1 X. "hi us- Lju'ol 80. Jahrgang Erscheint wöchentlich sechs», (mit Ausnahme der Feiertage, Schriftleitung, Verwaltung unč Buchdruckerei Tel. 25-67, 25-68 25-69. Maribor. Kopališka ul. 6 Nr. 281 Dienstag, den 10. Dezember 1940 Inseraten- und Abonnements-Annahme in der Verwaltung. Bezugspreis: \hholen oder durch die Post monatlich Din 23.—, bei Lusteilung Din -4.—, für das Ausland monatlich Din 35.—. Einzelnummer Din 1.50 un*Din 2. . Manuskripte werden nicht retourniert. Bei Anfragen Rückporto beilegen. Poštnina plačana v gotovini. PfGfS Olfl 1*50 Maribom Heilung Bisher grösster Luftangriff an! London 3n der gestrigen Nacht wurde Englands Hauptstadt von mehreren Hundert deutschen Kampfflugzeugen mit Bomben be.egt / Amerika spricht von einem zweiten Sooentrg / Neue deutsche Taktik vereitelt britische Abwehr / Gin Test Londons in Flammen / Neuter meldet heftige deutsche Luftangriffe und großen Sachschaden / Englische Flieger über dem westdeutschen Industriegebiet und den okkupierten Vroo.nzen / Neue Schiffsverluste der Engländer London, 9. Dezember. (Associated französischen Gebiet. In dre; Bezirken Press of America) Nachdem die deutsche wurden hiebei leichtere Schäden ausge-Luftwaffe die englische Hauptstadt durch löst. Es wurden mehrere Häuser beschä-48 Stunden in Ruhe gelassen hatte, wur- digt, wobei 6 Personen getötet und meh. de London in der Nacht vom Sonntag zum rere andere Bewohner verletzt wurden. Montag neuerlich von deutschen Kampf-. Vier britische Bomber wurden abgeschos-flugzeugen angegriffen. Der Angriff war sen. Zwei deutsche Kampfflugzeuge wer-seiner anfänglichen Intensität derart den vermißt. in heftig, daß er an das schreckliche Schicksal von Coventry erinnerte. Nachdem das deutsche Luftbombardement bereits drei Stunden gedauert hatte, war noch kein Nachlassen zu erkennen. Die deutschen Flieger durchbrachen die englischen Luft-sperrketten und kamen einzeln oder in Verbänden aus verschiedene herangeflogen. Berlin, 9. Dezember. (Avala-DNB) über die Angriffe der deutschen Luftstreitkräfte auf London in der vergangenen Nacht sind über Stockholm neue Einzelheiten gemeldet worden. Die Angriffe waren nach diesen Meldungen ungewöhn lieh heftig und begannen bereits in den ersten Nachtstunden. Mehrere Hundert Flugzeuge warfen Leucht- und Explosivbomben auf die einzelnen Londoner Stadtviertel. Hiebei konnten zahlreiche Brände Berlin, 9. Dez. (United Press) Zwei deutsche Tauchboote versenkten vier bri. tische Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 29.000 BRT. Deutsche Bomber versenkten bei Great Yarmouth zwei größere englische Dampfer. Rirhtimoen L o n d o n, 9. Dez. (United Press) Die 8 britischen Luftangriffe richteten sich gestern auf Brest und Lorient, wobei Hudson-Bomber in Aktion traten. Den Bombardements waren außerdem Dünkirchen, Antwerpen, Calais, Boulogne sur Mer und mehrere Flugplätze der Deutschen in Frankreich, Holland und Belgien ausge-setzt. Kairo, 9. Dez. (Avala-Reuter) Wie es im gestrigen Kommunique des Kommandos der englischen Luftstreitkräfte heißt, haben britische Flugzeuge die Stadt Benito in Tripolis mit Bomben bc-festgestellt werden. Die Flugzeuge flogen , t_ Auf dem Fh]gha,fen sind Brände ge_ in Wellen heran und bewirkten auf diese s!chtct worden Weise mehrere heftige Angriffe. Man kann sagen, daß London seit Septeim>er Angriffe in dieser Heftigkeit nicht erlebt hat, wie in der Nacht vom 8. zum 9. Dezember. Deutsche Kampfgeschwader starteten auf sämtlichen Flugplätzen in Holland, Belgien und Frankreich. Die ersten deutschen Flieger, die vom erfolgreichen London, 9. Dezember. (Avala-Reu-ter) Das Luftfahrtministerium und das Ministerium für innere Sicherheit melden: London und Umgebung wurden in der Nacht vom Sonntag zum Montag von feindlichen Flugzeugen heftig angegriffen. Es wurde eine große Anzahl von Bränden ausgelöst, doch konnte die Mehrzahl derselben lokalisiert oder gelöscht werden. Durch die deutschen Bomben ist großer Sachschaden angerichtet worden. Eine bestimmte Anzahl von Menschen wurde getötet. Bombenangriffe richteten sich ferner auf Städte zwischen London sowie an der Ost- und Südküste, wo einige Brände verursacht wurden. Nach bisher eingelanglen Berichten ist die Zahl der dortigen Todesopfer unbeträchtlich. B e r 1 i n, 9. Dez. (Avala — DNB) Nach Meldungen, die Liber Stockholm aus London eintreffen, bediente sich die deutsche Luftwaffe in ihren Angriffen auf London, in der Nacht zum Montag einer neuen, ungewöhnlich wirkungsvollen und erfolgreichen Takt'k. Sobald die deutschen Flugzeuge über London aufgetaucht waren, wurde sie von einem Netz von Reflektoren erfaßt. Die englische Flak entwickelte sodann eine Aktivität, wie sie von den deutschen Piloten in ih- ren bisherigen Angriffen auf London noch nicht erlebt wurde. Kurze Zeit darauf kam die britische Flak zum Schweigen und die Scheinwerfer erloschen, da deutsche Kampfflugzeuge in ungeheuren Schwärmen in einer Höhe von kaum 30 Metern über die Scheinwerfer und Flakbatterien einflogen. Es wurden viele Hunderte von kleinen Bomben mit großer Explosivkraft abgeworfen. Das Ziel dieser Angriffe waren die Flakmesser, die mit einer neuerlichen Eröffnung des Feuers Versuche machten. In dem Moment aber, als die Scheinwerfer wieder in Aktion traten, warfen sich die deutschen Kampfflugzeuge wieder auf die Abwehrstellungen und ^ewarfen sie neuerdings mit Bomben. Als die deutschen Flugzeuge später in größeren und dichteren Formationen einflogen, waren an vielen Stellen die britischen Luftverteidigungsstellungen verschwunden. Berlin, 9. Dez. (Avala-DNB) Britische Flugzeuge versuchten in der Nacht zum 9. Dezember in Westdeutschland einzufliegen. Die Flugzeuge wurden in dieser ihrer Absicht behindert und warfen ihre Bomben westlich des Rheins planlos ab. Ein britisches Flugzeug wurde durch Flak' abgeschossen. Der griechische Vormarsch DIE EINNAHME ARGYROCASTROS AMTLICH BESTÄTIGT Athen, 9. Dez. (Avala-Reuter) Der in Feindflug zurückgekehrt waren, erzählten amtliche griechische Heeresbericht Nr. 43 u. a., daß die Angriffe unter günstigsten vom z. d. lautet: Die griechischen Trup-Wetterbedingungen durchgeführt worden pen unternahmen im Laufe des heutigen seien. Es sei über England sternenklar ge- . Tages an verschiedenen Frontabschnitten wesen. Brände konnten in der City wie Angriffe, die in erfolgreicher Weise mit auch in anderen Vorstädten festgestellt werden. Unter anderem wurde auch ein Gaswerk getroffen, das in Flammen steht. Den britischen Flugzeugen und der Flak | ist e° nicht gelungen die deutschen Flugzeuge in ihren Aktionen zu behindern. Nach weiteren Berichten aus Stockholm ist es den deutschen Geschwadern gelungen, über der britischen Hauptstadt eine ganze Reihe von kühnsten Einflügen durchzuführen. Ein Teil Londons steht in Flammen. London, 9. Dez. (Avala -— Reuter) Wie das britische Luftfahrtministerium mitteilt, haben britische Luftstreitkräfte in der Nacht vom Samstag zum Sonntag Düsseldorf, Westfalen und einen Teil d£s Ruhrgebietes bombardiert. Ueberall wurden in den Industrieanlagen Brände gesichtet. Berlin, 9. Dec. (AVala — DNB) Zahlreiche deutsche Kampfflugzeuge star teten auch am 8. d. bei Beginn der Abend dämmarung zum Fluge gegen .xmdon. Der Londoner Rundfunk schlug sehr frühzeitig Fliegeralarm, worauf die ersten Geschwader am Londoner Himmel erschienen. um nach Abwerfen der Leuchtraketen mit der Zerstörungsarbeit zu beginnen, die die Erplosiv- und Brandbomben bewirkten. Berlin, 9. Dez. (United Press) Gestern wurde hier amtlich gemeldet: Britische Bomber kreisten Samstag nachts über Westdeutschland und dem besetzten der Eroberung neuer bedeutsamer strategischer Punkte auf albanischem Boden endigten. In dem Bericht wird die frühere Nachricht über die Einnahme Argyroca-stros bestätigt. n uoseu 3ialieo Mehrere Mitglieder der italienischen Walfcnstillslandsdelegalion für Frankreich umgekommen M a i 1 a n d, 9. Dezember. (United Press) Am Samstag ist auf dem Fluge von Rom nach Turin ein italienisches Militärflugzeug abgestürzt, an dessen Bord sich mehrere Mitglieder der italienischen Waffenstillstandsdelegation für den Waffenstillstand mit Frankreich befanden. Unter den Toten befindet sich General Aldo P c 1 e g r i n i, der beim Fluge Balbos Rom—Chicago 1933 zugegen war, ferner General Pietro Pinto. Die Ursache des Unglücks, Sc- he- in dessen Verlaufe alle Insassen tötet worden waren, ist nichts kannt. Rom, 9. Dezember. (Avala-Stcfani) Der tragische Tod der Generale Pin-to und Pellegrini hat in ganz Italien tiefe Trauer ausgelöst. General Pinto war als tapferer Soldat und vortrefflicher Feldherr bekannt. Er galt als einer der besten italienischen Piloten und auch als vortrefflicher Organisator. Die cmer fanifch-mo KinanzverhandWngen Washington, 9. Dez. (Avala —[der Basis zweier Grundsätze. Die Verei-DNB) Die amerikanisch-englischen Ver- nigten Staaten wollen einer wirksameren handlungen über die an England zu ge- Finanzhilfe so lange die Zustimmung währende Finanzhilfe entwickelt sich nach nicht gehen, bis England alle seine Fi-einer Mitteilung des