zvvqlf Monate umfassen, dann würden sich die Ausgaben auf mehr als 000.000 Dinar stellen und würden flie laufenden Einnahmen um gute 150.000 Dinar oder um über 20 Prozent, d. h. um ein ganzes Fünftel des bislicfjgen Haus-'haltplanes, übersteigen. Es ist anzun'jh-men, daß im kommenden Jalir die Bedürf-nisse eine Million übersteigen werden, hauptsächlich wegen verschiedener I n-V e s t i t i o n e n, die un'bedingt vorgenommen wjrden müssen, da sich die Vororte nach dem Vorbild d-er Stadt Mari'bor moderni'Siieren müssen, um mit der Entwicklung der Zeit Schritt zu halten. Die allgemeine Teuerung bringt mit sich, daß die P e r s o n a I a u s g a b e n ibereits 203.800 Dinar ausmachen (im lau- fen : Vo.ranschlag, jedoch für 12 Monate 204.0-^0). Bedeutende Au'S>gaben sind ferner die allgemeine Verwaltung mit 53.000 (44.350), das Sicherungswesen 88.096 (118.139), das Bilduagswesen mit 158.000 (208.783) Dinar, davon für die drei Volks'schulen 70.305 (112.510) und für die Bürgerschulen in Maribor 66.204 (83.273) Dinar. Das Bauwesen erfordert 01.000 (69.000) Dinar, davon 50,000 (55 Tausend) Dinar für den Straßen'bau, 10.000 (10.000) für die Elektrifizierung und 30.000 (nur 3000) Dinar für den Bau und die Erhaltung der der Gemeinde gehöre ncl e n B a u I i c h ke i te n. Große Anwendung erfordert die s 0-ziale Fürsorge, die sich diesmal auf 90.000 (70.000) Dinar stellt. Der Armenfond wird mit 60.000 (50.000) Dinar dotiert, während die Arbeitslosen 10.000 Dinar (unverändert) erhalten werden. Als Unterstützung der Fninilien der zu den Waffenübnngen Einberufenen sind 15.000 (10.000) Dinar vorgesehen. Die E i n n a h m e n decken sich mit den Ausgaben. Der Gemeindezusclilag zu den Steuern ist mit 43 Prozent unverändert. Die verschiedenen Verbrauchssteuern werfen 347.700 (314.500), die Taxen 12.600 (19.910) und die Einkünfte aus den Unternehmunigen 43.700 (41.810) D'inar ab. Die Ciemeinde ist o h n e S c h u Id e n, we.dialb keine Annuitäten erforderlich sind. ®utf 3rent5(nt>erfeOrd;>ropa ganöa ffir Otlaribor VOR DER ERÖFFNUNG ALLER ABTEILUNGEN DES MUSEUMS IN DER ADAPTIERTEN BURG. Ein wichtiges Kulturereignis im heurigen Frühjahr wird für Maribor und dessen Hinterland unzweifelhaft die feierliche Eröffnung aller Abteilungen unseres Museums in der renovierten und adaiptier-ten Burg bedeuten. Wie wir erfahren, ist die Eröffnung des Museums in der zweiten Maihälfte angeisetzt und dürfte wahrscheinlich am 25. Mai vormittags erfolgen. An diesem Tage wird das Museum, das von der kundigen Hand des Banatsar-chivar^i Prof. B a S mustergiltig eingerichtet worden ist, für das Publikum seine Tore öffnen. Es handelt sich hier um vi-ne der repräsentativsten nationalen und kulturellen Institutionen. Die feierliche Eröffnung des Museuüns wird aber auch der lOeffentlichkeit a'ufzeigen, welche große Goldopfer, welche Mühe und Arbeit die S t a d t g e m e i n d e in die Adaiplierung der Burg gelegt hat, um dieses Wahrzeichen von Maribor zu einem kulturellen Bollwerk untserer Stadt auszugestalten. Das früher so bescheidene Mariborer Museum wird erst jetzt in seinem richtigen Lichte erglänzen und seine Aufgabe, belehrend und wogweisend zu wirken, voll und ganz erfüllen. Im Zusammenhang mit diesem wichtigen Kulturereignis ist bei entsprechender propagandi-stiecher und informativer Arbeit trotz der Schwere der Zeit ein bedeutender F r e ni d e n z u s t r o m zu erwarten. Währ..i:_l ihres ganzeji Bestehens hat die Revue »J u g o s 1 o v a n s k i b i s e r i« in Wort und Bild für Slowenien und besonders für Maribor und Umgebung hervorragende propagandistische und infor-nialive Anbcit geleistet. Uni die Oeffent-lichkeit nicht nur in Slowenien, sondern auch im übrigen Staate auf entsprechende Weise auf.dieses bedeutungsvolles Kul-turereigtiiis rechtzeitig aufmerksam zu machen und dadurch den Fremdenzustrom nach der Draustadt zu fördern, wird die zu Ostern erscheinende Frühjahrsnuniiiner dieser anerkannten Revue unter Mitwirkung der Museumsleitung neben dem üblichen Lesijstoff auch bebilderte Artikel propagandistischen und informativen Charakters über die Bedeutung der Museen und im besonderen über jenes in Maribor und anderen Städten Sloweniens aus der Feder von Fachleuten bringen. Die Revue wird von Profesisor Dr. Fr. M i s i c geleitet. Die Leitung der Verwaltung hat unter Mitwirkung einiger anderer Fachleute auf dem Gebiete der Fi\Mndenwerbung der Sekretär des Städtischen Premdenverkehrsanites Herr Ludwig Z o r z u t übernommen. ^eule ^Iatoierfon}ert 'i)r. ^lofinc Im Saal der »Zadruzna gospodarska banlka« findet heute, Mittwoch, um 20 Uhr das allseits mit lebhaftestem Interesse erwartete große Klavierkonzert unseres heimischen Mciistcrpianisten Dr. Roman K 1 a s i n c sta-tt, das einen erlesenen Kunstgenuß verspricht. Am Programm der vielseitigen Vortragsordnung stehen Reger, Schumann, Debussy und Mu^orgskij. Karten Vorverkauf in der Paipierhandlungt Koren (vormals Novak) in der Gosiposka ulica; restliche Karten an der Abendkasse. Im Saale der Volksuniversität wurde Montag ein Tschaikowski-Abend veranstaltet, der der Verherrlichung d(?s grossen russischen Meisters der Musik galt. Professor Dr. Cvetko hielt einen Vortrag über das Leben und Wirken dieses Meisters des russischen Klassizismus u. besprach eingehend dessen musikalische Schöpfungen. Der Rektor der Musikaka-demic in Ljubljana, der hervorragende Pianist Anton Trost, brachte sodann eine Anzahl von Tschaikowskis Werken zu Gehör, darunter das berühmte Klaviersolo aus der Konzertfantasie des verstor-verstorbenen Meisters. 111. Journalistenklub. Heute, Mittwoch um 18 Uhr wichtige Klubsitzung im Extra Zimmer der Restauration »Zamorec«. m. Frau Olga Posch gestorben. Auf ihrem Gutsbesitz in RoSpoh ist die Realitätenbesitzerin und Geschäftsinhaberin Frau Olga Posch verschieden. Die Verblichene, die sich großer Wertschätzung erfreute, wird Freitag nachmittags um 16 Uhr am Ortsfriedhofe in Kamnica beigesetzt, Friede ihrer Asche! m. Die Osterferien an den Unterrichta-anstalten dauern heuer nach einer Verfügung des Unterrichtsministeriums von Donnerstag, den 10. April bis einschließlich Dienstag, den 22. April, demnach 13 Tage, was die Schuljugend sicherlich mit Freude zur Kenntnis nehmen wird. m. Die Baumspritzmittel endlich eingetroffen. Der Stadtmagistrat teilt mit, daß die Spritzmittel für Obstbäume eingetroffen sind. Die Interessenten, die seinerzeit beim Stadtniagistrat die Spritzmittel zum ermäßigten Preis bestellt haben, werden eingeladen, dieselben in der Osrednja kmetijska zadruga in Maribor, Meijska cesta 10, Freitag, den 14. d. nach mittags oder Samstag, den 15. d. vormittags zu beheben. Die Manipulationsgebühr für jedes Kilo Spritzmfttel beträgt 25 Para. m. Die Vetrinjska ulica bleibt morgen, Donnerstag, den 13. d. den ganzen Tag von 7.30 bis 17 Uhr wegen Durchführung verschiedener elektrotechnischer Arbeiten für den Wagenverkehr gesperrt. m. In Ljtibljana sind die Schulverwal-tersgattin Katinka PrimoziC und die Private Maria Seldl gestoTben.- Friede ihrer Asche? m. Der slowakische StaatsfeMag wird am 14. d. zum zweiten Mal begangen. Aus diesem Anlaß findet hi Beograd ein Festgottesdienst statt. In der slowakischen Oesandschaft wird ehi Gratulatl-onsbuch aufliegen. m. Die StraBe Riniske T0[^0e - Sv. Marjeta - Selce wird teilweise verlegt werden. Die Arbeiten hat die Baufirma Oldo Belin aus Trbovije übernommen. ni. Bestätigung des städtiscben Haus-haltplanes. Der städtische Haushaltplan für das Jahr 1941 wurde von der Banats-verwaltung vollinhaltlich bestätigt. Nunmehr wird er dem Finanzministeritim unterbreitet werden. Damit im Zusammenhang werden Bürgermeister Dr. J u v a n sowie der Chef der städtischen Buchhaltung Direktor Barle in Beograd vorsprechen. m. 200 Farbenphotos von der Adria wird morgen, Donnerstag, den 13. d. der Direlctor des »PutnFk« in SuSak J. S. V r i g n a n i n gelegentlich seines Mariborer Vortrages über das kroatische Küstenland zur Vorführung bringen. Kartenvorverkauf beim »Putnik«. m. Russische Baumwolle beginnt bereits in Maribor einzutreffen. Täglich langen neue Sendungen ein. Bisher wurden etwa 50 Wagensendungen dem Zollamt überstellt. Ein Großteil der Sendungen "ist für Maribor bestimmt, was die beschäftigungslose Arbeiterschaft mit Ge-nughjung begrüßen wird. m. Viehmarkt. Auf den gestrigen Mariborer Viehmarkt wurden 190 Ochsen, 20 Stiere, 440 Kühe, 3 Kälber und 3 Pferde, zusammen 656 Stück, aufgetrieben, wovon 431 verkauft wurden. Es notierten: Mastochsen 0.50—11, Halbmastochsen 0—9.50, Zuchtochsen 9.50_11.50, Schlachtstiere 7.50—^9, Schlachtmastküh':' 7.50—8.75, Zuchtkühe 7—8, Beintvieh 6 —7, Melkkühe 8.50—10.50, trächtige Kühe 7—8, Jungvieh 8—9.50, Kälber 8—11 Dinar pro Kilo Lebendgewicht. — Flelschpreise: Ochsenfleisch I. 14_18, IT. 13—16, Stier-, Kalbinnen- und Kuhfleisch 13—18, Kalbfleisch I. 16—18, II. 14—16, Schweinefleisch 20—22 Dinar pro Kilo. m. Der Verein der Altpenslonisten der ehemaligen Südbahn in Maribor hält Sonntag, den 16. d. um 15 Uhr in Gasthaus »Zum goldenen Roß«, Vetrinj-ska ul. 4, seine Jahreshauptversammlung ab, zu der alle Altpensionisten und -i>en-sionistinen eingeladen werden. m. Der Mtisikverein der Eisenbahnarbej ter und -angestellten ladet seine MitgJiie-der zur Generalversammlung am 16. d., halib 15 Uhr im Saail des Hotel® :>Orel«, herzlichst ei-n. —- Dtr Ausschuß. m. Das Konzert des Ljubljanaer Trios wurde vom 13. auf den 20, d. verlegt, wor auf alle Kunstfreunde aufmerksam gemacht werden. m. In der Volksuniversltät findet am F fei tag, dk>n 14. d. ein intferessanter medizinischer Vortrag statt, und zwar sipricht der Zagreber Primararzt Dr. Max Großmann über die Angina pectoris, der Geißel der heutigen Zeit. Den Vortrag, der bereits »n Zagreb großes Aufsehen erregte, werden sikioptische Bilder begleiten. m. In der Volltstiniversftat in Studenci spricht Donnerstaig, den 13. d. der Pilot und bekaninije Fltugaportler Fr. Pivka über »Fhigzeuge utnid Flieger«. Einleitend aktuelle Bilder der Woche. m. Grfindung einer Benifschauff^or-ganisatiofl. In der Arbeiterkammer wurde am vorigen Sonnttg eine FHialstelle des Verbandes der Berufschauiffeure und me-talhjrgiscben Arbeiter gegründet. Die Leitung setzt sich wie folgt zusammie^n: Obmann Adolf S a r n 1 c, Obmannstellvertre-ter Anton Sim^Sid und Ivan Bozej, Schriftführer Josef Pededniik, Kassier Edo Pc-telin, Ausschußmitglieder Alois Riiavec, Anton Bozi'f, Edo Kocmut und Lovro Ko-zar; Aufsichtsausschuß Ivan Jezernik, Peter Cmica und