Associated Press auf i nanzraittel in den Vereinigten Staaten er- schöpft hat. Das Hauptziel der britischen Bemühungen ist, von der amerikanischen Regierung das grundsätzliche Versprechen für eine spätere Finanzhilfe im Bedarfsfälle zu erhalten, um auf diese Weise eine Stärkung der englischen Moral zu erzielen. Dieses Versprechen ist auch des halb nötig, damit die englische Regierung einen Plan ihrer Ankäufe in USA auszuarbeiten und die amerikanischen Lieferan ten hinsichtlich der englischen Zahlungsfähigkeit zu beschwichtigen vermöchte. Das Problem der Garantien, die die Vereinigten Staaten von England fordern würden, befindet sich im Mittelpunkt der Besprechungen, da nicht anzunehmen ist, daß irgend eine Finanzhilfe an England ohne nominelle Garantien in den Vereinigten Staaten Popularität erlangen könn te. In Kongreßkreisen wird lebendig über die Ueberlassung britischer Besitzungen in der westlichen Hemisphäre an die Vereinigten Staaten diskutiert, ebenso über die britische Kautschuk- und Zinnproduktion. Diese Diskussionen beweisen, daß man in Washington der Garantiefrage im Zusammenhänge mit der Kreditgewährung an England die größte Bedeutung beimißt. Kurze Nachrichten Ncwyork, 9. Dez. (Avala-DNB) 144 hervorragende Persönlichkeiten des amerikanischen politischen und kulturellen Lebens haben mit dem früheren Präsidenten Hoover an der Spitze eine Vereinigung gegründet, die den Plan Herbert Hoovers über die Entsendung von Lebensmitteln nach Holland, Belgien, Finnland, Norwegen und Polen durchzuführen gedenkt. Tokio, 9. Dez. (Avala — Domei) Der Kaiser empfing Marineminister Oika_ pa zur Entgegennahme des Rapports über den gegenwärtigen Stand der japanischen Kriegsflotte. Jugoslawien, Ungarn und die N&u Ordnung Europas Gra# Csafey wird mehrere Tage »er offizielle Besuch des ungarischen Außenministers im Sicfüe eines ungarischen dalvamtiichen Kommeniar« Beribeffmmg der sugoftawiW - ungarischen Beziehungen Budapest, 9. Dezember. Gestern morgens ist amtlich mitgeteilt worden, daß Außenminister Graf C s a k y am Dienstag nach Beograd ahreisen werde, um dem jugoslawischen Außenminister Dr. Cincar -Markovič einen Besuch abzustatten. Durch diese Mitteilung sind alle Mutmassungen über den Zeitpunkt der Abreise des Außenministers in Wegfall" gebracht worden. Graf Csaky wird mit mehreren hohen Beamten seines Ministeriums nach Jugoslawien reiset^ Der Beogradcr Aufenthalt des ungari sehen Außenministers ist auf mehrere Tage vorgedacht. Beograd, 9. Dezember. Der ungarische Außenminister Graf Csaky wird am Mittwoch, den 11. d. M. in der jugoslawischen Hauptstadt Eintreffen, um dem Minister des Aeußern Dr. Alexander C i n-car-Markovic einen Besuch abzustatten. B e o g r a d, 9. Dezember. Wie aus Budapest berichtet wird, hat die vom jugoslawischen Innenminister ausgesprochene Wiederzulassung einiger ungarischer Zeitungen nach Jugoslawien in dortigen Kreisen sehr guten Eindruck gemacht. Die Wiedererteilung des Postdebits für diese ungarischen Zeitungen wird in Budapest als ein Anzeichen für die Verbesserung der jugoslawisch- ungarischen Beziehungen ausgelegt. Budapest, 9. Dez. (Avala) Magyar Tavirati Iroda berichtet: Der halbamtliche »Pester Lloyd« stellt in seinem Leitartikel fest, daß die günstige Entwicklung der jugoslawisch - ungarischen Freundschaft im Hinblick auf die allgemeine Lage im Südosten einen wichtigen politischen Faktor darstellt. Die Besuche angesehener Persönlichkeiten und die wannen Pressestimmen haben eine Atmosphäre geschaffen, die man sowohl in Ju- goslawien als auch in Ungarn als sehr angenehm empfindet. Die Aufmerksamkeit der ungarischen Öffentlichkeit richtet sich immer mehr und mehr auf Jugoslawien. Dies läßt sowohl die Schreibweise der jugoslawischen Presse in den letzten Tagen als auch die jüngste Rede des ungarischen Außenminister Graf Csaky deutlich erkennen. Die gegenwärtige günstige Entwicklung der gemeinsamen Bande ist nicht nur von der historischen Lage und vom nationalen Bewußtsein abhängig, sondern in beträchtlichem Maße auch von den Umständen der allgemeinen Entwicklung der Südostlage. Die Entwicklung der neuen Ordnung, eingeführt von den Achsenmächten, hat den Fortschritt im Sinne einer Friedenspolitik und der Zusammenarbeit gefördert. Jugoslawien und Ungarn wollen den Anschluß an diese ZusammneaPjeit finden. Ungarn, das seine politischen Ziele schon lange vorher den Achsenmächten angepaßt hat, nimmt mit Befriedigung zur Kenntnis, daß auch Jugoslawien bereit ist, im Rahmen der europäischen Neuordnung mitzuarbeiten. Als ein Zeichen hiefijr ist auch die jüngste Erklärung des Ministerpräsidenten $ Dragiša Cvetkovič aufzufassen, daß Jugoslawien bei der Schaffung der europäischen Neuordnung mitwirken werde. Die Vertiefung der jugoslawisch-ungarischen Zusammenarbeit paßt sich beneidenswert der Südostpolitik der Achsen mächte an. In diesem Sinne begrüßten die maßgeblichen deutschen und italienischen Presseorgane die Anzeichen der jugoslawisch-ungarischen Annäherung. Die deutsche und die italienische Öffentlichkeit wissen — so schließt der »Pester Lloyd« seine Betrachtung —, daß die ungarisch-jugoslawische Annäherung einen Fortschritt in der Konsolidierung Südosteuropas darstellt, gleichzeitig aber auch ! den Ausschluß jener Mächte, die auf die-jsem Gebiete Störungen betreiben. Neuer Chef des italienischen Admiralstabes Der bisherige Shef des AömirMaSes Admlroi Eavagnari zurückmtrelen — Sein Nachfolger ist Aömiral Miccardi — Engere Verbundenheit Zwischen Wehrmacht und der faschistischen Buriei — Auch der Gouverneur des Dodekcmesos zurückgerreien Rom, 9. Dez. (Stefani) Gestern vormittags wurde die amtliche Mitteilung erlassen, daß auch der Chef des Admiralstabes Admiral Domenico Cavagnari von seinem Posten zurückgetreten ist. Ueber den Rücktritt des Chefs des Generalstabes Marschall Badoglio berichteten wir bereits in der Samstag-Ausgabe unseres Blattes. Anm. d. Red.). Ministerpräsident Mussolini dankte dem scheidenden Chef des Marinestabes in einem Hand schreiben herzlichst für seine Arbeit und sprach ihm die volle Anerkennung für die großen Verdienste aus, die er sich für den Fortschritt der italienischen Flotte in den letzten sieben Jahren erwarb, als er den Marinestab als Unterstaatssekretär für die Marine leitete. Zum Nachfolger Cavagnaris wurde gleichzeitig durch ein königliches Dekret Admiral Arturo R i c-car d i ernannt. Rom, 9. Dez. (Stefani) Auf Grund eines besonderen Dekrets ist Vizeadmiral J a c c hi i n o zum Oberbefehlshaber der italienischen Kriegsflotte ernannt worden. Diese Kommandostelle ist erst jetzt errich tet worden. Vizeadmiral Jacchino hat die, sen Posten als erster Admiral übernommen. Zum stellvertretenden Chef des Marinestabes wurde Admiral Camp i o. n e ernannt. Rom, 9. Dez. (Stefani) General C a-v a 11 e r o, der neue Chef des italienischen Generalstabes, erließ gestern einen Heeresbefehl, in dem er der gesamten Wehrmacht die Uebernahme seines Amtes als Chef des Generalßtabes mitteilt. In dem Befehl heißt es weiter, die italienische Wehrmacht werde alles tun, um das Hauptziel zu erreichen: den Sieg. An Mussolini richtete General Cavallero folgende Depesche: »In dem Augenblick, wo ich nach Ihrem Willen und durch die Bestimmung d.es Souveräns die Leitung des Generalstabes übernehme, sei es mir gestattet, den Stolz des gesamten Generalstabes darüber zum Ausdruck bringen zu dürfen, daß ich in Ehre und mit Verantwortungsbewußtsein den erteilten Auf trag erfüllen werde. Entschlossen werden v/ir alles tun,- um den Sieg zu erringen, zu dem uns Ihr Wille führt.« Rom, 9. Dez. Die Veränderungen >rn Generalstab und im Admiralstab werden in römischen Kreisen als ein Anzeichen dafür angesehen, daß die Kriegführung nunmehr nach Anweisungen Mussolinis energischer betrieben werden wird. Die Ernennung neuer Stabchefs und Komman danten ist auch als Zeichen der Wiederherstellung engerer Bindungen zwischen dem Kommando der Wehrmacht und der faschistischen Partei aufzufassen. Rom, 9. Dez. Am Samstag wurde der Oberbefehlshaber der italienischen Streitkräfte auf dem Dodekan;s, General Cesa. re de V e c c h i, auf eigenes Ersuchen von seinem Posten enthoben Zu seinem Nach folger wurde Gene-al Etfore B a s t i c o ernannt. Ministerpräsident Cvetkovič In Niš Beograd, 9. Dezember. Ministerpräsident Dragiša Cvetkovič weilte gestern in Niš und Niška Banja. Heute vormittags trat der Ministerpräsident die Rückreise nach’ Beograd an- Feierliche Grundsteinlegung der Beograde r Gemeinde-Garagen Beograd, 9. Dezember. In Anwesenheit des Verkehrsministers Ing-B e s 1 i c, des Bautenministers V u 1 o-v i c und anderer Persönlichkeiten wurde gestern die feierliche Grundsteinlegung zum Bau der neuen Gemeindegaragen vorgenommen, die eine Fläche von 12.000 Quadratmeter einnehmen werden. Sie „Eornarbon <£aft!e liegt fii Montevideo mit schwerer Schlagseite ZWEI SCHWERE LECKS MITTSCHIFFS OBER DER WASSERLINIE — WIRD DER ENGLISCHE HILFSKREUZER LÄNGER ALS 48 STUNDEN IN MONTEVIDEO BLEIBEN? GLmßenhM m SonDon U <*>■$ 1 1 , y., . >. 4< Mt. , ■ D • Londoner S'-uSeu'.