Franz Türk. m. Falirraddiebstilde. Dem Diener V. Mihalaö kam in der Cafova ulica ein Fahr rad abhanden. Ein zweites Fahrrad wurde dem BäckergehiHen Stefan Blaz in Tezno gestohlen. m. Großer Taschcndlebstalil. In einem Gasthaus in der Aleksandrova cesta kam dem Besitzer Anton Kozar aus Osek bei Sv, Trojka die Brieftasche mit einem Bar betrag von 7400 DHiar sowie das Geldtäschchen mit 500 Dinar abhanden. m. Bitte ednes amen Invaliden. Ein ergrauter Kriegsrnvalide, der völlig verarmt und arbeitsun(fä:hig ist, bittet mildtätige Herzen um [kleinere Spenden. Sei-bst der kleinste Betrag ist ihm willkoanrntn. ni, Wetterbericht vom 12. März, 9 Uhr: Temperatur —02, Luftfeuchtigkeit 90%, Luftdruck 740.5 mm, Ostwind. Gestrige Maximaltemperatur 13, h'outige Minimaltemperatur 0 Grad. • Hornhaut und Hühneraugen entfernt schmerzlos »Bataoc Maribor. 19 Yus SlTOMiigcmtec Xod(df)ur) aud 5em 3ug EIN HANDELSVERTRETER IM EINSCHNITT TOT AUFGEFUNDEN Ojl. ng. pod S. Br. 131S od 15. XII. 193» Am Bahndamm im sogenannten Einschnitt wurde gestern die Leiche eine'S un-ibelcannten Mannes aufgefunden, der von den Rädern des über ihn hinwoggegamge-nen Zuges förmlich halbiert worden war. An Ort und Stelle wurde sofort ein'o Koan-mission entsandt, die im Toten den 34-jährigen Handelsvertreter Zdravko Go-bec erkannte. Gobec stammt aus Istrien, war aber schon seit Jahren in Maribor ansässig, zuletzt wohnte er in der Bet-navska ulica. Wie die eingeliiitetc Untersuchung ergab, befand sich Gobcc am Somitag im oberen Drautal, von wo er mit dem Kärntner Abcndzug zurückkehrte. Am Kärntner Bahnhof verließ er sein Abteil und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Man nimmt an, daß er am Trittbrett ausgeglitten und unter die Räder des nach folgenden Waggons gestürzt ist. sg. Todesfall. In Stari trg ist die gewe sene Gastwirtin und Realitätenbesitzerin Frau Antonie U c b c 1 im Alter von 69 Jah ren gestorben. Friede ihrer Asche! sg. Aus dem Schwäbisch-deutschen Kul turbund. Am 18. d. findet im Hotel Schuller ein Eintopfessen des Schwäbisch-deut sehen Kulturbundes statt, das letzte für das diesjährige Winterhilfswerk. sg. An der Staatsgrenze erschossen wurde der Schneidergehilfe 1. Sirasek, als er mit drei anderen Burschen versuchte, auf illegale Weise ms Ausland zu flüchten. sg. Der Rindermarkt, der vergangenen Sonntag hier stattfand, wies einen sehr guten Geschäftsablauf auf. Was nur halb wegs als Exportware brauchbar war, wur de von den IläntUcrn aufgekauft und abgetrieben. Insgesamt wurden etwa 125 Stück Vieh gehandelt. Die Preise bewegten sich zwischen 8 und 10 Dinar pro Kilogramm LebcndRCwichl. 2>(r Q9)rininarit in Siutomer GROSSES INTERESSE ALLENTHALBEN, BISHER JEDOCH GERINGERE KAUFTÄ TIGKEIT ALS IN DEN FRÜHEREN JAHREN — ZAHLREICHE ABSCHLÜSSE NOCH ZU GEWÄRTIGEN Der diesjährige traditionelle Wein-markt in Lj^u tomer, verbunden mit einer Weinausst'ellung, wurdie vergangenen Dienstag, den 4. d'. im schon dekorierten Saale Zavralnik eröffnet. Der Eröffnung wohnte eine stattliche Anzahl von Interessenten und Gästen bei. Anwesend waren auch Vertreter der Behörden. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Obmann der Filiale Ljutomer des Wci-nbauvereines Z c ui l j i c ergriff der Vorstand der Landwirtschaftsabtei-lun'g der Banatsverwaltung Ing. P o d g o r n i k das Wort und ho'b in seinen Ausführungen insbesondere die Liebe der Bevölkerung des gesamten Bezirkes zuim Wein ibau hervor, die keine Muhe und Opfer -scheue, um diesen wichtigen Zweig der Landwirtschaft, von dem Tausen-dc von Existenzen abhängen, auf eine zeitgemäße Höhe zu bringen. Redner forderte die Weinbauer auf, auszuharren und vor den derzeitigen Schwierigkeiten nicht zurückzuschrecken, da sie ja nur vorübergehend seien. Hi'erauf eröffnete Abteilungsvorstand Ing. Podgornik im Namen des Ba- nus den Weinmarkt. Der Markt war diesmal sehr gut bc-'Schickt und waren etwa 150 Weinso^rten ausgestellt, durchaus erstklassige Weine, die lien ausgezeichneten Ruf der Erzeugnisse des Weinbaubezirkes Ljutomer— Str;:;ova—Ornioz vollauf bestätigen. Käufer waren aus verschiedenen Teilen Sloweniens erschienen. Es wurden Kostipro-ben -.genommen und die erforderlichen Erkundigungen eingezogen. Die Abschlüsse waren diesmal etwas geringer als in den früheren Jahren, doch schreckt dies die Weinbauer nicht zurück, da es die heu rige Lage mit sich bringt, daß die Vorräte unschwer an den Mann gebracht wer den können. Es werd^en siukzessi-ve nachträgliche und Nachbestellungen vorgenom men, die die vorhandenen Vorräte sicherlich stark lichten werden. Es wäre mir zu wünschen, daß sich die Weinpreise sobald als möglich stabilisieren, daimit dem Käufer wie dem Verkäufer die Möglichkeit ge boten wird, aus den Abschlüssen Nutzen zu ziehen. ■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□■□KnDB □ □ ■□■□■□■□■□MaonDBnaciacnDBDB MffThftfhtpn aus Tfljy b. Beyers Mode für Alle. Reizende Früh lahrsmodelle, ein guter Leseteil und zwei grotie Schnittbogen für sämtliche 80 Modelle. Verlag Otto Beyer, Leipzig, h'rcis pro Nummer 80 Pfg. c. Die Adria in Wort und Bild. Ueber das kroatische Küstenland, diesese herrliche Land der Sehnsucht ungezählter Sommerreisender, spricht heute (Mittwoch) im Rahmen der »Adriawacht« (Ja-dranska straza) im Zeichensaal der Knabenbürgerschule Herr Direktor Vigna-n 1 n aus Su§ak. Rund 200 wundervolle Farbenlichtbilder werden den Vortrag unterstützen. Freunde der Adria und der Far benphotographie sind herzlich eingeladen Beginn 8 Uhr abends, c. Unfall bei der Arbeit. Gestern geriet der Landwirt August Novak aus Orla vas bei Braslovde im Sanntal mit der linken Hand in die Strohschneidemaschine, wobei ihm vier Finger abgetrennt wurden. Der Schwerverletzte wurde ins hiesige Krankenhaus gebracht. c. Angeblich Verkehrsunfall. Vor Tagen fand man auf der Straße in Polule bei Ce'.je eine alte, ärmlich gekleidete unbekannte Frau in bewußtlosem Zustand und blutüberströmt auL Sie wurde durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht, wo sie gestern starb, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Sie starb an den Folgen eines Schädelbruchs. Man vermutet, daß sie von einem rücksichtslosen Autowildling umgestoßen und verletzt worden ist. Es wurde eine ge-richtsärztliclie Leichenöffnung angeordnet. c. Frisch gescheuerter Fußboden als Unfallsursache. Keine Frau hat eine Freude, wenn nach dem Reinemachen jemand über den frischgericbenen Küchenboden geht. Die Arbeit soll doch nicht umsonst geleistet worden sein. Zeitungspapier u. »Fetzen« helfen meist ab. Nicht allzu selten ist nun dieser provisorische Fußbodenschutz die Ursache eines Unfalls. So Mmlboccc Vwatsz wurde auch die 44-jährigc Gattin eines Pensionisten aus der Umgebung von Ce-Ije davon betroffen. Sie stürzte und blieb mit einem Bruch des rechten Unterschenkels liegen. c. Eine nächtlichc Auseinandersetzung und ihre Folgen. Wenn man in ein Gastoder Kaffeehaus geht, so will man sich unterhalten. Das geht um so besser, wenn man ein Glas Bier oder Wein trinkt, und es ist gewiß auch nichts einzuwenden, wenn es deren mehrere sind. Nur muß man darauf bedacht sein, daß das Stimmungsbarometer nicht allzu schwunghaft in die Höhe geht. Nur zu leicht kommt dann ein plötzlicher Wetterumschwung und eine Keilerei ist zumeist die Folge davon. So war es auch in der Vorstadt Gaberje in der Nacht zum Sonnabend. Mehrere Leute kamen aus einem Gasthaus und gerieten aus irgendeiner Ursache in Streit. Und dabei erhielt ein etwa 25 Jahre altes Mädchen von einem Vertreter des starken Geschlechts, der sich offenbar dem Alkohol gegenüber als sehr schwach gezeigt und sich selbst nicht mehr in der Gewalt hatte, mehrere Faust-schläße. Das Mädchen fiel zu Boden und die Folge war, daß es ein heftiges Nasenbluten und mehrere Schönheitsfehler im Gesicht davontrug. c. Kino Dom. Bis einschließlich Donnerstag wird der Märchenfilm »Der Zauberer von Oza« gezeigt. Ab Freitag der romantische Großfilm -»Ritter L e g a r d e u r^ der Millionen-Großfilm »Die letzten Sklavenhändler« mit Warner Baxter und Wal-lace Beery. ^iDotdefennacl^t&ienfl Bis II. März versehoii dio Mohren-Apotheke (Mr. Ph. Maver) in der Go-sposka ulica 12, Tel. 28-12, und die S c h 111 ze n ge 1-Apolhckc (Mr. Pli. Vaiipol) in der Aleksandrova c. 33, Tel. 22-13, den Nachtdicusl. 'Dad 2Better Wettervorhersage für Donnerstag: Bewölkt und kühl. Neigung zur Besserung des Wetters. b. Adagio und Scherzo. Kleine Geschichten um große Meister von Friedrich Herzfeld. In Halbleinen Mk. 3.80. Vcr lag W. Frick, Wien. Der bekannte Musik-schriftstelfer hat es hier un^ternommen, an Hand von erzählenden Anekdoten das Wesen der großen Meister der Musik zu veranschaulichen. Was oft eine ausführliche Biographie nicht vermag, wird hier aus einem Wort, einer Geste erhellt und lebendig gemacht, doch hat sich der Verfasser immer die Ehrfurcht vor dem Genie zum obersten Prinzip gemacht. UTictscluiftllctie Riinrtsrtimi 6ir lan6tpaftH(ht ]3iro-öiiftion efgert lorr&rn foil Kürzlich hielt der LandesvcrbairJ der Landvvirlschaftskaniinern in Beograd in Anwesenheit des Landwirtschaftsministers Dr. Cubrilovid und des Unterrichtsministers Dr. K r e k sowie des Ver-kehrsniinisters inj;. Besiic unter dem Vorsitz von Milan F^adzak eine Beratung ab. Landvvirtschaftsniinistcr Dr. Cubrilovic ergriff als erster das Wort und wies auf die Bedeutung der Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung hin. Er teilte mit, daß im neuen Voranschlag des Land wirtschaftsniinisteriums eine Erhöhung um 240 Mill. Dinar vorgesehen sei, di(? i]ii Sinne des vom Ministerium aufgear-heileten Planes, der in Gemeinschaft mit den Landwirtschaftskammern und landwirtschaftlichen Organisationen noch überprüft werden soll, Verwendung finden werden. Die »Prizad«, die Außenhan delsdirektion und die »Silos« AG. werden 311 diesem Zwecke ebenfalls Mittel beistellen. Die Landwirtschaftskammern, die amtlichen Vertreter der Landwirte, stellen laut der Auffassung des Ministers die Verbindung zwischen den Regierungsstellen und der Landwirtschaft vor. Er teilte mit, daß als Beihilfe für den Landesverband, die einzelnen Landwirtschaftskam-niern und landwirtschaftlichen Organisationen ein Betrag von einer Million Dinar vorgesehen sei. Nach einer erscliöpfenden Aussprache wurde folgonilo Lintscliließung abgefaßt: 1. Es ist notwendig, die landwirtschaftliche Erzeugung mit den vorhandenen Mitteln zu steigern und Verbrauch und Ausfuhr so zu regeln, daß in erster Linie die heimische Ernährung sichergestellt er scheint. 