-v'-uzuf, den der Alarm "n einem de- von deutschen Bombern angcric’:-"?« Zc.E an de,- Krieg -", ilss-airie uberpESChtc. L e in einer _.cCcu Newyorkiv Zei-isckri»'; veröitentiiclit. lUfnakrne wird Montevideo, 9. Dez. (Avala) DNB berichtet: Der englische Hilskreuzer »Car narvon Castle«, der in einem Seegefecht mit einem deutschen Hilfskreuzer schwer beschädigt worden war, ist am Samstag um 17.45 Uhr lokaler Zeit im Hafen von Montevideo eingelaufen. Das Schiff wies steuerbords über der Wasserlinie zwei mächtige Lecks auf. Auch der Schlot wies Granatentreffer auf. Vom Promenadedeck war ebenfalls ein Teil abgerissen. Ebenso konnte man schwere Beschädigungen backbords auf der Kommandobrücke feststellen. Im Hafen wurde der Hilfskreuzer von mehreren Rot-Kreuz-Ambulanzen erwartet. Wie es heißt, hat das Schiff 20 Verwundete und 7 Tote an Bord. Der englische Gesandte Millington Dra ke ersuchte das Außenministerium von Uruguay, man möge der »Carnarvon »Castle« einen 48-stündigen Aufenthalt i :m Hafen bew'lligen. Die Antwort ist noch i nicht bekannt. Montevideo, 9. Dez. (Avala). Reu ter meldet: Nach letzten Mitteilungen aus hiesigen Marinekreisen werden die dringlichen Reparaturen an Bord des englischen Hilfskreuzers noch vor Ablauf des j Montag beendigt sein. M o n t e v i d e o. 9. Dezember. (Avala) i DNB. Bezüglich der 22 Deutschen, die ‘ von Bord des brasilianischen Dampfe r; »Itayia« auf die »Carnarvon Castle« verschleppt wurden, wird größtes Stillschweigen bewahrt. Nach einer unbestätigten Meldung des Blattes »Montevideo -sollen die Deutschen außerhalb der Dreimeilenzone an Bord des englischen Dam]1 fers »Corinaldo« gebracht worden sein. Die »Corinaldo« ist im Hafen von Montevideo eingetroffen, wo s're noch vor Anker liegt. Der Hafen wurde von der Polizei gesäubert. Die Toten und Verwundeten sind noch nicht von der »Carnarvon Castle« geschafft worden, da zwischen dem englischen Gesandten und den lokalen Behörden ein Konflikt ausgebrochen ist. Der englische Gesandte will die Verwundeten in ein englisches Hospital bringen, die uruguayischen Behörden wollen jedoch die Mannschaften im Miü-tärinquisitenspital internieren. England strebt Militärbündnis mit Tschiangkaischek an. Tokio, 9. Dezember. (Stefani). Wie die japanischen Blätter aus Hongkong und Schanghai berichten, ist die englische Diklomatie am Werke, ein Militärbündnis mit der Regierung des Marschalls Tschiangkaischek in Tschunking abzuschließen. Brotkarten in den Städten Eine Erklärung des Vizepräsidenten des Wtnifieimes Dr. Macek in einer Versammlung der „Gospodarska Gloga" / Vor ein chneidenden Jss a^ nahmen auf dem Gebiete der Brotmehiwirtschaft / An zwei Wochentagen im Notfälle nur Maiöbrot Zagreb, 9. Dezember. In einer großen Versammlung der »Gospodarska Sloga« hielt der Vizepräsidenten des Ministerrates Dr. Vladko Maček gestern vormittags eine kurze Rede, in der er u. a. die Mitteilung machte, daß Handelsminister Dr. Andres und Kanus Dr. Suba-š i č eine Verordnung unterzeichnet haben, wonach in Hinkunft die Mühlen kein Nullermehl mehr ausmahlen dürfen, vielmehr müsse der ganze Weizen zu Ein- heitsmehl vermahlen werden. Nur einige Mühlen werden unter besonderer staatlicher Aufsicht berechtigt sein, auch weiterhin Mehl der Type »0« herzustellen. Ab 1. Jänner 1941 — so erklärte der Vizepräsident dr Regierung — tritt die obligatorische Vermahlung. von Weizen und Mais zu Einheitsmehl in KrafJ. Dem Weizenmehl werden 30 Prozent Mais beigemengt. Auf diese Weise soll das Brot bis zur nächsten Enrte sichergestellt werden. | Sollten sich aber auch diese Maßnahmen als ungenügend erweisen, wird für zwei Tage in der Woche, und zwar Montag : und Dienstag, auschließlich Maisbrot zur | Ausgabe gelangen. Wir werden also auf ■ keinen Fall ohne Brot dastehen. Die Vcr-I icilung des Mehles war bisher nicht gut, j aber nun soll auch darin ein Wandel ein-: treten. In den Städten wird die Einführung von Brotkarten nötig sein. Es wird jeder auf Ehrenwort die Erklärung abgeben müssen, ob er nicht etwa Mehl vorrätig hat, um in diesem Falle — so lange sein Lager noch reicht — die Brotkarten nicht beheben zu müssen. Sollte es sich jedoch herauastellen, daß er seine Vorräte verheimlicht, so wird er strenge •jestraft werden. Es ist nämlich ungerecht, sagte Dr. Maček am Schlüsse, daß in diesen Zeiten die einen im Überfluß leben, die anderen hingegen Mangel erleiden sollen. Das Echo der Rede des Ministerpräsidenten Cvetkovič in Italien und Deutschland „31 Vtccolo": Das erste Anzeichen der Herstellung einer direkten Zusammenarbeit Jugoslawiens mit den Achsenmächten Rom, 9. Dezember. Die letzte Rede des jugoslawischen Ministerpräsidenten Dragiša Cvetkovič vor dem B e ograde r Stadtrat ist von der italienischen Presse ausführlich kommentiert worden, wobei der nachstehende Passus der Rede insbesondere hervorgehoben wird: »Auf allen Gebieten und in allen internationalen Beziehungen kann es Verabredungen und Besprechungen geben. Auch wir werden an der Schaffung einer neuen Ordnung Europas mitarbeiten. über alle diese Beziehungen können wir Besprechungen führen und Verabredungen treffen, seien sie jedoch überzeugt, daß dadurch nicht im geringsten unsere Sicherheit, Unabhängigkeit und nationale Freiheit in Frage gestellt werden.« Die in dieser Rede enthaltene Behauptung, daß Jugoslawien bereit sei, in allen Fragen zu verhandeln, die die Neuordnung Europas betreffen, an der es selbst Mitwirken will, wobei die Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit des Landes gewährleistet bleiben, wird, wie der »P 1 c-col o« aus Beograd berichtet, als ein erstes Anzeichen dafür ausgelegt, daß die direkte Zusammenarbeit mit den Achsenmächten auf dem Wege ist. Berlin, 9. Dez. (Aval) Die deutsche Presse befaßt sich mit der Rede, die der jugoslawische Ministerpräsident vor dem Beograder Stadtrat gehalten hat. Alle Sonntagszeitungen veröffentlichten längere Auszüge aus dieser Rede. Der »V ö 1-kische Beobachter« bringt unter dem Titel »Jugoslawien will im neuen Europa mitarbeiten« an leitender Stelle einen Auszug aus der Rede und unter- streicht insbesondere den Passus, daß Jugoslawien bei der Schaffung des Neuen Europa mitwirken wolle, und zwar in der Überzeugung, daß für Jugoslawiens .Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit keine Frage entstehen werde. Deutschlands Blockade und die englische Industrie (Von unserem Fa.-MHarbeiter) Berlin, Dezember. Der geschäftsführende Direktor eines britischen Großunternehmens, H. N. Barnes, hat an die »Daily Mail« einen Beschwerdebrief geschrieben, der von der Zeitung veröffentlicht worden ist. Barnes schreibt, vom Arbeitsminister Bevin bekomme. man ständig zu hören, jede Unze geleisteter Erzeugung sei wertvoll. Tatsächlich, so heißt es dann weiter, habe die Regierung aber nicht mehr die Möglichkeit, den Unternehmungen Rohstoffe und Halbfertigwaren in ausreichender Menge zuzuleiten. Sein Unternehmen, so erfährt Barnes fort habe selbst zur Entlassung von beeten, geschulten Arbeitskräften schreiten müssen, weil infolge des Ausbleibens von Rohstoffen die Erzeugung schon wochen- lang um 50% gesunken sei. Einen guten Kommentar findet nach deutscher Ansicht diese Mitteilung durch die Meldung aus Amerika, das im Oktober weit über 5,000.000 Tonnen Stahl und Eisen aus den USA abgeholt worden seien. Bekanntlich importierten die Briten im August 654.000 t und im September 580.000 t. Amerikanische Eisenindustrielle erklären, die Engländer hätten zwar mehr gekauft, hätten aber mangels Schiffsraums auf eine Abholung verzichten müssen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Versorgungsschwierigkeiten der englischen Industrie mit Rohstoffen und Halb waren von Monat zu Monat schwieriger werden. Daß man in wichtigen Industriezweigen allerdings jetzt schon bei einer Produk- tionsticschränkung von 50% 'angekommen ist, hat selbst in deutschen Wirtschafts-kreisen überrascht. Auf den V e rfo rau eh ssek to r wirkt sich die schlechte Produktionslage dahin aus, daß die zuständigen Londoner Behörden -soeben für 17 verschiedene Produkte die für den Verkauf freigegebenen Mengen auf 25% des Friedonsabsatzes kontingentiert haben. Gleichzeitig erfolgte eine Mitteilung an die Bevölkerung, man solle weniger Kleidungsstücke einkaufen. Geschehe das nicht, so sei man genötigt, eine »Kleiderkarte« einzuführen. Interessant ist auch eine Untersuchung des statistischen Instituts in Oxford. Die englische Erzeugung hinke immer noch hinter der deutschen her, wird mitgeteilt. Eine drastische Einschräkung des zivilen Verbrauches sei notwendig, weil nicht nur die Kriegsmaterialerzeugung stark erhöht werden müsse, sondern gleichzeitig auch darin ein Nachteil liege, daß immer mehr ähnliche Arbeitskräfte durch Einberufung zum Heeresdienst der landwirtschaftlichen und industriellen Erzeugung entzogen würden. Der »Daily Express« meint zu dem gleichen Thema, die Bevölkerung müsse sparen und die Arbeiter in den Docks und Werften dürften nicht mehr an die Länge der Arbeitszeit denken. Gegenwärtig dauere es 5'A Tage, bis in den Häfen ein Schiff von 6000 t gelöscht sei, während das früher nur 3 Tage in Anspruch genommen habe. Wenn schließlich noch berücksichtigt wird, daß die britische Regierung den Zwangsverkauf von Aktien von 164 amerikanischen Firmen angeordnet hat, die sich in englischen Händen befinden, um die Finanzierung der Kriegsmaterialeinkäufe zu erleichtern, ist verständlich, daß die deutsche Öffentlichkeit mit den Erfolgen des Wirtschaftskrieges vollauf zufrieden ist. Was verdacht die Welt Enrii v. Behring? 50 JAHRE DIPHTHERIESERUM Berlin, Dezember. Wer die Bedeutung der Lebensarbeit Emil von Behring s kennt, der weiß, daß mancher unter uns nicht leben würde, wenn der große deutsche Arzt und Forscher seine Idee nicht m die Tat hätte umsetzen können! Diphtherie, Wundstarrkrampf, Scharlach und manche andere Infektionskrankheiten haben früher alljährlich Hunderttausende dahingerafft, weil die der ärztlichen Heilkunst zur Verfügung stehenden Mittel keine allgemein erfolgreiche Abwehr ermöglichten. Behrings Serumbehandlung, die jetzt auf eine fünfzigjährige Vergangenheit zurückblickt, dagegen gab die Möglichkeit, derartige verheerende Krankheiten erfolgreich zu bekämpfen. Der Vater Emil von Behrings — ein Dorfschullehrer in Westpreußen — hatte mit einem bescheidenen Einkommen eine 13köpfige Familie zu ernähren. Der Wunsch des Sohnes. Medizin zu studieren, konnte also nur durch wohltätige Menschen verwirklicht werden — eine Tat. die vielfältigen Segen stiftete. Nach erfolgreicher Tätigkeit als Militärarzt in verschiedenen Garnisonen gab Behring die militärische Laufbahn zugunsten der akademischen auf. um sich voll und ganz seiner Lebensarbeit widmen zu können. In jahrelanger mühevoller Forscherarbeit verwirklichte er seine Idee. Er hatte festgestellt, daß sich beim Kampf gegen die Erreger gewisser auf Infektionen beruhenden Krankheiten im Blut Gegengifte (Antitoxine) bilden, welche die Giftstoffe der Bakterien unschädlich zu machen versuchen. Nach überstande-ner Krankheit verbleiben diese Antitoxine eine Zeitlang im Blut und schützen sc den Körper vor einer neuen Erkrankung. Wenn man aiso einem Diphtherieerkrankten solche Heilstoffe in Form der Gegengifte vermittelt, unterstützt man den Körper in seinen natürlichen Abwehrbemühungen. Behring erbrachte den Beweis, daß sich solche Heilstoffe planmäßig im Blut von Tieren bilden lassen; 1890 — vor nunmehr 50 Jahren — erfuhr die Öffentlichkeit zum ersten Male von den gelungenen Versuchen. Die Behringsche Serumbehandlung begann einen einzigartigen Siegeszug durch die ganze Welt. In allen Kulturländern fielen bei Diphtherieerkrankten die Sterblichkeitsziffern, die vor der Einführung 76 Prozent betrugen und heute auf etwa 5 Prozent gesunken sind. Die planmäßige Herstellung des Diphtherieheilserums erfolgte noch unter Behrings Leitung in den von ihm gegründeten Behringwerken bei Marburg, in denen nach seinem Tode die weitere Entwicklung auf dem vielfältigen Arbeitsgebiet der Serologie im Sinne des großen Forschers fortgesetzt wird. Mit der Herstellung des Diphtherie-Serums, das wohl die schon abgebrochene Krankheit zu bekämpfen gestattet, war Behrings Lebensziel — die Diphtherie restlos auszurotten — noch keinesfalls abgeschlossen. Durch systematische Impfungen wollte er die Jugend vor der Diphtherie schützen. Er entwickelte ein Diphtherie-Schutzmittel, über das er 1913 in Wiesbaden erstmalig berichtete. Mit diesem Schutzmittel wies er einen Weg, die Erkrankungs-fälle allmählich zu einer Seltenheit zu machen. In zahlreichen Kulturländern ist das Behringsche Programm schon in großem Umfange verwirklicht worden mit dem Erfolg, daß die Erkrankungen an Diphtherie bis auf einen kleinen Prozentsatz ausgeschaltet werden konnten. Ein weiterer großer Erfolg war dem unermüdlichen Forscher Emil von Behring in der Erfindung des Tetanus-Serums beschieden. Im Straßenschmutz u. im Erdboden leben jene Tetanus- oder Wundstarrkrampfbazillen, die bei Verletzungen gefährliche Wundinfektionen verursachen können und in vielen Fällen zum "Tode führen. Diesen Gefahren sind besonders Soldaten im Kriege ausgesetzt, und tatsächlich erkannte man erst im Weltkrig den vollen Wert des gleichzeitig mit dem Diphtherie-Serum entwickelten Tetanus-Serums. Zu Beginn des Weltkrieges starben noch zahlreiche Sol- daten an dieser Wundinfektion. Als man dann systematisch die Verwundeten vorbeugend mit dem Behringschen Tetanus-Serum impfte, erkrankte kaum noch einer an Starrkrampf. E. v. Behring ist damit auch unzähligen Soldaten zum Lebensretter geworden. Am 31. März 1917 hat Emil v. Behring sein arbeitsreiches, aber auch erfolgreiches Leben beendet. In Anerkennung seiner Verdienste sinfl ihm zahlreiche Ehrungen zuteil geworden, die seinen internationalen Ruf mitbegründeten. Zahlreiche wissenschaftliche Körperschaften des In- und Auslandes ernanten ihn zum Ehrenmitglied. Als Behring mit 63 Jahren sein Leben beschloß, waren die Auswirkungen seiner segensreichen Tätigkeit keinesfalls abgeschlossen. Die Behringwerke, sind durch ihre Erzeugnisse und ihre Arbeiten bis weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt geworden. Behring-Institute in Übersee, die der Erforschung der dort speziell auftretenden Krankheiten gewidmet sind, haben den Namen Behring auch in den anderen Erdteilen zu einem Begrifft gemacht. Als vor 50 Jahren erstmals die Idee Behrings der ärztlichen Heilpraxis viele heue Möglichkeiten eröffnete, konnte man ihre Auswirkungen noch nicht übersehen. Heute weiß man, daß seine Tat mit zu den größten Verdiensten gehört, die sich je Männer um die Menschheit erworben haben. Copyright by »Vox Gentium«, 1940. Aus Sind! und Umgebung Maribor. Montag den 9. Dezember Die Gutenberg-Feier in Maribo IMPOSANTER VERLAUF DER GEDENKFEIER IM THEATER Wie bereits berichtet, veranstalteten die Maritoorer Graphiker in Gemeinschaft mit ihren Kollegen aus Celje am Samstag im Mariborer Theater eine Gutenberg-Feier, die äußerst gut besucht war und einen imposanten Verlauf nahm. Unter den Anwesenden bemerkte man fast vollzählig die Jünger der schwarzen Kunst, zahlreiche Journalisten und viele Vertreter der Mariborer Öffentlichkeit, u. a. die Herren Bürgermeister Dr. Juvan, Be-zärkshauptmann Dr. šiška und Bezirkshauptmann Eiletz. Ferner waren die Druckereidirektoren Stanko. Detela, Franz Hrastelj und Viktor Eržen sowie die Druckereibesitzer Lojze Strašni* und Hinko S a x erschienen. Das Programm des Abends, das auf das Publikum den denkbar besten Eindruck machte, wurde von der Militärkapelle unter der Leitung des Kapellmeisters Hauptmann Ji’ran e k mit der I. Jugoslawischen Rhapsodie von J. J i r a n e k eingeleitet. Nachdem die Musikkapelle noch den Buchdruckermarsch gespielt hatte, trat der Gesangverein »Grafika« unter der Leitung des Dirigenten V. Ž i v-k o auf die Bühne und brachte vier Chöre in künstlerisch vollendeter Weise zum Vortrag. Als hervorragender Solist stellte sich uns diesmal L. Gabrijan vor, der über eine starke und bereits gut ausgebildete Stimme verfügt. Sodann folgte die Schauspielszene »500 Jahre Druckwesen« von I. Kleč, dargestellt von Buchdruckern aus Maribor und Celje. Die Darsteller entpuppten sich fast durchwegs als gute Schauspieler, was ihnen umso höher angerechnet werden muß, als es sich um Dilettanten handelt, die kaum 14 Tage Zeit hatten, um sich für ihren Auftritt vorzubereiten. Der Abend brachte uns mit seinen kulturell-künstlerischen Darbietungen den Beweis, daß sich die Organisationen unserer Graphiker auch ihrer kulturellen Mission voll und ganz bewußt sind. Sokolsaal veranstaltete der Sokol eine zweite Nikolofeier, itn Narodni dom fan-t den sich die Mitglieder der .Anschaffungsgenossenschaften der Staatsangestellten und der Eisenbahner zu einem lustigen Nikolorummel ein. Einen frohen Verlauf nahm die intime Nikolofeier des Vereines hilfen beschäftigt, i --se Bestimm“«’-'', gilt für die Maschinenschlosser, Spengler, Mcuälgicsser, Gürtler, Mclulldre-her, Goldarbeiter, Graveure. Mc ’iaiu-ker und Automechaniker sowie Optiker. m Todesfall. Im hohen Alter von 86 Jahren ist gestern die Lokomolivfüh-rersgaftin Frau Maria Schwaigergeb. Klecdorfer, gestorben. Friede ihrer Asche1 m. Cankar-Feier im Theater. Aus Anlaß des Todestages Ivan Cankars findet am Vorabend, d. i. Dienstag, im Maribo- der Textilte'thniker und der Absolventen j rer Theater eine Aufführung des klassi-der Handelsakademie. Viel Unterhaltung! sehen Bühnenwerkes des Dichters »Zum boten auch die Feiern des Gesangvereines i »Wohle des Volkes« statt. Die Gedenk- »Kolo« nn Gasthaus Grmek und der Freiwilligen Feuerwehr in Studenci. Kindervorstellung im Mariborer Theater ERICH KÄSTNER: »PÜNKTCHEN UND TONI« Theatervorstellungen für Kinder sind nicht nur bei uns, sondern auch auf größeren Buhnen und bei größeren Völkern ein großes Problem, das noch immer einer zufriedenstellenden Lösung harrt. Kästners dramatisierter Roman »Pünktchen und Toni« hat die Aufgaben eines Kinder riramas noch nicht völlig gelöst, hat aber die Lösung angezeigt. In seinem geradezu revolutionär klingenden Prolog hat der Dichter scharf gegen jene alten