2. Zur Versorgung der Zuschußgebiete mit Lebensmitteln müssen größere öffentliche Arbeiten durchgeführt werden, die der Bevölkerung Arbeit und Brot geben. Die Versorgung dieser Gebiete mit Lebensmitteln zu billigen Preisen und bevorzugten Tarifen muß sichergestellt wer den. 3. Der iandwirtschaftUche Dienst muß dringend umgestaltet werden, zu welchem Zwecke besondere Einrichtungen geschaffen werden müssen, deren Hauptarbeit auf das flache Land zu verlegen ist. 4. Das Landwirtschafisministerium muß zwecks Förderung der Landwirtschaft entsprechende Geldmittel zur Verfügung stellen, ebenso müssen die Ban* Schäften in ihren Haushaltsvoranschlag größere Mittel zu diesem Zwecke einstellen. 5. Alle bearbeitbaren Flächen müssen unter amtlicher Kontrolle der Bearbeitung zugeführt werden. 6. Zwecks Erhöhung der landWirtschaft liehen Erzeugung müssen alle technischen Möglichkeiten ausgenützt werden. Die heute darniederliegenden Stallmistpflege muß besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden und zwecks Bau von Düngerstötten und Jauchegruben die Zementprei se verbilligt werden, 7. Festsetzung und Kontrolle der Preise nicht nur bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen, sondern auch bei jenen industriellen und anderen Erzeugnissen, die der Bauer kaufen muß. Den Vertretern der Landwirtschaft muß Sitz und Stim- me In den Ausschüssen zur Regelung und Kontrolle der Preise eingeräumt werden. 8. Der Blausteinpreis Ist möglichst bald festzusetzen, genügende JWengen davon sicherzustellen und die Aktion zur Errichtung einer genossenschaftlichen Blausteinfabrik fortzusetzen. Zur Bekämpfung der Schildfaus und anderer Schädlinge, die unseren Obstbaum bedrohen, sind Sofortmaßnahmen zu ergreifen und den Obstbauern die notwendigen Mengen von Schutzmitteln, femer ausre'chende Mengen von Raffla sicherzustellen. X Die bisherige gemeinsame Wlrt- schaftskammer in Ljubljana hat Montag zu bestehen aufgehört, da jetzt eine Teilung in zwei Kammern verfügt worden ist. Der neue Präsident der Kammer für Handel und Industrie, der Industrielle Karl C c hat die Leitung der Geschäfte vom bisherligen Regierungskommis'sär August Tost! übernommen. In der Geschäftsführung der Kammer hat sich einstweilen Spott etitog auf Orr ABFAHRT UND SLALOM UM DEN WANDERPOKAL DES SPD Die Wintersportsektion der Filiale Me-zica-Crna des Slow. Alperivcreines bringt am 19. tl. auf der Petzen in traditiopeWer Weise 'eine alpine Kombination umi den Wanderpokal des Veransitalters zur Durch führung. Der Abfahrtslauf wird auf der 2000 Meter langen StTec1onau-6:up Am 23. (f. wird die gegenwärtig grüß- te europäische Fußballkonkurrenz, der Donau-Cup, mit dem Treffen Jugoslawien-Ungarn eröffnet. In Beograd treffen die beiden ersten Garnituren sowie die Jugendmannschaften aufeinander, während die zweiten Garnituren in Budapest in Erscheinung treten. Bisher spielten Jugoslawien und Ungarn siebenmal, hievon gewannen die Ungarn drei und die Jugoslawen zwei Spiele, während die restlichen zwei Kämpfe ein Un-initschiedcn ergaben. Das Gesamtscore lautet 11:10 zugunsten der Ungarn. Das orste Spiel wurde im Jahre 1927 zur Austragung gebracht; darfials siegte in Budapest Ungarn mit 3:0. Schon im selben lahr mußte die ungarische Mannschaft in Budapest eine Niederlage von 1:5 in Kauf nehmen. Ein Jahr später siegte in Budapest äbermals Ungarn mit 2:1. Der nächste Kampf schloß in Beograd mit einem jugoslawischen Sieg von 3:2. Das folgende Spiel wurde erst im Jahre 1937 ausgetragen, damals schloß das Treffen in Budapest 1:1 unentschieden. Im Jahre 1939 siegte in Beograd Ungarn njit 2:0 und im Vorjahre schloß die Begegnung ip Budapest mit 0:0 abermals unentschieden. Neltccc ftkc Klamm konmit zu Kraft. »Du mußt mir unbedingt helfen«, jammert Klammi, »morgen früh kommt ein Gläubiger zu mir und zeigt einen Schuldschein vor.« »Aber gern«, ist Kraft hilfsbereit, »den werden wir schnell draußien haben.« * »Else, EJselein, wenn dich der Film so aiufregt, daß du'^o weinen mußt, dann laß uns doch lieber gehen!« Schluchzt Else auf: »Aber, Max, sei doch kein Spaßverderber!« »Sehen Sie sich mal den Mann an, der hat einmal ein blühendes Geschäft gehabt!« »Was Sie nicht sagen!« »Ja, er hatte einen Blmmenstand!« ♦ Der Lehrer fragt: »Was ist ein Heuchler?« Der kleine Fri^z antwortet: »Ein Schüler, der sich beschwert, daß das Diktat viel zu kurz gewesen sei«. 9^ Uksete Mitngestkieldt □er Hosenknopf Von Draga Nitsche-HegeduSic. Nur keine Angst, es ist durchaus keine unmoralische Geschichte, im Gegenteil. Doktor Walter war nämlich etwas beleibt und wenn er sich bückte, galt es meistens entweder die Hosenträger oder einen Hosenknopf. Wehe aber, wenn dieser dann nicht schleunigst angenä'ht wurdet Dann konnte der Herr des Hauses wild werden. Und das war heute morgen der Fall gewesen. Eilig — er hatte es um diese Zeit immer eilig — war er in die Hose gefahren — und da — »zwei Knöpfe fehlen!« sagte er vorwurfsvoll und holte sich eine andere Hose aus dem Kasten. »Wird gleich angenäht!