Tanten, die noch immer die Märchenstoffe befürworten. Stellung genommen. Er zeigte, daß all diese Märchen noch viel weniger für die Jugend sind, wie ein Theaterstück, daß die Kinder mit dem wahren Leben in Verbindung setzt und sie schon heute auf so manches, was sie im Leben erwartet, aufmerksam macht. Man muß gestehen, daß es ihm nicht nur gelungen ist, die Un-angemessenheit der oft grausamen und blutdürstigen alten Märchen unter Beweis zu stellen, sondern uns auch sofort etwas Besseres zu bieten. Wie immer man auch hie und da fühlte, daß er sich den Kindern nicht ohne einen gewissen Inte-lektualismus nähere, so müssen wir die Idee des Dramas, das sicherlich große erzieherische Werte birgt, wie auch den frischen realistischen, nur selten etwas sentimentalen Stil des Werkes bedingungslos anerkennen. Das Stück steht wie ein Wegweiser im Reiche des Kinderdramas, das sich uns sicherlich bald offenbaren wird. Die Spielleitung war in den Händen des Regisseurs Milan Košič, der dem Drama Tempo verlieh und einen zweckmäßigen Rahmen gab. Vielleicht könnte er hie und da ein Stück Großstadt für unser kleines Publikum mildem. In einigen Szenen, besonders in der Straßen- und in der Kaffeehausszene, zeigte er viel Phantasie und Geschicktheit. Die beiden Titelrollen spielten Tončka Na rat und Danica S a-v i n, erstere zum ersten Male in einer größeren Rolle, der sie viel Frische verlieh. Die Danica Savin ist nach Temperament und Statur die einzige, die bei uns eine Bubenrolle ausführen kann. Unter den übrigen Schauspielern hat sich besonders Just Košuta als Fabriksdirektor hervorgetan. Seine Kreation war durchwegs stilgerecht und gefiel besonders in den Schlußszenen. Auch Emma Stare als robuste Köchin hat den Kin-derpesclmisck getroffen und die effektvollen Szenen hcrausbekommen. Gorinšek verkörperte die böse Gouvernante, so wie sie von Kindern gesehen wird. Die Vorstellung kann zu den gelungensten gezählt werden, obwohl sic vielleicht etwas zu schnell einstudiert wurde. Das kleine Publikum war äußerst zufrieden und das war schließlich der Zweck der m. Den Bund fürs Leben schlossen in Ruše Dr. Aladar Dobotzky und Frl. Lieselotte Gulda, eine Tochter des verstorbenen ehemaligen Mariborer Großkaufmannes Gulda. Dem jungen Ehepaar unsere herzlichsten Glückwünsche! m. Geschäftsjubiläum. Der hiesige Tischlermeister Herr Stefan K o t e r feiert heute sein 25jähriges Jubiläum als selbständiger Unternehmer. In bescheidenen Grenzen nahm der Jubilar, der aus Beltinci in Prekmurje stammt, noch während des Weltkrieges die Erzeugung von Möbeln usw. auf und verstand es, durch Fleiß und Zähigkeit das Unternehmen nach und nach auf die gegenwärtige respektable Höhe zu bringen. Wir gratulieren! m Auszeichnungen im Strassenbau. In Würdigung der hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Strasscn-bnues wurden ausgezeichnet der Präsiden! des Bezirksstrassenausschusses in Maribor Vizebürgermeister Franjo Že bot mit dem St. Suvaorden 4. Klasse; denselben Orden 5. Klasse erhielten die Oberbauadjunkten dieses Stras-senausse.husses Ing. Anton Stergar-s c k und Ing. Adolf Soberl, die Goldene Verdienstmedaille hingegen der Banatsstrasseninspektor Isidor Goni i 1 š e k. Wir gratulieren! rede wird der Schriftsteller Dr. Ivan Dornik halten. m. Tragischer Tod. ln Vuzenica ist der Sohn des Besitzers Michael G e r m u t h, Herbert, auf tragische Weise tödlich verunglückt. m. Ein Bergheim wird der Sportklub »Rapid« am Pisnik oberhalb Ribnica im dortigen Meierhaus einrichten. m Aus dem Gerichlsdieiisl. Zum Richter des Kreisgerichtes in Maribor wurde der Bezirksgerichts vorsicher Dr. Rudolf Adamič in Prevalje ernannt und der Bezirksgerichtsvorsteher Jakob Jerman von Ljubljana in derselben Eigenschaft nach Prevalje versetzt. m. Aus dem Männergesangverein. Dienstag, den 10. Dezember Probe für gemischten Chor. Es wird ersucht, vollzählig zu erscheinen. Probelokal Gainbri-nushalle. m. Der Mariborer Sender dürfte ui nicht allzu ferner Zeit seine Aufgabe über nehmen. Der Bau des Sendehauses in Tezno schreitet rüstig vorwärts und sieht bereits seiner Fertigstellung entgegen. Jetzt traf der Sendeturm aus Deutschland ein, der demnächst zur Aufstellung gelangen wird. Die stählerne Konstruktion des Pfeilers wird sich HO Meter hoch in die Luft erheben und als Träger der Sendeantenne dienen. m m. Boris Pilato im Mariborer Theater. Wieder ein Transport heimkeh-; Der junge Tanzkünstler Boris Pilato, render Saisonarbeiter. Gestern nach j der nach mehrjährigem erfolgreichen 22 Uhr traf der zweite Zug mit 4301 Wirken im Ausland als Ballettmeister am Vorstellung, bei der aber auch die Er- doimkehrenden Saisonarbeitern und, Nationaltheater in Ljubljana wirkt, wird Kindern, die etwa acht Monate in;am Donnerstag, den 12. d. im Mari-Deutschland bei Feldarbeiten in A er- j Oorer Theater gemeinsam mit Frl. Mo-wendung gestanden waren, in Maribor har, dem Star des Ljubljanaer Balletts. wachsend! auf ihre Rechnung kamen, j. Elektrotechnik Maschinenbau Grosses Laboratorium Lehrfabrik für Praktikanten Ingenieurschule Ilmenau (Thüringen, Deutschland) Der verspätete Mfoio Die alljährliche Nikolofeier erstreckte sich heuer gleich über mehrere Tage und wurde eigentlich erst am gestrigen Sonntag beendet. Samstag und Sonntag wurde noch überall mit großem Aufwand der hl. Nikolaus gefeiert. Einen überaus geselligen Nikoloabend veranstaltete die Motosektion des Autoklubs im Hotel »Ma- chi. Die Rückkehrer wurden von Vertretern des Auswandererkommissariats u. von Vertretern der Behörden herzlich begrüsst. Sie wurden im Bahn-hofreslaurant bewirtet, worauf sie nach Erledigung der Formalitäten die Heimfahrt fortsetzten. Fast die Hälfte der Heimkehrer dieses Transportes stammt aus den östlichen Teilen Jugoslawiens, der Rest jedoch aus Prekmurje und der Murinsel. Bis Weih nachten werden noch einige Transporte folgen. m Mehr Lehrlinge in gewerblichen Betrieben gestaltet. Die Banatsverwaltung hat angeordnet, dass, abweichend riborski dvor«, wo es eine Reihe von I von den einschlägigen Bestimmungen Ueberraschunge.n gab. Der ISSK Maribor in einigen gewerblichen Betrieben die lud seine Mitglieder zu einem animierten Nikolofest in die Kino-Bar ein, wo es gleichfalls zahlreiche Geschenke gab. Im festgesetzte Zahl der Lehrlinge um einen Lehrling erhöht werden darf, falls der Betrieb mindestens einen Ge- Miu&tiberfan auf ein Dauern haue Vergebliche Mühe maskierter Männer am Draufcüdc In Sv. Miklavž am Draufelde verbrachte die Familie des Besitzers Gornik zum Wochenende einen mehr als ungemütlichen Abend. Während die Familienmitglieder in der Stube spätabends versammelt waren, drangen plötzlich mehrere maskierte Männer in den Raum ein und forderten unter Blindschüssen die Herausgabe sämtlichen im Hause befindlichen Geldes und der Wertsachen, wie drigcnfalls alle ermordet werden würden. Da die Hausinsassen beteuerten, sie hätten kein Geld im Hause, wurden alle Kasten und Läden durchstöbert. Schliesslich mussten sich die Räuber, da sie nichts fanden, was sich des Mitnehmer,s gelohnt hätte, abzie- Nacht. Sie waren, wie es sich später herausstellte, mit einer Leiter auf das Dach gekrochen, hatten einige Ziegel entfernt und waren dann auf den Dachboden gekommen, von wo sie sich leise in das Erdgeschoss begeben hatten. Die Familie Gornik sowie durch die Schüsse aufgeweckten Nachbarn nahmen unverzüglich die Verfolgung der Eindringlige auf, doch bisher ohne Erfolg. Auch die Gendarmerie nahm die Spuren, die die Täter hinterlassen hatten auf und heftete sich den Räubern, die diesmal nicht auf ihre Rechnung kamen, auf die Fersen. Der Ver- einen Tanzabend veranstalten. m Seltenes Weidmannshefl. Der bekannte Weidmann Otto Gabritsch aus Brežice erlegte in den Forsten des Schlosses „Mikritz“ einen 220 Kg schweren Keiler. Es ist dies das werte Stück dieser Art, dass der wackere Weidmann in kürzester Zeit erlegte. m Das Mariborer Gewerbe in der Geschichtsforschung. Der Historik, r-verein hat sich die Aufgabe gestellt, die Geschichte des Mariborer Gewerbes zu erforschen. Die einschlägigen Gewerbeinnungen haben dem obgenannten Verein nicht nur ihr ganzes Material zur Verfügung gestellt, sondern auch eine besondere Sammelaktion in ihren Reihen für die Aufbringung der nötigen Geldmittel eingeleitet. m Gestorben ist gestern die Private Frau Anna Geh im Alter von 59 Jahren. R. i. p. ! m Studenci für die armen Schulkinder. Im Sokollieim in Studenci wurde am Samstag ein „Bunter Abend " zugunsten der armen Schulkinder dieser Gemeinde veranstaltet, der einen guten Besuch aufzuweisen hatte und ein namhaftes materielles Ergebnis brachte. Mitwirkende waren die kleinen Harmonikaspieler von Studenci, der Tamburaschen-Kleinchor, der Gesangverein „Enakost“, der Sokolnach-wuchs mit Freiübungen sowie die Solistin Frl. Fabič. Grosse Heiterkeit erregte ein zur Aufführung gebrachter Einakter. m Schadenfeuer. Im Lagerhaus© der Brauerei Tscheligi in der Grcgor- fall hat die Landbevölkerung begreif- čičeva ulica waren am Samstag*meh-lieherwcisc nicht wenig in Erregung vere Arbeiter mit dem Pechsieden bc-Slava : hen und verschwanden im Dunkel der j versetzt. . schäfligt. Plötzlich schossen unter dem II. Bilderjchau August Geebocher ln (Seife AUGUST SEEBACHER FÜHRT UNS INS ALTE UND NEUE CELJE Kessel Flammen empor und setzten das Gebälk des Dachbodens in Flammen. Das Feuer griff rasch um sich, doch konnte es von der rasch herbeigeeilten Feuerwehr gelöscht werden. Der Schaden beläuft sich auf etwa 10.000 Dinar. m Geplünderte Villa. Noch unbekannte Täter erbrachen in Morje bei Fram die Villa am Weingut;:besitz der Frau Marie Frangesch und nahmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest war. Die Gendarmerie hat bereits zwei Verhaftungen vorgenommen. m Gefunden wurde gestern in der Koroška cesta eine auf den Namen Martin Caspar lautende SLaatsbeam-tenlegilimation. m Zwei Fahrräder gestohlen. Dem Eisenbahner Feier Ploj wurde gestern in der Tvorniška ulica ein Fahrrad gestohlen. Ein zweites Fahrrad kam dem Gefangenhausaufseher Josef Zupanc in der Mlinska ulica abhanden. m Ein herrenloses Fahrrad wurde gestern vor einem Gastlokal in der Aleksandrova cesta vorgefunden. Das Rad trägt die Evidenznummer 2-230532. m Grösser Einbruch. In die Zadružna hranilnica in št. Peter bei Novo mesto drangen in der Nacht zum Sonntag bisher noch unbekannte Männer ein und Hessen 18.000 Dinar Bargeld milsichgehen. Von den Tätern fehlt einstweilen jede Spur. m. Abgängig ist seit mehr als einer Woche das 19jährige, bei der Oberstens-gattin Frau Frieda Vrhunc beschäftigte Dienstmädchen Josefine T rančark aus St. llj bei Turjak. Das Mädchen hatte am 28. November d. J. seine Stelle angetreten, wurde aber gleich am nächsten Tag vor schweren Unterleibsschmerzen befallen, sodaß es von der Arbeitgeberin zum Arzt gesandt werden mußte. Seitdem fehlt vom Mädchen jede Spur. m Wetterbericht vom 9. d., 9 Uhr: Temperatur —1.0 Grad, Luftfeuchtigkeit 88 Prozent, Luftdruck 738.0 Mithin Her. Westwind. Gestern Maximaltemperatur >10. t. heute Mjnimaltemperatur —7.3 Grad. * Hornhaut und Hühneraugen entfernt schmerzlos »Bata«. 9345 Aus EkW c. Hugo Wolf-Abend in Celje. Der Mannergesangverein veranstaltet Donnerstag, den 12. Dezember, im Kinosaal des Hotels Skoberne um 20 Uhr einen Hugo Wolf-Abend, bei dem Konzertsängerin Frau Maria Tutta aus Ljubljana und Prof. Hermann Frisch aus Maribor mit-wirken u. Redakteur Helfried Patz über Hugo Wolf sprechen wird. Mit Frau Maria Tutta kommt wieder einmal eine ausgezeichnete Sängerin nach Celje. So schrieb beispielsweise die »Deutsche Leipziger Zeitung« über einen Liederabend von Frau Tutta: »Die metallweiche, sympathische Stimme, ein zwangloser, ungekünstelter Vortrag und die vollendete Gesangsausbildung, das waren die Mittel, durch welche die Sängerin fesselte.« Die ■Reichenberger Zeitung« schreibt: »Frau Maria Tutta liebt das moderne Lied und weiß damit viel anzufangen. Ihr schöner Mezzosopran mit seiner Kraft und Biegsamkeit und ihr feuriges Temperament hilft der Sängerin den oft zur Szene ausgeweiteten Gesängen der nachwagnerischen Zeit den notwendigen breiten und eindrucksvollen Rahmen zu verleihen. Kleinarbeit nicht übersehend, legt Frau Tutta ihr Hauptaugenmerk auf die große Linie. Der Abend war so interessant, daß nur zu bedauern war, es habe ihn nicht der Stadtbildungsausschuß als wertvollen Bildungsabend veranstaltet.« Dr. Korošec Hi Xovisad Novi sn d. 9. ; zember. Gestern vormittags ist Unlcrrichfsminislcr Dr. Anton Korošec in Novisad cm getroffen. Der Unterrichlsminister benützte die Gelegenheit seines Aufenthaltes zur Besichtigung der hiesigen römi katlio "sehen Abteikirche. Dr. Korošec wurde hiebei von Abt Franz Svraka geführt. Aus Celje wird uns berichtet: In den neuen Amtsräumen der Ortsguppe C e-I j e des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes wurde am Sonntag die II. Bilderschau des akademischen Malers August Seebacher eröffnet. Es sind zuerst Motive aus dem alten und mittelalterlichen Celje, aber auch Pastelle und öle, die aus dem Leben gegriffen sind, zu sehen. Farbzeichnungen aus den Ruinen der uralten Chartäuseriklause Seitz bei Konjice, die leider dem gänzlichen Verfalle preisgegeben ist, werden die Bilderschau besonders beleben. Vor allem aber ist diese Bilderschau als Werbeausstellung zur Zeichnung für die letzte Bilderfolge des Radierungswerkes »Celeia antiqua et nova« bestimmt. In den Radierungen der geschichtlichen Bilderfolge »Celea antiqua et nova« hält der Künstler im I. Teil das uralte Claudia Celeia als römische Prokuratorenstadt fest, er führt uns in die altchristliche Zeit der Sannstadt und wirft mit Künstlerhand die Legende des hl. Maximilan hin, der in Claudia Celeia am 12. Oktober des Jahres 284 enthauptet worden sein soll. Er zeigt uns die Wunderquelle bei der Kapelle des hl. Maximilian und läßt vor Augen der staunenden Nachwelt die mächtige alt-christliche Basilika in Celeia erstehen, deren Grundmauern mit einem guterhaltenen Mosaikboden beim Bau des Postgebäudes im Jahre 1897 bloßgelegt wurden. Der 11. Teil ist dem erlauchten Ge-schlechte der einst so mächtigen »Grafen von Ci Hi« gewidmet. Ausgehend von der Stammburg Sannedk erscheint im historisch wahrheitsgetreuen Werk der Minnesänger Konrad von Sanneck, ferner Friedrich I., der letzte Sannecker und erste Cil-Hef der die Grafenwürde erhält,, sowie Ulrich I., der mit König Karl IV, im Jahre 1355 in Rom weilte. Festgehalten im Bilde ist die Trauung der schönen und leidenschaftlichen »Barbara von Ci Hi« mit dem deutschen Kaiser Sigismund (1404). Eine sehr gute Wiedergabe der Stadtburg im Jahre 1387 und der Burg Obcr-Celje beschließen diesen Abschnitt. Der 111. Teil des Werkes enthält nun das Drama der unglücklichen Veronika von Desenic, den Heimgang der Grafen Hermann II. und Friedrich II. sowie dias tatenreiche Leben und gewaltsame Ende Ulrich II. in Beograd (9. November 1456). So schließt die ruhmreiche Geschichte der »Grafen von Cilli« diese letzte Mappe des großen Heimatwerkes ab und der Künstler soll persönlich für diesen Schluß stein der Bilderfolge »Celeia antiqua et nova« werben. Trotz seiner schweren Krankheit läßt er es sich nicht nehmen, den Werdegang des schöpferischen Bildgedankens vom ersten künstlerischen Einfall bis zur plattenreifen Skizze persönlich an Hand der Erstlingsabeiten zu erläutern und so allen Volksgenossen den | seltenen Einblick in das Entstehen der Radierungsblätter dieser Bilderfolge gewähren. An der Menge der ausgestellten Skizzen, Modellzeichnungcn usw. wird sich die Arbeitsfülle erst erahnen lassen, die da geleistet werden mußte, ehe so ein Mappenwerk in die Welt gehen und die heimatliebenden Kunstfreunde erfreuen konnte. Wie ein Dichter in formschönen Versen, so ist August Seebacher mit dem Stechgriffel bemüht das uralte Celje im Bilde festzuhalten und der Vergangenheit zu entreißen. Mehr denn je ist es gerade heute unsere Pflicht, die tatenreiche Geschichte der Heimat in den Vordergrund zu stellen und die Mitwelt mit ihr vertraut zu machen. Ein einfacher Weg ist die Erwerbung der geschichtlichen Bilderfolge (auch mit Text versehen) unserer Heimatstadt, die als Subskribtionswerk erscheint. Jeder, der dazu in der Lage ist, zeichne deshalb für das Lebenswerk unseres Heimatkünstlers, der es in emsiger Klarheit erdacht, entworfen und geschaffen hat. Celje in seiner Stadtwerdung und seinen herrlichsten Tagen, mit seinen lauschigsten Winkeln wird so erstmalig und einmalig im Bilde der Nachwelt überliefert. Moelbotee Theater ........................ REPERTOIRE: Montag, 9. Dezember: Geschlossen. Dienstag, 10. Dezember um 20 Uhr: »Zum Wohle des Volkes«. Ab. A. Xcii"KIiiP Esplanade- Tonkino. Leute. Montag, letzter Tag des ausgezeichneten deutschen Lustspielschlagers »Die lustigen Vagabunden«. — Ab Dienstag nur zwei Tage die Reprise des hervorragenden Volksfilms »Das Schicksal in den Bergen« mit Magda Schneider. Burg-Tonkino. Nur bis einschließlich Mittwoch der zweiteilige Sensationsfilm »Drei Legionäre«. Ein gewaltiges Filmwerk von ungeheurer dramatischer Wucht — Ab Donnerstag der deutsche Spitzenfilm »Die Reise nach Tilsit« (Sonnenaufgang) nach einer gleichnamigen Novelle von Hermann Sudermann. Eine schöne fremde Frau erscheint immer wieder in dem kleinen Küstendorf und bringt Verwirrung und Not in die friedliche Ehe eines jungen Fischerpaares. Bezwingend und mitreißend sind die dramatischen Ereignisse, die zu einem menschlich ergreifenden Erlebnis gestaltet werden. Union-Tonkino. Das große Abenteurerdrama »Hauptmann Benoit« mit Jean Murat und Madeleine Robinson. In pak-kender Anschaulichkeit schildert uns dieses Filmwerk die Erlebnisse eines aus Deutschland geflohenen kriegsgefangenen französischen Offiziers. Spannender Inhalt, schöne Naturaufnahmen, reizende Musik. ApolhekennaWSienst Bis 13. Dezember versehen die M a-ria hilf- Apotheke (Mr. König) in der Aleksandrova c. 1, Tel. 21-79 sowie die St. Anton-Apotheke (Mr. Albaneže) in der Frankopanova ul. 18. Tel. 27-01, den Nachtdienst. Das Wetter Wettervorhersage für Dienstag: Vorwiegend klar und beständig. Bnäm-Pee^raisiBB Dienstag, 10. Dezember. Ljubljana, 7 Uhr Nachr., Frühkonzert. 