« beschwichtig ie Frau Eva ihren Gemahl, entwand ihm sanft das Kleidungsstück und legte es auf das Nähtischchen. Und vergaß es dort. Lieber Hott, sie hatte einen Haushalt mit vier Personen — denn eine 15jährige Inge und ein II jähriger Hans waren auch noch da — und versorgte alles mit einem kleinen AuBhilfsmädchen. das ihre schwa- chen Kräfte zwei Stund'en am Vormittag zur Verfügung stellte. Es mußte aufgeräumt, gekocht, gewaschcn und gebügelt werden, und als Doktor Walter am Spätnachmittag aus dem Büro kam -— »Müde?« fragt Frau Eva freundlich, während sie sich möglichst unauffällig an den Nähtisch heranzupirschen versucht. Aber Walter, der sie gespannt beobachtet, läßt sich in den Schreibtischsessel fal Icn und knurrt: »Gib dir keine Mühe. Es ist ja gan^ egal, ob nieine Knöpfe angenäht werden, wenn nur die Kinder alles haben.« Das ist Resignation. Eva kennt diesen Zustand. Seine Stimme klingt zu gleichgültig, als daß dieser Gleichmut glaubwürdig gewesen wäre, Sie bleibt ganz still und beginnt einzufädeln. Es war ja auch zu dumm, gerade heute auf diese Hose zu vergessen, wo sie ihn bitten wollte, Hansi den SUikurs zu gestatten und Inge hätte so gerne die Tanzschuhe besucht. Mit flatternden Händen üucht sie nach den Knöpfen. Sie hat sie doch auf das Nähkörbchen gelegt, aber jetzt ist nur mehr einer da. Walter sitzt weit zurückgelehnt in seinem Sessel und sieht ihr zu. »Sieh mal in der Knopfschachtel nach!« entfährt es ihr in einem Anflug von Gereiztheit, »dort wirst du einen Hosenknopf finden.« »Ich?« fragt er halsstarrig, dann setzet er sich aber doch an den Tisch und beginnt unlustig in der Blechschachtel zu fingern. »So geht es nicht«, sagt sie, »am besten du schüttest den ganzen Inhalt auf den Tisch.« Er tut es und eine Weile sitzen sie beisammen, stumm und streitlustig. Dann stößt Walter plöitzlich einen Pfiff aus. »Du — kennst du diesen Knopf?« Sic sieht auf. »Freilich«, sagt sie, »von deinem Frack an jenem Maskenball, an dem wir uns kennen lernten.« »Ja«, bestätigt er, »braun mit gold — du wickeltest damals eines deiner langen Haare darum — und dann war der Knopf plötzlich weg.« »Weil ich ihn mit nach Hause genommen habe, zum Andenken.« »Und mir hat das ein schweres Sühnegeld heim alten Maskenverlcihcr gekostet nebst einen) Ausfall auf die lose Jugend, der man nichts anvertrauen könne. Aber sieh mall Der Knopf von deinem grauen Kostüm! Das heißt, er war ja eigentlich nie darauf, denn den ricbtigen haben wir verloren, damals im Wald.« »Als du mich küßtest...« »Richtig. Und das Kostüm war ganz neu und hatte überhaupt nur zwei Knöpfe.« »Aber die waren sehr wertvoll, aus Silber, und ich haitte solche Angst, was Mut ter sagen würde!« »Ich weiß noch, wie wir in die Stadt gelaufen sind, so viele Menschen waren auf der Straße und Autos und Motorräder, und die Rolläden schlössen sich schon über die Auslagen — und du warst so unglücklich, bis wir doch noch ein Ge schäft enitdeckten.« »Ja, aber dann hat der Knopf doch nicht gepaßt und du hast mich nach Hause begleitet und bist gleich mit hinaufgekommen, Und dann waren wir verlobt.« »Alles wegen einem Knopf!« seufzt er komisch. Aber schon hat etwas anderes seine Aufmerksamkeit erregt. »Sieh mal, von deinem Brautkleid — diese kleinen, gepreßten Seidenknöpfe —- weißt du noch?« »Die du alle hast aufknöpfen müssen«, ergänzt Frau Eva lachend. »So viele waren es, und du warst so ungeschickt!; »Na ja«, schmunzelt er, »du woMtest ja auch nicht richtig stillhalten — Hocli- f t ^raoiing^fur Dei^t Umftelfung! ftFfiuttiltM und 5>(Ulbrunnen iorgen fflr €i dem lielrcffenden höflichst enlschuldigen!" antwortet der Kandidat eifrig. zeitskleider müssen überhaupt einfacher sein. Aber jetzt kommt was ganz Feines — sogar in Seidenpapier gewickelt —« »Laß sehen!« drängt Frau Eva neugierig, »dieser kleine rote Knopf? ... Ach, richtig, von Inges Babyschuhen, — du weißt doch, den hatte sie verschluckt.« »Wahrhaftig, na, der hat ja eine dunkle Vergangenheit hinter sich. Wollen ihn auch wieder schön einwickeln, — hier ist ja auch der andere — vielleicht, daß sie Inge einmal.,.« »Aber geh — wo sie nie jemanden ken neji lernen wird, weil sie nicht einmal die Tanzschule besuchen darf.« »Sie darf nicht?« »Du erlaubst es doch nicht.« »Sie ist noch reichlich jung dazu, ein Kind noch, meinst du nicht?« »Aber du sprichst schon von Baby-schuhchen!« »Na, werden ja sehen. Will sie denn?« »Ob sie will! Sie bringt mich ja heute glatt um, wenn ich es ihr sage!« »Dann sag's iiir lieber nichtl« lacht er und hebt einen blaubehäkeltcn Knopf l;och. »Von Hansis Kinderdeckclicn«, gibt Eva Auskunft. »Süß war der Bengell Weißt du noch sein erstes Wort? Nein, sagte er, wenn man etwas von ihr wollte, immerzu: — nein!« »Ganz der Papa, eben«, lächelt Frau Eva mit ihrem hellsten Lächeln, »Wieso?« Ueberrascht und Verständnis los schaut er auf, kramt aber gleich wieder weiter. »Halt!« sagte jetzt Eva. »Was ist das?« »Ein Hirschornknopf vermutlich. Wird von meinem Sportanzug sein.« »Ja, von deinem ersten — damals, als wir unsere Bergfahrt machten.« »Ach ja, die Bergfahrt. Inge war bei Mutter geblieben und wir'haben uns 14 Tage freigemacht. Ich war so eifersüchtig auf den blonden Ingenieur, der dir immer nachstieg und mit dem du so gern tanztest. Und da machte ich die Tour auf den hohen Grat ganz allein. Aus Trotz.« »Nur einen Zettel hast du mir zurückgelassen: Bin um 5 Uhr aufgestiegen.