12 Mittagskonzert. 14 Nachr. 14.15 Schulfunk. 18 Schweizer Musik. 19 Nachr., Nationalvortrag. 20 Konzert. 21.15 Russisch. Volkslieder. — Beograd, 17.25 Konzert 18.30 Volkslieder. 19 Nachr., Nationalvortrag. 19.40 Klavier. 20.40 Konzert des Musikquartetts Nemeček-Slatin. — Sofia, 18 Tanzmusik. 19 RO. 20 Kammermusik — Prag, 15 Klavier. 15.45 Bunte Melodien. 17.15 Tanzmusik. >8.20 Abendmusik. — Budapest, 18.30 Gesang. 19.20 Orchesterkonzert. — Beromünster, 18.2" Blasmusik. 19.15 Kammermusik. 20.10 Bunter Abend. — Bukarest, 18.25 Volkslieder. 20.05 Sinfoniekonzert. — Rom L. 19.45 Sinfoniekonzert. 21.45 Nachr. :— Deutsche Sender, 16.20 Konzert. 19 Unterhaltungsmusik. 21 Bunter Abend. sten Frau Grete Mascher-Pelrkan, Frl. Herta S p i 11 a u, Prof. Frisch, E. J e 11 m a r und J. Ts charrc waren Gegenstand besonderer Ehrungen. Hugo Wolfs Schaffen und Verdienste um die deutsche Musik beleuchtete der Vereinsobmann Albert Scharner in einer gehaltvollen Gedenkrede. p. Offene Singstunde. Die nächste offene Singstunde des Männergesangvereines findet am Montag, den 16. d. um 20.15 Uhr im Vereinshaus statt. Um vollzähliges Erscheinen wird gebeten. p. Im Stadttonkino gelangt Mittwoch und Donnerstag der deutsche Lustspielschlager »Hochzeitsreise« zur Vorführung. Ein Film mit viel Schmiß und Humor. Im Beiprogramm die neue Fox-Wochenschau. Gedenkt fter flntituberfuioien»£ip! Dr. Bruno Sadnik — Opfer eines fraglichen Saaöunfafies Gel je, 9. Dezember. Noch sind die Narben, die der Verlust des Sanitätsrates Dr. Gregor Jesenko den Bürgern von Celje gerissen, hatte, nicht vernarb! und wieder griff der Tod mit rauher Hand in ihre Reihen. Am Heizten Sonntag gegen 11 Uhr fiel Dr. : Bruno Sadnik, der vortreffliche | Mensch und Kamerad, der begeisterte 1 Weidmann und Petrijünger während einer Treibjagd unweit des Jungfernsprunges bei Celje einem tragischen Unfälle zum Opfer. Fs liegt im Dunkel des Forstes verborgen, wie das tödliche. Unglück geschah, aber cs ist als sicher anzunehmen, das Dr. Bruno Sadnik während der Verfolgung eines Dachses auf dem eisigen Boden ausgeglitten war. wobei ihm die ganze Schrotladung aus nächster Nähe in die rechte Brustscite drang, die sofort seinen Tod herheiführte. Die Leiche des so unfassbar Verunglückten wurde von seinen Jagdkameraden und Schulgefährtcn etwa 250 Schrille vom ehemaligen Standplatz entfernt gefunden. Die mächtige Gestalt des, Toten lag auf dem Jagdgewehre, dessen Kolben gebrochen war. Der unerwartete Tod des allseits geschätzten Mannes hat in allen Kreisen der Stadt tiefsles Mitgefühl uusge-löst. Dr. Bruno Sadnik, der durch Jahre in Celje ansässig war, stand im 51. Lebensjahre. Er üble mit seinem Bruder Dr. Rudolf Sadnik eine gut gehende Zahnpraxis aus, war aber nebenbei auch als hervorragend v. Augenarzt tätig. In den deutschen Vereinen der Stadt war der Verstorbene stets milberatend tätig, im Skiklub aber stand er durch Jahre hindurch an leitender Stelle. Mil Dr. Bruno Sadnik verloren dje Deutschen der Sannstadt einen ihrer treuesten und besten Kampfgefährten. Er wird für immer in den Herzen seiner Zeitgenossen weiterleben. Am puh Kunstausstellung in Atuj Die Maler Pipo P e t c 1 n (Maribor) und Ludwig W a 11 n e r (Ptuj) haben gemeinsam mit der in Ptuj lebenden Bildhauern Frau Elsa Oeltjen-Kasimir im Rahmen der hiesigen Ortsgruppe des Schwäbisch-deutschen Kulturbundes eine Ausstellung ihrer Werke eröffnet. Die feierliche Eröffnung der Ausstellung, die im Spiegelsaale des Vereinshauses untergebracht ist, fand gestern vormittags statt Worte der Begrüßung richtete an die Anwesenden Herr Dr. Manfred S c h e i -chenbauer, worauf die Ausstellung der Besichtigung freigegeben wurde. Für die Ausstellung herrscht in allen kunstliebenden Kreisen der Draustadt ein reges Interesse, da die Künstler bereits von der Herbstausstellung deutscher Maler Sloweniens her bekannt sind. p. Die Hugo-Wolf-Feier des Gesangvereines der deutschen Minderheit gestaltete sich zu einer erstrangigen Konzertveranstaltung, Die einzelnen Darbietungen standen auf hohem künstlerischen Niveau und lösten immer wieder begeisterte Beifallsstürme aus. Der 1. Chormeister Dr. Eduard Bučar sowie die Soli- lUtetsilraElUilto Biirnlsfhfw 2öfrtf(haftll(he Konsoliöierunas-momente in Zugoflawien Beograd, Dezember. (UTA). Der Präsident der Bcogradcr Jugoslawisch-Deutschen Handelskammer erklärte auf einer Verwaltungsraissitzung dieser vor sechs Jahren gegründeten und in den letzten Monaten ständig weiter ausgebauten Organisation u. a„ daß der gesteigert Handelsverkehr mit Deutschland für Jugoslawien zahlreiche wirtschaftliche Konsolidierungsmomente gebracht hat. Deutschland ist für Jugoslawien nicht nur der erste Handelspartner geworden, sondern hat ihm auch viele wertvolle Anregungen zur Hebung der wirtschaftlichen Leistungen und des sozialen Standards gegeben. Die Entwicklung des jugoslawischen Außenhandels im Oktober zeigt erneut den starken Anteil Deutschlands am jugoslawischen Gesamtaußenhandel sowie die ununterbrochene Exportkraft des Deutschen Reiches. Nicht weniger als 62.44% der jugoslawischen Gesamteinfuhr im Werte von 305.26 Mill. Dinar kamen im Oktober 1940 aus Deutschland. Italien steht mit 12.28% und einem Wert von 60.03 Mill. Dinar an zweiter Stelle. Ungarn folgt mit 27.13 Mill. Dinar — 5.5% an dritter, Rumänien mit 21.58 Mill. Dinar — 4.42% an vierter und das Protektorat mit 21.13 Mill. Dinar — 4.32% an fünfter Stelle der jugoslawschen Einfuhr. In der Ausfuhr des Monats Oktober 1940 führt Deutschland ebenfalls, und zwar mit 111.71 Mill. Dinar — 30.01%, Italien steht wiederum an zweiter Stelle mit 72.04 Mill. Dinar, während die Schweiz an dritter Stelle mit 49.92 Mill Dinar — 13.41°/» folgt, das Protektorat mit 30.85 Mill. Dinar — 8.29% die vierte Stelle inne hat und Ungarn mit 24.98 Mill. Dinar 6.71% an fünfter Stelle der jugoslawischen Ausfuhr steht. Die Dolkskleidung GRÜNDUNG EINER BEKLEIDUNGSDIREKTION NOTWENDIG. VERVOLLKOMMNUNG UNSERER INDUSTRIE. — ZUGLEICH Die immer mehr ansteigende Teuerung und der stetig wachsende Mangel an Rohstoffen, insbesondere für unsere Textilindustrie, haben es bewirkt, das auch in Jugoslawien immer mehr Leute mit abgetragener, zerrissener Bekleidung anzutreffen sind. Je mehr sich der Winter mit seiner strengen Kälte einstellt, desto akuter wird das Problem der Bekleidung insbesondere unserer Landbevölkerung, aber auch unserer Arbeiter und — Staatsund Privatangestellten. In der Oeffentlichkeit befaßt man sich eingehend mit diesem Problem und betont die sofortige Notwendigkeit, unserem Volke eine Volkskleidung aus heimischem Material und nicht aus den teuren fremden Webstoffen zu geben. In unserem Lande sind alle Vorbedingungen für die Entwicklung einer r-in heimischen Textilarbeit gegeben. Hanf, Wolle, Baumwolle und Seide werden bei uns mit Erfolg gezüchtet. Wir haben also alle Textilfaserstoffe, aus denen unsere Textilindustrie für unser Volk am Lande genügende Mengen von guten, praktischen und billigen Textilwaren produzieren könnte. Wir haben jedoch in dieser Richtung gar nichts unternommen, im Gegenteil, wir haben mit dem Zolltarif vom Jahre 1925 unsere guten Rohstoffe gegen indische Jute usw. ausgetauscht, unsere gute Schafwolle jedoch durch Produkte von australischen Schafen und durch deutsche Zellwolle und unsere Naturseide durch ausländische Kunstseide ersetzt. Darum sind heute die Tore vieler Textilfabriken in Jugoslawien ganz oder halb geschlossen. Uns bedroht der Textilhunger, welcher verschiedene wirtschaftliche Unannehmlichkeiten hervorrufen kann, denn die Bekleidung ist nach der Nahrung das wichtigste Bedürfnis eines jeden Menschen. Es ist also notwendig, nach dem Beispiel der Ernährungsdirektion eine B e-kleidungsdirektion als staatliche Institution ins Leben zu rufen, welche die Aufgabe haben soll, der Entwicklung und Arbeitskoordinierung in unserer Textilindustrie zu dienen. Die letzte Konferenz der Vertreter der Textilindustrien und der interessierten Ministerien hat diese Notwendigkeit vollauf bewiesen. Es ist dort festgestellt worden, daß wir einerseits als Exporteure von Rohstoffen auftreten, andererseits aber wieder 90% unserer Textilrohstoffe aus dem Auslande beziehen, ein Paradox, welches beweist, daß wir im Lande zwar Rohstoffe besitzen, jedoch für deren Verarbeitung eine ungenügend entwickelte Industrie haben. In dieser Konferenz ist ferner festgestellt worden, daß bei uns zwar eine große Möglichkeit für die Kultur der hauptsächlichen Textilrohstoffe besteht, aber leider zu wenig Harmonie und Koordination unter den Faktoren vorhanden ist, deren Mitarbeit zu großen Erfolgen führen würde. Es ist also die Gründung einer Bekleidungszentrale für die Regelung der Prodution unserer Nationalbekleidung unumgänglich notwendig. Solange unsere Rohstoffe (Hanf, Wolle, Seide usw.) ins Ausland wandern und nicht von uns für unsere Textilproduktion zubereitet werden, solange wird der Großteil unseres Volkes schlecht gekleidet sein und auch an seiner Gesundheit Schaden leiden. Mit der diezbezüglichen Vervollkommnung unserer heimischen Industrie wird einerseits unser Volk heimische Wolle und andere eigenen Rohstoffe konsumieren, andererseits aber werden für die Verarbeitung dieser Rohstoffe wiederum Tausende von Arbeitskräften Beschäfti- gung finden, und Hunderte von Millionen Dinar, welche jetzt für Textilprodukte inS Ausland wandern, werden im Lande verbleiben und der Hebung unserer Wirtschaft, unseres Wohlstandes, unserer Gesundheit und unseres Fortschritts dienen. 8. Aus oller UJeSf Die »Hut-Woche« im »Palazzo della Moda« in Turin. (S. A. P. E., Rom): Im Verlauf der letzten vom Italienischen Modeamt in Turin abgehaltenen Sitzungen wurden Abmachungen getroffen und Fragen gelöst, die mit der Durchführung der »Hut-Woche« in Zusammenhang stehen. Die »Hut-Woche« wird im Februar im Baus der Mode in Turin stattfinden. Freilegung der »Via Sacra« bei den Ausgrabungen auf dem Kapitolshügel in Rom- (S.A.P.E., Rom): Die bedeutungsvollen Arbeiten, die gegenwärtig auf dein Kapitolshügel der Ewigen Stadt durchgeführt werden, sollen dieser Stätte, die zu den heiligsten der Welt gehört, ihre alte, großartige Würde wiedergeben. Von besonderem Wert ist das kürzlich aufgefundene Stück der »Via Sacra« (Heiligen Straße), die vom Saturntempel auf dem Forum Romanum zum Jupitertempel führte. Wie jetzt festgestellt werden konnte, war die Via Sacra länger als bisher angenommen wurde. Die Straßendecke war aus großen, vieleckigen Pflastersteinen und soll so weit wie irgend möglich in ihrer antiken Form wiederhergestellt werden. Ruinen eines Sarazenendorfes bei Cane-vara (Toskana). (S. A. P. E., Rom): Am Hang des Dorfes Canevara, bei Massa (Apuanien), an der Strecke Genua Pisa, sind Überreste von Wohnhäusern und einer Kirche aus der Zeit von 1000 gefunden worden, wo vermutlich Hirten und Bauern lebten. Die Gegend muß, nach der Meinung der Sachverständigen auf Grund der Funde von Gegenständen aus antiker Zeit, Durchzugsland für viele alte Volksstämme gewesen sein. Die Volksstämme müssen sarazenischen Gruppen angehört haben, die sich nach ihrer Landung am Tyrrhenischen Strand um der größeren Sicherheit willen auf den Berg zurückzogen. Iris uor čer Ehe Roman von GERT ROTHBERG Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. 52 Overbeck war indes höflich und aufmerksam zu der schönen Frau. Er wunderte sich heimlich über ihre Bemühungen, ihm den verheirateten Mann, einzufangen. Es tat ihm leid, daß Iris glaubte, Grund zur Besorgnis zu haben, denn er sah es genau, daß sie litt. Aber er konnte ihr nicht helfen. Sie allein hatte die Scheidewand zwischen ihnen beiden aufgerichtet, sie allein mußtg, dafür sorgen, daß sie niedergrissen wurde. Während die Herren sich nach der Abendtafel ins Rauchzimmer begaben, um sich dort die Verdauungszigarre anzustecken, nahmen die Damen im Salon der Gastgeberin Platz und plauderten lebhaft miteinander. Es sollte hernach noch im gut geheizten Gartensaal getanzt werden, da würden sich Männlein und Weiblein wieder einträchtig zusammenfinden. Frau Anna Haller hatte sich neben Iris gesetzt. Ihre Stimme klang dunkel und wohllautend: »Nächste Woche beabsichtige ich nach Berlin zu fahren. Man hat wieder mal Sehnsucht nach einem schönen Opernabend und großstädtischer Geselligkeit. Zudem lassen sich bei der Gelegenheit die Weihnachtseinkäufe gleich mit erledigen. Ich will bis etwa Anfang Dezember bleiben. Berlin ist herrlich. Manchmal begreife ich es kaum, daß man immer hier hockt. Sind Sie nicht meiner Meinung, Frau Overbeck?« Sie reist nach Berlin, weil Klaus hinreist! vermutete Iris, und sie mußte an sich halten, um nicht brüsk aufzustehen und das ihr so heimtückisch erscheinende Weib einfach sitzenzulassen. Sie nahm sich iedoch zusammen und sagte ruhig: »Darin teile ich Ihre Ansicht, daß Ber- lin herrlich ist. Aber trotzdem gibt es für mich nichts Schöneres als meine Heimat und kein größeres Glück als meinen Mann!« Iris wußte nicht, wie sie zu den letzten Worten gekommen war, sie fühlte nur dumpf, daß sie sich wehren mußte gegen diese Frau, die sich Klaus unverhohlen näherte. Frau Haller schwieg bestürzt. Hatte sie sich in ihrer Annahme geirrt, daß nicht alles zwischen den beiden jungen Menschen so war, wie es eigentlich sein sollte. Ihr Fraueninstinkt und ihre scharfe Beobachtungsgabe hatten sich eigentlich noch nie getrogen. Der Mann sowohl wie die Frau waren im tiefsten irgendwie unglücklich. Freilich, gegen diese Iris Overbeck anzukommen, war nicht leicht. Es war ihr noch nie so deutlich inne geworden wie an dem heutigen Abend, daß Iris Over-ebek schön und jung war. Anna Haller zerrte nervös an der kostbaren Perlenkette. Ihre gewohnte Sicherheit hatte sie verlassen^ sie zweifelte zum erstenmal an ihrem Erfolg, dessen sie sich schon sicher gewähnt. Infolgedessen steigerte sich ihre Nervosität noch im Laufe des Abends. Schließlich setzte sie ihre ganze Hoffnung darauf, in Berlin Gelegenheit zu finden, sich Klaus Overbeck zu nähern und zu erreichen, was hier in dieser Umgebung unmöglich war. Sie fühlte es: sie liebte ihn! Sie war so lange an einen um vieles älteren Mann gefesselt gewesen, der nur seinen Weinkeller geliebt hatte. Er hatte ihr indes ein großes Vermögen hinterlassen, was sie einigermaßen mit der verlorenen Jugendzeit wieder ausgesöhnt hatte. Nun aber hatte sich ihr Herz diesem schönen kraftvollen Klaus Overbeck zugewendet, und es entsprach ihrer selbstsüchtigen Natur durchaus, sich über alles hinwegzusetzen, was dem heftigen Liebesverlangen im Wege stand, das sie so jäh zu dem ahnungslosen Manne ergriffen hatte. Später tanzte man. Das bisher glän zend verlaufene Fest war damit auf seinem Höhepunkt angelang:. Klaus hatte der Reihe nach mit allen Damen getanzt. Mit seiner Frau auch. Und Iris hatte sich eng in seinen Arm geschmiegt. Aber nicht den leisesten Druck seines Armes spürte sie und wurde todtraurig zumute. Dann tanzte er wieder mit Frau Anna Haller. Ein genauer Beobachter hätte schmunzelnd festgestellt, daß Klaus Overbeck bei der Wahl seiner Partnerin nicht die geringste Ausnahme machte und die vorhandenen Damen eine nach der anderen zum Tanze bat. Aber die schöne Loe-benerin achtete nicht darauf. Sie sah leidenschaftlich zu Overbeck auf und sagte leise: »Dieser Tanz müßte eigentlich bis in alle Ewigkeit dauern, so wundervoll ist es, sich von Ihnen führen zu lassen —« »Nein, lieber nicht. Alle anwesenden Herren würden mir darob gram sein, daß ich ihnen eine so reizende Tänzerin für ei nen derartigen Zeitraum entziehen wollte,« lächelte er liebenswürdig zurück. »Overbeck, Sie wissen, was ich meine — warum weichen Sie mir aus?« drängte sie unmutig und entflammt zugleich. »Ausweichen? Das Wort kann ich eigentlich nicht leiden. Sagen wir also lieber, ich wehre mich meiner Haut.« »Sie wehren ? Ah, pfui, wie grob und erbarmungslos Sie sind.« Sie verhielt den Tanzschritt. Scham und Zorn brannten ihr im Gesicht. »Ein Kavalier sind Sie nicht. Freilich, wie sollten Sie auch —!« »Falls Sie mit dieser kleinen Anspielung das Fehlen einer nuten Kinderstube anzudeuten belieben, Gnädigste, weil ich von unten heraufgekommen bin, so will ich nur abschließend ergänzen, daß es auch da unten war, wo ich gelernt habe die Treue zu halten! Gestatten Sie, daß ich Sie zu Ihrem Platz bringe.« Sie hätte weinen mögen, daß sie sich derart hatte hinreißen lassen, aber an seinem harten Gesicht sah sie, daß er sie verachtete. Begütigend legte sie ihre Hand auf seinen Arm. »Ich hab’s nicht so gemeint, seien Sie bitte nicht böse. Ich reise nächste Woche in den Süden. Das dürfte für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Leben Sie wohl und tragen Sie mir mein Verhalten nicht nach.« »Ichglaube Sie zu verstehen, gnädige Frau. Deshalb bewundere ich um so mehr ihr Vermögen, rasche Entschlüsse zu fassen. Sie tun ganz recht daran, zu reisen. Schöne Frauen wie Sie gehören ins strahlende Leben. Glückhafte Fahrt und alles Gute für Sie.« Das Spiel war aus. Für immer! Ihr Spiel . . . Denn Klaus Overbeck hatte sich ja von Anfang an da herausgehalten. Die schöne Witwe von Loeben aber zeigte sich von diesem Augenblick an in ausgelassener Fröhlichkeit. Direktor Waldau war nicht wenig verwundert. Was mochte sie wohl Vorhaben, daß sie ein so triumphierendes Lächeln zeigte? Sollte sich einer mit den Frauen auskennen! . . . Klaus Overbeck tanzte mit seiner Frau. »Bist du müde. Iris?« »Nein, gar nicht.« »Ich dachte nur, weil du trotz deines vielen Tanzens so erstaunlich blaß bist. Man hätte ja eigentlich —« Er konnte nicht weitersprechen. Plötzlich gelte ein lauter Ruf durch den Saal: »Es brennt im Dorf Hoym!« Ein allgemeiner Aufschrei antwortete dem Schreckensruf. »Wo?« durehschnitt Klaus Overbecks Stimme den Lärm. ^Fortsetzung folgte Sport «cm Sonntag Sloweniens Fußballmeisterschaft 1940-41 entschieden Der nette Meister ist der GK. Lzubljana — 13:0 - Rekordsieg des SK. Maribor über den Vertreter von Gelje — „LelezniLar" läßt einen Vunkt in Äefenice — Gpielabbruch in Ljubljana Die heuer erstmalig im Rahmen einer | Die gestern durchgeführten Ligaspiele crtn/sonoM Cu RK olli/vo -irronn n! n«it \TL