« »Ja, so einsam war es da oben«, sagt Walter, in die Bilder seiner Erinnerung verloren — «kaum der Schrei eines Vo. gels, ein rollender Stein, das Wehen des Windes. Und so unendlich feierlich. Wenn jetzt Eva hier wäre, dachte ich bei mir.« »Und da bliebst du mit einem inneren Bangen stehen, wie vor etwas Unbegreiflichem — denn sie war da!« »Ach ja, ganz schrecklich war es, als ich dich so sah. So klein, so müde, ganz blaß — nur die großen, leuchtenden .Augen . . ,« »Und deine Hand fuhr immer wieder auf meinem Arm zärtlich auf und nieder —« »Ich war ja so froh — so froh!« — seine Brust dehnte sich mächtig — »ich kann mir heute noch nicht denken, viie du 4as damals bezwungen hast.« »Aus Liebe ...« flüstert Frau Eva leise. »Ja, du —« sagt er mit Wärme und /(?gt sacht den Arm um seine Frau. Dann zieht er sie näher an sich heran, fühlt das seidige Haar an seiner Wange. Und plötz lieh sind sie in die längstvergangene Zeit ihrer ersten Zärtlichkeiten zurUckgeglit-fen. Da wird die Tür heftig aufgerissen und die Kinder stürmen herein. »Gibt es denn kein Nachtmahl heule?« rufen sie wie aus einem Munde. »Ihr seht, Mutter hat Näharbeit«, knurrt der Vater eine Nuance zu tief, er muß sich räuspern. »Und Vater hat so schön von den Bergen erzählt«, setzt Frau Eva hinzu, ohne aufzusehen, denn sie fühlt, daß sie rot ist. »Von den Bergen? Ach, Vati, ich hab doch auch die Berge so gern und möchte Ski laufen lernen!« »Das sollst du auch«, sagt Vater mit überraschender Einsicht und beginnt von neuem in den Knöpfen zu wühlen. »Möch te doch wirklich wissen, wo endlich ein Hosemknopf Ist...« ijllt S 1^ 1$ iiA !i'i' Min Iii Tragisches Hochzeitsschießen In dem kleinen Ort Oga in dem norditalienischen Tal Valtellina (Vcltlin) fand eine Hochzeit statt, die mit Flintenschüssen und Böllern von der Dorfbevölkerung gefeiert wurde. Ein Ißjähriger Junge schoß in allen Richtungen darauf los — er glaubte, daß er nur Platzpatronen in seinem Gewehr hätte, aber statt dessen steckte noch eine Kugel darin. Der Schuß traf eine junge Frau, die auf dem Holzbalkon des ländlichen Hauses saß, um zu zusehen. Sie wurde in die Stirn getroffen und war sofort tot. .'Xbor da sie auf dem Stuhl saß und nicht herunterfiel, so bemerkte niemand den Vorfall, bis die kloine Tochter der Erschossenen januncrnd die Leute heranrief, weil die Mutter nichl antwortete. So wurdi;* die liochzeiitsfrcu-dc des Ortes in Trauer verkehrt. Der »zum Tode verurteilte Elefant« Seit zehn Jahren war der Elefant Wally die Hauptanziehungskraft des Zoos von San Francisco. Er hatte sich stets lammfromm gezeiß-t. und war bei den Kindern ungemein beliebt. Doch eine Tages vollführte Wally — warum, ist bis jetzt efti Rätsel geblieben — hinterrücks einen tük-kischen Rüsselschlag cegen den Elefanten wärmer. Der unglr'''-'''^he Wärter war augenblicklich tot. Der Direktor desi .-oos entschied, daß Wally wegen seiner so tra gisch bewiesenen Gefähtilichkeit getötet werden müsse. Gegen dieses »Todesurteil« erhob sich in San Francisco und weit darüber hinaus ein Sturm des Bedauerns. »Gnadengesuche*? über »Gnadengesuche« wurden an die Direktion des Zoos gerichtet. Ja, in San Francisco fand sogar eine große Demonstration gegen die »Hinrichtung« des Elefanten Wally statt. Die Demonstranten, unter denen 'sich Scharen von Kindern befanden, begaben sich in den Zoo. Drei kleine Mädchen wurden ab geordnet, um bei dem Direktor vorzusprechen. Tränenden Auges flehten sie um Gnade. Doch der Direktor blieb im Gefühl seiner Verantwortung fest; er kön ne im Interesse der Sicherheit der Zoobesucher nun und nimmer nachgeben. Auf seine Anordnung wurde Wally jetzt erschossen. 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Um stilles Belleid wird gebeten. fomm heim! ^ i ROMAN VON J. SCHNEIUER-FOERSTL Urhebr-Kcchtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau. Das Städtchen war nicht so groß, daß der Aufenthalt nicht selbst bei einem etwaigen Wohnungswechsel zu erfragen gewesen wäre. Sie fragte sich ribcr, oh sie nicht besser vorher hätte Nachricht geben sollen. Aber dann geriet die Schwä gerin vielleicht in Unruhe und machte sich Auslagen mit Mittagstisch und derlei Dingen. Es war schon richtiger, unangemeldet zu kommen. Wenn alles klappte, fuhr sie nicht mehr allein nach Hause, sondern nahm eine von den Töchleni mit, müglicherwcise auch zwei... ' Joachim, dieser große, eigensinnige Mensch, i^laubte, daß es damit schon getan sei, wenn er um Geduld bat. Mit Geduld mähte man kein Welzenfeld und machte man die Arbeit nicht weniger. Und gerade jetzt wuchs sie zu Bergen an. Man brauchte Hände, um auf den Feldern, den Wiesen, in den Ställen, im Wald und auf den Kleeäckern zurechtzukommen. Da waren die Kälber, das Geflügel, das Ferkelzeug, gar nicht zu reden von der vielen Arbeit im Hause, angefangen vom Kartoffel- imd Gemüsekeller bis zur Küche und dem geräumigen Dachboden. Wenn nur die Töchter^von Klara Fan-dor keine Püppchen waren! Püppchen konnte man aut dem Fandorhofe nicht brauchen. Deswegen mußten sie noch lange keine Arbeitstiere sein! Alles ^u seiner Zeit! Immer wieder eine Feierstunde zwischenhinein, und ein bißchen Lachen und einen Tisch, an dem man sich sattessen konnte. Und dazu ein sauberes Gewand und einen redlichen Lohn! Ein Sonntag war auch wirklich ein Sonntag! Alles schön ordnungsgemäß ein'gestellt! Immer ein Knecht auf dem Hof! Innner eine AAagd in der Küche! Die anderen konnten ihren Feiertag genießen bis zur Neige. Das unterband jeden Streit und gab jedem die Möglichkeit, im Laufe der Woche seine Pläne zu treffen. Denn Pläne machten die Alten wie die Jungen ger ne — wenn sie auch nicht immer gut waren. Unter dem Fenster schnalzte es schon zum zweiten Male, so daß sie sich über das Sims neigte und rief, sie käme gleich. Sie drückte den schmalrandigen, schwarzen Hut auf das weiße Haar und horchte, wie ungeduldig die Schimmel das Pflaster des Hofes bearbeiteten. Christian war wieder einmal überpünkt lieh. Es fehlten noch vier Minuten bis elf. Und diese vier Minuten brauchte sie, um jetzt den Mantel aus dem Schrank zu nehmen, die Handtasche überzustreifen und die Treppe hinunterzugehen. Immer war das ein Wettstreit zwischen ihnen, wer der Pünktlichere sei. Als sie auf den Hof trat, sprach Christian eben den Pferden zu. Wenn man so voll im Blute stand, war Warten ein hartes Ding. Vielleicht scheute deshalb der junge Herr das Nachhausekommen^ weil er zu voll im Blute stand. Da suchte man darrn und suchte und fand keine, die für einen gewachsen war. Das war ein schlimmes Ding, wenn keine 'passen wollte! I Saubere Mädchen gab's genug um den Fandorhof herum! Fleißige Mädchen! 'Mädchen, die einen Hof wohl in Schuß zu halten vermochten, Sic waren heute, wie morgen zu haben. Aber, wenn einer nicht wollte, war nichts zu machen. »Hätten wir nicht besser den kleinen Wagen genommen?« fragte Frau Fandor und ließ sich von ihm über das Trittbrett helfen. »Die große Chaise und ich allein!« »Die Gäule müssen was zu ziehen haben, Frau Fandor. Den leichten Wagen spüren sie nicht. Und wir beide machen auch nicht mehr viel im Gewicht aus«;, erklärte er. Das sah sie ein. Weder er, noch sie konnten mit überflüssigem Fett prahlen. Unterwegs hielt man einmal an den Vischweihern, in denen junge Karpfenbri'l gesetzt worden war. Es rentierte sich nicht sonderlich. Aber ihr Mann hatte eine kleine Leidenschaft für die Weiher gehabt und Joachim eine solche für Karpfen. Man hätte sie besser zugeschüttet. Sie machten Arbeit und warfen kaum die Kosten ab, die sie verursachten. Doch was tat man nicht, um seinem Einzigen bei der Heimkehr das altvertratite Bild der Heimat zu geben. — Und dazu gehörten nun einmal die Weiher, die nun petro-leumfarben in der Mittagssonne lagen u. einen leichten Geruch von Moos und Algen verbreiteten. Christian meinte, sie gäben einmal fetten Boden. Das meinte sie auch; aber man sprach besser nicht darüber. Joachim juochte später selber damit machen, was er wollte. Soviel trug der Fandorhof noch immer ein, daß sein jeweiliger Besitzer sich einen Lu.\us dieser Art leisten konnte. In der Jungwaldschonung hielten sie noch einmal. Joachim hatte keine Ahnung, was ihm in seiner Abwesenheit hier in der Heimat heranwuchs. Sie lächelte mitleidig, wenn sie an die kümmerlichen Waldungen in Italien dachte, von denen er ihr geschrieben hatte. Ein paar Steineichen! Einige Pinien! Sie kannte das ja von ihren früheren Reisen her. Die Berge ganz kahl und in den Ebenen das Fieber! Und was es sonst dort gab und in der Schweiz, wo er jetzt weilte, was alles nur Augenweide für einen Tag! Kurzwei! für ein paar Stunden! — Aber das hier, diese Schonung, in denen die Jungfietiten wie kleine Grenadiere standen, war altgehei-ligter Bodenl War Heimat . . .1 >Eilt es denTi so?« fragte sie, als Christian die Schimmel plötzlich in scharfen Trab brachte. Er brauchte gar keine Antwort zu geben; denn als sie das Jungholz hinter sich hatten und die Ebene sich wieder auftiit, zeigte sich weit hinten am Horizont ein Rauchwölkihen, d-as bald zu einer langen Fahne anwuchs — der Schnellzug! Die Gäule schafften es gerade noch! Aber es blieb Frau Fandor nicht einmal mehr soviel Zeit, Christian aufzutragen, auf dem Rückweg im »Schwarzen Lamm« einzukehren und die Decke mitzunehmen, die sie kürzlich dort vergessen hatte. Sie vermißte sie jedesmal, wenn sie abends noch auf der Veranda saß, um ihre Abrechnung zu machen. Es zog von den Türen her. Die Räder liefen schon, da klatschte noch etwas zum Fen^^ter herein: — Ihr Schirm! Christian hatte ihn dem Beamten gegeben, der sich eben wieder vom Trittt)rett schwang. Es war schrecklich, wenn man so vergeßlich wurde. Aber sie hatte ja auch so viel zu denken und zu sorgen, daß einem alles durcheinanderlief. Es war wirk lieh gut. daß sie heute wieder einmal aus ihren vier Wänden und den Grenzen ihres Besitzes herauskam. Links und rechts der Schienenstränge erregte mancherlei ihre Aufmerksamkeit, Die Wiesen standen fett und waren gelb gesprenkelt von Löwenzahn und Schlüs.. selblumen, und die Bachränder Schiller-' ten blau von Vergißmeinnicht. Schöne Hö fe breiteten sich an den Hängen. Der und jener war frisch abgeputzt, und d e Altanen zeigten sich in neuj5;estric''enem Glänze. Früher hatte man sich durchwegs gekannt, hatte Sonntags wechselweise Be such gemacht und sich zu einer Tasse Kaf fee oder zu einem Bierabend geladen Chefredakteur und für die Redaktion verant\vorllich: UDO RASPER, — Druck der „Marlborska tiskarna" in Mnribor. — Für deo Herausgeber und dou Druck verantwortlich Direktor STANKO DETELA. — Beide wohnhaft in Muribor.